Autoren-Thread: McKenzie

Begonnen von McKenzie, 17 Februar 2007, 17:27:29

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Mr. Hankey

Ach ja, die guten Douglas Sirk-Filme. Hab ja mit Udo schon paar mal drüber geschwätzelt, aber bis heute konnte ich mich noch immer nicht zu Reviews zu seinen Filmen überreden. Ähnlich wie bei "Uhrwerk Orange" habe ich da die Hemmungen, den Werken nicht wirklich gerecht werden zu können! :icon_confused: Aber "La Habanera" muss ich mir demnächst unbedingt mal wieder anschauen! :D
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McKenzie

Zitat von: Mr. Hankey am  3 Oktober 2007, 01:06:04
Ähnlich wie bei "Uhrwerk Orange" habe ich da die Hemmungen, den Werken nicht wirklich gerecht werden zu können! :icon_confused:

Dem bin ich beispielsweise beigekommen (oder auch nicht) indem ich einfach vollkommen unüberlegt drauflos getippt habe. ;) Hinsichtlich "Clockwork Orange" bin ich mir inzwischen gar nicht mehr sooo sicher. Ich glaube er ist doch eher einer der schwächeren Kubricks (aber natürlich immer noch ein Meisterwerk das 10/10 verdient  :love:). In vier Tagen werde ich übrigens "2001" auf 70mm und einer riesigen Leinwand zum ersten Mal sehen.  :icon_eek:

Und - ist die Schreibblockade möglicherweise endlich überwunden? - es gibt auch gleich noch einen besonders pikanten Nachschlag über den sich (hoffentlich) Vinyard Vaughn besonders freuen wird. Es hat schon einen ganz besonderen, unwiderstehlichen Reiz, einen Film lobend oder zumindest mit dem Brustton der Überzeugung "positiv" zu besprechen den 172 von 238 Usern mit weniger als 5 Punkten bewertet haben und der bei nahezu allen hier im Autorenforum vertretenen und sonstig aktiveren Usern haushoch durchgefallen ist. Ja, dieser Film ist grottenschlecht. Ich war fasziniert, steinigt mich.  :king:

Mein aus dem begreiflichen Bestreben heraus, die irrsinnige Vorliebe für dieses Werk einigermaßen verständlich zu artikulieren, sehr lang geratener Review zu Lucio Fulcis berüchtigtem Spätwerk "Demonia":

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=598&rid=262273

:icon_twisted:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Hankey

Zitathttp://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=598&rid=262273
Uh! Das bedeutet aber wieder Zahnschmerzen, wenngleich ich diesen Fulci gar nicht mal soooo übel finde, wie die meisten anderen seiner Werke. Aber mehr als 4 Punkte ist dabei mir, mit allem guten Willen, auch nicht drin! ;)

Aber dennoch ein herausragendes Review! :respekt:
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kruchtenkaiser

ZitatIch hoffe, das Sie dieser Text nicht angeödet hat.

ganz und gar nicht. Wie Hankey bereits angemerkt hat: herausragendes Review. Hab mich schon lange nicht mehr so amüsiert wie gerade beim Lesen deiner Schilderung der 3 Stadien der Rezeption von qualitativ minderwertigen Filmen... bin ich jetzt eigentlich ernsthaft geschädigt, wenn ich mich bereits in allen drei Stadien befunden habe???

McKenzie

Zitat von: Mr. Hankey am  3 Oktober 2007, 14:50:26
Uh! Das bedeutet aber wieder Zahnschmerzen, wenngleich ich diesen Fulci gar nicht mal soooo übel finde, wie die meisten anderen seiner Werke. Aber mehr als 4 Punkte ist dabei mir, mit allem guten Willen, auch nicht drin! ;)

Tja, das wundert mich überhaupt nicht. Vier Punkte sind schon skandalös viel für "Demonia". Solch ein  monströses Schrottwerk kann man eigentlich im Vollbesitz seiner geistigen Kompetenzen nur mit 1 Punkt bewerten aber manche Exzentriker sehen eben selbst solche üblen, grenzwertigen Abfallprodukte mit einer rosa Brille.  :icon_lol:

Zitat von: Mr. Hankey am  3 Oktober 2007, 14:50:26
Aber dennoch ein herausragendes Review! :respekt:
Zitat von: kruchtenkaiser am  3 Oktober 2007, 15:10:11
ganz und gar nicht. Wie Hankey bereits angemerkt hat: herausragendes Review. Hab mich schon lange nicht mehr so amüsiert wie gerade beim Lesen deiner Schilderung der 3 Stadien der Rezeption von qualitativ minderwertigen Filmen

Mille Grazie! Ich hatte schon befürchtet, es wäre zu lang.  :icon_lol: Die geniale Metapher im letzten Absatz  habe ich einem Zeitungsartikel über unser Kino entliehen ("Urinsteine aus dem Pissbecken der Filmgeschichte"  :rofl:) und während ich sie einarbeitete fiel mir plötzlich auf, was für eine Themaverfehlung mein Review eigentlich ist. Ursprünglich wollte ich es nämlich genauso langweilig und quälend monoton halten wie der Film auf die meisten wohl wirken muss aber dann hat mich ohne jeden Anlass (weil unfreiwillig komisch ist das hier beileibe nicht mehr wirklich) der Trash-Teufel gepackt und so ist das ganze wesentlich ironischer geschrieben als ursprünglich beabsichtigt.  :icon_cool:

Zitat von: kruchtenkaiser am  3 Oktober 2007, 15:10:11
bin ich jetzt eigentlich ernsthaft geschädigt, wenn ich mich bereits in allen drei Stadien befunden habe???

:LOL:
Schon möglich, um das zu testen würde ich dir diesen Film empfehlen. Wenn du ihn gut bewertest steht es vermutlich schlecht um dich :icon_eek: und wenn du darüber hinaus plötzlich keine Freude mehr an "Der Name der Rose" hast wird es ernst.  :eek: :algo:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Vince

Ich finde das Review (als Nicht-Kenner des Films) auch absolut Granate. Moonshade müsste jetzt mal die Stahleier haben, DAS Teil auf die Startseite zu bringen als (muahaha) Klassiker-Tip! Wobei, der aktuelle Startseitenklassiker ist ja auch nicht ohne.

McKenzie

Zitat von: Vince am  3 Oktober 2007, 23:31:53
Ich finde das Review (als Nicht-Kenner des Films) auch absolut Granate. Moonshade müsste jetzt mal die Stahleier haben, DAS Teil auf die Startseite zu bringen als (muahaha) Klassiker-Tip!

:LOL: :LOL: :LOL:

Danach dürfte sein Ruf als Review-Administrator auf Lebenszeit geschädigt sein, wenn sich eine Handvoll User tatsächlich den Film ansieht und dann ihrem Ärger lautstark Luft macht.  :icon_lol: Abgesehen davon empfände ich es als skandalös, wenn das ausgerechnet mit diesem Review passieren würde (wobei - mein bisher einziger Klassiker-Tip war auch kein Überflieger  :icon_redface:)

Zitat von: Vince am  3 Oktober 2007, 23:31:53
Wobei, der aktuelle Startseitenklassiker ist ja auch nicht ohne.

Stimmt. Ein Film der beginnt mit Impressionen einer Gruppe von Riesenameisen bzw. frühen Power-Rangers, die auf Motorrädern zu fröhlicher Bloasmusik fahren, kann nicht ganz ohne sein.  :icon_eek:

@ kruchtenkaiser:

Ich wollte mich noch bei dir bedanken, dein Review zu "Als die Frauen noch Schwänze hatten" hat mich, fürchte ich, maßgeblich inspiriert.  :respekt:

@ Vince:

Gleiches gilt für dein geniales "Slugs"-Review. Wer kann hier noch von bösem Trash sprechen, wenn er doch die kreativsten und wunderlichsten Blüten bei den Kritikern treibt?  :icon_mrgreen:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Vince

So sieht's aus. Danke, Juan Piquer Simón, danke Pasquale Festa Campanile, danke Mr. Fulci für das Herauskitzeln der Kreativität bei uns Zuschauern, wo ihr sie manchmal ein wenig vermissen lasst. Ein guter Trashfilm ist doch manchmal wie ein Buch... seine wahre Wirkung entfaltet er erst in der Vorstellungskraft des Rezipienten. ;)

Sarge

Ja, wirklich ein ausgezeichnetes "Demonia"-Review, hübsche Stilblüten und doch nichts im Thema verfehlt. Das Einzige, was die Feier trübt - ich weißt nicht, ob es dir schonmal jemand gesagt hat, aber es fällt mir einfach immer wieder auf -, ist deine wirklich unzulängliche Kommasetzung. Wundert mich ehrlich gesagt bei der ansonsten überdurchschnittlichen sprachlichen Fingerfertigkeit.

Vince

Zitat von: Sarge am  4 Oktober 2007, 01:10:09
Das Einzige, was die Feier trübt - ich weißt nicht, ob es dir schonmal jemand gesagt hat, aber es fällt mir einfach immer wieder auf -, ist deine wirklich unzulängliche Kommasetzung. Wundert mich ehrlich gesagt bei der ansonsten überdurchschnittlichen sprachlichen Fingerfertigkeit.

Ach stimmt, das wollte ich einschränkend auch noch anmerken. Du scheinst privat zu viel mit Hankey abzuhängen. ;)
Ist mir aber jetzt in der Kritik zum ersten Mal aufgefallen, hab da bisher nie so drauf geachtet.

Mr. Hankey

4 Oktober 2007, 01:22:17 #280 Letzte Bearbeitung: 4 Oktober 2007, 01:25:29 von Mr. Hankey
Zitataber manche Exzentriker sehen eben selbst solche üblen, grenzwertigen Abfallprodukte mit einer rosa Brille. :icon_lol:
Bin jetzt schon die ganze Zeit am überlegen, ob du diesen Satz auf mich oder auf dich selbst beziehst! ;)

Natürlich ist "Demonia" Schrott, aber immer noch geniessbarer (das Wort bei einem Fuci-Film :icon_eek:) als dieser furchtbar öde, ja totlangweilige, "A Cat in the Brain"-Scheiss, dem du ja, glaube, 9 Punkte gegeben hast! *schüttel* ;)

ZitatDu scheinst privat zu viel mit Hankey abzuhängen.
:pidu: :nono:

Über, die Schwächen, anderer, macht man sich, nicht, lustig! ;)
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McKenzie

4 Oktober 2007, 01:24:31 #281 Letzte Bearbeitung: 4 Oktober 2007, 01:32:45 von McKenzie
@ Sarge & Vince:

Ja, das sagt man mir immer wieder... leider eine Untugend, an der ich schon seit Jahren weitgehend erfolglos arbeite.  :icon_redface: Da muss wohl mal ein Lektor ran... Ansonsten aber nochmals vielen Dank, ist schon erstaunlich das ausgerechnet dieser abgrundtiefe Film mich zu einem Review angetrieben hat, das jetzt soviel Resonanz erhält wie sonst nur meine Mainstream-Kritiken.  :icon_eek: :icon_lol:

@
Zitat von: Vince am  4 Oktober 2007, 01:17:04
Ach stimmt, das wollte ich einschränkend auch noch anmerken. Du scheinst privat zu viel mit Hankey abzuhängen. ;)

Nee, der nimmt mir meine "Herr der Ringe" und "Planet Terror"-Eskapaden schon so übel, das er mir gar nicht mehr schreibt!  :icon_mrgreen:

Zitat von: Vince am  4 Oktober 2007, 00:22:12
So sieht's aus. Danke, Juan Piquer Simón, danke Pasquale Festa Campanile, danke Mr. Fulci für das Herauskitzeln der Kreativität bei uns Zuschauern, wo ihr sie manchmal ein wenig vermissen lasst. Ein guter Trashfilm ist doch manchmal wie ein Buch... seine wahre Wirkung entfaltet er erst in der Vorstellungskraft des Rezipienten. ;)

Ich hoffe das Bretzelburger das schon gelesen hat.  :icon_smile:

EDIT: Wenn man vom Teufel spricht...

Zitat von: Mr. Hankey am  4 Oktober 2007, 01:22:17
Natürlich ist "Demonia" Schrott, aber immer noch geniessbarer (das Wort bei einem Fuci-Film :icon_eek:) als dieser furchtbar öde, ja totlangweilige, "A Cat in the Brain"-Scheiss, dem du ja, glaube, 9 Punkte gegeben hast! *schüttel* ;)
:pidu: :nono:

Ach ja, dieses Meisterwerk des üblen Films nach Kategorie 1 (siehe Review) muss ich in Zukunft auch noch beehren. Danke für den Merkzettel!  :icon_twisted:

Du solltest dir einige Filme, die du vor einigen Jahren nicht leiden konntest, heute noch einmal ansehen. Glaubst du nicht auch, das dir ein Film wie "Elephant" vor drei Jahren bei weitem nicht so gut gefallen hätte wie heute und das du ihn sicherlich auch als furchtbar öde und totlangweilig abgeurteilt hättest? Dieser Ratschlag bezieht sich allerdings weniger auf "Un Gatto nel Cervello" (dessen Charme Viney und ich dir bei meinem Dresden-Abstecher sicherlich näher bringen werden) denn auf Perlen wie "May", die bei dir so unterdurchschnittlich wegkamen.

Zitat von: Mr. Hankey am  4 Oktober 2007, 01:22:17
immer noch geniessbarer (das Wort bei einem Fuci-Film :icon_eek:)

Tsss - in einem seid ihr beide, Rajko und du, euch ja ähnlich: Ihr verkennt beide die größten europäischen Autorenfilmer aller Zeiten!
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


kruchtenkaiser

Zitat von: Vince am  4 Oktober 2007, 00:22:12
So sieht's aus. Danke, Juan Piquer Simón, danke Pasquale Festa Campanile, danke Mr. Fulci für das Herauskitzeln der Kreativität bei uns Zuschauern, wo ihr sie manchmal ein wenig vermissen lasst. Ein guter Trashfilm ist doch manchmal wie ein Buch... seine wahre Wirkung entfaltet er erst in der Vorstellungskraft des Rezipienten. ;)

Schöner kann man's nicht ausdrücken...  :respekt:

Zitat von: McKenzie am  4 Oktober 2007, 01:24:31
Tsss - in einem seid ihr beide, Rajko und du, euch ja ähnlich: Ihr verkennt beide die größten europäischen Autorenfilmer aller Zeiten!
:LOL:  :rofl:

Vinyard Vaughn

Möchte nur erwähnen, dass ich es endlich geschafft habe mir "Zabriskie Point" anzusehen. Nachdem ich mir (total begeistert natürlich) jede Menge Gedanken gemacht habe, hab ich mir anschließend deine Rewiev dazu durdchgelesen. Danke das du meine Interpretation noch um den einen oder anderen kleinen Punkt bereichert hast  :D.

Aber vielleicht hättest du in einem deiner letzten Absätze anmerken können, daß die Zerstörung der Villa und der Symbole der oberflächlichen spießigen Gesellschaft nicht als Aufruf zur Gewalt zu verstehen sind (hab ich auch schon gehört  :icon_rolleyes:), sondern mehr Darias endgültige und vollständige Abkehr von dieser Welt sind bzw. ihren Ekel/Wut darüber ausdrücken. Verdeutlich durch ihr letztes Lächeln beim Blick zurück, wenn dann alles doch heil bleibt. Btw eine wahnsinnig tolle Szene :love:.

Ansonsten Top Rewiev  :respekt:.

(Als nächstes muss ich irgendwo Beruf:Reporter herbekommen! ^^)
Zitat von: ForenregelnMaximalgröße für Bildsignaturen: 400x133 Pixel, 50 kb – nicht animiert!

When I see her on the street
You know she makes my life complete

Mr. Vincent Vega

Da ist aber jemand mit der Punktzahl bei PLANET TERROR heruntergegangen. ;)

McKenzie

8 Oktober 2007, 21:51:44 #285 Letzte Bearbeitung: 8 Oktober 2007, 22:08:51 von McKenzie
@ Vinyard Vaughn:

Freut mich das der Funke bei dir nun wohl endgültig übergesprungen ist!  ;) "Zabriskie Point" ist einfach ein Mammut-Werk das man lieben muss. Jener hoffnungslos überholte Text, den ich bei Gelegenheit unbedingt überarbeiten muss  :icon_redface: entstand übrigens direkt nach einer Kinovorstellung des Films und demzufolge war ich nach diesem Erlebnis (ich kann mir den Film inzwischen nur noch auf der großen Leinwand vorstellen) natürlich entsprechend high was dem Review nicht unbedingt zugute gekommen ist. Trotzdem danke für die Blumen.  :icon_mrgreen: "Beruf: Reporter" wird dir sicherlich auch sehr gut gefallen, wobei ich allerdings eine zweite Sichtung brauchte um seine wahre Größe zu erkennen (beim ersten Mal war er mir tatsächlich zu nichtssagend, natürlich hatte ich nur ein Brett vor den Augen). Zu der Schlusssequenz: Die Möglichkeit, jemand könnte sie in der von dir beschriebenen Richtung missverstehen war mir gar  nicht bewusst (und ist imo auch eine ausgesprochen absurde und nicht einmal naheliegende Fehlinterpretation), daher findet sich bei mir auch nichts dergleichen.

@ Mr. Vincent Vega:

Ja, je mehr ich darüber nachdenke, desto unbedeutender und leerer erscheint mir "Planet Terror" und da der Hype in der OFDb völlig unverhältnismäßig ausartet musste ich einfach gegensteuern. Falls ich den Film noch einmal sehe, setze ich mich dann vielleicht sogar mit 4/10 zu dir.  :king:

*DuckundwegbevorHankeyhierreinschaut*

Übrigens habe ich mein Wochenende in Karlsruhe auf den TODD AO 70mm-Festival verbracht und dort endlich erstmals Kubricks "2001" auf einer riesigen Leinwand in atemberaubender Schärfe gesehen (mir unbegreiflich warum 70mm ausgestorben ist) und muss deine Vorwürfe gegen Kubrick die vermutlich nicht zuletzt auf diesem Film basieren, noch entschiedener zurückweisen. Nur weil sich ein Regisseur auf einer Metaebene mit den großen (unlösbaren?) Fragen der Menschheit beschäftigt und einem Computer letztlich die Macht über selbige überträgt legitimiert das den Vorwurf "menschenverachtender Distanz" noch lange nicht. Er scheint mir jetzt nur noch einmal mehr absurd.

Darüber hinaus wurde auch "Ben Hur" gezeigt den ich zwar zum 3., allerdings ersten Mal im richtigen Bildformat (1:2,76 und in 70mm  :icon_eek:) sah und der leider wieder Öl in mein gerade abschwelendes Hollywood-Feuer gegossen hat. Damals einer der größten wenn nicht DER größte Blockbuster seiner Zeit, zeigt er sehr schön auf, das selbst ein solch gigantomanisches Projekt (der Film würde vermutlich heute nicht mehr so gedreht werden KÖNNEN) sich eine Seele, Komplexität und Herz bewahren kann. All das was diesen Film zu einem Meisterwerk erhebt fehlt so ziemlich jedem Blockbuster und ganz besonders eben moderneren Aushängeschildern wie "Star Wars" oder "Lord of the rings" beinahe zur Gänze. Was dort behauptet wird, ist hier in einem solchen Reichtum vorhanden das mir die Tränen in die Augen stiegen und meine Resignation übers aktuelle Mainstream-Kino noch einmal ordentlichen Aufwind bekommen hat. Vermutlich wirst du den Film zu spirituell, homophob (Junge, ich hatte ganz vergessen WIE homoerotisch er wirklich ist) oder angestaubt finden und weiterhin die besagten Hollywood-Produkte (von einem Produkt ist "Ben Hur" imo sehr, sehr, sehr weit entfernt) für das A und O des Blockbuster-"Genres" halten... Ach ja...  :bawling:  Gleiches gilt übrigens auch für Anthony Manns extrem unterschätzten "El Cid".  :love:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44
Übrigens habe ich mein Wochenende in Karlsruhe auf den TODD AO 70mm-Festival verbracht und dort endlich erstmals Kubricks "2001" auf einer riesigen Leinwand in atemberaubender Schärfe gesehen (mir unbegreiflich warum 70mm ausgestorben ist)

Jetzt bin ich aber neidisch.  :icon_razz:
Aber natürlich freut es mich für dich, dass du als Kubrick-Fan den Film in voller Pracht bewundern durftest. Ich hoffe, das passiert mir auch noch einmal. Und dir wünsche ich noch viele weitere Sondervorstellungen. Ich wünsche dir...

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44
All das was diesen Film zu einem Meisterwerk erhebt fehlt so ziemlich jedem Blockbuster und ganz besonders eben moderneren Aushängeschildern wie "Star Wars" oder "Lord of the rings" beinahe zur Gänze.

...eine Michael-Bay-Retrospektive in Handyvideo-Projektion.  :icon_evil:
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

Zitat von: Chili Palmer am  8 Oktober 2007, 22:22:05
Ich wünsche dir...

...eine Michael-Bay-Retrospektive in Handyvideo-Projektion.  :icon_evil:


:eek:

Du Sadist! So etwas würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen! (Abgesehen davon könnte ich bei einer solchen Projektion wenigstens schlafen, auf 35mm wäre das dann schon schwer weil ich mich die ganze Zeit übergeben müsste).  :icon_lol:

Das musste ich einfach loswerden. Das ganze Wochenende war überhaupt eine Reise in eine Zeit, in der Hollywood noch wahre Größe hatte und zwar nicht nur finanziell sondern auch menschlich. Du wirst doch nicht etwa bestreiten wollen, das "Ben Hur" ein absolutes Meisterwerk unter den großen Studioproduktionen darstellt und wesentlich humaner, ehrlicher und existenzialistischer als die von mir gerade "beleidigten Götterwerke"?

Abgesehen davon kann ich dir dieses Festival aber nur ans Herz legen. 2008 wieder in der Schauburg Karlsruhe vom 4. bis zum 6. Oktober. Was für ein Fest. Ich sehe mich gezwungen, digitale Projektionen noch strikter zu meiden da 70mm sie qualitativ in allen Belangen schlägt (auch wenn einige der Kopien dort alters- und lagerbedingt und natürlich teilweise auch noch dank Eastmancolour  :kotz: etwas ausgeblichen waren). Und da Kubrick 2001 ja auch auf 65mm gedreht hat...
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
:eek:

Du Sadist! So etwas würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen!

Na, du weißt ja: Halte dir deine Feinde... Ach, ich wollte doch nur nett sein.  :pidu:

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
Abgesehen davon könnte ich bei einer solchen Projektion wenigstens schlafen

Mist, ich wusste, mein Plan hat ein Schlupfloch. Na, mal sehen, wie gut du schläfst, wenn "Pearl Harbor" in Klingelton-Surround den Saal erschüttert.   :icon_lol:

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
Du wirst doch nicht etwa bestreiten wollen, das "Ben Hur" ein absolutes Meisterwerk unter den großen Studioproduktionen darstellt und wesentlich humaner, ehrlicher und existenzialistischer als die von mir gerade "beleidigten Götterwerke"?

Unabhängig vom cineastischen Wert von "Ben Hur" stehen "human, ehrlich und existenzialistisch" nicht unbedingt auf meiner Liste filmisch vorrangig zu erachtender Eigenschaften. Und soweit kommt's noch, dass ich den Ewoks Existenzialismus abringe. Nein, nein, da bleibe ich lieber bei weltfremdem Eskapismus.  ;)   

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
Abgesehen davon kann ich dir dieses Festival aber nur ans Herz legen. 2008 wieder in der Schauburg Karlsruhe vom 4. bis zum 6. Oktober. Was für ein Fest.

Wenn es sich ergibt, werde ich mit Freuden dort aufkreuzen. Fürs Erste bleibt mir nur das Jubiläum des Hamburger "B-Movie"-Kinos, in dessen Verlauf "Der Partyschreck", "Aguirre" und "Zwei glorreiche Halunken" gezeigt werden. Auch was wert.
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Mr. Hankey

ZitatDuckundwegbevorHankeyhierreinschaut*
Zu spät! Schon längst entdeckt! Aber NEIN, ich werde jetzt nicht schon wieder mit der Diskussion an. Schließlich weiss ich ja seit letzter Woche nur gut genug, dass ich mehr als Recht hab!  :king:

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
:eek:
Du Sadist! So etwas würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen!
Tja, wo Chili nun mal recht hat. :icon_mrgreen:

Du bist und bleibst ein Mysterium. Auf der einen Seite bist du mit deinen 19 Jahren weiter, als es so mancher Filmfreak je sein könnte. Du kennst die wahren Meisterwerke der früheren Filmwelt an, gibst den kleinen Filmen eine Chance und liebst dennoch den Hang zum Trash. Wenn es aber um die Filme geht, die in der Moderne den Bluckbuster und Mainstream-Bereich bestimmen, sprich Filme die eigentlich weit eher deinem Alter zuzuordnen wären (;)), dann kannst oder willst du die (sicher wenigen) Meisterwerke einfach nicht erkennen, zudenen "Star Wars" oder "HDR" nun einmal unumstößlich gehören. Warum schaffst du das nur bei den alten "Blockbustern", aber nicht bei den Neuen? Gerade DU, der doch ansonsten schon so clever und intelligent im Filmbereich bist! :icon_confused:

Selbst Rajko hat da doch ein Auge dafür. (Wenn auch ab und an mit Erblindungserscheinungen! ;) )

Aber nun gut, das wird wohl nie jemand erklären können! ;)
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Vince

Meine Theorie ist ja, dass McKenzie einer dieser umgedrehten Vampire ist (wer die nicht kennt: "Grandpa gegen sexuelles Versagen" von den Simpsons angucken ;) ): Saugt die alten Filme aus und nennt sie auf Teufel komm raus cineastisch wertvoll, wo sich seine richtiggepolten Art- und Altersgenossen nicht für 50 Cent ranwagen würden - dann schon eher an 50 Cent, den Rapper, und seinen megapeinlichen Kinoausflug. ;) Nur weil der halt eben neu und hip ist. Doch unser McK vermag es nicht, einen "Get Rich or Die Tryin'" von einem "Herr der Ringe" zu unterscheiden, weil er nie gelernt hat, die Geschmäcker zu differenzieren - als Wein haben sie ja schließlich beide nicht lange genug gelagert. Und die Hollywood-Hallen sind heutzutage ja auch viel zu feucht für die Lagerung.
Aber McK selbst scheint ja auch noch zu reifen und ich spreche es vielleicht noch ein wenig seinem jugendlichen Übermut zu. Im Alter, wenn der umgedrehte Vampir den Sinn seines Lebens resümiert, wird ihm eine einschlagende Wahrheit vielleicht endlich gewahr:

Pauschalverurteilungen sind pöhse!  ;)

Mr. Vincent Vega

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44
Übrigens habe ich mein Wochenende in Karlsruhe auf den TODD AO 70mm-Festival verbracht und dort endlich erstmals Kubricks "2001" auf einer riesigen Leinwand in atemberaubender Schärfe gesehen (mir unbegreiflich warum 70mm ausgestorben ist) und muss deine Vorwürfe gegen Kubrick die vermutlich nicht zuletzt auf diesem Film basieren, noch entschiedener zurückweisen. Nur weil sich ein Regisseur auf einer Metaebene mit den großen (unlösbaren?) Fragen der Menschheit beschäftigt und einem Computer letztlich die Macht über selbige überträgt legitimiert das den Vorwurf "menschenverachtender Distanz" noch lange nicht. Er scheint mir jetzt nur noch einmal mehr absurd.

Nur weil ich irgendwann mal irgendwo schrieb, dass mir Kubrick zu distanziert wäre und seine Arbeitsmethoden imo menschenverachtend waren, ist das weder mein allgegenwärtiges Totschlagargument gegen sein Schaffenswerk, noch der einzige Grund. Also reite darauf bitte nicht immer so herum.

"2001" ist ein Film, der das Sci-Fi-Genre transzendiert hat, der zurecht ein Klassiker ist und der technisch gewisse und ungewisse Maßstäbe setzte. Für mich aber ist er darüber hinaus vor allem stinklangweiliger, prätentiöser Käse, der mich Null interessiert, mich in keiner Weise anspricht und mir völlig egal ist. Das ist alles.

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44Vermutlich wirst du den Film zu spirituell, homophob (Junge, ich hatte ganz vergessen WIE homoerotisch er wirklich ist) oder angestaubt finden und weiterhin die besagten Hollywood-Produkte (von einem Produkt ist "Ben Hur" imo sehr, sehr, sehr weit entfernt) für das A und O des Blockbuster-"Genres" halten... Ach ja...  :bawling:

Ich hoffe dir steigt es nicht irgendwann noch einmal zu Kopf, dass du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast. ;)

"Ben Hur" zählt für mich in der Tat zu den schwächeren William Wyler-Filmen (sein Meisterwerk - "Jezebel" - kennst du sicher noch nicht), er ist gigantisch inszeniert, aber auch sehr steif und aus heutiger Sicht unfreiwllig komisch, gerade aufgrund seiner homophilen (nicht homophoben) Attitüden. In jeder Hinsicht überboten wurde der Film von David Lean, dessen "Lawrence of Arabia" für mich den ultimativen Historienfilm bildet.

Deine Abschätzigkeit gegenüber "Lord of the Rings" finde ich übrigens nach wie vor überaus kurzsichtig und engstirnig. Selbst wenn einem das inhaltlich nicht zusagt (was ich verstehen könnte), so kann kein gescheiter, halbwegs aufmerksamer Kinofreund die Leistung dieses Mammutwerks so derart wenig argumentativ herunterspielen. Allein Howard Shores Musik ist schon jetzt unbestritten so bedeutsam wie einst Williams "Star Wars"-Komposition, und wird diese in einigen Jahren wohl sicher auch überflügelt haben. Jackson gelang hier trotz aller Schwächen ein filmgeschichtliches Monument des Kinos, ein absolutes Vorzeigebeispiel dafür, wie Literatur in bewegte Bilder überführt wird, ohne komplexe Strukutren aufgeben zu müssen.

Ich würde Vince in jedem Fall beipflichten. Ein wenig geht mit dir so manches Mal der jugendliche Übermut durch - und dass ausgerechent ich das sage, ist schon seltsam. ;)

psychopaul

10 Oktober 2007, 23:42:11 #292 Letzte Bearbeitung: 10 Oktober 2007, 23:44:07 von Bettwurst
Grüaziwohl!

Hab ich gerade "jugendlicher Übermut" gelesen? Na dann leite ich mal zu "Notre Musique" über, den ich gerade vorher gesehen habe.  :icon_razz:

Ich kann deine Reaktion auf den Film absolut nachvollziehen, denn meine fällt auch eher gedämpft  :icon_lol: aus, dennoch finde ich, dass du mit deiner flammenden Kritik etwas übers Ziel hinausgeschossen bist.
Ich selbst habe auch kaum was von dem Film verstanden  ;) und fand vor allem die erste Hälfte des "Fegefeuer" Teils sehr lahmarschig und nichtssagend, danach aber gab es so Einiges, dem selbst ich  ;) folgen konnte und es dürfte wohl außer Zweifel stehen, dass "Intellektuelle", Gelehrte, Philosophen, Schriftsteller etc. mit diesen Sätzen, Gesprächen, Statements etwas anfangen können und der Film von so einem Standpunkt aus durchaus wertvoll und nicht bloß überflüssige Zeitverschwendung sein kann.

Die Sache mit "pseudointellektuellen Kritikern" kann ja durchaus stimmen, aber das hat für mich nichts mit der Bewertung des Films von Godard zu tun. Versteh mich nicht falsch, es ist völlig legitim, dass du den Film abstrafst, ich fand ihn auch nicht besonders, aber die Art und Weise, wie du das getan hast, finde ich etwas unpassend, da es so rüberkommt, als würdest du jenen, die sich mit diesen philosophischen, kulturtheoretischen, whatever.. Dingen tatsächlich beschäftigen und Godards Ansätze auch verstehen und nachvollziehen können, diese Eigenschaften absprechen wollen und sie als "pseudo" darstellen.  :icon_confused:
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McKenzie

11 Oktober 2007, 01:46:03 #293 Letzte Bearbeitung: 11 Oktober 2007, 01:47:54 von McKenzie
Da vernachlässigt man diesen Thread nur einen Tag und schon sieht man sich mit wahren Unwuchten konfrontiert.  :icon_eek:

Es ist mir (k)eine Freude, euch ebenfalls mit einer Unwucht zu konfrontieren.  :icon_twisted:

Zitat von: Mr. Hankey am  9 Oktober 2007, 00:42:02
Aber nun gut, das wird wohl nie jemand erklären können! ;)

Zwar sehe ich mich um der lieben Diskussion willen (sprach der Diskussions-Fetischist) gezwungen, auf deinen (zweifellos naheliegenden, aber falschen) Vorwurf einzugehen, allerdings denke ich schon das ich dir das Ganze bei meinem Dresden-Besuch  :pidu: ausführlich erläutern kann - so lange wie nötig, um dich vom Gegenteil zu überzeugen.  :icon_twisted:
Siehe unten.

Zitat von: Mr. Hankey am  9 Oktober 2007, 00:42:02
Wenn es aber um die Filme geht, die in der Moderne den Blockbuster und Mainstream-Bereich bestimmen, sprich Filme die eigentlich weit eher deinem Alter zuzuordnen wären (;)), dann kannst oder willst du die (sicher wenigen) Meisterwerke einfach nicht erkennen, zu denen "Star Wars" oder "HDR" nun einmal unumstößlich gehören. Warum schaffst du das nur bei den alten "Blockbustern", aber nicht bei den Neuen? Gerade DU, der doch ansonsten schon so clever und intelligent im Filmbereich bist! :icon_confused:

Sie gehören "nun einmal" dazu? Das ist nichts, was man feststellen oder faktisch belegen kann, das ist deine, bzw. eure persönliche Empfindung - nichts weiter. Genauso wie es auch die meinige ist, dass dem Studiosystem inzwischen das Herz in die Hose gerutscht ist und aus Hollywood zwar noch desöfteren ausgezeichnete Filme kommen, allerdings nicht mehr aus diesem Sektor. Große Filme, die dennoch ein schlagendes Herz tragen findet man inzwischen auf der ganzen Welt kaum mehr, auch nicht in Asien oder Europa.

Wir sind nun einmal alle miteinander derart stur, das wir unsere Ansichten gerne als universelle  Wahrheit ausstellen.  :icon_mrgreen:

Und damit kommen wir noch einmal detailierter zu jener unglaublichen Behauptung:

Zitat von: Mr. Hankey am  9 Oktober 2007, 00:42:02
Wenn es aber um die Filme geht, die in der Moderne den Bluckbuster und Mainstream-Bereich bestimmen, sprich Filme die eigentlich weit eher deinem Alter zuzuordnen wären (icon_wink), dann kannst oder willst du die (sicher wenigen) Meisterwerke einfach nicht erkennen, zudenen "Star Wars" oder "HDR" nun einmal unumstößlich gehören. Warum schaffst du das nur bei den alten "Blockbustern", aber nicht bei den Neuen?

Zitat von: Vince am  9 Oktober 2007, 01:02:23
Saugt die alten Filme aus und nennt sie auf Teufel komm raus cineastisch wertvoll, wo sich seine richtiggepolten Art- und Altersgenossen nicht für 50 Cent ranwagen würden - dann schon eher an 50 Cent, den Rapper, und seinen megapeinlichen Kinoausflug. icon_wink Nur weil der halt eben neu und hip ist. Doch unser McK vermag es nicht, einen "Get Rich or Die Tryin'" von einem "Herr der Ringe" zu unterscheiden, weil er nie gelernt hat, die Geschmäcker zu differenzieren - als Wein haben sie ja schließlich beide nicht lange genug gelagert. Und die Hollywood-Hallen sind heutzutage ja auch viel zu feucht für die Lagerung.

Ein Blockbuster ist auch nur ein Film. Zwar ein besonders pompöser, lauter, teurer, (heute vor allem auch) schneller und erschlagender, aber dennoch ein Film. Der grundsätzliche Widerspruch eurer Theorie: Es gibt sehr, sehr viele neue Filme, die mir vortrefflich munden und einige davon kommen, wie zum 347. Mal (dank meines hasserfüllten Feuereifers muss ich mir die Ignoranz dem gegenüber wohl selbst zuschreiben) erwähnt, auch aus Hollywood. Ich denke, ihr geht weit genug mit mir konform um zuzugeben, das man Kino nicht in "Blockbuster" und "Film" aufteilen kann. Auch ich schätze Filme mit aufwändigen Schauwerten und einem gesunden Maß an Gigantomanie. Man werfe einen aufmerksamen Blick in meine Bewertungslisten. Was ich nicht schätze, ist wenn das menschliche Individuum in einem solchen Film - Hollywood hat es leider immer noch nicht vollbracht, den menschenleeren Realfilm-Blockbuster herzuzaubern - hinter den Spezialeffekten, der Optik, der Geschichte (jawohl, !!!) oder dem Sound hintenangestellt wird. Und genau diese Entwicklung wurde just von Filmen wie dem ersten "Star Wars" eingeleitet", der, für sich betrachtet, sicherlich kein schlechter, wenn auch kein herausragender Film (abgesehen von den Spezialeffekten - wer das für so wichtig hält...  :icon_rolleyes:) ist. Viel schlimmer als die "Star Wars"-Filme, die sicherlich noch einen gewissen erzählerischen Reiz haben, empfinde ich aber die Tatsache, das eine Filmtrilogie abgefeiert wird, die alles hat, was ein großer Film braucht - außer Seele. Ich weiß, das Peter Jackson zu mehr im Stande ist und ein leidenschaftlicher, enthusiastischer Filmemacher mit einer Vision. Ich nehme mir sehr oft vor, einen Film schlecht zu finden und bringe es nach der letztendlichen Konfrontation damit nicht übers Herz, ihm seine tatsächlichen Stärken abzuerkennen. Erst in den letzten zwei Wochen mit "Wächter des Tages" und "The Black Daliah" geschehen, die ich so gerne mit 1/10 abgestraft hätte.
Im Falle von "Herr der Ringe" (den ersten Band habe ich erst 2006 gelesen) war ich vollkommen unvoreingenommen, ich befand mich noch in einer Hollywood-Phase (so etwas hatte ich mal, ja!) und guter Dinge da ich Jackson für einen talentierten Regisseur hielt (und, mit Einschränkungen, immer noch halte). Was ich zu sehen bekam war ein neutraler Film. Zu 95% neutral. Der Film berührte mich nicht, er gab mir keinerlei intellektuelle Basis da ich stets das Gefühl hatte, das die vorgegebene Linie nur ein behauptetes Konstrukt war, er unterhielt mich nicht, er schockierte mich nicht, er begeisterte mich nicht, er amüsierte mich nicht, er regte meine Phantasie nicht an, er ärgerte mich einfach nur zutiefst. Es war einfach traurig, wie weit Absicht und Ergebnis hier auseinandergedriftet waren und wieviele großartige Schauspieler in Heavy-Metal-Faschingskostümen durch grünliche CGI-Landschaften wanderten, immer auf Gedeih und Verderb zugeschleimt mit der Musik eines Komponisten, der schon weit besseres geliefert hatte. Zwischenmenschliche Momente verkamen zur zynischen Farce, als Witz gemeinte zur unfreiwilligen Lachnummer und selbst die Action-Sequenzen ließen ob des CGI-Überflusses völlig kalt. Der Film hatte weder etwas märchenhaftes, mystisches oder fantasievolles an sich, noch überraschte er mit einer pragmatischen Inszenierung. Er trug jeder (negativen) ästhetischen Erwartung mit seinen schmuck- und einfallslosen Bildern Rechnung und war einzig auf eins ausgelegt: Den Überwältigung- und Kassenklingel-Effekt.

Ihr könnt darüber denken wie ihr wollt, ich verstehe das für Anhänger Hollywoods dieser Film wohl so etwas wie eine Offenbarung des jungen 21. Jahrhunderts darstellt, doch ich kann und will sie nicht teilen. Ich betone, das ich unvoreingenommen an die Filme herangetreten bin, sogar noch mit guten Vorzeichen als ich mich für solche Stoffe und für Peter Jackson sowie eine Handvoll der Beteiligten interessierte. Daher ist mein Hass auf diese Filme (die letztlich einen der 10 Grundsteine für meine heutige Skepsis gegenüber dem Mainstream-Kino legten, dieser Hass steigerte sich bei der zweiten, um Besserung bemühten Sichtung noch mehr) frei von den Beweggründen, die ich heute gegen solche Filme aufbringe.

Ich vertrete als Filmliebhaber nun einmal andere Werte als ihr. Kino sollte von Menschen, dem Zustand der Welt (welchem und aus welcher Perspektive auch immer), von Empfindungen, Einstellungen, menschlichen Handlungen und ähnlichem handeln, kurz: Kino sollte sich immer mit menschlichen Konflikten und Fragen beschäftigten, auf welche Art und Weise auch immer. Und es sollte niemals versuchen, über den Menschen hinauszuwachsen. "Herr der Ringe" ist für mich - trotz des Kopfes hinter den Filmen und den in anderen Filmen als großartig erfahrbaren Darstellern - ein Film der wirkt, als ob er von einem Roboter gedreht worden wäre. Angesichts eines Budgets von fast 300 Millionen Dollar wundert das wohl auch niemanden. Man will schließlich nichts riskieren. Der Preis für diese mangelnde Risikobereitschaft (gerade auch Kubricks "2001" oder Michael Ciminos "Heaven's Gate" zeigen, dass das einmal anders war) war hoch. Und ich lehne es ab, mir einen Film anspruchsvoll schönzureden weil er mich perfekt unterhalten hat. Das müsste ich dann auch mit Filmen wie "Kiss Kiss Bang Bang" oder "I love trouble" tun, die mich perfekt unterhalten haben, nach vernünftigen Massstäben aber nicht viel mehr als 6 oder 7 Punkte wert sind. Darüber hinaus bin ich nun einmal ein freund ungewöhnlicher und exzentrischer Filme und das Hollywood heute mehr als jemals zuvor im Brei seiner eigenen Konventionen rührt sollte wohl unbestreitbar sein. Inzwischen lese ich auch schon in Zeilen zahlreicher OFDb-"Kollegen", die sonst Hollywood über alles zu stellen schienen, einen gewissen Unmut darüber zwischen den Zeilen.

Und das geht auch nicht an dich Chili, denn damit

Zitat von: Chili Palmer am  8 Oktober 2007, 23:31:51
stehen "human, ehrlich und existenzialistisch" nicht unbedingt auf meiner Liste filmisch vorrangig zu erachtender Eigenschaften.
Nein, nein, da bleibe ich lieber bei weltfremdem Eskapismus.  ;)   

hast du mich persönlich zwar enttäuscht (implizieren meine Werte und mein Geschmack etwa realistisches Sozialkino an oberster Stelle??! Eskapismus über Humanismus und Ehrlichkeit?????????!!!!!!!???????  :kotz:), warst aber wenigstens ehrlich genug, zuzugeben woraus die Faszination dieser Filme für dich persönlich besteht und nicht versucht, ihnen einen utopischen Status zukommen zu lassen (Mr. VV bezeichnete die "Herr der Ringe"-Filme einmal als die "bedeutsamste Filmtrilogie"...  :eek:)

Und nun zum eigentlich wichtigeren Beweggrund meines Ärgers, von dem ich nun abgekommen bin (und ich bitte euch trotz eurer Fassungslosigkeit über meinen soeben erfolgten Frustablass, zuerst DARAUF einzugehen): Dem Vorwurf, ich würde älteren Filmen grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegenbringen. Zum einen sehe ich ständig großartige neue Filme (ich verweise abermals auf meine Bewertungs- und Review-Listen  :scar:), zum anderen kann man nicht verleugnen, das im Kino nun einmal, wie in jeder Kunstform, über einen bestimmten Zeitverlauf ein gewisser Abnutzungseffekt auftritt der nun einmal besonders Filme einer Industrie trifft, die seit 100 Jahren stets die gleichen Reaktionen des Publikums wecken und damit Kasse machen will. Neue Bewegungen, Innovationen und ökonomische wie kreative Freiheit, neues zu entwickeln finden sich selbstverständlich eher außerhalb dieser Industrie und manifestieren sich in neuen Filmen, die ihr vermutlich größtenteils gar nicht gesehen habt (Entschuldigt den möglicherweise überheblichen Tonfall, er ist nicht beabsichtigt und die Aussage überlegt).
Was nun meine Wertschätzung für "Ben Hur" betrifft: Dieser Film entspricht meinen filmischen Werten ausgezeichnet und er stammt ebenfalls von einem Überzeugungstäter. Was den Unterschied ausmacht: Damals waren große Schauwerte noch äußerst kostspielig, es gab kein CGI und abgesehen von etwas Matte Painting musste alles nachgebaut werden, ebenso wie die Massenszenen keine CGI-Komparsen enthielten. Daher konnte man den Akzent nicht auf die Effekte legen da der Film davon schlicht zu wenig bieten konnte, um über seine 4 Stunden Laufzeit zu fesseln. Dann muss man die unbequeme Tatsache berücksichtigen, das der Anspruch der breiten Masse heute im Vergleich zu damals ein wenig, aber spürbar nachgelassen hat. Und schließlich den Umstand, das damals Menschlichkeit noch nicht "out" war. Wenn ich mir moderne Mainstream-Filme ansehe habe ich oft das Gefühl, dass das Publikum heute Menschenverachtung als anheimelnder empfindet. Für zwischenmenschliche Konflikte bleibt kaum Platz, alles läuft auf Konflikte unterschiedlicher Parteien, oft auch fantastischer, sowie den Effekt heraus. Warum? Weil es heute, anders als damals, möglich ist, einen Film optisch und durch Effekte zu füllen. Es ist die größte Schwäche Hollywoods, das man dort bis heute nicht wirklich gelernt hat, mit den neuen Möglichkeiten des CGI umzugehen und sich sofort dem totalen Exzess, dem Overkill ergeben hat. Szenen wie das Wagenrennen oder der Aufmarsch der Römer in Jerusalem, die Seeschlacht oder die Kreuzigung in "Ben Hur" haben den zehnfachen Effekt der Schlachtszenen aus "Herr der Ringe" weil sie eingebettet sind in eine Geschichte, die von etwas ganz anderem handelt. Tolkiens Geschichte handelt auch von etwas anderem, der Film  tut es aber nicht.

Etwas mehr Argumente, woraus ihr schließt, das ich alte Filme inniger aussaugen würde als neue wären sehr hilfreich!  ;) Ich höre!

Zitat von: Vince am  9 Oktober 2007, 01:02:23
Doch unser McK vermag es nicht, einen "Get Rich or Die Tryin'" von einem "Herr der Ringe" zu unterscheiden, weil er nie gelernt hat, die Geschmäcker zu differenzieren - als Wein haben sie ja schließlich beide nicht lange genug gelagert.

Ich hoffe, das entstammt einem Anfall von stichelndem Übermut.

Zitat von: Vince am  9 Oktober 2007, 01:02:23
Pauschalverurteilungen sind pöhse!  ;)

Jau, sind sie. Ich weise nochmals darauf hin, das ich an meinem Verhältnis zum aktuellen Hollywood arbeite und jetzt imo uf einer respektablen Stufe stehe (Verbesserung möglich). Ich gehe davon aus, das du damit auch ein Stück Selbstironie bezüglich deines Postings verbreiten wolltest.  :icon_twisted:
Wenn das liest könnte man nämlich schon glauben, das es für dich außerhalb Hollywoods keine Filme gibt, aber ich weiß ja, das dem in deinem Falle wirklich nicht so ist.  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Nur weil ich irgendwann mal irgendwo schrieb, dass mir Kubrick zu distanziert wäre und seine Arbeitsmethoden imo menschenverachtend waren, ist das weder mein allgegenwärtiges Totschlagargument gegen sein Schaffenswerk, noch der einzige Grund. Also reite darauf bitte nicht immer so herum.

Schonmal DAS hier gesehen? Soviel zu den Arbeitsmethoden von Kubrick. Jeder sagt, das es sehr hart war, mit ihm zu arbeiten, aber (fast) jeder sagt auch, das es sich gelohnt hat.
Ich bitte um Entschuldigung, dieses Zitat von dir schon wieder aufgefahren zu haben aber nachdem ich es schon dreimal aus deinem Mund. hören, bzw. deinen Fingern lesen musste, hat es sich nun einmal eingeprägt. Über deine übrigen Beweggründe gegen Kubrick kann ich schließlich nichts wissen. Gib mir mehr Stoff, dann muss ich nicht auf einem Kieselstein herumreiten. ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
"2001" ist ein Film, der das Sci-Fi-Genre transzendiert hat, der zurecht ein Klassiker ist und der technisch gewisse und ungewisse Maßstäbe setzte. Für mich aber ist er darüber hinaus vor allem stinklangweiliger, prätentiöser Käse, der mich Null interessiert, mich in keiner Weise anspricht und mir völlig egal ist. Das ist alles.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich dich jetzt als typischen Mainstream-Gucker a la "Filme sind nur zur Unterhaltung da" kategorisieren.  :icon_eek: Die Effekte sind bei dem Film sicherlich recht ansehnlich, gleichzeitig aber nicht das, was ihn wichtig macht. Aus deinem Posting schließe ich, das du ihn vor 5 Jahren einmal gesehen und gar nicht erst versucht hast, dich mit ihm auseinanderzusetzen. Sonst könntest du nicht von stinklangweiligem Käse sprechen. Allerdings ist der Film in der Tat etwas zu prätentiös was ihn einen Punkt gekostet hat, allerdings relativiert sich dieser Eindruck nun schon wieder ein wenig, nachdem ich mich in den letzten beiden Tagen so gut als auf die Schnelle möglich, intensiver mit Kubrick als Mensch beschäftigt habe. Außerdem bestätigst du meine persönliche These, das du die Gottesgabe, dich selbst einem Film zu überlassen, nur in geringer Ausprägung besitzt.  :icon_lol:

Abgesehen davon haben wir hier ein schönes Beispiel dafür, wie man im Wahn der Sturheit aneinander vorbeireden kann: Genau das was dich an "2001" abschreckt, lässt sich für mich auf "Herr der Ringe" übertragen. There we go - oder willst du etwa die deinige über die meinige Filmrezeption stellen?  :icon_rolleyes:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Ich hoffe dir steigt es nicht irgendwann noch einmal zu Kopf, dass du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast. ;)

Ich weiß, klang mal wieder altklug - war aber keine Absicht!  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18(sein Meisterwerk - "Jezebel" - kennst du sicher noch nicht)

Nein, aber nach meiner jüngsten, neu "wiedergewonnenen" Begeisterung für "Ben Hur" habe ich schon ein ausgiebigeres Wyler-Programm geplant. Danke für den Tipp, ich werde ihn nach oben schieben.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
er ist gigantisch inszeniert, aber auch sehr steif und aus heutiger Sicht unfreiwllig komisch, gerade aufgrund seiner homophilen (nicht homophoben) Attitüden.

Ich wage nicht mehr zu fragen warum. :icon_cool: Darf ich?

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Deine Abschätzigkeit gegenüber "Lord of the Rings" finde ich übrigens nach wie vor überaus kurzsichtig und engstirnig.

Wenn ich in dem Film selbst nach zwei Sichtungen NICHTS außer schlafenden Ansätzen entdecke, finde ich das nicht kurzsichtig. Und wie oben schon beschrieben, war ich nicht voreingenommen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Selbst wenn einem das inhaltlich nicht zusagt (was ich verstehen könnte), so kann kein gescheiter, halbwegs aufmerksamer Kinofreund die Leistung dieses Mammutwerks so derart wenig argumentativ herunterspielen.

Doch, das kann er (Und wenn nicht, warum? Ich habe versucht, zu begründen, warum ich den Film ablehne. Wenn du mir auf diesem Wege absprechen willst, ein gescheiter und aufmerksamer Kinofreund zu sein, dann möchte ich doch gerne zumindest eine Erklärung, wenn schon keine Kritik, von dir). "Herr der Ringe" ist fraglos eine unglaubliche Mammutleistung. Aber jede Perfektion ist nutzlos, wenn es nicht gelingt, dem Werk selbst Leben einzuhauchen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Allein Howard Shores Musik ist schon jetzt unbestritten so bedeutsam wie einst Williams "Star Wars"-Komposition, und wird diese in einigen Jahren wohl sicher auch überflügelt haben.

Wenn der Film nicht 300 Millionen Dollar gekostet und demzufolge mehrere Oscars gewonnen hätte sondern nur in einigen kleinen Programmkinos gelaufen und dann limitiert auf DVD erschienen wäre, würde sich in einigen Jahren vermutlich kein Schwein mehr um Shores unerträgliches 08/15-Orchester-Gedudel scheren das zweifellos einen Tiefpunkt seiner Karriere darstellt und eine neue, besonders unerquickliche Bewegung in der Hollywood-Filmmusik eingeleitet hat.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Jackson gelang hier trotz aller Schwächen ein filmgeschichtliches Monument des Kinos, ein absolutes Vorzeigebeispiel dafür, wie Literatur in bewegte Bilder überführt wird, ohne komplexe Strukutren aufgeben zu müssen.

Komplexe Strukturen ohne Leben sind wie Gerüste: Früher oder später fallen sie zusammen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Ich würde Vince in jedem Fall beipflichten. Ein wenig geht mit dir so manches Mal der jugendliche Übermut durch - und dass ausgerechent ich das sage, ist schon seltsam. ;)

Ihr wollt wohl einen Konsens auf Kosten meines Selbstbewusstseins erreichen? Nur weil ich euch unverständliche Ansichten lautstark vertrete hat das noch lange nichts mit jugendlichem Übermut zu tun. Ich strebe nun einmal nicht den Beruf eines Filmkritikers sondern den Film selbst an und bin entsprechend radikal wenn es um "meine Berufung"  :icon_lol: :icon_lol: geht.

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
Grüaziwohl!

Seäavus!  :icon_mrgreen:

Ich muss dich enttäuschen: Die Kritik zu "Notre Musique" gibt eher meine Emotionen als meine Gedanken nach dem Kinobesuch wieder und ich würde sie inzwischen ganz, GANZ anders schreiben. Denn es wäre natürlich mit das peinlichste überhaupt, einen Godard zu verreißen indem ich mit einem "Ich kapier das nicht" argumentiere. Ich hätte schon ausführlicher auf seine Reflexionen über den Kosovo-Krieg, das (Dokumentar-)Filmemachen selbst und den ganzen anderen Mist auslassen können aber ich war so erregt über die Unverschämtheit mit der dieser Mensch (du erinnerst dich an seinen eigenen Auftritt? "Monsieur Godard, glauben Sie, dass das digitale Kino Zukunft hat?"- Schweigen  :kotz:) sich zynisch über sein Publikum und zum selbsternannten Guru erhebt. Daher würde ich mir den Film noch einmal ansehen (auch im Kino wenn es sein muss - übrigens bin ich aufgrund zahlloser Diskussionen mit einem Freund über genau diesen Film schon kurz davor, mir die UK-DVD zu ordern) und genauer auf den Inhalt eingehen um dann davon auf die ekelerregende Attitüde einzugehen, die Godard hier auflegt.

Die "Hölle" war imo übrigens der beste Part des Films, der meine Erwartungshaltung in den ersten 15 Minuten beinahe ins Unermessliche getrieben hat. Warum soviele Regisseure dem Wahn verfallen, filmische Essays müssten literarisch und unfilmisch sein, will mir immer noch nicht in den Kopf. Das Jenseits war auch interessant und irgendwo auch versöhnlich (für Godards Verhältnisse), doch das Fegefeuer war wohl, seiner Betitelung entsprechend, eine Qual. Ich denke, ich habe im Groben verstanden, womit sich Godard auseinandersetzte, doch wirklich Zugang habe ich nicht gefunden zumal der Film auch einfach schrecklich verkopft war.

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
Die Sache mit "pseudointellektuellen Kritikern" kann ja durchaus stimmen, aber das hat für mich nichts mit der Bewertung des Films von Godard zu tun.

Nun ja, ich denke das sich Godard bis heute im Lob der Kritiker suhlt und selbst des gleichen Geistes Kind ist (und seine Film auch zu diesem Zwecke dreht). Daher bringe ich die Rezeption seiner Filme auch so unmittelbar mit ihm in Verbindung.  :icon_confused:

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
und es dürfte wohl außer Zweifel stehen, dass "Intellektuelle", Gelehrte, Philosophen, Schriftsteller etc. mit diesen Sätzen, Gesprächen, Statements etwas anfangen können und der Film von so einem Standpunkt aus durchaus wertvoll und nicht bloß überflüssige Zeitverschwendung sein kann.

Wenn er seinen Filmen auf diese Personengruppen eingrenzt und den Rest der Menscheit (bewusst) außen vor hält, ist das misanthrop.  :kotz:

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
aber die Art und Weise, wie du das getan hast, finde ich etwas unpassend, da es so rüberkommt, als würdest du jenen, die sich mit diesen philosophischen, kulturtheoretischen, whatever.. Dingen tatsächlich beschäftigen und Godards Ansätze auch verstehen und nachvollziehen können, diese Eigenschaften absprechen wollen und sie als "pseudo" darstellen.  :icon_confused:

Ja, das ist zweifellos nicht gut getroffen wie auch die ganze Kritik. Ich sollte sie vielleicht wirklich löschen lassen oder eine neue schreiben. Nein, niemand der sich mit so etwas beschäftigt - wer sich mit Kunst auseinandersetzt tut das m. E. schon automatisch zu einem Mindestmaß - ist pseudo, es gibt aber leider sehr, sehr viele Menschen, die das nicht aus humanitären Beweggründen tun sondern um sich zu profilieren und ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Ich hoffe du verstehst, was ich meine.  ;) 6/10, wie du sie gegeben hast, sind übrigens legitim für den Film, allerdings überreagiere ich ja gerne einmal...
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer


:icon_eek:

ATTACK OF THE 50 FOOT POSTING!
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 01:48:35
:icon_eek:

ATTACK OF THE 50 FOOT POSTING!

Wart' nur ab! Wenn du dich eines Tages mal mit solchen Vorwürfen konfrontiert siehst und dich so richtig in Rage schreibst, dann...  :icon_mrgreen:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer


Ich wurde gerade in einer "Planet-Terror"-Vorführung mit Coladeckeln beworfen, das genügt mir fürs Erste in Sachen Konfrontation. Deswegen werde ich auf dein Monsterposting frühestens morgen eingehen, um die Antwort entsprechend monstermäßig zu gestalten. Das hast du dir verdient.
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Mr. Vincent Vega

Ich werde dazu nichts mehr schreiben.

McKenzie

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Oktober 2007, 02:06:34
Ich werde dazu nichts mehr schreiben.

Damit hatte ich schon befürchtet. Zu schade, aber was will man machen? Das du dieser Versuchung wiederstehen kannst... :icon_mrgreen:

Aber da ich gerade im entsprechenden Thread zu Besuch war, gebe ich der Hoffnung Ausdruck, dass das Thema, sollte es bei irgendeinem Usertreffen in meiner Anwesenheit zur Sprache kommen, nicht unter den Tisch gekehrt wird. 

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:02:55
Ich wurde gerade in einer "Planet-Terror"-Vorführung mit Coladeckeln beworfen, das genügt mir fürs Erste in Sachen Konfrontation.

Ach, machen die Gorehounds das in Hamburg auch?  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:02:55
Deswegen werde ich auf dein Monsterposting frühestens morgen eingehen, um die Antwort entsprechend monstermäßig zu gestalten. Das hast du dir verdient.

You're the man! Ich liebe Menschen, die hitzige Konfrontationen so süchtlerisch lieben.  :icon_cool:

Möge der umsichtige Hankey gnädig mit mir sein und seine Geschütze per PM statt in diesem Thread auf mich abfeuern.
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer

11 Oktober 2007, 02:23:20 #299 Letzte Bearbeitung: 11 Oktober 2007, 02:25:06 von Chili Palmer
Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 02:13:09
Ach, machen die Gorehounds das in Hamburg auch?  :icon_lol:

Dazu braucht es lediglich wurftüchtige Standardtrottel und einen ungünstigen Sitzplatz. 

Und zwar einen ganz vorn, damit einen die Bilder wie in "Die Träumer" zuerst erreichen.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 02:13:09
You're the man!

Musste auch mal wieder gesagt werden.  :icon_cool:

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 02:13:09
Ich liebe Menschen, die hitzige Konfrontationen so süchtlerisch lieben.  :icon_cool:

Na, ob das immer noch Liebe ist, wenn ich erst mal losgehustet habe, bleibt abzuwarten, aber ich werde mich um faire Argumentation bemühen. Obwohl die Fronten eigentlich schon geklärt sind. Bis denn!
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

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