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Zeitlicher Abstand und Sicht auf Filme

Begonnen von McClane, 29 Juni 2007, 11:45:13

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McClane

Angesichts der momentan Stimmen zu "Stirb langsam 4.0" bin ich doch verleitet mal einen derartigen Thread aufzumachen. Sowas hatten wir ja auch zu Remakes und Buchverfilmungen.

Interessant ist ja, dass bei aktuellen Filmen oft mit anderem Maß gemessen wird als bei denen, mit denen die meisten User hier aufgewachsen sind (ein großer Teil ist nunmal Anfang zwanzig, was mich mit einschließt).

Sicher ist die aktuelle Flut von Sequels und Remakes beachtlich und durchaus ein Zeichen für die Ideenlosigkeit in Hollywood, jedoch werden viele dieser Filme direkt von Leuten niedergemacht. Schön vor allem wenn bei Horrorremakes die Leute am lautesten schreien, für welche die Neuauflagen von "The Fly", "The Blob" und "The Thing" ganz großes Tennis sind - weil sie einfach damit aufgewachsen sind.

Ähnlich ist bei Sequels, ich will mal ganz provokant das Beispiel "Terminator 2" bringen (den ich persönlich auch sehr gelungen finde): Er ist lauter und bombastischer als der Vorgänger, aber das fast jedes Sequel, egal ob bei "Lethal Weapon", "Alien" oder den Indy-Filmen. Jedoch ist deutlich humoriger und kindgerechter (der Terminator soll nur noch in Beine schießen, der böse Kontrahent ist kein Mensch), die Action kommt deutlich überzogener daher (vor allem in der Verfolgungsjagd). Zudem bekommt der Terminator ein neunmalkluges Kind an die Seite gestellt, das trotzdem einen auf obercool macht. Trotzdem finden sich hier wenig Meckereien zum Film - wäre das anders, wenn es nur T1 gegeben hätte und T2 erst heute käme?
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

psychopaul

29 Juni 2007, 12:03:01 #1 Letzte Bearbeitung: 29 Juni 2007, 12:06:49 von psychopaul
interessantes Thema!  :respekt:

zu den Remakes hab ich schonmal geschrieben, dass es IMO doch noch mal ein Unterschied ist zwischen einer effektvollen und deutlich veränderten Neuauflage alter, schwarzweißer, eher niedlicher Gruselstreifen oder einem bloßen und vermutlich wesentlich mainstreamorientierteren Aufguß 20 Jahre später, der überhaupt nix Neues bringt.
ich finde das auch vom künstlerischen Aspekt respektlos, wenn man einfach den gleichen Film und meistens eh noch schlechter nochmal abdreht und halt einfach zeitgemäßere Kleidung, Sprüche und Handys einfügt.  ;)
wenn heute Remakes von Filmen aus den 40ern und 50ern kommen, finde ich das "weniger verwerflich".  :icon_lol:


Und T2 ist für mich von der Mischung aus Action, Effekten und dem von dir angesprochenen Humor, der aber nie Überhand gewinnt ein Meilenstein. Klar mögen das Jugendliche von heute völlig anders sehen, aber ich denke, dass an dem Film einfach alles passt.
Gibt es "Actionfilme" aus dem neuen Jahrtausend, die dieses Niveau errreichen?? bitte teilt mir die Titel mit.  :icon_cool:

Ich persönlich hab auch kein Problem mit etwas überdrehten Sequels, meistens beginnt der Fisch für mich dann ab Teil 3 oder 4 zu stinken, weil es da meistens schon ermüdend wird, wenn wieder die gleiche Formel ausgepackt wird..andererseits, gerade bei gut gelungenen Filmideen (plus Figuren) wie bei LW oder eben Die Hard und Indy kommt dann halt doch wieder ein ganz unterhaltsamer Streifen raus...

EDIT: Außerdem, John Connor ist ja nicht irgendein blöder Balg.  :icon_cool:
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Eric

29 Juni 2007, 12:03:30 #2 Letzte Bearbeitung: 29 Juni 2007, 12:19:26 von Eric
Zitat von: McClane am 29 Juni 2007, 11:45:13
... wäre das anders, wenn es nur T1 gegeben hätte und T2 erst heute käme?

Tach McClane,
jep, wäre es!!
Und zwar eigentlich aus genau dem Grund, den du auch schon angesprochen hast!
(Ich zähle ja eher schon zu den älteren Semestern dieses Forums. Bin ja auch schon seit den "legendären" SGV- und Baumstruktur-Zeiten dabei)

Es hängt damit zusammen welche Filme man als Jugendlicher gesehen hat. Und als 12-jähriger empfand ich damalige FSK ab 18 Filme anders als heute.
Früher (als 12-jähriger/als Jugendlicher) war es cool Filme wie RAMBO 2, NIGHTMARE ON ELM STREET, HALLOWEEN, ..., zu besitzen, da der Aufwand, diese Filme zu bekommen einfach um ein vielfaches größer war als es heute ist.

Somit haben diese Filme, bei mir zumindest, einen ganz anderen Stand als heutige Filme.

Natürlich vergleiche auch ich die Sequels/Prequels der Filme. Und meistens verlieren die neuen Versionen dabei.
Aber NICHT aus dem Grund weil die "Neuauflagen"/Neuen Teile einer Filmserie schlecht wären, sondern eher aus dem Grund, weil ich nicht mehr dieses "coole" Gefühl von früher habe wenn ich mir solche Filme ansehe.

Zumal ich mir allerdings auch niemals anmaßen würde einen STIRB LANGSAM Teil 1 mit einem STIRB LANGSAM 4.0 zu vergleichen, da einfach zuviel Zeit zwischen diesen Filmen liegt. (im Gegensatz zu zum Beispiel HERR DER RINGE, wo nur wenige Jahre zwischen Teil 1 und 3 liegen)

Ich denke aber auch, dass man langsam aufhören sollte zwanghaft nach Fehler bei Filmen zu suchen. Bzw. nur nach schlechten Punkten bei Neuauflagen und so weiter. Man sollte die Filme wieder so sehen und vor allem so genießen wie wir alle es früher gemacht haben.

Schließlich war jeder von uns mal ein Jugendlicher und JEDER von uns fand es doch damals geil  und cool einen RAMBO, BRAINDEAD oder TANZ DER TEUFEL zum ersten mal zu sehen.

Wir sollten uns eigentlich wieder dazu "erziehen", dass es einfach cool ist, Filme anzuschauen.

Naja, ist zumindest meine Meinung.


MFG


ERIC

P.S.: Ach ja, Kompliment, absolut sinnvolles und vor allem nötiges Thema!
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

Vince

@McClane: Erstmal: interessantes Thema, auf jeden Fall. Ist eine Diskussion wert. Allerdings stellst du die vorgestellten Beispiele doch etwas oberflächlich dar und klammerst andere Aspekte aus. "Die Fliege" ist beispielsweise nicht deswegen ein Klassiker, weil die Ekeleffekte so gelungen sind. Vielmehr interpretiert Cronenberg die Thematik komplett neu und stimmt sie auf seinen eigenen Kosmos, ab, was zu einem völlig unterschiedlichen Ergebnis als beim Original kommt. "Der Blob" hingegen rockt als Neuverfilmung einfach die Bude und zumindest diesen Anspruch erfüllen vereinzelte Remakes auch heute noch (wobei ich jetzt gerade kein Beispiel zur Hand habe, aber es gibt sie, die aktuellen Remakes, die auch heute noch Laune machen).
"Terminator 2" hat natürlich zum einem die Special Effects revolutioniert wie seitdem eigentlich kein anderer Film mehr. Alleine das verhalf ihm schon zu seiner Überlebensgröße. Aber die Unsterblichkeit wird ihm durch die unerreichte Atmosphäre zuteil. Will man "cineastische Gigantomanie" als positives Attribut verstehen, so ist "T2" für mich DER Film, der dieses Attribut mit Herz und Blut verkörpert. Ich habe den Film erstmals als 13-Jähriger im Urlaub in einem spanischen Freiluftkino bei Nacht gesehen und kein Film zuvor oder danach hat mir je intensiver verdeutlicht, was "Kino" bedeutet. Rückblickend ist man oft geneigt zu sagen, die Zeit und das erfolgreiche Widerstehen gegen selbige mache aus einem Film letztlich einen Klassiker, und oft ist das auch der Fall. Aber im speziellen Fall von "T2" erinnere ich mich noch an meine ersten Eindrücke als wäre es gestern, und es sind genau die gleichen Eindrücke, die ich jedes Mal wier habe, wenn ich den Film mal wieder sehe. Die kommerziellen Aspekte, die zweifellos vorhanden sind - die Tatsache, dass Schwarzenegger zum Guten mutiert, zähle ich allerdings nur bedingt dazu, denn dieser Kniff ist logisch im Drehbuch verankert und verleiht diesem Sequel einen nicht zu unterschätzenden Teil seiner Klasse - verblassen angesichts meiner impressionistischen Sicht auf den Film zur Bedeutungslosigkeit. Letztendlich eine Erfahrung, die jeder für sich machen muss, aber ich bin ja offenbar nicht der Einzige, dem es mit "T2" so geht, also muss ja gewissermaßen "objektiver Weise" etwas dran sein, an dem Mythos.

Bretzelburger

Das Thema ist ja glücklicherweise allgemein formuliert und betrifft so nicht nur sogenannte "Sequels". Mein Alter spielt übrigens bei den Sequels gar keine so große Rolle, da die Spezies erst Ende der 70er Jahre mit "Star Wars" erfunden wurde, somit in meiner (lange zurückliegenden Kindheit) noch keine Rolle spielte. Frühere Filmreihen wie De Funes' Abenteuer in "St.Tropez" oder die "Dünner Mann"-Filme in den 30ern, hatten eher den Charakter von Fernsehserien in Filmform. Also die identische Grundlage, aber jedesmal ein neuer Plot, der nur unwesentlich auf frühere Filme aufbaute - trotzdem war auch hier schon festzustellen, daß die Thematik mit jedem weiteren Film immer mehr ausgelutscht wurde.

Viel interessanter finde ich an dem Thema, wie man mit zeitlichem Abstand noch den selben Film sieht. Nehmen wir einmal ganz aktuell "Die Hard". Ich habe mir zur Einstimmung vor ein paar Tagen noch einmal den ersten Teil angesehen mit einem jungen Bruce, der noch richtig Haare auf dem Kopf hatte. Den Film habe ich damals als Sneak im Kino gesehen und war so beeindruckt, daß er für mich zu meinen "All-time-classics" gehört.

Mit ist das Unkritische daran durchaus bewußt und obwohl ich bei einigen Dialogen, wie etwa mit dem dicken Polizisten "Hast du auch schon Kinder auf deiner Ranch?", jedesmal das Gruseln kriege, bleibt der Film eine ewige Größe für mich. Das ist z.B. bei Teil 3 nicht mehr so, den ich als er ins Kino kam, absolut genial fand, heute aber spätestens nach dem Raub der Knete etwas langatmig finde (bis dann zu den Schlußszenen). Manches nutzt sich eben ab und so wird sich die bleibende Qualität auch von Teil 4 erst in Zukunft erweisen. Und da hat er - obwohl mir der Film sehr gut gefällt - deutlich schlechtere Karten. Man kann das ja gar nicht richtig erklären und auch kaum nachweisen, aber irgendwie haben wir alle eine Antenne für Originalität und Authentizität und dagegen hat Teil 4 keine Chance. Ich weiß allerdings nicht, ob das auch für diejenigen gilt, die jetzt Nr.4 sehen und irgendwann mal Nr.1. Mir ging das so bei "Der Fluch", so daß mir bis heute Teil 2 viel besser gefällt als der erste Teil.

Insgesamt kann man feststellen, daß das persönliche Erlebnis und die eigenen Umstände eine wichtige Rolle spielen bei der Beurteilung eines Films, so daß manche Filme mit den Jahren auch völlig durch den Rost fallen und man andere, die man früher blöd fand, plötzlich mit anderen Augen sieht. Das Thema Sequel ist in diesem Zusammenhang nur interessant, indem es solche Veränderungen noch stärker auf den Punkt bringt.

.sixer.

Als ich jünger war, habe ich Filme natürlich mit anderen Augen gesehen. Mir fällt das heute immer mehr auf wenn ich mir die Lieblingsfilme meiner Kindheit wieder ansehe. Einige finde ich immernoch genial und andere eben nicht. Vieles belächle ich heute eher. Wenn man mal überlegt, dass man früher der Oberlouie war wenn man abgenudelte Kopien von Tanz der Teufel oder anderen Schulhofkrachern für 15-20DM pro Kopie in den Umlauf gebracht hat. Früher kam man an das Zeug bei weitem nicht so leicht ran wie heute. Ich glaube das spielt eine große Rolle.
Auch wenn sich mein Geschmack über die Jahre verändert hat, gucke ich Filme immernoch der Unterhaltung wegen. Ich gucke auch gerne Remakes und mir ist es im Grunde auch völlig Wurst, ob das Original besser ist oder nicht. Dann finde ich eben Original und Remake gut, oder nur eines davon...oder ich finde beides doof.

"How do you know I'm mad?" said Alice
"you must be," said the cat, "or you wouldn't have come here."

Wir ham kein Strom,
wir ham kein Geld,
wir sind der geilste Club der Welt.

McClane

@ Vince

Ich möchte mich nicht ausklammern, in den drei genannten Remake-Fällen fand ich die Filme sogar besser als die Originale. Ich kriege aber nicht bei jedem Remake Tränen in den Augen, sondern bin durchaus bereit mich (positiv) überraschen zu lassen.

T2 halte ich auch für einen durchaus wichtigen und prägenden Actionfilm, war wie gesagt bewusst provokant. Aber du hast in ja selbst in einem ganz besonderen Kontext, mit 13 im Freiluftkino macht einfach einen Ersteindruck, der kaum zu toppen ist und daher im Gedächtnis bleibt. Ich hab T2 irgendwann im Free-TV gesehen, deutlich später als viele Klassenkameraden, und hatte T1 zu dem Zeitpunkt bereits ein- oder zweimal gesehen, weshalb der Film vermutlich bei mir nie so 100prozentig bahnbrechend wirkte.
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Darfkan

Ich gebe auch Remakes eine Chance, aber wenn dieses schlecht ist muß man es ja auch nicht schön reden. Als Beispiel sage ich mal Bodysnatchers. Da gefallen mir eigentlich alle 3 Versionen und ich freue mich auch auf die neue Interpretation.
Als Negativbeispiel nenne ich mal The Fog. ;)

Früher sind wir jedenfalls ja noch mit S/W Filmen großgeworden, besonders beliebt war immer das Dritte mit Frankenstein, oder eben der Blob, die Fliege usw.
Und viele von uns haben diese Filme geliebt, auch wenn sie damals schon alt waren.
Die Remakes waren aber eben auch Top.

Nur hab ich darum ja nicht früher dennoch schon jeden Film für irgendwie gut gehalten, ganz und gar nicht. Auch da gab es ne Menge Schrott.

Ich freue mich auf Stirb Langsam 4 und finde Teil 3 mäßig. Teil 2 ist aber der Bringer. Ebenso bei Rambo. Teil 3 is für mich ein Langeweiler. Der Trailer von Teil 4 jedoch rockt so derbe, das ich beim anschauen fast schon das Feeling habe so wie als Kind bei Teil 2.
Ich selber gebe dem ganzen also jeweils immer ne Chance, wenn mir die Teile dann aber nicht gefallen werden kann ich da auch nix für.

So wie bei Rocky etwa. Spoiler: Im neuen Film ist mir viel zu viel blah blah, Stallone zeigt viel zu oft was für ein braver anständiger Kerl er ist,
der Endkampf ist total unglaubwürdig da Rocky einfach super lahm ist.
Der erste Teil hingegen ist irgendie glaubhaft und ernsthaft. Der 4.te Teil ist total schrottig und comicartig, macht aber grade deswegen fett Spaß. Aber der ganz neue, was soll ich anderes sagen als das ich voll gelangweilt war.
Und ich kann annehmen, das er mir auch in 10 Jahren noch nicht gefallen wird. 

psychopaul

29 Juni 2007, 16:40:35 #8 Letzte Bearbeitung: 29 Juni 2007, 16:42:44 von psychopaul
da ich in meinem ersten Post ja gar nicht auf das eigentliche Thema eingegangen bin...


bei mir wird es definitiv so sein, dass mir Filme, die mich vor 10-15 Jahren geprägt haben, wie z.b. Alien, Schweigen der Lämmer oder auch die beiden Terminator Teile und im Actionbereich Stirb langsam heute noch gefallen und wohl in 30 Jahren noch.
(obwohl ich solche Klassiker leider nie auf der Leinwand sehen konnte, Vince ich beneide dich!)

auch wenn sie dann natürlich auch schon so veraltet wirken werden wie nur was, aber solche Werke zeichnen sich eben durch großartige Athmosphäre, Regie, Buch, Schauspieler usw.. aus. Und genauso glaube ich auch, dass Jugendlichen von heute Filme von Hitchcock oder Leone gefallen können, wenn sie ihnen mal die Chance geben.

Sequels oder Remakes können gelungen sein oder auch nicht, hat für mich auch immer was damit zu tun, ob eben noch ein guter Regisseur dabei ist oder ob es Billigware wird wie z.b. bei den von mir nie gesehenen Fortsetzungen von Jaws o.ä.
so etwas hat mich nicht mal früher interessiert und heute schon gar nicht mehr.

ich war nie der "Genre Horror oder Actionfan", sodass ich grundsätzlich kaum Kandidaten habe, die ich als Halbwüchsiger aus zwiespältigen Gründen  :icon_lol: mal wirklich großartig fand und die im Nachhinein verlieren würden. bin immer schon eher auf Psychodramen und so abgefahren, die mich mit einer gewissen Radikalität oder was auch immer heute noch genauso beeindrücken können, die nicht "altern".

einzig auf diverse Hollywood Stangenware, die ich so im Alter von 16 bis 22 noch viel mehr als in den letzten Jahren gesehen habe, geb ich heute definitiv nicht mehr viel, aber die hab ich auch damals schon mehr als Berieselung betrachtet denn als persönliche Lieblinge.  ;)
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Riddick

Also ich gebe grundsätzlich jedem Film eine Chance,egal ob alt,neu,Sequel,Prequel,Remake oder sonstiges.Trotzdem bedeuten mir die Filme mit denen ich aufgewachsen bin mehr,als die heutigen Streifen."Terminator" ist da ein gutes Beispiel.Teil 1 und 2 waren damals so die ersten Actionfilme,die ich gesehen habe.Als dann Teil 3 kam,war mir schon völlig klar,dass der bei weitem nicht an die Klasse der alten rankommt.Und so war es auch.Ähnlich ist es mit "Alien","Predator" und diversen Horror-Filmen.
Heutzutage kommen nur noch wenige Filme,die ich wirklich als "außergewöhnlich gut" bezeichnen würde(was nicht heißt,dass alle neuen Filme schlecht sind),aber an Filme aus meiner Kindheit kommen kaum noch welche ran.
"Schnell rennt das kriminelle Element,wenn es Dieter Krause kennt." - Tom Gerhardt (Hausmeister Krause)

Vince

Zitat von: McClane am 29 Juni 2007, 16:19:16
@ Vince

Ich möchte mich nicht ausklammern, in den drei genannten Remake-Fällen fand ich die Filme sogar besser als die Originale. Ich kriege aber nicht bei jedem Remake Tränen in den Augen, sondern bin durchaus bereit mich (positiv) überraschen zu lassen.
So soll es sein! Ich gebe gerne zu, dass ich bei Remakes manchmal Vorurteile - oder ich will es abgemildert lieber "Vorbehalte" nennen - habe, nur die beruhen stets auf Erfahrung. Und es ist schon oft genug vorgekommen, dass ich wider Erwarten meine Freude dran hatte. Spontan fällt mir jetzt "Assault on Precinct 13" ein, das Original finde ich zwar klar besser, aber das Remake macht Laune. Oder "Ring", obwohl das ein Fall ist, wo ich prinzipiell Vorbehalte hatte - schließlich war das original gerade mal wenige Jahre alt.

ZitatT2 halte ich auch für einen durchaus wichtigen und prägenden Actionfilm, war wie gesagt bewusst provokant. Aber du hast in ja selbst in einem ganz besonderen Kontext, mit 13 im Freiluftkino macht einfach einen Ersteindruck, der kaum zu toppen ist und daher im Gedächtnis bleibt. Ich hab T2 irgendwann im Free-TV gesehen, deutlich später als viele Klassenkameraden, und hatte T1 zu dem Zeitpunkt bereits ein- oder zweimal gesehen, weshalb der Film vermutlich bei mir nie so 100prozentig bahnbrechend wirkte.
Kann ich nachvollziehen. Letztendlich hat jeder so seine kleinen Schätzchen und die nostalgische Verklärung, die dabei entsteht, gehört auch einfach dazu - und da darf man auch zu stehen. Im Review wie auch sonst.

Kerry

29 Juni 2007, 19:35:47 #11 Letzte Bearbeitung: 29 Juni 2007, 19:38:32 von Kerry
Ich erinnere mich noch daran, wie glücklich ich "damals" (bereits fast 20 Jahre her) eine abgenudelte Kopie von "Tanz der Teufel" in den Händen hielt - das war etwas ganz besonderes.
Aus diesem Grund hat dieser Streifen (wie z.B. auch einige Fulcis usw.) einen Stellenwert, den andere Filme schwer erreichen können. Heute kann ich mir über das www mit ein paar Mausklicks jeden beliebigen Film frei Haus liefern lassen - das war "damals" noch lange nicht so.

Die Höherbewertung der Originale liegt jedoch auch daran, dass sie damals eben etwas neues waren mit einer neuen Geschichte, einer neuen Machart und dergleichen mehr.
Der 1. "Stirb Langsam" hatte eine (damals noch nicht dagewesene) Story, eine (damals auch noch nicht dagewesene) Inszenierung und war deswegen etwas besonderes - da kann kein Nachfolger mithalten, da dies notwendigerweise lediglich ein "Abklatsch" des Originals ist und inhaltlich / stilistisch eben nichts neues bringt.
Ähnlich z.B. bei "Terminator" (hier gefällt mir gar der 1. Teil besser als der Nachfolger, da er kompromissloser und nicht glattgebügelt ist)
"Assault" und "the Fog" von Carpenter waren damals auch auf Grund ihrer Story und Machart etwas neues und überraschendes.
"Alien" war bei seiner Premiere in den späten 70ern innovatives, spannenedes und überraschendes Kino.

Wenn ein Remake oder ein Folgefilm der ursprünglichen Geschichte neue Seite abgewinnt und sinnvoll ergänzt - nichts dagegen. Doch rein objektiv: wann ist dies schon der Fall? Zumeist wird sich darauf beschränkt, die alte Story zu "mondernisieren" (d.h. Teenagergerecht aufzubereiten), evtl. vorhandenen Tiefgang glattzubügeln, das ganze mit modernen Effekten zu versehen und das wars dann auch schon.

Jedes (teure) Remake bzw. jede Serienfortführung verhindert die Produktion von neuen, innovativen Streifen - da das entsprechende Budget eben für das Remake verwendet wird und somit für Innovationen nicht mehr zu Verfügung steht.

Ich betrachte einen Film auch immer im Kontext der Entstehungszeit, da haben zum Zeitpunkt ihres Erscheinens innovative Filme zwangsläufig die besserern Karten als die xte Fortsetzung oder Neuverfilmung.

Jimmy Tudeski

Ich sehe es auch so, jeder Film hat eine Chance verdient, von
daher bemühe ich mich, jeden Action-/Horror-/Science-Fiction-Flic
anzuschauen, wenn es die Zeit zulässt.
Mir`s ist es wurscht, ob es ein Remake ist, hauptsache ich werde
prächtig unterhalten, dafür gehe ich ins Kino.


Es ist traurig, Filme wie DH 4.0 darauf zu reduzieren,
daß wenn nicht wenigstens 10 blutige Einschüsse zu sehen sind, der Film
eine Gurke sein soll. Diese Gleichung erschließt sich mir nicht.

JT

Armand

Gutes und notwendiges Thema. Mir persönlich stößt es auf, dass einige der ansässigen Review-Gurus, bei einigen Werken Objektivität mit Subjektivität und feuchten Kinderträumen verwechseln.

Jeder wird von äußeren Einflüssen in der Kindheit geprägt, dies ist psychologisch erklärbar, und zu diesen Einflüssen zählen auch Filme und Bücher.

Ich hab mir diese Woche die Stirb Langsam Nacht angeschaut. Die Filme rocken einfach alle und die ersten besitzen einen Kultstatus, dass war auch im Saal spürbar, in dem über 90% der Leute männlich und zwischen 23-30 Jahren alt waren.
Wenn ich die Filme allerdings bewerten soll, dann kommt der 2. Teil nicht so gut weg, Kultstatus hin- oder her.

Jeder hat bestimmte Filme, die man in einer gewissen Epoche gesehen hat und die man auch nach Jahren noch klasse findet, auch wenn man inzwischen selbst weiß, dass sie eigentlich nicht so toll sind, wie man sie mal gefunden hat.

Bei mir selbst war es so, dass ein Schüler aus meiner Klasse Premiere daheim hatte und alles was Action und Horror war und wo eine Menge Blut spritzte, aufgenommen hat. Einmal in der Woche kam dann ein ganzer Haufen Jungs zusammen und hat diese Filme gefeiert. Mit dabei waren Predator 2 (der war auf Premiere noch uncut und nicht geschnitten wie die Videothekenbänder die später kamen), Navy Seals und andere Konsorten. Die meisten dieser Filme werden bei mir immer ein eigenes Feeling haben, dennoch kann ich sie nicht mehr so gut bewerten und vor allem, bewerte ich neue gleichwertige Filme deshalb nicht schlechter, nur weil mir denen dieses Feeling fehlt.
Weiter oben wurde der Punkt Beschaffbarkeit angesprochen. Dieses galt natürlich auch bei der Premiere Aktion, aber auch bei Tape-Beschaffung. Z.B. Tanz der Teufel 2. Überall hieß es, der wäre verboten und dann hatte man dieses Tape in den Händen. Die Kopie, der Kopie der Kopie usw.
Durch den rauschigen Zustand der Bänder, wirkte das ganze noch gruseliger.

Inzwischen hab ich mir fast alle von meinen Kultfilmen auf DVD beschafft. Viele erzielen jetzt aber längst nicht mehr die Wirkung von damals. Tanz der Teufel ist jetzt Bund, mit richtig heftigen Farben und wirkt viel künstlicher, als auf den verwaschenen Tapes.

webrator

Finde Remakes ja super - solange es sich um in meinen Augen gelungene Neuinterpretationen handelt, die nicht alleine aus finanziellen Gründen gedreht wurden und mit aller Gewalt auf ein heutiges (Teenie-)Publikum zugeschnitten sind. Der Sinn von 1:1-Remakes entschließt sich mir vollkommen, habe mir aus dem Grund das von Psycho nie angeschaut und werde das von Funny Games wahrscheinlich auch nicht anschauen (wobei es Herrn Haneke nicht vergönnt sei, dadurch in den USA mal etwas mehr Kohle zu ziehen).
Diese neuen Horror-Remakes habe ich mir wegen Desinteresses weitestgehend geschenkt (das TCM-Original ist für mich sowieso nahezu perfekt), außer Dawn of the Dead zum Beispiel, der für mich durchaus in die Kategorie "gelungene Neuinterpretation" fällt. Zwar sind die Schauspieler durch die Bank Kanonenfutter, aber diese rennenden Zombies haben auch ihren Reiz, die Bedrohung kommt eben urplötzlich und man hat nicht mehr groß Zeit nachzudenken, was man in der Gefahr tut. Letztendlich passen mir die schlurfenden Zombies aber trotzdem besser in meinen persönlichen Filmkram und die Wirkung des Originals ist auf mich auch eine viel größere und besser finde ich es allemal.

Night of the Living Dead ist so ein Film, der jedes Mal auf's Neue in seiner Wirkung auf mich unschlagbar ist. Ich war zwar schon über 20, als ich ihn das erste Mal sah, aber es war ein langweiliger Nachmittag, es dauerschiffte und ich hatte furchtbar schlechte Laune. Also den Film eingelegt und das Schlimme war, ich ahnte irgendwann das Ende. Nicht, dass ich den Film dadurch plötzlich langweilig fand - im Gegenteil - ich sah mich im wahrsten Sinne des Wortes in meiner Ahnung bestätigt und hatte noch schlechtere Laune und es regnete noch stärker. Mein neuer Lieblingsfilm war zu diesem Zeitpunkt geboren.
Hier finde ich übrigens die Neuinterpretation von Savini auch nicht schlecht (die zwar in erster Linie nur gedreht wurde, um ein jüngeres, moderneres Publikum zu erreichen), diese hat aber mit der Stimmung des Originals überhaupt nichts mehr gemein und ist eher ein lockerer Zeitvertreib mit ein paar Änderungen (dass der Charakter Barbera gänzlich anders ausgelegt ist: ich fand's spaßig, gerade im Hinblick darauf, dass sie im Original den ganzen Film über nur völlig gaga ist).

Sequels: ja nun, finde in den allermeisten Fällen, der erste ist der beste und somit packen mich weitere Aufgüsse eben selten so sehr wie der erste Teil. Das gilt für Die Hard, der mich damals im Kino umgeblasen hat, das gilt für Alien, von dem ich immerhin irgendwann mal den Director's Cut im Kino gesehen habe (beide Beispiele für mich immer noch sehr, sehr geile Filme) und und und. Bin jetzt nicht soo heiß darauf, Bruce Willis 4.0 im Kino anzusehen, werde es aber wahrscheinlich machen, denn auch wenn die Sequels immer ein Stück mehr nachgelassen haben: eine geile Reihe ist das schon. Genau wie Alien ...

Und die Neuauflagen von "The Fly", "The Blob" und "The Thing" SIND ganz großes Tennis. :)

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