Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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Wolfhard-Eitelwolf

Unknown Soldier (99 Cent Sichtung)

Der gefühlt hundertste finnische Kriegsfilm zum Thema Weltkrieg II. Etwas Neues zu berichten hat Unknown Soldier erwartungsgemäß nicht. Die Story erstreckt sich über den Zeitraum der finnnischen Kriegsteilnahme an Seiten des Deutschen Reiches 1941 - 44 und folgt dabei im Wesentlichen zwei Charakteren von Schlacht zu Schlacht, immer wieder unterbrochen durch kurze Heimatbesuche zu Weihnachten, Wochenschaumaterial, animierte Forntkarten etc.
Handwerklich weiß der Film zu gefallen. Neben gewohnt stimmigen Landschaftsaufnahmen fliegt hier eine Menge Dreck durch die Gegend, werden Wälder zu Kleinholz verarbeitet und Schützengräben mit Handgranaten gereinigt. Der Infanteriekampf steht klar im Vordergrund, (russische) Panzer geben sich nur zweimal die Ehre, Flieger gar nur einmal per CGI. Epische Infanteriekämpfe findet man auch nicht, hier wird eher Mann gegen Mann, höchstens Zug gegen Zug gekämpft. Das reicht in Anbetracht der vielen ähnlich gelagerten Filme leider nicht mehr für einen wirklich großen Wurf, ganz zumal die Dialoge unglaublich platt und dumm geraten sind (oder zumindest so synchronisiert wurden) und nur wenige Charaktere Sympathien zu wecken vermögen. Im Grunde kann man in diesem Zusammenhang auch für die gekürzte deutsche Fassung dankbar sein, noch länger muss der 130 Minüter nun wirklich nicht sein. Fazit: Durchschnitt!

Wolfhard-Eitelwolf

Tombstone

Ein seltsames Gefühl, diese vom bewährten Rambo-Produktionsteam offerierte Touchstone-Produktion nach langer Zeit wieder zu sehen. Ein cgi-freier(Danke, Welt!) Film der Jugendjahre, der zudem recht gut gealtert ist und sich zu einem kühlen Bierchen prima gouttieren lässt. Optik und Ausstattung sind ebenso klasse wie die blutigen Shootouts, ebenso natürlich das großartige Star-Ensemble und der in Ansätzen epische Spundtrack (der am Ende aber doch etwas dünn bleibt).
Was heute wohl nicht mehr dem Zeitgeist entspricht, ist die deutliche Prise Machogehabe in Kombination mit teils dümmlich-pathetischen Dialogen. Auch wäre ein hervorstechenderer Showdown wünschenswert gewesen hinsichtlich des Gesamttimings.

Dennoch ein nettes Erlebnis, diesen aus heutiger Sicht bereits etwas antiquiert wirkenden Western zu sehen. Verrückt, was bereits zwei Jahrzehnte ausmachen... 7 / 10

Retro

16 Mai 2019, 23:28:11 #1772 Letzte Bearbeitung: 17 Mai 2019, 00:03:43 von Retro
THE GREASY STRANGLER



Kurz und knapp: Ein mit Bratfett überzogener, ansonsten nackter Killer macht die Gegend unsicher.

Ich zitiere mal ein paar Sprüche vom Cover- denn die sind allesamt wirklich perfekt passend:
"What the fucking fuck"
"Selten gab es so viele Dinge in einem Film, die man in seinem Leben niemals und auf gar keinen Fall sehen wollte"
"Absurd, Eklig, Clever"
"Geschmackloser Gourmet-Trash"
"Abgedrehtester Film aller Zeiten"

Ein Film, in dem ausschließlich unsympathische, mies gekleidete und generell eher nicht so schöne Menschen auftauchen. Oft auch nackt.
Ein Soundtrack den man am liebsten abdrehen würde.
Dialoge wie von Tarantino- nur auf Drogen. Oder mit zu wenig, bzw ohne Drogen. Bin mir da nicht so sicher.
Und ein paar kleine Splatterszenen die zwar recht billig daherkommen, aber durchaus Spaß machen.

Wenn mir aber jemand das Ende erklären kann, wäre ich demjenigen dankbar...

Keine Wertung, der Greasy Strangler ist einfach zu speziell- der ist Jenseits jeder Wertung!

Retro

THE DEADLY MANTIS



Durch das auseinanderbrechen eines Eisberges erwacht eine dort eingefrorene riesige prähistorische Gottesanbeterin zu neuem Leben.
Das Tier macht sich auf den Weg in bewohntes Gebiet, und zieht dabei eine Spur der Verwüstung nach sich.
Zunächst zerstört es eine arktische Forschungsstation, danach eine kanadische Radarstation und ein Flugzeug.
Forscher und das Militär sind zunächst ratlos, und das Tier nähert sich einer Großstadt...

Ein klassischer 50er Jahre Monsterfilm, der es durchaus mit den bekannten Titeln dieser Zeit wie Tarantula oder Formicula mithalten kann.
Seltsamerweise ist dieses kleine Highlight in Deutschland nahezu unbekannt, es existieren weder eine deutsche VHS noch eine DVD-
lediglich eine Super 8-Stummfilm-Fassung mit ca. 8 Minuten Laufzeit wurde unter dem Titel "Das todbringende Ungeheuer" veröffentlicht.
Tricktechnisch hat man sich hier richtig Mühe gegeben, neben den zu erwartenden Szenen mit einem echten Tier auf Miniaturen
und einkopierten Szenen kommt erstaunlich oft ein wirklich bedrohlich aussehendes mechanisch bewegtes Insekt zum Einsatz.
Natürlich muss man sich aber mit den damals üblichen Studiobauten und deutlich erkennbar unechtem Schnee arrangieren,
aber selbst so manche "große" Produktion sah in diesen Punkten noch Jahre später nicht anders aus.
Auch auf Seiten der Darsteller kann man nicht meckern. Man kann zwar nicht mit großen Namen aufwarten, aber niemand fällt negativ auf.
Ein schöner, typischer Monsterfilm seiner Zeit.
Fans oben genannter Filme können zugreifen, sofern die Gelegenheit und Technik gegeben ist um Importe auf VHS oder DVD abzuspielen.

8/10

Wolfhard-Eitelwolf

John Rambo

Seinerzeit trotz Schnitten mit Szenenapplaus im Kino - und auch gestern wieder abgefeiert im Extended Cut. Großartige Dialoge, die so nur Sly hinbekommt, Bleigewitter am Stand-MG deluxe, miese CGI (ok, muss man drüber hinwegsehen), dazu Whiskey on the Rocks. Sly ist einfach eine Bank und Teil 5 defintiv der mit Abstand am sehnsüchtigsten erwartete Film 2019! lockerere 9 / 10

JasonXtreme

Zitat von: Retro nach 16 Mai 2019, 23:28:11THE GREASY STRANGLER



Kurz und knapp: Ein mit Bratfett überzogener, ansonsten nackter Killer macht die Gegend unsicher.

Ich zitiere mal ein paar Sprüche vom Cover- denn die sind allesamt wirklich perfekt passend:
"What the fucking fuck"
"Selten gab es so viele Dinge in einem Film, die man in seinem Leben niemals und auf gar keinen Fall sehen wollte"
"Absurd, Eklig, Clever"
"Geschmackloser Gourmet-Trash"
"Abgedrehtester Film aller Zeiten"

Ein Film, in dem ausschließlich unsympathische, mies gekleidete und generell eher nicht so schöne Menschen auftauchen. Oft auch nackt.
Ein Soundtrack den man am liebsten abdrehen würde.
Dialoge wie von Tarantino- nur auf Drogen. Oder mit zu wenig, bzw ohne Drogen. Bin mir da nicht so sicher.
Und ein paar kleine Splatterszenen die zwar recht billig daherkommen, aber durchaus Spaß machen.

Wenn mir aber jemand das Ende erklären kann, wäre ich demjenigen dankbar...

Keine Wertung, der Greasy Strangler ist einfach zu speziell- der ist Jenseits jeder Wertung!

BULLSHIT-ARTIST!!!! sorry... der musste sein :lol: der Film ist hammerblöd, aber in der Gruppe mit Bier hat der schon Laune gemacht. Ekel sollte man aber abkönnen
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

Wolfhard-Eitelwolf

Sommer 1943 - Das Ende der Unschuld

Ein polnischer Film des Sujets Zweiter Weltkrieg mit 18er-Freigabe? Ja, das gibt's tatsächlich - und das auch absolut nicht zu Unrecht. Sommer 1943 beginnt mit der Schilderung des schwierigen und von Vorurteilen sowie Hass durchsetzten, aber dennoch friedlichen Zusammenlebens von (jeweils stark nationalistisch geprägten) Polen und Ukrainern in Ostpolen im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs. Der Film fokussiert dabei vor allem auf eine junge Frau bzw. ihr ländliches Heim, über das in den folgenden Jahren mehrfach das Grauen des Krieges und vor allem der Progrome in dessen rückwärtigen Gebieten hinwegzieht. Juden, Partisanen, Deutsche, Russen, Polen, Ukrainer, hier muss jeder zu jeder Zeit um sein Leben fürchten, ein Entkommen scheint vollkommen unmöglich.

Sommer 1943 erzählt mit übersichtlichen Mitteln und ohne unnötige reißerische Elemente eine zunächst ruhige, aber danach ungemein packende Episode des Zweiten Weltkriegs, die in unseren Geschichtsbüchern praktisch nicht auftaucht und in Vergessenheit geraten ist. Technisch wie schauspielerisch wird sehr gutes TV-Niveau geboten, durchaus mit Leinwandpotenzial. Die letzte halbe Stunde allerdings sprengt praktisch alle Grenzen, Zuschauer mit seichtem Gemüt seien daher gewarnt. Hier wird "Nemmersdorf" erfühlbar. Dass der Film eine polnische Produktion ist, lässt natürlich in heutigen Zeiten gerade beim Thema Nationalismus aufhorchen - es verwundert nicht, dass mehrheitlich die Gräuel der Ukrainer dargestellt werden. Dennoch schafft der Film den Balanceakt meines Erachtens noch recht gut.

8 / 10

Wolfhard-Eitelwolf

Flashback

Zufällig bei Netflix wieder darüber gestolpert - hab diesen deutschen Slasher wohl vor 15 Jahren das letzte Mal gesehen und war zu meinem eigenen Ersteunen doch sehr angenehm überrascht. Das Ding macht auch anno 2019 noch echt Laune und überzeugt mit einigen sehr atmosphärischen Szenen gerade zu Beginn, recht heftigen Goreszenen im Folgenden und einem zeitlosen Sujet Erholung bzw. Nachhilfe suchender Kids. Die Gebirgskulisse ist immer noch erfrischend, die Handys, ironischen Tupfer und modischen Trends jener Zeit herrlich schrullig  wie auch die klischeebeladenen Charaktere durchaus nicht unsympathisch sind. 7 /10

Netflix-Fassung erschien mir auch ungeschnitten.

Hitfield

17 Juli 2019, 00:52:03 #1778 Letzte Bearbeitung: 17 Juli 2019, 01:00:39 von Hitfield
Moontrap: Angriffsziel Erde (2015)

VoD-Erstsichtung bei Amazon Prime (kostenlos)

Ich will gar keine lange Einführung schreiben: das Original von 1989 mit Bruce Campbell und Walter Koenig zählt mit weitem Abstand zu meinen Lieblings-B-Movies der 80er (zusammen mit "Maniac Cop", "Rawhead Rex" usw.). Wenn man es auf das SF-Genre beschränkt, sogar zu meinen TOP 3 B-Movies der 80er Jahre (u. a. neben "Time Guardian - Wächter der Zukunft").

Hierbei handelt es sich weder um ein Remake, noch um ein Sequel oder Prequel. Schwankt irgendwie zwischen den beiden letzteren Kategorien, aber das trifft es auch nicht ganz. Einzige Verbindung zum Original ist die Location am Ende (Mond) und das Aussehen des (Riesen-)Roboters, der ebenfalls erst im letzten Viertel auftaucht. Und natürlich Regisseur Robert Dyke und (Co-)Drehbuchautor Tex Ragsdale. Übrigens war das Original für die meisten Beteiligten (Regisseur, Kameramann, Drehbuchautor...) eine Sackgasse. Die haben in den 25-30 Jahren seit dem Original kaum etwas anderes gemacht.

"Moontrap: Angriffsziel Erde" wurde - für eine US-Produktion recht ungewöhnlich - vor allem über öffentliche Filmfördermaßnahmen finanziert. Das Budget kann nicht mehr als 100.000 bis 200.000 US$ betragen haben, jedenfalls lag es nur bei einem Bruchteil des Originals.

Leider hat man sich, wohl aus Budgetgründen, vom ursprünglichen Konzept "Monntrap II - The Pyramids of Mars" (bzw. "Into the Red Planet") komplett verabschiedet. Das hier geht eher in Richtung "2001" und "Prometheus".

Um langsam zum Punkt zu kommen: Ich habe selten zuvor einen so schlechten Film gesehen - in allen Belangen. Die Kulissen und Locations sind lächerlich, die Schauspieler kaum zu ertragen (einziger 'Star' ist Sarah Butler aus der "I Spit On Your Grave"-Remake-Reihe) und die Effekte letztendlich erbärmlich. Am schlimmsten sind aber Inszenierung und Dialoge. Da wird der Freund der Wissenschaftlerin, die die Hauptrolle spielt, ermordet und sie kabbelt sich die ganze Zeit mit ihrem Mörder ("Halt die Klappe", "Arschloch!") wie ein gehirnamputiertes Schulmädchen. Und so reden alle Figuren miteinander. Absolut lächerlich.

Die Inszenierung verwendet eine Technik, die ich hasse: es gibt fast nur halbnahe und nahe Kameraeinstellungen, egal ob jemand gerade von einem Hubschrauber erschossen wird (selbiger natürlich CGI auf dem Stand der 90er Jahre), ob sich Leute in einem großen Saal vor irgendwelchen Hintermännern/-frauen unterhalten, Leute vor dem antiken Raumschiff stehen usw. Es geht nur von Schnitt auf Oberkörper/Kopf auf Gegenschnitt Oberkörper/Kopf zu Schnitt auf Oberkörper/Kopf usw. Alles um Geld zu sparen, damit man möglichst wenig von der Umgebung zeigen muss.

Die esoterisch angehauchte Geschichte mit dem "Prometheus"-Einschlag ist nicht der Rede wert. Zudem übelst langweilig. Die Szene auf dem schicken DVD-Cover kommt im Film nicht vor.

0 / 10

"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Private Joker

Ab jetzt für Primer kostenlos beim großen Fluss, für mich noch eine Leih-BD:

Operation Golden Job

Von sehr viel Nostalgie umwehte HK-Action für sehr insidige Asienkino-Insider. Wer den Faktor wie ich eher abziehen muss (die "Young and Dangerous"-Filme kannte ich nicht mal dem Namen nach), wird aber immer noch ganz flüssig unterhalten. Die Qualität der Action schwankt leider stark; die erste Autoverfolgung ist ganz gut, die zweite leider heftig CGI. Die Balleraction kann sich aber überwiegend sehen lassen, die Story ist eher flau, das komplette Überleben aller Helden (trotz gefühlten 27 Treffer pro Mann) hätte es bei Woo nicht gegeben.

Trotzdem: 6/10 mit leichter Aufwärtstendenz.

Und noch was aus der Horror-Grabbelecke:

Patient 7
Horroranthologie der eher dürftigen Art; die Kernstories wirken wie (und sind wohl teilweise auch) eher unverbunden entstandene Kurzfilme, denen man die Rahmenhandlung nur aufgepappt hat; dass das die selben Figuren sein sollen, mag man in den meisten Fällen (vor allem in der Schlussepisode) schlicht nicht glauben. Die Qualität der Episoden schwankt überdies stark, wirklich umwerfen tun die alle nicht. Und der finale Twist humpelt dann aus besagten Gründen (wo keine Verbindung ist, lässt sich auch schwer eine herbeizaubern) eher so ins Ziel. Immerhin mal ganz nett, Ironside noch mal in etwas zu sehen, dass den Namen "Rolle" sogar verdient.
4/10
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

manisimmati

31 Juli 2019, 13:31:42 #1780 Letzte Bearbeitung: 31 Juli 2019, 13:34:46 von manisimmati
Baby Driver

Eine Riesenenttäuschung! Von Edgar Wright erwarte ich schon ein bisschen mehr als einen klischierten Plot und ein audiovisuelles Gimmick. Die Charaktere sind bestenfalls Skizzen, und die Love Story eher eine Behauptung als etwas anderes. Die geilen Actionszenen (vor allem die erste) machen das kaum wieder wett. 5/10

Brot & Tulpen

Was für ein obersüsser Film! Licia Maglietta ist eine Amélie, bevor es eine Amélie gab, und Bruno Ganz agiert wunderbar schwarzhumorig-selbstironisch. Wohlfühl-Kino der Extraklasse mit erfrischendem Underground-Vibe. 10/10

Moneyball

Ein kluger Film, der sich etwas zu sehr in seiner Thematik verheddert und die Charakterentwicklung aufs pure Minimum beschränkt. Lehrreich, aber unterkühlt. 7/10

Mad Max: Fury Road

Grandiose »Fuck Yeah!«-Action, an der man sich kaum sattsehen kann. Hier fällt der platte Plot kaum ins Gewicht, weil man visuell so virtuos bei Stange gehalten wird. Aber ja, die Geschichte selbst ist arg doof. 8/10

Troy

Einfach nur schlecht. Fast der einzige Lichtblick ist das Duell zwischen Hektor und Achilles. Minimalistisch und doch satt inszeniert. Ansonsten: Reden wir nicht drüber ... 3/10
"Human beings are divided into mind and body.
The mind embraces all the nobler aspirations, like poetry and philosophy.
But the body has all the fun." (Woody Allen)

Hitfield

ZitatBaby Driver

Eine Riesenenttäuschung! Von Edgar Wright erwarte ich schon ein bisschen mehr als einen klischierten Plot und ein audiovisuelles Gimmick. Die Charaktere sind bestenfalls Skizzen, und die Love Story eher eine Behauptung als etwas anderes. Die geilen Actionszenen (vor allem die erste) machen das kaum wieder wett. 5/10

Danke, Danke, Danke!

Das alles trifft es gut auf den Punkt. Einer der überbewertesten Filme von 2017-2018. Ist zwar handwerklich und visuell kompetent gemacht, fällt aber dennoch völlig gegen Wrights frühere Werke ab. Keine der Figuren fand ich wirklich interessant, Chemie zwischen den Charakteren Fehlanzeige sowie schwache, teils klischeehafte Handlung (gerade die Love Story). Ich habe 5,5/10 gegeben. War einfach nur enttäuscht.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Private Joker

4 August 2019, 16:11:49 #1782 Letzte Bearbeitung: 5 August 2019, 09:44:57 von Private Joker
Eigentlich erstaunlich, dass ein Film dieses Formats hier keinen eigenen Thread bekommen hat (wenn die Suche nicht völlig daneben liegt)

The Sisters Brothers

Das Wichtigste gleich mal vorweg - wer nach Caststudium meint, mit diesem Film noch einmal würdig von Rutger Hauer Abschied nehmen zu können: Falscher könnte man nicht liegen. Mit dem Wissen um seinen nahen Tod ist die "Rolle", die er da angenommen hat, nur irgendwo zwischen makaber und tieftraurig einzuordnen. Oder die wurde massiv beschnitten.

Ansonsten: Irgendwie werde ich mit den meisten Neo-Western nach Silverado nicht mehr richtig warm. Die aktuellen Regisseure - außer Quentin, vielleicht - haben wahlweise keine Ahnung vom Genre, nicht das Budget und die passenden Schauspieler oder fühlen sich schlicht zu Höherem berufen. Hier tendenziell Fall 3, obwohl die Vorlage von Dewitt eigentlich den Stoff für einen schönen semi-komischen Western im True Grit-Stil mit ordentlich Schusswechsel ergäbe. Aber Audiard meint ständig, gegen den Strom schwimmen zu müssen, mit viel Gelaber und Schießereien, die entweder offscreen oder aus der Extremtotale gezeigt werden. Und wie viele andere Streifen (zuletzt Hostiles) kann man sich partout nicht auf einen fixen Bad Guy einigen, sondern lässt ständig unmoviert gesichtslose Henchmen auflaufen, bei denen man nie so genau weiß, warum die nun abgeknallt werden müssen.

Auf der Habenseite: Ein schöner Soundtrack, ein paar starke Bilder (trotz Drehort Westernkulisse in Spanien), und die ganz authentisch dargestellten alten Schusswaffen (samt Trommelwechsel und altertümlichem Mündungsfeuer). Und natürlich J.C.Reilly, der mittlerweile ein paar ordentliche Rollen bekommt und auch ordentlich runterspielt.

In der Summe 5,5 / 10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Private Joker

Folge 2 aus der Abteilung "Neue Western ohne Thread" - demnächst dann "The Kid". Heute aber:

Never Grow Old

Wenn die Europäer sich zum Produzieren von Neo-Western berufen fühlen, kommt da selten ein klassischer Reit- und Schießfilm heraus, meist eher ein düsteres Drama wie "Brimstone" oder eben der hier. Von der apokalyptischen Wucht des erstgenannten ist man zwar meilenweit entfernt, aber das scheint die Kritiker nicht zu stören (RT hier 92, Brimstone 41). Immerhin kommt eine sozialverträgliche Laufzeit heraus, und die Gewalt ist zwar präsent, aber nicht ganz so überbordend. Unfassbar spannend, actionreich oder gar aufregend ist das alles sicher nicht, aber man bleibt bis zum unvermeidlich bitteren (?) Ende dann doch dran. Cusack ist nicht Pearce, strahlt aber hinreichend Bedrohlichkeit aus, um das zu seiner besten Rolle der letzten Zeit zu machen. Hirsch schweigt sich als ambivalente Figur durch den Film, das würde ich nicht unbedingt für oscarreif halten, seine Filmfrau (Deborah Francois) stiehlt ihm klar die Show.

Insgesamt solide 6/10 (Brimstone hatte ich 7/10 gegeben)
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

PierrotLeFou

Gloria Bell

Noch schnell mitgenommen, bevor er hier wieder aus dem CinemaxX entschwunden ist, in welchem man ihn irritierenderweise gezeigt hat, derweil ihn die kleineren Kinos nicht im Programm hatten.
Im Grunde ist es fast schon ein 1:1-Remake (wenn ich das ca. zwei Jahre nach Sichtung des Originals überhaupt beurteilen kann), aber Details weichen entscheiden voneinander ab. Julianne Moore entspricht mit ihrer Figur ein ganzes Stückchen mehr dem Idealbild einer attraktiven Frau; durch bloßes Aufsetzen der dicken Hornbrille wird sie nicht zu einer zweiten Paulina García, sondern bleibt eine überdurchschnittlich attraktive Frau, was dem Stoff ein bisschen schadet.
Zudem gibt sich der Film etwas dezenter oder verschämter. Vom Bruchband (?) des Liebhabers ist hier kaum noch etwas zu sehen, man hört nur noch beim Entkleiden, das er eins trägt. Nackte Intimbereiche sind hier nicht zu sehen (und werden passenderweise von einer Nacktkatze verdeckt). Die unreifen erwachsenen Töchter des Liebhabers werden hier etwas mehr der Lächerlichkeit preisgegeben (und sind dann passenderweise auch ziemlich adipös, was im Publikum für einige Lacher gesorgt hat).
Und während die lateinamerikanischen Gedichte dringeblieben sind, ist das für den Originalfilm durchaus bedeutsame Gespräch über die neue Jugendkultur hier nicht adäquat variiert worden: Gespräche über Waffenbesitz/-erwerb besitzen einfach nicht dieselbe Relevanz.

Besser gelungen scheint mir bloß die Paintball-Episode im Freizeitpark zu sein, wenn die uniformierten Spieler an den Hauptfiguren vorbeischreiten; das ist hier grotesker geraten. Insgesamt scheint mir aber der etwas humorvollere Tonfall nicht besonders gut zu passen; das Original wirkte etwas ausgewogener.

Kurz: Lelios US-Remake (produziert u. a. von Lelio himself, Pablo Larrain und Julianne Moore) erfüllt leider viele Klischees über Hollywood-Remakes fremdsprachiger Erfolge, bleibt aber dem Original im Großen und Ganzen treu. 6,5/10 fürs Remake, 7/10 fürs Original...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Retro



EDDIE AND THE CRUISERS

Eddie Wilson, Sänger der Band "Eddie and the Cruisers", verunglückte unter seltsamen Umständen mit seinem Wagen.
Seine Leiche wurde nie gefunden, die Band löste sich auf, und auch die letzten Aufnahmen sind seit dem spurlos verschwunden.
18 Jahre später wird die Musik der Band in den Medien abgefeiert- und eine Reporterin will alle damaligen Bandmitglieder interviewen.
Zeitgleich wird in die Wohnungen der ehemaligen Bandmitglieder eingebrochen, scheinbar sucht jemand die alten, unveröffentlichten Tapes,
welche jetzt ein Vermögen wert sein dürften. Doch was geschah damals wirklich?
Je mehr nachgeforscht wird, und je mehr Erinnerungen hochkommen, desto mehr stellen sich alle die Frage: Ist Eddie wirklich tot?

Ein Film über Legendenbildung, Verehrung, Idole- und den Wahnsinn, welchen der Kommerz und die Medien mit toten Stars auslösen.
Die Besetzung ist absolut herausragend und perfekt:
Tom Berenger, Helen Schneider, John Stockwell, Ellen Barkin, Joe Pantoliano und Míchael Paré als Eddie Wilson.
Der Soundtrack stammt von "John Cafferty and the Beaver Brown Band", welcher sich auch längere Zeit in den Charts halten konnte.
Wer Rockmusik im Stil von Bruce Springsteens 80'er Scheiben mag, wird hier begeistert sein.

10/10

EDDIE AND THE CRUISERS II - EDDIE LEBT

Die verschollenen Aufnahmen von Eddie Wilson und den Cruisers sind aufgetaucht- und werden als "Seasons in Hell" veröffentlicht.
Um die Sensation noch größer zu machen, lässt die Plattenfirma Satin Records Gerüchte streuen, dass Eddie Wilson noch lebt.
Das unerwartete ist allerdings wahr: Eddie Wilson lebt, hat sich zurückgezogen und ein neues Leben angefangen.
Unter dem Namen Joe West arbeitet er auf Baustellen für seinen Lebensunterhalt, für Musik interessiert er sich nur noch am Rande.
Das ändert sich, als er zufällig auf die Band des jungen und begabten, aber großkotzigen und von sich überzeugten Rick Diesel stößt.
In einer kleinen Bar zeigt er diesem, wie man Rock'n'Roll spielt, und freundet sich mit dem Saxophonisten Hilton an.
Dieser meint nach "Joes" Auftritt auch erkannt zu haben, dass es sich um Eddie Wilson handelt- schweigt in der Band aber darüber.
Eddie spricht sich mit Rick Diesel aus, und stößt zu seiner Band- allerdings zu seinen musikalischen Bedingungen.
Erste Auftritte in kleinen Clubs sind erfolgreich, und schon bald tauchen auch die Männer von Satin Records auf-
denn Gesang und Musikstil sind dem momentan extrem angesagten Stil der Cruisers doch sehr ähnlich...

Die Fortsetzung von Eddie and the Cruisers ist perfekt gelungen.
Míchael Paré spielt wieder Eddie Wilson, und auch ein paar andere Charaktere aus dem ersten Film tauchen wieder auf.
Der Soundtrack ist wieder von John Cafferty. Alles richtig gemacht, kann man da nur sagen.

10/10

Seit kurzem sind beide Filme erstmals seit dem VHS-Release in Deutschland erhältlich, und dann auch gleich im Doppelpack.
Beide Filme sind auf einer BD untergebracht, Bild und Ton sind durchaus gelungen, wenn auch sicher nicht auf höchstmöglichem Niveau.
Jedenfalls ist eine deutliche Steigerung zu meinen alten Kanada-DVDs erkennbar, zu den deutschen VHS ja sowieso.
Dazu kommt der günstige Preis von, je nach Anbieter, aktuell 10-12€ für das Doppelpack.
Wer da noch meckert, dem ist nicht mehr zu helfen- oder hat eine Allergie gegen gute Rockmusik.

Private Joker

3 September 2019, 18:55:01 #1786 Letzte Bearbeitung: 3 September 2019, 19:20:52 von Private Joker
Willkommen in Marwen

Die guten Zeiten für Zemeckis sind offenbar vorbei - maßvolles Budget, flaue Kritiken, unterirdisch am B.0. Und nicht mal einen Thread hier...
In der Breite sicher unverdient. Die (ansatzweise) wahre Geschichte um ein Gewaltopfer und dessen ungewöhnliche Traumabewältigung ist natürlich kein neuer Forrest Gump, auch wenn der Regisseur das vielleicht im Hinterkopf gehabt hat. Ohne diese Fixierung wäre der vielleicht noch besser geworden, als erstes aus dem Drehbuch gestrichen gehörte der unsägliche Versuch, die Liebesgeschichte zwischen Forrest und "seiner" Jenny, hier mit der Nachbarin (allenfalls als Puppe erträglich: Leslie Mann) wieder aufleben zu lassen. Der Rest ist ansehbar, die Digitalsequenzen gemessen am Budget sogar ausgesprochen ordentlich (wohl in der Nähe einer Oscar-Nom) und gut in den Film integriert. Die Mischung aus persönlicher Tragödie und Komik kann durchaus berühren, wirkt aber ein bisschen aus der Zeit gefallen, zumal das in den "Kriegsszenen" gezeigte "Frauen"- (oder Puppen?)bild nicht 100% p.c. erscheint. Trotzdem: Kleiner Geheimtip (wobei der aktuell wohl nur kauf- oder teuer streambar ist, Videobuster etwa verleiht den nicht).

6,5/10

All the devil's men

Kontrastprogramm. Ein ziemlich dürftiger Actioner mit Gibsons Sprössling, der noch kräftig üben muss und weder die Action noch die in der Figur angelegte "Tiefe" vernünftig rüberbringt. Vieles wirkt unterbudgetiert (die erste Explosion) oder undynamisch (die Auftaktverfolgung), die unterlegte Mucke ist sogar richtig übel. Immerhin: Einige der gezeigten Schusswechsel unterscheiden sich ganz erfreulich von den Moorhuhnballereien der aktuellen TV-Actionserien, und die Story um diverse Schattenkrieger, die sich in unterschiedlichen Konstellationen beharken, erscheint nicht völlig abseits der Realität. Das Flugzeug-Finale ist aber wieder furchtbar generisch

4,5/10

Border / Gräns

Und zurück Richtung Arthaus. Der hatte nun wirklich eine sehr positive Resonanz auf Festivals und war überraschend nah an einem Oscar (Make-up); viele meinen, das wäre die ehrlichere Version des leicht verkitschten 2018er Siegers "Shape of Water".
Und ja: Der eigenwillige Mix aus Mystery, Drama und Nordic-Crime funktioniert umso besser, je länger man ihn sich ansieht. Erst mal relativ sperrig, und unterwegs muss man schon ein paar Mal schlucken, da waren einige Szenen dabei, die ich nicht unbedingt sehen mag, und die haben nichts mit Splatter oder etwas in der Richtung zu tun. Aber die Elemente fügen sich gut zusammen, und die Hauptdarstellerin + ihr Maskenteam machen wirklich einen tollen Job.
Nur mal so am Rande: Ist das Ende wirklich so banal zu verstehen, wie Wikipedia das interpretiert ("Monate später bekommt Tina jedoch ein Paket mit einem lebenden Trollbaby") - ich sehe da deutlich andere Deutungsmöglichkeiten (es könnte zum einen ihr eigenes Kind sein, zum anderen aber auch das der Nachbarn, das ja offenbar gegen eine dieser "Hüllen" ausgetauscht wurde).

7/10
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Retro

DER KAMPFKOLOSS



In der nahen Zukunft, nach den sogenannten "Ölkriegen":
Brutale Banden terrorisieren die Gegend, alles dreht sich um Wasser, Nahrung- und vor allem um Öl, bzw Treibstoff.
Als grausamste Bande gilt die Truppe um den Ex-Militär Straker, der in einem schwer bewaffneten und gepanzerten Truck umherfährt.
Eines Tages kommt Straker mit seinen Männern in die Nähe einer Siedlung friedlicher unbewaffneter Bauern,
welche vom Ackerbau leben, aber auch ein gut gefülltes Lager an Treibstoff besitzen- um eben dieses zu plündern.
Der in der Nähe lebende Einzelgänger Hunter, der den Siedlern freundlich gesonnen ist, aber lieber alleine lebt, kommt den Siedlern zu Hilfe...

US-Regisseur Harley Cokliss, der in den 80'er Jahren einige durchaus beachtenswerte Filme drehte (und danach auf TV-Niveau abrutschte),
hat dieses Endzeit-Spektakel in den teils trostlosen Weiten von Neuseeland gedreht.
Mit Michael Beck und Annie McEnroe in den Hauptrollen auch passabel besetzt,
ist der im Fahrwasser der ersten beiden "Mad Max" Filme gedrehte "Kampfkoloss" definitiv einer der besten Nachahmer der genannten Erfolgsfilme.
Actionreich, teils brutal und mit einigen schönen Stunts geht es routiniert inszeniert zur Sache, es gibt einige nett anzusehende Verfolgungsjagden-
und natürlich den wirklich beeindruckenden eigentlichen Star des Films, den rundum gepanzerten und schwer bewaffneten Kampfkoloss-Truck.
Der "typische" Look solcher Filme mit dem unvermeidbaren Wüsten-Setting ist zwar auch hier vorhanden,
wirkt aber durch die weiten Landschaften Neuseelands nicht so unglaubwürdig und billig wie in vielen ähnlich gelagerten Filmen,
die oft aussehen, als wären sie in in einer Kiesgrube gedreht worden. Für Fans solcher Filme empfehlenswert!

7/10

Die DVD ist zwar um ein paar Sekunden gekürzt, hierbei handelt es sich aber nur um zwei unwichtige Szenen ohne jeglichen Dialog.
Michael Beck schraubt im Lager etwas länger an seinem Fahrzeug herum, und Annie McEnroe schneidet im Garten der Siedlung ein paar Äste mehr ab.

Retro

OPEN SEASON - JAGDZEIT



Drei Vietnamveteranen fahren jedes Jahr im Sommer zur Jagd in eine abgelegene Waldhütte-
und entführen unterwegs ihre Beute, junge, zufällig aufgelesene Pärchen.
Zunächst werden die Opfer freundlich behandelt, später der Mann zur Hausarbeit und die Frau zum Sex gezwungen.
Nach ein paar Tagen eröffnet man den beiden, dass sie 30 Minuten Vorsprung kriegen, und dann gejagt werden.
Allerdings ist der Vater eines früheren Opfers den drei Männern auf der Spur, und ebenfalls in den Wäldern unterwegs...

Mit Peter Fonda und William Holden recht fies besetzter Thriller, der sich zwar nur langsam entwickelt, aber doch recht intensiv daherkommt.
Die DVD enthält die damalige deutsche Kinoversion mit knappen 95 Minuten Laufzeit und dem Originalformat 2,35:1.
Eine längere Version war aber in Deutschland nie zu sehen- und man vermisst auch nichts.
Inhaltlich ist der Film eine klare Empfehlung, die Qualität der DVD ist aber eine Frechheit.
Die Vorlage war offensichtlich ein altes VHS-Tape, das Bild ist komplett unscharf, nicht anamorph oder sonstwie überarbeitet, der Ton dumpf.
Als Bonus sind die Super 8-Fassung mit knappen 34 Minuten und die US-Fassung mit 97 Minuten enthalten.
Letztere allerdings in noch schlechterer Qualität als die deutsche- und nur in 1,85:1 statt 2,35:1.

9/10

Retro

BAD MOON



Eine Expedition in Nepal wird von einem Werwolf angegriffen. Journalist Ted Harrison Überlebt schwer verletzt, seine Frau wird getötet.
Seitdem verwandelt er sich im Mondschein selbst zu einem Werwolf, was ihm durchaus bewusst, aber nicht zu verhindern ist.
Nachdem ihm immer mehr Menschen zum Opfer fallen, bleibt ihm nur noch ein letzter Versuch, das ganze verhindern zu können.
Er zieht zu seiner Schwester und deren Sohn auf's Land, und hofft, dass die starke Bindung der Familie hilft, die Verwandlungen zu unterdrücken.
Schon bei seiner Ankunft spürt Thor, der Schäferhund der Familie, dass mit Ted etwas nicht stimmt- und beobachtet ihn argwöhnisch.
Ted erklärt, dass er Nachts gerne Waldläufe unternimmt, doch in Wirklichkeit kettet er sich Nachts an einen Baum, um niemanden zu gefährden.
Doch nicht immer schafft er das vor der Verwandlung- und schon bald findet man im Wald eine zerfetzte Leiche.
Die Polizei verdächtigt Thor, da er einige unerklärliche blutige Schrammen hat, und daraufhin von Hundefängern der Familie entrissen wird.
Dumm nur, dass Thor der einzige Schutz der Familie war, welcher sich die Verletzungen bei einem Kampf gegen den Werwolf zugezogen hat...

Eric Red's "Bad Moon" gehört meines Erachtens bis heute zu den gelungensten Werwolf-Filmen überhaupt.
Der Film präsentiert zudem mit Michael Paré und Mariel Hemingway zwei überzeugende Hauptdarsteller,
welche beide von durchaus "besseren" Produktionen irgendwann zu Asylum (Hemingway) oder Boll-Produktionen (Paré) abgestürzt sind.
Immerhin ist zumindest Michael Paré heute auch immer wieder in teureren Filmen wie "Bone Tomahawk" oder "Der Mandant" zu sehen.
Ein großer Teil des Films spielt in einem Wald, und es gibt nur wenige Darsteller im Film-
viel Geld war für "Bad Moon" vermutlich nicht vorhanden, aber das fällt kaum auf.
Die Atmosphäre des Films ist schön düster, und obwohl klar ist, um wen es sich bei dem Werwolf handelt, bleibt es spannend.
Auch die Tricks (kein CGI!) sind größtenteils gelungen, lediglich die Verwandlung gegen Ende wirkt, wohl dem Budget geschuldet, eher billig.
Trotz FSK 16 ist "Bad Moon" übrigens mit seinen kurzen 76 bzw 77 Minuten ungekürzt, und hat auch ein paar blutige Szenen zu bieten.
Hervorheben muss man auch "Thor", den Schäferhund: Sehr gut dressiert- und das "Augenduell" mit dem Werwolf ist sehr intensiv dargestellt.
Zu guter letzt kann der Film auch noch mit ein wenig (passendem) schwarzen Humor punkten.

8/10