Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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MMeXX

Welchen Film habt ihr so zuletzt geschaut? Bitte jeweils wenigstens fünf Sätze, also nicht einfach nur Titelnennungen!




Headhunters auf Blu-ray (7/10)

Norwegische Thrillerkost um den 1,68m großen Roger Brown (Aksel Hennie), der aussieht, als hätte er noch nie Kontakt mit der Sonne gehabt. Roger ist Headhunter, sucht also die richtigen Leute für wichtige Positionen. An seiner Seite seine heiße Freundin, die gerne ein Kind möchte. Da er sich nciht groß genug fühlt, um ihr alles zu bieten, will er sie mit Geld und käuflichen Dingen an sich binden. Da das Gehalt nicht ausreicht, klaut er nebenbei Bilder. Bis er eben an den falschen gerät. "Gegenspieler" Clas Greve (Nikolaj Coster-Waldau) kennt sich nämlich mit Ortungsgeräten aus und war ein toller Soldat.
Inhaltlich wohl mit diversen Änderungen gegenüber der Romanvorlage, dreht sich der Film hauptsächlich um Roger, hat aber unter anderem mit seinem Komplizen Ove einige abgedrehte Charaktere und Situationen zu bieten (Scheißhaus, Truck, Traktor). Der Twist um Greve war interessant, die Sache mit Rogers Frau (grenzenlose Liebe) auch okay. Als Gedankenspiel zu Weiterentwicklung/Wiedergeburt/Vertrauen durchaus einen Blick wert.


The Silent House auf Blu-ray (6/10)

Vater und Tochter sollen für einen Freund ein leerstehendes Haus ausmisten, damit es verkauft werden kann. Aber was ist nur in der oberen Etage los?
Vor allem mit der Prämisse beworben, dass er am Stück und somit ohne Schnitt gefilmt worden sein soll - muss jeder selbst entscheiden, ob er es glaubt, einige Stellen luden auf jeden Fall zu Schnitten ein - handelt es sich letztlich um einen recht kleinen Grusler, der eher konventionell bleibt und aus meiner Sicht besser ohne "Auflösung" hätte bleiben sollen. Die Schockeffekte sitzen durchaus, sind aber eher Marke "erstmal leise, dann laut und Bewegung". Abgesehen von der Kamerasache also eher altbekanntes.

blade2603

habe zuletzt gesehen:

Skyfall

Der neue Bond und ich denke mehr muss dazu auch nicht gesagt werden! Einer der besten Bondstreifen der letzten Jahre. Bond muss verhindern das eine Liste von Agenten im Internet auftaucht! Ein grandioser Gegenspieler, eine gute Story und endlich wieder ein solider Bond in der Inzinierung! 9/10

Snowmargeddon

Eine Mysteriöse Schneekugel droht ein Bergdorf zu zerstören! C-Movie mit 3. klassigen Effekten einer Story die nicht der Rede wert ist. Warum diese Kugel auftaucht, warum sie mti der Dorfuhr verbunden ist und alles andere wird überhaupt nicht erklärt und ist nur Mittel zum Zweck! Einige Überraschungen hält der Film dennoch bereit so das ich mich (schaue gern C-Movie Katastopfenfilme) gut Unterhalten gefühlt habe. 6/10
"Jedes Publikum kriegt die Vorstellung, die es verdient." -Mario Barth
◾ Originalzitat von: Curt Goetz

(aus den Känguru Büchern)

DisposableMiffy

Oh, nette Idee. :)

The Color of Money (1986)

"The Color of Money" gehörte bis gestern zu den wenigen Scorsese-Filmen, die ich noch nicht gesehen hatte. Ein recht ruhiger Streifen, der von dem in die Jahre gekommenen Billard-Spieler Eddie (Paul Newman) handelt, der das große Potential des jungen, äußerst talentierten Spielers Vincent (Tom Cruise) erkennt. Eddie sieht in Vincent sich selbst, wie er vor 20, 25 Jahre war und nimmt und ihn unter seine Fittiche nimmt um ihn zu fördern. Und natürlich um Kohle zu scheffeln. Die beiden machen sich auf die Reise durch die Billardhallen des Landes, um am Ende zu den Billardmeisterschaften in Atlantic City zu gelangen. Mit dabei ist Vincents störrische Freundin Carmen (Mary Elizabeth Mastrantonio), von der Eddie hofft, dass sie einen mäßigenden Einfluss auf den Heißsporn Vincent hat. Dessen Ego ist nämlich noch größer als sein Fertigkeiten am Queue. Nach einer Weile kommt es, wie nicht anders zu erwarten, zum Clash zwischen Eddie und Vincent, aus (widerwillig) Verbündeten werden Rivalen und es kommt zum Showdown in Atlantic City.

Das ich den Film nicht für wirklich gelungen halte liegt nur zum Teil an Scorseses eher gemächlicher Inszenierung, die auch im Finale auf großes Drama verzichtet, sondern hauptsächlich am komplett unerträglichen Tom Cruise, der mit grenzdebiler Dauergrinsefresse durch den Film dilettiert. Ich kann seine Figur zu keiner Sekunde Ernst nehmen, weshalb der Konflikt zwischen ihr und Newmans Rolle für mich nicht greifbar wird. Es ist ja nicht so, dass Cruise gar nichts könnte, leider zeigt er es hier nicht und dass Scorsese es nicht vermocht hat, mehr aus ihm heraus zu kitzeln, kann man ihm schon ankreiden.

Der Meister kann also auch nicht geil abliefern. Keine schlechter Film, für Scorsese-Verhältnisse jedoch enttäuschend. 6,5/10

letterboxd.com

Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

Hearing only what you wanna hear and knowing only what you've heard.

Mr. Blonde

19 November 2012, 19:49:08 #3 Letzte Bearbeitung: 19 November 2012, 19:51:22 von Mr. Blonde
So einen Thread wollte ich auch mal machen, wurde mir aber damals im Chat von einem Mod ausgeredet.  :icon_rolleyes:

Cast Away - Verschollen

Kurzweiliges und rührseliges Überlebensdrama von Robert Zemeckis mit einem brilliantem Tom Hanks. Interessanterweise vergehen die Minuten auf der Insel bedeutend schneller, als man vermuten mag. Das liegt warhscheinlich ganz einfach daran, dass man so eng an Hanks' Figur geschweißt wird und Zemeckis einfach ein Händchen für gute Unterhaltung hat. Natürlich wird am Ende extrem auf die Tränendrüse gedrückt, aber sowas tut hin und wieder auch mal ganz gut. Sicherlich kein Meisterwerk, aber hochspannend, interessant und mit wunderschönen Inselaufnahmen ausgeschmückt. Tom Hanks als verwilderter Robinson Crusoe ist dann auch interessant anzusehen.

Der bekommt gerne 8/10



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Akayuki

Schöne Idee, MMeXX.  :respekt:


Die Karate Tiger

Die Karate Tiger bietet zugegeben keine sonderlich ausgefallene Story, dafür aber Action satt. Die etwas oberflächliche Rachegeschichte dient somit lediglich als Aufhänger für ausgefallene und blutige Kämpfe.
In diesen darf Etsuko Shihomi zusammen mit Sonny Chiba (hier in einer etwas kleineren Rolle) gründlich auf den Putz hauen. Jede menge skurille Gegner und ein überraschend hoher Gore-Faktor machen den Film dabei zu einer besonders unterhaltsamen Angelegenheit. Allen Eastern Fans sei dieses Werk also ans Herz gelegt.

7/10 Punkte



Erkenne deinen Feind

Im letzten Film aus der 24-teiligen Inspector Lynley Reihe, bekommt der Zuschauer abermals grundsolide Krimikost geboten. Auch wenn der Kriminalfall sicherlich nicht zu den Höhepunkten der Gesamtserie zählt, ist er dennoch sehr spannend aufgezogen und hält für den ein oder anderen vielleicht sogar eine nette Überraschung parat. Lediglich der Abschluss ist etwas zu abrupt ausgefallen und lässt die Serie somit nicht wie gewünscht ausklingen.

7/10 Punkte
Original Zitat: "Ey Leute, Hard Boiled ist besser als Sex! Da hast du zwei Stunden pure Äckschen!"


Mr. Blonde

Kombat Sechzehn

Trotz des Schauspiels, was sich eher auf TV-Film-Niveau bewegt (manchmal sogar darunter), geht der Film an die Nieren, weil er fesselt und sich jeder, der keine perfekte Kindheit/Pubertät durchlebt hat, darin wiedererkennen kann. Visuell ist das Ganze in trostlose, aber auch ästhetische Bilder gepackt unterstrichen von einem Soundtrack, der zur Thematik passt. Ansonsten gibt es wirklich einige heftige und hässliche Momente, die haften bleiben.

Wer mal Lust auf ein wildes, aber keineswegs perfektes dt. Filmchen hat und dabei auf Megaschauspieler verzichten kann, darf ruhig einen Blick riskieren!

7/10, weil der Film nachwirkt und das ist alles andere als üblich.


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ironfox1

Mr. Blonde, sind das jetzt deine Zweitsichtungen?
Cast Away 8/10 bei ofdb 9/10
Kombat Sechzehn 7/10 bei ofdb 9/10


Mr. Blonde

19 November 2012, 22:25:58 #7 Letzte Bearbeitung: 19 November 2012, 22:30:44 von Mr. Blonde
Ach das sind sogar teilweise Drittsichtungen und die Bewertungen sind beide sicherlich einige Jahre alt. Leider habe ich nicht die Zeit und Lust jeden Film immer dann neu zu bewerten, wenn er sich etwas gesteigert hat oder in der Bewertung gefallen ist.

Aber genau daran habe ich vorhin auch gedacht. ;)


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DisposableMiffy

Zitat von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 19:49:08
Cast Away - Verschollen

Kurzweiliges und rührseliges Überlebensdrama von Robert Zemeckis mit einem brilliantem Tom Hanks. Interessanterweise vergehen die Minuten auf der Insel bedeutend schneller, als man vermuten mag. Das liegt warhscheinlich ganz einfach daran, dass man so eng an Hanks' Figur geschweißt wird und Zemeckis einfach ein Händchen für gute Unterhaltung hat. Natürlich wird am Ende extrem auf die Tränendrüse gedrückt, aber sowas tut hin und wieder auch mal ganz gut. Sicherlich kein Meisterwerk, aber hochspannend, interessant und mit wunderschönen Inselaufnahmen ausgeschmückt. Tom Hanks als verwilderter Robinson Crusoe ist dann auch interessant anzusehen.

Der bekommt gerne 8/10


Den mag ich auch sehr gerne. Zwar hart kitschig, aber die Szene auf dem Floß, als Wilson abdriftet, ist so großartig und bewegend.  :bawling:

Und Hanks' Performance gehört für mich zu seinen besten.
letterboxd.com

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Mr. Blonde

Zitat von: DisposableMiffy nach 19 November 2012, 23:17:16
Den mag ich auch sehr gerne. Zwar hart kitschig, aber die Szene auf dem Floß, als Wilson abdriftet, ist so großartig und bewegend.  :bawling:

Und Hanks' Performance gehört für mich zu seinen besten.



Das ist eigentlich das Schlimme an dieser Sorte Film ("Rocky" geht da auch in die Richtung): man weiß, wie einfach das Ganze gestrickt ist und in welche Richtung man geschoben wird und trotzdem könnte man in den entsprechenden Szenen Rotz und Wasser heulen.  :icon_lol:


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DisposableMiffy

Zitat von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 23:19:26Das ist eigentlich das Schlimme an dieser Sorte Film ("Rocky" geht da auch in die Richtung): man weiß, wie einfach das Ganze gestrickt ist und in welche Richtung man geschoben wird und trotzdem könnte man in den entsprechenden Szenen Rotz und Wasser heulen.  :icon_lol:


Es funktioniert immer wieder, besonders wenn man eh anfällig für so was ist. Wie ich zum Beispiel.  :D
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ratz


Ich mach mit (ist nicht so anstrengend wie der Film der Woche  :icon_mrgreen:)!

Shampoo

Warren Beatty spielt einen ziemlich verpeilten Friseur in Beverly Hills, der jede Frau mitnimmt, die er kriegen kann. Besonders reibt er sich aber zwischen drei Frauen auf, die er abwechselnd befriedigen muß (ohne daß die eine von den anderen weiß), darunter die wie immer putzige Goldie Hawn und zwei reifere Damen, eine davon Julie Christie. Außerdem versucht er irgendwie was aus seinem Leben zu machen, aber er kommt einfach nicht dazu, und die Ladies kriegen sein Spiel auch irgendwann spitz... Bretzelburger ist ja ganz begeistert in seiner Kritik, aber was er als subtil bezeichnet, empfinde ich als etwas zahnlose Satire und auch als etwas zu langsam getaktet. Ein paar schöne Szenen sind drin (die Nixon-Wahlkampfparty), aber dazwischen ist einfach eine Menge Leerlauf, die Anspielungen zünden nicht mehr, ein Kritiker würde sagen "schlecht gealtert".


Heute ist Freitag

Eine kleine DEFA-Perle, stylisch in Schwarz-weiß, mit Handkamera und Jump-Cuts, gar nicht mal schlecht. Und vor allem immer ganz nah an der blutjungen Nina Hagen, die einfach knuffig ist, und Dieter Montag als ihr Freund gibt einen herrlichen maulfaulen Slacker, der von der Aussicht auf die Schwangerschaft seiner Freundin total überfordert ist. Inhaltlich ganz erwartungsgemäß sozialer Realismus, mit Generationenkonflikt (Eltern) und Problemen in der Zukunftsplanung junger Leute. Aber es wird kein Zeigefinger geschwungen, die Perspektive bleibt bei dem jungen Paar und seiner Unentschlossenheit und seinen Ängsten. Obwohl die Hagen sehr gut und zurückgenommen spielt, blitzt ab und zu schon etwas davon durch, wie man sie heute kennt. Die Nebendarsteller sind alle aus der damaligen A-Riege. Prima Filmchen, den kauf ich mir noch.

PierrotLeFou

Erstellt MMeXX im ersten Posting noch ein Inhaltsverzeichnis, in welchem nach und nach jeweils die hier besprochenen Filme verlinkt werden?  :icon_twisted:
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Mr. Blonde

Zitat von: PierrotLeFou nach 20 November 2012, 00:13:32
Erstellt MMeXX im ersten Posting noch ein Inhaltsverzeichnis, in welchem nach und nach jeweils die hier besprochenen Filme verlinkt werden?  :icon_twisted:


Das wäre wirklich zuuuuu cool.


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Teppi

20 November 2012, 01:06:26 #14 Letzte Bearbeitung: 20 November 2012, 01:27:35 von Teppi
Sehr gute Idee, ein solcher Thread fehlte bisher wahrlich (bin dafür, dass er oben angepinnt wird ;->). Nach dem Genuss eines nicht ganz aktuellen Filmes einen alten Thread hochzuholen oder gar einen neuen zu erstellen, das wagen die wenigstens. Da kommt solch ein "Sammelbecken" genau richtig, wenn man einfach mal seine Meinung in die Runde werfen möchte. Von daher mach' ich auch gleich mal mit:

Blade Runner


Falls das Forum einen neuen Prügelknaben braucht, biete ich mich mit dem Folgenden dafür an: Ich habe mittlerweile zum dritten Mal probiert, dass von vielen gesehene Meisterwerk in dem Film wiederzufinden, schaffe es persönlich aber einfach nicht. Sicher, das Setdesign ist wahrlich wunderbar, die dunkle, verregnete Metropole strahlt eine fantastische Atmosphäre aus. Doch die Story, welche in dieses starke Setting eingebettet ist, gibt mir nicht ganz so viel. Zu behäbig schreitet mir die Handlung voran, zu uninteressant finde ich Fords Hauptcharakter und dessen Ermittlungen. Da hätte ich doch lieber mehr von Rutger Hauer gesehen, welcher sich für alle Highlights des Films verantwortlich zeichnet (allen voran im Finale, besonders sein Monolog kurz vor seinem Ableben) und die elementaren Aspekte (Verlust der Menschlichkeit, Sehnsucht nach Leben etc.) viel besser auf den Punkt bringt. Nach wie vor ein schöner Streifen, doch den Sci-Fi-Klassiker schlechthin erkenne ich einfach nicht, sorry. 7/10


12 Monkeys


Terry Gilliam hat hier ein geniales Glanzstück geschaffen: Zwischen eigenwilliger Kunst (die spezielle Inszenierung, die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten, die sperrige Musikuntermalung) und Mainstream-Ausrichtung (die im Kern recht simple Handlung, die Star-Power von Willis und Pitt) wandeld, kreierte er den in meinen Augen intensivsten und (nach meiner Interpretation) schlüssigsten Zeitreise-Thriller, den ich bisher sah. Die starke Betonung auf die Psyche des Hauptcharakters gelingt durch Willis sein grandioses Spiel bestens. Dennoch stiehlt ihm einer die Show: Pitts durchgeknallte Vorstellung ist ein reines Vergnügen. Finster, verstörend, dank einiger Schauwerte aber auch zugänglich - inhaltlich wie auch inszenatorisch ein ganz großer Wurf. 10/10

Stefan M

Halte ich für eine sehr gute Idee. Ich erinnere mich auch noch vage daran, daß hier mal ein Thread so über drei Seiten existierte, ehe es mit einem "Ich glaub', es hackt!" von einem Mod geschlossen wurde.  ;)

Ich mache ebenfalls mit.

The Poughkeepsie Tapes

Im Stile von Kriminalsendungen wie "Autopsie - Mysteriöse Todesfälle" aufgemachter Film, in dem über einen fiktiven Serienkiller berichtet wird, der alle seine Taten mit der Kamera festgehalten hat. Neben den Interviews mit Experten, Kriminologen und Hinterbliebenen der Opfer wird auch immer wieder das Originalmaterial des Killers eingestreut, wie er Leute beobachtet, sie (meist unter einem Vorwand) anspricht und in seinem Folterkeller gefangen nimmt. Bei mir verursachen schon "Aktenzeichen XY" und Filme wie die Pseudo-Doku "Blair Witch Project" ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend, da macht "The Poughkeepsie Tapes" keine Ausnahme.

Durch das frühzeitig etablierte Vorwissen, was den Zuschauer in den gezeigten Videoaufnahmen erwartet, wird eine teilweise unerträgliche Spannung erzeugt. Ständig ist der Killer mit laufender Kamera unterwegs, scheint bei der Opferwahl nicht wählerisch (ob Mann, ob Frau, ob Kind - alles egal) und schlägt dann irgendwann zu. Seine Vorgehensweise variiert: Mal täuscht er eine Panne vor, mal schleicht er sich in Häuser, mal entführt er jemanden einfach aus dem Garten. Tatsächlich verkneift sich der Film allzu graphische Details, wohl wissend, daß die Dinge, die sich im Kopf abspielen, tausendfach wirksamer sind als gezeigte Gewalt. Die Geräuschkulisse, etwa ein dumpfer Schlag, ohne daß die Kamera draufhält, tut ihr Übriges. Daraus entstehen erschütternde, mitunter gar bizarr-gespentische Szenen, die sich tief im Kopf einbrennen und daraus so schnell sicherlich nicht wieder verschwinden. Das bezieht sich nicht nur auf das angebliche Found Footage, sondern auch auf so manches Interview, etwa mit einem Opfer, das gerettet werden konnte, allerdings mit irreparablen körperlichen und seelischen Schäden.

Wen das kalt läßt, dem ist echt nicht zu helfen. Und wer glaubt, durch jahre- bis jahrzehntelangen Konsum von Horrorfilmen bereits zu sehr abgehärtet zu sein, sollte es mal wirklich mit diesem Werk probieren. Sehr viel empfehlenswerter als der x-te Torture-Porn-Streifen wie etwa den hierzulande beschlagnahmten "The Butcher", an den mich dieser Film mehrfach erinnerte - am besten allein und im Volldunkel kurz vorm Schlafengehen. 8/10.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

MMeXX

Zitat von: PierrotLeFou nach 20 November 2012, 00:13:32
Erstellt MMeXX im ersten Posting noch ein Inhaltsverzeichnis, in welchem nach und nach jeweils die hier besprochenen Filme verlinkt werden?  :icon_twisted:

Meinst du mit Link zur OFDb oder zum jeweiligen Posting hier im Thread? Das einzige Problem wäre letztlich wohl die maximale Zeichenanzahl, die irgendwann erreicht werden würde.

mr. pink

@Stefan:

Hab leider nichts zu einer Veröffentlichung des Streifens finden können. In der ofdb ist gleich gar keine Fassung eingetragen. Ist hier in US oder UK eine DVD erschienen? Auf ein D-Release wird man kaum hoffen dürfen, is ja auch schon was älter der Film.

The Town

Um die Vorfreude auf Argo noch ein wenig mehr zu steigern, hab ich gestern noch mal Afflecks zweite Regiearbeit gesehen. Und ja, ich mag den Film nach wie vor sehr gern. Das tolle Setting im Bostoner Vorort Charlestown, die groß angelegten Actionszenen und die unaufgeregte Kamera - es fällt wirklich leicht sich fesseln zu lassen von dieser Geschichte.
Die Vergleiche mit "Heat", die oft zu lesen waren, sind nicht völlig aus der Luft gegriffen. Vorallem bei den drei großen Überfällen bedient Affleck sich bei Michael Manns Klassiker und sorgt damit für die Highlights des Films.
Trotzdem kann "The Town" seinem Vorbild nicht das Wasser reichen. Dafür fällt die Geschichte im Endeffekt zu konventionell aus, bleibt vorallem die Hauptfigur, sowie sein Gegenspieler vom FBI zu sehr ein Abziehbild.
Und das Ende... Ach, ich will ja gar nicht so viel meckern hier. Der Film ist eine klare Empfehlung und ich bin sehr gespannt wie Ben Affleck sich hinter der Kamera weiter entwickelt.

7/10


I expect that you think that I should be haunted
But it never really bothers me

Mr Orange

@Teppi
Bei 12 Monkeys muss ich immer die Frage stellen: Wie interpretierst du denn das Ende? Hast du den Film das erste Mal gesehen?

Sexy beast:
Gestern gesehen und gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich den Bezug zum Titel noch nicht sehe (?).
Abstriche gibt es aber für den Einbruch in den Tresorraum, da hatte ich irgendwie mehr erwartet, gerade weil es vorher immer hieß der Hauptdarsteller wäre quasi unersetzlich für den Clou.
Ganz großes Kino aber von Sir Ben Kingsley.
Hab den Film noch nicht bewertet, wird aber wohl auf eine 7 / 10 rauslaufen.

Animal Farm:
Viele hier mussten bestimmt das Buch in der Schule lesen. Ich gehöre leider nicht dazu, kann also auch keinen Vergleich  zur Literaturvorlage ziehen (das Buch ist aber schon als Weihnachtswunsch vorgemerkt ;) ).
Als Fan von ernsteren (Erwachsenen)-Zeichentrickfilmen hat mir der Film super gefallen. Die aufgegriffenen Themen (Kommunismus, Revolution etc) werden so einfach und gleichzeitig realitätsnah dargestellt, dass der Film mMn viel öfter mal im ÖR gezeigt werden müsste.
Ich jedenfalls hab richtig mitgelitten, bekam Hunger auf Schweinemedalions ;) und freue mich auf das Leseerlebnis (das ja meistens noch besser ist) 9/10

"Du, du, du...du bist ein Huhn!!!"

Teppi

Zitat von: Mr Orange nach 20 November 2012, 11:37:15
@Teppi
Bei 12 Monkeys muss ich immer die Frage stellen: Wie interpretierst du denn das Ende? Hast du den Film das erste Mal gesehen?


War meine dritte Sichtung, würde ich schätzen. Als ich den Film das erste Mal sah, kam ich gar nicht auf die Idee, dass man hier auch andere Ansätze verfolgen kann. Erst als ich dann hier im odfb auf den betreffenden 12-Monkeys-Ende-Thread stieß, sah ich, dass das ganze wohl anders gemeint sein soll.

Im Making Of soll wohl gesagt werden, dass David Morse / der Virenträger von der ebenfalls in der Zeit zurückgereisten Forscherin gestoppt wird und Willis seine Aktionen / sein Ableben nicht umsonst war. Mag sein, dass das die offizielle Version ist, sie gefällt mir jedoch überhaupt nicht. 2 Gründe dafür: Es nimmt dem Ende, nein sogar dem ganzen Film vieles an düsterer Dramatik. Zudem tun sich dadurch riesige Zeitparadoxen auf, die in meine gern verwendete Logik zu dem Thema nicht passen (ja ich weiß, wenn man "Zeitreise" und "Logik" in einem Satz verwendet, bewegt man sich grundsätzlich auf dünnem Eis).

Daher interpretiere ich das ganze so: Die Ausbreitung des Virus kann nicht verhindert werden, die uns vorgestellte Zukunft ist unabwendbar (davon gehen die Forscher / Willis im Film ja sogar selbst aus, er betont es immer wieder). Die ganze Situation mit der Zurückreisen und beobachten des eigenen Todes sehe ich als nicht zu durchbrechenden Kreislauf respektive als sich selbst erfüllende Prophezeiung. Dass die Forscherin zum Schluss im Flugzeug neben dem Typen mit dem Virus sitzt, erachte ich lediglich als fiesen Schlussgag. Völlig frei von Logiklöchern ist dieser Ansatz zwar auch nicht, aber mir persönlich gefällt er besser.


Auf jeden Fall werte ich es als großen Pluspunkt, dass hier Raum zur Spekulation ist - offizielle Version hin oder her.

Da wir gerade bei Enden sind, eine Anmerkung von mir noch:

Zitat von: mr. pink nach 20 November 2012, 11:11:44
The Town

Und das Ende... Ach, ich will ja gar nicht so viel meckern hier.


Ist nicht das erste Mal, dass sich jemand negativ zum Ende von "The Town" äußert. Ich frag' mich immer wieder: Warum? Ich hoffe, ich erinnere mich richtig (letzte Sichtung ist etwas her): Affleck weiß, dass in Halls Wohnung das FBI wartet. Er ruft sie dennoch an, um ihre Reaktion zu testen. Sie warnt ihn, was ihre Zuneigung zu ihm verdeutlicht. Mit diesem Wissen verzieht er sich für unbestimmte Zeit auf die Orangen-Plantage. Also ein schwülstiges Happy-End sehe ich hier nicht, immerhin musste Affleck für das Geld einen hohen Preis bezahlen. Seinen Ausstieg / Neuanfang hat er sich mit völliger Abgeschiedenheit / Einsamkeit erkauft. Finde ich vom Ton her schon ziemlich passend zum Rest des Streifens.

Rollo Tomasi

SPOILERWARNUNG!!!

Rolling Thunder (deutscher Titel: Der Mann mit der Stahlkralle):

Der Film war mir bis zu seiner Sichtung am Wochendende auf DVD überhaupt nicht bekannt. Es handelt sich dabei um einen "Klassiker" (wobei ich bei solchen Bezeichnungen immer vorsichtig bin) des Exploitation-Films.
Es geht um einen Vietnam-Veteran, der die Erlebnisse des Krieges nicht verarbeiten kann. Dass seine Frau einen anderen Mann hat, macht ihm auch nichts mehr aus, er bezeichnet sich selbst als tot. Durch den Angriff einer Verbrecherbande auf seine Familie, der Frau und Sohn das Leben und ihn selbst eine Hand kostet, macht er sich mit einem Barmädchen auf die Verfolgung der Bande ...

Der Film enthält Elemente aus Taxi Driver, Badlands, Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia, etc. William Devane ist in einer seiner wenigen Hauptrollen zu sehen und Tommy Lee Jones ist noch sehr jung. Der Film stammt aus dem Jahre 1977. Mir hat der Film ganz gut gefallen, obwohl nicht so viel neues bringt. Aber die Verfassung des Rächers mit Stahlkralle kommt für mich sehr gut rüber. Für Inreressenten des Genres sicher interessant ...
"Ich hab neulich gehört: 35 % der Zahlen und Fakten, die so kursieren, stimmen gar nicht! ... Das ist fast ein Drittel!" (Hagen Rether)
"Stellen sie sich einmal vor, es gäbe keine Autos, es gäbe keine Telefone und es gäbe keine Computer .... sie würden doch den ganzen Tag fernsehen, oder?" (Hagen Rether)

mr. pink

ZitatIst nicht das erste Mal, dass sich jemand negativ zum Ende von "The Town" äußert. Ich frag' mich immer wieder: Warum?


Das Ende ist in Ordnung wie es ist, auch wenn mir die Flucht von Doug aus der abgeschotteten Stadt mittels Busfahreruniform schon wieder etwas zu unglaubwürdig ist. Was mir aber gar nicht gefallen hat, war das Telefonat mit Claire. Hier kann ich einfach nicht glauben, dass der extrem misstrauische FBI-Mann, der ja weiss, dass sie ihn gerne warnen würde, bei einem ungewöhnlichen Satz wie "Komm vorbei, dann wird es für mich noch ein sonniger Tag" nicht aufmerksam wird. Ist jetzt kein grober Schnitzer aber es passte in diesem entscheidenden Moment einfach nicht zum Bild, dass man bis dahin von dem FBI-Mann bekommen hat. Außerdem fand ich die knapp zehn Zentimeter in einem Gemüsegarten vergrabene Geldtasche auch nicht sonderlich clever ;)

Alles in allem aber kein Beinbruch für den Film. Mir fiel es nur etwas negativ auf.

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Stefan M

Zitat von: mr. pink nach 20 November 2012, 11:11:44
@Stefan:

Hab leider nichts zu einer Veröffentlichung des Streifens finden können. In der ofdb ist gleich gar keine Fassung eingetragen. Ist hier in US oder UK eine DVD erschienen? Auf ein D-Release wird man kaum hoffen dürfen, is ja auch schon was älter der Film.
Ja, wenn ich die englische Wikipedia hinzuziehe, scheint eine Veröffentlichung auch gar nicht geplant zu sein. Ich habe den Film bei Youtube gefunden.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

mr. pink

ZitatJa, wenn ich die englische Wikipedia hinzuziehe, scheint eine Veröffentlichung auch gar nicht geplant zu sein. Ich habe den Film bei Youtube gefunden.


Danke, bin zwischenzeitlich auch auf YT fündig geworden und werd mir das Teil dann mal anschauen die nächsten Tage.
I expect that you think that I should be haunted
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Stefan M

Zitat von: Mr Orange nach 20 November 2012, 11:37:15
Animal Farm:
Viele hier mussten bestimmt das Buch in der Schule lesen. Ich gehöre leider nicht dazu, kann also auch keinen Vergleich  zur Literaturvorlage ziehen (das Buch ist aber schon als Weihnachtswunsch vorgemerkt ;) ).
Als Fan von ernsteren (Erwachsenen)-Zeichentrickfilmen hat mir der Film super gefallen. Die aufgegriffenen Themen (Kommunismus, Revolution etc) werden so einfach und gleichzeitig realitätsnah dargestellt, dass der Film mMn viel öfter mal im ÖR gezeigt werden müsste.
Ich jedenfalls hab richtig mitgelitten, bekam Hunger auf Schweinemedalions ;) und freue mich auf das Leseerlebnis (das ja meistens noch besser ist) 9/10
Wirklich ein beeindruckender Film, auch wenn er sich nicht ganz ans Ende der Vorlage hält. Pessimistisch genug ist er trotzdem.

Zitat von: mr. pink nach 20 November 2012, 14:37:10
Danke, bin zwischenzeitlich auch auf YT fündig geworden und werd mir das Teil dann mal anschauen die nächsten Tage.
Na, dann hoffe ich doch auch mal, daß er dir zusagt.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

DisposableMiffy

20 November 2012, 15:27:14 #25 Letzte Bearbeitung: 20 November 2012, 16:08:17 von DisposableMiffy
Zitat von: Teppi nach 20 November 2012, 12:10:48Ist nicht das erste Mal, dass sich jemand negativ zum Ende von "The Town" äußert. Ich frag' mich immer wieder: Warum? Ich hoffe, ich erinnere mich richtig (letzte Sichtung ist etwas her): Affleck weiß, dass in Halls Wohnung das FBI wartet. Er ruft sie dennoch an, um ihre Reaktion zu testen. Sie warnt ihn, was ihre Zuneigung zu ihm verdeutlicht. Mit diesem Wissen verzieht er sich für unbestimmte Zeit auf die Orangen-Plantage. Also ein schwülstiges Happy-End sehe ich hier nicht, immerhin musste Affleck für das Geld einen hohen Preis bezahlen. Seinen Ausstieg / Neuanfang hat er sich mit völliger Abgeschiedenheit / Einsamkeit erkauft. Finde ich vom Ton her schon ziemlich passend zum Rest des Streifens.


Ich finde das Ende auch völlig in Ordnung, so wie es ist.

Lohnt sich eigentlich der Extended Cut?
letterboxd.com

Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

Hearing only what you wanna hear and knowing only what you've heard.

JasonXtreme

Ich denke Serien kann man hier auch nennen ;)  :king:

Nach Jahren wiedermal angefangen, mangels deutscher DVDs/BDs leider halt meine alten digitalisierten TV-Aufnahmen in teils echt mässiger Quali :(
WUNDERBARE JAHRE ist für mich nach wie vor eine der besten Serien aller Zeiten! Das Setting der 60er wurde brillant eingefangen, die Darsteller sind grandios, die Musik ist der Hammer! Allein die erste Staffel hat mehr Charme und Inhalt als 30 Filme zusammen, und man fühlt sich so herrlich in die eigene Kindheit/Jugendzeit zurückversetzt, dass es schon schmerzt. Die Kombination von lustigen und amüsanten Szenen mit teils doch traurigen oder ernsten Themen ist hier in Perfektion verarbeitet worden - meiner Ansicht nach. Schade, dass es hier nie Scheiben davon geben wird... angekündigt waren sie vor Jahren ja mal.
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

Mr. Boo

Zitat von: JasonXtreme nach 20 November 2012, 15:31:42
Schade, dass es hier nie Scheiben davon geben wird... angekündigt waren sie vor Jahren ja mal.


Woran liegt das eigentlich? Die Serie ist doch echt beliebt. Da muss es doch um irgendwelche Lizenzrechte (Soundtrack) gehen oder wo liegt das Problem?

MäcFly

Zitat von: Mr. Boo nach 20 November 2012, 17:18:26
Zitat von: JasonXtreme nach 20 November 2012, 15:31:42
Schade, dass es hier nie Scheiben davon geben wird... angekündigt waren sie vor Jahren ja mal.


Woran liegt das eigentlich? Die Serie ist doch echt beliebt. Da muss es doch um irgendwelche Lizenzrechte (Soundtrack) gehen oder wo liegt das Problem?


Liegt tatsächlich an den Lizenzrechten für die Musik. Weil ja in jeder Folge viele Hits der damaligen Zeit gespielt werden, wäre eine VÖ wohl einfach zu teuer. Eine Lösung ist in diesem Fall leider überhaupt nicht in Sicht, weshalb man diese großartige Serie wohl niemals im Heimkino in anständiger Qualität bewundern wird.

Ich für meinen Teil schau mir aber lieber alte RTL 2-Rips aus dem Netz an, anstatt dass "Wunderbare Jahre" irgendwann offiziell mit alternativem Soundtrack erscheint. Solche Beispiele gab es ja auch schon öfter...
"Man muss immer darauf achten, dass man ein gewisses Niveau nicht unterschreitet - sonst ist es schnell aus."

"Wenn man Mubarak heißt oder Kosslick, dann kann man alles machen." (Uwe Boll)

Chowyunfat2

20 November 2012, 19:33:34 #29 Letzte Bearbeitung: 20 November 2012, 21:29:48 von Chowyunfat2
Zitat von: JasonXtreme nach 20 November 2012, 15:31:42
"WUNDERBARE JAHRE ist für mich nach wie vor eine der besten Serien aller Zeiten!

:respekt:

"So, ihr braucht jetzt Kleber, Buntstifte und eine Schere!"

"Was wir jetzt wirklich brauchten, waren Bewerbungspapiere für die Fremdenlegion"
:dodo:



EDIT:
Interessiert zwar keine Sau, aber jetzt wo ich mich sowieso schon eingemischt habe:

Legend of the Mountain

Kein Martial Arts-Film, sondern auf steinalten, chinesischen Geschichten basierendes Gespensterfilmchen mit größtenteils dem gleichen Gespann aus "A Touch of Zen" und "Regen in den Bergen". Ein Student (Shih Jun) hat den Auftrag, eine Sutra zu übersetzen und glaubt, im Hauptquartier einer verlassenen Soldatenfestung an der chinesischen Mauer ausreichend Ruhe für seine Arbeit zu finden. Bereits auf dem Weg dorthin wird er von Tagträumen von hübschen, musizierenden Frauen übermannt...oder doch keine Tagträume?

Die Landschaftsaufnahmen und Hauptdarsteller Shih Jun mit seiner tapsigen Performance zogen mich in eine authentisch wirkende Welt chinesischer Mythen, bei ich - trotz der grottigen Bild- und Tonqualität der HK-DVD - während der Sichtung jeden Busch rascheln zu hören und das Gras zu riechen glaubte, als würde ich selber hinter ihm herdackeln und den ganzen Wirbel hautnah miterleben. Die sparsam eingesetzten und teils mit den absolut einfachsten Mitteln erzeugten Effekte fügten sich perfekt in die glaubwürdige Atmosphäre ein, lediglich bei den Rauchwolken hatte ich leichten, unpassenden Silvesterböllergeruch in der Nase. Die Handlung steht ganz in der Tradition Jahrhunderte alter chinesischer Erzählungen (das ganze schon oft verfilmte Student-Füchsin-Taoistischer-Priester-Gedöns), wobei ich aber nicht beurteilen kann, welche Stellen aus der Feder der Filmemacher stammten und welche nicht. Leider war diese manchmal auch etwas sprunghaft und unschlüssig, da ich leider nur den 112-Minuten-Cut eines 190-Minuten-Ursprungsfilms vorliegen hatte (welcher unglücklicherweise mit engl. UT afaik weltweit gar nicht erhältlich ist), aber der Eindruck - sozusagen als Trailer mit Überlänge - war mir schon 9/10 wert.