Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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Moonshade

Kaum zu glauben, aber: gestern "Metropolis" zum ersten Mal in meinem ganz und gar und durch geschaut.
Und trotz aller Fehler und Naivitäten: es war sensationell!
Dazu bedurfte es nur einer Kinoaufführung und dem neu struktuierten Elektroscore von Raphael Marionneau (http://de.wikipedia.org/wiki/Rapha%C3%ABl_Marionneau), der leider wohl nicht veröffentlicht wird, weil er von anderen Künstlern kompiliert wurde, aber für mich bis zum Ende der Zeit wohl als der definitive Score für diesen Film gelten wird.
Sensationell. Wer immer dazu noch mal Gelegenheit hat (Hannover war "sold out!"), anschauen!!!

Film: 7,5/10   
Score: 10/10!
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

ratz

Zitat von: Moonshade nach 25 Februar 2015, 10:36:22
Elektroscore von Raphael Marionneau (http://de.wikipedia.org/wiki/Rapha%C3%ABl_Marionneau), der leider wohl nicht veröffentlicht wird, weil er von anderen Künstlern kompiliert wurde, der ... für mich bis zum Ende der Zeit wohl als der definitive Score für diesen Film gelten wird.


Mit elektronischen (oder sonstigen neuen) Scores auf Stummfilmen hab ich auch gute Erfahrungen gemacht, das ist oft besser als irgendein konventionelles Geklimper oder zusammenkompilierte Hits aus der Epoche. Die Metropolis-Originalmusik von Huppertz ist allerdings nicht zu verachten, auch wenn sie nicht ganz so viel Ohrwurmpotential hat wie die Nibelungen-Musik (die kann ich immer noch aus dem Stand nachpfeifen).

Ich habe auch einen Klassiker erstgesehen:

Assault on Precinct 13

Nach einem ziemlich fiesen und schwer zu schluckendem Einstieg (Schießerei am Eis-Auto) gibt es dann eine ziemlich offensichtlich von Night of the Living Dead inspirierte Belagerungssituation (die Angreifer sind ja wirklich wie gesichtslose Zombies), die mit viel Testosteron und Galgenhumor durchgestanden wird. Gelegentliches hölzernes Schauspiel sorgt für den B-Charakter (Vater und Tochter im Auto  :icon_rolleyes:), aber insgesamt ein ansehnliches und spannendes Filmvergnügen. Auf der deutschen VÖ ist noch eine gelungener Arte-Essayfilm zu Laurie Zimmer drauf, der zwar die meisten Normalo-Käufer ratlos zurücklassen dürfte, aber das Mediabook unerwartet intellektuell aufwertet  :respekt:

Moonshade

Zitat von: ratz nach 25 Februar 2015, 11:42:11

Mit elektronischen (oder sonstigen neuen) Scores auf Stummfilmen hab ich auch gute Erfahrungen gemacht, das ist oft besser als irgendein konventionelles Geklimper oder zusammenkompilierte Hits aus der Epoche. Die Metropolis-Originalmusik von Huppertz ist allerdings nicht zu verachten, auch wenn sie nicht ganz so viel Ohrwurmpotential hat wie die Nibelungen-Musik (die kann ich immer noch aus dem Stand nachpfeifen).


Die Org-Partitur aus der Arte-Ausstrahlung finde ich auch gut, aber die setzt auf Dauer nicht so den Fokus - Marionneau hat das mit pumpenden und treibenden Beats unterlegt, die natürlich super zu den Maschinen passen - und er hat es auf das Bild und den Takt genau ausgependelt, so daß ich 150 Minuten wie fixiert war. Dabei hat er Dramatik gepusht, ohne es ZU emotional-kitschig werden zu lassen. Ist schon ein Event!
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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Hedning

Zitat von: StS nach 24 Februar 2015, 20:56:07sowie der generelle Eindruck, dass das alles einfach ,,viel zu Deutsch" wirkt und ausschaut


Warum soll man einem Film nicht ansehen, wo er spielt bzw. herkommt? Würdest du einem US-Film auch vorwerfen, dass er viel zu amerikanisch aussieht? Überragend finde ich den Film aber auch nicht, kann im Bereich Deutscher Horror eher "Der letzte Angestellte" von Alexander Adolph empfehlen.

StS

Zitat von: Hedning nach 25 Februar 2015, 13:44:23
Zitat von: StS nach 24 Februar 2015, 20:56:07sowie der generelle Eindruck, dass das alles einfach ,,viel zu Deutsch" wirkt und ausschaut

Warum soll man einem Film nicht ansehen, wo er spielt bzw. herkommt? Würdest du einem US-Film auch vorwerfen, dass er viel zu amerikanisch aussieht?


Nee, das nicht. Aber Actionfilme, die im Ostblock spielen bzw. dort gedreht wurden, finde ich in der betreffenden Hinsicht auch nicht gerade prickelnd. Ich fand die Optik (Locations und so) in dem Fall einfach nicht sehr ansprechend. Vielleicht wirkt das alles (auf mich) auch derart "langweilig", weil man solche Impressionen halt aus dem Alltag kennt. Anständig gefilmt, können deutsche Ortschaften und Städte in Filmen durchaus prima ausschauen - nur war das bei "Zimmer 205" imo nicht so...
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Wolfhard-Eitelwolf

Outpost 37 (1014)

Billiger B-Actioner mit kleinen SF-Einlagen  :doof:, die die Bezeichnung kaum verdienen. Außergewöhnlich ist hier einzig der durch Found-Footage- / Interview-Schnipsel "aufgelockerte" Handlung. (welche Handlung? Ich entdeckte nur wildes Geballer und dummes Geschwätz rund um eine der billigten Steppenlocations aller Zeiten - ein angeblich in Afganistan liegender Schrottplatz oder Schrebergarten?!). Am besten nebenher auf Tele5 laufen lassen!

3 / 10

Pieces (1982)

Aus der Mottenkiste emporgeholt und bei der Zweitsichtung als immerhin durchschnittlich unterhaltsam empfunden. Die 80er-Atmosphäre kommt 10 Jahre nach Erstsichtung noch skuriler rüber, die handgemachten Effekte erfreuen in Zeiten des CGI-Overkills umso mehr und selbst einen Hauch von Spannung konnte ich in der ein oder anderen Mordszene oder besser dem Gehetze davor ausmachen.

Gutmütige 5,5 / 10

lastboyscout

Wow, selten so eine unausgewogene Filmwoche gehabt.  :icon_rolleyes:

Lucifer's Angles (2014) machte den Auftakt.
Ach du meine Fresse was fuer ein abgrundtief schlechter Muell, denn Film kann ich das nicht nennen.
Leute foltern scheint ein Hobby der Macher zu sein, denn das wird so lange ausgewalzt dargestellt und sich darin gesuhlt, das ich nur den Kopf schuetteln konnte.
Doch
selbst Gorehounds wuerde das nicht zusagen, denn es sieht einfach nur fuerchterlich billig aus.
Absolute Warnung, hier passt garnix.
0/10 Punkten, hier gehe ich definitiv mit ein paar IMDB-Usern konform, das die hohen Bewertungen (ein paar 10/10) nur von den Machern kommen koennen.

The Deaths Of Ian Stone (2007)
Hm, auch wenn hier viele nur durchschnittliche Wertungen zueckten, so wurde ich doch ziemlich gut unterhalten.
Bin da bei einer flockigen 7/10 gelandet, nettes Tempo, gute Darsteller, und die Story fand ich definitiv nicht vorhersehbar.
War mal was Anderes.

The House At The End Of Time aka La casa del fin de los tiempos (2013)
Hier haben wir den ersten Film von Venezuela fuer mich.
Und das ist ein atmosphaerischer Horrorstreifen der sich gewaschen hat.
Gemaechlich geht es erst zur Sache, doch die Spannungsschraube wird da mehr und mehr angezogen, auch das Tempo nimmt etwas zu, jedoch ohne in die hektischen Gefielde abzurutschen.
Wirklich nett gemacht, selbst die Aufloesung wusste zu gefallen.
8/10 Punkten

Blood Ties (2013)
Brooklyn in den 70ern, Mann kommt aus dem Knast und will anfangs ein ehrliches Leben fuehren, doch das aendert sich extrem schnell, zudem ist auch noch sein Bruder ein Cop der ohne sein Wissen auf ihn angesetzt wird.
So muss ein Copfilm aussehen, ungeschoent, mit guten Haerten, gelungenen Charakterzeichnungen und einer mit viel Liebe zum Detail bedachten Inszenierung, die Settings und die Ausstattung sind einfach nur Hammer.
8.5/10 Punkten

The Perfect Host (2010)
Ziemlich netter Thriller mit ganz einfallsreichen Wendungen und wirklich guten Darstellern.
David Hyde Pierce hat mich umgehauen, der verkoerperte den psychopathischen Cop mit Bravour.
Ebenso ein gutes Ende, ziemlich frei von Klischees.
8/10 Punkten

Exam (2009)
Ah endlich, ich konnte mich ganz entfernt an den hier erinnern, aber der Titel wollte mir nicht einfallen.
Beim Netflix-Stoebern dann aufgespuert und natuerlich sofort gesichtet.
Und meine Erinnerung spielte mir keinen Streich, denn der Film ist sogar besser als ich dem Trailer ansah.
Extrem spannend, wirklich unerwartete Wendungen, die ziemlich unbekannten Darsteller beben gekonnte Leistungen und dazu noch ein ungewoehnliches Ende, bitte mehr davon.
8.5/10 Punkten


I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

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Hitfield

Renegade (I 1987)

Obwohl ich ein großer Fan des Duos Spencer/Hill und ihrer Solo-Projekte bin, ist dieser Film die ganzen Jahre und Jahrzehnte irgendwie an mir vorbeigegangen, wobei ich auch ihren gemeinsamen Abschiedsfilm "Die Troublemaker" oder Spencers "Aladin" bislang nicht gesehen habe.

Das ist jedenfalls ein typisches Vehikel für Terence Hill in seiner Rolle als oberflächlich raubeiniger Außenseiter mit einem goldenen Herzen und wohl eine der letzten derartigen italienischen Produktionen. Dasselbe trifft auch auf die Ulk-Synchro nach Rainer Brandt'scher Schule zu, die ich wirklich gelungen fand. Sicher eine der letzten ihrer Art - heute könnte man sich solche Freiheiten nicht mehr erlauben. 1987 hatte das Genre jedenfalls ihren Zenit langsam überschritten. Einige schöne Landschaftsaufnahmen und der gute Soundtrack u. a. mit Lynyrd Skynyrd runden die harmlose Unterhaltung ab. 6 / 10



V wie Vendetta (USA/GB 2005)

Zweitsichtung zum zehnjährigen Jubiläum. Ich kenne die Comicvorlage wie üblich nicht. Die Faszination der dagger time bei dieser Wachowski Brothers-Produktion (damals waren sie noch Brüder) als Variante der bullet time ist vorbei, dafür ist dieses Stilmittel inzwischen zu verbraucht. Davon abgesehen mehr denn je eine der anspruchsvollsten und intelligentesten Comicverfilmungen - sehr gut besetzt und geschrieben sowie glatt inszeniert. Die ausgezeichnete Kameraführung ist vom viel zu früh verstorbenen Maestro Adrian Biddle ("Aliens", "Die Braut des Prinzen", "Willow", "1492", "Event Horizon"). Mir ist bei der Erstsichtung gar nicht so bewusst aufgefallen, wie meisterhaft "V" seine ganzen Aktionen schon Jahre im Voraus geplant hat. Und alle Akteure - von den brutalen Straßenpolizisten über den Kommissar bis zu den intriganten Kabinettsmitgliedern und dem cholerischen Diktator - agieren letztendlich genau so wie von "V" vorausberechnet. 9 / 10


Buddy haut den Lukas (I 1980)

Solo-Projekt von Bud Spencer und Fortsetzung mit dem "außerirdischen Kleinen", der ohnehin leider einer von Spencers schwächsten Filmen war. Nachdem das SF-Genre lange als tot galt, wollten die Italiener wohl rechtzeitig auf den damals von Filmen wie "Star Wars" oder "Unheimliche Begegnung der dritten Art" ausgelösten SF-Boom reagieren. Die Science Fiction-Elemente, die sich zumeist auf die lächerlichen Frisuren und Klamotten der außerirdischen Prügelsandsäcke sowie auf alberne Toneffekte beschränken, sind dabei die Schwachpunkte des Films. Der Rest mit Spencer als gutmütigem Dampfhammer in der amerikanischen Kleinstadt ist ganz charmant, der kleine Junge herzallerliebst und harmoniert durchaus mit Spencer. Der Junge arbeitet heute nach dem letzten Stand übrigens als Finanzanalyst bei Merrill Lynch. Mit viel Spencer- und Nostalgie-Bonus noch 5 / 10.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

lastboyscout

Misbegotten (1998)
Mark L. Lester begiebt sich in Thriller-Gefielde ab, kann aber seine Actionkracher nicht leugnen wenn dann auf einmal Leute aufs blutigste erschossen werden oder gar in Brand gesteckt werden.
Samenspender entpuppt sich als Psychopath, kann man mitnehmen, ich fand ihn ehrlich gesagt ziemlich unterhaltsam.
Kevin Dillon gefiel mir in seiner Rolle.
6.5/10 Punkten

Misfire (2014)
Uff, der Name ist Programm.
Gary Daniels in einem lauen Lueftchen von Film der einen einfach nur zum Einschlafen bringt.
Langweilig, keine ordentlichen Kaempfe, die Schusswechsel sind diletantisch, einfach nur Schrott.
2/10 Punkten

Blackwoods (2001)
Uwe Boll wieder mal, der hier lief irgendwie immer an mir vorbei.
Die Umsetzung der zugegebenermassen doch irgendwie interessanten Story ist an sich nicht mal so schlecht.
Selbst das Ende wusste mir irgendwie zu gefallen.
Schon seltsam, manchmal ist es nicht kompletter Scheiss, nur weil Boll draufsteht.
4/10 Punkten

Mean Machine (2001)
Flotte Komoedie mit einem coolen Vinnie Jones und einem noch cooleren Jason Statham, wenn auch nur in einer kleinen Rolle.
Fuer zwischendurch ganz nett, kann sich aber nicht ganz mit Burt's Klassiker messen.
6/10 Punkten

A Hijacking (2011)
Extrem intensives Hochseedrama welches Captain Phillips wie ein billiges TV-Drama auf Lindenstrasse-Niveau aussehen laesst.
Wow, hat mich definitiv mitgerissen das Teil.
Was hier an Charaktertiefe gezeigt wird, da sollte sich Hollywood ne dicke Scheibe von abschneiden. Einfach nur wow.
Wenigstens hat sich Netflix gnaedig gezeigt und das Teil als OmU gezeigt.
9/10 Punkten

Life's A Breeze (2013)
Charmante Komoedie um eine irische Familie, die versehentlich Omas alte Matratze auf den Muell wirft.
Dummerweise waren ihre ganzen Ersparnisse darin versteckt.
Erfrischend normal gehalten, einfach nur ne Familie mit ihren Macken, Eigenheiten und Zankereien auf der Suche nach Glueck, Zufriedenheit und, ach ja, ner Million Pfund in ner Matratze.
8/10 Punkten


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Madball

Ich hab mir in den letzten Tagen mal wieder die Rambo-Teile angesehen!
Ist wirklich schon sehr lange her das sich vorallem Teil 2 + 3 sah.

Ich bin total begeistert  :dodo: Ist ja nicht so das ich mir die Teile zum ersten mal angesehen hab, aber so hatte ich die Filme irgendwie nicht mehr in Erinnerung, vorallem jetzt im direkten Verlgleich. Teil 2 + 3 waren in meiner Erinnerung die absolut überzogenen Teile. So emfand ich das nach dieser Sichtung nicht mehr.
John Rambo, also Teil 4, ist für mich einer der besten Actionfilme. Teils Kompromisslos, teils sehr Menschlich und ich fühle einfach mit  :respekt:

Hab mir jetzt gleich noch den Extendet Cut von Teil 4 bestellt, den hab ich bisher noch nicht gesehen.

First Blood: 9/10
Rambo 2 - Der Auftrag: 8/10
Rambo III: 7/10
John Rambo: 10/10

Wolfhard-Eitelwolf

A Million Ways to die in the West

Mit einiger Verspätung gesehen und was soll ich sagen, in einer geselligen, dem derben Humor nicht abgeneigten Runde war das schon teils eine äußerst heftige und gelungene Attacke auf die Lachmuskeln. Ok, manches war natürlich auch leicht zum Fremdschämen (Puffszenen) und einige zu ernste Szenen passten neben der zu langen Laufzeit nicht wirklich, alles in allem funktionierte das knallig bunt gefilmte Paket aber. Seths beschränkte schauspielerische Begabung empfand ich garnicht mal als Nachteil, passte imo sogar ganz gut zum dusseligen Schafshirten. "Irgendwie hat es das Schaf noch geschafft, zwanzig Dollar zu verdienen"... ich lag am Boden :D  :icon_mrgreen: :unknown: :respekt:  :LOL: :kotz:

8 / 10

lastboyscout

Hab mich da mal wieder im Horror gesuhlt und da so das unterschiedlichste an Land gezogen.

Angefangen wurde mit dem abgrundtief schlechten The Woods Within (2014)
Acht Teenager verbringen ne Nacht in nem abgelegenen Haus, am naechsten Morgen ist einer der Teenager tot, die anderen werden dann der Reihe nach abgemurkst.
Was fuer ein Muell, langweilig, schlechte Darsteller, schlechte Kamera, noch schlechtere Effekte, bitte ignorieren.
1/10 Punkten

Dann gab es Headless (2015), wobei es sich anscheinend um ein Spin-Off von Found (2012) handelt.
Erst gibt es nen ziemlich cooler Fake-Trailer, dann geht es ans Eingemachte.
Kannibalismus, extrem ausgewalzte Nekrophilie, Verstuemmelungen, und das Ganze mit extrem niedrigem Budget, aber doch irgendwie ganz gelungen.
Als gut oder unterhaltsam kann man das wirklich nicht beschreiben, hoechstens als interessant.
Und von daher bin ich bei einer 6/10 gelandet. Definitiv ziemlich starker Tobak.

Als Dritten im Bunde gab es The Canal (2014).
Cover und Beschreibung liesen mich auf einen 0815-Geisterhorror schliessen, jedoch wurde ich extrem positiv ueberrascht.
Das Ganze geht ziemlich flott vonstatten, Rupert Evans spielt hervorragend, Musik gefiel mir ausserordentlich gut und das Ende half dem Teil dann definitiv ueber den Durchschnitt.
Schwanke zwischen 7 und 8/10 Punkten.

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RoboLuster

The Canal verdient locker die 8/10! ;)  Hammer Film.

Headless ist ja wohl die überkranke "Scheiße"...  :icon_lol:  aber ziemlich gut gemacht, für das, was es sein soll, und in anbetracht des Budgets natürlich.
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

StS

Auf wahren Begebenheiten beruhend, ist ,,Bad Country" (2014) ein im Jahre 1983 angesiedelter Crime-Thriller (was man dem Streifen dank mangelnder Details jedoch kaum ansieht), der mit einer echt anständigen Besetzung aufzuwarten vermag (u.a. Willem Dafoe, Matt Dillon, Neal McDonough, Amy Smart, Tom Berenger und Bill Duke), aus deren Reihen die meisten allerdings nur bedingt engagiert bei der Sache waren, sowie von Regie-Debütant Chris Brinker in Szene gesetzt wurde, der im Vorfeld vor allem als Produzent (beispielsweise bei den beiden ,,Boondock Saints"-Flicks) tätig war und kurz nach den Dreharbeiten überraschend verstarb. Das Skript stammt ebenfalls von ihm - und markiert eine zentrale Schwachstelle der Produktion: Eine Story wie die erzählte hat man bereits relativ oft geboten erhalten, wobei man neue Impulse oder Ideen im Vorliegenden leider vergebens sucht. Obendrein bleiben die Charaktere durchweg oberflächlich und dienen die vielen Verstrickungen der Protagonisten (etwa die Interessen verschiedener Behörden) im Grunde bloß dazu, die Geschichte komplexer wirken zu lassen als sie tatsächlich ist. Dem Werk mangelt es an Fokus, Tiefe, echten Emotionen und ,,Gewicht". Zudem wirkt die Inszenierung recht uninspiriert und rein ,,zweckdienlich" in Szene gesetzt - was die Action und Locations mit einschließt (gerade der Süden Louisianas hätte eigentlich deutlich mehr Atmosphäre hergeben müssen). Wahrhaft schwach ist der Film dennoch nicht - was primär daran liegt, dass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt und keine wirklich herausragend schlechten Eigenschaften zu verzeichnen sind. Die Sache ist nur, dass die ganze Schose halt enttäuschend belanglos ausgefallen ist. Genre-Allesgucker können durchaus mal einen Blick riskieren - alle anderen haben aber eine Reihe besserer Veröffentlichungen ähnlichen Strickmusters zur Auswahl und sollten dann doch lieber gleich zu einer eben jener greifen...   

knappe 5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Wolfhard-Eitelwolf

15 Mai 2015, 16:39:14 #1304 Letzte Bearbeitung: 16 Mai 2015, 11:05:52 von Wolfhard-Eitelwolf
Zombiber

Große Erwartungen, mittlere Enttäuschung. Die titelgebenden Biber sehen zugegebenermaßen schon ganz witzig und zumeist handgemacht aus, verursachen aber nicht übermäßig viel Radau und Gekröse. Zwei bis drei kurze Lacher sind beim klischeebeladenben Blockhütten-Treiben der mäßig talentierten Darsteller drin, allerdings wirkt das penetrante Aneinanderreihen von F-Wörtern und Scherzen unterhalb der Gürtellinie zu gezwungen, als dass es wirklich witzig wäre. Muss man alles in allem nicht gesehen haben... 4-5 / 10

Falcon Rising

Abwechslungsreiche, für ein B-Movie wirklich gelungene Schauplätze (New York, Rio) und ein überzeugender Hauptdarsteller. Der Rest kommt leider nicht über Durchschnitt hinaus: Die Action ist eher unspektakulär und harmlos, abgesehen vom Shodown auch zu kurz, die Story hält keinerlei Überraschungen bereit, macht zu wenig aus den Schauplätzen und so manche Nebenrolle wirkt eher unglücklich besetzt oder gar überflüssig. Schade, da war mehr drin!

5-6 / 10

MMeXX

Zweite Chance

Von Susanne Bier und mit Nikolaj Coster-Waldau, Nikolaj Lie Kaas, Maria Bonnevie und May Andersen

Montag Abend ist OmU-Kino-Abend. Und dieses Mal ein richtiger Wohlfühlfilm für alle, die frisch Eltern geworden sind! Kindstod, Kindesentführung, alles was das Herz erwärmt und ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Jaime Lannister mit starker Leistung und Maria Bonnevie mit dem manisch-verrücktesten Blick, den ich die letzten Jahre sehen durfte und der locker die meisten Horrorfiguren in den Schatten stellt. Diverse große Bilder (Kinderwagen auf Straße vor LKW auf Brücke) wechseln mit teils hart an der Grenze vorbeischrammenden "Füllern" (1x Wasser und 1x Äste im Wind). Definitiv was für einen entspannten Abend zu zweit. Hier bleibt kein Auge trocken! 8/10

StS

,,Short Term 12" ist ein ganz wunderbarer ,,Indie" aus dem Jahre 2013: Ein bewegendes, authentisch anmutendes Drama mit einer absolut fantastischen Brie Larson in der Hauptrolle, welches sich seinem lebensnahen Thema (die Begleitung, Betreuung und ,,Festigung" auf die eine oder andere Weise ,,instabiler" Teenager) ebenso feinfühlig wie warmherzig annähert. Regisseur und Drehbuchautor Destin Cretton hat eigene (in einer solchen Einrichtung wie der aufgezeigten) gesammelte Erfahrungen in sein Werk mit einfließen lassen - was man dem Gesamtergebnis positiv anmerkt. Kurzum: Eine sensible, sympathische, facettenreiche und emotionale, niemals aber manipulativ anmutende kleine Film-Perle. Absolut sehenswert!   9/10 
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Hitfield

24 Mai 2015, 04:47:19 #1307 Letzte Bearbeitung: 24 Mai 2015, 04:51:07 von Hitfield
Für beide Filme habe ich trotz Google- und Forensuche keine eigenen Threads entdecken können.


Citizenfour

Der diesjährige Oscarpreisträger in der Kategorie Dokumentarfilm beginnt sehr gewöhnungsbedürftig mit einer anstrengenden Montage verschiedener Statements aus der Zeit vor Snowden, Gerichtsanhörungen, Impressionen von Überwachungsanlagen, Off-Kommentaren usw. Alles unterlegt mit einem brüllend lauten, düster wabernden Musikteppich, den ich vom Stil her nur schwer zuordnen kann. Vielleicht 'Electro-industrial' oder so. Die CIA nutzt derartige Mucke wahrscheinlich, um Gefangene auf ihren black sites zu foltern.

Wie auch immer: nach etwa zwanzig Minuten fängt sich die Doku zum Glück und findet endlich ihren Fokus, als Snowden Anfang 2013 anonym Kontakt mit Laura Poitras aufnimmt und Poitras ihrerseits den Journalisten Glenn Greenwald mit an Bord holt. Die folgenden Ereignisse dürften insgesamt allgemein bekannt sein. Was jedoch während der ersten Presseveröffentlichungen im Hintergrund ablief, Snowdens nähere Erläuterungen, sein tage-, fast wochenlanger Aufenthalt im Hotelzimmer, das er nie verlässt, die Diskussionen und Abwägungen unter Zeitdruck etc. sind interessant und zeigen einen sehenswerten Einblick in die Arbeit von Journalisten, die brisante Enthüllungen aufdecken. Wobei einige Aktionen Greenwalds nicht komplett durchdacht erscheinen, wenn man bedenkt, wen er da auf den Plan gerufen hat. In einigen Momenten habe ich gedacht, ein Wunder, dass Snowden es überhaupt aus Hongkong geschafft hat.

Später gesellt sich dann noch ein Rechercheur und Journalist des Guardian zu den Leuten im Hotelzimmer in Hongkong. Und nach Snowdens Endstation in Moskau wohnt man u. a. einer äußerst aufschlußreichen Beratungsrunde in Berlin mit einem halben Dutzend (US-)Juristen bei.

Zu den drei vielleicht bizarrsten Szenen zählen die zuvor erwähnte Beratungsrunde, bei der sämtliche Handys und Smartphones eingesammelt werden und im Kühlschrank landen; Snowdens rote "Zauberdecke", die er im Hotelzimmer überzieht, wenn er Passwörter und Schlüssel eintippt; sowie Snowden, der sich gerade frischmacht und anzieht, als er sich das erste Mal selbst auf dem riesigen Fernsehbildschirm auf CNN & Co. sieht.

Eine aus meiner Sicht wichtige Doku, die man gesehen haben sollte. Ob Held/Patriot oder Landesverräter: ohne Snowden würden die Beweise fehlen, welches Ausmaß die globale Überwachung und Datenanalyse längst angenommen hat, denn ähnliche Whistleblower und Kritiker aus den eigenen (NSA-)Reihen gab es schon vorher (v. a. William Binney und Thomas Drake), nur fehlte denen das entsprechende Datenmaterial. Wohlwollende, großzügig aufgerundete, ob der anfänglichen Startschwierigkeiten alle Augen und Hühneraugen zudrückende 9/10.





Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal

Die Prämisse des ersten Teils - und auch der erste Film ansich - war wirklich nett und gelungen. An den Erfolg des Originals mit über einer halben Milliarde weltweitem Einspiel konnte keine Fortsetzung anknüpfen. Immerhin ein halbes Jahrzehnt ist seit dem letzten Sequel vergangen. Dieser dritte und letzte Teil spielte am wenigsten ein, war aber trotzdem noch ein Erfolg. 127 Mio. US$ sind als Budget für eine Abenteuerkomödie aber ganz schön heftig.

Ich mache es kurz: besser als der zweite Teil (5/10), aber schwächer als der erste (6,5/10). Insgesamt solide Unterhaltung mit Starbesetzung (glänzt in seiner Nebenrolle: Ricky Gervais) und CGI-Overkill. Zum Glück bleiben die Charaktere ganz sympathisch und entwickeln sich gut weiter, wie das Ende der Ben Stiller-Figur zeigt. Lustig die Gastauftritte von Hugh Jackman und Alice Eve als sie selbst. Der Humor ist nicht immer ganz treffsicher, aber okay. 5,5 / 10
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StS

"Citizenfour" fand ich höchst mäßig. Hat mir so zu wenige neue Infos geliefert (und fällt damit in eine Sparte mit Moores "Fahrenheit 9/11") und war leider nicht halb so packend wie die Doku "We steal Secrets" (über Wikileaks). War imo so ein klassischer "wir setzen ein Statement"-"Oscar", den das Werk an sich nicht verdient hat. Das erste Drittel (mit der Kontaktaufnahme) hat mir noch am besten gefallen - bis Snowden persönlich ins Spiel kam.
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lastboyscout

Mein Update hier ist laengst ueberfaellig.

Ten (2014)
Also theoretischerweise haette ich nach dem Vorspann ausmachen sollen, sah wirklich uebel aus.
Da ich jedoch gleichzeitig ein bisschen Recherche auf der IMDB veranstaltete, sah ich eine 6/10.
Hm, ein amerikanischer Horror-Cheapo aus Rhode Island?
Der Film ist definitiv um Einiges mehr, extrem schraeg, creepy, wunderbar seltsame Musikwahl, Slasher und 70er-Horror-Einschlag.
Ehrlich gesagt, das Interview hier brachte mir den Film dann doch etwas naeher.
http://www.allthingshorror.com/2014/04/ten-interview-with-michael-j-epstein.html
6.5/10 Punkten, mal etwas Anderes.

Infidus (2015)
Wirklich herbes, italienisches, Amatuer-Drama der Firma Necrostorm, deren Hotel Inferno ich leider immer noch nicht gesehen habe.  :anime:
Ein paar der CGI-Effekte haetten sie sich schenken koennen beim Gore, ansonsten fand ich das Teil wirklich cool.
Defnitiv nix fuer Zartbesaitete.
7/10 Punkten

Tooken (2015)
Parodie auf die Taken-Reihe die ich annehmbar fand.
Die meisten Gags sind vorhersehbar, jedoch amuesierte ich mich genug um das Teil nicht auszuschalten.
Bin da leicht ueberm Durchschnitt gelandet, gnaedigerweise rutscht das Teil niemals in Wayans-Gefielde ab.
Man behaelt also die ein oder andere Gehirnzelle.  :icon_mrgreen:
5.5/10 Punkten

Stag Hunt (2015)
Ebenso ein sehr niedrig budgetierter (400.000 britische Pfund) aber doch ziemlich witziger Tier-Horror-Komoedien-Mix.
Auch wenn der Komoedienanteil weit in die zweite Haelfte reicht bis der Horror losgeht, so fand ich hier den Vorteil gegenueber anderen Low Budget-Filmen, das ich die Charaktere eigentlich mochte und die Chemie zwischen ihnen stimmte.
Man nahm ihnen ab, das sie langjaehrige Freunde sind, mit ihren Spannungen und Problemen in der Gruppe.
Der Horroranteil war okay, mehr aber auch nicht.
Insgesamt fand ich ihn ziemlich ansehbar, wobei der Komoedienanteil von deutlich hoeherer Qualitaet ist.
6/10 Punkten

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PierrotLeFou

The Theory of Everything

Der war natürlich gemessen an seiner Form keineswegs schlecht... die Darsteller(innen) machen nichts verkehrt, Kamera, Montage, Beleuchtung können sich sehen lassen, aber insgesamt wirkt das alles etwas baukastenmäßig zusammengeklatscht.
Das Universum in der Kaffeetasse, die Wendeltreppe als Spirale mit Sogwirkung, die übermäßige Betonung satter Farben... nichts davon ist sonderlich neu, die Kombination altbekannter Motive erfolgt scheinbar äußerst beliebig (ohne jedoch unpassend zu sein); die Dramaturgie stützt sich ganz konventionell auf das begabte Wunderkind und auf einen schweren Schicksalsschlag und pendelt dann irgendwo zwischen "Le scaphandre et le papillon" (2007) und "Mar adentro" (2004) hin und her.
Sieht nett aus, klingt nett, unterhält halbwegs, verschenkt aber die Möglichkeiten, die das Thema bietet, welches zwischen Wissenschaft und Religion über Wert und Bedeutung des Lebens sinniert... stattdessen gibt es erbauliche Phrasen und ein wenig Tränendrückerei, was bei dem verhandelten Schicksal auch nicht so schwierig ist... Insofern ist das im Grunde ein recht banaler Exploitationfilm.
Schwache 7/10 würde ich schon geben, aber die Begeisterung mancher Kritiker kann ich nicht nachvollziehen...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Wolfhard-Eitelwolf

Out of the Dark (2014)

Gruselhorror von der Stange um abgelegenes Anwesen, in welchem - bedingt durch eine gar fürchterliche Vergangenheit *gähn* - desnachts unheimliche Wesen ihr Unwesen treiben. Manchmal frage ich mich, was die Macher reitet, den gefühlt tausendsten Abklatsch des selben Themas runterzufilmen. Diese Motivation bei der Arbeit möchte ich mal haben... Out of the Dark jedenfalls st sicherlich kompetent gefilmt und bietet mit Kolumbien eine wenigstens nicht alltägliche Kulisse. Gespielt wird das Ganze auch ganz ordentlich, was aber leider nicht vor der gähnenden Langeweile bewahrt, die sich hier von Anfang bis Ende einnistet. Die Schocks lassen sich fast sekundengenau vorhersagen und stechen einzig durch ihre übertriebene Lautstärke hervor. Blut gibt es praltisch garnicht und Überraschungen erst recht nicht. Das Finale gehört sowohl in Sachen Action als auch Überraschung dann zum Schwächsten, was das Genre hervorgebracht hat.

Gnaz knappe 5 v. 10 der halbwegs gelungenen Technik wegen. Unerfahrene Zuschauer könnten sich sogar etwas gruseln...

Private Joker

14 Juni 2015, 11:43:44 #1312 Letzte Bearbeitung: 14 Juni 2015, 11:51:57 von Private Joker
Stretch (2014)


Offenkundig mit Mini-Budget vom "A-Team"-Regisseur gedrehter Tarantino-Verschnitt minus Action und Gewalt. Die Beteiligten hatten viel Spaß, das kann man im Abspann sehen, auf den Zuschauer überträgt sich der aber nur bedingt. Ein paar schräge Ideen, das ordentliche Tempo und reichlich namhafte Gastauftritte (The Hoff, Liotta, Reedus) + das vermutlich längste "Cameo" der Filmgeschichte (Chris Pine, der ca 30 Minuten Screentime hat, aber nicht im Abspann steht) sorgen für passable Unterhaltung, aber wirklich mitreißend, spannend oder witzig ist da kaum was. Und wenn es schon nicht für eine richtige Actionszene reicht, hätte das Drehbuch dann wenigstens ein oder zwei Überraschungen oder Twists bereit halten müssen.

So mit etwas Wohlwollen knapp 6/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

StS

Die Horror-Komödie ,,Cockneys vs. Zombies" (2012) ist im Grunde so schlicht gestrickt wie ihr Titel. Generell möchte ich an dieser Stelle (vorab) noch einmal anmerken, dass ich der Meinung bin, dass es inzwischen schlichtweg zu viele Zombie-Filme auf der Welt gibt. Mag sein, dass es tatsächlich manch einer als kreativ erachtet, wenn jemand wie Regisseur und Drehbuchautor Matthias Hoene im Zuge der Konzeption und Umsetzung seines Genre-Beitrags einfach offenkundige Vorbilder wie ,,Shaun of the Dead" und ,,Guy-Ritchie-East-End-London-Gangster-Movies" à la ,,Lock, Stock and Two Smoking Barrels" miteinander kombiniert - unglücklich und schade nur, wenn das Endergebnis letztlich dann einen derart belanglos-lahmen Eindruck erzeugt wie im vorliegenden Fall. Natürlich war mir von vornherein bewusst, dass weder mit herausragender Suspense noch effektiven Horror-Set-Pieces gerechnet werden durfte - gern aber hätte ich zumindest ein anständiges Maß an Originalität und Humorqualität geboten erhalten. Vorhersehbar stolpert die mit überwiegend uninteressanten Figuren bestückte Handlung von Punkt A nach B und präsentiert dabei sowohl diverse solide (aber unaufregend) arrangierte Splatter-Szenen als auch Gags der mehrheitlich banalen Sorte. Vereinzelte gelungene Momente wie die ,,rasante" Flucht eins Opas vor einem Untoten oder sich noch immer prügeln wollende Zombie-Hooligans markieren da echte (positive) Ausnahmen. Ernstere inhaltliche Ansätze und Botschaften - wie die Behandlung von älteren Menschen durch unsere heutige Gesellschaft oder jüngere Leute, die sich tatsächlich mal um diese Personengruppe sorgen und kümmern - verbleiben nicht mehr als oberflächliche Randerscheinungen. Wer von Zombie-Flicks generell einfach nicht genug bekommt und es außerdem vielleicht noch als lustig erachtet, sich ständig fluchende und in der zweiten Filmhälfte überdies auch mit großkalibrigen Waffen umherballernde Rentner anzusehen, der kann hier durchaus ruhig mal einen Blick riskieren. Aufgrund der handwerklich brauchbaren Umsetzung, punktuell amüsanter Augenblicke sowie einer gewissen Kurzweiligkeit gibt´s von mir abschließend dann doch noch 3,5/10.     
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Wolfhard-Eitelwolf

Running Scared

Nach Jahren mal wieder aus dem Regal hervorgeholt und verloren hat der Film kaum etwas von seiner Faszination. Immer noch eine klasse gespielte, von Anfang bis Ende mitreißende Tour de Force durch die Abgründe der nächtlichen Großstadt. Eine kleine Abwertung würde ich mittlerweile aber trotzdem vornehmen: Bisweilen ist mit das Ganze optisch / schnitttechnisch doch etwas zu hektisch geworden und auch das Drehbuch erscheint etwas zu überladen / überkonstruiert.

8,5 v. 10 (vorher 9)

Girlhouse

Mal wieder ein sehenswerter Slasher mit einem relativ unverbrauchten Szenario. Geboten wird neben viel nackter Haut zunächst einmal eine Stunde Leerlauf, die letzten 30-40 Minuten kommt dann aber mächtig Fahrt auf. Ein sehenswert maskierter und an Leatherface angelehnter, durchaus agiler Killer, klassisch-blutige Morde und sogar einige punktuell spannende Hetz- und Schleichpassagen im Girlhouse sorgen für unerwarteten Kurzweil. An der Inszenierung und den schauspielerischen Qualitäten kann man auch nur wenig aussetzen.

7 v. 10

Moonshade

"Coherence"

...im Mitternachtskino bei uns nachgeholt und trotz unscharfer Wackelkamera, Dauerimprovisation und wissenschaftlichem Wirrwarr recht begeistert gewesen von diesem Gedankenspielchen, das man für 50000 Dollar runter gerissen hat und das tatsächlich halbwegs realistisch bleibt.
Nichts für Effektfreunde oder Menschen, die glauben, das SF immer mit Schauwerten zu tun (zwei besonders tumbe Beispiele haben wir ja als Reviews/KKs in der ofdb leider), sondern um Aufmerksamkeit buhlendes Dialogkino, nicht immer logisch, aber sein Thema mit sicherer Hand auf die Spitze treibend.
Als OmU ein bisl nervig (ich habs lieber, wenn Synchronsprecher durcheinander reden, anstelle von dahinleiernden Amis mit vielen "You know..." und "Aaah..."-Lauten.), aber war sein Geld wert.
Langsam lerne ich die Cinema Obscure-Reihe schätzen.... 8/10
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RoboLuster

Oh ja, der Film war so geil! Bischen wie +1, aber noch "abgefahrener". Als ich dachte, ahja, die gibts alle zweimal, kams dann ja doch noch dicker. :D

Was meinst du eigentlich mit Gedankenspiel? Die Story, oder dass die alle auf der Droge waren? Die Story oder? Weil das es wirklich so ablief wie gezeigt, wurde ja ganz zum Schluss klar. Ich frag nur nochmal nach, weil mich das bei The Babadook schon irritiert hatte, weil du (und andere) meinten, das würde sich alles nur im Kopf der Frau abspielen (oder so ähnlich), wobei ich jedoch meine, das das gar nicht so klar ist, weil das Buch ja wieder da ist.

Ansonsten finde ich, du solltest wirklich mehr solcher Indie/Microproduktionen schauen, scheinst ja den "Käse" auch leid zu sein. ;)
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

Moonshade

Mit Gedankenspiel meinte ich, das die Spekulation über die Situation die eigentliche Substanz des Films ausmacht, weniger das, was wirklich "geschieht" (das wären dann die Schauwerte gewesen). Man muss stetig dranbleiben, um die möglichen Varianten nachvollziehen zu können, was dann dazu führt, dass dem Geschehen immer neue Dimensionen hinzugefügt werden.
Der Finnland-Wiki-Hinweis führt zu Schrödingers Katze (die es ja dann nicht ist) und dann zu den Doppelgängern, die dann zu den alternativen Realitäten, die dann zu den Zuordnungen des Rot/Blau, wobei immer noch Versatzstücke (Buch, Fotos, Zahlen, Tischtennisschläger, Ring, Überbelichtung) übrig bleiben, die noch geklärt werden müssen.
Der Film ordnet das so geschickt an, dass man (ohne Vorkenntnisse) erst mit den Protagonisten selbst auf die Lösung kommt, nämlich, dass der Komet keine Parallelwelten auftut, sondern nur für den Kreuzweg dahin (die dunkle Zone) verantwortlich ist, also praktisch die Passage bietet, die dann von den Hausbesatzungen genutzt oder teilweise genutzt oder überhaupt nicht genutzt werden. Was dann für die Figuren uninteressant geworden ist oder sowieso obsolet, weil sie alle aus verschiedensten Realitäten stammen.
Das alles gedanklich zuzusortieren, macht den Hauptspaß an dem Film aus.

Beim Babadook könnte es genauso gut sein, dass sie das alles hervorruft oder sie sich alles einbildet (Babadook als Manifestation ihres Wahnsinns), den der Junge mit seiner überreizten Phantasie gleich übernimmt. Das Buch ist kein sicheres Indiz, denn das kann sie (auf ihrer wahnsinnigen Seite) irgendwann selbst geschrieben und vergessen haben - denn sie sagt im Film, sie hätte literarische Ambitionen und früher Kinderbücher geschrieben.
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RoboLuster

22 Juni 2015, 16:38:03 #1318 Letzte Bearbeitung: 22 Juni 2015, 16:53:57 von RoboLuster
Schauwerte sind Schauwerte.^^

Hab mich vielleicht unglücklich ausgedrückt, die Story ist das, was da geschieht, und das ist in diesem Fall wirklich am meisten das hin und her Interpretieren der Figuren, ich wollte nur sicher gehen, was du mit Gedankenspiel meinst. Übrigens eine gute Umschreibung der Handlung. ;)

Das immer wieder neue "Lösungen" in den Raum geworfen (und fallengelassen) wurden, war für mich auch das Unterhaltsamste an der Sache, für Schrödingers Katze bin ich ja eh immer zu haben (war bei "John dies at the End" btw auch ganz groß).

Ich kann mich jetzt nicht mehr genau an die Gegenstände erinnern (ist immerhin auch schon fast ein Jahr vergangen), meine aber, dass die ebenso wie die Farben aufgeklärt werden können... ich glaube, da spielten noch Zeitebenen eine Rolle (gab ja auch nicht alles zu sehen, als "Fixpunkt" war ja nur das Haus gegeben, wo die Handlung stattfand).... ich sag nur, hier lohnt sich auf jedenfall mal ne Zweitsichtung. :D

Die Zahlen lassen sich btw ja recht einfach erklären, weil, wie du ja schon sagst, irgendwann alle Figuren gemischt untereinander gehockt haben.


+1  Kannst du ja auch mal gucken, ist halt die very light Version, und sehr viel mainstreamiger (und mit Teens, die imo aber in ordnung gehen [bis auf den Hauptdarsteller vielleicht)], aber auch ziemlich gut.


Achja, nochmal zum Babadook, ich meinte mit dem Buch, dass es doch wieder da war, nachdem die Frau es entsorgt hat (hatte die das nicht sogar vernichtet/verbrannt, oder nur in die Mülltonne geworfen? Jedenfalls war es doch später wieder da...

Aber das die das Buch selbst geschrieben haben könnte, das ist mir gar nicht aufgefallen.
;)
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Zitat von: RoboLuster nach 22 Juni 2015, 16:38:03
Achja, nochmal zum Babadook, ich meinte mit dem Buch, dass es doch wieder da war, nachdem die Frau es entsorgt hat (hatte die das nicht sogar vernichtet/verbrannt, oder nur in die Mülltonne geworfen? Jedenfalls war es doch später wieder da...
Aber das die das Buch selbst geschrieben haben könnte, das ist mir gar nicht aufgefallen.
;)


Letzteres (also ihre literarische Tätigkeit) wird auch nur in einem Nebensatz erwähnt, allerdings hieße es im Umkehrschluß, dass das Buch aus dem Nichts erschienen wäre oder der Babadook selbst das Buch da platziert hätte. Ist nur eine Variante. Mehreres ist möglich.
Zur Verbrennung: sie sieht ja auch zwischendurch Kakerlaken aus der Wand kommen, die dann beim Jugendamtbesuch plötzlich samt des Risses nicht mehr da sind...insofern kann man sich bei allen Bildern nicht völlig sicher sein... :icon_mrgreen:
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