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Die letzte Sichtung: Filme

Begonnen von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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mr. pink

Insidious Chapter 2

Leider ganz schwacher zweiter Teil, der in die übliche Fortsetzungs-Falle tritt. Nämlich das Grauen des Orignials komplett auszubuchstabieren und damit den Schrecken des Ungewissen auszuhebeln. Das Drehbuch windet sich umständlich, nur um den unmittelbaren Anschluss an den Vorgänger zu schaffen. Das sorgt für viel zu viel (dämlichen) Plot und ein Minimum an Spannungssequenzen. Nicht mal die Jump-Scares sitzen. Da hätte ich James Wan um einiges mehr zugetraut. Zumal er mit The Conjuring im selben Jahr ein starkes Stück Horror abgeliefert hat. Hier wie da gibts unzählige Genre-Referenzen, doch bei Insidious 2 wirken diese eher lustlos zusammengestopselt. Fühlt sich nach Auftragsarbeit an.
Vielleicht sollte Wan die Horrorschiene jetzt erstmal verlassen und sich anderen Dingen zu wenden. Er steht bei mir nach wie vor hoch im Kurs, nur sollte er sein Talent nicht mit halbgaren Fortsetzungen verplempern. 3/10
I expect that you think that I should be haunted
But it never really bothers me

MMeXX

Zitat von: mr. pink am 26 März 2014, 11:39:59Vielleicht sollte Wan die Horrorschiene jetzt erstmal verlassen und sich anderen Dingen zu wenden. Er steht bei mir nach wie vor hoch im Kurs, nur sollte er sein Talent nicht mit halbgaren Fortsetzungen verplempern.
Hm, sich anderen Dingen zuwenden und halbgare Fortsetzung könnte auf sein Projekt Fast & Furious 7 beides zutreffen. ;)

lastboyscout

Kill Your Darlings (2013)
Biographisches Drama ueber Allen Ginsberg, Jack Kerouac and William Burroughs aus der Beat Generation.
Wow, was Daniel Radcliffe da abliefert ist schon wirklich hervorragend.
Ist wirklich erfreulich das er (zumindest meiner Meinung nach) wirklich den Sprung geschafft hat, sich vom Harry Potter-Image losloesen konnte.
Ich fand den Film schon wirklich gut, doch dank seines Schauspiels extrem mitreissend.
Settings mit viel Liebe zum Detail, hervorragend unterstuetzender Soundtrack, definitiv Empfehlung.
8/10 Punkten

Und hier mein persoenliches Horror-Highlight der letzten Monate:
Dark House aka Haunted (2014)
Was der Jeepers Creepers-Regisseur da abliefert war ueberraschend gut, sogar wirklich gut.
Laut Cover und Inhaltsangabe sah das nach Geisterhaus-Horror aus der in den Zehn-kleine-Negerlein-Schema abdriften wuerde, aber Pustekuchen.
Erstmal wird das Ganze wirklich stimmig und sehr spannend angegangen, die sympathischen Darsteller agieren definitiv ueberm Durchschnitt, vor allem Tobin Bell fand ich wirklich gut.
Zweitens gibt es ein paar auesserst coole Wendungen die ich so wirklich nicht kommen sah, Hut ab davor.
Spannend von Anfang bis Ende, kaum Anlaufzeit, ein paar gut blutige Effekte (ohne jedoch ausgewalzt oder aufgesetzt zu
wirken) und dazu viele wirlich atmosphaerische Szenen.
Ich war wirklich hin und weg, ich gebe 8/10 Punkten
P.S.: Seinen Rosewood Lane hab ich noch immer nicht gesehen.  :icon_redface:

The Bag Man (2014)
Leicht ueberm Durchschnitt angesiedelter Thriller der leider die Spannung nicht ueber die ganze Laufzeit halten kann.
Die ungewoehnliche Ausleuchtung soll wohl etwas kuenstlerischen Anspruch suggerieren?  :icon_mrgreen:
Aber Spass beiseite, Robert De Niro und John Cusack spielen gewohnt gut und machen den Film durchaus ertraeglich.
Teil der Aufloesung ist unerwartet, rettet den Film aber nicht ueber netten Durchschnitt, nur ganz leicht drueber vielleicht.
Mal so 5.5/10 Punkten
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
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MMeXX

In letzter Zeit mal wieder häufiger im Kino. So 'ne große Leinwand und satter Sound machen einfach doch einen enormen Unterschied zum heimischen Filmeckchen.

Beltracchi - Die Kunst der Fälschung

Stilistisch solide mit kleinen, netten Einfällen lebt diese Doku vor allem von den Charakteren. Beltracchi selbst schelmisch-sympathisch, das betrogene Ehepärchen, bei dem die Chose aufflog beinahe ein Bilderbuch-Klischee, über das man sich köstlich amüsieren kann. Insgesamt ein interessanter Blick auf Fehlbildungen auf dem Kunstmarkt und einen ziemlich ausgefuchsten Künstler, der genug Humor besitzt. 7/10




Zwischen Welten

Durchaus brauchbare zwei Drittel, ehe gegen Ende irgendwie die Luft raus ist und die Klischeemaschine durchrollt. Gedreht u. a. direkt vor Ort in Afghanistan und recht konsequent mehrsprachig gehalten (inklusive dem ungeschönten "deutschen" Englisch :D), darf sich das Geschehen erstmal entfalten. Hintenraus jedoch Moralkeule und die Frage, die ich einfach nicht mehr hören kann, ob der Einzelne denn überhaupt einen Unterschied mache. Da ist der Film bei mir gleich mal mehrere Etagen abgesackt. Der Schluss dann immerhin nicht als glattes Happy End, aber ein Fingerzeig, wie schwer es ist, Akzeptanz und Freundschaft zu entwickeln. 5/10

MMeXX

Boing, Doppelposting...

Married Life

Wahrscheinlich muss der noch ein bisschen nachwirken. Herrlich unaufgeregt wird hier eine verwinkelte Geschichte über Liebe, Ehe, Gefühle und Affären erzählt. Auf körperliche Schauwerte wird dabei fast gänzlich verzichtet, der Schwerpunkt liegt eher auf den Agierenden. Dabei bleibt vieles in einer herrlichen Schwebe/Unsicherheit, die schon bei der Erzählperspektive beginnt. Für mich überraschend ruhig, aber dennoch packend. 6/10

Paulie Walnuts

Meine Sichtungen der vergangenen Tage:

Need for Speed 3D


Unterhaltsames Spektakel für Auto-Fans. Klar, auch hier muss man wieder massive Abstriche bei Story und Realismus machen, aber mir hats schon Spaß gemacht zuzusehen, muss ich sagen!! Im Vergleich zu Fast & Furious schon erheblich erwachsener, dynamischer und aber auch puristischer (nicht ganz so verspielt). Dazu kommen sehr schöne Landschaftsaufnahmen, einige innovative Kameraeinstellungen sowie ein paar echte Lacher, verursacht durch gut platzierte Slapstick-Einlagen. Ich hab das bekommen, was ich mir vom Kinobesuch versprach. Von daher hat der Streifen auch meine Anerkennung verdient: 8/10

Zodiac

Atmosphärisch sehr dicht, grandios gespielt und stringent erzählt. Dabei extrem realistisch... In meinen Augen der perfekte Thriller und Finchers bester Film (ja! besser als Sieben finde ich ihn in der Tat)! Für Krimi-Fans ein Genuss, wer gerne und gut zuhört und sich auch gerne mal durch ein kompliziertes Buch wühlt, der ist hier goldrichtig. Ähnlich stark wie "Prisoners" - genau mein Geschmack!! Nur zu empfehlen - Meisterwerk 10/10

Rebecca


Hitchcock-Klassiker von 1940, den ich immer wieder gerne ansehe. Eine wundervolle Mischung aus Märchen, Drama und Mystery-Thriller... in prachtvollen Bildern wird hier sehr eindringlich eine spannende Geschichte erzählt. Entspricht natürlich ganz klar nicht mehr heutigen Sehgewohnheiten, aber wer gerne mal einen richtigen Klassiker genießt, ist mit Rebecca durchaus gut bedient. Gehört für mich auf jeden Fall zu den 10 besten Hitchcocks, hat aber auch ein paar wenige Längen, deshalb gibts kleine Abzüge 7/10

ratz


The Flame and the Arrow

Wenn Hollywood sich das europäische Mittelalter vornimmt, ist das ja per se schon Fantasy, zumal in den 50ern, als das Technicolor noch satt und die Studiobauten noch weitläufig waren und die Matte-painter gut zu tun hatten. Burt Lancaster, den ich eher aus späteren, gewichtigeren Rollen (Visconti und so) kenne, steht hier in der Blüte seiner Jugend und darf einige beachtliche Turnübungen vorführen – allerdings in einem ziemlich schamlos geklauten Robin-Hood-Setting ohne weitere Höhepunkte bezüglich Skript oder Darstellung. Immerhin wird man passabel unterhalten, ansonsten ist der Film eher was für Nostalgiker oder Verehrer des Hauptdarstellers.

manisimmati

Zitat von: Paulie Walnuts am 14 April 2014, 21:23:28
Zodiac

Atmosphärisch sehr dicht, grandios gespielt und stringent erzählt. Dabei extrem realistisch... In meinen Augen der perfekte Thriller und Finchers bester Film (ja! besser als Sieben finde ich ihn in der Tat)!

Das sehe ich ähnlich. Zodiac ist viel abgeklärter, subtiler, kühler und "erwachsener" als Se7en. Neben The Social Network ist Zodiac mein bisheriger Lieblingsfilm von Fincher.

Hitfield

Zitat von: manisimmati am 15 April 2014, 12:31:07
Zitat von: Paulie Walnuts am 14 April 2014, 21:23:28
Zodiac

Atmosphärisch sehr dicht, grandios gespielt und stringent erzählt. Dabei extrem realistisch... In meinen Augen der perfekte Thriller und Finchers bester Film (ja! besser als Sieben finde ich ihn in der Tat)!

Das sehe ich ähnlich. Zodiac ist viel abgeklärter, subtiler, kühler und "erwachsener" als Se7en.

Geht mir auch so. Aber "The Social Network" ist der einzige Film von Fincher, um den ich mich bislang gedrückt habe.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Fastmachine

Das große Dings bei Brinks (1978)

Bei manchen Regisseuren steht der Donnerhall ihres Rufes in einem Missverhältnis zur Bekanntheit des Gesamtwerks. Beim Namen William Friedkin nickt jeder Filmfan, jawoll, FRENCH CONNECTION (1971) und der EXORZIST (1973) stehen im DVD-Regal. Die Diskussion um ATEMLOS VOR ANGST (1977) hat mir nun einen Schubs gegeben, genauer hinzusehen, was aus Friedkin geworden ist. Kein Zweifel, die 1970er waren sein Jahrzehnt. Oder interessiert sich noch jemand für 1990er Jahre Reißer wie JADE? Irgendwie verschwand Friedkin in den 1980er Jahren aus der ersten Reihe der Regisseure.

DAS GROSSE DINGS BEI BRINKS fiel mir als Billig-DVD in die Hand. Schon das ist ja merkwürdig, dass es bis 2012 gedauert hat, diesen Film überhaupt zu veröffentlichen. Und dann auch noch in dieser Sparform – nicht mal Untertitel gönnte man der englischen Fassung. Der Film selbst oder der Name Friedkin scheinen vom Hersteller nicht als sehr zugkräftig eingeschätzt worden zu sein.
Irgendwann im letzten Jahrtausend hatte ich diesen Film mal im Fernsehen geschaut. Also: verschwommene Erinnerungen, die aber eher positiv gestimmt waren. Immerhin stand Friedkin 1978 noch im Zenit des Ruhms. Als Star hatte er Peter Falk verpflichtet, dessen weltweite Popularität als Columbo seinerzeit vermutlich sogar noch größer war. Trotzdem blieb der Film schon damals im Kino hinter den Erwartungen zurück. Dafür gab und gibt es Gründe.

Friedkin orientierte sich an einem historischen Kriminalfall, nämlich dem spektakulären Überfall auf das Geldtransportunternehmen Brinks im Jahr 1950. Nicht nur die für damalige Verhältnisse enorme Beute, sondern das grotesk leichte Spiel, das die der Gangster dank der lachhaften Sicherheitsvorkehrungen bei Brinks hatten, sorgte für Aufsehen.

Leider konnte sich Friedkin nicht entscheiden, was er wie inszenieren wollte. Einen historischen Kriminalfall, hart an der Wirklichkeit? Eine leichte Gaunerkomödie mit künstlerischer Freiheit gegenüber dem historischen Vorbild? Eine ungeschminkte, streckenweise sogar düstre Milieustudie der Kleingangsterwelt und des FBI im Zeitalter von McCarthy? All dies kann man im Film entdecken, ohne dass irgendein Ziel erkennbar wäre oder eine tragende Idee. Für eine Gangsterkomödie stören die düsteren Elemente und das Kleben am tatsächlichen Hergang, das vor allem im zweiten Teil die dramaturgischen Erfordernisse einer Komödie nachteilig ausbremst. Eine historische Milieustudie hätte einen anderen, genaueren Blick erfordert. Wie ein harscher, ungeschminkter Polizeifilm geht, das hatte Friedkin mit FRENCH CONNECTION einst wegweisend vorgeführt. Hier spürt man nur in den zum Teil brutalen Verhörszenen oder der Verzweiflung in den Knastszenen gegen Ende den Willen zum Realismus.

An den Schauspielern liegt es nicht. Alles voran Peter Falk als bauerschlauer, etwas schaumschlägerischer Kleinganove Tony Pino geht geradezu seiner Rolle auf. Trotz seiner TV-Popularität hat es für Falk ja nie zu einer wirklich großen Kinokarriere gereicht, vielleicht weil er so sehr mit seiner Rolle als Columbo identifiziert wurde. Hier musste er mal nicht den Detektiv geben (wie etwa auch bei EINE LEICHE ZUM DESSERT) und wenn ich es recht sehe, war dieser Film eine der ganz wenigen Hauptrollen im Kino für Falk überhaupt.

Am Ende bleibt man etwas ratlos zurück. Nett, unterhaltsam, vielleicht heute auch etwas angestaubt, aber vor allem ohne wirklich stringentes Konzept. DAS GROSSE DINGS BEI BRINKS scheint mir ein Film auf der Kante zu sein. Man erkennt noch den ehemals großen Regisseur, aber ahnt schon, warum er bald in Bedeutungslosigkeit versinken sollte. Mit Wohlwollen und Nostalgie im gehobenen Durchschnittsbereich (6/10).
Ich mag keine Filme; die verblöden nur. (Alfons d. Ä.)

Moonshade

Zitat von: Hitfield am 15 April 2014, 13:14:27
Zitat von: manisimmati am 15 April 2014, 12:31:07
Zitat von: Paulie Walnuts am 14 April 2014, 21:23:28
Zodiac

Atmosphärisch sehr dicht, grandios gespielt und stringent erzählt. Dabei extrem realistisch... In meinen Augen der perfekte Thriller und Finchers bester Film (ja! besser als Sieben finde ich ihn in der Tat)!

Das sehe ich ähnlich. Zodiac ist viel abgeklärter, subtiler, kühler und "erwachsener" als Se7en.

Geht mir auch so. Aber "The Social Network" ist der einzige Film von Fincher, um den ich mich bislang gedrückt habe.

Unbedingt nachholen - extremst lohnenswert!
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Mr. Blonde

Zitat von: Moonshade am 16 April 2014, 10:27:04
Zitat von: Hitfield am 15 April 2014, 13:14:27
Zitat von: manisimmati am 15 April 2014, 12:31:07
Zitat von: Paulie Walnuts am 14 April 2014, 21:23:28
Zodiac

Atmosphärisch sehr dicht, grandios gespielt und stringent erzählt. Dabei extrem realistisch... In meinen Augen der perfekte Thriller und Finchers bester Film (ja! besser als Sieben finde ich ihn in der Tat)!

Das sehe ich ähnlich. Zodiac ist viel abgeklärter, subtiler, kühler und "erwachsener" als Se7en.

Geht mir auch so. Aber "The Social Network" ist der einzige Film von Fincher, um den ich mich bislang gedrückt habe.

Unbedingt nachholen - extremst lohnenswert!

Wenn ich nur an Reznors Soundtrack denke, super. :)


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MMeXX

Und schon wieder große Leinwand: Spuren

Mia Wasikowska auf den realen Pfaden von Robyn Davidson, die sich 1977 quer durch Australien aufmachte. Gemeinsam mit vier Kamelen und ihrem Hund. Teils Kindheitsbewältigung, teils sich Abgrenzen wollen ist die Reise durchaus bewegend. Neben Wasikowskas überzeugender Darstellung bleiben die einfachen, kleinen Dinge hängen: Die erste Aufnahme ist auf dem Kopf stehend (=Down Under); Eddy, der das Geld der Touristen will; der Dialog über nette Menschen und Arschlöcher; das alte Ehepaar mit der Farm. ...und Adam Dricer als der Fotograf, der die Reise dokumentiert. Doch, der Film hat was. 7/10

StS

Der läuft hier in Hannover und Umgebung leider nicht.  :anime: :icon_sad:
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

MMeXX

21 April 2014, 10:56:39 #1064 Letzte Bearbeitung: 21 April 2014, 10:59:29 von MMeXX
Zitat von: StS am 17 April 2014, 15:11:08Der läuft hier in Hannover und Umgebung leider nicht.  :anime: :icon_sad:
Vielleicht kommt er ja noch als Nachspiel in den nächsten Wochen. (Wer hätte gedacht, dass Hannover in der Hinsicht so provinziell ist! :icon_mrgreen:)




Frost/Nixon auf Blu-ray Disc (Erstsichtung)

Ein stark aufspielender Frank Langella (Austobeszene: betrunken telefonieren; aber im gesamten Film mit eindringlicher Mimik und Gestik sowie tiefgenixonter Stimme) zählt zu den Höhepunkten des vorhersehbaren und auf einem Theaterstück basierenden Drehbuch. Dementsprechend nicht ganz an den realen Fakten, aber es ist ja letztlich auch ein Film. Allerdings kann Langella und auch Sheen, der hauptsächlich durch verschiedene Abstufungen von Lächeln glänzen darf, nicht über die dermaßen uninspirierte Ausgestaltung dieses Drei-Akters hinwegspielen. Großes Thema, große Schauspieler (u.a. noch Sam Rockwell, Oliver Platt und Kevin Bacon [dessen Rolle direkt dem Klischee-Bad entstiegen ist]), mäßiger Film zu einem der Ereignisse amerikanischer Fernseh(!)-Geschichte. 6/10

KrawallBruder

The Place beyond the Pines
Ein recht mittelmäßiges Drama, welches meiner Meinung nach aber ein großes Zeitproblem hat. Auf der einen Seite werden manche Szenen sinnlos lang hinausgezögert (die ersten 30 Minuten bestehen gefühlt nur aus Aufnahmen wie jemand Motorrad fährt...) und auf der anderen Seite kann und wird viel zu wenig auf die vielen Entwicklungen der Figuren eingegangen,
Spoiler: zeige
was ja der Zeitsprung eigentlich gut ermöglicht hätte.

Der Film teilt sich ja auf in drei Geschichte, von der die Mittlere mit Abstand die stärkste ist. Die erste war total unmotiviert und nichts sagend und die dritte ziemlich unglaubwürdig und Klischee beladen vorhersehbar.
Wenn ich die einzelnen Episoden bewerte und dann einen Mittelwert bilde, komm ich auf 6,3/10

Paulie Walnuts

Source Code

Flotter Sci-Fi-Thriller von Duncan Jones (Moon) mit meinem Lieblingsschauspieler Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle. Kurzweilig und sehr spannend, man muss aber schwer aufpassen und gut zuhören, sonst verliert man definitiv den Faden. Gut so - man wird als Zuschauer mal richtig gefordert und fiebert dementsprechend mit. Auch ist der Film schön intensiv und emotional geworden, das gefällt mir. 9/10

Mr. Blonde

23 April 2014, 11:25:53 #1067 Letzte Bearbeitung: 23 April 2014, 12:03:03 von Mr. Blonde
Zitat von: KrawallBruder (Filmriss) am 21 April 2014, 12:42:02
Der Film teilt sich ja auf in drei Geschichte, von der die Mittlere mit Abstand die stärkste ist. Die erste war total unmotiviert und nichts sagend

Die Konsequenz am Ende ist
Spoiler: zeige
ein Schlag ins Gesicht und lässt alles irgendwie sinnlos erscheinen, weil die Figur einfach so verschwindet. Im ersten Moment fühlte es sich auch für mich nichtssagend an, aber der Bogen wird ja am Ende wieder geschlagen. Imo sagt die erste Episode erst am Ende des Films etwas aus, nämlich das zentrale Thema des Films: die Fehler der Väter und genau die werden immer wiederholt. Der Stuntfahrer ist diesem Muster gefolgt, wie es sein Sohn auch tut. Dazu können manche Menschen einfach nicht anders, sogar, wenn sie eigentlich etwas anderes wollen.  Determinismus, wenn man denn so will.
Im Grunde war Goslings Figur eine Abwandlung des "Drivers", vielleicht mochte ich das deswegen so sehr.

Mir gefiel die erste Episode vor allem inszenatorisch, von Unmotivation sehe ich da gar nichts. Schon die erste Sequenz, wo wir Gosling über die Schulter verfolgen über den Jahrmarkt... unheimlich atmosphärisch und immersiv.  Ich mag einfach solche ästhetischen Szenen! Wir verfolgen seine Figur ab dann auf Schritt und Tritt, was eben in die etwas ausgewalzteren Motorradszenen mündet.  Die sind in meinen Augen für die "Lone-Wolf"-Mentalität der Figur schon wichtig. Dazu noch die absolut genial gefilmte Verfolgungsjagd. Da hatte für mich eher der Rest Mühe, damit standzuhalten, weil dann der krasse Break kommt.

Für mich war der Film auch nicht der Oberknaller, aber schon ordentlich.


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Paulie Walnuts

The Simpsons Movie

Mal wieder herausgekramt aus dem DVD-Koffer... hatte ihn seit Kinostart nicht mehr gesehen. Wie damals grandiose Unterhaltung mit vielen witzigen Einfällen und dennoch einigen guten Botschaften. Ist zwar sehr kurz geraten, dafür ist die Dramaturgie aber perfekt gelungen, Spannungsaufbau 1A usw. - was will man mehr  :dodo: 8/10

lastboyscout

27 April 2014, 18:40:59 #1069 Letzte Bearbeitung: 27 April 2014, 18:42:47 von lastboyscout
Last Day On Mars (2013)
Wirklich gelungener englischer SF-Film mit einem hervorragenden Liev Schreiber und Elias Koteas.
Wenn die Inszenierung auch nicht ganz so pompoes wie bei Gravity ist, so hat er doch fast dessen Spannungsniveau.
Definitive Empfehlung, 8/10 Punkten

Sweetwater (2013)
Wow, der hier war wirklich eine Ueberraschung.
Ziemlich dreckiger und brutaler Western mit Ed Harris als abgebruehtem Sheriff, Jason Isaacs als verruecktem religioesem Fuehrer und January Jones als ehemalige Prostituierte die versucht zu ueberleben in einem Kampf um ihr Land.
Nicht nur fuer Western-Fans eine Empfehlung.
7/10 Punkten

Man Of Thai Chi (2013)
Ach du meine Fresse was fuer ein geiler Film.
Erst sah ich nur das Cover, dann sah ich durch Zufall den Trailer.
Mein Interesse war dann definitiv geweckt, wenn ich auch sehr skeptisch an die Sichtung heranging.
Aber was fuer ein Brett. Keanu Reeves fuehrte hier Regie UND teilt auch kraeftig aus, da gibt es ordentlich was aufs Kaubrett.
Im Endkampf zwar deutlich sichtbares Wirework, hat aber nicht soooo gestoert, das ist schon Noergeln auf hohem Niveau.
Keanu, bitte mehr davon.
8.5/10 Punkten

Exit To Hell (2013)
Ach du meine Fresse was fuer ein grottenschlechter Film.
Fan von trashigen Horrorfilmen bin ich ja, aber der war einfach nur schlecht.
Zwar kann man hier Kane Hodder als schnetzelnden Sheriff sehen, aber gut sieht anders aus.
Die Zutaten waeren ja da:
- eine Stadt voll von degenerierten Rejects
- Idioten die den "Wrong Turn" genommen haben
- degenerierte Kannibalen-Familie die von einem Familienmitglied, dem Sheriff, mit Frischfleisch versorgt wird
- Grindhouse-Anleihen bei der Inszenierung
- "coole" Charaktere
Aber wie zur Hoelle kann man jedes einzelne Element so gewaltig in den Sand setzen und diesen Duennpfiff von Film verzapfen?
Fuerchterlich, 1/10 Punkten

Blood Shed aka Blood Shed. (2014)
Und ein weiterer Heuler, wenn auch nicht ganz so schlimm wie der Zuvorgenannte.
Hier geht es um ein Self-Storage-Gebaeude das ein paar Obdachlose als Einwohner hat, einer davon eine Frau die ihr verlorenes Kind sucht und ein Blutbad anrichtet.
Wer schon einmal nach Einbruch der Dunkelheit in so einem Self-Storage-Gebaeude war und die Lichter nur teilweise anwaren, weiss wie unheimlich sowas wirklich wirken kann.  :D
Was eigentlich die Ausgangssituation fuer einen ziemlich spannenden Film haette werden koennen wird im Endeffekt total verschenkt.
Kaum Spannung, total gelangweilte Charaktere und das uebliche, schon so erwartete Ende.
Schade, bleib bei ner 3/10 haengen.
P.S.: Was der Punkt nach am Ende des Filmtitels sollte (wird nur im Film selber so geschrieben, sonst ueberall ohne den Punkt am Ende, ist mir ein Raetsel.  :00000109:
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mr. pink

Disneys Frozen

Uarghs.. das war mir dann doch zu viel Kitsch.
Nachdem Tangled gut unterhalten konnte, bleibt Disneys Neuzugang in der Prinzessinen-Gang weit hinter meinen Erwartungen. Ich weiss natürlich, dass ich nicht der Zielgruppe zugerechnet werden kann. Aber Disney schafft es eigentlich immer, auch den erwachsenen Zuseher mit ins Boot zu hieven. Nicht bei der Eiskönigin.
Die Handlung ist karg, stolpert über unlogische Handlungen der Figuren und akute Ideenarmut. Der Humor beschränkt sich auf die zwei Sidekicks Schneemann Olaf und Rentier Sven, wobei Letzterer ein einfacher Abklatsch von Pferd Maximus aus Tangled ist und Olaf erfolglos dem guten, alten Schwammkopf nachempfunden wurde. Wie gesagt, die Kids wirds nicht sonderlich stören - ich schreib bei so einer Mogelpackung halt dann nen Verriss ins Netz :)
Anonsten gibt es viel harmlosen Gesang, einen balkenbiegenden Twist und die Disney-typischen zerrütteten Familienverhältnisse. Und Kitsch eben.
Vielleicht seh ich das zu eng, aber so einen oberflächlichem Quatsch würd ich meiner Tochter nicht zeigen. Da stehen ja noch Arielle, Das Dschungelbuch und Aristocats im Regal..
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StS

29 April 2014, 19:42:39 #1071 Letzte Bearbeitung: 29 April 2014, 19:51:17 von StS
Alles in allem hat mich der schwedische, hierzulande unter dem Titel ,,Game Over" veröffentlichte düstere Genre-Mix ,,Storm" (2005) leider nicht wirklich überzeugen können. Zwar weiß der tempo- und actionreiche Auftakt zu gefallen – doch empfand ich den daran anschließenden ,,schwarzhumorigen Teil" schon als nicht mehr sonderlich ansprechend, genauso wenig wie den sich weiter ,,in psychologische Gefilde" hinein bewegenden verbleibenden Verlauf, der sich nur mäßig kreativ gestrickt entfaltet und zudem gar punktuell ,,verdammt kitschige Züge" annimmt. Der Mystery-Faktor der ganzen Angelegenheit ist nicht unbedingt allzu spannend geraten, das Tempo kommt relativ ,,uneben" daher und einige Logik-Löcher sind einfach zu groß, um sie noch wohlwollend zu übergehen. Die Hauptdarsteller machen ihre Sache ordentlich – und das obgleich mir ihre verkörperten Figuren nur eingeschränkt zuzusagen wussten – die Optik (inklusive der gewählten Farben, Schnittfolgen und Kameraarbeit) ist recht schick geraten und einige Szenen sind echt unterhaltsam anzusehen bzw. mitzuverfolgen. Von Beginn an merkt man, dass sich die beiden Regisseure Måns Mårlind und Björn Stein sehr deutlich an amerikanischen Vorbildern orientiert haben – ,,mit Erfolg", denn im Anschluss durften sie dann ja prompt die beiden US-Streifen ,,Shelter" und ,,Underworld: Awakening" realisieren, welche aber ebenfalls (jeweils) eher enttäuschend ausfielen, im Prinzip exakt so wie dieser hier...  4/10
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Paulie Walnuts

Shaun of the Dead

Genial einfallsreich und unterhaltsam... ähnlich gut wie Hot Fuzz! Für einen kurzweiligen Spaß immer zu haben, nicht tiefsinnig oder so, das ist klar. Aber leider geil! 9/10

lastboyscout

Lizzy Borden Took An Axe (2014, TV-Movie)
Fuers Fernsehen gedrehtes Horrordrama, welches deutlich durch die Mitwirkung von Christina Ricci und Stephen McHattie aufgewertet wird.
Insgesamt jedoch landet er unterm Durchschnitt, dafuer ist Alles viel zu altbacken und behaebig inszeniert.
Kann man mal am Rande mitnehmen, begeistern wird er keineswegs.
4/1 Punkten

Better Living Through Chemistry (2014)
Sam Rockwell als Apothekenbesitzer den seine Frau in die Arme einer anderen und ebenso in die Vorratskammer seiner Apotheke treibt.
Dort, mit Hilfe von viel Sex und noch viel mehr Drogen krempelt der Gute sein Leben komplett um und erfaehrt endlich was es heisst zu leben.
Absolut koestliche Komoedie mit einem wirklich hervorragenden Rockwell.
Unbedingte Empfehlung, 8/10 Punkten

The Art Of The Steal (2013)
Wow, Kurt Russell, Matt Dillon, Terence Stamp und Jay Baruchel in einem Film, und ich hab noch nie von gehoert?
The heck?
Ich hab mich bei diesem ziemlich altmodischen Heist-Film koestlich amuesiert, keine gekuenstelte Coolness, der Film wirkte einfach nur ehrlich, ueberraschend lustig, vor allem Terence Stamp hat die Lacher auf seiner Seite.
Nie von gehoert, nix erwartet und kraeftig abgefeiert, 8.5/10 Punkten

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lastboyscout

11 Mai 2014, 23:09:33 #1074 Letzte Bearbeitung: 12 Mai 2014, 03:26:37 von lastboyscout
In A World . . . (2013)
Ziemlich interessante Ausgangssituation mit einem Synchronsprecher, der schon fast eine Legende ist und seine Tochter fast schon verzweifelt versucht in seine Fussstapfen zu treten.
Stattdessen foerdert er seinen Zoegling anstatt ihr zu helfen, und wenn dann ein Synchronsprecher fuer eine Blockbuster-Trilogie gesucht wird, sind keine Mittel zu schade.
Hoert sich wirklich gut an, ist aber leider etwas am seichten Ende angelangt.
Zwar dank der hervorragenden Schauspieler wie Luke Bell, Rob Corddry und Fred Melamed leicht ueberm Durchschnitt, aber nicht so bissig wie ich mir erhofft haette.
6/10 Punkten

The Mummy Resurrected (2014)
Holy fucking shit what a pile of dogshit.  :icon_eek:
Das Poster und der Titel liesen mich auf ein B-Movie-Spin-Off der Sommers-Teile hoffen.
Die Ausgangssituation koennte einem Porno entstammen, da gibt es sechs sexy Studentinnen und nen aelteren Professor (Vater einer der Frauen), dazu noch drei oertliche Fuehrer fuer die Tour zu den Pyramiden.  :icon_mrgreen:
Dann geht es mit grottigsten Effekten, dem lahmsten Mumien-Horrorfilm je gedreht weiter, und man fragt sich wirklich was die sich dabei dachten.
Da stimmt wirklich garnix, 1/10 Punkten


Behind Enemy Lines: Seal Team 8 (2014)
Tom Sizemore photoshopped mit Wumme, vierter Teil einer Serie (naja, zumindest dem Namen nach), die Vorzeichen fuer den hier sind also eher schlecht.
ABER: Der Film rockt ziemlich gut. Gibt fast non-stop ordentliche Action, manche Szenen liesen mich fast von der Couch huepfen (die
Spoiler: zeige
Rambo II-Szene
war schon wirklich fett zum Beispiel.
Fuer Actionfans definitiv zu empfehlen, 7.5/10 Punkten auf der B-Film-Skala.

Snake And Mongoose (2013)
Hm, als Deutscher ist (zumindest bei mir) die alte Rivalitaet zwischen Don "The Snake" Prudhomme und Tom "The Mongoose" McEwen wohl komplett an mir vorbeigegangen.
Ist aber ziemlich interessant das die beiden Anfang der 70er (??) mit Hilfe des Sponsors Hot Wheels es wirklich gross schafften.
Als Film faellt das Ganze leider ziemlich auf die Schnauze, gibt ziemlich viele originales Filmmaterial von damals (inklusive ein paar ziemlich heftigen Unfaellen), aber das dazwischen plaetschert nur so vor sich hin, die Schauspieler sind durchschnittlich, erzaehlen zwar die Geschichte aber packend ist das nicht.
Gebe mal so 4, maximal 5/10 Punkten
P.S.: Anscheinend sind die WIRKLICH beliebt, seht euch das mal an:
http://www.ebay.com/itm/Hotwheels-Mongoose-6969-enamel-/331196177161?pt=Diecast_Vehicles&hash=item4d1cd49b09

Edit 1:
Butcher Boys (2012)
Kim Henkel als Produzent und Schreiberling, naja, vielleicht blieb von damals ja doch was haengen.
Nope, komplette Fehlanzeige, einfach nur grottenschlecht.
Was hier an chaotischem Filmemachen abgeliefert wird ist ja wohl nicht mehr feierlich.
Holprige Inszenierung, komplettes Chaos in der Darstellerriege, ein Typ grunzt die ganze Zeit nur (soll wohl das heutige Equivalent zu Leatherface sein), Maenner in Drag die sinnloses Zeug labern, der durchgeknallte Papa, der Koch, ach was weiss ich, nach ner Weile wollte ich nur noch das der Film zu Ende ist.
1/10 Punkten

Edit 2:
Bloodfist II (1990)
Don "The Dragon" Wilson-Klopper der zwischendurch immer wieder mal unterhaltsam ist.
6/10 Punkten,
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout

StS

Bei ,,We steal Secrets: the Story of WikiLeaks" (2013) handelt es sich um eine ebenso brisante wie packende Dokumentation über Julian Assange und Bradley Manning bzw. deren jeweilige Beteiligung an dem bis dato weltweit umfangreichsten ,,Whistleblowing"-Skandal, der im Jahre 2010 nicht allein nur die USA erschütterte. Dem für Werke wie ,,Enron: the smartest Guys in the Room" (2004) und ,,Taxi to the Dark Side" (2007) gefeierten Doku-Filmemacher Alex Gibney ist es gelungen, auf mehrschichtige Weise vielfältig gearteten Fragestellungen nachzugehen sowie diese mit Hilfe diverser Interviews und Material-Quellen gut nachvollziehbar aufzuarbeiten – u.a. kommen Journalisten, Wegbegleiter, Zeitzeugen und Geheimdienstler zu Wort, wird Archivmaterial eingespielt und werden so etliche Dokumente zitiert. Es ist ihm dabei geglückt, all diese verschiedenen Aspekte, Perspektiven und Informationen zu einem ungemein interessant-unterhaltsamen (130-minütigen) Gesamtwerk zusammenzufügen, das komplexer ist sowie ein höheres Maß an Suspense erzeugt als die meisten Hollywood-Thriller. Gibney beleuchtet alle mit den Enthüllungen verbundenen Seiten – inklusive der entbrannten Debatte über den Zweck, die Vertretbarkeit und den eigentlichen Nutzen der betreffenden Internet-Plattform. Der Film zeigt dem Publikum auf, was für ein Mensch Manning überhaupt so ist und was aus Assange in den vergangenen Jahren wurde – also sein ,,Abstieg" von einem engagierten Idealisten zu einem egozentrischen Paranoiker, dessen einstmals engsten Freunde sich inzwischen größtenteils von ihm distanziert und abgewandt haben. Obgleich einige Erkenntnisse bereits im Vorfeld bekannt waren – wie dass Regierungen und Geheimdienste immerzu Geheimnisse haben werden sowie die WikiLeaks-Veröffentlichungen ganz konkret Menschleben gefährdet bzw. letztlich gar auch gekostet haben (wie Julian an einer Stelle geradezu ,,eiskalt" anführt) – lohnt es sich für alle auch nur halbwegs an der Materie interessierten Personen, sich ,,We steal Secrets" (nach Möglichkeit) unbedingt mal anzusehen...    8/10

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

cyborg_2029

Last Bullet - Showdown der Auftragskiller (One in the Chamber)
Nette Gangster-Killer-Geschichte ohne Überraschungen. Die Liebesgeschichte wirkte irgendwie fehlplatziert. Cuba Gooding jr. sieht die ganze Zeit aus wie eine Kuh vorm Schlachten, dafür sieht man Lundgren an, dass er Spass beim Dreh hatte. Auch die Action geht klar, da wird ordentlich und blutig geballert und manchmal auch in die Fresse getreten.
7/10

Takers
Heist-Movie mit cooler Action, 08/15-Story und zu vielen Charakteren, welche leider nicht tief genug beleuchtet werden. Auch die Planung des Coups hätte man ruhig ausführlicher darstellen können. Eine halbe Stunde mehr wäre hier echt besser gewesen.
7/10

Dead Shadows
Gute Splatter-Effekte aber dafür habe ich keine der Figuren wirklich verstanden, die waren mir alle zu dumm.
3/10

88 Minutes
Sollte ein Thriller sein, plätscherte aber nur unspannend vor sich hin, mit einem sichtlich gelangweilten Al Pacino, dessen Performance mich noch mehr ermüdete. Das Finale war auch nicht spannender. Wenigstens gabs keine großen Verschnaufpausen.
5/10

Tattoo
Sehr düsterer Krimi, an dem eigentlich alles eine negative Stimmung ausstrahlt, sei es die Regie, die Figuren oder das Ende. Etwas mehr Spannung hätte aber nicht geschadet, auch wird man mit offenen Fragen zurückgelassen. Auf jeden Fall einer der besseren deutschen Filme.
7/10
Lebensweisheiten 101: "Wenn Du einmal damit anfängst, dann kniest Du nur noch."

Mr Orange

Lords of  Salem (2012)
Nach bisher überwiegend positiven Eindruck was die Werke von Rob Zombie angeht (TDR, Haus der 1000 Leichen, Halloween-Remake) war das hier doch eher eine Pflaume. Irgendwie läuft der Film vor sich hin, Spannung kommt nicht auf... und dann ist Schluss. Das einzige wofür ich dem Film dankbar bin; ich wurde auf "Give it to me" von Rick James (Bitch!  ;)) aufmerksam, geiles Lied.
4/10

Marschier oder stirb (1977)
Tolles "Original" von JCVDs "Der Legionär", obwohl ich denn auch ganz gut fand. Dieser hier gefällt mir aber nicht nur auf Grund der exzellenten Besetzung besser, er hat auch einfach mehr Atmosphäre. Keine Ahnng wie ich das sonst beschreiben soll, aber viele ältere Filme wie bspw. auch "Tod auf dem Nil" haben einfach diesen typischen "Oldschool-Hollywood-Charme".
(7,5-8/10)

From Beyond (1986)
Auf Grund der ofdb-Startseite mal angeguckt, aber nach der Sichtung doch etwas entäuscht gewesen. Ich hatte mehr Horror/gruseln erwartet, wärend der Film dann eher flapsig angelegt war. Leider haben diese humoristischen Parts bei mir nicht gezogen... außer der Cop in seiner roten Buxe, der war Klasse  :rofl: . Ansonsten stimmen für das Budget Ausstattung und Effekte natürlich absolut, die größtenteils schwachen Darsteller reißen das ganze aber leider wieder ein.
(6/10)

Southern Comfort (1981)
Super Film in der Machart von Deliverance. Hier stimmt fast alles; die Story, das Groß der Darsteller, Titelmusik und natürlich der Handlungsort mit den Sümpfen von Louisiana. Eigentlich hatte ich bei youtube nur nach einem Trailer geguckt, es gibt dort aber sogar den ganzen Film. Absolute Empfehlung!
(8,5-9/10)

PS: Eine Frage zum Ende von Southern Comfort:
Spoiler: zeige
[spoiler]Als die beiden Überlebenden den Militärlaster erreichen, gucken beide entsetzt und es wird mehrmals kurz auf den Fahrer des Transporters geschnitten. Saß da einer der Hillbillys am Steuer, oder war das doch nur Erleichterung und der Schrecken, der noch in den Gliedern saß.
[/spoiler]
"Du, du, du...du bist ein Huhn!!!"

JasonXtreme

Spoiler: zeige
Also ich konnte da nie einen der Hillbillys erkennen, demnach eher Letzteres ;) mir machte es aber immer ein WENIG den Eindruck, dass die an denen vorbeifahren, und die nicht gerettet werden
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

whitesport

Spoiler: zeige
Ich bilde mir irgendwie ein, beim Fahrer des Jeeps in einem Frame kurz einen weißen Bart zu sehen.


Aber insgesamt auf jeden Fall eines der intensivsten Filmenden, die ich bisher erlebt habe. Southern Comfort ist für mich ein ganz klarer Zehner, noch vor dem ebenfalls großartigen Deliverance.

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