Observer: Cyberpunk-Horror mit Rutger Hauer

Erstellt von Mr. Blonde, 2 September 2018, 19:51:27

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Mr. Blonde



Das Ding ist sicher nicht nur an mir vorbeigerauscht, darum öffne ich mal diesen Thread. Vor genau einem Jahr schon kam "Observer" raus, ein Cyberpunk-Adventure aus der Egoperspektive mit Horrorelementen. Das Spiel stammt von Bloober Team, den Leuten hinter "Layers of Fear". Wer das Spiel gespielt hat, weiß, was für einprägsame Bilder einen hier erwarten.

Worum geht's?

Das Jahr ist 2084, die Stadt: Krakau. Nach dem großen Krieg ist technisch alles irgendwie in den 1980ern hängengeblieben, der Großkonzern "Chiron" überwacht seine Bürger, vereint Exekutive und Legislative. Man spielt einen alten Ermittler des KPD, welcher von niemand anderem als Rutger Hauer verkörpert wird. Dieser Ermittler muss in einem großen Apartmentkomplex das Verschwinden seines Sohnes aufklären, doch inmitten dieser düsteren Hölle aus klaustrophobischen Gängen und unheimlichen Stimmung, gerät er mitten in eine Mordserie. Der Clou: Als "Observer" kann sich die Hauptfigur quasi in das Unterbewusstsein und die Träume der Mordopfer hacken und so deren Psyche und letzten Minuten rekonstruieren. Mit Bio- und Techscanner ausgerüstet, versucht er Licht in das schier undurchdringliche Rätsel aus Wahnsinn und Realität zu bringen.

https://youtu.be/cvK4l-nvWwI

Mein Eindruck nach mehr als 5 Stunden:

Verdammt unheimlicher Höllentrip, dazu ein audiovisueller Albtraum. Gerade die Traumszenarien gehen ordentlich an die Materie, strapazieren die Nerven mit hysterischen Schnittbildern, aggressiven Soundeffekten und einer schier unbändigen Kreativität der Entwickler. Sowas habe ich in 25 Jahren Videospielen noch nicht gesehen. Dazu kommt natürlich noch Rutger Hauer, der einen souveränen, sehr kühlen Job abliefert, dabei aber immer würdevoll und mit viel Stil seiner Rolle Leben einhaucht. Leider ist er dabei nur zu hören, nicht zu sehen. Eine deutsche Synchro gibt es übrigens nicht, immerhin aber deutsche Untertitel.

Die Einflüsse sind natürlich ganz klar: Das Spiel beginnt schon mit der selben Art Rolltext wie "Blade Runner", zitiert dahingehend auch musikalisch den Klassiker. Aber auch Werke wie "1984", "P.T." (Silent Hills) oder "Split Second" (auch mit Hauer) werden anvisiert. Atmosphärisch ist das wirklich zum Fingerlecken.


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