OFDb

Obsession (von Curry Barker)

Begonnen von StS, 2 Dezember 2025, 20:39:17

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

StS


A bold new voice in horror. Curry Barker's OBSESSION only in theaters May 15.

After breaking the mysterious "One Wish Willow" to win his crush's heart, a hopeless romantic finds himself getting exactly what he asked for but soon discovers that some desires come at a dark, sinister price.


Nach "Milk & Serial" darf man sehr gespannt sein!
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

11 März 2026, 17:32:14 #2 Letzte Bearbeitung: 11 März 2026, 20:03:22 von StS

Schaut weiterhin richtig, richtig gut aus.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

11 Mai 2026, 18:06:16 #3 Letzte Bearbeitung: 11 Mai 2026, 18:08:50 von StS
Statt seinem Crush Nikki (Inde Navarrette) seine starken Gefühle für sie zu offenbaren, wünscht sich der schüchterne Bear (Michael Johnston) in Curry Barker's ,,Obsession" ihre innige, ewige Liebe mit Hilfe eines ,,magischen Objekts" herbei – mit Erfolg! Als wäre das an sich nicht bereits verwerflich genug, wird das Ganze schon bald aber noch weitaus abgründiger und verstörender...

Geschickt hat Barker die Nice-Guy- und Jealous/Crazy-Stalker-Girlfriend-Archetypen abgewandelt, verwehrt dem Publikum dadurch, dass er die Story aus Bear's Perspektive heraus erzählt, eine gängige Identifikations-Figur, und animiert einen im Rahmen dessen außerdem dazu, sich über dies und jenes bestimmte (u.a. reflektierende) Gedanken zu machen. Aus seiner Sehnsucht – und keiner bösen Intention – entsprungen, ist Bear's Begehr ebenso naiv selbstbezogen wie hochgradig übergriffig: Ein externer Zwang statt ,,Schicksal", der Nikki's Autonomie beendet und quasi ,,ihr Wesen überschreibt"; sie ihres freien Willens, ihrer Individualität beraubt. Was für ihn schön beginnt, bewegt sich hin zu einem belastenden Be-careful-what-you-wish-for-Szenario – mit der erhofften Hingabe schon bald zu einer restriktierenden Fixierung auf ihn werdend...

Und als wäre das nicht bereits abgründig-dark genug, bricht Nikki's echtes Ich mitunter hervor: Eingangs in Form verwirrter Reaktionen, verängstigter Blicke sowie vereinzelter gellender Schreie – bevor sie später gar ein paar flehende Worte an Bear zu richten vermag. Gefangen in ihrem Körper, ist sie also bei Bewusstsein – vorstellbar wie eine Kombination des Locked-in-Syndroms mit einer Besessenheit: Eine niederschmetternde Erkenntnis. ,,Obsession" hält sich nicht zurück, Unangenehmes unterschiedlicher Art zu präsentieren – steigert sich im Bereich der physischen wie psychischen Eskalation der Geschehnisse und hält an diesem Kurs konsequent bis in Schluss-Credits hinein fest...

Inde Navarrette's Darbietung ist einfach grandios: Nachdem man Nikki als crushworthy-relatable-charmantes Mädel kennenlernt, ,,verzerren" sich ihre Eigenschaften (wie sie spricht und fühlt, ihre Positur und ihr Gebaren) hin ins Beunruhigend-Beängstigende – mit ihrer Konfusion, Bestürzung und Verletzlichkeit aber noch immer durchschimmernd. Navarrette meistert die Mehrschichtigkeit des Parts mit Bravour – und auch Michael Johnston überzeugt als Bear, welcher irgendwann begreifen muss, dass das, was er ,,erhalten" hat, keine Liebe ist. Ebenfalls erfreuend: Conan O'Brien's Sidekick Andy Richter in einer Nebenrolle...

Souverän hat Barker diese Fusion aus klassischen Genre-Elementen, einem erdenden Ernst, unaufdringlich verarbeiteten Denkanregungen (zu Themen wie Consent und Co-Dependency) sowie einem das Werk durchziehenden schwarzen Humor gemeistert: Mal köstlich launig – häufig albtraumhaft beklemmend, grotesk und fies. Beinahe so wie eine Mischung aus ,,Together", ,,Companion", ,,the Substance" und ,,Smile" – und dennoch frisch anmutend. Neben dem atmosphärischen Score kommt das Sound-Design aggressiv wie effektiv daher, fällt bei der Bebilderung neben dem ungewöhnlichen 1.50:1-Format das inspirierte Nutzen von Dunkelheit (gerade beim Verbergen von Nikki's Gesicht in speziellen Einstellungen) auf und führt die Unberechenbarkeit der plötzlichen Launen-Wechsel und Gewalt-Ausbrüche zu stetiger Anspannung auf Seiten Bears sowie des Zuschauers. Überdauernde Ungemütlichkeit statt plumpe Jump-Scares. Barker's Regie ist selbstbewusst und wirkungsvoll; sein Talent unverkennbar – und ,,Obsession" eine wahre Genre-Perle...

knappe 9/10

Wer an meiner ausführlichen Meinung interessiert ist:
https://www.actionfreunde.de/obsession-du-sollst-mich-lieben/
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Terry Noonan

Ich mache es kurz: 7/10.
Schmerzhaft realistische Szene beim Nachhausebringen der heimlichen Liebe nebst Vermasseln der perfekten Chance hat mich sofort mit den Charakteren verbunden.
Viele Schreieinlagen zu nervig, mindestens ein Schocker kam dermaßen unvorhersehbar und schlagkräftig, dass ich zum Glück gerade nicht an meinem Bier genippt habe.

Aaaaber, und damit werde ich mich regelmäßig wiederholen, dieses beschissene, wichtigtuerische 1.5:1 Format reißt dermaßen raus.
Hatte wieder eine unmaskierte 2.35:1 Cinemascope-Leinwand und somit ganz tolle Seitenbereiche hatte von etwas Schwarz, dann zu grau, und schließlich die dann überhaupt nicht mehr abzugrenzendem Graumatsch in dunkel gemeinten Szenen.

Bitte bitte, gewöhnt euch diesen Scheiß ab.
Wer sich nicht dran stört, wird sich an 1.85 erst recht nicht stören, also verprellt man weniger Leute mit 1.85 als mit 1.5.
Life is what happens while you are busy making other plans.

Mr. Blonde

16 Juni 2026, 07:25:53 #5 Letzte Bearbeitung: 16 Juni 2026, 07:43:15 von Mr. Blonde
Gefiel mir ausgesprochen gut. Das Micro-Budget wurde unfassbar effizient genutzt. Das sieht keinesfalls billiger aus, als vieles, was das zehnfache kostet. Die Hauptdarstellerin trägt mit ihrer Performance den ganzen Film. Die schafft es, auf Knopfdruck von "süß" auf gaaaaaaanz sauer zu schalten und damit eine wirklich unberechenbare Performance abzuliefern. Da gab es schon ein paar Jumpscares, die mich gut erwischt haben, obwohl ich dafür in der Regel gar nicht mehr empfänglich bin. Dazu fühlt sich der Film ein wenig wie eine klassische "Geschichten aus der Gruft"-Episode an. Jemand wünscht sich aus egoistischen Gründen etwas und bekommt mehr, als er haben wollte. Und im Vergleich zu anderen Gimmick-Filmen, wo ein Objekt Grund für alles Übel ist (The Monkey, Ouija u. ä.), wird dieses Gimmick hier nicht überreizt und der Streifen ist jederzeit an seinen Figuren und der krassen Dynamik interessiert. Irgendwo hat jemand den Film beschrieben als "Generation-Z-hat-Angst-vor-engeren-Beziehungen-Der-Film" und damit puhlt der Film auch wunderbar in der Wunde des aktuellen Zeitgeists rum, in der vieles als toxisch und übergrifflich empfunden wird, mal mehr, mal weniger begründet. Aber diese tiefgreifende Angst existiert und "Obsession" fängt das Konzept davon gut ein.

Richtig originell und gelungen fand ich die Idee,
Spoiler: zeige
dass wir immer mal für ganz kurze Momente die echte Nikki durch dieses Monstrum durchscheinen sehen. Da ist jemand gefangen im eigenen Körper, wie ein Wachkomapatient. Ein grausiges Konzept und wenn sie Bear mehrfach dazu auffordert, sie doch bitte einfach umzubringen, er es aber dennoch nicht tut, dann ist das schon eine harte Sache. Sehr effektiv und mit solchen Motiven hat "Obsession" inhaltlich mehr auf den Rippen, als viele große Hollywood-Horrorstreifen.
Dennoch würde ich den Film noch nicht ganz in den Typus des Elevated Horror einordnen. Es ist einfach eine gelungene Mischung aus Achterbahnfahrt und ernsteren Motiven.

Insgesamt eine sehr respektable Übung, die sich auch nicht davor scheut, dahin zu gehen, wo es wehtut, ohne zu ausufernd zu werden. Gute Mischung aus härteren Schocks, aber auch kleinerem Grusel.

Ob das etwas eingepferchte Bildformat jetzt sinnvoll ist oder nicht, ist Ansichtssache. Gestört hat es mich nicht und ich denke, der Gedanke dahinter ist, dass es groß genug ist, um zwei Menschen in einem Frame abzubilden und gleichzeitig beengt genug, um ein Gefühl von Platzangst zu erzeugen. Damit passt es wiederum gut in das Konzept des Streifens. Und das Framing erinnert mich so ein wenig an klassische Polaroids von Paaren, die nach außen hin so perfekt, harmonisch, altbacken und "gemütlich" den Moment einfangen, während im Hintergrund vielleicht, wie in vielen Beziehungen, die krasseste Scheiße abgeht.  :mr.green:

Curry Barker hat gekocht. Für mich der bisher beste Horrorfilm 2026 und auch etwas über "The Backrooms", auch wenn der ebenfalls faszinierend ist.

Moonshade

Ich machs kurz: eine üble Nervenmühle für kleines Geld, die innovativer ist, als Hunderte von anderen Filmen, die sich mit dem Thema "be careful what you wish for" und seinen Variationen beschäftigt haben.
Es spielt keine Rolle, dass man relativ früh weiß, wohin die Reise geht - nämlich abwärts - es ist die Präzision, mit der diese Variation über emotionalen Missbrauch und ebensolche Unreife alle Fäden zieht und einen direkt an den Nackenhaaren packt, weil man eben weiß, dass gleich wieder etwas Furchtbares passiert, aber - bis auf den eine Ausnahme - nicht ahnt, in welcher Form dies geschehen wird. Im Kern ein Drama mit tragischen Ausmaßen, welches geschickt mit komödiantischen Situationen angereichert ist, die beim Zuschauer ein nervöses Lachen provozieren, um den Bann zu brechen, den diese Höllenfahrt ausübt.

Hervorragende Darsteller, ein paar brachiale Zwischenspiele - alles im Dienste eines sehr, sehr runden und fürchterlichen Beziehungsdrama, welches einen mit einem der übelsten Enden überhaupt zurück lässt. 8,5/10
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

"Gebt dem Mann ein verdammtes Puppers!"

Stefan M

Wenn ich das alles so lese, ist das mal wieder ein ungemein reizvoller Horrorfilm. Allerdings ertappe ich mich mittlerweile im "reifen" Alter von 42 Jahren dabei, daß ich im Gegensatz zu früher immer häufiger die Courage verliere, so einen Film vielleicht sogar mal wieder im Kino zu sehen, wenn ich Dinge lese wie "fürchterliches Beziehungsdrama mit einem der übelsten Enden". Ich bin ein unglaublicher Softie geworden. Früher noch Filme wie "The Ring" im abgedunkelten Zimmer geschaut und mich genußvoll erschrecken lassen, heute aber ein Widerstreben merkend, wenn es ein Bad End gibt. Geht das eigentlich nur mir so?
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

JasonXtreme

Ein Widerstreben gegen Bad Endings hatte ich früher - heute nicht mehr  :mr.green:  allerdings bin ich heute wesentlich emotionaler bei Filmen als ch es früher gewesen bin.
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

Eric

Zitat von: JasonXtreme am 26 Juni 2026, 10:42:28Ein Widerstreben gegen Bad Endings hatte ich früher - heute nicht mehr  :mr.green:  allerdings bin ich heute wesentlich emotionaler bei Filmen als ch es früher gewesen bin.

Ich merke langsam, dass ich WIRKLICH alt werde.

Grund, das hier:
"Ein Widerstreben gegen Bad Endings hatte ich früher - heute nicht mehr..."

Denn, statt "Bäd Ändings" las ich "Bad Endings" (deutsch ausgesprochen) und fragte ich wo der Ort wohl liegt.

Lasst mich einfach zurück! 
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

JasonXtreme

 :happy: auch geil - ja scheiß Denglisch, ich bessere mich und verlagere wieder auf deutsch only  :mr.green:
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

Mr. Blonde

26 Juni 2026, 13:23:06 #11 Letzte Bearbeitung: 26 Juni 2026, 13:25:26 von Mr. Blonde
Zitat von: Stefan M am 26 Juni 2026, 00:17:35Früher noch Filme wie "The Ring" im abgedunkelten Zimmer geschaut und mich genußvoll erschrecken lassen, heute aber ein Widerstreben merkend, wenn es ein Bad End gibt. Geht das eigentlich nur mir so?

Also zumindest ich bin ja ein geisteskranker Horrorfan auch, der vor allem zur Halloweenzeit gerne dutzende Horrorstreifen schaut. Glaube, in der IMDb habe ich mehr als 1000 Horrorfilme bewertet.

Und natürlich immer allein im Dunkeln, gerne auch mit Kopfhörern auf. Ich will ja genau das, den Schrecken, auch wenn sich der heute kaum noch einstellt. Bei mir ist es eher andersrum geworden, also dass ich die meisten Streifen als zu seicht empfinde, klar, weil ich eben auch etwas "abgestumpft" bin. Aber es gibt schon noch Perlen und ich finde auch eine tolle Atmosphäre oft wichtiger als bloße Schocks. Aber "Obsession" hat auch eine Handvoll Schreckmomente, die gut gesessen haben.

Und ein Bad End wirkt auf mich, wenn es gut umgesetzt ist, viel eindringlicher und erinnerungswürdiger, als jedes Happy End. Damit meine ich natürlich keine ausgelutschten Slasher-Enden Marke: oh, er hat doch überlebt. Aber so eine richtig fiese letzte Szene mit nem ikonischem Setting finde ich in Horrorfilmen immer geil. Carpenters "In the Mouth of Madness" ist unter anderem auch daher mein liebster Horrorfilm.

Stefan M

Das Horror-Genre ist ja auch mein bevorzugtes Genre - immer noch - und ich nehme diesbezüglich alles mit, was mich auch nur ansatzweise interessiert (auch wenn ich irgendwie ein Faible für das letzte Jahrhundert habe, weshalb ich mich, wenn ich in dem derzeit nicht allzu hohen Tempo weitermache, wahrscheinlich erst 2050 im Rentenalter so richtig den Horrorfilmen ab 2000 widmen werde :mr.green:).

Allerdings bin ich in der Tat empfindlicher geworden: Gewalt (auch exzessive) vertrage ich immer noch gut, aber ich merke die Tendenz, daß mein Nervenkostüm schwächer wird, was Filme angeht, die auf schleichenden Grusel setzen und vor allem psychologisch einiges mit dem Zuschauer anstellen. Ich bin ein großer Fan vom Ari-Aster-Horror, aber allein die markerschütternde Eingangsszene von "Midsommar" (
Spoiler: zeige
 der erweiterte Suizid
) oder DIE Szene aus "Hereditary" und die Folgen sind nahezu unerträglich für mich. Da würde ich behaupten, daß ich die früher noch lockerer weggesteckt hätte. Und genau in die Richtung scheint mir nach dem, was ich darüber gelesen habe, auch "Obsession" zu gehen, der mich wahrscheinlich am Ende des Kinobesuchs in ein traumatisiertes sabberndes Etwas verwandelt haben dürfte.  :sabber:

Gegen Bad Ends habe ich auch nichts (erst recht nicht gegen gut gemachte), aber ich tue mich mittlerweile schwer damit, Filme zu sehen, in denen die sympathische Hauptfigur durch Schrecken noch und nöcher waten muß, um dann am Ende doch den Kopf abgehackt zu bekommen (metaphorisch gesprochen), nur um den Zuschauer noch so richtig einen Magenschwinger mitzugeben.
 
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Mr. Blonde

26 Juni 2026, 16:39:35 #13 Letzte Bearbeitung: 26 Juni 2026, 16:45:21 von Mr. Blonde
"aber ich merke die Tendenz, daß mein Nervenkostüm schwächer wird, was Filme angeht, die auf schleichenden Grusel setzen und vor allem psychologisch einiges mit dem Zuschauer anstellen."

Das ist doch gut! Können wir bitte tauschen? Das ist doch genial. Ist halt so, als wäre man sehr empfänglich für Komödien und könne viel lachen.  :bier:  :respect:

"Hereditary" hat mich damals auch sehr mitgenommen, da ich gerade in der Zeit einen krassen Verlust wegzustecken hatte. Da kam "Hereditary" mit seiner naturalistischen Darstellung von Trauer echt gut. Bis heute habe ich das nicht authentischer gesehen. Toni Collette hätte dafür einen Oscar gewinnen müssen.

Aber um das noch klarzustellen: "Obsession" hat auch hier und da einen gewissen Biss, etwas Lockerheit und hier und da Humor. Das ist jetzt kein erbarmungsloser Höllentrip, der dich emotional komplett aushöhlt.

Erinnert mich an eine kurze Zeit in meinem Leben, damals, als das "Tanz der Teufel" Remake rauskam. Da war ich auch wieder komplett sensibel, was Horror anging und ich hatte das Remake damals ewig vor mir hergeschoben, weil ich es mir als so krass vorgestellt hatte. Und am Ende war es halt ein weiterer Horrorfilm und eben nicht der Seelenzerstörer, den ich mir zusammenfantastiert habe.  :essen:

StS

26 Juni 2026, 16:47:03 #14 Letzte Bearbeitung: 26 Juni 2026, 17:08:18 von StS
Zitat von: Stefan M am 26 Juni 2026, 15:38:25Gegen Bad Ends habe ich auch nichts (erst recht nicht gegen gut gemachte), aber ich tue mich mittlerweile schwer damit, Filme zu sehen, in denen die sympathische Hauptfigur durch Schrecken noch und nöcher waten muß, um dann am Ende doch den Kopf abgehackt zu bekommen (metaphorisch gesprochen), nur um den Zuschauer noch so richtig einen Magenschwinger mitzugeben.

Zur Einordnung: SIE ist eigentlich die sympathische Hauptfigur in dem Film  :happy3:
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Zitat von: Stefan M am 26 Juni 2026, 00:17:35Wenn ich das alles so lese, ist das mal wieder ein ungemein reizvoller Horrorfilm. Allerdings ertappe ich mich mittlerweile im "reifen" Alter von 42 Jahren dabei, daß ich im Gegensatz zu früher immer häufiger die Courage verliere, so einen Film vielleicht sogar mal wieder im Kino zu sehen, wenn ich Dinge lese wie "fürchterliches Beziehungsdrama mit einem der übelsten Enden". Ich bin ein unglaublicher Softie geworden. Früher noch Filme wie "The Ring" im abgedunkelten Zimmer geschaut und mich genußvoll erschrecken lassen, heute aber ein Widerstreben merkend, wenn es ein Bad End gibt. Geht das eigentlich nur mir so?
Das geht mir mit jetzt zunehmendem Alter auch immer stärker so. Vielleicht haben sie den Bad-Ending-Trend auch einfach schon zu oft geritten. 
Aber hier bin ich mal ins Risiko gegangen und - es fühlt sich einfach nicht an wie der typische Horror, obwohl es eindeutig Horror ist. Wie Barker es schafft, halbwegs bekannte Themen und Bilder so neu anzuordnen, dass sie quasi Innovationskraft atmen, ist beachtlich. Und diese Zwitteranordnung greift sich auch noch die jeweiligen Anteile an typischer Teenie-Horror-Komödie, Beziehungsdrama und unangenehmer Missbrauchsstory und du willst da echt raus und gleichzeitig willst du sehen, wie der Wagen gegen die Wand fährt, das ist echt schizo - und am Ende fühlt man sich halb mitschuldig, dass man aus diesem Elend Unterhaltungswerte gezogen hat.
Ich war einfach mal wieder beeindruckt, nicht nur abgefrühstückt.
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

"Gebt dem Mann ein verdammtes Puppers!"

Schnapskartoffel

Zitat von: Stefan M am 26 Juni 2026, 00:17:35Wenn ich das alles so lese, ist das mal wieder ein ungemein reizvoller Horrorfilm. Allerdings ertappe ich mich mittlerweile im "reifen" Alter von 42 Jahren dabei, daß ich im Gegensatz zu früher immer häufiger die Courage verliere, so einen Film vielleicht sogar mal wieder im Kino zu sehen, wenn ich Dinge lese wie "fürchterliches Beziehungsdrama mit einem der übelsten Enden". Ich bin ein unglaublicher Softie geworden. Früher noch Filme wie "The Ring" im abgedunkelten Zimmer geschaut und mich genußvoll erschrecken lassen, heute aber ein Widerstreben merkend, wenn es ein Bad End gibt. Geht das eigentlich nur mir so?

Ich sag' dir am Sonntag, ob du ihn gucken kannst... ... ... ... ich hoffe, er ist besser als "The Ring" (egal, welche Version)...

TinyPortal 2.0.0 © 2005-2020