Doom Patrol - DCs abgedrehteste Truppe

Erstellt von Glod, 16 Oktober 2019, 13:43:10

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Glod


Keine Ahnung, wie lange das schon bei Prime liegt, aber ich habe mir jetzt mal 4 Folgen angeschaut und bin sehr angetan.

Doom Patrol stammt aus dem Hause DC und hat glücklicherweise so rein gar nichts mit dem ganzen Rest der dortigen Heldentruppe am Hut. Die einzige mir bekannte Verbindung ist Cyborg, bei dem ich mächtig erstaunt war, ihn ausgerechnet hier zu sehen.
Die Story dreht sich um ein paar wirklich abgefuckte...öhm...Helden? Der eine ist ein Gehirn, welches nach einem fatalen Crash als einziges gerettet werden konnte und in einen hinreißend dämlich aussehenden Roboterkörper verpflanzt wurde. Der Nächste hatte als Testpilot im All eine komische Begegnung mit einem Energiewesen, welche dazu führte, dass er von ganz oben runterfiel. Als Folge dessen sieht er jetzt aus, wie Hackfleisch mit Haaren, weswegen er permanent wie eine Mumie in Bandagen eingewickelt ist und er hat einen Passagier im Körper, der macht, was er will. Cyborg's Geschichte ist dabei noch relativ banal und bekannt. Dann wäre da noch eine Schauspielerin, die sich in Afrika beim Sturz ins Wasser irgendwas einfing, was ihren Körper in einen üblen Blob verwandelt, wenn sie nicht aufpasst. Und last but not least haben wir noch das Mädchen mit der gespaltenen Persönlichkeit. 64 Persönlichkeiten, alle mit eigenen Superkräften. Eine davon besteht darin, dass sich die Worte aus dem Mund der Frau in scharfkantiger Metallform materialisieren und dann via Telekinese auf Gegner geschleudert werden. "Split" eat your heart out.

Die Truppe kriegt es mit Dimensionsportalen in Form von Eseln, Chaoszauberern und ollen Nazi-Wissenschaftlern zu tun (und das sind wie gesagt nur die ersten 4 Folgen). Dabei geht es durchaus ordentlich und zeigefreudig zur Sache. Der Fokus liegt aber immer auf den Charakteren und die sind einfach nur klasse. Schön scharfe Dialoge (OV), die auch immer an der richtigen Stelle ein "fuck" bringen (anstatt damit inflationär um sich zu werfen) und tolle Schauspieler machen das ganze richtig sehenswert.
Bei den Darstellern stechen vor allem Brandon Fraser (ja, genau der) und Matt Bomer hervor, die hier den Großteil ihrer Zeit ihr Gesicht komplett verbergen müssen und ihren Charakteren rein über Körpersprache unheimlich viel Leben einhauchen. April Bowlby (die Candy aus "Two and a half Men") brilliert als eingebildete Ex-Filmdiva und die anderen beiden halten mühelos mit (ok, Cyborg fällt ein bisschen ab, ist aber eben auch nicht so ein durchgeknallter Typ). Abgerundet wird das Ganze mit Timothy Dalton und diversen Gaststar-Einsprengseln wie z.B. der Julian Richings und Mark Sheppard (Tod und Crowley aus Supernatural).
Das Ganze nimmt sich dabei niemals ernst, gibt aber auch Charaktermomenten genügend Raum, um nicht in der Slapstick-Ecke zu versinken, bevor man dann wieder gegen Typen kämpft, die aus nie abgeschickten Briefen bestehen.

Die Effekte lassen sich auch sehr gut sehen. Hier braucht man sich zumindest bei einem ordentlichen Budget im TV anscheinend wirklich keine Sorgen mehr zu machen.

Alles in allem kann ich das hier nur empfehlen. Ich weiß natürlich nicht, wie sich das über die verbleibenden Episoden entwickelt (15 insgesamt), aber ich denke, dass jemand, der schon bei The Boys seinen Spaß hatte, hier auch mal reinschauen sollte. Wer allerdings erwartet, dass hier Omas über die Straße geholfen wird und Autodiebe ihrer gerechten Strafe zugeführt werden, der sollte schnell weitergehen.
"Er wird mir eine Kugel verpassen und dann Selbstmord begehen." -Nina Meyers-

"Wir passen schon auf, dass er keinen Selbstmord begeht." -Jack Bauer-

El_Hadschi

Hatten die nicht zufällig auch einen Gast-Auftritt bei Titans auf Netflix?
"You follow drugs, you get drug addicts and drug dealers. But you start to follow the money, and you don't know where the fuck it's gonna take you."

Lester Freamon

Karm

So verschieden können Geschmäcker sein. Ich bin auch Fan von Fantasy, Sience Fiction und Komödien aber trotzdem kann ich dieser Serie nichts abgewinnen. Habe mich bis zum Ende der 4. Folge gequält und immer darauf gewartet, dass mich irgend etwas packt. Hat es aber leider nicht. Die Optik ist nicht schlecht, aber die Dialoge sind grauenhaft bis dämlich (insbesondere die Stimme aus dem Off). Überhaupt weckt alles was da so "passiert" nicht das geringste Interesse bei mir. Humor? Naja, offenbar nicht meine Zielgruppe. :happy2:

Den Rest der Serie erspare ich mir.

Private Joker

16 Oktober 2019, 14:29:41 #3 Letzte Bearbeitung: 16 Oktober 2019, 14:31:17 von Private Joker
Gerade den Erzähler/Bösewicht, der ja auch mal ein paar ganz gute Klopfer im Deadpool-Stil drauf hat ("ach je, jetzt kommen die Rückblenden") fand ich nicht übel, und auch der frühe Showdown mit den Bayern und den Puppen geht durchaus noch als Highlight durch. Aber aktuell bei Folge 8 macht sich die für heutige Verhältnisse kräftige Episodenanzahl dann auch bei mir negativ bemerkbar, das hangelt sich doch relativ mühsam von Durchhänger zu Durchhänger. Da helfen auch ein paar schräge Ideen (sprechende Straße) nicht, den anfänglich vorhandenen Spannungsbogen oder neudeutsch arc sucht man da vergeblich. Und die ganze Episode im Underground fand ich echt schwer erträglich.

Bin aber zuversichtlich, dass die am Ende noch mal aus allen Rohren schießen, so sind Serien schon immer gerne gestrickt worden (siehe Preacher, das ich allerdings mittlerweile auch nur noch ziemlich ekelhaft finde).
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Glod

Ach shit...das liest sich natürlich recht unerfreulich. Ich schau's mal weiter. Mal sehen, wie weit ich komme. Schraube aber erstmal meine Erwartungen runter. Nicht, dass hier ein zweites "Wu Assassins" kommt. Das fing auch relativ stark an und brach dann komplett ein (bzw. schlug einen Weg ein, der mir vollkommen gegen den Strich ging).
"Er wird mir eine Kugel verpassen und dann Selbstmord begehen." -Nina Meyers-

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Private Joker

Bin jetzt durch und muss mich nach (zu) langen 15 Folgen korrigieren - auch am Schluss (vielleicht von den allerletzten  15 Minuten abgesehen) kommt nichts mehr, was den Begriff "Highlight" oder "großes Finale" verdient. Die Macher haben sich in den ganzen schrägen Unfug so verliebt, dass sie offenbar gar nicht merken, wann es mal gut ist. Und der Punkt wäre eigentlich spätestens dann erreicht, wenn der dauerbrabbelnde viertwanddurchbrechende Erzähler zur allgemeinen Erleicherung verkündet, dass jetzt Schluss wäre mit den ganzen Rück- und Seitwärtsblenden und endlich das käme, auf das wir seit 13 Folgen warten, echte Superhelden im Kampf gegen das Böse. Schön wäre es, aber Pustekuchen: Spätestens drei Minuten später erleben wir weitere Rückblenden, Volten, Murmeltierschleifen.

In der Summe bleibt das eine Serie, die man sich wegen einiger echt abgefahrener Ideen (Angriff der Killerärsche) durchaus mal nebenher ansehen kann, die aber nie den Ansatz einer Linie entwickelt und ihr anfängliches Willkommen heftig überdehnt.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)