Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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Stefan M

8 Dezember 2015, 23:07:07 #1350 Letzte Bearbeitung: 8 Dezember 2015, 23:08:41 von Stefan M
Wer mal was richtig Schlecht-Kurioses sehen will, sollte sich mal den Namen Neil Breen merken bzw. ihn bei Youtube eingeben. Dort findet man zwei Filme von ihm - "Double Down" und "I Am Here.... Now" -, die neue Rekorde in Sachen "Selbstdarstellung eines Filmemachers" aufstellen. Darin stilisiert er sich zum Übermenschen, der schlicht alles kann und das in schier unendlichen Monologen auch frank und frei erzählt, oder auch zu einer Art Gott hoch, daß man vor Fremdscham im Erdboden versinken möchte (in "Double Down" geht das sogar so weit, daß er sich in den eingeblendeten Vortiteln als einziger Schauspieler namentlich erwähnt und sonst nur noch ein "Produced, Written and Directed by Neil Breen" übrig hat).

Die Geschichten kann man schlichtweg nicht nacherzählen, weil sie vor unerklärlichen Szenen, die hinten und vorn nicht zusammenpassen, nur so strotzen. Mit haufenweise Archivmaterial, das sich qualitativ von dem selbst gedrehten Film deutlich unterscheidet, einem Dauer-Score als Hintergrundberieselung über die vollen 90 Minuten, permanenten Szenenwiederholungen, fragwürdigen Kameraeinstellungen (gerade während der seltenen Dialoge), Anschlußfehlern in Hülle und Fülle und durchweg unfähigen Schauspielern. Von den Darstellerinnen verlangt Breen stets Freizügigkeit, was aber immer aus strategisch günstigen Winkeln aufgenommen wird, so daß nie zu viel zu sehen ist. Die Damen haben sich offensichtlich in den Vertrag schreiben lassen, sich nicht nackt präsentieren zu müssen, und man merkt ihnen an allen Ecken und Enden an, wie unangenehm ihnen diese Szenen sind. Breen hat weniger Probleme mit Nacktheit und präsentiert sich gern halbnackt oder ganz nackt.

Ich will beileibe nicht behaupten, daß die Filme wirklich unterhaltsam wären, im Gegenteil: Sie sind teilweise sogar bodenlos langweilig, aber im nächsten Moment blitzen dann wieder so bizarre Augenblicke auf, daß man mindestens zweimal hingucken muß, um sie zu glauben. Garniert wird das mit beinahe unerträglicher Mystik und schmerzhaftem Kitsch.

Ich bin mir sicher, daß Breens Absichten hinter seinen Filmen nur die besten sind und er wirklich etwas erzählen möchte, was ihm am Herzen liegt, aber die Ergebnisse sind aufgrund seiner ekelhaften Selbstbeweihräucherung leider nur hochnotpeinlich geworden.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Wolfhard-Eitelwolf

19 Dezember 2015, 10:55:43 #1351 Letzte Bearbeitung: 19 Dezember 2015, 10:59:19 von Wolfhard-Eitelwolf
Jurassic World 2D (7 /10)

Nettes Remake des Erstlings, wurde durchgehend gut unterhalten. Allerdings besitzt das Original mehr Charme und Timing als die neuzeitliche CGI-Parade. Nicht immer ist "größer, größer" auch besser. Manchmal wünschte ich mir, es wäre schlicht nicht alles möglich am Computer, da mittlerweile grundsätzlich das Drehbuch leidet...

The Operator (6 / 10)

Annehmbarer Found-Footage-Grusel mit einer netten Grundidee. Allerdings macht der Streifen zu wenig aus seinem Potenzial. Atmosphärische Momente sind ohne Zweifel vorhanden, leider sind sie bis auf eine Ausnahme auch viel zu schnell wieder vorbei und so richtig "handfest" will die Bedrohung kaum werden. Für Komplettisten!

Universl Soldier - Day of Reckoning (8 / 10)

Gewann mit der zweiten Sichtung hinzu. Atmosphärische B-Action mit brachialer Gewalt, erstaunllich unpeinlichen Apokalypse Now-Anleihen und einem illustren Cast. Davon sollte es wieder mehr geben heutzutage!

Savage Streets (5 / 10)

Normalerweise bin ich ja Freund der 80er, aber dieses langatmige Machwerk mit Linda Blair will einfach nie so recht zünden. Einige Schmunzler bei den Schulszenen, viel Musik und ein nur minimaler Bodycount am Ende. Naja...

Creep (7 / 10)

Hat jetzt bei der Zweit- oder Drittsichtung doch etwas verloren. Inszenierung, Tempo und Effekte stimmen weiterhin, nur hat das Genre in Sachen Terror und Atmnosphäre mitterweile schlicht bessere Kaliber zu bieten. Dennoch macht es weiterhin Laune, Franka Potente durch die Londoner Kanalysation zu folgen.

Driven to Kill (6 / 10)

Gemessen am heutigen Output ist dieser eigentlich maue Seagal fast schon wieder ordentlich. Ein brutaler Finisher bleibt in Erinnerung, ansonsten gibt es einige eher unspektakuläre Shoouts und Dresche in seagaltypischer Ultra-Nahaufnahme. Schließlich will unser geschätztes Frettchen sich ja nicht mehr in voller Pracht vor der Kamera räckeln

PierrotLeFou

The Inevitable Defeat of Mister and Pete

Rühriger Film über zwei Kinder aus schwierigen Verhältnissen, die sich nach der Verhaftung der Mutter des älteren auf sich allein gestellt durchschlagen... leider kein Film über die Leiden der Figur des indischen Händlers, die ihre tagtäglichen Probleme mit kriminellen und/oder asozialen Jugendlichen & Kindern hat, im Moment seiner (harmlosen) Rache auch noch verhaftet wird und vom Drehbuchautoren und vom Regisseur wie ein Arschloch behandelt wird... Es ist zwar ein Film, der sich teilweise um ambivalente Charaktere bemüht, der aber mit seinem Interesse an den zwei Hauptfiguren doch sehr einseitig wirkt... Es gibt ein paar Parallelen zu neorealistischen Klassikern de Sicas, von deren Größe besitzt der Film aber leider gar nichts, eher schon übernimmt er deren Schwächen, pendelt nicht ganz geschickt zwischen krassem Realismus und kitschiger Sentimentalität und mündet dann auch noch in ein recht simples Happy End mit einer Moral, die in einem Drei-Zeilen-Dialog zum Ausdruck gebracht wird.
Dass keiner die 08/15-Story produzieren wollte und die Finanzierung daher etwas schwierig gewesen sein soll, scheint noch das sperrigste & unabhängigste Element des Films zu sein, der erstaunlich simpel gestrickt ist und inszenatorisch teilweise sogar vor abgestandenen, kitschigen Klischees nicht zurückschreckt...

Klingt jetzt wohl sehr abwertend, auf der Haben-Seite gibt es immerhin einen hohen Unterhaltungswert, einprägsame Schauspieler(innen) und (trotz aller Konventionen) eine zumindest solide Inszenierung... 6-7/10
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

lastboyscout

Hat sich ja doch Einiges angesammelt, also versuche ich es kurz und knackig zu halten.

Blood Rage aka Nightmare At Shadow Woods (1987)
Wirklich gelungener Thanksgiving-Slasher der ein paar ziemlich harte und gut gemacht Spezialeffekte aufzubieten hat.
Musikalisch schlaegt er voll in die 80er Kerbe, gefiel mir wirklich gut.
Kann die Arrow Video-BluRay nur empfehlen.
Gebe so 7/10 Punkten

The Texas Chainsaw Massacre (1974): 40th Anniversary Edition BluRay
Klassiker in umwerfender Qualitaet in einer wirklich huebschen Digipack-Verpackung.
Horrorherz, was willst du mehr?

Some Kind Of Hate (2015)
Dank nem Kumpel auf Netflix mitgenommen und wurde wirklich ueberrascht.
Sehr netter Dreh an der ueblichen "I was killed and came back as an angry ghost until my demands are met."-Leierei.
Wirklich mal was Anderes.
Schwanke zwischen 6 und 7/10.

In A Glass Cage (1986)
Ach du meine Fresse, das Teil ist schon herb, wirklich Nichts fuer Zartbesaitete.
Schwer sowas zu beurteilen, wuerde aber bei einer 8/10 landen.


Last Shift (2014)
Eine weitere, extreme Ueberraschung auf Netflix.
Hoert sich beschissen an, wartet aber mit wirklich gelungenem Spannungsbogen, unheimlichen Szenen und sehr gut gewaehlter Musik auf.
Und die Hauptdarstellerin passt.
Definitive Empfehlung, 7/10 Punkten

The Brood (1973)
David Cronenberg, Siebziger, Criterion Collection, was will man mehr.
Kaufen Leute, Kaufen!
8/10 Punkten

Bastards aka Les Salauds (2013)
Wow, was fuer ein Trip, die Franzosen schiessen den Vogel wieder mal ab.
Das Teil hat mich manchmal fast an Lynch erinnert.
Und ehrlich gesagt manche Szenen waren ziemlich verwirrend, diese Erklaerung hier half dann etwas:
http://www.imdb.com/title/tt2821088/board/nest/233829816?ref_=tt_bd_2
Gibt 7/10 Punkten

Cruel & Unusual (2014)
Eindringlicher Film mit ungewoehnlicher Herangehensweise ans Sterben und was nach dem Tod passiert.
Erfrischend anders, knappe 7/10 Punkten

Legend Of Hell House (1973)
Zurecht ein absoluter Klassiker, immer wieder gut.
8/10 Punkten

Dark Star: H.R. Giger's World (2014)
Interessante Dokumentation ueber eine absolute Legende.
Absolute Pflicht fuer jeden Horrorfan.
8/10 Punkten

Mea Culpa (2014)
Egal wie hart die Amerikaner sich versuchen, kleine Thriller die mit unglaublicher Wucht daherkommen hat niemand so drauf wie die Europaer, hier mal wieder die Franzosen.
Geht ordentlich zur Sache, passt einfach Alles.
Gibt ebenfalls 8/10 Punkten

Let Us Prey (2014)
Was fuer ein absolutes Brett, ohne angezogene Handbremse von Anfang bis Ende.
Englischer Thriller mit heftigem Gore-Einschlag und guter Story bei deren Ende man schon mal ins Diskutieren kommt.
Hat mich unglaublich gut unterhalten, 8.5/10 Punkten

Dark Touch (2013)
Hoert sich wie ne 0815-Story an, aber die Ausfuehrung hat sich gewaschen.
Wo andere Filme viel zartbesaiteter mit der Materie umgehen, gibt es hier so gut wie keine Lichtblicke.
Wirklich grimm und erfrischend anders als der uebliche Genrebrei.
7/10 Punkten
P.S.: Auf keinen Fall von der niedrigen IMDB-Wertung abschrecken lassen.  :respekt:

Kristy (2014)
The Strangers-Anleihen sind unuebersehbar, aber die Wahl des Drehortes (komplettes Schulgelaende waehrend Ferien), dazu noch die Wehrhaftigkeit des "Opfers" gibt es ein kleines Einod von Thriller das sich wirklich sehen lassen kann.
8/10 Punkten

Blood Glacier aka Blutgletscher (2013)
Was fuer ein abgefahrenes Teil. Ein oesterreichischer Horrorfilm auf B-Niveau bei dem ich fast Traenen lachte.
Die Politikerin ist ja wohl der absolute Brueller. Die Szene mit der Banane, mwahahahaha.
6/10 Punkten

This Film Is Not Yet Rated (2006)
Hat diese Dokumentation doch schon einige Jahre auf dem Buckel, so ist dieser (versuchte) Blick hinter die Kulissen der MPAA schon blutdrucktreibend fuer jemand der gegen Zensur ist.
Wer kein Geld fuer die DVD ausgeben will, kann sich das Teil auf youtube ansehen.
8/10 Punkten

Häxan: Witchcraft Through the Ages (1922)
Absolut hervorragender Film bzw. Mockumentary (duerfe wohl der richtige Ausdruck sein) ueber die Entstehung bzw. Entwicklung von Aberglauben usw.
Sehr empfehlenswert mit unerwartet heftigen Szenen.
8/10 Punkten
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout

MMeXX

So, nun auch den letzten Kinobesuch 2015 getätigt: Mr. Holmes (OmU) (+ Vorfilm: A Single Life)

A Single Life ist herrlich witzig und hat zudem kleine Details zu bieten (bspw. ein Buch "Time is on my Side" von Marty McFly oder "Bad Timing" von Fred Astaire). 9/10

Mr. Holmes ist dann eine gigantisch große leistung von Ian McKellen, allein seinetwegen lohnt sich der Film. Ansonsten geht es - Holmes' Alter entsprechend - eher gemächlich zu und nach und nach entfalten sich die drei Erzählebenen ("Jetzt", "Letzter Fall vor 35 Jahren", "Japanbesuch vor kurzem"). Es gibt mal keinen riesigen Twist, sondern eine geradlinige Erzählung, wobei auch Holmes selbst natürlich noch etwas lernt - was mir nicht so ganz passen wollte. 7/10.

Moonshade

Letzte Kinobesuche dito:

"Mr Holmes":
Wunderbare Leistung von McKellen, der ein wunderschönes "anderes" Portrait eines möglichen "realen" Holmes vorlegt und das Drama nicht der Sensationslust opfert, sondern als Film Verstand und Gefühl vereint.
Mag man für unspektakulär, unwichtig oder öde halten, ist imho aber sehr schön inszeniert und strahlt viel Würde aus. 7,5/10

"Carol"
Oscarverdächtige Leistungen der weiblichen Leads, aber eben (da huschen die Weinsteins durch die Credits) genau deswegen jetzt platziert. Macht aber nichts: superintensive Darstellung, Vermeidungen der typischen Klischees (das war schon bei Highsmiths Vorlage so!), eine große sexuell-emotionale Untiefe. Sehr geschmackvoll und erlesen, doch mit zwei Stunden Laufzeit setzen die jammernden Streicher dann irgendwann zu häufig ein, betonen das intime Drama über Gebühr, während Mara zum x-ten Mal durch verregnetes Autofenster starrt und Blanchett eine nach der anderen raucht.
Haynes inszeniert wunderbar, aber das Interesse erodiert irgendwann in Richtung Plotauflösung, was in dieser Produktion mehr als unvermeidbares Übel erscheint. Topnote möglich, ich fand es aber lediglich "gut" - optisch aber ein Fest für die Augen. 7/10
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

manisimmati

Zitat von: Moonshade nach 29 Dezember 2015, 12:42:15
"Carol"
Oscarverdächtige Leistungen der weiblichen Leads, aber eben (da huschen die Weinsteins durch die Credits) genau deswegen jetzt platziert. Macht aber nichts: superintensive Darstellung, Vermeidungen der typischen Klischees (das war schon bei Highsmiths Vorlage so!), eine große sexuell-emotionale Untiefe. Sehr geschmackvoll und erlesen, doch mit zwei Stunden Laufzeit setzen die jammernden Streicher dann irgendwann zu häufig ein, betonen das intime Drama über Gebühr, während Mara zum x-ten Mal durch verregnetes Autofenster starrt und Blanchett eine nach der anderen raucht.
Haynes inszeniert wunderbar, aber das Interesse erodiert irgendwann in Richtung Plotauflösung, was in dieser Produktion mehr als unvermeidbares Übel erscheint. Topnote möglich, ich fand es aber lediglich "gut" - optisch aber ein Fest für die Augen. 7/10


Carol war auch meine letzte Sichtung, und ich würde dem Film 9 von 10 Punkten geben. Die Chemie zwischen Mara und Blanchett ist elektrifizierend. Haynes hat hier einen mustergültigen erotischen Film gedreht: einen langsamen, stilvollen, subtilen und doch intensiven Steigerungslauf sexueller Spannung. Längen habe ich erst gegen Ende gespürt; Maras Autofenster-Gesicht hätte ich mir volle zwei Stunden lang anschauen können, haha. Ein wunderschöner, warmer Winterfilm. Ich bin unbedingt dafür, dass Rooney den Oscar abstaubt!
"Human beings are divided into mind and body.
The mind embraces all the nobler aspirations, like poetry and philosophy.
But the body has all the fun." (Woody Allen)

lastboyscout

Blacula (1972) und Scream, Blackula, Scream (1973)
Ich hab die Teile bisher immer vermieden weil ich immer dachte die waeren uebelster Schrott.
Hab sie dann halt mal auf Amazon Instant fuer lau mitgenommen und war schwerstens ueberrascht.
Fuer die fruehen Siebziger sind da ein paar wirklich anstaendige Horrorszenen zu verzeichnen.
Und gnaedigerweise rutscht das Ganze niemals ins Laecherliche ab, das sind ernsthaft gemeinte und wirklich unterhaltsame Horrorfilme.
Definitiv mal nen Blick riskieren.

We Need To Talk About Kevin (2011)
Wow, ist ne Weile her das ich so einen verstoerenden Film sah.
Da koennen sich die meisten Horrorflme ne dicke Scheibe abschneiden.
Vor allem als Vater einer viereinhalbjaehrigen Tochter ist es teilweise schon ziemlich schwer anzusehen.
Tilda Swinton ist unglaublich intensiv.
8/10 Punkten
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manisimmati

Sukeban Deka (1987)

In diesem japanischen Film kämpft eine Gruppe von Schulmädchen gegen eine oberböse Verbrecher-Organisation. Die Waffe der Hauptfigur ist ein Jo-Jo. Ein Jo-Jo! Muss man noch mehr sagen? 10 von 10 Punkten! ... in Trash-Massstäben, natürlich. Nein, eigentlich ist der Film auch als Trash nicht besonders vergnüglich. Ein paar Lacher liegen durchaus drin, aber sonst ist der Plot eher mau, wenn auch nicht unsympathisch. Aber ernsthaft: Ein Jo-Jo? Wiesooo? 3/10.

Sukeban Deka 2 (1988)

Der zweite Teil von Sukeban Deka - jetzt mit 200% mehr Jo-Jo! Wieso tue ich mir das an? Ach ja, weil ich auf seltsame japanische Filme stehe. Immerhin sind Regie und Plot des zweiten Teiles wesentlich dynamischer; auch die Choreographie der Kampfszenen hat sich erheblich verbessert. Genauer gesagt: Es gibt eine Choreographie. Aus der Trash-Perspektive macht Sukeban Deka 2 dann doch recht Laune: Die »Girl Cops« ziehen einige abstruse Kampf-Moves ab, der Bösewicht macht Robert Pattinsons patentiertem Starren in Twilight alle Ehre und wir bekommen die unbeholfenste (Quasi-)Kussszene der Filmgeschichte serviert. Kurzum: Ganz nett, aber auch nicht mehr. 5/10.

Charade (1963)

Zweitsichtung. Eine geniale Mischung aus Thriller und romantischer Komödie, mit der Stanley Donen Hitchcock-Niveau erreicht. Das Script ist pointiert schwarzhumorig, der Plot verschlungen elegant und die Bilder sind schlicht zum Anbeissen. Audrey Hepburn und Cary Grant spielen ein amüsantes wie spannungsreiches Katz und Maus-Spiel. Als Sahnehäubchen hat der Film eine meiner liebsten Opening Credits. 10/10.
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But the body has all the fun." (Woody Allen)

Hitfield

31 Januar 2016, 23:43:45 #1359 Letzte Bearbeitung: 31 Januar 2016, 23:46:24 von Hitfield
Zweitsichtung via VoD nach fast 19 Jahren. Der Film feiert dieses Jahr übrigens sein 20-jähriges (!) Jubiläum.


Maximum Risk (1996, von Ringo Lam)

Der Film fängt mit dem unerwarteten Tod von Jean Claude van Damme an. Wieder einmal gibt es aber einen Zwillingsbruder, der sich in Nizza und New York City mit der russischen Mafia und dem FBI herumschlagen muss...

Ringo Lams US-Debüt wirkt angesichts der heutigen Sehgewohnheiten mit seinen ganzen Oldschool-Stunts und -Nahkämpfen, die hauptsächlich aus Kampfsport-Kicks, Springen über oder Abrollen auf Motorhauben bestehen, ein wenig wie aus der Zeit gefallen, da sich die Action auch gleichzeitig vom Goldstandard der 80er-Jahre ("Die hard", "Lethal Weapon", "48 Stunden", "City Cobra", "Phantom Commando") unterscheidet und ihre Hongkong-Einflüsse nicht leugnen kann.

Wie dem auch sei: gemessen am B-Movie-Actionfilm der 90er Jahre und vor allem an dem, was die Herren van Damme, Lundgren oder Seagal in den Folgejahren noch so alles abliefern sollten, ist "Maximum Risk" ein wirklich ordentliches B-Action-Movie mit solide ausgearbeiteten Charakteren, Story und Dialogen. Der 25 Mio. US$ teure Film wirkt nicht billig, was man von vielen anderen van Damme-Werken nicht gerade sagen kann. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass van Damme während der fünf bis sechs Jahre von "Universal Soldier" über "Harte Ziele" und "Sudden Death" bis eben zu "Maximum Risk" auf dem Höhepunkt seines Schaffens war, was die Kommerzialität und das Produktionsniveau seiner Filme angeht. Hier ist er mir erstmals sogar als Schauspieler positiv aufgefallen.

An seiner Seite übrigens die rattenscharfe Natasha Henstridge in ihrer zweiten Rolle nach ihrem "Species"-Debüt. Ihre Rollenwahl erwies sich im Laufe ihrer Karriere als katastrophal. Sie hat eher mit Albert Pyun und Christopher Lambert gedreht als mit Roland Emmerich und Will Smith "Independence Day"; statt der weiblichen Hauptrolle in "Men in Black" hat sie zwei Fernsehserien den Vorzug gegeben usw. Oh je.

Mir gefiel der Film ehrlich gesagt besser als bei der Erstsichtung 1997, wo ich ihm 5/10 gegeben habe. Jetzt locker 6,5 / 10 und wohl definitiv einer von van Dammes besten Filmen.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

PierrotLeFou

Suffragette

Am Anfang sah es schon sehr danach aus, dass jedes erdenkliche Klischee bemüht wird und dass jeder entsetzliche Extremfall in den 100-Minuten-Film gequetscht wird, damit ein besonders bedrückendes Bild entsteht. Aber wenn man einmal von dem durch & durch widerwärtigen Arbeitgeber absieht (der sicherlich seine Entsprechungen in der damaligen Realität haben dürfte), dann wurde die billige Masche doch relativ glücklich umschifft: Der Inspector gerät ins Grübeln, als sich der Umgang mit inhaftierten Suffragetten im Hungerstreik per demütigender & gewalttätiger Zwangsernährung verschärft; gegen Ende macht er einen ausgesprochen mitleidigen, hilf- & ratlosen Eindruck... und der Ehemann ist letztlich kein hartherziger Unmensch, sondern ein recht verletzlicher Mensch, der dem Druck seiner Umgebung nicht mehr standhalten kann. Carey Mulligan und Helena Bonham Carter wirken in ihren Rollen sehr charismatisch - Meryl Streep hat einen wundervollen Auftritt als ausgesprochen damenhafte Rebellin...
Inszenatorisch gab es ein paar starke Höhepunkte (Zwansernährung, Pferderennen), die Filmmusik schwankt recht krass zwischen Zurückhaltung und Rührseligkeit.

Wieso der Schluss, der die Einführung des Frauenwahlrechts in diversen Länden chronologisch ordnet - große Lacher hat die Schweiz ziemlich weit unten mit "1971" erzielt! -, mit "Saudi-Araben 2015 - ist im Gespräch" endet, zugleich aber Aserbaidschan (1919) unterschlägt, weiß der Himmel... Angesichts der aktuellen Islam-Debatten wäre das sicher eine faire Geste gewesen...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Reiben

Max - Bester Freund. Held. Retter. (2015)

Als Jugendabenteuer funktioniert der Film noch, obwohl er daran krankt, dass die zweite Hälfte zu unrealistisch, zu actionlastig und zu lang ist. Die amerikanisch-patriotischen Werte, die einem vor allem zu anfangs präsentiert werden, werden zum Teil überraschend hinterfragt, was aber nicht heißt, dass der Film irgendeine Tiefe hätte. Dazu macht man noch einen argen Spagat zwischen Klischees und politischer Korrektheit, was gepaart mit der moralinen Art erstaunlicherweise irgendwie an TKKG erinnert.

Das alles klingt sehr negativ, aber letztlich ist der Film primär eben doch ein Jugendabenteuer und das hat mich zumindest soweit unterhalten, dass es am Ende für eine 5/10 reicht.
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

StS

,,the Age of Adaline" (2015) hat mich wahrhaft positiv überrascht, als sich der Film als ein absolut sehenswertes romantisches Liebesdrama (u.a. über Vergänglichkeit und Sehnsucht, inklusive eines unaufdringlichen Fantasy-Einschlags) entpuppt hat, das in Sachen Ausstattung, Optik, Locations und attraktive Menschen nicht nur exquisit anzusehen ist sowie mit einer feinen Besetzung aufzuwarten vermag - allen voran Blake Lively, die hier schlichtweg umwerfend auftritt, und Harrison Ford, der schon ewig nicht mehr so gut war - sondern überdies auch mit zunehmender Laufzeit immer besser (u.a. im Sinne von ,,emotional reichhaltiger") wird...

8/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Mr. Blonde

Und wie gefiel dir die junge Ford-Version, Anthony Ingruber?


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StS

Zitat von: Mr. Blonde nach 17 März 2016, 23:43:00
Und wie gefiel dir die junge Ford-Version, Anthony Ingruber?


Hatte nichts an ihm auszusetzen. Die Ähnlichkeit war/ist auf jeden Fall vorhanden bzw. fast schon erstaunlich.
Eigentlich könnten sie ihn ja gleich einfach mal fürs Han Solo Prequel casten...  ;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
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RoboLuster

Zitat von: StS nach 18 März 2016, 08:45:28
Eigentlich könnten sie ihn ja gleich einfach mal fürs Han Solo Prequel casten...  ;)

Genau das wollte Mr.Blonde lesen.  ;)


Joa, also den Film werde ich auch iwan mal sehen, der Trailer hatte mir schon sehr gefallen (und ich mag Blake Lively. Hey die ist immerhin mit Deadpool verheiratet und hat sogar ein Kind von ihm). :respekt:
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

PierrotLeFou

Trumbo

Ich war der einzige Mensch im Kinosaal... gestört hat dafür allerdings das deutlich vernehmbare Wummern aus der Osho-Disco nebenan... Egal. Der Film war toll... besser als "Hail, Caesar!" und - der ohnehin nicht so pralle - "Life" (um mal zwei andere Filme der jüngsten Zeit zu nennen, die sich den Filmstars der 50er Jahre widmen), relativ fair und ausgeglichen, mit tollen & starken Darsteller(innen)-Auftritten (die nicht zu sehr hervorgekehrt werden), ausgestattet mit liebevollen, kleinen Details für Cineasten, zugleich aber auch für weniger kinobegeisterte Zuschauer(innen) vollkommen geeignet; angenehm ruhig & zurückhaltend (& inszenatorisch unauffällig) und zugleich durchgängig unterhaltsam. Sicher kein Meisterwerk, aber ein ziemlich guter Film - und ein Denkmal für einen Menschen, der solch einen Film verdient hat...

Hätte man in dieser Form wohl eher nicht vom "Austin Powers"-Regisseur erwartet... :D Und der scheinbar auf actionreichere TV-Serien spezialisierte Autor liefert vielleicht keine Trumbo-Großartigkeiten ab und bleibt insgesamt reichlich konventionell (dass der Film irgendwann auf seinen Beginn Bezug nimmt, scheint da schon der ambitionierteste Ansatz zu sein!)... aber der Stoff und die Figuren und die Besetzung werten das Ganze ziemlich auf.

(Und Kirk Douglas-Darsteller Dean O'Gorman würde ich gerne in der James Bond-Rolle sehen, wenn Craig mal aufhören sollte...  :icon_lol: )
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

vodkamartini

Zitat von: PierrotLeFou nach  2 April 2016, 03:40:12
(Und Kirk Douglas-Darsteller Dean O'Gorman würde ich gerne in der James Bond-Rolle sehen, wenn Craig mal aufhören sollte...  :icon_lol: )

Verblüffende Ähnlichkeit, könnte man die Craig-Bonds rebooten, macht in Zeiten von Spiderman 28 durchaus Sinn.  ;)
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

MMeXX

Indiana Jones and the last Crusade

Nun erstmals im Kino gesehen. Krass, was einem da so für Sachen auffallen. Die letzte Sichtung daheim dürfte auch vor Jahren gewesen sein. Auf jeden Fall ließen sich Zusammenspiel von Connery und Ford sowie vor allem die Musik sehr gut genießen. Den besten Spruch hat trotzdem noch immer Marcus Brody: "Water? No, fish make love in it." :rofl:

McClane

Wobei das eine Abwandlung eines alten Zitats von W.C. Fields ist: "I don't drink water. Fish fuck in it."

Trotzdem ein grandioser Film.
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

Moonshade

Monster-Uni: niedlich, aber abgedroschener animierter Uni-Film, mit Highlights. 6,5/10
Liberace: nett aufgerüscht und für die Darsteller sicherlich gewagt, aber letztendlich falsch gewichteter Film, der seine Hauptfigur total vernachlässigt. 4/10
Dylan Dog : gewollt chandleresker Billigkäsekuchen aus der Vampir-vs-Werwolf-Schmiede, den Buffy schon 10 Jahre früher besser konnte und der dank Nebendarsteller nervt wie ein Jucken am Arsch, während man auf der Streckbank liegt. 3/10
Man nennt mich Hondo: Sind sie John Wayne oder bin ich das? Selten gezeigt, interessant wegen 3D-Kamera, aber scheußlich klischeehaft auf der einen, halbwegs sorgfältig auf der anderen Seite (Apachen). Zwittergewürge. 5/10
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

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MMeXX

Zitat von: McClane nach  3 April 2016, 12:31:59Wobei das eine Abwandlung eines alten Zitats von W.C. Fields ist: "I don't drink water. Fish fuck in it."
Aha, wusste ich nicht. Aber danke für die Info.

StS

Generell verfügt die neuseeländische Horrorkomödie ,,Deathgasm" (2015) über einen recht guten Ruf. Leider aber entpuppte sich der Streifen im Rahmen des Sichtens (auch unabhängig dieser ,,Ausgangslage") als eine weitestgehend enttäuschende Angelegenheit. Nicht allein nur die Drehbuch-Vorlage kommt arg vorhersehbar daher: Im Prinzip kennt man so ziemlich alles, das einem geboten wird, bereits aus diversen anderen artverwandten Veröffentlichungen zu genüge - von den Figurenkonstellationen und Handlungsabläufen über die Beschaffenheit der Effekte bis hin zu den Gags. Weniger unnötiger (öde anmutender) Penis- und Dildohumor wäre hier übrigens deutlich ,,mehr" gewesen. Hier und da mal ein netter Moment - bspw. kann ich über Rollenspieler (so wie im echten Leben) immerzu gut schmunzeln und wird das Bild eines bestimmten Pärchens auf einer Parkbank nicht umsonst überall im Rahmen des Promo-Materials verwendet - insgesamt aber keineswegs wirklich inspiriert oder ,,frisch" anmutend, das Ganze. Es reicht nunmal nicht aus, einfach nur Klischees aufzugreifen und auf handgemachte Make-up- und Gore-F/X zu setzen - egal wie anständig geartet eben jene auch sein mögen. Schade.

tendenziell eher knappe 4/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Wolfhard-Eitelwolf

Gestern Enter the Void nachgeholt. Schon ein stark abgefahrenes, düsteres und überlanges Stück echter "Arbeit" mit einer enorm krassen Optik zwischen surrealen Drogenräuschen und heftigen Stroboskop-Attacken. Am Ende mischen sich dann auch noch dezenten HC-Einlagen in den Strudel der Extreme. So recht weiß ich nicht, was ich davon halten soll... erstmal 7 / 10

lastboyscout

Zitat von: StS nach  8 April 2016, 18:47:58
Generell verfügt die neuseeländische Horrorkomödie ,,Deathgasm" (2015) über einen recht guten Ruf. Leider aber entpuppte sich der Streifen im Rahmen des Sichtens (auch unabhängig dieser ,,Ausgangslage") als eine weitestgehend enttäuschende Angelegenheit. Nicht allein nur die Drehbuch-Vorlage kommt arg vorhersehbar daher: Im Prinzip kennt man so ziemlich alles, das einem geboten wird, bereits aus diversen anderen artverwandten Veröffentlichungen zu genüge - von den Figurenkonstellationen und Handlungsabläufen über die Beschaffenheit der Effekte bis hin zu den Gags. Weniger unnötiger (öde anmutender) Penis- und Dildohumor wäre hier übrigens deutlich ,,mehr" gewesen. Hier und da mal ein netter Moment - bspw. kann ich über Rollenspieler (so wie im echten Leben) immerzu gut schmunzeln und wird das Bild eines bestimmten Pärchens auf einer Parkbank nicht umsonst überall im Rahmen des Promo-Materials verwendet - insgesamt aber keineswegs wirklich inspiriert oder ,,frisch" anmutend, das Ganze. Es reicht nunmal nicht aus, einfach nur Klischees aufzugreifen und auf handgemachte Make-up- und Gore-F/X zu setzen - egal wie anständig geartet eben jene auch sein mögen. Schade.

tendenziell eher knappe 4/10


Ich bin da am anderen Ende des Spektrums gelandet.
Extrem flott, sympathische Hauptdarsteller, METAL, Zombies, Blut, lustig, ich fand den Film absolut schraeg-abgedreht.
Vor allem als sie bei den Eltern eintrudeln und kurzen Prozess machen
Gab ihm ne 8/10 Punkten, die 10$ fuer den BluRay-Blindkauf hab ich keinesfalls bereut.
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout

McClane

Bin da bei StS und war gerade nach den ganzen Vorschusslorbeeren relativ schwer enttäuscht von "Deathgasm". Der fängt eigentlich als charmante Außenseiterkomödie an, die mit viel Sympathie das Leben des "harten" Metallers in der Schulzeit untersucht. Leider wird daraus einer der typischen Funsplatterfilme, die wirklich so passgenau jedes Klischee erfüllen (das Wort "Dead" oder "Death" im Titel, Zombies oder Dämonen als Metzelmasse, Einsatz von Axt und Kettensäge), dass sie dem Genre jeden Fun austreiben. Leider sind alle Figuren außer dem Protagonisten herzlich egal, bei seinem besten Kumpel weiß man nie genau, ob der nun ein Arschloch sein soll oder nicht, und der Rest der Band sind eh nur Klischeenerds - vom ganzen Kanonenfutterrest reden wir nicht. Dazu noch jede Menge Witze über Titten und Tod auf Pennälerniveau, in Sachen Timing meist grandios versägt und herzlich originell. Auch als Metalfan finde ich das Thema Metal eher dürftig angegangen: In Sachen Poster scheint es nur Trivium und Cannibal Corpse zu geben, während die gespielte Musik fast nur die extremeren Varianten (hallo Grindcore und Gegröle) umfasst, auch was Texte und Musiktitel angeht, was nur einen Teil der Musik ausmacht, der gern das Klischee vom Bürgerschreck weiterträgt. Nett sind die an Metalcover angelegten Zeichnungen und Dämonen, die handgemachten Effekte sind recht gut, aber nichts, was man nicht schon zur Genüge kennt und die Folie für Gags und Geschmadder ist irgendwo zwischen egal und lustlos erzählt. Ich kann diese Filme, die gerne "Evil Dead" oder "Braindead" wären, aber nicht verstanden haben, was die über derbe Effekte hinausgehende Finesse von Raimi und Jackson war, echt nicht mehr sehen. (4/10)
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

RoboLuster

18 April 2016, 13:48:35 #1376 Letzte Bearbeitung: 18 April 2016, 13:52:08 von RoboLuster
Nur das sich Deathgasm nicht an Evil Dead und Braindead orientiert, sondern im Subgenre der Dämonen/Metal Filme der 80er aus Italien und USA verortet ist, wo es immer nur auf Effekte und "schlechte" Musik und Klamotten hinauslief. Darsteller und deren Charaktere waren auch nie der Stoff aus dem "Cineastische Träume" gemacht sind.

Deathgasm verdient seine Vorschusslorbeeren durchaus, denn sie kommen von Fans dieser Filme, und was die (endlich mal wieder) sehen wollen, bekommen sie hier zu sehen.

Ich nehme an, ihr habt die alten Stinker nicht gesehen, also wisst ihr auch mit Deathgasm nichts anzufangen.  ;)

Und was die Klischees betrifft... nach 10+ Jahren zwanghaftem Anti-Klischee Gehabe, war es fast schon wieder frisch, die alten Klischees zu sehen. Es wird wieder Zeit, wenn die Kühlschranktür zugeht, dann hat da ein fieser Meuchler zu stehen, hats jetzt lange genug in jedem Film gegeben, dass da bedrohlich nichts bedrohliches lauert. (gähn, ein Antiklischee das selbst zum Klischee wurde und eigentlich ziemlich doof ist das ständig wieder zu bringen)


Und "diverse andere artverwandte Veröffentlichungen" gab es schon seid zig Jahren nicht mehr, btw.  ;)


ps:  Und holy fuck! Das sind keine Zombies.^^   (2x Mal das ich das schreibe, und ich werde es wieder tun.)
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

StS

Zitat von: RoboLuster nach 18 April 2016, 13:48:35
Und "diverse andere artverwandte Veröffentlichungen" gab es schon seid zig Jahren nicht mehr, btw.  ;)


Naja, vergleichbarer Fun-Splatter-Krams halt.
Hätte auch mit Zombies nicht viel anders ausgesehen, der Film.
;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

RoboLuster

Jo, und Sokker würde sich auch mit einem Football nicht anders spielen.^^
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

McClane

Ich schrub ja Dämonen oder Zombies um zu verdeutlichen wie egal das bei diesen Filmen ist. Und mit "Dance of the Dead", "Dead & Breakfast" sowie "Dead Snow" plus Sequel fällt mir auf Anhieb schon reichlich vergleichbare Lauge aus den letzten Jahren ein, auch wenn es da Zombies waren. Für mich persönlich ist das aber relativ wumpe, ob da gerade ein Zombie oder ein Dämon irgendeiner Kanonenfutter-Nebenfigur die Wirbelsäule durchs Rektum rauszieht.
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

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