Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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MMeXX

Im Labyinth des Schweigens im Kino

Filmisch durchaus mit einigen Schwächen und diversen Klischees, überzeugt der Film dennoch mit seiner Botschaft. Definitiv lohnenswert. 8/10

StS

Bei ,,Freezer" (2014) haben wir es mit einem Kammerspiel-artigen B-Movie-Thriller von Regisseur Mikael Solomon (,,Hard Rain") zutun, dessen knapp 80-minütige Laufdauer sich fast ausschließlich in einer nicht allzu geräumigen Kühlkammer abspielt. Der Film erzählt von einem Mann (Dylan McDermott), der von russischen Kriminellen entführt, verhört, gepeinigt und mit dem Tode bedroht wird, da eben jene davon ausgehen, er habe ihnen 8 Millionen Dollar gestohlen - wohingegen er allerdings vehement behauptet, sie hätten sich den falschen Typen gekrallt...

Obgleich nie Langeweile aufkommt, nutzt sich die betreffende (anfangs noch ,,echt bedrohlich" wirkende) Location mit der Zeit jedoch immer stärker ab - zumal sich gewisse Handlungsabfolgen regelmäßig (nur wenig variiert) wiederholen. Ferner mutet vieles ziemlich oberflächlich konzipiert und verfasst an - während einige Twists gegen Ende nicht sonderlich glaubwürdig daherkommen. Ein weiterer ,,Problempunkt" markiert die Empfindung, dass sich der Hauptprotagonist nie wirklich wie ein Unschuldiger im Angesicht tödlicher Gefahr verhält - dazu gibt er sich einfach zu souverän und lässig...

Zumindest verkörpert McDermott jenen Herrn den Skript-Vorgaben entsprechend prima, liefern seine Co-Stars (wie Peter Facinelli und Milan Malisic) ebenfalls brauchbare Leistungen ab und ist Yuliya Snigir (,,A good Day to die hard") definitiv sehr hübsch anzusehen. Im Ganzen zwar handwerklich solide umgesetzt, hat mich aber dennoch u.a. gestört, dass man die in dem Raum vorherrschende Kälte nicht in einem vernünftigen Maße vermittelt erhält - beispielsweise durch sichtbaren Atem (zumal das Set angeblich tatsächlich abgekühlt worden sein soll)...

Fazit:  Einigermaßen kurzweilig, kann man sich den Streifen durchaus mal ansehen - nur sollte man im Vorfeld nicht allzu viel erwarten und generell auch möglichst wenig über das Gebotene nachdenken...

4,5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Mr Orange

Gestern und heute gab's mal ein bißchen (mehr oder weniger) Horror:

Kinder des Zorns
Naja. Teilweise wurde die Handlung recht lieblos/uninspiriert in die Länge gezogen, das hat man bei anderen Verfilmungen von King-Kurzgeschichten schon besser gesehen. Die Darsteller sind teilweise wirklich kläglich. Besonders schade, da der Beginn im Dinner auf besseres hoffen ließ.
5/10

Saw VII - Vollendung
Da ist der Abschluss (?) der Saw-Triologie also... und irgendwie kam es mir vor als ob ich den sechsten Teil nochmal gesehen hätte. Klar die Grundsituation ist bei der Reihe immer gleich, aber wenn man hier Versicherungsmanager durch sich-selbst-vermarktenden Überlebenden ersetzt und noch eine Prise völlig dämliche Endauflösung dazu nimmt; tada!
4/10

Rammbock
Deutsche 28 Days-Version mit ein paar humorvollen Einlagen des Hauptdarstellers. Allgemein nichts neues, aber das Ambiente Berliner-Hinterhof und die Dauer von 60 Minuten machen den Film definitiv zu einem kuzweiligen unterhaltsamen Vergnügen
6,5/10

Peeping Tom
Eher Thriller als Horror der mitlerweile etwas angestaubt und langatmig daherkommt (gerade im Vergleich zum ebenfalls 60er Psycho).
Was das Thema Voyeurismus und Meta-Ebene angeht seiner Zeit aber weit voraus und ein großartiger Hauptdarsteller. Schade, dass die Vernichtenden Kritiken diesem und den Regiseur Powell damals das Genick gebrochen haben.
7,5/10
"Du, du, du...du bist ein Huhn!!!"

cyborg_2029

Tammy
Typischer Melissa McCarthy-Humor, welcher nur aus ganz vielen bösen Wörtern besteht. Zu lachen gab es nichts, der Film gestaltete sich ziemlich öde. Selbst "Taffe Mädels" war da noch besser und das will schon was heißen.
3/10

Behind Enemy Lines - Seal Team 8
Das war ja wie in den 90ern. Spezialeinheit ballert und sprengt sich durch Gegnerscharen. Action gabs hier fast ohne Pause, in super schicken Bildern mit viel Zeitlupe und nem ordentlichem Soundtrack verpackt. Etwas mehr Figurentiefe hätte aber nicht geschadet, selbst am Ende konnte ich die nicht auseinanderhalten.
Roel Reines bester Film bisher. Gebt dem Mann doch endlich mal was Größeres.
8/10

Last Passenger - Zug ins Ungewisse
B-Movie Version von"Speed" bzw. "Unstoppable". Was hier aus 2,5 Mio. US-Dollar rausgeholt wurde, kann sich echt sehen lassen und stellt selbst teurere Produktionen in den Schatten. Die meißte Zeit verbringt man aber im inneren des Zuges mit den Figuren, welche erfreulicherweise klischeefrei daherkommen. Auch die Grundstory ist mal was anderes. Kleinere Längen schleichen sich trotzdem ab und zu mal ein, das ändert aber nichts daran, das mich der Film doch ziemlich gut unterhalten und überrascht hat.
8/10

Jack und das Kuckucksuhrherz
Animation aus Frankreich im Stile von Burton, sprich düster und abgedreht. Die einfache Geschichte wird sehr liebevoll rübergebracht, auch durch diverse Gesangseinlagen der Figuren. Normalerweise bin ich absolut kein Fan von sowas, aber in dem Falle haben die Songs gepasst, wie die Faust aufs Auge, da sie ohne Kitsch auskommen und die Gefühlswelt der Charaktere noch unterstreichen. Eher was fürs ältere Publikum.
9/10

Lebensweisheiten 101: "Wenn Du einmal damit anfängst, dann kniest Du nur noch."

Wolfhard-Eitelwolf

5 Dezember 2014, 19:36:54 #1264 Letzte Bearbeitung: 5 Dezember 2014, 19:38:49 von Wolfhard-Eitelwolf
Vendetta

Leicht überdurchschnittlicher Selbstjustiz-Reißer ohne großes Effektgewitter. Das London-Setting sorgt für etwas frischen Wind, die Story über einen Elite-Soldaten auf innerfamiliärer Rachemission weniger. Witzigerweise wird das Punisher-Zitat "This is not revenge" leicht variiert gebracht, ein kleiner auflockernder Lichtblick im ansonsten sehr düsteren und rohen Geschehen. Die FSK-Probleme gehen meiner Meinung nach weniger auf den Gewaltgrad als vielmehr auf die sehr bedenkliche Botschaft insbesondere des Finales zurück. Denn actionmäßig kann das Teil nicht wirklich was. Eine Handvoll Hinrichtungen und ein mäßig inszenierter Mini-Shootout, das war's auch schon. Defintiv kein Must-See, aber für Genrefreunde rund 6 / 10 Punkte.

P.S.: Der O-Ton ist für gutes Schulenglisch schon eine krasse Herausforderung. So ein Genuschel (insbesondere Gangster und Cop-Freund des Helden) und so einen derben Slang habe ich echt selten erlebt... hier macht die deutsche Scheibe echt Sinn.

Eric

6 Dezember 2014, 00:53:47 #1265 Letzte Bearbeitung: 6 Dezember 2014, 00:58:03 von Eric


Wow, ..., was für ein wahnsinnig guter Film. Obwohl ich mir, alleine schon wegen dem Titel, etwas vollkommen anderes vorgestellt habe.

Inhalt:
Mit der Musik von JUDAS PRIEST, RIOT, LIZZY BORDEN, SAVATAGE, SOLSTAFIR, MEGADETH u.v.m.

Ragnar Bragasons starkes Coming-of-Age-Drama METALHEAD zeigt, wie eine gebrochene Seele ihrem Schmerz Ausdruck verleiht, weil sie keiner verstehen will. Die Rebellion einer Teenagerin gegen das spießbürgerliche Dasein wurde selten so gefühlsgenau umgesetzt. Die Hauptrolle spielt die bezaubernde Thorbjörg Helga Thorgilsdóttir ("The Deep"). Sie lebt wortkarg und mit Fuck-You-Attitüde in ihrer eigenen Welt der Metal-Götter und begeistert damit nicht nur die Szene-Jünger. Acht Awards und zehn weitere Nominierungen beim isländischen Filmpreis 2014 sprechen Bände. Untermalt von einem großartigen Soundtrack von JUDAS PRIEST, MEGADETH, RIOT, LIZZY BORDEN, SAVATAGE, SOLSTAFIR u.a. überzeugt das nordische Kleinod auf ganzer Linie und wärmt zudem die Seele - auch die Schwarze.

Es ist das Jahr 1970 und als Black Sabbath ihr erstes Album aufnehmen, wird in einem tristen Dorf im isländischen Nirgendwo die kleine Hera geboren (Thorbjörg Helga Thorgilsdóttir). Als Zwölfjährige muss sie mit ansehen, wie ihr großer Bruder durch einen tragischen Unfall aus dem Leben gerissen wird. Von dem traumatischen Erlebnis schockiert, übernimmt sie seine Persona samt Lederjacke, Motörhead-Shirt und E-Gitarre. Ihre ganze Jugend trägt sie fortan nur noch seine Klamotten, hört und spielt seine Musik. Trauer und Wut werden mit Songs von bekannten Metalbands und mit eigenen Heavy-Metal-Riffs ausgedrückt. Auch nach der Schulzeit fühlt sie sich von allen missverstanden - auch von ihren Eltern. Diese versuchen durch den Kirchenchor wieder ein wenig am Leben teilzunehmen. Gerade als Heras Rebellion immer destruktivere Ausmaße annimmt, zieht ein junger Priester in den Ort. Das Schicksal scheint sich zu wenden und Hera erkennt, dass sie nicht ihr ganzes Leben lang weglaufen kann ...

Presse:
Metalhead ist ein kleines Wunder und wärmt die Seele - auch die Schwarze. - Fantasy Filmfest
Metalhead" ist nicht nur eine völlig unironische Hymne an Heavy Metal, sondern auch an alle Außenseiter überall. Ein bemerkenswerter Film. -taz.blogs
Metalhead ist ein Film über die Macht der Kunst. - Huffington Post
Metalhead ist im Herzen ein sehr berührender Film. - Screen Daily
Ein makelloser und wunderschöner Film ... - Twitch Film
Ein unheimlich starkes Drama. - kommsieh.de
...ein kraft- und eindrucksvoller Film. - spindlemagazine.com
Ein außergewöhnlicher Film. Wie ein Mix aus INGMAR BERGMAN und JUDAS PRIEST. - filmencounters.com
Wahrscheinlich der beste Heavy-Metal-Film aller Zeiten. - Church Of Nowhere
Heavy Metal will save your soul. - taz.blogs.de

Quelle: http://www.amazon.de/Metalhead-Thorbjörg-Helga-Thorgilsdóttir/dp/B00NA96AUW/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1417819903&sr=8-1&keywords=metalhead

Für mich eine klare 9,9/10!! (Und einer der Filme, die eigentlich einen eigenen Thread verdient hätten damit sie nicht untergehen!!! Fuck yeah)

EDIT:
Es gibt noch eine Kritik von SPLATTING IMAGE, ..., aber anscheinend haben die den Film irgendwie nicht verstanden. Trotzdem, wer sie lesen will: Kühe rocken und Kirchen anzünden: Eine Wacken-Rebellin im Island der 80er. Erbaulich-Rührseliges für die Wacken-Fraktion. - Splatting Image
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

ratz

Zitat von: ratz nach 14 Mai 2013, 16:26:20

Aleksej German (Regisseur)

... einer ist gerade in der Postproduktion ...



... und lief inzwischen auf Festivals und neulich auf Previews in Deutschland (laut Bildstörung gibts nächstes Jahr einen Limited Release):

Es ist schwer, ein Gott zu sein

Sagens wirs so: Als ich aus dem Kino kam, war ich völlig erschöpft, seelisch wie körperlich. In vielen Dingen ist der Film mit Béla Tarrs Turiner Pferd vergleichbar: der letzte Film und damit das Testament eines osteuropäischen Regisseurs, in schwarzweiß, sehr lang, sehr kompromisslos und ohne jedes Genre-Zugeständnis, die Grenzen des Zeigbaren und der Möglichkeiten des Kinos austestend.
Wer noch nie einen German-Film gesehen hat, kann hier leicht überfordert sein, was niemandem vorzuwerfen wäre: Der Film ist ein einziger Exzess in Schlamm, Scheiße, Pisse, Blut, Regen und Nebel, wer der Handlung irgendwie folgen will, muß genau aufpassen, sie in Nebensätzen mitzubekommen, denn die literarische Vorlage der Strugatzki-Brüder (STALKER) ist nur noch zu erahnen. Die Kamera ist aktiver Teil des Geschehens, die Darsteller starren sie an, kommunizieren mit ihr, sie wird herumgeschubst, kriecht an die Personen heran - jede Totale, jede seltene Landschaftsaufnahme wird zur Erholung. Im deutlichen Gegensatz zu Tarr herrscht hier keine monotone Wiederholung bis zur Erstarrung, sondern ständiges, scheinbar zielloses Gewusel vor, das durchaus von humoristischen Einsprengseln durchwirkt ist. Dann aber auch wieder die Gemeinsamkeit mit Tarr, eine Art Meditation über das Wesen des Menschen zu sein, über das Verhältnis von Menschen untereinander und zu ihrer Umwelt. Gewiß kein einfacher Film, aber einer, der die Mühe lohnt.

MMeXX

Ja, auf den bin ich schon sehr gespannt. Da schürt deine Einschätzung gleich noch mehr Lust auf den Film! :D Wenn die konkreten Termine endlich kommen, dann will ich den auf jeden Fall auf großer Leinwand.

lastboyscout

That Guy . . . Who Was In That Thing (2012)
Dokumentation ueber Schauspieler die einem gesichtsweise sofort bekannt sind, man meist aber die Namen nicht weis.
Namhafte B-Darsteller sind damit nicht gemeint, sondern Nebendarsteller die auch in vielen Grossproduktionen auftauchen.
Ist m Endeffekt ne Dokumentation die beleuchtet wie schwer es solche Schauspieler haben ein geregeltes Leben mit nem geregelten Einkommen zu haben.
Fand ich wirklich interessant.
7/10 Punkten

After Porn Ends (2012)
Naja, worum es hier geht muss ich wohl nicht gross beschreiben.  :icon_mrgreen:
Ziemlich interessant Dokumentation ueber den Werdegang der Stars, von vielen positiven Dingen zu noch viel mehr negativen Dingen wird da eigentlich viel abgegrast.
Definitiv empfehlenswert.
7/10 Punkten

Grabbers (2012)
Nur ein trinkfestes Voelkchen wie die Iren konnte mit dieser Story aufkommen.
Ein Alien schlaegt auf der Erde ein, findet sich in einem kleinen irischen Doerfchen wider.
Das Vieh schnappt sich einen Anwohner nach dem anderen, bis ein schlaues Koepfchen rausfindet, das man besoffen sein muss damit einen das Alien in Ruhe laesst.
Ich hatte nen Heidenspass mit dem Teil, viele Anleihen von den Klassikern, rundum gelungene SF-Horror-Komoedie die nie ins komplett laecherliche abrutscht.
8/10 Punkten

Come Back To Me (2014)
Also von dem hier hab ich garnix erwartet, nach der Kurzbeschreibung hab ich irgendwie nen Geisterhorror oder so erwartet, aber was da aufgefahren wird ist schon ne ziemlich ungewohnte Kombination die mir wirklich gut schmeckte.
Vor allem das Ende hatte es wirklich in sich.
Hier duerfte es sich definitiv um einen der Filme handeln der die Lager spaltet, man nimmt den Machern die Praemisse ab (wie ich) oder man denkt sich, was fuer ein Schwachsinn und schaltet ab.
Ich geb da starke 8/10 Punkten, weil Vieles unerwartet und ueberraschend fuer mich war.

Bridgend (2013)
Dokumentation ueber unzaehlige und unerklaerliche Selbstmorde unter Jugendlichen in einer kleinen englischen Stadt.
Ziemliche WTF-Sichtung wenn das wirklich Alles so von statten ging.
Unbedingt ansehen.
9/10 Punkten
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout

Wolfhard-Eitelwolf

Paranormal Asylum

Lieblos runtergekurbelter Wackelkamera-Horror, der einzig durch seine für einen solchen DTV-Rohrkrepierer eher untypischen New York-Umgebungs-Kulissen ein paar Punkte sammelt. Ansonsten sterbenslangweilig, die Asylum-Kulisse wird kaum ausgenutzt und im Finale wird's gar unfreiwillig komisch. Darsteller knapp über Totalausfallniveau, Gore: keins, Spannung: keine, Innovationen: keine

2 / 10. Unbedingt meiden!

StS

Bei dem britischen, hierzulande unter dem Titel ,,die Todesliste - Nr.1 stirbt" veröffentlichten 2013er Thriller ,,the List" handelt es sich um das erste englischsprachige Werk des deutschen Regisseurs Klaus Huttmann, der für seinen Kurzfilm ,,der Schwimmer" im Jahre 2004 sogar schonmal für eine ,,Goldene Palme" in Cannes nominiert war. Hauptsächlich arbeitete er bislang jedoch an TV-Produktionen mit - vorranging fürs ,,ZDF" - und genau so wirkt der hier vorliegende Streifen leider dann auch. Die sich um eine Rangliste im Internet rankende Geschichte, auf der die Ergebnisse einer Online-Abstimmung über die korruptesten Persönlichkeiten des Landes erfasst und veröffentlicht werden, ergänzt um einen Killer, der jeweils den aktuellen Spitzenreiter ,,exekutiert", samt der damit verbundenen Auswirkungen (Verdächtigungen, Belastungen etc.) auf den von Anthony Flanagan gemimten Betreiber der Seite, kommt an sich nicht ohne Reiz und Potential daher. Das Problem an der Sache ist jedoch sowohl die Konzeption als auch die Umsetzung der ganzen Schose: So ziemlich alles mutet relativ simpel, oberflächlich, nicht sonderlich durchdacht sowie mit Logikschwächen behaftet an - allein die konkrete Beschaffenheit der Liste fällt einem da auf Anhieb negativ ins Auge - worüber hinaus nie wirklich Spannung oder eine nennenswerte Atmosphäre erkeimt und sich u.a. eine uninspiriert eingebundene Traumsequenz sowie ein unbefriedigender, keineswegs unvorhersehbarer Schluss-Twist verzeichnen lassen. Die Darsteller (unter ihnen Sienna Guillory) agieren zwar durch die Bank weg annehmbar - können aber ebenfalls keinen nachhaltigen Eindruck erzeugen. Was somit bleibt, ist ein belanglos-unaufregend-lahmer Krimi, der wohl am besten im Abendprogramm eines öffentlich-rechtlichen Senders aufgehoben ist...   

3/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

28 Dezember 2014, 01:37:38 #1271 Letzte Bearbeitung: 28 Dezember 2014, 01:53:20 von Private Joker
Downing Street Down

Britischer DH-Klon der Marke "superbillig" mit dem so ziemlich uncharismatischsten Willis-Epigonen aller Zeiten. Außer Unmengen von CGI-Blut nichts, was in irgendeiner Form der Rede wert wäre; vor allem die Nahkampfszenen mit dem Hauptdarsteller sind so lausig inszeniert, dass der reale SAS die Produktion eigentlich auf Unterlassung des Namensgebrauchs verklagen müsste.

Ach ja: Wer den Eindruck hat, hier nur einen halben Film zu sehen: Stimmt. Ist ein unmittelbares Sequel zu "He who dares", der blöderweise gar nicht in Deutschland veröffentlich wurde. Viel verpasst hat man aber bestimmt nicht.

3/10

Closed Circuit / Unter Beobachtung

Gut besetzter, aber letztlich nur durchschnittlicher Paranoia- und Verschwörungsthriller. Während die (gerade in England) allgegenwärtige Videoüberwachung effektvoll als ein Motor der Story genutzt wird, enttäuscht die zentrale Verschwörungshandlung. Vor allem ist das alles viel zu durchschaubar: Die von Bana gespielte Hauptfigur kommt dem ganzen schon nach 30 Minuten und etwas Zeitungslektüre auf die Spur (wie offenbar auch sein Vorgänger). Und bitte: Wenn das am Ende SO einfach ist, wieso dann der ganze Aufwand vorher; drei (vollendete oder versuchte) Morde an Anwälten, einer an einer Journalistin, einer an einem Kind, das ist selbst für einen Geheimdienst viel zu auffällig, von einer gewissen moralischen Frage mal ganz abgesehen

5/10
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Inspektor Yuen

Gestern war ich fleissig.

All the Boys love Mandy Lane

Fängt vielversprechend an, entpuppt sich dann leider als 08/15 Standart Slasher mit beknackter und vorhersehbarer Auflösung (zu je 50% Anteilen).
Amber Heard ist nett anzuschauen, aber da gibts andere und bessere Filme/Mädels.
4/10


Stoker

Endlich Park Chan Wooks US Debut gesehen und mich im Nachhinein über seine Drehbuchwahl gefreut. Der Film läuft über mit Spielereien und unglublich schönen Bildern, teils poetisch mit wahrer Sinnhaftigkeit teils sinnlos aber schön.
StS würde hier seinen patentierten Wortbaustein "Style over Substance" einbauen, welcher hier auch gut passt allerdings ist die Story auch nicht somschwach um diese auf den ersten Blick zu entlarven.
Die Schauspieler machen ihre Sache teils sehr gut (Wasikowska, Goode), teils befriedigend (ensetzlich fratzenhaft: Nicole Kidman).
8,5/10


Byzantium

Neil Jordan kleines Vampirepos mit zwei bezaubernden Hauptdarstellerinnen dass dieses Finale nicht gebraucht hätte um einen gutes Abschluss zu haben. Schöne Bilder mit ungewöhnlichen Vampiren in einer galanten Story mit kleinem Zugeständnis an den kommerziellen Zuschauer.
7,5/10

"Wenn ich jetzt sterben würde, was würdest du machen?" -"Ich würd dich nicht sterben lassen!"

StS

Zitat von: Inspektor Yuen nach 29 Dezember 2014, 21:17:47
Stoker
Endlich Park Chan Wooks US Debut gesehen und mich im Nachhinein über seine Drehbuchwahl gefreut. Der Film läuft über mit Spielereien und unglublich schönen Bildern, teils poetisch mit wahrer Sinnhaftigkeit teils sinnlos aber schön.
StS würde hier seinen patentierten Wortbaustein "Style over Substance" einbauen, welcher hier auch gut passt allerdings ist die Story auch nicht somschwach um diese auf den ersten Blick zu entlarven.
Die Schauspieler machen ihre Sache teils sehr gut (Wasikowska, Goode), teils befriedigend (ensetzlich fratzenhaft: Nicole Kidman).


Hihi, stimmt schon. Sowohl bei "Stoker" als auch "Byzantium" stimme ich mit Dir überein - die hatte ich so ja auch schon ausführlich in der Ofdb besprochen. Feine Filmchen. "All the Boys..." sehe ich allerdings stärker. Ein guter Slasher, der viel von seiner feinen Stimmung profitiert...  ;)
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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Wolfhard-Eitelwolf

Torture Chamber

Sehenswerter Besessenheits-Slasher, der über eine tolle, permanent bedrohlich wabernde Soundkulisse und teils sehr atmospärische Spannungs-Passagen und Sets verfügt. Verschnaufpausen gibt es (ebenso wie erwähnenswerte Goreszenen) erstaunlicherweise praktisch keine und das ist durchaus ein Problem, da das Aufrechterhalten der Spannungskurve und des "Drives" die Macher an ihre Grenzen treibt). So fehlt am Ende auch das gewisse Etwas, vielleicht auch ein zusätzliches Maß an Dunkelheit bzw. Ruhe und man wird das Gefühl nicht los, dass hier noch mehr drin gewesen ist. Dennoch ein für Allesseher interessanter Genrevertreter aus der B-Ecke. Die 18er-Freigabe wirkt unverhältnismäßig.

(6/10)

Medicus Extended Edition

Bildgewaltiges Epos, dass zwar nicht besonders tiefgründig und actionreich daherkommt, aber allein durch die Wucht der Bilder bzw. atemberaubenden (Landschafts)Kulissen, die durchaus sympathischen Charaktere und die erfrischende Story zu keiner Minute langweilig wird. Eine erstaunlich positive Überraschung zum Jahresausklang.

(8/10)


Mr. Blonde

Highway zur Hölle (1991)

Extrem einfallsreicher B-Horror-Roadmovie-Sci-Fi-Western-Cocktail, der nicht nur wirklich charmant ist, sondern auch ein paar nette Nebenrollen zu bieten hat. Neben Jerry Stiller und Sohnemann Ben wird einem auch Nervensäge vom Dienst Gilbert Gottfried als Adolf Hitler angeboten. Sowieso ist der Humor sehr grotesk und abgefahren. Stichwort: "Ich bin der Eismann!"  :LOL: Es ist bei mir schon ewig her, dass ich den hier gesehen habe und ich bin überrascht, wie gut der sich gehalten hat. Das Ganze wirkt prinzipiell wie eine Troma-Produktion, nur mit Niveau, weniger Gewalt und professioneller umgesetzt. Bei allem Einfallsreichtum ist die Idee grundsätzlich doch etwas abgefahrener, als der eigentliche Plot leisten kann. Hier und da wünschte ich mir dann schon etwas "größeres". Da macht sich wohl das niedrige Budget von nur 8 Mio. Dollar bemerkbar. Prinzipiell hätte der Handlungsrahmen für 1001 Möglichkeiten gereicht.

Nichtsdestotrotz immer noch ein gut gealterter Geheimtipp, der vor allem durch die Kreativität Laune macht. Hier darf man auch gerne mal die Handschellen wörtlich nehmen und der Höllenbulle ist ein extrem unterbewerterter Horror-Bösewicht.

7/10

Der müsste mal von OFDb Filmworks rausgebracht werden. Kann doch nicht angehen, dass das Ding noch keine vernünftige Auswertung auf deutsch erfahren hat.


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Newendyke

Edge of Tomorrow (NICHT Live Die Repeat)

Die Story dürfte bekannt sein, da das Szenario vom Komödienklassiker "...und täglich grüßt das Murmeltier" entliehen wurde. Cage (Tom Cruise, routiniert wie immer), ein Pressesprecher der Armee, wird zur vermeintlich finalen Schlacht gegen die herrschende Alieninvasion an die Front geschickt. Ohne jegliche Kampferfahrung findet er sich auf Frankreichs Strand wieder (WWII-Normandie-Verweis ist auch vom Chaos der Bilder mehr als gewollt), wo er weder Dank mangelnder Kampferfahrung viel ausrichten kann, noch auf seine "Kameraden" zählen kann. Doch bevor er ins Gras beißt, wird Cage von einem Alien infiziert und befindet sich daraufhin in einer Zeitschleife, die immerzu am Tag vor der Schlacht beginnt.
Dann geht es weiter wie in o. g. Komödie, Cage lernt dazu, Cage versucht verschiedenste Szenarien aus, um der persönlichen Hölle zu entrinnen, und er wird zum Frontschwein von der Kriegsheldin Rita (Emily Blunt) ausgebildet. Und es wäre natürlich kein Cruise-Vehikel, wenn er sich nicht vom totalen, wenn auch verständlichen Arschloch / Angsthasen zum Oberhelden weiterentwickeln würde.
Gut inszeniert, jedoch zum Schluss hin etwas zu unlogisch und das Ende... na ja... ist halt n Cruise-Film. Ein paar Lacher hatte der Film schon, da Cage div. Male ins Gras beißen musst, um den richtigen Moment für seine Handlungen zu finden (ich sage nur, 2x Mal Unfallopfer hehe)

7/10

Ich muss mir unbedingt das Buch holen, bin mal gespannt, wie das umgesetzt ist... oder eventuell den Manga, mal schauen.

PS: Lustig war bei uns folgende Unterhaltung; mein Weibi fragte mich, ob denn seine Filme überhaupt mit seinem "Glauben" konform gehen, und ich meinte nur, dass er ja als Produzent sehr viel Mitspracherechte bei der Geschichte hat und es sich schon entsprechend zurechtschneidern lässt. "Und solange keine brisanten Themen, wie Bluttransfusion oder Transplantation vorkommen, sollte es ja keine Probleme mit seinen S.-Freunden geben." Tja, da haben wir erst 20 Minuten vom Film gesehen...


Wyatt Earp

Kasdans Mär des wohl bekanntesten Gesetzeshüter des Wilden Westen (K. Costner) gefällt mir immerwieder richtig gut und nach jeder Sichtung wünschte ich mir eine Art Best of aus meinen Lieblingsszenen dieser Adaption und der von Tombstone. Ich sehe beide Filme auf Augenhöhe, wobei zweiterer um einiges ernster rüberkommt...
... aber Costner ist eben DER Westerndarsteller der 90er gewesen und ich würde ihn gerne in noch mehr solcher tollen Filme sehen (allen voran seinen Open Range!!!! *schwärm*), aber dafür fehlt heutzutage das einträgliche Publikum.

Super in solchen Filmen sind natürlich auch die Nebendarsteller (hier ganz toll, Michael Madsen, der fast gänzlich ohne seinen typischen Hundeblick auskommt!) und die Ausstattung.

8/10


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

Private Joker

7 Januar 2015, 12:44:36 #1277 Letzte Bearbeitung: 7 Januar 2015, 14:24:24 von Private Joker
Zitat von: Newendyke nach  7 Januar 2015, 10:04:23
Edge of Tomorrow (NICHT Live Die Repeat)


..


PS: Lustig war bei uns folgende Unterhaltung; mein Weibi fragte mich, ob denn seine Filme überhaupt mit seinem "Glauben" konform gehen, und ich meinte nur, dass er ja als Produzent sehr viel Mitspracherechte bei der Geschichte hat und es sich schon entsprechend zurechtschneidern lässt. "Und solange keine brisanten Themen, wie Bluttransfusion oder Transplantation vorkommen, sollte es ja keine Probleme mit seinen S.-Freunden geben." Tja, da haben wir erst 20 Minuten vom Film gesehen...




Also meines Wissen hat Scientology mit Bluttransfusionen kein generelles Problem, das sind die Zeugen Jehovas. Sc. lehnt wohl eher bestimmte medikamentöse Therapien speziell bei psychischen Krankheiten ab, da setzen die halt auf ihre "Schulungen" oder Selbstheilungen oder wie immer man das nennt.
Wer Film gewordene Scientology-Botschaft sucht, wird am ehesten bei Willi Schmitzsens "After Earth" fündig, diese "beherrsche deine Angst"-Kiste ist wohl ziemlich unverblümtes Gedankengut vom Hubbard.

Ach ja: Edge of Tomorrow - war für mich auch der beste "reine" SF-Film (also ohne Superhelden etc) seit längerer Zeit. Erstaunlich, dass Cruise das immer wieder finanziert bekommt, ein Riesenerfolg war das wohl eher nicht.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

StS

7 Januar 2015, 13:51:44 #1278 Letzte Bearbeitung: 7 Januar 2015, 14:00:21 von StS
Zitat von: Private Joker nach  7 Januar 2015, 12:44:36
Erstaunlich, dass Cruise das immer wieder finanziert bekommt, ein Riesenerfolg war das wohl eher nicht.


Platz 18 im Filmjahr 2014 ist dabei rumgekommen.  ;)

http://www.boxofficemojo.com/yearly/chart/?view2=worldwide&yr=2014
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Newendyke

Oh, da habe ich wohl die "Religionen" zusammengewürfelt... dachte nur ähnliches war der Fall, weswegen dann Travoltas Sohn auch tragisch verstarb.

Na ja, Cruise lockt sonst ja noch genug Leute ins Kino und mit dem nächsten MI-Outing wird er bestimmt wieder einige Pluspunkte sammeln, um solche Ausflüge wie Oblivion und EoT stemmen zu können.



"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

PierrotLeFou

Birkenau und Rosenfeld (2003)

Vom einstigen cinema verite-Star Marceline Loridan, die dann als langjährige Co-Regisseurin und Lebensgefährtin von Joris Ivens bekannt wurde und bei Godard oder Gitai geradezu Cameo-Auftritte absolvierte, kam 2003 - als sie bereits 75 Jahre alt war - die autobiographische Aufarbeitung ihrer Erlebnisse in Auschwitz, wo sie etliche Freunde und Angehörige verloren hatte... oder vielmehr: eine autobiographische Schilderung der Verarbeitung dieser Erlebnisse - zwischen Erinnern und Vergessen.
Anders als Spielberg bei "Schindlers Liste" konnte und wollte Loridan-Ivens vor Ort drehen, was auch völlig in Ordnung ist, da man hier keinen gelackten, auf suspense schielenden Tränendrücker in Szene setzen wollte, sondern vielmehr einen beinahe schon essayistischen Spielfilm über den Umgang mit Erinnerungen und Formen der Aufarbeitung. Die Produktion von Bildern spielt hier eine große Rolle und es macht Sinn, sich zuvor die Filme von Resnais, Lanzmann oder Godard anzuschauen; die Handlung kreist größtenteils um die Gespräche zwischen dem einstigen Opfer und dem Enkel eines Täters. Das ist sehr interessant und zugleich sehr entspannt und keinesfalls überfordernd oder bemüht... und sicherlich einer der besten Spielfilme über den Holocaust in den letzten 15 Jahren, der zunächst sehr "klein" und unscheinbar wirkt. Die große Anouk Aimee hat hier zudem eine beachtliche Altersrolle bekommen...
Zugegebenermaßen wirken manche Ideen der Hauptfigur (bzw. der Regisseurin) etwas befremdlich, aber weil es ja (so oder so) auch um eine sehr subjektive Konfrontation mit eigenem Leid geht, mag ich im Gegensatz zum Filmdienst nicht von "Kitsch" sprechen.
Auf jeden Fall ist der Film originell, innovativ und definitiv eine Sichtung wert. Leider wird der zumindest hierzulande bisweilen recht mies gemacht... (auf der OFDb hatte der nen Schnitt von 4,38... :icon_eek: ) vermutlich, weil er Einfühlungsbereitschaft voraussetzt, ohne einen im Gegenzug mit einer packenden Spannungsdramaturgie zu belohnen... Ist ja auch eine Zumutung. :unknown:
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Private Joker

17 Januar 2015, 01:54:42 #1281 Letzte Bearbeitung: 17 Januar 2015, 02:00:33 von Private Joker
Con Game / Inumber Number

Kleine Action-Produktion aus dem noch leicht exotischen Filmland Südafrika, anders als Zulu aber ohne die Big Names im (so gut wie) All-Black-Cast. Auf dem FFF (was hat der da zu suchen ?) einigermaßen wohlwollend aufgenommen, aber ich bin nicht überzeugt. Klar, wirkt irgendwie rau, ungeschliffen, wer beim Anblick von ein paar echten Blutbeuteln statt MS-Paint-Blut schon eine feuchte Hose bekommt, mag zufrieden sein. Größtes Manko für mich eine Story, die schon vom Ansatz her wenig Sinn ergibt (aus "Rache" am Vorgesetzten bei enem Raubüberfall mit (wahrscheinlich) einigen Toten mal richtig abkassieren ?? - wobei das Vergeltungs-Motiv dann überhaupt nicht wieder aufgenommen wird. Der Coup selbst ist mit unprofessionell noch charmant beschreiben, incl. des Verhaltens unseres Helden. Und schließlich einfach das Geld zurückbringen und gut ist ??? Dabei sind immerhin drei Wachleute umgekommen.) Auch die ganze Undercover-Kiste ist wie meistens relativ unglaubhaft, aber als Grundlage für für ein oder zwei spannende Szenen (Stichwort Handy) reicht es.

5/10
(wenn es mal ein US-Remake mit etwas mehr Geld und Professionalität gegben sollte, würde ich durchaus noch mal reinschauen).


"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Newendyke

Lone Survivor

Ja, der Ausgang des Films wird schon durch seinen Titel und der ersten Szene, die keinen großen Spielraum für weitere Spekulationen zulässt, verraten, nichtsdestotrotz ist Peter Bergs Navy Seals-Einsatz in Afghanistan spannend inszeniert. Obwohl man sich für die vier Waffenbrüdern sehr wenig Zeit gelassen hat, diese etwas näher zu bringen, reichen die kurzen Exposés vollkommen aus, um mitzufiebern, denn was während des Einsatzes passiert, das schmerzt beim Zuschauen.

Einmal im Einsatz, um einen Taliban-Führer zu eliminieren, geht auch schon alles schief: Funk funktioniert in den Bergen nicht zuverlässig, das Gelände ist alles andere als strategisch vorteilhaft und dann kommt es zum unplanmäßigen Aufeinandertreffen einer Gruppe Hirten, die ihr Leben ganz sicherlich nicht wegen einer Handvoll Amis verlieren wollen. Falsche Planung bzw. Prognose zur Anzahl der Feinde trägt ihr übriges dazu bei, dass Luttrell und seine Männer ins Schwitzen und Bluten geraten; die Feuergefechte mit den Taliban sind blutig und die Fluchtwege am Berghang sind steil, hart und erbarmungslos. Das Pech verfolgt die Soldaten weiter, als ihre eigenen Leute versuchen zu Hilfe zu kommen, so dass Lattrell am Schluss von den wohl unwahrscheinlichsten Menschen Hilfe bekommt.

Das alles wirkt stellenweise unheimlich aufgesetzt und konstruiert, aber lt. Luttrells Buch und div. Aussagen des US-Militärs hat sich der Fall wohl sehr ähnlich abgespielt. Und ich kann mir einfach nicht hlefen, aber die Jungs, allen voran Marky Mark, sind mir einfach brutal sympathisch.

7/10 - trotz der "low budget"-Inszenierung bleibt das ein oder andere Auge nicht trocken und die üblichen SloMo-Pathos-Heldenszenen dürfen dann auch nicht fehlen (Murphys Abgang, als er der Basis die Koordinaten zukommen lässt).


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

lastboyscout

Viktor (2013)
Wurde wegen Gerard Depardieu noch schnell mitgenommen und wurde dann doch etwas enttaeuscht.
Schwankt viel zu sehr zwischen langsamen und ziemlich seltsam gestelzt anmutenden Fuellszenen in denen selbst Gerad seltsam deplaziert wirkt und Actionszenen in denen es nur so rummst und Alles auf der Leinwand explodiert.
Ziemlich unrunder Mix, leider nur bei einer 4/10 gelandet.

The Prey (2011)
Franzoesischer Thriller ueber einen Insassen der aus dem Knast ausbricht um seine Familie zu beschuetzen.
Wirklich stark gemacht, brutal, spannend, ziemlich realistisch und bodenstaendig gehalten.
Erfrischend anders, europaeisch gut halt.  ;)
8/10 Punkten

Venom (2005)
Ziemlich zusammengewuerfelter Horrorstreifen mit Zombies, Voodoo, Schlangen, Teen-Slasher, Geister-Besessenheit und Suedstaaten-Flair dank Louisiana.
Kann man als Horrorfan durchaus mitnehmen, Drehort weiss zu gefallen, paar blutige Kills, hielt mich bei der Stange.
6/10 Punkten

To Kill A Man (2014)
Chilenisches Drama/Thriller welches sich langsam entfaltet, aber eine unglaubliche Intensitaet an den Tag legt.
Keine Effektehascherei, gemaechliche Gangart, aufs Noetigste beschraenkt, man bekommt nicht Alles vorgekaut, wirklich erfrischend anders.
Auch das Ende sah ich so nicht kommen.
Dort wird auch erwaehnt das der Film auf einer wahren Begebenheit beruht . . .
Kann das jemand bestaetigen oder widerlegen?
Ach ja, gebe 8/10 Punkten

Winter In The Blood (2013)
Extrem starkes Drama ueber die Selbstfindung eines Blackfoot-Halbblut-Indianers mit dem Tod seiner Grossmutter, dem fruehen Tod seines Vaters und seines Bruders, dem Alkoholismus usw. usw.
Hier wird nie auf die Traenendruese gedrueckt, man fuehlt mit ihm, aber es wirkt nie kuenstlich aufgeblaeht.
Der Hintergrund der kargen Landschaft Montana's ergaenzt seine Reise perfekt.
Absolute Empfehlung, 8.5/10 Punkten

Interior. Leather Bar (2013)
Ehm, the heck did I just watch?
Netflix hatte mir den empfohlen weil ich As I Lay Dying sah, bei dem James Franco ebenfalls Regie fuehrte.
Natuerlich war ich sofort interessiert als es sich wie eine Dokumentation ueber den Friedkin-Klassiker Cruising anhoerte.

Stattdessen ist das eine Art von Eigeninterpretation von James Franco, was es wohl in den vierzig Minuten zu sehen gab, die um ein R-Rating zu erhalten, entfernt werden mussten.
Hm, was gibt es zu sehen?
So ungefaehr 45 Minuten Vorbereitung, Interview mit James Franco, Make Up, Kameraleute, und dann?
Gibt es so ungefaehr zehn Minuten Hardcore-Gay-Porn mit Allem was so dazugehoert.
Message? Keine Ahnung, sexuelle Freiheit, Gay-Rechte?
Was weiss ich, wirklich merkwuerdig irgendwie.
Weiss ja nichtmal wie ich das werten soll . . .


I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout

Newendyke

Puh, da hab ich mir im TV mal wieder zwei besonders gute Perlen angeschaut:

Die Mumie - Grabmal des Drachenkriegers
Li, Yeoh & Wong sind mal eben für diesen Hollywoodblockbuster verheizt worden, warum sollte es auch anders mit diesen großartigen asiatischen Martial Arts-Akteuren bzw. Schauspielern laufen?! Ich dachte mir schon zu Anfang, "Egal, jetzt ist halt die Bello statt die Weiz dabei, die Charaktere schablonenhaft wie Eh und Je und die CGI... nun ja, wie bei Teil 2.
Aber nein, es wurde noch schlechter, die CGIs waren unter aller Sau und die Story, puh, das lag nicht mal an der Einführung des Sohnemanns, um hier für etwas Dynamik zu sorgen, die im Grunde beliebig gewesen ist und keine große Spannung aufzubauen wusste. Bei dem Teil ist halt überall die Luft raus, weil es halt wieder nur ein Best of von Teil 1 & 2 (bzw. nur von Teil 1, da Teil 2 ja schon eine gnadenlose Kopie gewesen ist) war.
Zeitverschwendung... 3/10

Into the Blue
Fängt mit schönen Bildern an, geht aber schnell in die Richtung des Drogenthrillers mit den üblichen Schamützeln bei den Guten und den zuhauf gezeigten "du pisst mich an, ich piss dich an"-Szenen bei den Bösen. Alle "Überraschungen" waren mindestens eine Meeresbrise weit zu riechen, aber erstaunlich hart ging es dann zum showdown hin ab.
Der Film punktet vom Charisma Walkers (und ja, er wird mir irgendwie fehlen und ich nehm wohl zu FF7 lieber Taschentücher mit...) und den besagten feinen Unterwasseraufnahmen; der Rest war Standardkost.
5/10

Bruce Lee - A warrior's journey
Apropos charismatischer Typ: Bruce Lee ist und bleibt auch 40 Jahre nach seinem Tod irgendwie das Maß aller Martial Arts-Dinge. Bei ihm brauchts keine Schnittgewitter, um schnelle und schnörkellose Action zu zeigen. Der Mann hatte es bis in die Haarspitzen brutal drauf und war zudem auch noch ein unglaublich intelligenter und anscheinend integrer junger Philisoph. In dieser Doku geht es zur einen Hälfte um sein Leben als Kampfsportlehrer, seine Philosophie dahinter und seinen kommerziellen Durchbruch beim Film und die zweite Hälfte zeigt uns seine ursprüngliche Schnittfassung von "Game of Death". Diese geht etwas länger als wir sie vom 1978 zusammengeschusterten Film kennen und bietet auch noch alternatives Material sowie einen durch die Dialoge komplett anderen Ansatz. Einzig den treibenden Soundtrack von John Barry habe ich vermisst, aber das war's dann auch schon.
7/10


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

Chili Palmer

Zitat von: Newendyke nach  2 Februar 2015, 12:57:09
Der Film punktet vom Charisma Walkers (und ja, er wird mir irgendwie fehlen und ich nehm wohl zu FF7 lieber Taschentücher mit...) und den besagten feinen Unterwasseraufnahmen; der Rest war Standardkost.


Ich möchte noch zu Protokoll geben, dass er bei mir auch mit Jessica Alba im Bikini gepunktet hat, aber das bin wohl nur ich.
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

StS

Produzent, Story-Lieferant, Hauptdarsteller und Regisseur Oliver Gruner hat mit ,,Sector 4" (2014) einen inhaltlich wie stilistisch belanglos-öden Action-Streifen abgeliefert, bei dem im Grunde einzig die körperliche Verfassung des 1960 geborenen Franzosen zu überzeugen vermag. Die erzählte Geschichte ist dünn, unoriginell und uninteressant, die Performances der vor der Kamera agierenden Personen sind ebenso mau wie die zu vernehmenden Dialogzeilen - worüber hinaus viele Szenen prall gefüllt mit Klischees und unfreiwilliger Komik daherkommen und sich diverse Anschlussfehler plus arg billige CGI-Effekte erspähen lassen. Zu allem Überfluss besteht der Streifen im Prinzip nur aus zwei unaufregenden ,,Auslandseinsätzen" (inklusive amateurhafter, schwach choreographierter, viel zu dunkel präsentierter Action) und einer ausgedehnten Trainings-Sequenz dazwischen, im Zuge derer zigmal dieselben Bewegungsabläufe durchexerziert werden: Gähn. Ach, und Eric Roberts war ebenfalls für ein paar Stündchen am Set und hat seine Rolle fast vollständig im Sitzen sowie mit Telefon am Ohr abgeleistet. Kurzum: Ein mieses, langweilig-lahmes C-Movie, das man lieber meiden sollte... 

2/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

lastboyscout

Von den ganzen B-Movie-Recken hatte ich den ja uberhaupt nicht mehr am Schirm.
Aber danke fuer die Warnung, den werd ich dann wohl liegenlassen.
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StS

Zitat von: lastboyscout nach 12 Februar 2015, 08:21:20
Von den ganzen B-Movie-Recken hatte ich den ja uberhaupt nicht mehr am Schirm.
Aber danke fuer die Warnung, den werd ich dann wohl liegenlassen.


Zumindest ist "Sector 4" noch immer doppelt so gut wie seine vorherige Regiearbeit "Re-Generator", die über ne 1/10 echt nicht hinauskommt.  ;)

Eine positive Tendenz bei ihm ist also erkennbar.  :icon_lol:
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

An sich sind Horror-Filme aus deutschen Landen ja schon eine Seltenheit - wirklich sehenswerte indes geradezu non-existent (von einzelnen Ausnahmen vor dem zweiten Weltkrieg sowie in den '60ern und '70ern mal abgesehen). Der 2013er Genre-Beitrag ,,Zimmer 205: Traust du dich rein?" von Regisseur Rainer Matsutani (,,Nur über meine Leiche") folgt nun quasi dem vorgepflasterten Pfad von Werken á la ,,Autopsie" und ,,Wir sind die Nacht", bei denen es sich ja um Produktionen handelt, die sowohl inhaltlich als auch stilistisch unverkennbar an ,,internationale Vorbilder" angelehnt daherkommen - allerdings ohne deren jeweiligen Qualitäten (im Großen und Ganzen) sonderlich nahe zu gelangen. Zudem ist erwähnenswert, dass es sich hierbei um ein Remake des (offenbar nicht allzu bekannten) dänischen Grusel-Streifens ,,Kollegiet" aus dem Jahre 2007 handelt...

Das zugrunde liegende Drehbuch verärgert unmittelbar von Anfang an mit plump aneinander gereihten (alt-bekannten) Plot-Versatzstücken, Stereotypen, miesen Dialogen (die obendrein nicht selten ziemlich schlecht vorgetragen werden) und so mancher ungeschickt heraufbeschworener Vorhersehbarkeit: Wenn schon zu Beginn derart aufdringlich betont wird, dass die Hauptprotagonistin starke Psychopharmaka nehmen muss, kann man vieles im Hinblick auf den folgenden Verlauf (demnach) bereits an weit weniger als zehn Fingern abzählen. Dazu noch auffällige Klischees und Logikschwächen, ein Mangel an echter Spannung und Atmosphäre (nur einzelne Set-Pieces können in der Hinsicht punkten), eine mit rund 107 Minuten schlichtweg zu lang geratene Laufzeit sowie der generelle Eindruck, dass das alles einfach ,,viel zu Deutsch" wirkt und ausschaut - was nicht allein bloß daran liegt, dass man für einen zentralen Schauplatz einen alten grauen Plattenbau aus DDR-Zeiten auserwählt hat...

In der Hauptrolle legt Jennifer Ulrich (,,die Welle") eine relativ anständige Performance an den Tag - während die Nebendarsteller (unter ihnen Julia Dietze, bestbekannt aus ,,Iron Sky") allesamt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können. Der ,,übernatürliche Killer" sieht einigermaßen okay aus - trägt u.a. ein rotes, eventuell an ,,Don´t look now" angelehntes Kapuzenoberteil - doch folgen die Tötungen irgendwie überhaupt keinem konkreten Schema (bzw. Modus Operandi), sind überwiegend aber immerhin passabel anzuschauen. Mehr als ,,08/15-Kost" erhält man allerdings auch da nicht geboten - zumal einen gleich so einige Szenen unweigerlich an verschiedene gängige Slasher- und ,,J-Horror"-Flicks der vergangenen 18 Jahre erinnern. Ein Regisseur mit mehr Gespür für die Materie hätte vielleicht ein etwas besseres Ergebnis erzielen können - das vorliegende vermag jedenfalls nicht gerade zu überzeugen. Kurzum: Eine weitere deutsche ,,Genre-Totgeburt"...

Knappe 3/10   
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")