Unterbewertete Filme

Begonnen von Benny88, 24 September 2019, 20:06:40

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Newendyke

Hudson Hawk werfe ich mal in den Ring! Letztens mal wieder gesehen und hatte wie immer meinen Spaß an dem Streifen. Damals ja fies gefloppt und auch die Produktionsgeschichte war alles andere als astrein, viele Nachdrehs und die Ausrichtung zum letztendlichen Klamauk merkt man dem Film spätestens in der zweiten Hälfte an. Aber da hier so gar nichts ernst genommen wird und der cast hervorragend aufgelegt ist, spielen für mich die vielen, kleinen Unrundungen des Films keine große Rolle.


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McClane

Stimmt. "Hudson Hawk" ist derbe gefloppt und von der Kritik in Grund und Boden gestapft worden, aber ich finde den in seiner megalomanen Art, die einfach jede Zutat in den Ring wirft, und mit seinem durchgeknallten Humor auch echt sympathisch.
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Moonshade

Den wink ich auch mit durch, hab den damals im Programmkino nach Flop entdeckt und gleich zwei weggeatmet.

Der ist auch heute noch die Weltformel für komplett durchgeknallt und dann noch durch eine Synchro auf Droge komplett durch die Decke geschossen.

"Und ich bin der liebe Butterfinger" - ich roll mich immer noch weg...
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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Mr. Blonde

Muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den, wenn ich mich richtig erinnere, nie zu Ende geschaut habe. Der Wortwitz war zwar extrem auf meiner Wellenlänge und trotzdem war halt immer der Gedanke da: im Original ist das im Grunde ein ganz anderer Film, der ewig nach Rainer Brandts Glanzzeiten entstand. Der Film ist einfach auf deutsch ein bizarres Einzelstück. Muss den echt nochmal auffrischen. Vorhin musste ich spontan wieder an den Wolf und die sieben Chrysler denken, also Eindruck hat "Hudson Hawk" trotzdem hinterlassen.


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Newendyke

Zitat von: Mr. Blonde am  5 Dezember 2019, 19:25:14Muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den, wenn ich mich richtig erinnere, nie zu Ende geschaut habe. Der Wortwitz war zwar extrem auf meiner Wellenlänge und trotzdem war halt immer der Gedanke da: im Original ist das im Grunde ein ganz anderer Film, der ewig nach Rainer Brandts Glanzzeiten entstand. Der Film ist einfach auf deutsch ein bizarres Einzelstück. Muss den echt nochmal auffrischen. Vorhin musste ich spontan wieder an den Wolf und die sieben Chrysler denken, also Eindruck hat "Hudson Hawk" trotzdem hinterlassen.

Hehe, manche Dinge sind der Synchro halt doch besser bzw. mir einfach so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mit der OV so gar nichts anfangen kann (z. B. Indiana Jones, Star Wars... bin mit den Streifen aufgewachsen und die Stimmen haben sich so in mein Hirn gefräßt, dass ich nicht mit der OV klarkomme).


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

Benny88

7 Dezember 2019, 13:45:02 #35 Letzte Bearbeitung: 7 Dezember 2019, 13:48:37 von Benny88
Aktuell fällt mir auch Shyamalans "Unbreakable" ein. Wenn man einen Film wie "The Sixth Sense" als Debüt hinlegt, dann kann man mit dem Folgewerk eigentlich nur verlieren. So sahen die Zuschauer das wohl auch. Fiel ja damals eher in die Kategorie "netter, aber lauwarmer Versuch an den Erstling anzuknüpfen". Auch das überraschende Ende hat im Vergleich zum Paukenschlag von "The Sixth Sense" allgemein den Kürzeren gezogen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Mundpropaganda aber deutlich verbessert, vielleicht auch weil man "Unbreakable" vermehrt als eigenständiges Werk betrachtet, das viel zu bieten hat. Die imdb-Wertung ist ja im Laufe der Jahre ebenfalls immer weiter nach oben gegangen.

(Dass Shyamalan mit den Figuren David Dunn und Elijah Price nicht mehr viel anzufangen wusste, hat er für mich dieses Jahr dann auch mit "Glass" bewiesen - die Geschichte war mit "Unbreakable" auserzählt.)

PierrotLeFou

Zitat von: Benny88 am  5 Oktober 2019, 20:58:18Noch einmal zu meiner letzten Frage, weil sich dazu wenig geäußert wurde: Fallen euch aktuellere Filme ein, die total in der Missgunst von Publikum und/oder Kritiker stehen, die sich aber im Laufe der nächsten Jahr(zehnt)e als Klassiker erweisen könnten oder zumindest ein besseres Ansehen haben werden als nach aktuellem Stand?

Aktuell würde ich übrigens noch das "Black Christmas"-Remake sowie "Cats" nennen. Bei "Cats" würde ich auch vorsichtig davon ausgehen, dass schon innerhalb von 1-2 Jahren die Wertungen im 5er-7er-Bereich auf der IMDb verhältnismäßig etwas zulegen werden und die 1er-Wertung verhältnismäßig etwas einschrumpft... (Ich sehe den bei einer guten 6 und halte die 2,7 für einen schlechten Witz...)

Beim "Black Christmas" erwarte ich das nicht, dafür wird schlichtweg die politische Debatte zu erbittert geführt, was sich auch in nächster Zeit nicht ändern wird. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass der in 20-30 Jahren von den wenigen, die ihn dann sehen, weniger erbittert verdammt wird als das momentan geschieht... (Ich wäre da bei einer 5,5, derweil der IMDb-Schnitt z.Z. eine 3,2 verzeichnet.)
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Benny88

Noch einmal zum Thema "Filme, die bei der Veröffentlichung unbeliebt waren, die aber im Laufe der Jahr(zehnt)e enorm in der Gunst des Publikums gestiegen sind" fällt mir aus aktuellem Anlass "American Psycho" ein.

Ich habe erst letzte Woche zum ersten Mal das Buch gelesen, habe mir dann noch am gleichen Abend den Film (zum ca. 5. Mal?) angesehen und bin der Meinung, dass dieser trotz einiger (größtenteils verständlichen und sinnvollen) Kürzungen, die Atmosphäre des Buches nahezu perfekt einfängt.

Es gibt (neben Shyamalans "The Village") keinen anderen Film, von dessen Erstsichtung bis zur letzten Sichtung ich meinungstechnisch so abgewichen bin wie bei diesem hier. 2001 habe ich (mit zarten 13 Jahren) dieses Werk zum ersten Mal gesehen und habe es als sinnlosen Schund abgetan, weil "der Mörder gar keine richtigen Motive hat". Klar, ich war einfach zu jung um die ganze Satire und Kritik an der Society zu verstehen. Im Laufe der Jahre hat mir "American Psycho" nach jeder erneuten Sichtung immer besser gefallen und ich bin mittlerweile bei meiner persönlichen Höchstwertung angelangt.

Generell habe ich aber auch den Eindruck, dass dieser Film im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte bei Publikum und Kritikern enorm an ansehen gewonnen hat, was auch die gesteigerten imdb- und rottentomatoes-Bewertungen darlegen. Ich glaube mich zu erinnern, dass Anfang des Jahrtausends die Kritiken eher verhalten-gemischt waren und lediglich Christian Bales Performance schon immer (zu recht) gelobt wurde (interessanterweise wurde z.B. DiCaprio davon abgeraten die Rolle anzunehmen, da diese als "Karriere-Killer" prophezeit wurde).

Auf eine gewisse Art und Weise auch interessant, dass hier eine Frau auf dem Regiestuhl Platz genommen hat, wo man bei diesem Thema doch eher von "klassischem Männerstoff" sprechen könnte.

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