Autoren-Thread: Heath_Hardy

Begonnen von Heath_Hardy, 4 Juni 2012, 20:25:44

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Heath_Hardy

4 Juni 2012, 20:25:44 Letzte Bearbeitung: 18 Juni 2012, 03:15:20 von LeCrumb
Also nun habe ich hier auch einen Autoren-Thread.
Ich beschäftige mich hauptsächlich (täglich) mit dem bewerten von Filmen, Reviews schreibe ich aber auch hin und wieder.

Nochmal kurz was auch auf meinem Profil ausführlich zu finden ist:
Ich schaue alles außer Horror/Splatter (sehr sehr selten), also sind aus diesem Genre auch keine Reviews von mir zu finden.

Ich bin mit meinen knapp 19 Jahren noch ein eher unerfahrener Review schreiber deswegen erwarte ich hier eher Kritik an meinem Schreibstil, hoffe aber das auch mal was positives durchdringt, aber man rechnet ja meist mit dem schlimmsten und dann wird es doch nicht so schlecht :)
Aber ich bin natürlich offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge um noch etwas dazu zu lernen.

Hier der Link zu meinem Profil:
http://www.ofdb.de/usercenter/view.php?page=info&uid=93617

MfG Vincent_Lundgren
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

Mr. Blonde

4 Juni 2012, 21:17:10 #1 Letzte Bearbeitung: 4 Juni 2012, 21:20:01 von Mr. Blonde
Habe mir Dein Rampage-Review angeschaut.

Du solltest vielleicht an Deinem Ausdruck arbeiten, fühle mir durch das Review auf die Zehen getreten.

Mir gefiel Rampage, denn der sollte kein unterhaltsamer Actionfilm werden, sondern schockieren und das hat er geschafft.  Ich würde auch nicht mehr als 6/10 geben, für Bollverhältnisse aber ordentlich gemacht.

ZitatDer Film ist meiner Meinung nach das letzte, wie kann die FSK nur so einen Film nicht auf den Index setzen? I

Die FSK setzt gar nichts auf den Index, das tut die BPJM.

Zitatder Film ist völlig geisteskrank, so ein Film kann doch keinem spaß machen, ein Film in dem ein Amoklauf hautnah mit sinnloser Gewalt dargestellt wird.

Wie kommst Du darauf, dass der Film Spaß machen sollte?

ZitatEin Werk das man sich hätte sparen können. Voll von sinnloser Gewalt, nicht das ihr mich falsch versteht sinnlose Gewalt kann auch amüsant sein, wie z.b. in "Rambo 4"

Und genau dann ist sie verherrlichend, wenn sie unterhaltsam dargestellt wird, jedenfalls meine Meinung. Wenn Gewalt ohne Stilisierung dargestellt wird, ohne Kommentar, ist sie nicht verherrlichend. Gewalt an sich ist grausam, das zeigt Rampage genau wie "Der Soldat James Ryan". ;) Da werden die ersten 30 Minuten auch nicht kommentiert, sondern eben abgebildet. Gewalt als das, was sie ist. Hässlich.

ZitatNa gut wems gefällt wie ein Gestörter durch die Straßen rennt und sinnlos Menschen ermordet der soll den Film sich anschauen, nur dann ist er meiner Meinung nach nicht ganz normal im Kopf.

Bin ich nun nicht richtig im Kopf? Mir hat der Film gefallen, dass bedeutet aber nicht, dass ich seine Taten rechtfertige oder sie gutheiße.


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pm.diebelshausen

4 Juni 2012, 21:36:46 #2 Letzte Bearbeitung: 4 Juni 2012, 21:40:23 von pm.diebelshausen
Was ja auch schonmal in den User-des-Tages-Thread gedrungen war: http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,29173.msg915790.html#msg915790

Etwas später habe ich mich im selben Thread darüber auch schon ausgelassen: http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,29173.msg922813.html#msg922813

Habe beides, Review und Thread, gerade nochmal durchgelesen und finde den Text auch nach anderthalb Jahren noch argumentativ absolut daneben. Ich bekomme da vom Review-Autor ein viel befremdlicheres und sinnwidrigeres Bild als ich es von dem Film habe.

Der letzte von Blondie oben zitierte Satz ist übrigens grammatikalisch so daneben, dass es unklar ist, wie man ihn verstehen soll: einer, dem der Film gefällt, oder einer, dem es gefällt in einem Film jemandem zuzuschauen, der Amok läuft, oder einer, dem es gefällt Amok zu laufen? Wenn man schon so harsch kritisiert (aber sonst auch), muss man aufpassen, dass man exakt ist, sonst wird das alles nur Gewurschtel.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Mr. Blonde

Nun weiß ich auch wieder, warum mir die Kritik so bekannt vorkam.


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horror1966

Ich habe mir auch einmal einige deiner Texte durchgelesen und scheinbar scheint deine Begeisterung hauptsächlich auf übertrieben Action-Kracher zu stoßen. Nicht das wir uns falsch verstehen ich mag diese unterhaltsamen Filmchen wie "Drive Angry" oder "The Expendables" auch sehr, bieten sie doch extrem kurzweilige Unterhaltung über die man nicht nachdenken muss. Allerdings scheinen Filme die ein bestimmtes Thema hart und realistisch darstellen nicht so dein Ding zu sein, anders kann ich mir die Kritiken zu "Rampage" oder "Contagion" kaum erklären. In diesen Werken geht es meiner Meinung nicht hauptsächlich darum seichte Unterhaltung zu bieten, sondern ein brisantes Thema möglichst schonungslos und realistisch darzustellen.

Heath_Hardy

Zitat von: Mr. Blonde am  4 Juni 2012, 21:17:10
Habe mir Dein Rampage-Review angeschaut.

Du solltest vielleicht an Deinem Ausdruck arbeiten, fühle mir durch das Review auf die Zehen getreten.

Mir gefiel Rampage, denn der sollte kein unterhaltsamer Actionfilm werden, sondern schockieren und das hat er geschafft.  Ich würde auch nicht mehr als 6/10 geben, für Bollverhältnisse aber ordentlich gemacht.

ZitatDer Film ist meiner Meinung nach das letzte, wie kann die FSK nur so einen Film nicht auf den Index setzen? I

Die FSK setzt gar nichts auf den Index, das tut die BPJM.

Zitatder Film ist völlig geisteskrank, so ein Film kann doch keinem spaß machen, ein Film in dem ein Amoklauf hautnah mit sinnloser Gewalt dargestellt wird.

Wie kommst Du darauf, dass der Film Spaß machen sollte?

ZitatEin Werk das man sich hätte sparen können. Voll von sinnloser Gewalt, nicht das ihr mich falsch versteht sinnlose Gewalt kann auch amüsant sein, wie z.b. in "Rambo 4"

Und genau dann ist sie verherrlichend, wenn sie unterhaltsam dargestellt wird, jedenfalls meine Meinung. Wenn Gewalt ohne Stilisierung dargestellt wird, ohne Kommentar, ist sie nicht verherrlichend. Gewalt an sich ist grausam, das zeigt Rampage genau wie "Der Soldat James Ryan". ;) Da werden die ersten 30 Minuten auch nicht kommentiert, sondern eben abgebildet. Gewalt als das, was sie ist. Hässlich.

ZitatNa gut wems gefällt wie ein Gestörter durch die Straßen rennt und sinnlos Menschen ermordet der soll den Film sich anschauen, nur dann ist er meiner Meinung nach nicht ganz normal im Kopf.

Bin ich nun nicht richtig im Kopf? Mir hat der Film gefallen, dass bedeutet aber nicht, dass ich seine Taten rechtfertige oder sie gutheiße.

Zu meinem Review zu Rampage:
Ganz so provokativ würde ich das Review heute mit Sicherheit auch nicht mehr schreiben auch wenn sich meine Meinung über den Film nicht geändert hat.
Ich versthe nicht was der film bei Menschen auslösen soll, soll er zum nachdenken anregen? Hat er eine Moral? Soll er unterhalten? Alles nicht der Fall!
Den Vergleich den ich mit Falling Down gemacht habe soll den krassen Unterschied der beiden Filme zeigen, es haben welche geschrieben ob das dann ok wäre wenn wenn es in Falling Down "stilvoll" (so hab ich ihn bezeichnet) auf die Zwölf gäbe? er hat Falling Down wohl nicht gesehen, denn es ist kein Film wie Rampage in dem grundlos und ohne jeglichen Grund/Erklärung Menschen abgeknallt werden wie sie ihm auf der Straße begegnen. Falling Down einfach mal anschauen, ist so wie so ein Klassiker den man meiner Meinung nach gesehen haben muss!
Der Film soll also nicht Unterhalten? Ein Film sollte meiner Meinung nach immer unterhalten, ob mit Kunst, Comedie, Action, Spannung oder Schönheit, denn dafür sind Filme ja da, natürlich ein schockierender Film kann auch gut sein, aber Rampage ist einfach nur Sinn- und unterhaltungsfrei!
Wie gesagt ganz so provokativ würde ich das Review heute nicht mehr schreiben weil es die jenigen denen der Film gefallen hat beleidigt und ich beleidige aus Prinzip keine Filmfans :)
Ich finde das Wort "Geschmacksache" kommt mit diesem Film an seine Grenzen, aber ich akzeptiere natürlich jedem seine Meinung auch wenn ich sie nicht verstehen kann wenn sie mir versucht Rampage ans Herz zu legen.
Der Film ist für mich in meiner Flop 5 aller Zeiten und das wird sich wohl auch nicht ändern. 
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

Heath_Hardy

Zitat von: horror1966 am  4 Juni 2012, 22:35:51
Ich habe mir auch einmal einige deiner Texte durchgelesen und scheinbar scheint deine Begeisterung hauptsächlich auf übertrieben Action-Kracher zu stoßen. Nicht das wir uns falsch verstehen ich mag diese unterhaltsamen Filmchen wie "Drive Angry" oder "The Expendables" auch sehr, bieten sie doch extrem kurzweilige Unterhaltung über die man nicht nachdenken muss. Allerdings scheinen Filme die ein bestimmtes Thema hart und realistisch darstellen nicht so dein Ding zu sein, anders kann ich mir die Kritiken zu "Rampage" oder "Contagion" kaum erklären. In diesen Werken geht es meiner Meinung nicht hauptsächlich darum seichte Unterhaltung zu bieten, sondern ein brisantes Thema möglichst schonungslos und realistisch darzustellen.

Brisantes Thema schonungslos und realistisch darstellen finde ich ehrlich gesagt, wie man an den beiden Reviews sehen kann, recht langweilig und haben in meinen Augen keinen großen Unterhaltungswert (Außnahmen gibt es immer)
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

horror1966

"Rampage" soll einfach einen Amoklauf schonungslos und schockierend darstellen und das ist Boll mit dem Film ganz erstklassig gelungen. Auf mich hatte die Geschichte jedenfalls eine schockierende Wirkung. Und Uwe wollte mit diesem Werk schockieren.

Mr. Blonde

4 Juni 2012, 23:39:21 #8 Letzte Bearbeitung: 4 Juni 2012, 23:43:37 von Mr. Blonde
Zitat von: Vincent_Lundgren am  4 Juni 2012, 22:58:55
Ich versthe nicht was der film bei Menschen auslösen soll, soll er zum nachdenken anregen? Hat er eine Moral? Soll er unterhalten? Alles nicht der Fall!

Ich habe hinterher drüber nachgedacht, also hat er definitiv etwas bei mir erreicht. Inwiefern jetzt eine Botschaft dahintersteht, kann ich nicht beurteilen. Aber wie gesagt, Boll ging es sicherlich in erster Linie darum dieses Experiment zu wagen, etwas unverfilmbares zu verfilmen. Über die Sinnhaftigkeit kann man nun streiten.

Falling Downs Gewalt ist genau so sinnlos und unbegründet, wie die in Rampage. Wenn Dir "Stress" als absoluten Grund ausreicht, auszuflippen, dann ist das halt Deine Meinung. Letztendlich will D-Fens das gleiche Gefühl der Macht über andere haben, die Kontrolle, die der Protagonist in Rampage erfahren will. Die Mittel unterscheiden sich, aber grundverschieden sind die Filme nun wirklich nicht. Dennoch finde ich Falling Down ausgezeichnet, weil er eben mehr inszeniert, statt nur präsentiert und damit auf jeden Fall unterhaltsamer ist. Falling Down macht zuweilen sogar Spaß, während Rampage null Humor bietet, der wäre ja auch fehl am Platz.

Für mich muss ein Film nicht unterhaltend sein, sondern einfach nur gut. Ob ich dabei unterhalten, schockiert, verstört, abgestoßen, bereichert oder erleuchtet wurde, ist mir dann egal. Für dich ist Film halt Unterhaltung, wie für Roger Ebert. ;)

Zitat von: Vincent_Lundgren am  4 Juni 2012, 23:07:04
Brisantes Thema schonungslos und realistisch darstellen finde ich ehrlich gesagt, wie man an den beiden Reviews sehen kann, recht langweilig und haben in meinen Augen keinen großen Unterhaltungswert (Außnahmen gibt es immer)

Stell Dir doch einfach vor, dass der Anspruch vieler Filme eben nicht darauf liegt, Dich gut zu unterhalten, sondern ein wenig aufzurütteln durch die Schonungslosigkeit. So ein wenig wie Nachrichten. Es gibt Klatsch-Meldungen, die nur zur Unterhaltung dienen und dann eben Berichte, die dies nicht sollen.
Zum Glück gibt es heutzutage viele Filmemacher, die nicht nur daran denken, was das Publikum unterhält, sondern das sie etwas zu sagen haben oder ein Thema unbedingt verarbeiten möchten. Da ist Boll nicht das beste Beispiel, aber Oliver Stone ein besseres. Seine Filme sind teilweise absolut unbequem, also weniger unterhaltsam und dennoch finde ich Platoon und NBK großartig.

Wieso ist "Saving Private Ryan" einer Deiner Lieblingsfilme? Die ersten 30 Minuten musst Du Dich ja zu tode gelangweilt haben, bei all der schonungslosen und realistischen Gewalt?  :icon_razz:


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pm.diebelshausen

5 Juni 2012, 01:19:11 #9 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 01:23:37 von pm.diebelshausen
"Unterhaltung" ist so ein unseliges Wort in einem Land, das mit Leidenschaft zwischen "Ernst" und "Unterhaltung" unterscheidet. Was ein Film bei einem anstößt und wie lange und intensiv man sich deshalb nach Sichtung noch mit welchem Thema beschäftigt, liegt letztlich wohl sehr am Zuschauer und was er mitbringt in den Film. Habe zwar auch schon Ausnahmen erlebt, z.B. in einer Sneak mit dem üblichen Gaudipublikum, das in den ersten 15 Minuten von Die letzte Kriegerin in ihr noch eine willkommene Zielscheibe fand, dann aber sehr schnell sehr kleinlaut wurde, bis der volle Saal gebannt bis zum Ende der Geschichte auf die Leinwand starrte und beim Abspann staunend applaudierte. Das gibt es auch und das war eines meiner intensivsten Kinoerlebnisse. Aber überwiegend will der Zuschauer etwas, will zerstreut werden, will angeregt werden, will ergriffen und umgestülpt werden, will erschreckt und in den Magen getreten werden, will sich kaputtlachen und lieben und hassen und will sich überrumpeln lassen.

Dass dann für jemanden Gewalt ok und unterhaltsam ist, wenn sie sich "gegen die Richtigen", d.h. meist irgendeine Form blöd-stereotyper Böser richtet (das klappt ja auch in Private Ryan ganz gut), dass sie aber nicht ok ist, weil man sich um die gute Unterhaltung betrogen sieht, wenn sie das ist, was sie meistens auf der ganzen Welt ist, nämlich sinnlos, das ist für mich schwer nachvollziehbar. Aber mehr noch frage ich mich, warum man dann überhaupt einen Film ansieht, der erklärtermaßen einen (fiktiven) Amoklauf protokolliert. Zumal, wenn man von sich weiß: "Brisantes Thema schonungslos und realistisch darstellen finde ich ehrlich gesagt, wie man an den beiden Reviews sehen kann, recht langweilig". Sich dann Rampage anzusehen ist ja schon fahrlässig sich selbst gegenüber - ihn dann zu bewerten, ist schon vorsätzlich.

Von den Gewaltspaßfilmen, bei denen jeder Gegner auch noch einen lässigen Spruch durch das frische Einschussloch hinterhergeschickt bekommt, gibt es doch unauslotbar genug für kommende 60 Jahre Filmkonsum. Um sich Amokläufen filmisch zu nähern, finde ich eine Kombi aus Rampage und Elephant ganz passabel.

Und wie ist denn nun der Satz gemeint?

:arrow:
Zitat von: pm.diebelshausen am  4 Juni 2012, 21:36:46
Der letzte von Blondie oben zitierte Satz ist übrigens grammatikalisch so daneben, dass es unklar ist, wie man ihn verstehen soll: einer, dem der Film gefällt, oder einer, dem es gefällt in einem Film jemandem zuzuschauen, der Amok läuft, oder einer, dem es gefällt Amok zu laufen? Wenn man schon so harsch kritisiert (aber sonst auch), muss man aufpassen, dass man exakt ist, sonst wird das alles nur Gewurschtel.



PS: Habe Falling Down übrigens damals im Kino gesehen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Heath_Hardy

5 Juni 2012, 01:52:22 #10 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 02:05:41 von Vincent_Lundgren
Zitat von: Mr. Blonde am  4 Juni 2012, 23:39:21
Zitat von: Vincent_Lundgren am  4 Juni 2012, 22:58:55
Ich versthe nicht was der film bei Menschen auslösen soll, soll er zum nachdenken anregen? Hat er eine Moral? Soll er unterhalten? Alles nicht der Fall!

Ich habe hinterher drüber nachgedacht, also hat er definitiv etwas bei mir erreicht. Inwiefern jetzt eine Botschaft dahintersteht, kann ich nicht beurteilen. Aber wie gesagt, Boll ging es sicherlich in erster Linie darum dieses Experiment zu wagen, etwas unverfilmbares zu verfilmen. Über die Sinnhaftigkeit kann man nun streiten.

Falling Downs Gewalt ist genau so sinnlos und unbegründet, wie die in Rampage. Wenn Dir "Stress" als absoluten Grund ausreicht, auszuflippen, dann ist das halt Deine Meinung. Letztendlich will D-Fens das gleiche Gefühl der Macht über andere haben, die Kontrolle, die der Protagonist in Rampage erfahren will. Die Mittel unterscheiden sich, aber grundverschieden sind die Filme nun wirklich nicht. Dennoch finde ich Falling Down ausgezeichnet, weil er eben mehr inszeniert, statt nur präsentiert und damit auf jeden Fall unterhaltsamer ist. Falling Down macht zuweilen sogar Spaß, während Rampage null Humor bietet, der wäre ja auch fehl am Platz.

Für mich muss ein Film nicht unterhaltend sein, sondern einfach nur gut. Ob ich dabei unterhalten, schockiert, verstört, abgestoßen, bereichert oder erleuchtet wurde, ist mir dann egal. Für dich ist Film halt Unterhaltung, wie für Roger Ebert. ;)

Zitat von: Vincent_Lundgren am  4 Juni 2012, 23:07:04
Brisantes Thema schonungslos und realistisch darstellen finde ich ehrlich gesagt, wie man an den beiden Reviews sehen kann, recht langweilig und haben in meinen Augen keinen großen Unterhaltungswert (Außnahmen gibt es immer)

Stell Dir doch einfach vor, dass der Anspruch vieler Filme eben nicht darauf liegt, Dich gut zu unterhalten, sondern ein wenig aufzurütteln durch die Schonungslosigkeit. So ein wenig wie Nachrichten. Es gibt Klatsch-Meldungen, die nur zur Unterhaltung dienen und dann eben Berichte, die dies nicht sollen.
Zum Glück gibt es heutzutage viele Filmemacher, die nicht nur daran denken, was das Publikum unterhält, sondern das sie etwas zu sagen haben oder ein Thema unbedingt verarbeiten möchten. Da ist Boll nicht das beste Beispiel, aber Oliver Stone ein besseres. Seine Filme sind teilweise absolut unbequem, also weniger unterhaltsam und dennoch finde ich Platoon und NBK großartig.

Wieso ist "Saving Private Ryan" einer Deiner Lieblingsfilme? Die ersten 30 Minuten musst Du Dich ja zu tode gelangweilt haben, bei all der schonungslosen und realistischen Gewalt?  :icon_razz:

Zu Boll nur eins: Er will mit seinen Filmen nur Provozieren! Das ist alles was er kann und will und hauptsächlich dadurch werden seine Filme so unerträglich schlecht.
Ich kann es nicht beschreiben aber die ersten 30 Minuten von "Saving Private Ryan" sind einfach was anderes als "Rampage".
Und D-Fens also Michael Douglas tut in "Falling Down" genau das was du sagst, das er mehr inzeniert als Präsentiert und unterhält.
Zu Oliver Stone: Teils geniale, spannende  und anspruchsvolle Filme wie "Wall Street" (vorallem der erste Teil) und "John F. Kennedy - Tatort Dallas" und dann wieder so ein abgrundtief schlechter Film wie "Natural Born Killers" wo wir schon beim zweiten Film meiner meist gehassten Filme sind...
(Ich will mich mit niemandem anlegen ich weis das NBK ein beliebter Kultfilm ist ;))
Ich mag also durchaus anspruchsvolle Filme. Ich lege schon noch auf mehrere Sachen wert als auf den reinen Unterhaltungswert^^
Sie dir doch einfach mal meine 10/10ner an, könntest ja sagen wo du mir zustimmst und wo so gar nicht.

Meine Bewertungsübersicht:
http://www.ofdb.de/view.php?page=voted&uid=93617

ps. Danke für die Info mit dem Index wieder was gelernt :)
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

pm.diebelshausen

Zitat von: Vincent_Lundgren am  5 Juni 2012, 01:52:22
Zu Boll nur eins: Er will mit seinen Filmen nur Provozieren! Das ist alles was er kann und will und hauptsächlich dadurch werden seine Filme so unerträglich schlecht.

Und jetzt überleg mal ganz genau bevor Du antwortest: hat Boll es geschafft, Blondie zu provozieren, oder ist ihm das mehr bei Dir gelungen? (Mal ganz abgesehen davon, was Boll will, denn das weiß keiner - aber was er erreicht, darüber kann man sich unterhalten.)
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Mr. Blonde

5 Juni 2012, 03:17:35 #12 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 03:34:37 von Mr. Blonde
ZitatZu Boll nur eins: Er will mit seinen Filmen nur Provozieren! Das ist alles was er kann und will und hauptsächlich dadurch werden seine Filme so unerträglich schlecht.

Früher hätte ich dem bedenkenlos zugestimmt, aber ich glaube mittlerweile ernsthaft, dass er einen unbedingten Drang hat, Sachen zu verfilmen, die sonst nur mit der Kneifzange angefasst werden. Bei allen qualitativen Defiziten (Stoic, örks) glaube ich, dass er tatsächlich einen kleinen Funken besitzt, der aufzeigen, aufklären will. Das er damit noch Gewinn einfährt, ist für ihn ein willkommener und berechneter Faktor.

"Auschwitz" ist für mich aber völlig für den Popo gewesen, schau den blos nicht an, sonst hast Du einen neuen Worst-Movie-Kandidaten. ;)

ZitatUnd D-Fens also Michael Douglas tut in "Falling Down" genau das was du sagst, das er mehr inzeniert als Präsentiert und unterhält.

Damit meinte ich Oliver Stone, D-Fens ist ja nur einen Steinwurf davon entfernt, zum Amokläufer zu werden. Er wirkt nur "sympathischer", weil er Humor beweist, den man noch nachvollziehen kann. Diesen Humor bringt "Rampage" auch irgendwie, nur grenzwertiger, weniger greifbar und natürlich für uns "Gesunde" nicht nachvollziehbar. Aber genau das dient ja der Charakterisierung eines ernsthaft kranken Menschen.

Zitatund dann wieder so ein abgrundtief schlechter Film wie "Natural Born Killers" wo wir schon beim zweiten Film meiner meist gehassten Filme sind...
(Ich will mich mit niemandem anlegen ich weis das NBK ein beliebter Kultfilm ist icon_wink)

Ich glaube, unbequeme, direkte Filme sind vielleicht nicht Dein Fall, muss es auch nicht sein. "Irreversibel" und "Menschenfeind" solltest Du unbedingt meiden!  :icon_smile: In NBK und Rampage wird Gewalt exzessiv und roh dargestellt, kein einfacher, nachvollziehbarer Humor, keine Oneliner vorhanden, wie PM angemerkt hat. Es unterhält nicht, aber dafür verstört es (mich zumindest) und das ist mir manchmal wichtiger, als Unterhaltung.

Aber rede doch ruhig Tacheles, gerade weil NBK Kultstatus hat, lohnt es sich doch ungemein, an ein Paar Käfigen zu rütteln.

Ich habe mir eben Deine 10/10er angeschaut und die sprechen für mich eine eindeutige Sprache: Du magst Unterhaltung, aber hast anscheinend nie einen anspruchsvollen Film gesehen, der Dich vollends überzeugt hat. Viele Deiner Lieblingsfilme würde ich auch so bewerten, aber da würden halt noch einige dazukommen, die Dir sauer aufstoßen würden. Jedes Genre, jede Thematik hat großartige Filme hervorgebracht und es liegt an einem selbst, ob man sich darauf einlassen kann oder von vornherein sagt "nee, das ist nichts für mich." Dann sollte man doch aber nicht die Zeit für sowas verschwenden oder?

Ich mag es jedenfalls sehr, wenn, wie Diebels sagt, ein Film einem in die Fresse tritt und man Magenschmerzen bekommt. Sowas nennt sich Wirkung und die hält lange an. Viel länger, als die meisten Unterhaltungsfilme. Ich mag Filme, die ich mir nicht gerne nochmal ansehen will, wenn es wehgetan hat, die Erfahrung reicht dann ein Mal.


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horror1966

Es sind doch gerade die unbequemen Filme wie beispielsweise NBK, die einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Als ich den das erste Mal sah war ich noch sehr jung und konnte gar nichts mit diesem wilden Bilderrausch anfangen. Damals ging es mir auch nur um die pure Unterhaltung, dabei war es mir vollkommen schnuppe, ob ein Sinn hinter dem Gesehenen stand oder auch nicht. Mit der Zeit nimmt man aber auf einmal Filme war, die man vor Jahren keines Blickes gewürdigt hätte. Unterhaltung ist schön und gut, doch manchmal darf es auch gern einmal ein wenig Anspruch sein. Allein schon einer deiner Lieblings-Darsteller (Lundgren) deutet darauf hin, das du auch keinen gesteigerten Wert auf wirklich gutes Schauspiel legst, denn ein Mann mit maximal 2 verschiedenen Gesichtsausdrücken ist noch längst kein guter Schauspieler. Kein Wunder also, das der alte Schwede ebenso wie andere Action-Legenden nur für ein bestimmtes Genre zu gebrauchen sind

Ich meine das gar nicht einmal abfällig, denn auch ich schaue immer wieder gern die alten B-Actioner die zumeist so herrlich unrealistisch in Szene gesetzt wurden, der Film an sich bietet jedoch weitaus mehr Fawcetten, in die man zumindest einmal hineinschnuppern sollte. Noch einmal eine abschließende Frage zu Dr. Boll, kennst du seinen meiner Meinung nach besten Film "Darfur - Der vergessene Krieg"? Wenn nicht, solltest du dir den einmal anschauen, deine Meinung würde mich brennend interessieren.

Heath_Hardy

Zitat von: pm.diebelshausen am  5 Juni 2012, 02:09:13
Zitat von: Vincent_Lundgren am  5 Juni 2012, 01:52:22
Zu Boll nur eins: Er will mit seinen Filmen nur Provozieren! Das ist alles was er kann und will und hauptsächlich dadurch werden seine Filme so unerträglich schlecht.

Und jetzt überleg mal ganz genau bevor Du antwortest: hat Boll es geschafft, Blondie zu provozieren, oder ist ihm das mehr bei Dir gelungen? (Mal ganz abgesehen davon, was Boll will, denn das weiß keiner - aber was er erreicht, darüber kann man sich unterhalten.)

Ich gehe stark davon aus das er provozieren will, weil es seine Filme erkennen lassen, wissen tue ich selbstverständlich nicht was er will da hast du schon recht aber was bei seinen Filmen erreicht ist reine Provokation.
Ich bin mit meiner Meinung nicht allein, es ist ja bekannt das Boll ein sehr umstrittener und bei den meisten eher unbeliebter Regisseur ist.
Aber genug von pro und contra Boll, man mag ihn oder man hasst ihn.
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

pm.diebelshausen

Gut, Du kannst der Frage natürlich auch ausweichen.

Du hast in Deiner Rampage-Review und auch hier jetzt mehfach von Hass gesprochen. Großes Wort, größer geht es kaum, und problematische emotionale Fähigkeit. Und meiner Meinung nach eine denkbar schlechte Voraussetzung für das Sehen von Filmen als auch eine völlig unbrauchbare Haltung für Bewertungen und das Schreiben von Reviews. Hast ja immerhin hier den Thread eröffnet, um Feedback zu bekommen. Meines hast Du jetzt.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Heath_Hardy

5 Juni 2012, 04:24:41 #16 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 04:43:40 von Vincent_Lundgren
Zitat von: pm.diebelshausen am  5 Juni 2012, 04:14:45
Gut, Du kannst der Frage natürlich auch ausweichen.

Du hast in Deiner Rampage-Review und auch hier jetzt mehfach von Hass gesprochen. Großes Wort, größer geht es kaum, und problematische emotionale Fähigkeit. Und meiner Meinung nach eine denkbar schlechte Voraussetzung für das Sehen von Filmen als auch eine völlig unbrauchbare Haltung für Bewertungen und das Schreiben von Reviews. Hast ja immerhin hier den Thread eröffnet, um Feedback zu bekommen. Meines hast Du jetzt.

Das war keine Absicht das ich deine Frage nicht beantwortet habe, habe ich einfach nur vergessen. Nein er hat ihn nicht provoziert.
Das mit dem Hass kommt heftiger rüber als es ist, ich benutze das Wort oft, sollte es wohl ab und zu durch etwas mildere Worte ersetzen  ;)
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

Heath_Hardy

Zitat von: horror1966 am  5 Juni 2012, 03:51:54
Es sind doch gerade die unbequemen Filme wie beispielsweise NBK, die einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Als ich den das erste Mal sah war ich noch sehr jung und konnte gar nichts mit diesem wilden Bilderrausch anfangen. Damals ging es mir auch nur um die pure Unterhaltung, dabei war es mir vollkommen schnuppe, ob ein Sinn hinter dem Gesehenen stand oder auch nicht. Mit der Zeit nimmt man aber auf einmal Filme war, die man vor Jahren keines Blickes gewürdigt hätte. Unterhaltung ist schön und gut, doch manchmal darf es auch gern einmal ein wenig Anspruch sein. Allein schon einer deiner Lieblings-Darsteller (Lundgren) deutet darauf hin, das du auch keinen gesteigerten Wert auf wirklich gutes Schauspiel legst, denn ein Mann mit maximal 2 verschiedenen Gesichtsausdrücken ist noch längst kein guter Schauspieler. Kein Wunder also, das der alte Schwede ebenso wie andere Action-Legenden nur für ein bestimmtes Genre zu gebrauchen sind

Ich meine das gar nicht einmal abfällig, denn auch ich schaue immer wieder gern die alten B-Actioner die zumeist so herrlich unrealistisch in Szene gesetzt wurden, der Film an sich bietet jedoch weitaus mehr Fawcetten, in die man zumindest einmal hineinschnuppern sollte. Noch einmal eine abschließende Frage zu Dr. Boll, kennst du seinen meiner Meinung nach besten Film "Darfur - Der vergessene Krieg"? Wenn nicht, solltest du dir den einmal anschauen, deine Meinung würde mich brennend interessieren.

Da hast du vielleicht recht das wenn man älter wird sich der Geschmack in die Richtung die du ansprichst ändert.
Mir viel damals auf die schnelle nichts besseres ein als Dolph Lundgren, war damals recht begeistert von seinen B-Actionern, hab mich an den Namen gewöhnt und ihn deshalb behalten, aber zu meinen Lieblingsschauspielern gehört er sicher nicht, da leg ich schon auf was anderes wert als die Fähigkeit gute B-Actioner zu machen^^
Ebenso könnte ich deinen Namen ansprechen, den Horror hat für mich persönlich mit Filmkust genauso wenig zu tun wie Dolph Lundgren, aber Genre ist immer reine Geschmacksache.
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

wusselpompf

5 Juni 2012, 09:19:51 #18 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 09:23:51 von wusselpompf
Erstmal, schön dass du dich hier mit deinen Reviews der Diskussion stellst.  :respekt:

Mir ist seinerzeit das Rampage Review wirklich übel aufgestoßen. Nicht wegen der Kritik an der überzeichneten Gewalt im Film, ich habe den Film zuerst auch in der gekürzten Version gesehen und fand, dass er ohne die Splatter-Sequenzen mindestens genauso gut funktioniert - weil es Boll mit dem Film eben schafft, die sprach- und sinnlosigkeit eines Amoklaufes direkt einzufangen und der Zuseher am Ende genauso nach Erklärungen verlangt wie bei einem echten Amoklauf - er aber keine bekommen (kann).

Krass wird es aber mE im Review echt beim Vergleich zu John Rambo - der Film hat mich nähmlich wegen seiner zynischen und menschenverachtenden Sichtweise echt aufgeregt. Anfangs erfährt man, dass viele von Rambos zukünftigem Kanonenfutter zum Armeedienst gepresst werden und keine andere Wahl haben und hinterher werden Sie dann doch alle in einer belanglosen CGI-Blut Orgie niedergemäht.
Wenn ich das zusammen mit deiner Würdigung von Falling Down im Vergleich zu Rampage nehmen, habe ich dass Gefühl, dass Filmgewalt nur dann für dich funktioniert, wenn der Film transportiert, dass das Opfer der Gewalt es aus welchen Gründen auch immer verdient hat. Dabei sollte man aber nie vergessen, dass Filme einen dahingehend sehr leicht manipulieren können und ein wenig kritische Distanz oft hilfreich ist. (dazu passt auch, dass du Filmen wie Taken oder Boondock Saints 10 Punkte gibst)

edit: diebels war natürlich wieder schneller ;)

ZitatEbenso könnte ich deinen Namen ansprechen, den Horror hat für mich persönlich mit Filmkust genauso wenig zu tun wie Dolph Lundgren
Geschmack ist Geschmackssache, aber ein ganzes Genre direkt so abzuwerten... na ja ;)

Ich habe, wenn ich mir deine Bewertungen so ansehe, stark das Gefühl, dass du alle Filme am selben "Unterhaltungs"Maßstab misst, was mir bein vielen Filmen reichlich unfair erscheint. Natürlich steht es dir frei zu bewerten wie du willst, aber ob du so den Filmen gerecht wirst? (Wenn einer meiner Lieblings-Scorseses "Bringing out the Dead" nur zwei Punkte bekommt, muss was schief laufen beim Bewerten ;) )
Galactic President Superstar McAwesomeville

"You're not married, you haven't got a girlfriend and you never watched Star Trek? Good Lord" - Patrick Stewart "Extras"

Reiben

5 Juni 2012, 12:50:40 #19 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 14:05:26 von Reiben
Ich bin ja ein radikaler Verfechter davon, dass jeder Filme nach seinen eigenen Kirterien bewerten soll. Wenn also jemand die Güte eines Filmes danach bewertet, wieviele Personen mit gelben Schuhen drinnen vorkommen, dann ist das für mich völlig legitim.

Wenn man sich deine Vewertungen anschaut, dann fällt mir der Fokus auf moderne Filme auf, aber dass du nur eher anspruchslose (was auch immer das genau sein soll) Filme gut bewertest, mag vielleicht eine Tendenz sein, aber auch das ist ja jedem selbst überlassen.

Aber es soll ja um deine Reviews gehen und daher soll der Rest erstmal weniger eine Rolle spielen: Die Strukturierung mit Überschriften mache ich auch gelegentlich, aber im Bestfall sollte das nur eine Hilfe für dich beim Schreiben sein. Wenn dein Review fertig ist kannst du die Überschirften rausnehmen, da der Inhalt eigentlich für sich sprechen sollte. Mir ist auch nicht klar, was du unter "Über den Film" verstehst.
Ansonsten beschreibst du im Wesentlichen dein ganz persönliches Erleben des Films. Deine Eindrücke unterlegst du dann mit meist kurzen Aussagen zum Film selber und genau da musst in meinen Augen nachbessern. Ich zitiere mal aus deinem Larry Crowne Review: "Der Film hat weder Scharm noch eine gut umgesetzte Story, er kann einfach nichts anbieten außer Langeweile und gähnende Leere." Da musst du viel mehr Argumente anbringen, sonst wirkt das oberflächlich und unfundiert. Du sollstest da vielleicht dir lieber ein paar Details des Films raussuchen und dann genau darlegen, was dir daran nicht gefallen hat. Wenn du Julia Roberts Rolle als depressive Alkoholikerin merkwürdig und unattraktiv findest, dann wäre doch die Frage warum die Filmfigur von Hanks sie grade so interessant findet. In dem Moment, wo du dieser Frage auf den Grund gehst, bekäme dein Review Tiefe und würde interessant. So ist es mir zu allgemein und unbegründet.

Grundsätzlich merkt man deinen Reviews an, dass du mit sehr starken Erwartungshaltungen an Filme herangehst, was imo nicht gut ist (nicht nur bei Filmen!).

Zu guter letzt noch ein paar formale Dinge. Ich bin niemand der orthographische Perfektion erwartet, aber während man bei Forenposts ja noch das ein oder andere übersehen mag, so solltest du deine Reviews vor dem posten unbedingt noch 2-3 mal lesen. Bei "Midnight in Paris" ist zum Teil überhaupt nicht nachzuvollziehen, was du meinst, da deine Sätze einfach Unsinn sind (2. Satz im Abschnit "Über den Film"). Kommasetzung ist auch eine Grundvoraussetzung, um einen nachvollziehbaren und lesbaren Text zu schreiben. Ich kenne deinen schulischen Hintergrund nicht, aber wenn du willst, dass deine Reviews gelesen werden, musst du da unbedingt nachbessern. Wenn mir ein Autor augrund vieler Fehler zu anstrengend wird, dann lese ich nichts mehr von ihm.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Kritik ein wenig weiterhelfen und klar machen, wo du meiner Meinung nach noch nachbessern musst.
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

pm.diebelshausen

Da hat Dir Reiben ein paar super Tipps gegeben!  :respekt:
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

McClane

Zitat von: Mr. Blonde am  5 Juni 2012, 03:17:35
ZitatZu Boll nur eins: Er will mit seinen Filmen nur Provozieren! Das ist alles was er kann und will und hauptsächlich dadurch werden seine Filme so unerträglich schlecht.

Früher hätte ich dem bedenkenlos zugestimmt, aber ich glaube mittlerweile ernsthaft, dass er einen unbedingten Drang hat, Sachen zu verfilmen, die sonst nur mit der Kneifzange angefasst werden. Bei allen qualitativen Defiziten (Stoic, örks) glaube ich, dass er tatsächlich einen kleinen Funken besitzt, der aufzeigen, aufklären will. Das er damit noch Gewinn einfährt, ist für ihn ein willkommener und berechneter Faktor.

"Auschwitz" ist für mich aber völlig für den Popo gewesen, schau den blos nicht an, sonst hast Du einen neuen Worst-Movie-Kandidaten. ;)

Auch wenn es etwas OT ist: Das ist doch bloß Masche. Wenn jemand innerhalb von Rekordzeit je einen Film zum Mord von Siegburg, zu Amokläufen, zu Darfur und zu Ausschwitz raushaut, nebenher noch das nächste "Bloodrayne"-Sequel rausdonnert sowie ein paar Filme, die sich gerade in den gleichen Kulissen runterkurbeln lassen: Wie viel ernsthaftes Interesse möchte man ihm da unterstellen? Abgesehen davon, dass er die Dinger ja nicht nur einfach dreht, sondern in typischer Boll-Manier noch darauf hinweist, ja alles anders, unkonventioneller und besser zu machen als alle anderen.

Selbst bei "Darfur", den ich für Bolls bisher brauchbarsten Film halte, ist mir das sehr sauer aufgestoßen. Denn auch wenn der Film in gewissem Rahmen funktioniert, auch wenn er das Leid der Bevölkerung darstellt, so kann ich mich nicht des unangenehmen Gefühls erwehren, dass der Film von jemanden gedreht wurde, dem die Leidenden eigentlich vollkommen am Arsch vorbeigehen.
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

pm.diebelshausen

5 Juni 2012, 13:57:43 #22 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 13:59:59 von pm.diebelshausen
Nee, das (Dein letzter Satz) glaube ich nun auch nicht. Boll ist ein Problembär und seine Motivationen sind wahrscheinlich ein Konglomerat aus Narzissmus, Betroffenheit, Wut und Engagement. Manche sehen da den einen Aspekt sehr im Vordergund, andere den anderen. Was Boll für mich immer etwas aus dem Bild "egomanische Leberwurst inklusive Beleidigtsein" heraushebt, ist sein Humor zusammen mit seiner zickigen Schnoddrigkeit, die er beide in Interviews und Audiokommentaren bringt. So ganz einfach Masche sind seine Filme dann für mich nicht. Irgendwie ist Boll (auch produktionsfinanziell) eine eigene Welt - einerseits weil es ist, wer er ist, aber andererseits auch, weil ihm die "offizielle Filmwelt" tatsächlich merkwürdig konsequent verwehrt wird. Er hat (inhaltlich) nicht das Zeug zum enfant terrible und offenbar überschätzt er sich und seine Filme auch, aber er hat durchaus seine Daseinsberechtigung als einer, der seine Filme macht. Ohne Zweifel haut er ne Menge raus und das wirkt dann mitunter auch wahllos, aber er haut auch ohne Frage eine Menge Energie und sonstiges rein - das gefällt mir, denn er ist ganz bestimmt nicht der Erfüllungsgehilfe irgendwelcher fremder Vorstellungen, was Film zu sein hat. Ich sehe das weniger als Masche denn als Authetizität: der ist wirklich so.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Mr. Blonde

Zitat von: McClane am  5 Juni 2012, 13:40:13
Auch wenn es etwas OT ist: Das ist doch bloß Masche. Wenn jemand innerhalb von Rekordzeit je einen Film zum Mord von Siegburg, zu Amokläufen, zu Darfur und zu Ausschwitz raushaut, nebenher noch das nächste "Bloodrayne"-Sequel rausdonnert sowie ein paar Filme, die sich gerade in den gleichen Kulissen runterkurbeln lassen: Wie viel ernsthaftes Interesse möchte man ihm da unterstellen?

Nicht sehr viel, lies mal in den entsprechenden Threads, genau das habe ich im Auschwitz-Thread auch geschrieben bezüglich der Verwurstung der Kullissen usw. Diese aufgestaute Wut hatte ich auch mal in einem leidenschaftlichen Streitgespräch mit Freunden rausgelassen und dort auch ähnliches behauptet.

Ob ich nun so langsam auf seine "Masche" reinfalle, weil er immer wieder schreit, betont und verteidigt, dass es ihm ehrlich ist, sei mal dahingestellt. Dennoch wissen wir da absolut gar nichts mit Sicherheit. Und bis dies anders ist, finde ich Diebels Kommentar spannend:

Zitat von: pm.diebelshausen am  5 Juni 2012, 13:57:43
Nee, das (Dein letzter Satz) glaube ich nun auch nicht. Boll ist ein Problembär und seine Motivationen sind wahrscheinlich ein Konglomerat aus Narzissmus, Betroffenheit, Wut und Engagement.

Aber bitte den Thread nun nicht Boll widmen, sondern dem Threadersteller!

Lieber Vincent_Lundgren,

wenn Du die Zeit findest, schreibe doch noch etwas zu NBK! Gerne hier oder gleich als Review, da könntest Du dann auch gleich die neuen Vorschläge umsetzen. Mich würde halt brennend interessieren, warum ich dem immer noch 9/10 geben würde und ein anderer nur 1/10. Nur ein wichtiger Tipp: Gehe ohne die Einstellung erneut an den Film, er wäre furchtbar oder Du hättest ihn gehasst. Schaue ihn mit neuen Augen, vielleicht einer neuen Chance. Vielleicht gefällt er Dir dann besser.


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Heath_Hardy

Zitat von: Reiben am  5 Juni 2012, 12:50:40
Ich bin ja ein radikaler Verfechter davon, dass jeder Filme nach seinen eigenen Kirterien bewerten soll. Wenn also jemand die Güte eines Filmes danach bewertet, wieviele Personen mit gelben Schuhen drinnen vorkommen, dann ist das für mich völlig legitim.

Wenn man sich deine Vewertungen anschaut, dann fällt mir der Fokus auf moderne Filme auf, aber dass du nur eher anspruchslose (was auch immer das genau sein soll) Filme gut bewertest, mag vielleicht eine Tendenz sein, aber auch das ist ja jedem selbst überlassen.

Aber es soll ja um deine Reviews gehen und daher soll der Rest erstmal weniger eine Rolle spielen: Die Strukturierung mit Überschriften mache ich auch gelegentlich, aber im Bestfall sollte das nur eine Hilfe für dich beim Schreiben sein. Wenn dein Review fertig ist kannst du die Überschirften rausnehmen, da der Inhalt eigentlich für sich sprechen sollte. Mir ist auch nicht klar, was du unter "Über den Film" verstehst.
Ansonsten beschreibst du im Wesentlichen dein ganz persönliches Erleben des Films. Deine Eindrücke unterlegst du dann mit meist kurzen Aussagen zum Film selber und genau da musst in meinen Augen nachbessern. Ich zitiere mal aus deinem Larry Crowne Review: "Der Film hat weder Scharm noch eine gut umgesetzte Story, er kann einfach nichts anbieten außer Langeweile und gähnende Leere." Da musst du viel mehr Argumente anbringen, sonst wirkt das oberflächlich und unfundiert. Du sollstest da vielleicht dir lieber ein paar Details des Films raussuchen und dann genau darlegen, was dir daran nicht gefallen hat. Wenn du Julia Roberts Rolle als depressive Alkoholikerin merkwürdig und unattraktiv findest, dann wäre doch die Frage warum die Filmfigur von Hanks sie grade so interessant findet. In dem Moment, wo du dieser Frage auf den Grund gehst, bekäme dein Review Tiefe und würde interessant. So ist es mir zu allgemein und unbegründet.

Grundsätzlich merkt man deinen Reviews an, dass du mit sehr starken Erwartungshaltungen an Filme herangehst, was imo nicht gut ist (nicht nur bei Filmen!).

Zu guter letzt noch ein paar formale Dinge. Ich bin niemand der orthographische Perfektion erwartet, aber während man bei Forenposts ja noch das ein oder andere übersehen mag, so solltest du deine Reviews vor dem posten unbedingt noch 2-3 mal lesen. Bei "Midnight in Paris" ist zum Teil überhaupt nicht nachzuvollziehen, was du meinst, da deine Sätze einfach Unsinn sind (2. Satz im Abschnit "Über den Film"). Kommasetzung ist auch eine Grundvoraussetzung, um einen nachvollziehbaren und lesbaren Text zu schreiben. Ich kenne deinen schulischen Hintergrund nicht, aber wenn du willst, dass deine Reviews gelesen werden, musst du da unbedingt nachbessern. Wenn mir ein Autor augrund vieler Fehler zu anstrengend wird, dann lese ich nichts mehr von ihm.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Kritik ein wenig weiterhelfen und klar machen, wo du meiner Meinung nach noch nachbessern musst.

Danke für die Kritik, ich werde mir aufjeden Fall gedanken über genau diese Punkte machen. Zu den unsinnigen und gramatikalisch fehlerhaften Sätzen kann ich sagen das ich mir ein Review immer noch einmal durchlese, aber manchmal Sachen übersehe die für mich auf die schnelle normal klingen. Kommasetzung war immer meine Schwäche, dachte aber das ich es mittlerweile im Griff habe :icon_mrgreen:. Mit dem mehr argumentieren hast du wahrscheinlich volkommen Recht, hab ich auch schon selber bemerkt dass das ganz schön schwer ist.
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

Heath_Hardy

5 Juni 2012, 16:08:16 #25 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 16:19:26 von Vincent_Lundgren
Zitat von: Mr. Blonde am  5 Juni 2012, 14:28:17
Zitat von: McClane am  5 Juni 2012, 13:40:13
Auch wenn es etwas OT ist: Das ist doch bloß Masche. Wenn jemand innerhalb von Rekordzeit je einen Film zum Mord von Siegburg, zu Amokläufen, zu Darfur und zu Ausschwitz raushaut, nebenher noch das nächste "Bloodrayne"-Sequel rausdonnert sowie ein paar Filme, die sich gerade in den gleichen Kulissen runterkurbeln lassen: Wie viel ernsthaftes Interesse möchte man ihm da unterstellen?

Nicht sehr viel, lies mal in den entsprechenden Threads, genau das habe ich im Auschwitz-Thread auch geschrieben bezüglich der Verwurstung der Kullissen usw. Diese aufgestaute Wut hatte ich auch mal in einem leidenschaftlichen Streitgespräch mit Freunden rausgelassen und dort auch ähnliches behauptet.

Ob ich nun so langsam auf seine "Masche" reinfalle, weil er immer wieder schreit, betont und verteidigt, dass es ihm ehrlich ist, sei mal dahingestellt. Dennoch wissen wir da absolut gar nichts mit Sicherheit. Und bis dies anders ist, finde ich Diebels Kommentar spannend:

Zitat von: pm.diebelshausen am  5 Juni 2012, 13:57:43
Nee, das (Dein letzter Satz) glaube ich nun auch nicht. Boll ist ein Problembär und seine Motivationen sind wahrscheinlich ein Konglomerat aus Narzissmus, Betroffenheit, Wut und Engagement.

Aber bitte den Thread nun nicht Boll widmen, sondern dem Threadersteller!

Lieber Vincent_Lundgren,

wenn Du die Zeit findest, schreibe doch noch etwas zu NBK! Gerne hier oder gleich als Review, da könntest Du dann auch gleich die neuen Vorschläge umsetzen. Mich würde halt brennend interessieren, warum ich dem immer noch 9/10 geben würde und ein anderer nur 1/10. Nur ein wichtiger Tipp: Gehe ohne die Einstellung erneut an den Film, er wäre furchtbar oder Du hättest ihn gehasst. Schaue ihn mit neuen Augen, vielleicht einer neuen Chance. Vielleicht gefällt er Dir dann besser.


Wird schwierig da es schon ewig her ist das ich den Film gesehen habe, ich erinnere mich kaum noch an Einzelheiten, ich weis nur das ich den Film damals als einen der schlechtesten zehn allerzeiten empfunden habe.
Ich kann nur wiedergeben was ich noch weis und das war das ich den Film völlig sinnlos fand, Story war Mist, Umsetzung war Mist und wer hätte es gedachte der Unterhaltungswert ist gleich Null :icon_mrgreen: (Wie gesagt auch ich bewerte nicht immer und ausschließlich nur nach dem Unterhaltungswert aber ein minimum an Unterhaltung muss jeder Film haben)
Darsteller kamen im Gegensatz zu Rampage so krank und abartig rüber das man es fast schon wieder als teilweise echt gute schauspielerische Leistung bezeichnen kann, auch wenn es das für mich in dem Fall nicht rausreißt.
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

Heath_Hardy

Zitat von: wusselpompf am  5 Juni 2012, 09:19:51
ZitatEbenso könnte ich deinen Namen ansprechen, den Horror hat für mich persönlich mit Filmkust genauso wenig zu tun wie Dolph Lundgren
Geschmack ist Geschmackssache, aber ein ganzes Genre direkt so abzuwerten... na ja ;)

Ich habe, wenn ich mir deine Bewertungen so ansehe, stark das Gefühl, dass du alle Filme am selben "Unterhaltungs"Maßstab misst, was mir bein vielen Filmen reichlich unfair erscheint. Natürlich steht es dir frei zu bewerten wie du willst, aber ob du so den Filmen gerecht wirst? (Wenn einer meiner Lieblings-Scorseses "Bringing out the Dead" nur zwei Punkte bekommt, muss was schief laufen beim Bewerten ;) )

Ich kann mit Filmen die mir Angst machen wollen nichts anfangen ich schaue keine Filme um mir Angst einzujagen oder mich zu schockieren, ich sehe den Sinn eines Films einfach in etwas anderem.
Deswegen werte ich da ein ganzes Genre ab. Ja ich bewerte Filme hauptsächlich am Unterhaltungswert (Unterhaltung ist aber sehr vielseitig), denn dazu sind Filme da, um zu unterhalten. Das "Am selben Unterhaltungs Maßstab" sehe ich so als würdest du denken ich schaue konzentriert nur nach einer/meiner bestimmten Richtung, das kann ich dir sagen ist definitiv nicht der Fall, denn wie gesagt Unterhaltung ist vielseitig.
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

Mr. Blonde

5 Juni 2012, 17:19:48 #27 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 17:27:03 von Mr. Blonde
Zitat von: Vincent_Lundgren am  5 Juni 2012, 16:08:16

Ich kann nur wiedergeben was ich noch weis und das war das ich den Film völlig sinnlos fand, Story war Mist, Umsetzung war Mist und wer hätte es gedachte der Unterhaltungswert ist gleich Null

Für mich ist diese Begründung persönlich zu wenig. Wieso sinnlos? Wieso war die Geschichte Mist, was hätte anders gemacht werden sollen an der Umsetzung? Klar, jeder hat seine Meinung, aber die muss man auch irgendwie sinnvoll begründen können und "Mist" kann eben alles und nichts bedeuten. ;)

Ich finde die Geschichte z.B. ausgezeichnet, nicht, weil das Drehbuch mal in einer ehemaligen Fassung von QT stammte, sondern weil es auch noch in der Oliver Stone Fassung die Perversität und Sensationsgeilheit der Medien aufzeigt, die aus Killern Superstars machen. Findest Du wirklich, dass diese absolut offensichtliche Kritik, (übersehen kann man sie nur schwer) Mist ist und sinnlos? Ist es nicht eher gut, dass die Medien mal in dieser (überspitzten Weise) an den Pranger gestellt werden? Ich finde gerade solch ein Thema muss auch in einem Film behandelt werden.

An der Umsetzung kann man mäkeln, die Stilisitik ist genau so hyperaggressiv, wie die Taten des Mörderpärchens, aber genau darum passt es ja so gut. Und wenn Du total ehrlich bist, dann ist die Tatsache, dass Du die Darstellerleistung irgendwie sogar sehr gut, weil passend, empfandest, doch mehr als 1/10 Wert? Für mich ist die schauspielerische Darbietung nahezu der wichtigste Aspekt eines Films. Überzeugen mich die Schauspieler nicht, kann mich der Rest auch wenig überzeugen, außer eben, wenn es ein Trashfilm sein soll.

Allein der Fakt, dass einer der schlechtesten Filme, die Du jeh gesehen hast, sehr gute Schauspielleistungen hat, verrät mir, dass Du noch viel nachzuholen hast.  :icon_razz: Sollte der schlechteste Film nicht einfach in allen Aspekten für einen schlecht sein? Mieses Drehbuch, schlechte Darstellung, katastrophaler Schnitt usw.?


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Heath_Hardy

Zitat von: Mr. Blonde am  5 Juni 2012, 17:19:48
Zitat von: Vincent_Lundgren am  5 Juni 2012, 16:08:16

Ich kann nur wiedergeben was ich noch weis und das war das ich den Film völlig sinnlos fand, Story war Mist, Umsetzung war Mist und wer hätte es gedachte der Unterhaltungswert ist gleich Null

Für mich ist diese Begründung persönlich zu wenig. Wieso sinnlos? Wieso war die Geschichte Mist, was hätte anders gemacht werden sollen an der Umsetzung? Klar, jeder hat seine Meinung, aber die muss man auch irgendwie sinnvoll begründen können und "Mist" kann eben alles und nichts bedeuten. ;)

Ich finde die Geschichte z.B. ausgezeichnet, nicht, weil das Drehbuch mal in einer ehemaligen Fassung von QT stammte, sondern weil es auch noch in der Oliver Stone Fassung die Perversität und Sensationsgeilheit der Medien aufzeigt, die aus Killern Superstars machen. Findest Du wirklich, dass diese absolut offensichtliche Kritik, (übersehen kann man sie nur schwer) Mist ist und sinnlos? Ist es nicht eher gut, dass die Medien mal in dieser (überspitzten Weise) an den Pranger gestellt werden? Ich finde gerade solch ein Thema muss auch in einem Film behandelt werden.

An der Umsetzung kann man mäkeln, die Stilisitik ist genau so hyperaggressiv, wie die Taten des Mörderpärchens, aber genau darum passt es ja so gut. Und wenn Du total ehrlich bist, dann ist die Tatsache, dass Du die Darstellerleistung irgendwie sogar sehr gut, weil passend, empfandest, doch mehr als 1/10 Wert? Für mich ist die schauspielerische Darbietung nahezu der wichtigste Aspekt eines Films. Überzeugen mich die Schauspieler nicht, kann mich der Rest auch wenig überzeugen, außer eben, wenn es ein Trashfilm sein soll.

Allein der Fakt, dass einer der schlechtesten Filme, die Du jeh gesehen hast, sehr gute Schauspielleistungen hat, verrät mir, dass Du noch viel nachzuholen hast.  :icon_razz: Sollte der schlechteste Film nicht einfach in allen Aspekten für einen schlecht sein? Mieses Drehbuch, schlechte Darstellung, katastrophaler Schnitt usw.?

Wie gesagt, ich habe den Film schon zu lange nicht mehr gesehen um das besser begründen zu können. Nur weil Streckenweise ordentliche schauspielerische Leistung zu erkennen ist heist das für mich nicht das der Film nicht trotzdem einer der langweiligsten und schlechtesten sein kann, das beweist uns auch Bringing Out the Dead und Time to Kill, beide Cage, Bringing Out the Dead 2/10, Time to Kill 1/10. In beiden ist Cages Leistung nicht schlecht, aber die Filme gehen einfach gar nicht.
Es ist unglaublich wie berechenbar Beschrenktheit ist.

pm.diebelshausen

5 Juni 2012, 18:39:29 #29 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 18:46:22 von pm.diebelshausen
Zitat von: Vincent_Lundgren am  5 Juni 2012, 16:08:16
Wird schwierig da es schon ewig her ist das ich den Film gesehen habe, ich erinnere mich kaum noch an Einzelheiten, ich weis nur das ich den Film damals als einen der schlechtesten zehn allerzeiten empfunden habe.

"Ewig her" und Du bist jetzt 19 - das klingt für ich auch sehr nach einer gewinnbringenden Neusichtung. Nicht nur, dass der Film erst ab 18 zugänglich ist und sich eventuelle eher an ein älteres Publikum richtet, was seine medienkritischen Inhalte betrifft (insbesondere zur Zeit seiner Entstehung, die heutige Jugend ist medientechnisch und hinsichtlich Medienkompetenz noch mal anders zu sehen als die damalige), sondern vor allem einfach, weil Filme (die guten meistens, die schlechten aber oft auch) nicht bloß eine Art und Weise haben, auf uns zu wirken. Von Lebenssituation über Tagesform bis zu eigener Weiterentwicklung und allem dazwischen beeinflusst eine Menge unser Sehen und Bewerten. Deshalb finde ich es schwierig, zu sagen, wie ein Film besonders in seiner Wirkung ist, und sinnvoller zu beschreiben, wie er gewirkt hat - und das zu relativieren, weil sich das schon nach kurzer Zeit, vor allem aber in einem Abstand von Jahren völlig anders darstellen kann.

Zitat von: Vincent_Lundgren am  5 Juni 2012, 18:19:41
Bringing Out the Dead 2/10, Time to Kill 1/10. In beiden ist Cages Leistung nicht schlecht, aber die Filme gehen einfach gar nicht.

Auch hier wieder: warum gehen die gar nicht? Und was geht gar nicht? Du hast recht: das ist gar nicht leicht, aber das ist man meines Erachtens einem Film schuldig, gerade wenn man ihn niedermähen will, aber genauso bei Lob. Mal ein Vergleich: wenn ich höre, dass irgendeine Pizza in einem Test schlecht abgeschnitten hat, dann erfahre ich "diese Pizza ist scheiße - nicht kaufen!". Solange ich aber nicht erfahre, was genau da getestet und mit "schlecht" bewertet wurde, kann ich überhaupt nicht einschätzen, was ich aus dieser Info jetzt mache. Ist sie schlecht, weil sie scheiße schmeckt? Ist sie schlecht, weil da gesundheitsschädliche Chemikalien drin sind? Ist sie schlecht, weil verdorbene Lebensmittel verarbeitet wurden? Ist sie schlecht, weil in die Produktion Glassplitter gelangt sind? Ist sie schlecht, weil der Chef des Testlabors am Morgen beschissenen Sex hatte? Keine Ahnung, deshalb: das muss unbedingt in einer Review beschrieben werden, sonst ist sie nichtssagend und keinen Pfifferling wert - sozusagen weniger wert als der schlechteste Film, den sie verreißt.
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