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der Tiger (deutscher WWII-Panzer-Film)

Begonnen von StS, 28 Juli 2025, 20:49:00

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vodkamartini und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

StS


Eastern Front, 1943: The five-man crew of a German Tiger tank is sent on a secret mission far behind the heavily contested front line. As they journey eastward, the soldiers not only find themselves deeper in enemy territory but must also face their own fears and inner demons. Stimulated by Wehrmacht methamphetamine, their mission increasingly becomes a journey into the heart of darkness.
 
,,Wir ernten was wir säen" - Ab 18. September in ausgewählten deutschen Kinos!


Von Dennis Gansel (u.a. "die Welle", "Wir sind die Nacht" und "Mechanic: Resurrection").
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

4 Januar 2026, 21:17:01 #1 Letzte Bearbeitung: 4 Januar 2026, 23:06:07 von Private Joker
Zitat von: StS am 28 Juli 2025, 20:49:00,,Wir ernten was wir säen" - Ab 18. September in ausgewählten deutschen Kinos!

.. und seit 2.1 bei Prime - bei mir sogar werbefrei, trotz "Werbeabo".

Bevor ich jetzt loslege, vielleicht noch mal vorab die "Spoilerwarnung zweiter Klasse" - man kann zu dem Film einfach nichts sagen, ohne das Ende mit einzubeziehen, (natürlich) auch ohne das komplett aufzulösen. Daher vielleicht nur weiterlesen, wenn schon gesehen oder keinerlei Interesse.

"Deutscher Kriegsfilm" ist natürlich ein durchaus heißes Eisen, kein Massengenre und keine durchgehende Erfolgsgeschichte. Klar, machen wir uns nichts vor, da gibt es wenig zu "feiern"; "erlaubt" ist maximal der "realistisch-mitfühlende Blick auf den einfachen Soldaten", von "Steiner" bis zum "Boot". Ein Hauch vom "Boot" (dem Kinofilm, nicht der imho ziemlich missglückten Serie) weht auch durch den Tiger, nicht nur wegen der "einen" Szene. Dazu wollen viele Kritiker auch eine apokalyptisch-inspirierte "Reise in die Dunkelheit" gesehen haben - ob der Film (der über weite Strecken relativ bodenständig daherkommt) und der Schluss das rechtfertigen, gehört natürlich zur eigenen und generellen Interpretation.

Lassen wir derartige Fragen erst mal weg und schauen auf die Technik, und da fällt die Bilanz durchaus recht gut aus. Der "Tiger" (realiter ein T-55 in Camouflage) sieht bis auf winzige Details sehr realistisch aus, besser als Spielbergs ebenfalls semi-fake Exemplare aus "James Ryan", und das ist schon mal so was wie ein kleiner Ritterschlag. Optik, die generelle Technik, die Atmosphäre innerhalb des Tanks, das geht soweit alles klar. Natürlich ist das über die 2 Stunden kein durchgehend spektakulärer Kriegs-Actioner, aber das soll er ja auch gar nicht; die ein, zwei Highlights sind klar definiert und "sitzen". Detailgenau ? Nun gut, einen SU-100 als Gegner dürfte es 1943 eigentlich noch nicht gegeben haben, und viele im Vorfeld könnten bei oberflächlichem Plotstudium auch die generelle Sinnfrage gestellt haben: Mit dem schwersten Panzer seiner Zeit auf eine "Undercover-Mission"? Was ist mit "Nachtanken"? Wohin mit dem "befreiten" Oberst ? Was macht der da überhaupt in der Pampa mit den wichtigen Unterlagen ? Und wo ist der Schnee Anno 1943 in Russland, das sieht doch aus wie die Lüneburger Heide??

Aber, und deswegen die Mini-Spoilerwarnung am Anfang, das erledigt sich natürlich alles mit dem Ende. Mich hat das jetzt nicht monstermäßig überrascht, es gibt ein paar klare Indizien, und vielleicht hatte ich aus dem Umfeld der Kinopremiere auch "was" läuten hören. Aber bitte - kann man so machen, nimmt so einigen auf Ultra-Realismus pochenden Kalibervermessern den Wind aus den Segeln und passt zur generellen Stimmung und Botschaft des Films.

Insgesamt: Auch wenn der das allerletzte Quäntchen Begeisterung bei mir dann doch nicht ausgelöst hat (ohne ganz genau sagen zu können warum) - das ist rundum solides Handwerk, nicht nur weil der made in Germany ist, sondern einfach für sich. Oder mit der gängigen (mindestens) 5-Euro-Phrase: Der hat Hollywood-Niveau: 7/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Terry Noonan

Kann man zumindest ein paar Absätze spoilerfrei lesen?
Wäre schön. Wobei die Prämisse und 7/10 eigentlich auch schon Motivation sind.
Hoffe auf etwas à la Bestie Krieg.
Life is what happens while you are busy making other plans.

Private Joker

Wenn schon, dann den vorletzten Absatz auslassen.

Ansonsten enthält das wenig bis gar nix, was nicht schon im Netz - etwa bei filmstarts - sogar noch deutlicher angetextet wird.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Eric

Mit Ausnahme von dem Schluss fand ich DER TIGER wirklich gut gemacht.

War mal was Anderes. Auch, dass es eigentlich sehr wenig Action für einen "Kriegsfilm" gibt, hat ich eher weniger gestört.
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

vodkamartini

Der dämliche, prätentiöse Schluss zieht den Film dann doch gehörig nach unten. Bis dato macht Gansel - von ein paar historische Ungenauigkeiten abgesehen - vieles richtig in Sachen Atmosphäre und Spannung.

Natürlich ist die Grundprämisse totaler Unfug (einen einzelnen Panzer auf eine Rettungsmission schicken), dient aber eben auch dem finalen Schlenker, der mehr als doof ist.

Auch verlässt sich Gansel nicht durchgängig auf seine Bilder, sondern lässt die Besatzung immer wieder den Erklärbar auspacken und das eigentlich klar zu Sehende kommentieren. Aber diese Unsitte kennt man ja aus ganz vielen Streaming-Filmen, da kann der Zuschauer auf der Couch auch mal daddeln oder den Lokus aufsuchen.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

StS

Gestern um 16:04:16 #6 Letzte Bearbeitung: Gestern um 16:07:54 von StS
Jip... der Schluss ist echt so eine Sache. Und dass es mal wieder gute Sympathieträger-Nazis (Befehlsbefolger) im bösen Krieg sind, die auf ihrem Weg auch auf bösere Kameraden, ähm klassische Film-Nazis (mit ner fiesen Narbe im Gesicht und so) treffen, hat ebenfalls nen gewissen Beigeschmack...
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

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