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Thrash (quasi "Crawl" mit Haien - von Tommy Wirkola & Netflix)

Begonnen von StS, 12 März 2026, 18:58:01

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StS


When a Category 5 hurricane decimates a coastal town, the storm surge brings devastation, chaos and something far more frightening: hungry sharks.

Directed by Tommy Wirkola and produced by Adam McKay (Don't Look Up), the film stars Phoebe Dynevor, Djimon Hounsou and Whitney Peak.

THRASH is only on Netflix, April 10.


Schaut nach dem Hai-Film des Jahres aus  :happy2:  (sorry, Renny)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Oh ja, den hab ich mir gleich am ersten Abend gegeben.

Allerdings spielen die Haie hier verstärkt eine Nebenrolle in einem offenbar mit der Schwarz-Weiß-Kelle angelegten Personen-Katastrophen-Drama-Szenario.
Das alles läuft 25 Minuten nach dem Murphys Law -Scenario und ich hab schon lange Zähne bekommen, als wirklich reihenweise bei den Protagonist(innen) dämliche Entscheidungen getroffen werden.
Der Fokus liegt dabei auf den offenbar letzten Verbliebenen in einer Küstenstadt, davon einmal durch Trauer induzierte Agoraphobie, einmal deppertes Ungeschick einer Hochschwangeren, die solange mit ihrem Elektrotöfftöff rumpimmelt, bis sie damit an einen Baum bei Hochwasser festgetackert wird (praktischerweise genau ggü der Agoraphobikerin). Dazu gibt es noch die drei naivsten Pflegekinder der Weltgeschichte, die von den fiestesten Aufrechte-Amerikaner-beuten-das-System-aus-Prepper eben nicht betreut werden. Alle Bösen und alle Helfer werden zeitnah weggeknuspert (was noch brauchbar ausschaut), um dann in dem üblichen Selbstüberwindungsmix zu münden, inclusive "wie groß ist der Muttermund schon".

Richtig crazy ist dann die depperte Schlussoffensive, bei der wirklich jeder Kopfschuss zusammen kommt:
Spoiler: zeige
 Die Kinder basteln sich Sprengstoff und zünden sie bei Haien in ihren eigenen Wohnräumen; die Hochschwangere schwimmt im letzten Moment (nach allerlei vorgeburtswehen) aus dem weggeschwemmten Haus, während die Haie sich zum Finale auf 50 km/h Geschwindigkeit steigern dürfen.
Die angehende Mutti gebärt schließlich zwischen zwei Kraulzügen in einer Wolke von Blut und rupft noch schnell die Nabelschnur an einem Stück Holz durch, als - wie man das eben bei Jurassic Park als C-Schreiber so kopiert - die fiesen Raptorenhaie durch einen Quasi-T-Rex-Großen Weissen queer durch den CGI-Wasserpark bombardiert werden. Alle gerettet.


Wenn ich hackedicht bin, finde ich das Finale vermutlich kreischend komisch, allerdings hab ich auch Ansprüche (nach meinen Recherchen in Social Media ein Großteil der Filmfans eher weniger) und da fand ich "Im Wasser der Seine" deutlich unterhaltsamer, schon allein weil hier der Mittelteil ein freundliches Schlummifix ist. Als Gratisevent für Streamer läuft er bestimmt prima und ist auch deutlich besser als die ganze Haifilm-Asylum-Scheiße, aber das Subgenre erfindet er nun wahrlich nicht neu. 4-5/10
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

"Gebt dem Mann ein verdammtes Puppers!"

JasonXtreme

Wirkolas Filme haben bisher eigentlich alle durchaus Spaß bereitet, also ne Chance geb ich dem Teil hier
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

McClane

Irgendwie klang die Prämisse ("Crawl" meets "Hard Rain" meets Hai-Horror) besser als der Film am Ende geworden ist. Das Szenario ist schon ein Pfund, mit dem "Thrash" wuchern kann, die Überraschung ist erfreulich wertig, gerade in Sachen Mid-Budget-CGI. Dummerweise muss kann man sich anhand der Charakterschablonen (junge Frau mit Agoraphobie, Hochschwangere, geknechtete Pflegekinder, arschige Pflegeeltern, namenlose Zwei-Szenen-Dudes) schon die Überlebenschancen aller Beteiligten direkt ausrechnen, denn da beachtet "Thrash" jedes Genreklischee und fräst die meisten Opfer eh vor der Halbzeitmarke weg. Noch dazu scheint der Film zwischen zwei Extremen gefangen zu sein. Einerseits versucht er dem Genre mehr Realismus einzuimpfen, gerade wenn er Djimon Hounsou als Meeresbiologen immer wieder Fakten aufsagen lässt, die Filmklischees widersprechen (z.B. dass Bullenhaie für Menschen viel gefährlicher sind als weiße Hai). An anderer Stelle werden die Unglaubwürdigkeitsregler auf 11 gedreht: Die Unterwassergeburt toppt nicht nur "Apocalypto", sondern die körperlichen Fähigkeiten der frisch gebackenen Mutti direkt nach der Entbindung sind auch, gelinde gesagt, erstaunlich. Wobei das noch nicht mal der größte Käse ist.
Spoiler: zeige
Da wird der böse Pflegepapi erst von den Haien vermeintlich verknurpst und zumindest angeknabbert, taucht aber gegen Ende mitten in der Küche auf und muss wohl verletzt und blutend durch das haiverseuchte Wasser gekraucht sein, ohne dass ihm was passiert, während die Haie sonst alles andere in Rekordzeit ausfindig machen und wegschnabulieren.

Hinzu kommt, dass der eine Schauplatz (Pflegefamilie) null mit dem Rest der Handlung zusammenhängt, dass "Trash" weder tighte Survivalstory noch Panoptikum eines Überlebenskampfes ist. Wirkola gelingen immer wieder spannende Einzelszenen, gerade wenn die Umstände einzelne Figuren zum Spießrutenlauf bzw. Spießrutenschwimmen zwingen, aber einen richtigen Flow bekommt "Thrash" nicht hin, weshalb das Finale etwas abrupt wirkt, trotz eines coolen (wenn auch nicht gerade realistischen) Deus-Ex-Machina-Moments. Immerhin: Den doofen "Im Wasser der Seine" steckt er klar in die Tasche. (5/10)
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

StS

Tommy Wirkola´s ,,Thrash" ist zwar nicht wirklich gut – wohl aber besser als rund 80% der anderen Haifisch-Filme da draußen. Zudem überzeugt die ,,Crawl"- Schrägstrich ,,Burning Bright"-artige Genre-Kombi aus Tier-Horror und Unwetter-Disaster-Streifen – und das nicht nur, weil das notwendige Budget für ein solches Vorhaben vorhanden war (die CGIs können sich sehen lassen). Handwerklich kommt das Ganze anständig umgesetzt daher, zu gefallen wissende Ideen (á la der ,,Blut-Laster") sind zu verzeichnen und die kompetente Darsteller-Riege (allen voran Phoebe Dynevor, Whitney Peak, Djimon Hounsou sowie das junge Aussie-Talent Alyla Browne) meistern ihre underwrittenen, mitunter ziemlich klischeehaften Rollen so gut es geht...

Dass Wirkola ,,ein Mann fürs Grobe" ist, markiert seit jeher ja kein Geheimnis – und so meistert er den ,,Spagat" zwischen ,,seriösem Spannungskino" und ,,big dumb Fun" im Vorliegenden nicht voll zufrieden stellend: Von beiden Sorten gibt es hier jeweils eine Handvoll Szenen – allerdings fügt sich das insgesamt nicht optimal zusammen. Eine schnelle Entbindung ist bspw. unfreiwillig LOLig – dass die Geburt eigentlich zum Klang von Vanessa Carlton´s ,,A Thousand Miles" eingeleitet wird, dagegen bewusst Schmunzeln-erzeugend nett. Auch schade, dass sich bloß zwei der drei zentralen Plotstränge kreuzen – und selbst das erst zum Schluss hin. Aber hey: Mit 80 Minuten ist der Film durchaus kurzweilig geraten... 

5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

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