Autoren-Thread : Bretzelburger

Begonnen von Bretzelburger, 26 Januar 2007, 03:22:54

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Bretzelburger

Gestern abend habe ich zufällig in Berlin diesen Film gesehen, der mich mehr als begeistert hat

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=110468&rid=239574

Bretzelburger

So und zur Nacht noch ein Häppchen aus Hollywoods "Schwarzer Serie", allerdings trotz Veronika Lake, die bis heute von den Mädels kopiert wird, und Autor Raymond Chandler keine Meisterwerk des Genres, aber das bekomme ich bestimmt demnächst noch hin

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=20241&rid=239601

bluebottle

Mal eine Anmerkung zu deiner Review vom Leopard, die mir ansonsten sehr gut gefällt:

Visconti hat den italienischen Neorealismus nicht entwickelt. Ossessione wird zwar gern als frühes Beispiel dieser Stilrichtung genannt, enthält aber nur Elemente des Neorealismus. Gerade die recht klar strukturierte Narration ist eher untypisch. Man kann sagen, dass er den Neorealismus auf die Spitze getrieben hat mit La terra trema, aber für mich bleibt immer noch die Kriegstrilogie von Rosselini DIE neorealistische Werkfolge, da sie Visconti's Ästhetizismus vermeidet ("Ach sehen die armen Fischer SCHÖN aus!").
Was alles noch komplizierter macht: Der Begriff Neorealismus ist eine Schöpfung französischer Kritiker, weshalb man mit Worten, wie Erfindung oder Entwicklung insgesamt vorsichtig sein sollte.

Genug der Klugscheißerei (Aber das Studium soll ja für irgend etwas gut sein...)

Fräulein millas Gespür für den Flush

Muss jetzt hier auch mal kurz ein Lob ablassen.

Bin mittlerweile ein richtiger Fan geworden.
Deine Kritiken sind meist schön ausführlich, aber niemals zu langatmig bzw. langweilig.
Deine Thesen begründest Du sehr fundiert und man kann diesen Begründungen auch immer gut folgen.
Auch weil Du auf den Einsatz von unnötigen Fremdwörtern verzichtest :respekt:

Und last but not least: Ich weiss jetzt dank Dir, warum mir der Punisher nicht wirklich gefallen hat und (noch viel wichtiger) warum ich mich nicht schäme, Dirty Dancing bereits so oft gesehen zu haben  :icon_cool: :king:

Keep up the good work  :respekt: :respekt: :respekt:
"Ist denn die ganze Welt verrückt geworden? Bin ich denn hier der einzige Idiot, dem Regeln noch was bedeuten?"

Zitat von: Dr. Sigi Fraud
Ich habe den Rassismus endgültig besiegt.

Bretzelburger

Zitat von: bluebottle am 19 April 2007, 12:17:38
Visconti hat den italienischen Neorealismus nicht entwickelt. Ossessione wird zwar gern als frühes Beispiel dieser Stilrichtung genannt, enthält aber nur Elemente des Neorealismus. Gerade die recht klar strukturierte Narration ist eher untypisch. Man kann sagen, dass er den Neorealismus auf die Spitze getrieben hat mit La terra trema, aber für mich bleibt immer noch die Kriegstrilogie von Rosselini DIE neorealistische Werkfolge, da sie Visconti's Ästhetizismus vermeidet ("Ach sehen die armen Fischer SCHÖN aus!").
Was alles noch komplizierter macht: Der Begriff Neorealismus ist eine Schöpfung französischer Kritiker, weshalb man mit Worten, wie Erfindung oder Entwicklung insgesamt vorsichtig sein sollte.

Genug der Klugscheißerei (Aber das Studium soll ja für irgend etwas gut sein...)

Ich gebe dir recht, diese Bezeichnung als erstes Werk des sogenannten "Neorealismus" ist fragwürdig, auch wenn ich damit eine weit verbreitete Ansicht zitiere. Ich habe "Ossessione" ebenfalls besprochen und gehe da auch auf die Ästhetik der Schwarz/Weiß Bilder ein, auf die Visconti immer gesteigerten Wert legte. Ich bin völlig deiner Meinung, daß nur wenige Szenen darin, die quasi unter dem "normalen Volk" spielen (z.B. die Szene mit dem Sängerwettstreit), einer realistischen Schilderung des Alltags entsprechen und habe mich selbst immer gewundert, warum "Ossessione" so unkritisch in einem Atem Zug zu z.B. "Paisa" genannt wurde.

Aber eigentlich spielt diese Kategorisierung keine Rolle, da gerade in dieser Zeit viele erstaunliche Werke entstanden und es mich nur ärgert, daß z.B. ein Film wie "Riso amaro" einfach nicht zu bekommen ist.

Bretzelburger

Auch wenn es der Spaßkultur widerspricht - hier eine ernsthafte Auseinandersetzung mit "Stomp the Yard"

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=113579&rid=239825

Mr. Hankey

Jetzt mal ne grundsätzliche Frage an dich, die ich dich eigentlich schon längst mal fragen wollte. Wieso verteilst du dein Endfazit eigentlich immer über mehrere Absätze? Ich meine, das Fazit steht doch eigentlich dafür, noch einmal schnell alles kurz zusammenzufassen und eine "Endwertung" zu vergeben, was nun unterm Strich rausgekommen ist. Aber bei dir nimmt das Fazit manchmal selbst schon ne ganze Seite und vier oder fünf Absätze ein! :icon_confused:

Bitte nicht falsch verstehen: Das ist in keinster Weise eine Kritik, ist schließlich Deine Entscheidung das so zu handhaben. Aber das "warum" würde mich einfach mal interessieren!
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Bretzelburger

Im Fazit spreche ich manchmal noch ein paar grundsätzliche Dinge an. Ich gestalte es meist so, daß Jemand, der nur das Fazit liest, kaum etwas über den Inhalt erfährt, aber viel über meine Meinung.

Mr. Hankey

Aber warum nicht in einen Absatz, sondern in vieren oder fünfen? Ich finde das jedenfalls irgendwie merkwürdig, wenn ich mir mal nur schnell das Fazit durchlesen will (z. Bsp. wenn mich der Film selbst eher weniger interessiert) und dann aber auch dort immer noch auf mehrere Absätze stoße. :icon_confused:

Aber nun gut, wie schon gesagt, dass ist nur eine subjektive Meinung meinerseits und sei ganz allein Dir überlassen! :D
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Bretzelburger

Das mit den 5 Absätzen mache ich nur in diesem Fall, um die einzelnen mir wichtigen Argumente zu betonen, sonst fasse ich deutlich mehr zusammen (ja, ich habe da auf die Kritik gehört)!!!).

Bretzelburger

Man gerät ja bei der Besprechung eines solchen Filmes schnell in den Verdacht intellektueller Abgehobenheit. Alleine sich einen solchen Film anzusehen, zeugt scheinbar von einem elitären Denken und übertiebenen künstlerischen Anspruch. Filme von Antonioni und Konsorten sind quasi für Filmfestivals und knochentrockene Spaßverächter geschaffen, die am liebsten null Story haben wollen und sich nur so in ihrem Elfenbeinturm wohlfühlen.

Ich will dem gar nicht in Gänze widersprechen, da ich selbst einige Zeitgenossen kennenlernte, die nur diese Art Filme ansahen und vor jedem populären Film die Nase rümpften. Nur waren diese genauso im Unrecht, wie es jene sind, die einem solchen Film wie "L'Avventura" die Berechtigung absprechen, als spannender und interessanter Film angesehen zu werden.

Natürlich kann und sollte man sich einen solchen Film nicht ständig ansehen, aber wenn man es doch tut, dann ist man überrascht, wie nah er einem kommt, wie sehr er berühren und betroffen machen kann und wie stark er auch unterhält. Sicherlich nicht im gewohnten Sinn, aber ich denke es gibt nicht Wenige, die wissen, wie befriedigend es auch sein kann, sich mit etwas Anspruchsvollem beschäftigt zu haben.

Ich freue mich auf den nächsten Blockbuster, aber es war richtig schön, sich mal wieder diesen Film anzusehen

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=19685&rid=240075

Bretzelburger

Da hier im Autoren-Thread allgemein sonntägliche Ruhe vorherrscht, biete ich hier zu später Stunde noch ein eigenes Kontrastprogramm an, daß bei mir sentimentale Erinnerungen hervorruft. Denn als ich "Formicula" in den 70ern das erste Mal sah, erzeugte der Film bei mir atemberaubende Spannung und es ist fast schade, daß man heute so viel gesehen hat und damit auch ziemlich abgestumpft ist bezüglich seines Horror-Empfindens.

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=4470&rid=240293

psychopaul

23 April 2007, 01:29:57 #162 Letzte Bearbeitung: 23 April 2007, 01:32:20 von psychopaul
sehr schön formuliert, das vorige Posting über Filme wie "L'avventura".  :respekt:
Ich hoffe mal stark, dass du solche Werke dem einen oder anderen schmackhaft machen kannst, der sie sonst ignorieren würde; kann nur bestätigen, dass solche Filme einen bereichern und auch überraschen können (hatte früher auch oft mit der Befürchtung von Trockenheit der Materie zu kämpfen  ;))

(Habe selbst übrigens gerade Andrei Rubljov gesehen, der mich so richtig umgehauen hat, aber dazu ein Review schreiben, trau ich mir gar nicht zu, zumindest nicht, ohne den nochmal gesehen zu haben..)

tjo, ich schmiere dir halt auch noch ein bisschen Honig auf den Wanst, damit dir der Wochenausklang nicht fad wird  :icon_mrgreen: :
deine abwechslungsreiche Filmauswahl und die offene und angemessene Herangehensweise an die verschiedensten Genres und auch Zeitepochen gefallen mir sehr gut, ich handhabe das selbst ja auch so ähnlich (als Konsument) und so soll es auch sein. 

ach so: Slumming schon gesehen? ;)
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McKenzie

Ja, ich muss mich anschließen- die Filme von Antonioni (einer meiner Top 5-Regisseure) sollten unbedingt mehr Zulauf erhalten und es ist schön, das du dich darum bemühst! :respekt:

Das Review ist auch sehr gelungen (wenn auch ein wenig zu kurz für meinen Geschmack, etwas ausführlicher hätte es schon sein dürfen) obwohl es mich fast ein wenig ärgert (Neid! ;)) dass du mir zuvorgekommen bist- ich hatte mich schon so darauf gefreut, diesem Meisterwerk mit einem Review zu huldigen- so bleibt es wohl vorerst bei meiner grottigen Besprechung zu dem überirdischen "Zabriskie Point". :icon_sad:

Um das Mass der Dinge voll zu machen solltest du vielleicht noch eine Kritik zu "L'eclisse- Liebe 1962" nachschieben der "La notte" und "L'Avventura" in nichts nachsteht und darüber hinaus in den USA auf einer sehr hübschen DVD erschienen ist. Aller guten Dinge sind drei und da du "La notte" bereits besprochen hast und es sich bei den Filmen ohnehin um eine Trilogie handelt... :king:

Deinem Posting gebe ich übrigens auch recht- es ist sehr schade das man diese Filme nicht rezipieren kann wie alles andere auch ohne gleich als "überheblicher Arthouse-Freak" zu gelten.

@ Psychopaul:

Trau dich! Zu den Filmen von Tarkowski wurde bislang ohnehin viel zuwenig geschrieben! ;)
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Bretzelburger

Bei einer Review zu einem Film wie "L'avventura" könnte man problemlos die Länge einer Doktorarbeit erreichen. Alleine die Szenen in Taormina, in denen "mein Berufskollege" Sandro sich über die Unfreiheit des zeitgenössischen Architekten beklagt und über den Dächern die Glocken klingeln, könnte man schön auswalzen, aber das geht meiner Meinung zu weit, da ich auch will, daß jeder einen solchen Film für sich selbst entdeckt und damit geht das Ganze wirklich Richtung "Bildungsbürgertum".

Und genau das möchte ich vermeiden, deshalb habe ich mich recht kurz gehalten und versucht, mich auf das Wesentlichste zu beschränken und bestimmte Dinge nur anzudeuten. "L'eclisse" kommt dann auch noch, denn ich sehe das mit der Trilogie ähnlich - übrigens hat mir deine "Zabriskie Point" Review gut gefallen. Vielleicht schreibe ich aber auch noch eine, weil ich an den Film spezielle Erinnerungen habe und mit der "Careful with that Axe, Eugene" - szene aufgewachsen bin.

Zitat von: psychopaul am 23 April 2007, 01:29:57
ach so: Slumming schon gesehen? ;)

Noch nicht, hole ich aber noch nach.

McKenzie

Zitat von: Bretzelburger am 23 April 2007, 10:55:36aber das geht meiner Meinung zu weit, da ich auch will, daß jeder einen solchen Film für sich selbst entdeckt und damit geht das Ganze wirklich Richtung "Bildungsbürgertum".

Und genau das möchte ich vermeiden, deshalb habe ich mich recht kurz gehalten und versucht, mich auf das Wesentlichste zu beschränken und bestimmte Dinge nur anzudeuten.

Ich meinte auch eigentlich nicht das der Review als sachliche Filmanalyse zu kurz wäre- das "Bildungsbürgertum" wie du es nennst ist mir auch zuwieder- sondern das deine persönliche Stellungnahme zu der Botschaft des Films und ihrer Wahrheit, bzw. Unwahrheit (letzteres wohl eher weniger) etwas ausführlicher hätte ausfallen dürfen! ;)

Ansonsten vielen Dank für die Blumen- aber auch wenn du ganze 27 Jahre älter bist- auch ich habe sehr, sehr spezielle Erinnerungen an "Zabriskie Point"- und die werden sicherlich noch viele andere in Zukunft haben denn entgegen der allgemeinen Auffassung, der Film wäre NUR ein Dokument der 68ziger halte ich ihn für einigermaßen zeitlos. Was in dieser Zeit angefochten wurde ist noch lange nicht tot! ;)
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Bretzelburger

Nach Antonioni jetzt Luis Bunuel, einem weiteren sehr von mir geschätzten Regisseuer. Hier mit einem Film aus dem Jahr 1964, der merkwürdigerweise nicht als einer seiner Besten gilt. Dabei gelingt ihm hier etwas Seltenes (was er danach aber noch ein paar mal hinbekommen hat) - eine Mischung aus einem unterhaltenden, abwechslungsreichen Film, den sich auch Jeder problemlos ansehen kann, der sonst nicht für "Kunstfilme" schwärmt, und einer absoluten Härte in der Charakterisierung - da gefriert einem das Lächeln trotz aller Lockerheit

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=7307&rid=240724

psychopaul

sehr schöne Analyse.

ich fand den Film damals ja stark, aber nicht so herausragend, vielleicht weil er auch mir für einen Bunuel im Kontext seiner surrealen Arbeiten fast schon zu "realistisch" vorgekommen ist. Aber hast du sehr gut herausgestrichen, diese "psychologische Härte", die heutzutage im Kino in völlig anderer Form oder kaum mehr zu sehen ist..

wobei...wenn ich da an das zeitgenössische österreichische Kino (mit Haneke an der Spitze) denke, weiß ich nicht, ob diese Behauptung haltbar ist...  :icon_mrgreen:
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Bretzelburger

Zur Abwechslung ein alter Lieblingfilm von mir, den ich schon oft gesehen habe und mir immer wieder gerne ansehe

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=5687&rid=240789

Mr. Hankey

25 April 2007, 13:10:56 #169 Letzte Bearbeitung: 25 April 2007, 13:50:01 von Mr. Hankey
Na so viel Zeit möchte ich auch einmal zum Review schreiben haben.

Ich glaube ich mach mich auch selbstständig. Da hat man anscheinend doch noch die meiste Zeit! :icon_twisted: :king:

(kleiner Scherz am Rande ;))
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Red Shadow

26 April 2007, 21:32:50 #170 Letzte Bearbeitung: 26 April 2007, 21:36:45 von red shadow
Zitat von: Mr. Hankey am 25 April 2007, 13:10:56
Na so viel Zeit möchte ich auch einmal zum Review schreiben haben.

Ich glaube ich mach mich auch selbstständig. Da hat man anscheinend doch noch die meiste Zeit! :icon_twisted: :king:

(kleiner Scherz am Rande ;))

Ja, dieses neoliberale, kapitalistische Unternehmer-Pack :icon_rolleyes:. Man lässt arbeiten und schreibt Reviews :icon_lol:. Da ich momentan auch in den Fängen dieser Trolle bin, bleibt mir wenig Zeit für Eigenproduktion. Die Bretzelburgers dieser Welt legen mich auf Eis, deshalb kann ich ihnen nicht einmal ein vernünftiges Feedback im Autoren-Thread geben ;).
Why so serious?

WEAR RED, GET LOUD! GO 49ers!

Who's got it better than us? Nooobody!!!

Bretzelburger

Ein vergessener "Jugendfilm" aus den 80ern der etwas weniger subtil an das Thema "Pubertät" herangeht und dabei wirklich überraschende Szenen zu bieten hat. Nicht überragend, aber wirklich entdeckenswert

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=11877&rid=240959

SutterCain

Zitat von: Bretzelburger am 16 April 2007, 22:19:24
Kurz zu zwei deiner Anmerkungen : Wahrscheinlich habe ich die äußerst knappen Dialoge nicht besonders hervorgehoben, da Melvilles "Samurai" Film gerade dafür berühmt ist, daß in den ersten sieben Minuten kein Wort gesprochen wird (hier dauert es immerhin auch sechs Minuten) und ich wollte nicht zu viele Parallelen ziehen, da ich "Vier im roten Kreis" für deutlich komplexer halte.

So, nun habe ich auch Le Samourai gesehen. Muss aber bedauerlicherweise konstatieren, dass er mich enttäuscht hat. Kreiert Melville in Le Cercle rouge ganze Universen um seine wortkargen Figuren, bleiben die Charaktere in Le Samourai durchweg eindimensional. Sicherlich kein schlechter Film, aber einer mit Längen. Nun hoffe ich noch, dass Le Doulos mich begeistern wird.

Bretzelburger

Ich habe "Samurai" schon lange nicht mehr gesehen und habe ihn auch schwächer als der "Cercle Rouge" in Erinnerung, auch wenn er viel bekannter ist.


Gerade habe ich mich mit einem ganz neuen Film beschäftigt, der hier in der OFDb auch noch keine besondere Aufmerksamkeit genießt - David Lynchs neues Werk
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=109326&rid=241388

McKenzie

Zitat von: Bretzelburger am 29 April 2007, 03:44:09
Gerade habe ich mich mit einem ganz neuen Film beschäftigt, der hier in der OFDb auch noch keine besondere Aufmerksamkeit genießt - David Lynchs neues Werk

Was geradezu skandalös ist! :icon_confused: Dein Review gibt eigentlich das gleiche wieder wie alle Kritiken, die ich bisher gelesen habe: Wie Lynch selbst sagt wird jeder "Inland Empire" für sich selbst ganz anders verstehen (und in diesem Fall ist das auch so von ihm gewollt) und deswegen wäre es auch Fehl am Platze, eine seitenlange Analyse in die Welt zu setzen. Daher ist dein Review gelungen und macht einem einmal mehr den Mund wässrig.  ;) Morgen werde ich mich dann auch ins Kino aufmachen und vielleicht auch noch einen Review verfassen- ein Review drei Tage nach Start ist für einen Lynch-Film eine definitiv ziemlich magere Ausbeute.
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Hankey

29 April 2007, 15:22:37 #175 Letzte Bearbeitung: 29 April 2007, 15:41:00 von Mr. Hankey
Das dieser Lynch die Gemeinde spalten wird, sieht man auch an den Kritiken. Von "Pseudointellektueller Murks. Fürs Kino gänzlich ungeeignet!" bis "David Lynchs Bester" ist ja wirklich alles dabei. Herrlich finde ich auch: "Die Feuilletons werden David Lynch feiern und allerlei Tiefsinn in den Film hineininterpretieren, obwohl sich der Kult-Regisseur selbst explizit dagegen wehrt." ;)

Na ja, Lynch kriegt seine Chance bei der Premiere-Ausstrahlung, denn nach wie vor ist Lynch einer der Regisseure, dessen Filme bei mir den gewünschten Funken einfach überpringen lassen, obwohl ich ihm eigentlich jedesmal nur zu gerne eine Chance gebe. Na ja, jeder hat ja so seine "überschätzten Regisseure". (Wobei ich Lynch eher auf persönlich subjektiver Basis dorthin stellen möchte, denn auf objektiver Basis! :icon_confused:) ;)

Ach so: Wie sieht es eigentlich mit dem Vorwurf aus, "Inland Empire" wäre Lynchs straightester Mainstream-Film überhaupt?
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psychopaul

Zitat von: Mr. Hankey am 29 April 2007, 15:22:37


Ach so: Wie sieht es eigentlich mit dem Vorwurf aus, "Inland Empire" wäre Lynchs straightester Mainstream-Film überhaupt?

Hä?
ich dachte, er is genau das Gegenteil.  :icon_lol:

als Ösi muß ich wieder mal ein Monat länger warten  :scar:, also schreibt hier nicht zuviel über den Film, ich will nix davon wissen im Vorfeld.  :icon_mrgreen:

wobei..andererseits weiß ich ja eh schon, auf was es ungefähr hinauslaufen wird.  ;)
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Vince

Zitat von: Mr. Hankey am 29 April 2007, 15:22:37
Ach so: Wie sieht es eigentlich mit dem Vorwurf aus, "Inland Empire" wäre Lynchs straightester Mainstream-Film überhaupt?


Was? Wer sagt denn sowas? Dieser Vorwurf ist doch überhaupt nicht haltbar. Was ist denn mit "Sraight Story"? Wie soll Inland Empire auch nur annähernd mainstreamiger und straighter sein? Nach allem, was man bisher darüber gehört hat...

Mr. Hankey

29 April 2007, 19:06:09 #178 Letzte Bearbeitung: 29 April 2007, 19:12:48 von Mr. Hankey
ZitatAch so: Wie sieht es eigentlich mit dem Vorwurf aus, "Inland Empire" wäre Lynchs straightester Mainstream-Film überhaupt?
Kommando zurück! Hier habe ich etwas verwechselt. Wie Psychopaule schon angedeutet hat, geht die Feststellung genau in die andere Richtung!

Sprich "Inland Empire" soll alles andere als absolut straightes Mainstreamkino sein. Selbst Filme wie "Mulholland Drive" und "Lost Highway" seien da im direkten Vergleich "mainstreamiger"!

Hatte mich da etwas verlesen gehabt. Tut mir leid! :icon_redface:
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Sarge

Zitat von: Bretzelburger am 29 April 2007, 03:44:09Gerade habe ich mich mit einem ganz neuen Film beschäftigt, der hier in der OFDb auch noch keine besondere Aufmerksamkeit genießt - David Lynchs neues Werk
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=109326&rid=241388

Zitat von: McKenzie am 29 April 2007, 05:22:15
Was geradezu skandalös ist!

Was ja leider auch daran liegen wird, dass er nur in ganz wenigen Kinos läuft. Wenn man dem Kinoeintrag glauben darf, in nur 30 deutschlandweit, gefühlt glaub' ich das.

Ziemlich gute Kritik übrigens.

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