Game of Thrones (A Song of Ice and Fire TV-Serie von HBO)

Erstellt von Dexter, 16 Juli 2010, 20:25:58

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McClane

Zum Petitionsquatsch: Die aktuelle GoT-Staffel und vor allem die Reaktionen darauf sind leider ein Anzeichen dafür wie kacke die Fankultur inzwischen im Allgemeinen geworden ist. Alles verzogene kleine Bastarde voller Entitlement, für die die Macher bitte auch das Gewünschte abliefern müssen, sonst wird das Feuern der Verantwortlichen oder gleich ein Neudreh per Petition gefordert, siehe auch "Star Wars" und Co. Furchtbar.

Ja, Season 7 und 8 waren nicht fehlerfrei, das Tempo vielleicht etwas zu hoch im Vergleich zum Rest der Serie, aber das Verhalten der Charaktere insgesamt konsistent. Die teilweise monierten sprunghaften Verhaltensänderungen habe ich da nicht gesehen. Und das Ende war tatsächlich in mancherlei Hinsicht überraschend:

Dass Bran am Ende auf dem Thron sitzt, damit hatte ich nicht gerechnet. Gibt der Figur auch im Nachhinein Bedeutung, nachdem sie zwischendrin etwas nutzlos erschien. Ich hatte ja nach Folge 4 eher mit Sansa gerechnet.

Außerdem hatte ich mit der Belagerung von Winterfell als Entscheidung in Folge 6 gerechnet, da war der Verlauf eine echte Überraschung.


Gibt wesentlich schlechtere Abschlussstaffeln, wer mal ne richtig versaubelte sehen will, dem sei Season 8 von "Dexter", ähh, "ans Herz gelegt". GoT insgesamt finde ich dagegen trotz kleinerer Schwächen auf der Zielgeraden insgesamt hervorragend.
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

vodkamartini

22 Mai 2019, 22:26:15 #511 Letzte Bearbeitung: 22 Mai 2019, 23:28:39 von vodkamartini
Ich finde das hohl drehende Internet-Bashing ebenfalls lächerlich, ist aber ein Spiegel unserer Zeit und legt mal wieder schön die kreuzdämliche Empörungskultur offen, die wir ja sonst v.a. bei politischen Themen "genießen" dürfen.

Dennoch muss ich sagen, dass von hervorragend aus meiner Sicht leider keine Rede sein kann. Die ersten vier Staffeln waren toll, keine Frage. Aber dann ging es sukzessive bergab, sicher nicht in Richtung Schrott, aber in Richtung solider Fantasy-Unterhaltung ohne je wieder großartig zu sein. Die schwächsten beiden Staffeln waren dann für mich die beiden letzten. Nicht so sehr wegen der unvermeidlichen Verdichtung, sondern einfach wegen ihres erkennbar banaleren Tons und ihres immer wieder durchscheinenden egal seins. Es stimmt, dass die Charaktere sich im Prinzip gemäß ihrer Anlagen verhalten uns somit schlüssig auserzählt werden. Das wie kann dabei aber nur sehr selten überzeugen. Es fehlt am zuvor dutzendfach vorhandenen großen Drama, an der fiesen Abgründigkeit, an den verblüffenden Twists und an den gnadenlos guten Dialog-Salven. Da nützen mir die beiden ausufernden Actionfolgen auch nichts mehr, zumal die eine versuppt wurde und die andere  als ein nicht sonderlich origineller Mix aus Kriegsorgie und Endzeitorgie daher kam. Beide waren dabei viel zu lang geraten und wiederholten sich in ihren Einstellungen. Die letzte Folge konnte dann zumindest mit Momenten punkten, die den ersten vier Staffeln gerecht wurden, aber es waren eben nur Momente.
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Private Joker

22 Mai 2019, 23:06:48 #512 Letzte Bearbeitung: 22 Mai 2019, 23:22:48 von Private Joker
Über die Fans, die das Wort bzw. seine Herkunft zu wörtlich nehmen und das Internet mit seiner mitunter unsäglichen Streitkultur muss man nicht zu lange diskutieren. Kritik darf trotzdem sein, subjektive oder objektive, begründete oder hergeholte.

GoT muss sich natürlich gerade im Hinblick auf den Schluss höheren Ansprüchen stellen als die vielen Dutzendserien, die einfach unvermittelt enden, wenn die Produzenten das Geld nicht mehr rausrücken oder die Zuschauer wegbleiben. Oder eine halbgare Erklärung für eigentlich Unerklärbares hintenranpappen wie weiland Akte X oder Lost. Höhere Ansprüche allein schon deshalb, weil es auf einer Vorlage basiert, die ja auch irgendwann endet (auch wenn der Schluss noch im Tresor vom Martin liegt), und eben auch, weil man sich immer ein bisschen als das "Herr der Ringe" des kleinen Schirms verstand, und das hat ja auch einen ordentlichen Schluss.

Unter dem Aspekt: Ja, aber... Mir hat es im Großen und Ganzen gefallen; klar, Schlacht 1 war auf dem handelsüblichen TV schwer zu durchschauen, aber sie hatte Wucht und ein paar tolle Bilder (brennende Schwerter), vielleicht kann man an der Optik für die HD-Scheibe noch was machen. Schlacht 2 war dann in der Tat eine kleine Enttäuschung; da wurde viel angetextet von Cerseis überragenden Truppen, in Ep 4 darf sie noch mal kurz ihre ganze Gemeinheit demonstrieren. Eine Folge später sind ihre Ubersoldiers nur noch Kanonenfutter, sie selbst nur noch verängstigstes Mäuschen, ihre Festung zerbröselt (gegen alle Gesetze der Physik) unter dem Drachenfeuer wie ein Lego-Schloss, wenn Klein-Kevin sauer wird und einmal kurz zupackt. Wenn das alles so leicht ist, frage ich mich schon, warum Daenerys den ganzen Feuerzauber nicht ein halbe Stunde und eine ganze Episode früher abgezogen und ihre Freundin gerettet hat.

Die Abschlussepisode war dann für mich wieder in Ordnung, da kann ich den Hass schlicht nicht verstehen, viel anders war das kaum sinvoll abzuschließen, und ein bisschen Humor gab es (erstmals ?) auch.

Mal am Rande: Bin ich der einzige, der in der letzten Folge auch ein kräftiges politisches Statement sieht ? Das zerstörte Königsmund erinnert schon ein wenig an die japanischen Städte nach dem Atombombenwurf, und die ganze Logik des "Befreiens, auch wenn es die Befreiten das Leben kostet", für die Daenerys da steht, kann man (muss man natürlich nicht) durchaus als Metapher für die aktuelle Irak- oder Syrien-Politik der USA sehen.  Am deutlichsten dann natürlich das allseitige Gelächter, als da einer Demokratie vorschlägt...

Insgesamt ein sagen wir zu 75% gelungener Abschluss für ein vermutlich für lange Zeit einzigartiges Stück TV.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Wolfhard-Eitelwolf

Zu Letzterem kann man hinzufügen, dass sich Clarke laut Internetquellen als Vorbereitung dieses letzten Parts tatschlich stundenlang mit Hitlerreden etc. beschäftigt haben soll. Wirkte tatsächlich ein wenig so imo und war sicherlich kein Zufall im Konzept.
Ich gebe der Staffel in 4k ne zweite Chance im Herbst. Die Streamingoptik hat viel der Wucht genommen und von letzterer leben große Teile der Staffel. Ich motze ja sonst über zu lange Staffeln, hier war es tatsächlich zu kurz. Die finale Auflösung um den eisernen Thron hat mir gut gefallen und ist auch plausibel.

Mr Creazil

23 Mai 2019, 18:41:29 #514 Letzte Bearbeitung: 23 Mai 2019, 18:43:27 von Mr Creazil
Einen politischen Kommentar oder allgemeinen politischen Subtext konnte man, sofern man denn wollte, häufig der Serie andichten (etwa Interventionspolitik betreffend), ob gerechtfertigt oder nicht gerechtfertigt sei mal dahingestellt. Inwiefern das beabsichtigt ist, kann Dir hingegen nur jemand beantworten, der sich mit den Doppel-Ds und ihrer politischen Denkweise, sofern vorhanden, eingehend beschäftigt hat. So oder so finde ich es natürlich legitim, sich selbsttätig entsprechende Gedanken zu machen, da ich allenfalls bedingt ein Freund von Intentionalismus und entsprechenden exegetischen Lesungen bin. Wobei sich selbstverfreilich darüber streiten lässt, ob das überhaupt je weiter gedacht wurde als über gestalterische Absichten hinaus.

Sofern man überhaupt von einem perfekten Ende sprechen kann, denn das wäre ein unmöglich zu erreichendes Ziel gewesen, nie im Leben hätte man es allen rechtmachen können, ist denke ich allen, die sich versuchen in differenzierte Art und Weise mit der achten Staffel auseinanderzusetzen, bewusst und klar, dass wir dieses ideale Ende nicht bekommen haben. Dafür haben die Serie und die Doppel-Ds qualitativ schon seit langer Zeit zu stark abgebaut. Da mache ich mir keine Illusionen. Vor kurzem bin ich etwa nochmal über diese legendäre Szene gestolpert und bin mir wieder bewusst geworden, wie fantastisch, dramatisch und raffiniert die Dialoge in den ersten Staffeln abgelaufen sind:

https://www.youtube.com/watch?v=Ue_URYDfPoA

Da konnten die Doppel-Ds in der Regel nicht ansatzweise mithalten. Das ist zweifelsohne enttäuschend, jedoch muss man sich darüber hinaus vor Augen führen, dass es für sie galt ein Werk weiterführen, ohne dafür auf die scheinbar (das sage ich in Unkenntnis der Bücher) geniale Vorlage zurückgreifen zu können, da Martin nun mal ein furchtbar langsamer Schriftsteller ist (der sich womöglich an der Materialfülle selbst verhoben hat und dessen "wahres" Ende wir denkbar niemals zu Gesicht bekommen werden). Wenn jeder x-beliebige 08/15-HBO-Schreiberling oder eben die Doppel-Ds mir nichts dir nichts die formvollendete Geschichte aus dem Arm geschüttelt hätten, wäre ein Martin oder die gesamte Vorlage in sich ja gar nicht von Bedeutung gewesen und höchsten halb so genial wie ihr Ruf. Wie es sich letztlich ergeben hat, mussten sie mit dem arbeiten was ihnen zur Verfügung stand und sich den Rest behelfsmäßig dazu dichten, was keineswegs dasselbe Niveau wie zuvor halten konnte. Das soll nicht als Rechtfertigung missverstanden werden, bedeutet dahingegen einen weiteren Aspekt, der, wie ich finde, in die Diskussion, der um die Serie wütet, miteinbezogen werden muss.
Auch gemessen daran, bin ich eben mit der allgemeinen Qualität des Finales zufrieden, keinesfalls überwältigt. Schlussendlich konnte HBO keine Ewigkeit darauf warten, dass Martin Material in absehbarer nachliefert. Man musste das Momentum der Serie ausnutzen und sie in einem manierlichen Rahmen zu einem Abschluss bringen, der nicht jeden Produktionsrahmen und jedes Limit gesprengt hätte. Warum sie sich dafür nicht mehr Zeit gelassen haben, die Staffeln derart unsinnig verkürzt haben, kann ich hingegen zu keiner Sekunde nachvollziehen, allerhöchstens aus einer finanziellen Perspektive, niemals jedoch aus einer künstlerischen.
"Nihilist und Christ: das reimt sich, das reimt sich nicht bloß ..."

"Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. "

"Who fights with a ladder - well, Jackie Chan does!"

pm.diebelshausen

23 Mai 2019, 18:52:05 #515 Letzte Bearbeitung: 23 Mai 2019, 18:56:37 von pm.diebelshausen
Zitat von: Private Joker nach 22 Mai 2019, 23:06:48Bin ich der einzige, der in der letzten Folge auch ein kräftiges politisches Statement sieht ? Das zerstörte Königsmund erinnert schon ein wenig an die japanischen Städte nach dem Atombombenwurf, und die ganze Logik des "Befreiens, auch wenn es die Befreiten das Leben kostet", für die Daenerys da steht, kann man (muss man natürlich nicht) durchaus als Metapher für die aktuelle Irak- oder Syrien-Politik der USA sehen.  Am deutlichsten dann natürlich das allseitige Gelächter, als da einer Demokratie vorschlägt...

Nein, da bist Du in illustrer Gesellschaft (siehe oben):

Zitat von: pm.diebelshausen nach 21 Mai 2019, 18:46:40
Zitat von: Michael MooreThat's what those in power do. Give them a powerful military or a weapon that rains fire from the sky and they will use it to gain more power or to seek their revenge. To hell with the peon masses who now run for their lives. The images, which were straight out of Hiroshima and Dresden, were a reminder that the only time in history that nuclear weapons were unleashed on humanity (on civilians and children!) was done by the "good guys" -- us! -- the Best Nation on Earth! The Breaker of Chains!

"Das ist, was Machthaber tun. Gib ihnen ein starkes Militär oder eine Waffe, die Feuer vom Himmel regnet, und sie werden sie einsetzen, um mehr Macht zu erlangen oder aus Rache. Scheiß auf die Massen arbeitender Sklaven, die jetzt um ihr Leben rennen. Die Bilder, die direkt von Hiroshima und Dresden kommen, waren eine Mahnung daran, dass das einzige Mal in der Geschichte, da Nuklearwaffen auf die Menschheit (auf Zivilisten und Kinder!) losgelassen wurden, von den "Guten" gemacht war - uns! - der besten Nation auf Erden! Der Sprengerin der Ketten!"

Insofern ist hier Fantasy natürlich auch alles andere als Weltflucht - vielleicht stößt tatsächlich dies manchem Fan, der lieber Eskapist bleibt, jetzt auf. Ich denke nicht, dass das etwas mit "andichten" zu tun hat: Macher und Zuschauer sind auch immer Kinder ihrer Zeit und welch psychologische Anstrengung wäre es, diese Verwurzelung beim Schaffen und beim Rezipieren völlig abzutrennen: sieht man es so, dann ist die laute Aufregung, mit der sich derzeit offensichtlich viele Fans ins Netz ergießen, der deutlich leichtere Weg des geringeren Widerstands, und es gibt Sicherheit, wenn man für sich weiß, die anderen haben Mist gebaut. Leute, die auf dem Niveau wie bei dieser Serie Bilder machen, kennen sich ziemlich gut mit Bildern aus und sie hätten auch anders inszenieren können (mit Bildern, die mehr an 9/11 erinnern oder an den Untergang der Titanic oder an alles und nichts): das sind bewusste, gestalterische Entscheidungen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Mr Creazil

Bitte nicht missverstehen. Ich sage keineswegs, dass es unsinnig ist, die Serie politisch deutend zu betrachten. Das "andichten" daher nicht derart wörtlich auffassen. Und das eine künstlerisches Punkt immer Kind seiner Zeit und äußeren Umstände ist, ist natürlich selbstverständlich.
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McClane

Zum Thema Politik hatte Andreas Kilb auch was in einer FAZ-Ausgabe von gestern oder heute geschrieben (scheint nicht online zu sein). Seine Deutung des "Versagens" von Staffel 8 liegt darin, dass er vor alles vorige auf Mittelalter und Limes-Konflikt bezog, die besagte Szene aber Erinnerungen an die Hiroshima-Bombe und die Dresden-Bombardierung für ihn hervorrief und die Serie daher den Referenzrahmen wechselte.
Ich halte es da eher mit Mr Creazil: Ich finde es schön, dass sich die Serie auch für politische Lesarten anbietet, aber man nicht gleichzeitig nach einem Schlüssel für die "richtige" Betrachtungsweise darin suchen muss.

Zitat von: Glod nach 20 Mai 2019, 14:22:36Und dann wäre da natürlich die alles entscheidende Frage, ob Jon bei der Suche nach Dany tatsächlich den Arm gehoben und "ich hab sie umgebracht" gesagt hat. Weil...mal so rein von der Situation her, hätte er auch einfach die Unschuld vom Lande spielen können. Gab ja keine Zeugen, Drogon war inkl. Dany weg - lang lebe der König.

Was soll denn sonst passieren? Sollte er eine Ausrede versuchen? "Dany und Drogon wollten nur kurz Zigaretten holen, die kommen gleich wieder, ehrlich!" Selbst wenn er es nicht gesagt hat: Da er als einziger in den menschenleeren Thronsaal ging, lag der Verdacht ja nahe, dass er für ihr Verschwinden bzw. ihren Tod verantwortlich ist, da er ja auch zu den wenigen Leute gehörte, die an Drogon vorbei durften.

Zur ganzen Roman-Sache: Ich habe die Bücher bisher noch nicht gelesen, aber dass Martin sich mit D&D abgestimmt hat, ist ja bekannt. Die Serie hat wohl schon früher Sachen anders als die Bücher gemacht (in einem Medium leben Leute noch, die im anderen tot sind, und umgekehrt), insofern wird es wohl nicht exakt gleich enden, aber seinen Plan für das Ende hat er ihnen wohl verraten (wie detailliert, anyone's guess). Wir werden dann sehen wie es im Buch endet (falls er die letzten zwei Bände irgendwann mal fertig schreibt), ob er nach dem ganzen Internet-Geweine über die Serie seine Pläne noch ändert und ob die Fans damit zufrieden sind. Ich würd mir übrigens den Arsch weglachen, wenn denen das Buchende noch weniger gefiele.
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pm.diebelshausen

24 Mai 2019, 07:43:52 #518 Letzte Bearbeitung: 24 Mai 2019, 07:50:13 von pm.diebelshausen
Zitat von: McClane nach 24 Mai 2019, 02:09:19Ich halte es da eher mit Mr Creazil: Ich finde es schön, dass sich die Serie auch für politische Lesarten anbietet, aber man nicht gleichzeitig nach einem Schlüssel für die "richtige" Betrachtungsweise darin suchen muss.

Sehe ich auch so: andernfalls wären Literatur und Film, Kunst überhaupt, nur eine Geheimsprache, die man decodieren kann und fertig. Ist auch der Grund, warum es nicht die eine richtige Lesart/Review gibt sondern jeder an der Entstehung des Kunstwerks beteiligt ist. Was wiederum ein ganz anderes Licht auf Enttäuschte oder Basher oder die Frage nach dem Sinn einer Petition wirft, auf positive Stimmen und alles dazwischen natürlich ebenso.

@Creazil: Wir widersprechen uns da in der Tat nicht. Aus obiger Sichtweise heraus ist es mir auch egal, ob etwas die (bewusste) Intention der Macher war, wenn es ein stimmiges Bild ergibt.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Eric

So, Serienfinale auch endlich einmal nachgeholt.

Aber fangen wir mal nach den wirklich tollen ersten beiden Folgen der letzten Staffel mit Folge 3 an.
Was für ein himmelschreiender UNSINN war das denn?
jaja, "Realismus bei Fantasyfilmen, ...," ich weiss, aber mal von vorne:

Also: Wir haben hier verschiedene Heere mit den wohl besten Heerführern von ganz Westeros. Da KÖNNTE man ja annehmen, dass diese sich, was Kriegsführung betrifft, durchaus auskennen SOLLTEN. Oder? Aber anstatt ihre zur Verfügung stehenden Mittel (Heere, Drachen, ...) mal KLUG und ÜBERLEGT einzusetzen haben die doch das komplette Gegenteil von dem gemacht oder irre ich mich da? Anstatt den Gegner kommen zu lassen, ihn dann mit Feuerpfeilen und Katapulten zu beschiessen und die Drachen den Rest erledigen zu lassen, führen die erstmal n ganzes Heer Reiter in den sicheren Tod. Anstatt MEHRERE Gräben zu graben und diese mit brennbarer Flüssigkeit zu füllen um so das riesige feindliche Heer aufzuteilen haben die für ihren EINEN Graben nicht mal nen Plan B!
Weiter im Text, der Graben brennt und anstatt ALLE Burgmauern mit Bogenschützen zu bestücken und dem gegner mit denen und den Drachen den Rest zu geben schauen die sich das Spektakel erstmal in Ruhe an. Auch als die ersten Wanderer sich ins Feuer werfen guckt die Belegschaft auf der Mauer nur doof anstatt sich darauf vorzubereiten. Und so weiter, ...


Das war bei mir dann der Moment wo ich mir dachte, ach, fickt euch doch ihr ach so klugen Heerführer.

Die nächsten Folgen waren dann doch wieder wesentlich besser aber die letzte Folge hat die Serie jetzt nicht unbedingt zu einem für mich gesehen, befriedigenden Abschluss gebracht.
War zwar nett, aber man hätte dort, was das Sterben von Hauptfiguren betrifft noch etwas drastischer sein können. WALKING DEAD hat es ja vorgemacht wie es geht.

Nicht falsch verstehen, das ist jetzt wirklich Meckern auf hohem Niveau, aber gerade zum Ende hin fehlte mir etwas die Kompromisslosigkeit der früheren Staffeln.
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

Glod

"...Wir haben hier verschiedene Heere mit den wohl besten Heerführern von ganz Westeros...."

Wer genau soll das sein? Ist 'ne ernstgemeinte Frage. Von allen Hauptfiguren, die dort vor Ort waren, hat so ziemlich keiner eine Ahnung davon, wie man eine Schlacht vorbereitet.
"Er wird mir eine Kugel verpassen und dann Selbstmord begehen." -Nina Meyers-

"Wir passen schon auf, dass er keinen Selbstmord begeht." -Jack Bauer-

Eric

Zitat"...Wir haben hier verschiedene Heere mit den wohl besten Heerführern von ganz Westeros...."

Wer genau soll das sein? Ist 'ne ernstgemeinte Frage. Von allen Hauptfiguren, die dort vor Ort waren, hat so ziemlich keiner eine Ahnung davon, wie man eine Schlacht vorbereitet.

Waren wohl alle Kaffee trinken im Turm und haben den Drachen beim Fliegenzugeschaut.
Anders kann ich mir persönlich deren Totalausfall nicht erklären.

Zumal sie ja mit ihren Schlachten vor dem Kamin angegeben haben "Ich war schon hier dabei, blablabla, ..."
Aber dann kamen sie mir alle eher so vor wie aufgeschreckte Hühner als es dann zur Sache ging.
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

Mr Creazil

31 Mai 2019, 12:56:13 #522 Letzte Bearbeitung: 31 Mai 2019, 12:58:38 von Mr Creazil
Ganz ehrlich: wir sprechen hier von "Game of Thrones" bzw. Mittelalter-Fantasy-Fiktion. Da erwarte ich allerhöchstens bedingt "realistische" Schlachten und Schlachtabläufe. Selbst die allseits beliebte und hochgelobte "Battle of the Bastards" hat (vermutlich) beim "Realitäts-Check" keine Chance und hält keine zwei Sekunden durch. Was mir hingegen bei der Schlacht um Winterfell wichtig war, waren nicht diese oder jene Schlacht-Taktik, geschweige denn, ob das nun sinnvolle und militärisch nachvollziehbare Manöver und Operationen darstellen und wiedergeben, sondern die Stimmung, die Verzweiflung. Und wie hätte man diese Atmosphäre besser einleiten können, als mit besagter Dothraki-Szene, die einen zuerst einen scheinbar heldenhaften Moment, einen triumphalen Lichtblick, einen Funken Hoffnung gönnt, nur um diesen im nächsten Moment gnadenlos und jählings zu zerschmettern.
Meine Meinung: "Game of Thrones" hat sich NIE um die Schlachten gedreht. Darum kümmern mich solche offen und ehrlich gesagt pingeligen Fragen nach der militärischen Nachvollziehbarkeit keine Sekunde. Und deswegen empfinde ich die übertriebenene Lobhudelei auf die Schlachten der Serie (obgleich ich sie auch mag), entsprechende Kritik an der Folge 8.03 in gleicher Weise, als komplett am Kern der Serie vorbei argumentiert. Aber das ist nur meine Meinung.
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McClane

Zumindest das mit den Dothraki mag sogar durchaus Sinn machen: Den Geschwindigkeitsvorteil und die Wucht ihrer Pferde können sie nur bei einem Angriff/einer Feldschlacht einsetzen, bei Verteidigungsaufgaben sind die Hottehüs eher weniger nützlich. Außerdem entspricht Abwarten jetzt auch nicht unbedingt dem Wesen der Dothraki.
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brachialromanti

Deutsche BluRay-Komplettbox momentan bei den Amazonen für "schlappe" 400 Ocken.  :lol:
Zitat von: Mr. Vincent Vega
Natürlich liebe ich GTA - immerhin kann ich dort Frauen erschiessen!!

Mr. Blonde

Was die da wieder geraucht haben? Gleichzeitig bekommt man eine Box mit den ersten 7 Staffeln und dt. Ton für 99€. Die 400€ sind wahrscheinlich ein Platzhalter, einen genauen Releasetermin gibt es ja auch noch nicht und das Cover ist auch nur vorläufig.


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Roughale

Entweder da kommt as ganz Spezielles als Kaufanreiz, oder das ist nur ein Fantasiepreis. Wenn man das erste Bild des Herstellers sieht, könnten es gar die 4 Köpfe der Hauptfamilien sein? Mal abwarten...

esta es la mejor mota
When there is no more room for talent OK will make another UFC