Autoren-Thread: Vince

Erstellt von Vince, 30 November 2006, 23:55:57

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast schauen sich dieses Thema an.

Vince

Zitat von: Mr. Hankey nach 30 September 2009, 16:16:05
Auch wenns etwas spät kommt, so muss ich Dir jetzt doch einmal zu Deiner wunderbaren "Coraline"-Kritik gratulieren, die IMO eines der Review-Highlights 2009 darstellt. Du hast den Film wunderbar analysiert, den Inhalt genau erkannt und bestens in Worte gefasst.


Hui, danke! Ich seh die gar nicht so besonders, aber ich hab eh irgendwie den Blick dafür verloren, was gut und was schlecht ist. Zur 3D-Welle: die boykottier ich eher aus Dagobert Duck-Gründen, weil ich 10 Euro für eine Vorstellung (bei uns im Cineplex) ein bisschen happig finde, aber reizen tut's mich schon.

Zu "Oben" hatte ich auch eine Kritik schreiben wollen, allein fehlt mir die Zeit. Den hab ich allerdings auch nur in 2D gesehen.

psychopaul

Super, dass du was zu Insurgentes geschrieben hast.  :respekt:

Werd ich mir dann wohl auch mal zu Gemüte führen..  :icon_smile:
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

Vince

Jau mach das, lohnt sich! Vor allem die Disneyszene ist der Knaller.  :icon_lol: Feedback nach Sichtung wäre eine coole Sache.

psychopaul

Gerne, kann aber sicher noch dauern..  :icon_lol:
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

PierrotLeFou

Zitat von: http://www.ofdb.de/review/288897,709187,GhostbustersStattdessen bekommt Geisterkartoffel Slimer eine Gattin mit 50er-Frisur und Lippenstift zur Seite gestellt...


Bei der Stelle hatte ich auch verwundert gestutzt... Immerhin war das Viech ursprünglich - wenn auch an Belushi angelehnt - ein geschlechtsloses Neutrum, das ja im Grunde erst mit der TV-Serie etwas männlicher gezeichnet worden war.

Ich weiß nicht, ob es für das Reboot diesbezüglich einen Unterschied gemacht hätte, wenn es die Serie nicht gegeben hätte... aber irgendwie bleibt so der Beigeschmack, dass eine entfernt menschlich wirkende Figur (wie der Schneemann oder das Strichmännchen) trotz fehlender Geschlechtsmerkmale und traditionell männlicher Attribute erst einmal männlich ist und erst durch Perücke/Kleider/Lippenstift usw. zur weiblichen Variante wird...

Da ist diese Szene des Remakes in der Tat schon symptomatisch für einen wenig reflektierenden Umgang, was angesichts der angeblichen Stoßrichtung überrascht... :icon_eek:


Jetzt muss ich sagen, dass natürlich auch die Originalfilme immer einen sehr uneindeutigen Spagat zwischen reaktionären und progressiven Momenten hingelegt hatten, die dann aber allesamt zu einem roten Faden verarbeitet worden sind... im Reboot ist das kaum noch der Fall; da gibt es hier und dort ein paar Witzchen als politisches Statement; aber all das wird recht zusammenhangslos und beliebig an die eigentliche Handlung gepappt... das gibt es keinen eleganten Spagat, sondern ein plumpes, willkürliches Hineintappen in verschiedene Felder... :icon_neutral:

Nach einer geschlechtslosen Gottheit, gegen die es die traditionellen Geschlechterrollen zu behaupten gilt, und dem Ausländer, vor welchem die Frau zu bewahren wäre - was beides in den Originalfilmen recht ironisch geschieht -, gibt es nun den von Minderwertigkeitskomplexen geplagten Mann, der sich rächen will (und kurzzeitig in einen wesentlich anspruchsvolleren Männerkörper schlüpft); dann werden noch ein paar Männer als etwas dämlich/kindisch gezeichnet, zugleich wird aber auch genug eingestreut, um daraus keinen reinen Männerwitz zu machen und nebenbei trampelt man auch noch ungeschickt in solche Fallstricke wie bei der Slimer-Szene...
Gegenüber den ersten Filmen ist das Reboot eigentlich bloß im Hinblick auf die Rolle des/der Schwarzen überlegen; da ist man schon mit Problembewusstsein rangegangen, gerade auch weil mit Klischees gearbeitet wird und die Quotenneger-Funktion aus dem Original übernommen wird, um dass dann ironisch aufzulockern. :unknown:
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Vince

Letzteren Punkt teile ich nur bedingt. Stimmt natürlich insofern, als dass Leslie Jones weniger passiv wirkt als Ernie Hudson damals. Allerdings wirkt das auf mich ein bisschen wie der verzweifelte Schrei um Aufmerksamkeit, denn echte Taten folgen ja trotzdem nicht. So führt sie sich selbst als große New-York-Kennerin ein (was ja auch per se wieder so ein Klischee ist), ohne dass der Film diesen Punkt wirklich mal effektiv verarbeiten würde.
Bei Hudsons Winston hingegen hatte ich einen ähnlichen Eindruck wie bei Janine: Er hält die Klappe und denkt sich seinen Teil. In gewisser Weise war er für mich als Kind sogar eine Identifikationsfigur im Film. Leslie Jones hingegen wirkt die ganze Zeit so, als stünde sie bei Saturday Night auf der Bühne und müsse Witze reißen.

Stefan M

Sehr schöne Kritik zu "Es"! Trifft exakt meinen Eindruck. Ein wunderbarer Horrorfilm, der seinen Erfolg vollauf verdient hat.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Vince

Vielen Dank! :). Allerdings beneide ich dich um dein Kinopublikum (wie du es im "ES"-Thread beschreibst), meines war klar überfordert - verlegenes Kichern z.B. bei Beverlys Sprung ins Wasser und völlige Fehlinterpretation der humorvollen Momente (nicht zuletzt jene, die vom Clown selbst ausgingen, der nach Meinung des Publikums wohl ein humorloser Serienkiller hätte sein sollen). Insofern freue ich mich jetzt auch schon sehr auf die Heimkinosichtung, zumal man zusätzliche 15 Minuten bei diesem Film mit Kusshand nimmt, er war nämlich eher zu kurz als zu lang.

Stefan M

Ja, ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn der Film die Dreistundenmarke geknackt hätte. Ich habe es fast bedauert, als er dann zu Ende war, denn ich habe mich rundum wohlgefühlt. Mit dem Kinopublikum bei Horrorfilmen scheine ich generell viel Glück zu haben. Mir ist auch noch "The Visit" in guter Erinnerung, wo sich alle gegenseitig zum Zusammenzucken bei den Schockmomenten antrieben. Meine Schwester hatte vor Filmstart auch ein mulmiges Gefühl und wußte nach eigener Aussage gar nicht mehr, warum sie den Film überhaupt sehen wollte (weil sie zwar Horrorfilme mag, aber ungern auf der großen Kinoleinwand), war aber im Nachhinein erstaunt, daß sogar der Clown seine lustigen Momente hatte.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!