Rocker & Biker Filme

Begonnen von Retro, 21 Januar 2017, 02:36:40

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Retro

Update:

MOTORRAD - THE LAST RIDE



Einige befreundete Motorradfahrer wollen mit ihren Cross-Maschinen einen Trip zu einem abgelegenen See machen.
In dieser Gegend ist allerdings auch eine vierköpfige Motorrad-Gang unterwegs, welche von den Fremden nicht begeistert ist.
Mit Macheten und Ketten bewaffnet schnappen sich die vier Männer einen der Freunde und schlagen ihm den Kopf ab.
Danach eröffnen sie auf ihren Bikes die Jagd auf die anderen- und in der menschenleeren Gegend können sie nicht auf Hilfe hoffen...

Mit "Motorrad" kam ein derber Film aus Brasilien ungeschnitten auf den Markt, den man fast schon im Horror-Genre einordnen kann.
Psychoterror reicht hier nicht aus, es werden auch einige brutalitäten gezeigt.
Zusammen mit der perfekt passenden, zu Anfang schönen, später trostlosen Optik der Gegend wird eine unbequeme Atmosphäre geschaffen,
welche zusammen mit den fiesen, dank ihrer Helme anonymen eiskalten Killern so eher selten erreicht wird.
Ein böser, dreckiger Slasher mit gleich mehreren Killern, ein paar wirklich harten Szenen, relativ wenigen Dialogen,
einer dreckigen Farbgebung und zum Teil hektischen Schnitten, aber auch einigen ungewöhnliche Kameraperspektiven.
Der stets passend untermalende Soundtrack tut sein übriges dazu, dass man hier einen der besseren Filme dieser Art vor sich hat.
Das einzige, was man "Motorrad" vorwerfen kann, ist dass einige Fragen am Ende offenbleiben.
"Motorrad" ist kein schöner Roadtrip und nix für Weicheier- und eher für die Freunde böser Thriller und Horrorfilme geeignet.

8/10

Retro

Update:

BORN WILD (2013)



CJ Jennings saß lange Zeit im Knast, weil er ein Mitglied seiner ehemaligen Biker-Gang im Streit getötet hat.
Jetzt hat er seine Strafe abgesessen, und damit sein altes Leben hinter sich gelassen.
Er verschenkt sein Motorrad an den Mechaniker, der es für ihn aufbewahrt und gepflegt hat,
und trifft sich mit dem einzig guten Freund, der ihm von damals noch geblieben ist.
Dieser arrangiert ein Treffen mit CJ und seiner Ex-Frau Ricki, in der Hoffnung dass sich die beiden wieder näherkommen-
danach eröffnet er CJ dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, und begeht vor CJ's Augen Selbstmord.
Als wäre das noch nicht schlimm genug, erfährt CJ auch noch dass skrupellose Geschäftsmänner
die Kneipe von Ricki gezielt in den Ruin treiben, und er scheinbar auch einen Sohn hat von dem er nichts wusste.
Gemeinsam versucht die wieder zusammengeführte Familie nun die Kneipe zu retten und eine neue Existenz aufzubauen.

Wenn man sich das Cover und die kurze, fälschlicherweise nach Action klingende Inhaltsangabe auf dem Backcover ansieht,
und danach meine Inhaltsbeschreibung zu "Born Wild" liest, könnte man fast meinen es handelt sich um zwei verschiedene Filme.
Genau genommen gehört der Film nicht mal in diesen Thread,
da er aber dem Cover nach eben als actionreicher Bikerfilm vermarktet wird, erwähne ich ihn quasi als "Warnung".
Nein, der Film ist nicht wirklich schlecht, aber sehr ruhig erzählt- und sicher nicht das, als was er vermarktet wird.
Jedenfalls ist er kein "Bikerfilm", nur weil der Hauptdarsteller ein paar wenige Szenen auf einem Motorrad hat und mal in einem MC war.
Inhaltlich ist "Born Wild" ein Familiendrama, welches zwar mit eher unbekannten Darstellern besetzt,
aber durchaus gut gespielt ist- und nur in den letzten Minuten ein wenig Action bietet.
Lediglich die deutschen Sprecher sind, ausser bei den Hauptfiguren, teilweise ziemlich übel.

6/10

Retro

Update:

HELLS ANGELS ON WHEELS (1967) (Die wilden Schläger von San Francisco)



Poet (Jack Nicholson) legt sich gerade mit dem Besitzer der Tankstelle an, an welcher er arbeitet- als dort die Hells Angels zum tanken einfahren.
Diese sind zwar auf Krawall gebürstet und beschädigen erstmal den Scheinwerfer von Poet's Motorrad,
doch durch seine coole Reaktion und der Art wie er seinem Ex-Chef gerade die Meinung sagte wird er den Rockern sympathisch.
Er schließt sich den Angels kurzentschlossen an, muss aber schon bald feststellen, dass diese nicht nur zum Spaß pöbeln und prügeln-
sondern auch vor Mord nicht zurückschrecken. Das Problem: Poet interessiert sich für die Freundin des Anführers- und sie sich auch für ihn...

Ein Film mit Jack Nicholson, den echten San Francisco-Hells Angels samt deren bekanntestem Namen Sonny Barger- und einer FSK 18.
Das weckt ja wohl Erwartungen, oder? Leider werden diese nur teilweise erfüllt.
Der erste Fremdschäm-Moment kommt schon im Vorspann:
Da lässt doch glatt einer dieser unglaublich coolen Rocker seinen Hinterreifen auf einer Wiese durchdrehen. Das muss man erstmal schaffen.
Dann folgen ein paar Biker-Szenen, die deutlich sichtbar schneller laufen als sie gedreht wurden, was wohl rasant und cool wirken soll-
und das ganze wird auch noch von Beginn an mit einer teils peinlichen Blödel-Synchro samt unpassender gute-Laune-Musik gekrönt.
Immerhin macht sich Nicholson gar nicht so schlecht als Rocker, und auch die anderen Biker kommen (logischerweise) recht authentisch rüber.
Woher die FSK 18 kommt ist aber eher ein Rätsel, die Prügeleien (und teils auch Dialoge) bewegen sich eher auf Spencer/Hill-Niveau.
Das kann ja durchaus unterhaltsam sein und ist es teilweise auch, allerdings glänzt die Mitte des Films eigentlich nur mit Langeweile,
und einem "Hill-Climbing" samt Stock-Footage Szenen mit Darstellern und Bikes die im Film gar nicht vorkommen.
Das unglaublich blöde, schnelle Ende versaut dem Film dann auch noch den letzten Rest der Chance auf eine akzeptable Bewertung.

Die DVD von e-m-s ist leider nur ein Repack der (teils ziemlich unscharfen) "Best Buy Movie" DVD, die ja für miese Qualität bekannt sind.

4/10

Max Blank

Zitat von: Retro am 11 August 2019, 12:01:43Die DVD von e-m-s ist leider nur ein Repack der (teils ziemlich unscharfen) "Best Buy Movie" DVD, die ja für miese Qualität bekannt sind.
Der hat es immerhin schon auf Blu-ray geschafft:

(macht den Film aber auch nicht besser...:)

Retro

Jep, in 1,85:1 mit oftmals abgeschnittenen Köpfen... das macht den Film somit sogar eher schlechter.

Retro

Update:


EVEL KNIEVEL - EIN LEBEN AM LIMIT



Als Teenager war Bobby Knievel in den 50'er Jahren ein kleiner Gauner, der sich Geld mit Diebstählen verdiente-
und oft genug mit seinem Fahrrad vor der Polizei flüchtete- was ihm den Spitznamen "Evil" Knievel einbrachte.
10 Jahre später ist er mit einer Tochter aus gutem Hause verheiratet, Vater von zwei Kindern-
und verdient sein Geld neben der Arbeit in einer Werkstatt mit einer kleinen Motorrad-Stuntshow.
Aus Marketing-Gründen hat er seinen Namen in "Evel" Knievel geändert, was sich neutraler liest- aber immer noch wie "Evil" klingt.
Mit der Zeit wird er immer bekannter- und mit einem aufsehen erregendem Stunt in Las Vegas, einem Motorradsprung
über die Fontänen vor dem "Caesar's Palace" welcher aber missglückt, wird er zu so etwas wie einem Nationalhelden.
Trotz schwerer Verletzungen und einem Monat im Koma kämpft er sich zurück-
und erklärt beim verlassen des Krankenhauses seine nächste große Idee: Ein Sprung mit dem Motorrad über den Grand Canyon.
Zunächst stellt er aber noch einen Weltrekord auf, den Sprung über 19 Autos in einer Arena.
Sein Erfolg und das Ansehen wachsen immer weiter- gleichzeitig aber auch sein Hang zum Alkohol und zu Affären...

Unter der routinierten Regie von John Badham entstand 2004, als bereits kaum noch jemand den Namen Evel Knievel kannte,
dieses nur 90-Minütige Biopic im Auftrag eines amerikanischen TV-Senders.
Leider merkt man genau das dem Film auch an- viele Szenen wirken etwas billig, Teils CGI, teils mit einkopierten Hintergründen.
Das Budget war wohl nicht besonders hoch, aber immerhin hat man eine hervorragende Besetzung zusammengekriegt.
George Eads in Hauptrolle ist perfekt, Jaime Pressly als seine Frau Linda, sowie Beau Bridges und Lance Henriksen in Nebenrollen
können ebenfalls in ihren Rollen überzeugen.
Der Schwerpunkt des Films sind natürlich die berühmten Stunts, Evel's Jugend ist in wenigen Minuten abgehakt-
und generell kommt einem der Film etwas hektisch erzählt vor. Eine etwas längere Laufzeit hätte hier sicher einiges verbessert.
Immerhin kann man dem Biopic dadurch eines garantiert nicht vorwerfen: Langweilig zu sein.
Es werden auch immer wieder mal reale Szenen der echten Stunts gezeigt,
für Fans und interessierte kann man daher trotz einiger Mängel immer noch eine Empfehlung aussprechen.

6/10

Retro

Update:

MOTORCYCLE GANG (1994)



Ein paar üble Rocker unter der Leitung von Jake (Jake Busey) ziehen durch die Gegend,
suchen ärger, verkaufen Drogen und vergewaltigen Frauen wenn sie gerade Lust darauf haben.
Zur gleichen Zeit ist eine spießig scheinende kleine Familie mit jugendlicher Tochter unterwegs nach Los Angeles.
Natürlich kreuzen sich irgendwann die Wege der beiden Gruppen, und da Töchterchen ganz nett aussieht wird sie entführt.
Allerdings hat Papa Cal eine Vergangenheit bei der Armee hinter sich, die er eigentlich vergessen wollte-
aber wenn es um die Familie geht werden alte Verhaltensweisen und Problemlösungen eben wieder hervorgeholt...

Von dem Film hatte ich noch nie gehört, scheint ein TV-Film zu sein, ist nur beim Billig-Label "Cine Plus" erschienen
und hat ausser Jake Busey auch keine bekannten Gesichter zu bieten. Immerhin steckt John Milius hinter der Regie.
Das ganze ist zwar offensichtlich recht günstig produziert, aber akzeptabel besetzt, mit passenden Synchronsprechern ausgestattet-
und durch seine Vermischung von Roadmovie, Familiendrama und natürlich ein wenig Rocker-Gewalt doch ganz gut anzusehen.
Natürlich trieft es hier vor Klischees und die Geschichte bietet keine Überraschungen,
aber der Film kommt, wohl dank des erfahrenen Regisseurs, routiniert und ohne große Hänger oder sonstige schwächen rüber.
Kann man sich anschauen, man versäumt aber auch nichts, wenn man es lässt.

5/10

Retro

Update:

HARD RIDE - CROSSING THE LINE (1989)



Der jugendliche Ricky ist ein fanatischer Enduro-Fahrer, der alles daran setzt bei einem regionalen Rennen zu gewinnen.
Als sein bester Freund einen Unfall hat und ins Koma fällt, geben alle ihm die Schuld daran, inclusive dem Bruder des Unfallopfers.
Dieser versucht Ricky mit seinen Freunden einzuschüchtern, verprügelt ihn- und zündet seine Enduro an.
Doch der Vater von Ricky's Freundin hat einen Motorradladen- und so steht zum Renntermin eine nagelneue Enduro für Ricky am Start.
Als er damit das Rennen gewinnt und Ricky danach auch noch das Motorrad vom Obercoolen Böswutz anzündet wollen die Prolls natürlich Rache...

Das Cover ist hier mal wieder eine echte Mogelpackung und hat so ziemlich nichts mit dem Film zu tun.
Der "Action-Anteil", wenn man das so nennen will, sind ganze zwei kurze Verfolgungsjagden auf Bikes und jugendfreie Prügeleien,
der Rest besteht aus auf der Rennstrecke  Enduro fahren, dummlabern, zu typischer 80'er Mucke nichts tun, Werkstatt aufräumen oder Mädels glotzen.
In Nebenrollen sind erstaunlicherweise John Saxon, Cameron Mitchell, Vernon Wells und "Möchtegern-Bud Spencer" Paul L. Smith zu sehen.
Ganz schön viel "Prominenz" für so eine harmlose Jugendgurke mit Familiendrama-Anteil,
deren Ende einfach nur lächerlich ist- sowohl inhaltlich als auch von der optischen Präsentation her.

Mir liegt nur die VHS vor, auf DVD gibt es den Film unter seinem Originaltitel "Crossing the Line" mit einem Endurofahrer auf dem Cover.
Die Mogelpackung ist somit quasi VHS only.
Erstaunlich ist allerdings dass der Film auf DVD ausschließlich vom Billiglabel MCP erschienen ist- und inzwischen sehr hoch gehandelt wird...

3/10

Retro

Update:

DANGER ZONE - ZONE DES TODES



Eine Popgruppe bestehend aus sechs jungen Frauen hat einen Wettbewerb gewonnen und wird nach Las Vegas eingeladen um dort aufzutreten.
Allerdings streikt auf dem Weg dorthin das Auto der Mädels, so dass sie mitten in der Wüste liegenbleiben.
Auf der Suche nach Hilfe finden sie eine momentan verlassene alte Hütte am Rande einer alten, verfallenen Geisterstadt,
welche allerdings von einer kriminellen Motorradgang unter der Führung des brutalen "Reaper" (Robert Canada) genutzt wird.
Diese waren gerade unterwegs um eine Ladung Kokain eines Großdealers zu übernehmen,
kommen aber gerade zurück als die Mädels sich darin über die Vorräte an Bier und Bohnen (!!!) hermachen.
Mit den Mädels wollen die Biker später noch Spaß haben, doch jetzt steht erstmal eine neue Drogenlieferung an.
Als einer der Rocker mittels Störsender diese verhindert, wird er als Undercover-Cop Wade Olson (Jason Williams) enttarnt.
Nun stehen scheinbar ein Mann und sechs Mädchen gegen eine Motorradgang, weit ab in der Einsamkeit der Wüste-
doch da gibt es noch einen kauzigen Eremiten, der alleine mit seinem Hund in der Wüste lebt...

Ganz netter Actionfilm der ohne bekanntere Namen auskommen muss- seine Sache dafür aber ganz gut macht.
So manche Idee ist zwar etwas lächerlich (der Großdealer mit den Hasenzähnen)
oder vollkommen unlogisch (die Lieferung der Drogen über weite Strecken mittels ferngesteuertem Flugzeug)
und die Mädels scheinen komplett hirnlos zu sein, nerven jedenfalls teils unglaublich.
Dem passt sich auch der Soundtrack an: Teils passende Rocksongs, teils übelster Plastik-Pop mit Quietschgesang.
Immerhin sind die Aufnahmen in der Wüste auch was für's Auge und bilden einen netten Kontrast zu den (wenigen) Las Vegas-Szenen,
und die Biker kommen schön dreckig und einigermaßen authentisch rüber.
Insgesamt scheint der Film zwar offensichtlich günstig produziert, wofür er aber gut aussieht-
und immerhin so erfolgreich war, dass er zwei Nachfolger um die Figuren Wade Olson und Reaper nach sich zog.

6/10

DANGER ZONE II - DIE RACHE



Nachdem Wade Olson (Jason Williams) als Undercover-Cop die dealende Rockerbande rund um deren Anführer "Reaper" (Robert Random)
zerschlagen konnte, sitzt dieser im Gefängnis- während sich Wade seinem normalen Job widmet und Zeit mit seiner Freundin Donna verbringt.
Dummerweise kommt Reaper unerwartet aus dem Gefängnis frei- und hat natürlich nur einen Gedanken: Rache an Wade Olson.
Reaper versammelt wieder ein paar kriminelle Biker um sich und entführt Donna.
Nun wird es persönlich- weshalb sich Wade bei der Polizei ein paar Tage frei nimmt und als Privatperson den Reaper und seine Bande jagt...

Auch der zweite Teil pendelt Schauplatztechnisch zwischen Wüsten-Locations und Las Vegas, hat keine bekannten Namen zu bieten-
kommt allerdings insgesamt härter rüber als der Vorgänger- was ihm trotz FSK 18 wohl einige Schnitte einbrachte.
Musikalisch gibt es nichts zu meckern, die nervige und unpassende Hupfdohlen-Popmusik des Vorgängers kommt hier nicht vor.
Nur schade, dass der Darsteller des "Reaper" nicht mehr der selbe ist, der neue macht seine Sache aber gut- und sieht ihm auch ähnlich.

7/10

DANGER ZONE III - HARLEY BIKER TOWN



Der Reaper (wieder Robert Random) sitzt wieder im Knast, wird aber von seinen Bikerfreunden bei einem Gefangenentransport befreit.
Nebenbei erfährt man noch dass Reaper irgendwann zwischen dem letzten und diesem Film
wohl Donna, die Frau von Wade (wieder Jason Williams) umgebracht hat.
Ausserdem träumt Reaper auch noch von einer Stadt ohne Gesetz alleine für Biker welche er gründen will-
denn er ist an eine Schatzkarte gekommen, welche Hinweise zum Versteck von einer Menge Gold aus dem Bürgerkrieg enthalten soll.
Genug Gründe für Wade Olson, sich wieder mal auf die Suche nach seinem ewigen Gegner zu machen und aufzuräumen.
Diesmal ist er allerdings nicht alleine unterwegs- der Schamane "Rainmaker",
welcher in der Wüste lebt und den Reaper von früher kennt, steht im hilfreich zur Seite.

"Harley Biker Town" kommt noch eine deutliche Spur ernsthafter rüber als schon der Vorgänger.
Hier gibt es merklich mehr Gewalt, mehr Rocker und dazu passend auch mehr Rocksongs, einige Cowboy & Western-Ansätze-
sowie eine insgesamt eher Menschenverachtende Grundstimmung samt ein paar Faschos mit sehr auffälliger Symbolik und Klamotten.
Leider wirkt alles eine ganze Ecke billiger als im Vorgänger, wobei man sich merklich bemüht eben diesen Umstand halbwegs zu umschiffen-
wofür auch im dritten Film die Location der Wüstengegend, in der man hier hauptsächlich unterwegs ist, gut geeignet ist.
Immerhin sind die beiden Hauptfiguren wieder besetzt wie im Vorgänger, was schon mal ein klarer Pluspunkt ist.
Inhaltlich ist das ganze natürlich kein Highlight- man hat quasi den Plot des Vorgängers einfach umgedreht.
Zuletzt war der Reaper auf Rache an Olson aus, jetzt will sich Olson am Reaper rächen. Originell geht anders.
Etwas seltsam wirkt allerdings dass es hier konträr zur ernsthaften Grundstimmung und der Gewalt eine Rahmenhandlung mit einem Kind gibt,
welches scheinbar die Geschichte von Wade Olson die wir hier sehen als Comic liest- und die Tür zu einer Fortsetzung offen lässt.
Dazu passt aber irgendwie dass ich bei dieser Filmreihe inzwischen ein wenig an die klassischen "Lucky Luke" Comics denken muss:
Der Held Lucky Luke (Wade Olson) muss sich immer wieder mit den Daltons (Reaper und seine Rocker) herumplagen und sie erneut einsperren.
Hier wäre doch mal eine DVD oder BD-Box mit allen drei Filmen in ungekürzter Version eine nette Sache, denn wirklich schlecht ist keiner der Filme.

6/10

Der dritte Film der Reihe ist auch der erste, den man wirklich unter "Bikerfilm" einordnen kann,
und in dem nicht nur quasi "nebenbei" Motorräder auftauchen.
Was wahrscheinlich auch der Grund ist warum man ihn damals in Deutschland auf VHS mit dem Titel "Harley Biker Town" veröffentlichte.
(Originaltitel: "Danger Zone III - The Steel Horse War")
Den Film gibt es vom Billig-Label MCP auch auf DVD (als "Danger Zone III"), dort allerdings mit FSK 16 und um etwa 30 Sekunden gekürzt.

Retro

27 September 2020, 04:04:53 #39 Letzte Bearbeitung: 27 September 2020, 13:44:16 von Retro
Update:

WILD ANGELS - FEUER AUF RÄDERN (1967)



Stock-Car-Fahrer Ron hat nach einem gefährlichen Unfall bei dem sein Fahrzeug komplett verbrennt die Schnauze voll,
schmeisst alles hin, verkauft seine restlichen Ersatzteile an einen anderen Fahrer- und verzieht sich in einen Club um sich abzulenken.
Dort sitzen einige Rocker herum die ihn erkennen- und ihm ein Angebot machen: Er soll bei einem Überfall den Fluchtwagenfahrer spielen.
Zunächst lehnt Ron das Angebot ab, doch als die Polizei sich an ihn wendet um ihn Undercover gegen die Rocker einzusetzen
nimmt er den Auftrag an- allerdings läuft der Überfall nicht ganz so ab wie geplant...

Dank einigen eingefügten Aufnahmen von realen Stock-Car-Rennen, was man leider an der Bildqualität deutlich bemerkt,
ist der Film für die Fans eben solcher Rennen und alter Autos sehenswert.
Ansonsten ist das ganze der zu erwartende Action-Trash, wie er Ende der 60'er üblich war- nicht mehr und nicht weniger.
Die Typen auf dem Cover kommen natürlich nicht im Film vor, die bösen "Satans Angels"
mit ihren seltsamen Totenkopf-Kutten die aussehen als hätten Kinder das Motiv entworfen
wirken meist eher lächerlich als bedrohlich, deren Bikes sind zwar ganz nett anzusehen, sind aber nur selten zu sehen.
Stock-Car-Star Ron ist dagegen der typische American Hero:
Gut aussehend, Gesetzestreu, hervorragender Autofahrer, Sänger, Gitarrist, Frauenheld usw.

4/10

Retro

Update:

DEAD WARRIORS - HYÄNEN DER NACHT (DIE ROCKER VON DER BOSTON STREET) (1970)



Eine Gruppe Biker ist ziellos unterwegs nach nirgendwo.
Unterwegs machen sie eine Pause in der Kleinstadt Kern, um sich dort in die Bar zu begeben und etwas zu essen.
Dort sind sie durch ihre etwas rabiate und aufmüpfige Art vom ersten Augenblick an unerwünscht,
was ihnen so ziemlich jeder auch zu verstehen gibt- so dass das ganze in einer Prügelei endet, welche von beiden Seiten ausging.
Als die Polizei kommt wird Joker, einer der Biker welcher allerdings nicht mal beteiligt war, festgenommen-
und den Angels gesagt dass er erst wieder frei kommt, wenn die Biker die Stadt verlassen haben.
Diese verziehen sich dann auch brav- doch als Joker am nächsten Tag immer noch nicht auftaucht
und die Angels zurückfahren um das zu klären finden sie an der Stadtgrenze seine Leiche...

Den bzw. die verschiedenen Titel die der Film in Deutschland abgekriegt hat muss man mal wieder nicht verstehen...
Wo sind hier "Dead Warriors"? Die Biker sind es jedenfalls nicht, die nennen sich schlicht und einfach nur "Angels".
"Hyänen der Nacht"? Der Film spielt fast ausschließlich am Tag- und auch Hyänen lassen sich weder blicken, noch nennt sich oder die Biker jemand so.
"Boston Street" Hä? Wo denn? In der spießigen Kleinstadt "Kern", in welcher der Film spielt?
Auch sonst ist der Film ein eher seltsamer Vertreter seiner Art, der sich nicht entscheiden kann was er sein will- oder seine Hauptfiguren sind.
Im Grunde werden die "Angels" als eigentlich eher friedliche Biker eingeführt, welche keinen Ärger suchen-
sich aber auch nichts bieten lassen und durchaus auch gewaltbereit sind, wenn sie provoziert werden.
Sie helfen sogar der Bevölkerung, als eine alte Mine einstürzt und ein Kind darin verschüttet wird.
Da passt allerdings eine Vergewaltigungsszene irgendwie gar nicht in das Bild- wurde die nur der Provokation wegen eingebaut?!
Überhaupt ist hier alles ein wenig anders: Der nicht enden wollende Vorspann mit passender Musik, verschiedenen Kamerawinkeln
und sonstigen optischen Spielereien ist zwar durch die Landschaft und die vielen Bikes schön anzusehen, aber irgendwann doch einfach zu lang.
In den gar nicht mal so oft wie erwartet auftretenden Actionszenen offenbart der Film aber seine größte Schwäche:
Fürchterlich hektisch gefilmt, viel zu nah rangezoomt- und oft komplett in dunklen Ecken oder Nachts, so dass man kaum etwas erkennt.
Auch ein wenig Humor ist eingebaut, der ziemlich schräge Bestatter welcher sich um die Beerdigung eines der "Angels" kümmert
und die Bestattung selbst haben durchaus ihre schrägen, aber auch witzigen Momente.
Bis auf jeweils eine Ausnahme sind die Rocker hier die eher unverstandenen Jugendlichen und Polizisten die bösen-
was auch in der letzten Szene des Films, die quasi als "Happy End" daherkommt, noch einmal sehr deutlich veranschaulicht wird.
Am Ende bleibt ein Film, der mich zwar durchaus unterhalten hat, der für mich auch definitiv einer der besseren seiner Art und Zeit ist,
aber eben doch kein wirklich "guter" Film. Nicht langweilig. Keiner Linie folgend. Klischeebeladen trotz anderer Ansätze und Ideen.
Aber dreckig und schmierig, wie man es von einem solchen Film erwartet. Insgesamt mag ich ihn irgendwie...

6/10

Der Film ist, ebenfalls unter verschiedenen Titeln, auch auf DVD erhältlich- soll aber qualitativ auch nur von einer VHS gezogen worden sein.

Retro

Update:

HIGHRIDERS (1987)



Hal und Kirk sind zwei Biker, die nur zum Spaß mit ihren Maschinen die endlosen Wüsten von Mexiko durchqueren wollen.
Ungewollt und unerwartet kommen sie dort einem Drogenhändlerring in die Quere, deren brutale Schläger nichts besseres zu tun haben,
als die beiden Männer erst zu verprügeln und sie dann zu verschleppen- um sie im Drogencamp als Arbeitssklaven einzusetzen.
Dort treffen sie auch auf weitere gefangene Arbeiter, deren Zustand teils besorgniserregend ist- du arbeitest hier bis du verreckst.
Irgendwann gelingt es Kirk allerdings einen Brief an seine Schwester Betsy aus dem Lager zu schmuggeln, welcher auch ankommt.
Betsy's Freund Mike hat die Möglichkeit und die Erfahrung an schwere Waffen heranzukommen-
und so macht sich ein kleiner, aber schwer bewaffneter Befreiungstrupp auf den Weg in die Wüste...

Hirn aus, Film an. Anders kann man hier keinen Spaß haben. Nur nicht über das geschehen nachdenken.
"Highriders" ist definitiv Actionreich und kommt recht dreckig rüber, bietet sehr viele schön gefilmte Motorradfahrten und auch Jagden
mit einigen Stunts auf diversen Arten von Crossmaschinen, oft sogar in Zeitlupe bei besonders nett anzusehenden Szenen.
Aber mit Hirn, Logik oder halbwegs nachvollziehbarem verhalten einiger Protagonisten braucht man hier nicht kommen.
Mehrmals stehen Leute völlig unbeweglich herum und warten brav bis sie überfahren werden, bei manchen Klamotten (bei Männlein wie Weiblein)
fragt man sich warum die überhaupt obenrum Stoff am Körper haben- und von der generell Story braucht man erst gar nicht anfangen.
Immerhin kann der Film auch durch einen unfreiwilligen Witz punkten:
Der Völlig ernst gemeinte Satz "Die Post ist zuverlässig" ist eh schon absurd genug- aber hier stimmt das dann auch noch.
Bei einem aus einem versteckten Drogencamp in der mexikanischen Wüste geschmuggelten Brief.
Ein hoch auf die mexikanische Post! Unsere kriegt das oft nicht mal im normalen Betrieb hin...
Kurz gesagt: Actionreich aber komplett Hirnlos.

6/10

Retro

Update:

DISTURBING THE PEACE (2020)



U.S.Marshall Jim Dillon (Guy Pearce) leidet an einem Trauma,
weil er in seiner Zeit als Texas Ranger seinen damaligen Partner angeschossen und lebensgefährlich verletzt hat.
Das ist auch der Grund, warum er jetzt in einer Kleinstadt zusammen mit einem Deputy eine vermeintlich ruhige Kugel schiebt,
denn er will möglichst vermeiden noch einmal mit der Waffe in der Hand losziehen zu müssen.
Bisher ist ihm das auch ganz gut gelungen, Streitereien konnte er immer gut mit Worten oder seinen Fäusten schlichten.
Das ändert sich jedoch, als eine Biker-Gang um deren Anführer "Diablo" (Devon Sawa) in der Stadt ankommt.
Wie befürchtet bedeutet das nichts gutes- planen die Biker doch, die örtliche Bank sowie den Geldtransporter
mit den einnahmen eines Casinos auszurauben.
Die Biker kappen die Masten zur Stadt, weshalb Funk und Telefon ausfallen und niemand zu Hilfe gerufen werden kann-
so dass die beiden Gesetzeshüter alleine gegen eine Übermacht an Bikern stehen. Zeit für Dillon, wieder zur Waffe zu greifen...

Man merkt schon, die Story gibt nicht viel her, was nicht schon mehrfach anderweitig verwurstet wurde-
ob nun in moderneren Filmen wie "Last Man Standing" oder manchem Western-Klassiker.
Überhaupt ist auch dieser Film quasi auch nur ein Western mit Motorrädern statt Pferden (obwohl eines vorkommt),
zwei guten Sheriffs und einer übermacht an Gaunern. Macht nix, kann ja trotzdem Spaß machen.
Tut es auch soweit, was nicht zuletzt auch an Guy Pearce liegt, der seine Rolle schön cool rüberbringt.
Die generelle Optik ist abgesehen von einem hektisch geschnittenen Kopfschuss und einer etwas schwachen (aber echten) Explosion
meistens recht hochwertig, und ein paar nette Kamerawinkel sowie schön gefilmte Szenen gibt es auch zu entdecken.
Das kann man sich schon mal geben- nur nicht zu viel erwarten, dann klappt's auch mit der Unterhaltung.

6/10

"Disturbing the Peace" passt zwar nur bedingt in diesen Thread da es zwar einige schmierige Rockergestalten gibt,
aber zumindest Biker-Szenen eher Mangelware sind. Trotzdem wollte ich ihn nicht unterschlagen.

Retro

Update:

BORN TO RIDE



Die USA, 1939. Grady Westfall (John Stamos) ist mit seiner schweren Harley Davidson unterwegs und prollt sich durch die Gegend.
Als er es mal wieder übertreibt und die Tochter eines Offiziers (Teri Polo) anbaggert landet er im Gefängnis,
wo er dank seiner Erfahrung mit Motorrädern ein Angebot der Army kriegt:
Eine Weile im Knast schmoren- oder der Army beitreten und dort einer bisher berittenen Einheit beibringen,
wie sie sich in Zukunft auf den neu angeschafften Harley Davidson-Bikes zu verhalten hat.
Natürlich stimmt er dem Deal zu- schließlich ist dann auch das Mädel in seiner Reichweite.
In kürzester Zeit lernt der Trupp unter Grady's Anleitung recht unkonventionell und mit Alkohol das Motorradfahren.
Als jedoch überraschend schnell eine geheime Mission ansteht,
bei der die Einheit zur Tarnung an einem Motorradrennen in Spanien teilnehmen soll, schließt sich Grady sogar freiwillig an...

An sich ganz nette Unterhaltung ohne jeglichen Tiefgang- wenn nur Hauptdarsteller John Stamos nicht so schleimig-unsympathisch wäre.
So wechseln sich prollige Angeber-Szenen mit Prügeleien und der unvermeidlichen Liebesgeschichte ab.
Der Soundtrack ist zwar sehr angenehm rockig, aber zeitlich zur Story mal so überhaupt nicht passend.
Leider wirken auch viele Szenen im Film verdächtig unecht, da dürfte so manche Biker-Szene nicht auf zwei Rädern,
sondern auf einem Anhänger gedreht worden sein.
Freunde von alten Harleys, wie sie damals wirklich zu militärischen Zwecken eingesetzt wurden, kommen aber auf ihre kosten.

4/10

Die VHS kommt im 1,33:1 Vollbild daher, Originalformat ist 1,85:1- was in manchen Szenen auch auffällt, aber noch im Rahmen bleibt.

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