Autoren-Thread: McKenzie

Begonnen von McKenzie, 17 Februar 2007, 17:27:29

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Vince

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 01:48:35
:icon_eek:

ATTACK OF THE 50 FOOT POSTING!
Das war auch mein erster Gedanke.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:02:55
Ich wurde gerade in einer "Planet-Terror"-Vorführung mit Coladeckeln beworfen, das genügt mir fürs Erste in Sachen Konfrontation. Deswegen werde ich auf dein Monsterposting frühestens morgen eingehen, um die Antwort entsprechend monstermäßig zu gestalten. Das hast du dir verdient.
Das war auch mein zweiter Gedanke.

Mein dritter war dann: Hat der McKenzie mein Spässken etwa ein gaaanz klein wenig zu sehr für voll genommen?  ;)

Deswegen danke für dein gigantisches Posting, antworten werde ich darauf aber nicht können, weil all die vielen, vielen Worte - zumindest, was mich betrifft - gar nicht notwendig gewesen wären... ich wollte doch nur mal wieder sinnfrei irgendwo eine Simpsons-Reminiszenz einbauen... hab ich lange nicht mehr gemacht...

Crumby Crumb & the Cunty Bunch

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Da vernachlässigt man diesen Thread nur einen Tag und schon sieht man sich mit wahren Unwuchten konfrontiert.  :icon_eek:

Es ist mir (k)eine Freude, euch ebenfalls mit einer Unwucht zu konfrontieren.  :icon_twisted:

Zwar sehe ich mich um der lieben Diskussion willen (sprach der Diskussions-Fetischist) gezwungen, auf deinen (zweifellos naheliegenden, aber falschen) Vorwurf einzugehen, allerdings denke ich schon das ich dir das Ganze bei meinem Dresden-Besuch  :pidu: ausführlich erläutern kann - so lange wie nötig, um dich vom Gegenteil zu überzeugen.  :icon_twisted:
Siehe unten.

Sie gehören "nun einmal" dazu? Das ist nichts, was man feststellen oder faktisch belegen kann, das ist deine, bzw. eure persönliche Empfindung - nichts weiter. Genauso wie es auch die meinige ist, dass dem Studiosystem inzwischen das Herz in die Hose gerutscht ist und aus Hollywood zwar noch desöfteren ausgezeichnete Filme kommen, allerdings nicht mehr aus diesem Sektor. Große Filme, die dennoch ein schlagendes Herz tragen findet man inzwischen auf der ganzen Welt kaum mehr, auch nicht in Asien oder Europa.

Wir sind nun einmal alle miteinander derart stur, das wir unsere Ansichten gerne als universelle  Wahrheit ausstellen.  :icon_mrgreen:

Und damit kommen wir noch einmal detailierter zu jener unglaublichen Behauptung:

Ein Blockbuster ist auch nur ein Film. Zwar ein besonders pompöser, lauter, teurer, (heute vor allem auch) schneller und erschlagender, aber dennoch ein Film. Der grundsätzliche Widerspruch eurer Theorie: Es gibt sehr, sehr viele neue Filme, die mir vortrefflich munden und einige davon kommen, wie zum 347. Mal (dank meines hasserfüllten Feuereifers muss ich mir die Ignoranz dem gegenüber wohl selbst zuschreiben) erwähnt, auch aus Hollywood. Ich denke, ihr geht weit genug mit mir konform um zuzugeben, das man Kino nicht in "Blockbuster" und "Film" aufteilen kann. Auch ich schätze Filme mit aufwändigen Schauwerten und einem gesunden Maß an Gigantomanie. Man werfe einen aufmerksamen Blick in meine Bewertungslisten. Was ich nicht schätze, ist wenn das menschliche Individuum in einem solchen Film - Hollywood hat es leider immer noch nicht vollbracht, den menschenleeren Realfilm-Blockbuster herzuzaubern - hinter den Spezialeffekten, der Optik, der Geschichte (jawohl, !!!) oder dem Sound hintenangestellt wird. Und genau diese Entwicklung wurde just von Filmen wie dem ersten "Star Wars" eingeleitet", der, für sich betrachtet, sicherlich kein schlechter, wenn auch kein herausragender Film (abgesehen von den Spezialeffekten - wer das für so wichtig hält...  :icon_rolleyes:) ist. Viel schlimmer als die "Star Wars"-Filme, die sicherlich noch einen gewissen erzählerischen Reiz haben, empfinde ich aber die Tatsache, das eine Filmtrilogie abgefeiert wird, die alles hat, was ein großer Film braucht - außer Seele. Ich weiß, das Peter Jackson zu mehr im Stande ist und ein leidenschaftlicher, enthusiastischer Filmemacher mit einer Vision. Ich nehme mir sehr oft vor, einen Film schlecht zu finden und bringe es nach der letztendlichen Konfrontation damit nicht übers Herz, ihm seine tatsächlichen Stärken abzuerkennen. Erst in den letzten zwei Wochen mit "Wächter des Tages" und "The Black Daliah" geschehen, die ich so gerne mit 1/10 abgestraft hätte.
Im Falle von "Herr der Ringe" (den ersten Band habe ich erst 2006 gelesen) war ich vollkommen unvoreingenommen, ich befand mich noch in einer Hollywood-Phase (so etwas hatte ich mal, ja!) und guter Dinge da ich Jackson für einen talentierten Regisseur hielt (und, mit Einschränkungen, immer noch halte). Was ich zu sehen bekam war ein neutraler Film. Zu 95% neutral. Der Film berührte mich nicht, er gab mir keinerlei intellektuelle Basis da ich stets das Gefühl hatte, das die vorgegebene Linie nur ein behauptetes Konstrukt war, er unterhielt mich nicht, er schockierte mich nicht, er begeisterte mich nicht, er amüsierte mich nicht, er regte meine Phantasie nicht an, er ärgerte mich einfach nur zutiefst. Es war einfach traurig, wie weit Absicht und Ergebnis hier auseinandergedriftet waren und wieviele großartige Schauspieler in Heavy-Metal-Faschingskostümen durch grünliche CGI-Landschaften wanderten, immer auf Gedeih und Verderb zugeschleimt mit der Musik eines Komponisten, der schon weit besseres geliefert hatte. Zwischenmenschliche Momente verkamen zur zynischen Farce, als Witz gemeinte zur unfreiwilligen Lachnummer und selbst die Action-Sequenzen ließen ob des CGI-Überflusses völlig kalt. Der Film hatte weder etwas märchenhaftes, mystisches oder fantasievolles an sich, noch überraschte er mit einer pragmatischen Inszenierung. Er trug jeder (negativen) ästhetischen Erwartung mit seinen schmuck- und einfallslosen Bildern Rechnung und war einzig auf eins ausgelegt: Den Überwältigung- und Kassenklingel-Effekt.

Ihr könnt darüber denken wie ihr wollt, ich verstehe das für Anhänger Hollywoods dieser Film wohl so etwas wie eine Offenbarung des jungen 21. Jahrhunderts darstellt, doch ich kann und will sie nicht teilen. Ich betone, das ich unvoreingenommen an die Filme herangetreten bin, sogar noch mit guten Vorzeichen als ich mich für solche Stoffe und für Peter Jackson sowie eine Handvoll der Beteiligten interessierte. Daher ist mein Hass auf diese Filme (die letztlich einen der 10 Grundsteine für meine heutige Skepsis gegenüber dem Mainstream-Kino legten, dieser Hass steigerte sich bei der zweiten, um Besserung bemühten Sichtung noch mehr) frei von den Beweggründen, die ich heute gegen solche Filme aufbringe.

Ich vertrete als Filmliebhaber nun einmal andere Werte als ihr. Kino sollte von Menschen, dem Zustand der Welt (welchem und aus welcher Perspektive auch immer), von Empfindungen, Einstellungen, menschlichen Handlungen und ähnlichem handeln, kurz: Kino sollte sich immer mit menschlichen Konflikten und Fragen beschäftigten, auf welche Art und Weise auch immer. Und es sollte niemals versuchen, über den Menschen hinauszuwachsen. "Herr der Ringe" ist für mich - trotz des Kopfes hinter den Filmen und den in anderen Filmen als großartig erfahrbaren Darstellern - ein Film der wirkt, als ob er von einem Roboter gedreht worden wäre. Angesichts eines Budgets von fast 300 Millionen Dollar wundert das wohl auch niemanden. Man will schließlich nichts riskieren. Der Preis für diese mangelnde Risikobereitschaft (gerade auch Kubricks "2001" oder Michael Ciminos "Heaven's Gate" zeigen, dass das einmal anders war) war hoch. Und ich lehne es ab, mir einen Film anspruchsvoll schönzureden weil er mich perfekt unterhalten hat. Das müsste ich dann auch mit Filmen wie "Kiss Kiss Bang Bang" oder "I love trouble" tun, die mich perfekt unterhalten haben, nach vernünftigen Massstäben aber nicht viel mehr als 6 oder 7 Punkte wert sind. Darüber hinaus bin ich nun einmal ein freund ungewöhnlicher und exzentrischer Filme und das Hollywood heute mehr als jemals zuvor im Brei seiner eigenen Konventionen rührt sollte wohl unbestreitbar sein. Inzwischen lese ich auch schon in Zeilen zahlreicher OFDb-"Kollegen", die sonst Hollywood über alles zu stellen schienen, einen gewissen Unmut darüber zwischen den Zeilen.

Und das geht auch nicht an dich Chili, denn damit

hast du mich persönlich zwar enttäuscht (implizieren meine Werte und mein Geschmack etwa realistisches Sozialkino an oberster Stelle??! Eskapismus über Humanismus und Ehrlichkeit?????????!!!!!!!???????  :kotz:), warst aber wenigstens ehrlich genug, zuzugeben woraus die Faszination dieser Filme für dich persönlich besteht und nicht versucht, ihnen einen utopischen Status zukommen zu lassen (Mr. VV bezeichnete die "Herr der Ringe"-Filme einmal als die "bedeutsamste Filmtrilogie"...  :eek:)

Und nun zum eigentlich wichtigeren Beweggrund meines Ärgers, von dem ich nun abgekommen bin (und ich bitte euch trotz eurer Fassungslosigkeit über meinen soeben erfolgten Frustablass, zuerst DARAUF einzugehen): Dem Vorwurf, ich würde älteren Filmen grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegenbringen. Zum einen sehe ich ständig großartige neue Filme (ich verweise abermals auf meine Bewertungs- und Review-Listen  :scar:), zum anderen kann man nicht verleugnen, das im Kino nun einmal, wie in jeder Kunstform, über einen bestimmten Zeitverlauf ein gewisser Abnutzungseffekt auftritt der nun einmal besonders Filme einer Industrie trifft, die seit 100 Jahren stets die gleichen Reaktionen des Publikums wecken und damit Kasse machen will. Neue Bewegungen, Innovationen und ökonomische wie kreative Freiheit, neues zu entwickeln finden sich selbstverständlich eher außerhalb dieser Industrie und manifestieren sich in neuen Filmen, die ihr vermutlich größtenteils gar nicht gesehen habt (Entschuldigt den möglicherweise überheblichen Tonfall, er ist nicht beabsichtigt und die Aussage überlegt).
Was nun meine Wertschätzung für "Ben Hur" betrifft: Dieser Film entspricht meinen filmischen Werten ausgezeichnet und er stammt ebenfalls von einem Überzeugungstäter. Was den Unterschied ausmacht: Damals waren große Schauwerte noch äußerst kostspielig, es gab kein CGI und abgesehen von etwas Matte Painting musste alles nachgebaut werden, ebenso wie die Massenszenen keine CGI-Komparsen enthielten. Daher konnte man den Akzent nicht auf die Effekte legen da der Film davon schlicht zu wenig bieten konnte, um über seine 4 Stunden Laufzeit zu fesseln. Dann muss man die unbequeme Tatsache berücksichtigen, das der Anspruch der breiten Masse heute im Vergleich zu damals ein wenig, aber spürbar nachgelassen hat. Und schließlich den Umstand, das damals Menschlichkeit noch nicht "out" war. Wenn ich mir moderne Mainstream-Filme ansehe habe ich oft das Gefühl, dass das Publikum heute Menschenverachtung als anheimelnder empfindet. Für zwischenmenschliche Konflikte bleibt kaum Platz, alles läuft auf Konflikte unterschiedlicher Parteien, oft auch fantastischer, sowie den Effekt heraus. Warum? Weil es heute, anders als damals, möglich ist, einen Film optisch und durch Effekte zu füllen. Es ist die größte Schwäche Hollywoods, das man dort bis heute nicht wirklich gelernt hat, mit den neuen Möglichkeiten des CGI umzugehen und sich sofort dem totalen Exzess, dem Overkill ergeben hat. Szenen wie das Wagenrennen oder der Aufmarsch der Römer in Jerusalem, die Seeschlacht oder die Kreuzigung in "Ben Hur" haben den zehnfachen Effekt der Schlachtszenen aus "Herr der Ringe" weil sie eingebettet sind in eine Geschichte, die von etwas ganz anderem handelt. Tolkiens Geschichte handelt auch von etwas anderem, der Film  tut es aber nicht.

Etwas mehr Argumente, woraus ihr schließt, das ich alte Filme inniger aussaugen würde als neue wären sehr hilfreich!  ;) Ich höre!

Ich hoffe, das entstammt einem Anfall von stichelndem Übermut.

Jau, sind sie. Ich weise nochmals darauf hin, das ich an meinem Verhältnis zum aktuellen Hollywood arbeite und jetzt imo uf einer respektablen Stufe stehe (Verbesserung möglich). Ich gehe davon aus, das du damit auch ein Stück Selbstironie bezüglich deines Postings verbreiten wolltest.  :icon_twisted:
Wenn das liest könnte man nämlich schon glauben, das es für dich außerhalb Hollywoods keine Filme gibt, aber ich weiß ja, das dem in deinem Falle wirklich nicht so ist.  ;)

Schonmal DAS hier gesehen? Soviel zu den Arbeitsmethoden von Kubrick. Jeder sagt, das es sehr hart war, mit ihm zu arbeiten, aber (fast) jeder sagt auch, das es sich gelohnt hat.
Ich bitte um Entschuldigung, dieses Zitat von dir schon wieder aufgefahren zu haben aber nachdem ich es schon dreimal aus deinem Mund. hören, bzw. deinen Fingern lesen musste, hat es sich nun einmal eingeprägt. Über deine übrigen Beweggründe gegen Kubrick kann ich schließlich nichts wissen. Gib mir mehr Stoff, dann muss ich nicht auf einem Kieselstein herumreiten. ;)

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich dich jetzt als typischen Mainstream-Gucker a la "Filme sind nur zur Unterhaltung da" kategorisieren.  :icon_eek: Die Effekte sind bei dem Film sicherlich recht ansehnlich, gleichzeitig aber nicht das, was ihn wichtig macht. Aus deinem Posting schließe ich, das du ihn vor 5 Jahren einmal gesehen und gar nicht erst versucht hast, dich mit ihm auseinanderzusetzen. Sonst könntest du nicht von stinklangweiligem Käse sprechen. Allerdings ist der Film in der Tat etwas zu prätentiös was ihn einen Punkt gekostet hat, allerdings relativiert sich dieser Eindruck nun schon wieder ein wenig, nachdem ich mich in den letzten beiden Tagen so gut als auf die Schnelle möglich, intensiver mit Kubrick als Mensch beschäftigt habe. Außerdem bestätigst du meine persönliche These, das du die Gottesgabe, dich selbst einem Film zu überlassen, nur in geringer Ausprägung besitzt.  :icon_lol:

Abgesehen davon haben wir hier ein schönes Beispiel dafür, wie man im Wahn der Sturheit aneinander vorbeireden kann: Genau das was dich an "2001" abschreckt, lässt sich für mich auf "Herr der Ringe" übertragen. There we go - oder willst du etwa die deinige über die meinige Filmrezeption stellen?  :icon_rolleyes:

Ich weiß, klang mal wieder altklug - war aber keine Absicht!  ;)

Nein, aber nach meiner jüngsten, neu "wiedergewonnenen" Begeisterung für "Ben Hur" habe ich schon ein ausgiebigeres Wyler-Programm geplant. Danke für den Tipp, ich werde ihn nach oben schieben.  :icon_mrgreen:

Ich wage nicht mehr zu fragen warum. :icon_cool: Darf ich?

Wenn ich in dem Film selbst nach zwei Sichtungen NICHTS außer schlafenden Ansätzen entdecke, finde ich das nicht kurzsichtig. Und wie oben schon beschrieben, war ich nicht voreingenommen.

Doch, das kann er (Und wenn nicht, warum? Ich habe versucht, zu begründen, warum ich den Film ablehne. Wenn du mir auf diesem Wege absprechen willst, ein gescheiter und aufmerksamer Kinofreund zu sein, dann möchte ich doch gerne zumindest eine Erklärung, wenn schon keine Kritik, von dir). "Herr der Ringe" ist fraglos eine unglaubliche Mammutleistung. Aber jede Perfektion ist nutzlos, wenn es nicht gelingt, dem Werk selbst Leben einzuhauchen.

Wenn der Film nicht 300 Millionen Dollar gekostet und demzufolge mehrere Oscars gewonnen hätte sondern nur in einigen kleinen Programmkinos gelaufen und dann limitiert auf DVD erschienen wäre, würde sich in einigen Jahren vermutlich kein Schwein mehr um Shores unerträgliches 08/15-Orchester-Gedudel scheren das zweifellos einen Tiefpunkt seiner Karriere darstellt und eine neue, besonders unerquickliche Bewegung in der Hollywood-Filmmusik eingeleitet hat.

Komplexe Strukturen ohne Leben sind wie Gerüste: Früher oder später fallen sie zusammen.

Ihr wollt wohl einen Konsens auf Kosten meines Selbstbewusstseins erreichen? Nur weil ich euch unverständliche Ansichten lautstark vertrete hat das noch lange nichts mit jugendlichem Übermut zu tun. Ich strebe nun einmal nicht den Beruf eines Filmkritikers sondern den Film selbst an und bin entsprechend radikal wenn es um "meine Berufung"  :icon_lol: :icon_lol: geht.

Seäavus!  :icon_mrgreen:

Ich muss dich enttäuschen: Die Kritik zu "Notre Musique" gibt eher meine Emotionen als meine Gedanken nach dem Kinobesuch wieder und ich würde sie inzwischen ganz, GANZ anders schreiben. Denn es wäre natürlich mit das peinlichste überhaupt, einen Godard zu verreißen indem ich mit einem "Ich kapier das nicht" argumentiere. Ich hätte schon ausführlicher auf seine Reflexionen über den Kosovo-Krieg, das (Dokumentar-)Filmemachen selbst und den ganzen anderen Mist auslassen können aber ich war so erregt über die Unverschämtheit mit der dieser Mensch (du erinnerst dich an seinen eigenen Auftritt? "Monsieur Godard, glauben Sie, dass das digitale Kino Zukunft hat?"- Schweigen  :kotz:) sich zynisch über sein Publikum und zum selbsternannten Guru erhebt. Daher würde ich mir den Film noch einmal ansehen (auch im Kino wenn es sein muss - übrigens bin ich aufgrund zahlloser Diskussionen mit einem Freund über genau diesen Film schon kurz davor, mir die UK-DVD zu ordern) und genauer auf den Inhalt eingehen um dann davon auf die ekelerregende Attitüde einzugehen, die Godard hier auflegt.

Die "Hölle" war imo übrigens der beste Part des Films, der meine Erwartungshaltung in den ersten 15 Minuten beinahe ins Unermessliche getrieben hat. Warum soviele Regisseure dem Wahn verfallen, filmische Essays müssten literarisch und unfilmisch sein, will mir immer noch nicht in den Kopf. Das Jenseits war auch interessant und irgendwo auch versöhnlich (für Godards Verhältnisse), doch das Fegefeuer war wohl, seiner Betitelung entsprechend, eine Qual. Ich denke, ich habe im Groben verstanden, womit sich Godard auseinandersetzte, doch wirklich Zugang habe ich nicht gefunden zumal der Film auch einfach schrecklich verkopft war.

Nun ja, ich denke das sich Godard bis heute im Lob der Kritiker suhlt und selbst des gleichen Geistes Kind ist (und seine Film auch zu diesem Zwecke dreht). Daher bringe ich die Rezeption seiner Filme auch so unmittelbar mit ihm in Verbindung.  :icon_confused:

Wenn er seinen Filmen auf diese Personengruppen eingrenzt und den Rest der Menscheit (bewusst) außen vor hält, ist das misanthrop.  :kotz:

Ja, das ist zweifellos nicht gut getroffen wie auch die ganze Kritik. Ich sollte sie vielleicht wirklich löschen lassen oder eine neue schreiben. Nein, niemand der sich mit so etwas beschäftigt - wer sich mit Kunst auseinandersetzt tut das m. E. schon automatisch zu einem Mindestmaß - ist pseudo, es gibt aber leider sehr, sehr viele Menschen, die das nicht aus humanitären Beweggründen tun sondern um sich zu profilieren und ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Ich hoffe du verstehst, was ich meine.  ;) 6/10, wie du sie gegeben hast, sind übrigens legitim für den Film, allerdings überreagiere ich ja gerne einmal...

Nein.
'Are you talkin' to me? You talkin' to me?' - Raging Bull, Pacino. Love that movie!

Chili Palmer

Moin Moin!

Zu deinem Hauptdiskussionspunkt gibt es von meiner Seite aus nichts zu sagen:

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Und nun zum eigentlich wichtigeren Beweggrund meines Ärgers, von dem ich nun abgekommen bin (und ich bitte euch trotz eurer Fassungslosigkeit über meinen soeben erfolgten Frustablass, zuerst DARAUF einzugehen): Dem Vorwurf, ich würde älteren Filmen grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegenbringen.

Da dieser Vorwurf nicht aus meiner Ecke kam, werde ich auch nicht darauf eingehen.

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Und das geht auch nicht an dich Chili, denn damit (...) hast du mich persönlich zwar enttäuscht (implizieren meine Werte und mein Geschmack etwa realistisches Sozialkino an oberster Stelle??! Eskapismus über Humanismus und Ehrlichkeit?????????!!!!!!!???????  :kotz:), warst aber wenigstens ehrlich genug, zuzugeben woraus die Faszination dieser Filme für dich persönlich besteht und nicht versucht, ihnen einen utopischen Status zukommen zu lassen (Mr. VV bezeichnete die "Herr der Ringe"-Filme einmal als die "bedeutsamste Filmtrilogie"...  :eek:)

Also, wenn sich realistisches Sozialkino und dessen Macher nicht ,,human, ehrlich und existenzialistisch" als Leitmotiv auf ihre Fahnen geschrieben haben, dann weiß ich auch nicht mehr. Besser hättest du diese Art von Filmen doch gar nicht umreißen können. Hätte mich jetzt zwar auch gewundert, wenn du als Trashliebhaber diesen Filmen das Wort reden wolltest, aber deine Formulierung ließ mir keine andere Wahl, als mit einem ebenso starken Gegengewicht zu antworten. Und wie mein Smiley schon andeutete, ist ,,weltfremder Eskapismus" auch nicht mein vorrangiges Ziel beim Anschauen dieser Filme. Das scheinst du mir in einem Anflug von Schwarz-Weiß-Denken so aufgefasst zu haben, oder woher rührt die persönliche Enttäuschung samt einhergehendem Kotz-Smiley?
Und mal ganz davon abgesehen: Wenn jemand in Jacksons Trilogie einen ähnlichen Wert entdeckt wie jemand anderes in, sagen wir mal, Kieslowskis Drei-Farben-Trilogie, dann soll diese Wertschätzung utopisch sein? Selbst wenn dieser Jemand dir seine Begeisterung für die ,,Ring"-Filme en detail erklären könnte, willst du sie nicht nachvollziehen, da diese Filme für dich seelenlose Gebilde darstellen, die nicht mehr von Menschen handeln? Dann allerdings fürchte ich, dass du interpretativ auf dem völlig falschen Dampfer bist.


Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Was ich nicht schätze, ist wenn das menschliche Individuum in einem solchen Film - Hollywood hat es leider immer noch nicht vollbracht, den menschenleeren Realfilm-Blockbuster herzuzaubern - hinter den Spezialeffekten, der Optik, der Geschichte (jawohl, !!!) oder dem Sound hintenangestellt wird. Und genau diese Entwicklung wurde just von Filmen wie dem ersten "Star Wars" eingeleitet", der, für sich betrachtet, sicherlich kein schlechter, wenn auch kein herausragender Film (abgesehen von den Spezialeffekten - wer das für so wichtig hält...  :icon_rolleyes:) ist.

Das ist ja schon einmal ein wenig differenzierter als sonst. Natürlich ist es unbestritten, dass Spielberg und Lucas mit ihren Werken die Welle losgetreten haben, die nun immer wieder in Form offensichtlich kalkulierter Blockbuster ohne das gewisse individuelle Etwas über uns zusammenbricht.
Aber diese Argumentation mit dem ,,Individuum" finde ich immer ein wenig kurz gegriffen, denn wenn Hollywood eins beherrscht, dann die Betonung von Individualität. Nahezu jeder Hollywood-Film handelt auf seine Art von den Außenseitern, die ihre Chance nutzen, dem Einen gegen Alle, den Rebellen, denen, die sich nicht verbiegen lassen, zu sich stehen, gegen Ungerechtigkeit aufbegehren, etc.
Hollywood produziert Individualismus am Fließband! Das ist die wunderbare Schizophrenie. Also, wie will man einem Filmsystem die Unterdrückung von Individualität vorwerfen, wenn es 24 Stunden am Tag nichts anderes tut, als diese Individualität zu propagieren? Oder gibt es wirklich Hollywood-Filme, die herausschreien: ,,Unterwerfe dich! Denke nicht nach! Sei um Himmels Willen nicht einzigartig!"?
Das von dir erwähnte Hintenanstellen des Menschlichen hinter das Technische ist für mich reine Interpretation. Eine Frage der Mittel, derer sich ein Film bedient, die aber nichts über seinen Kern aussagen. Ich meine, kann es denn wahr sein, dass ich dir raten muss, dich nicht von Vordergründigem blenden zu lassen und unter die Oberfläche zu schauen? Kann das angehen? Ich glaube kaum, dass die ,,Star Wars"-Filme funktionieren würden, wenn ihre universelle Märchenhaftigkeit und ihre bildhaften Charaktere nicht in erster Linie, weit vor den Spezialeffekten, das Publikum ansprechen würden, und sei es nur unterbewusst. Selbst wenn jemand nur der Effekte wegen eine Kinokarte löst, wird er dennoch Zeuge einer Vater-Sohn-Geschichte, ob er die nun ignoriert oder nicht. Die Filme über die einseitige Rezeption der Effektjünger für den persönlichen Geschmack neu zu modellieren, entscheidende Elemente einfach fallen zu lassen, ist falsch. Selbst wenn die neue Trilogie einen förmlich mit Effekten erschlägt, erzählt sie doch in einer ziemlich drastischen Weise vom schleichenden Faschismus und dessen subtilen Übernahmemethoden. Wie käme ich auf die Idee, dieses Konzept als irrelevantes Märchentheater abzutun? Weil es mit knuddeligen Außerirdischen und Robotern aus einer anderen Galaxie dargeboten wird statt mit Menschen auf der Erde? Weil es als Gleichnis funktioniert? Dann macht man es sich doch ziemlich einfach.
Und bei Jackson verhält es sich doch ähnlich: Dein Groll sei dir gegönnt, niemand zwingt dich, diese Filme zu mögen. Aber nur, weil dich die Machart offensichtlich abstößt, ist das noch lange kein Grund, dem Film jegliche Tiefe abzusprechen.
Tut mir leid, aber wer die Oberfläche dieser Filme derart hervorhebt, damit er bloß nicht in die Verlegenheit gerät, unter sie blicken zu müssen, dem traue ich irgendwie nicht so recht über den Weg, wenn es darum geht, mir zu vermitteln, wann und ob ein Film Qualitäten besitzt.

Dafür kann ich ein kleines Beispiel mit dem Adam-Sandler-Film ,,50 erste Dates" anführen, in welchem sein Charakter jeden Tag aufs neue seine Traumfrau, gespielt von Drew Barrymore, anbaggern muss, weil sie an einem Ein-Tag-Gedächtnis leidet. Huaah, Adam Sandler, da zeigen sich schon erste Kräuselbewegungen in bis dato stillen Kritikergewässern. Und wenn dann noch über das Konzept der vom Film frei erfundenen Tagesamnesie nachgedacht wird, und der Film darüber hinaus auch nicht sonderlich innovativ geraten ist, was Kameraarbeit und Regie anbelangt, ist es bequem, den Film in die Klamaukecke zu drängen und ihm jede tiefergehende Absicht zu verweigern.
Dass dieser Film aber zu den schönsten Liebesfilmen überhaupt gehört, gerade weil er mit seiner verrückten Ausgangsidee eine wunderschöne Metapher dafür gefunden hat, dass Liebe immer wieder aufs Neue erkämpft werden will, wird dann gerne einmal übersehen. Weil die klamaukige Oberfläche geblendet hat. Weil der Film daherkommt wie zehn Dutzend anderer Hollywood-Komödien. Dabei bietet er unter seine Dutzendoptik ebenjenen Humanismus, den du dir immer von Filmen erhoffst. Möchte nicht wissen, wie viele Leute "50 First Dates" schon aufgrund einer Sandler-Aversion von vornherein keine Chance gegeben haben.


Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Ich nehme mir sehr oft vor, einen Film schlecht zu finden und bringe es nach der letztendlichen Konfrontation damit nicht übers Herz, ihm seine tatsächlichen Stärken abzuerkennen. Erst in den letzten zwei Wochen mit "Wächter des Tages" und "The Black Daliah" geschehen, die ich so gerne mit 1/10 abgestraft hätte.

Allein das Konzept, einen Film aufgrund von Vorurteilen abstrafen zu wollen, ist soweit von meinem eigenen System der Filmrezeption entfernt, dass du dir nach Ansicht der jeweiligen Filme noch so viele Sühnepunkte abringen kannst, wie du willst: Ich halte das für unreif. Das fällt für mich ins selbe Lager wie deine kürzliche Abwertung von ,,Planet Terror", um dem ,,unverhältnismäßig ausartenden OFDb-Hype" entgegenzuwirken. Erzähl' mir mal, wie ich deine Bewertungen bitteschön noch ernst nehmen soll, wenn sie mal , mal hott machen. Hat dir ein Film nun gefallen oder nicht? Hält deine Meinung irgendwelchen irrelevanten Bewertungsströmen unbekannter User stand oder nicht? Was haben die mit dir und dem Film zu tun?

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Ich vertrete als Filmliebhaber nun einmal andere Werte als ihr.

Böswillige Unterstellung, die nur untermauert, was ich anzudeuten versucht habe: Du erkennst scheinbar nicht, dass man dieselben Werte auch auf andere Weise, in anderen Filmen finden und zutage fördern kann. Die Werte sind dieselben, nur heften sich die von dir bevorzugten Filme ebenjene Werte stolz ans Revers. Das macht sie aber nicht besser.

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Kino sollte von Menschen, dem Zustand der Welt (welchem und aus welcher Perspektive auch immer), von Empfindungen, Einstellungen, menschlichen Handlungen und ähnlichem handeln, kurz: Kino sollte sich immer mit menschlichen Konflikten und Fragen beschäftigten, auf welche Art und Weise auch immer.

Da kann ich im Grunde nur beipflichten. Denn davon rede ich doch: ,,aus welcher Perspektive, auf welche Art auch immer". Selbst wenn einem manche filmische Perspektive nicht gefällt, wenn die Art, wie eine Geschichte erzählt wird, und sei es über noch so viele Spezialeffekte, nicht anspricht, letztendlich drehen sich Filme immer um dieselben Dinge. Schockiert? 

Und zu deiner (von mir geteilten) Begeisterung über ,,2001" bleibt mir auch noch etwas anzumerken:
In Hardcore-Science-Fiction-Kreisen, die sich etwas ausgiebiger mit dem Werke Clarkes und dessen Bearbeitung durch Kubrick beschäftigt haben, hat sich eine erstaunliche Sichtweise des Films herausgebildet. Man ging sogar vereinzelt soweit, zu behaupten, diese Sichtweise sei der Schlüssel, um den gesamten Film logisch und transparent erscheinen zu lassen. Tief Luft holen...
Man soll den Film nicht mit den Augen eines Menschen, sondern eines Außerirdischen betrachten. Die Verschiebung der eigenen Perspektive, eine fremde Betrachtungsweise würde einen objektiven Blick auf das Tun und Treiben der Spezies Mensch zulassen und den Film in einen Analyseschirm verwandeln.
Man stelle sich mal vor; ein Film, der von mir verlangt, alles Menschliche abzustreifen, um ihn zu begreifen.
Das ist ja wohl der Inbegriff der Realitätsflucht. Wo finden denn da Schlagwörter wie ,,human, ehrlich und existenzialistisch" ihren Platz?

Muss man sich in einen Ork versetzen, um Jacksons Filme berührend zu finden?


"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

psychopaul

12 Oktober 2007, 00:59:08 #303 Letzte Bearbeitung: 12 Oktober 2007, 01:03:44 von Bettwurst
Schön, dass du die Kritik inzwischen anders schreiben würdest, das habe ich mir auch fast schon gedacht.  :D Löschen bitte nicht, ist ja schon ein sehr interessantes und wahrhaftiges, wenn auch völlig übertriebenes  :icon_mrgreen: Zeugnis deiner Emotionen nach der Sichtung.  :icon_smile:

Aber nichtmal Diedrichsen, der ja ein relativ berühmter Schreiberling zu sein scheint, geht besonders intensiv auf den Inhalt ein, sondern rezensiert eher blabla drumherum.  ;)
Ich tat mir nach dem Film auch schwer, überhaupt irgendwas Sinnvolles dazu rauszubringen oder bestimmte Dinge nochmal zu besprechen ("haha, Air Bosna."  :icon_mrgreen: "was sollten eigentlich die Indianer?"  :icon_lol: ) Soll heißen, ich glaube, diesen "Film" adäquat zu rezensieren bzw. analysieren, dürfte ein heikles bis unmögliches Unterfangen sein, aber wäre auf jeden Fall cool, wenn du irgendwann irgendwie nochmal darauf zu sprechen kommst.  :respekt:


Zitatdie Unverschämtheit mit der dieser Mensch (du erinnerst dich an seinen eigenen Auftritt? "Monsieur Godard, glauben Sie, dass das digitale Kino Zukunft hat?"- Schweigen  ) sich zynisch über sein Publikum und zum selbsternannten Guru erhebt.

Hier haben wir schon einen interessanten Punkt, denn ich fand diese Szene sehr cool und witzig.  :icon_cool:
Aber, Vorsicht  ;), es kommt nämlich auf die Feinheiten an! Die Frage hieß nicht, ob das digitale Kino Zukunft habe, sondern "können digitale Kameras das Kino retten?". Und auch ich finde, dass diese zeitgenössisch ja recht beliebte Frage so derart dämlich ist, dass dieses Schweigen darauf einfach ein herrlich sarkastischer Kommentar zu der hohlen Oberflächlichkeit und Sinnlosigkeit der Frage ist.
(was sollte man darauf auch antworten? "Ja, klar, siehe Dogma und die vielen vielen Indiewunderfilme" "Schwachsinn, das Kino muß nicht gerettet werden, es passieren seit 100 Jahren dort ohnehin ununterbrochen spannende Dinge" "Drehe ich nicht gerade meinen neuesten Film auf billigste digitale Machart?")

Was daran so furchtbar ekelerregend (oder) zynisch sein soll, weiß ich nicht, ein bisschen süffisant vielleicht, aber mei.  :icon_mrgreen:

Godard ist halt einer der bedeutendsten Filmemacher, die noch am Leben sind, und er geht einen Weg, den auf diese Art kein Bergman, Antonioni oder werauchimmer was ich weiß, bisher gegangen ist. Er, der womöglich mit seinen Spielfilmen bereits alles geschafft, gesagt, erreicht hat, was er wollte, bringt seine persönlichen Reflexionen über das Leben, die Kunst ins Kino. Dass ein hochgebildeter, lebens- und kinoerfahrener alter Mann dies auf eine Art macht, die jungen Hüpfern meiner und deiner Generation etwas fremd und vielleicht sogar "überintellektualisiert" erscheint, das ist halt so (ach, was würde wohl ein Zardoz jetzt dazu schreiben?), warum sollte er seine persönlichen Fragen und Ansichten einem überspitzt formuliert ungebildeten Mainstreampublikum unterordnen. Da bin ich einfach 180° von dir entfernt.  ;) Ich steh auf intellektuelle Präpotenz.  :king:

Und ich glaube auch nicht, dass Godard nur an die Kritiker denkt, bzw. vielleicht ist es ja einfach so, dass diese Kritiker schlicht zu den wenigen Menschen gehören, die seine Werke noch schätzen und sich auch gerne damit beschäftigen, was ja wiederum in seinem Sinne wäre.  ;)

ZitatWarum soviele Regisseure dem Wahn verfallen, filmische Essays müssten literarisch und unfilmisch sein, will mir immer noch nicht in den Kopf...doch das Fegefeuer war wohl, seiner Betitelung entsprechend, eine Qual.

Warum sollten filmische Essays denn NICHT literarisch und unfilmisch sein? Alles ist möglich. Open your mind.  ;)

ZitatIch denke, ich habe im Groben verstanden, womit sich Godard auseinandersetzte, doch wirklich Zugang habe ich nicht gefunden zumal der Film auch einfach schrecklich verkopft war.

Das kann ich wieder quasi unterschreiben, haben wir eh schon festgehalten, dass mir das auch etwas zu anstrengend und teilweise sogar zu pseudo war.  :icon_twisted:
Dennoch respektiere und begrüße ich grundsätzlich diese Arbeitsweise Godards. 80 Minuten wie die "Hölle" bringen niemandem was (oder hätten Koyaanisquatsi 4 geheißen ;) )

ZitatWenn er seinen Filmen auf diese Personengruppen eingrenzt und den Rest der Menscheit (bewusst) außen vor hält, ist das misanthrop.

Im Prinzip eh schon was dazu gesagt, es ist sicher nicht seine Pflicht, einen Film für jedermann zu drehen, sowas machen ja Tarantino, Rodriguez oder Roth z.b. auch nicht.  ;)
Und kein Mensch wird dazu gezwungen, nur RTL zu schauen und sich mit Klingeltönen zu beschäftigen anstatt zu lesen oder sich zu bilden.




(@ Crumb: lol  ;) )

-----------------

so, die Paralleldiskussion konnte ich ja aus Zeitgründen noch gar nicht lesen, und das, obwohl es anscheinend um einen meiner absoluten Faves 2001 und das billige Kindermärchen Star Wars  :icon_mrgreen: geht...
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

Chili Palmer

12 Oktober 2007, 01:07:02 #304 Letzte Bearbeitung: 12 Oktober 2007, 01:15:31 von Chili Palmer
Zitat von: Bettwurst am 12 Oktober 2007, 00:59:08
obwohl es anscheinend um einen meiner absoluten Faves 2001 und das billige Kindermärchen Star Wars  :icon_mrgreen: geht...

Dass sie diesen LSD-Trip von einem Film bevorzugen, Mr. B., zeigt doch mal wieder, dass auf den Straßen ihrer Heimatstadt zuviele Drogen im Umlauf sind.  ;)
Und für die warme Botschaft des "Kindermärchens" hat ihr schmieriges Yuppie-Herz sowieso nicht die richtige Betriebstemperatur.  :icon_lol:

Na, ich schließe Sie dennoch in mein Jedi-Nachtgebet ein, wenn die Wachen demnächst mein Kellerlicht ausschalten.  :icon_mrgreen:
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Mr. Hankey

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Oktober 2007, 02:06:34
Ich werde dazu nichts mehr schreiben.
*Dito* Es ist einfach zwecklos. Wir werden ihn nicht belehren können. Außerdem schreibt Der immer so wahnsinnig viel! Wo soll man denn da die Zeit hernehmen das alles zu lesen, geschweige denn zu beantworten! ;) ;) ;) (Hat ja sowieso Chili schon grad so schön gemacht :D )

ZitatMöge der umsichtige Hankey gnädig mit mir sein und seine Geschütze per PM statt in diesem Thread auf mich abfeuern.
Ich werde sehen was sich machen läßt. Aber das Thema HdR ist für mich dennoch abgeschlossen. Ich sag dir nur, auch wenn man kein Anhänger Hollywoods ist (ich sehe mich als Filmanhänger, aber nie im Leben als Anhänger Hollywoods!), kann man die gigantischen Qualitäten dieser Trilogie erkennen! Aber lassen wir das! ;)
Ofdb-Filmsammlung
Aus visueller Sicht, das vielleicht beste BD-Erlebnis ever: Klick

psychopaul

Zitat von: Chili Palmer am 12 Oktober 2007, 01:07:02
Dass sie diesen LSD-Trip von einem Film bevorzugen, Mr. B., zeigt doch mal wieder, dass auf den Straßen ihrer Heimatstadt zuviele Drogen im Umlauf sind.  ;)
Und für die warme Botschaft des "Kindermärchens" hat ihr schmieriges Yuppie-Herz sowieso nicht die richtige Betriebstemperatur.  :icon_lol:

Na, ich schließe Sie dennoch in mein Jedi-Nachtgebet ein, wenn die Wachen demnächst mein Kellerlicht ausschalten.  :icon_mrgreen:

o Mann.  :LOL:  :respekt:

Kaum denkt man, irgendjemand hätte diesen primitiven Kellerwüstling mit schlechtem Weingeschmack aus dem Verkehr gezogen, taucht er schon wieder mit seinen doktoresquen Drohbriefen auf. Sie armer Irrer, kuscheln Sie sich mit ihrer zweiten Haut und ihren hausbackenen Trilogien ein bisschen auf ihre (vermutlich Menschen) Ledercouch, rauchen eine Beruhigungspfeife und bleiben Sie doch bitte in ihrer Provinz.

B. wird bewußt, dass er diesmal zu weit gegangen war. Panisch wirft er nach Lesen der düsteren Mail seines Brieffreundes Dr. L. die beiden wohlgeformten Prostituierten vom Balkon seines hip dekorierten Penthouses und zieht sich ängsltich wimmernd ins Wohnzimmer zurück, um den gleich beginnenden japanischen Trashporno auf arte zu sehen und so zur innerlichen Ruhe zurückzufinden... 
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

Chili Palmer

Jetzt haben Sie es geschafft, Sie Wüstling! Ich habe so laut gelacht, dass mich die Wachen in die Zwangsjacke gesteckt und mir meinen Laptop weggenommen haben.
Wie ich hier dennoch posten kann? Na, ich bin ein Filmbösewicht mit einem "Dr." im Namen, das geht alles durch schiere Gedankenkraft!  :icon_twisted: :icon_lol:

Viel Vergnügen mit Sayuri.  :pidu:
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

psychopaul

Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

Vince

Oh Mann Leute, ihr seid doch echt am Ende! Kommt das alles von diesen Alufolienhüten?  :icon_lol:

Chili Palmer

Schuld ist nur dieser UCI-Psychotest.  :LOL:

Aber falls du Interesse an einem Aluhut hast... einen weiteren Comiczeichner könnten wir definitiv gebrauchen...  ;)
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Crumby Crumb & the Cunty Bunch

Zitat von: Bettwurst am 12 Oktober 2007, 00:59:08
(@ Crumb: lol  ;) )

Wenigstens einer, der meinen Humor zu schätzen weiß :respekt:

Zitat von: Vince am 12 Oktober 2007, 01:49:34
Oh Mann Leute, ihr seid doch echt am Ende! Kommt das alles von diesen Alufolienhüten?  :icon_lol:

Ich trage keinen...
'Are you talkin' to me? You talkin' to me?' - Raging Bull, Pacino. Love that movie!

McKenzie

@ psychopaul (respektive Bettwurst):

Vermutlich hast du teilweise recht!  :icon_lol: Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...

@ Chili Palmer:

Was "Herr der Ringe" und Blockbuster im Allgemeinen betrifft, so war das eigentlich von mir gar nicht als Haken zur Diskussion gedacht (eher das andere, wie erwähnt mir wichtigere) sondern eher als Statement um meine Abneigung gegen diese Filme auch zu begründen da ich bisher stets nur schrieb DAS ich sie nicht leiden kann, nicht aber WARUM und den Umstand, das ich die Sache unvoreingenommen angegangen bin halte ich persönlich für nicht ganz unwichtig. Aber wie auch immer, ich begrüße es das wenigstens einer sich nicht abwimmeln hat lassen!  :respekt: :icon_mrgreen: Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...

@ Mr. Hankey:

Aber falls wir uns eines Tages doch noch in der harten Realität begegnen sollten können wir das Ganze unter Umständen doch noch einmal aufgreifen, oder? Da redet es sich dann auch einfacher.  :D
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer

Zitat von: McKenzie am 13 Oktober 2007, 08:51:34
@ psychowurst:
Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...
@ Chili Palmer:
Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...
@ Mr. Hankey:
Aber falls wir uns eines Tages doch noch in der harten Realität begegnen sollten (...)

Planst du eine Rundreise?  ;)

Zitat von: McKenzie am 13 Oktober 2007, 08:51:34
Was "Herr der Ringe" und Blockbuster im Allgemeinen betrifft, so war das eigentlich von mir gar nicht als Haken zur Diskussion gedacht(eher das andere, wie erwähnt mir wichtigere)

Tja, wenn man so ausladend mit dem Haken herumwedelt, bleibt halt manchmal jemand dran hängen. Am dir wichtigeren Teil der Diskussion, auch wenn er lediglich eine andere Ausprägung desselben Themas sein mag, bleibe ich dennoch nicht hängen. Nicht meine Baustelle.  :icon_cool:

"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

13 Oktober 2007, 17:57:05 #314 Letzte Bearbeitung: 13 Oktober 2007, 17:59:31 von McKenzie
Zitat von: Chili Palmer am 13 Oktober 2007, 11:35:13
Planst du eine Rundreise?  ;)

Nein, leider nicht. Das Leben jenseits der OFDb beansprucht mich nur gerade außerordentlich weswegen ich die Ruhe, die ich für das nächste 50-Meter-Posting benötige ( :icon_twisted: :icon_mrgreen: - Wird nicht kommen) leider derzeit nicht habe.

Zitat von: Chili Palmer am 13 Oktober 2007, 11:35:13
Tja, wenn man so ausladend mit dem Haken herumwedelt, bleibt halt manchmal jemand dran hängen. Am dir wichtigeren Teil der Diskussion, auch wenn er lediglich eine andere Ausprägung desselben Themas sein mag, bleibe ich dennoch nicht hängen. Nicht meine Baustelle.  :icon_cool:

Und es taten sich unvermittelt ganz andere Abgründe auf...

Dazu wie gesagt, in näherer Zukunft mehr. Allerdings möchte ich noch unauffällig betonen das ich "Planet Terror" nicht aus Protest sondern aus Überzeugung um einen Punkt heruntergestuft habe da sich seine Qualitäten retrospektiv immer weiter verschmälerten bis ich schließlich der Überzeugung war, niemals diese 6 Punkte guten Gewissens stehen lassen zu können (Viel öfter werte ich Filme von 8 auf 9 und von 9 auf 10 auf - das sind dann aber oft Titel, die in der OFDb kein Schwein zu interessieren scheinen). Das ich damit den lodernden Hype leider nicht brechen kann ist mir wohlbewusst. Meine diesbezügliche Bemerkung war eher eine meiner üblichen Sticheleien.  :icon_cool:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer

"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

20 Oktober 2007, 01:48:00 #316 Letzte Bearbeitung: 20 Oktober 2007, 03:27:54 von McKenzie
Zitat von: Chili Palmer am 16 Oktober 2007, 15:11:38
http://www.youtube.com/watch?v=fR5pX_d1J6Q

:LOL:  :kotz:

Einen Flachmann bitte! (...)

Ich hätte zwar gerade Zeit, auf all die schönen Punkte von dir und psychopaul einzugehen aber ich gestehe: Allein es mangelt mir an Motivation, erschlagen wie ich nach einer arbeitsreichen Woche bin.  :scar: Aber es kommt, es kommt.

Es kommt auch endlich meine Kritik zu einem schändlicherweise nahezu vollkommen in Vergessenheit geratenen deutschen (Kult?-)Film der die Feinde des deutschen Kino eines besseren belehren sollte. Rudolf Thomes "Detektive" ist wahrlich ein extraordinäres Werk, das in der deutschen Filmgeschichte seinesgleichen lange suchen und vermutlich nicht finden wird (nur Thomes "Rote Sonne" und die ersten Klaus Lemke-Filme sowie Roland Klick fallen mir noch ein - kennt die noch irgend jemand?!). Zu schade das Moonshade gerade erst (seltsamerweise?!  :icon_rolleyes:) meine kurze Gedankensammlung zu "In den Wind geschrieben" als Review-Klassiker verwertet hat. Für diesen Review und vor allem diesen Film hätte ich mir das so sehr gewünscht wie schon lange nicht mehr. Wenn auch nur ein User sich durch meinen Text motiviert fühlt, einen Blick zu riskieren wäre das schon das Höchste. Aber vermutlich wird es Lichtjahre (oder Wochen - Bretzelburger wartet möglicherweise nur auf den Moment, mich in meine Schranken zu verweisen  :icon_mrgreen:) dauern bis sich zu meinem noch ein zweiter Text hinzu gesellt. Die besten und außergewöhnlichsten deutschen Filme kennen nach wie vor nur eingeschworene Cineasten. Wer kennt schon Rudolf Thome? Einer der wichtigsten deutschen Autorenfilmer... Es ist eine Schande...

Ach ja, der Review:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=25388&rid=264565

Zu zusätzlichen Werbezwecken poste ich noch einmal das geniale Plakatmotiv:



und der völlig sinnentstellte, dem Film in keinster Weise angemessene weil reißerisch auf Exploitation getrimmte deutsche Kinotrailer (man beachte die debilen Kommentare des Sprechers, den Wink mit dem Zaunpfahl auf die wenigen Erotikszenen des Films und die junge, nackte Iris Berben in der Badewanne):

http://www.youtube.com/watch?v=TxOnOosvWeE

Sehr unterhaltsam. Aber der Film ist weit anspruchsvoller (aber nicht minder kurzweilig).  ;)

ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Bretzelburger

Da bist du mir glatt mit "Detektive" zuvorgekommen. Heute hatte ich noch die neue DVD in der Hand, konnte mich aber noch nicht entschliessen, sie mitzunehmen. Das Team Thome - Bohm hat mich ja schon in "Rote Sonne" begeistert und da werde ich um "Detektive" nicht herumkommen. Zu deiner Review kann ich noch nichts sagen, da ich sie erst nach Ansicht des Films lesen werde - ist aber eine sehr lange Lobeshymne geworden - lass das ja nicht den lieben "Filmimperator" sehen  :nono:

McKenzie

20 Oktober 2007, 02:16:10 #318 Letzte Bearbeitung: 20 Oktober 2007, 02:48:10 von McKenzie
Zitat von: Bretzelburger am 20 Oktober 2007, 01:50:44
Da bist du mir glatt mit "Detektive" zuvorgekommen. Heute hatte ich noch die neue DVD in der Hand, konnte mich aber noch nicht entschliessen, sie mitzunehmen.

Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Immerhin noch einige Tage ruhiger Schlaf bevor du mich in Grund und Boden schreibst.  :eek: Allerdings bin ich diesmal ähnlich wie du vorgegangen: Meine persönlichen Interpretationen und den Handlungsverlauf habe ich in meinem Text bewusst außen vor gelassen, um niemandem die Freude am Film zu nehmen. Daher würde dir das Lesen meines Reviews (ich weiß immer noch nicht, was du von mir als Autor hältst - dabei wäre ich darauf wirklich neugierig  ;)) nichts bedeutendes vorwegnehmen.

Und wie das mit Lobeshymnen so ist - sie werden immer zu lang.  :icon_sad:

PS: Die DVD ist ein TRAUM. Kann einem solchen Film etwas besseres wiederfahren als so edel und liebevoll veröffentlicht zu werden? Ich glaube kaum. Scheint trotzdem wenig Resonanz zu haben und das ich die Scheibe drei Monate nach Auslieferungstermin erst in die OFDb eintragen musste, spricht für sich.  :icon_confused:

PPS: Gönne mir doch wenigstens dieses eine Mal! Wann komme ich dir bei derartigen Filmen schon einmal zuvor?  :icon_mrgreen:

Zitatlass das ja nicht den lieben "Filmimperator" sehen 

Künstlerische Freiheit geht vor Publikumserwartung!  :king:

Und solange das Feuer noch brennt gleich mit einigen Screenshots noch Öl hinein gießen:













:love:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Bretzelburger

Zitat von: McKenzie am 20 Oktober 2007, 02:16:10
Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Immerhin noch einige Tage ruhiger Schlaf bevor du mich in Grund und Boden schreibst.  :eek: Allerdings bin ich diesmal ähnlich wie du vorgegangen: Meine persönlichen Interpretationen und den Handlungsverlauf habe ich in meinem Text bewusst außen vor gelassen, um niemandem die Freude am Film zu nehmen. Daher würde dir das Lesen meines Reviews (ich weiß immer noch nicht, was du von mir als Autor hältst - dabei wäre ich darauf wirklich neugierig  ;)) nichts bedeutendes vorwegnehmen.
Da ich mich für Bunuels Mexiko-Box entschieden habe (mit fünf seiner frühen Filme)wird es noch etwas dauern bis ich mich mit "Detektive" beschäftigen werde. Eine genaue Analyse deiner Reviews steht noch aus, aber da werde ich noch zu kommen, versprochen ! Aber du bist mir noch eine Antwort auf meine Frage an dich aus dem "120 Tage von Sodom - Thread" schuldig. Wenn ich deine Anmerkung hier lese, nur eingeschworene Cineasten kennen noch die Filme von Thome und Klick, dann dürftest du doch meine Bemerkungen in dem Thread verstehen ??

Mr. Vincent Vega

Zitat von: McKenzie am 20 Oktober 2007, 01:48:00
Die besten und außergewöhnlichsten deutschen Filme kennen nach wie vor nur eingeschworene Cineasten. Wer kennt schon Rudolf Thome? Einer der wichtigsten deutschen Autorenfilmer... Es ist eine Schande...

Ich verstehe nicht, warum du immer gleich so ideologisch bist. Ich lese bei dir oft so einen übereifrigen, belehrenden Nachdruck heraus, der meine Meinung schon vorzufestigen versucht, ehe ich mich dem Gegenstand - sei es das (;)) Review oder der Film selbst - überhaupt widmen kann. Irgendwie wirkt das abtörnend, zumindest auf mich.

Zur "Detektive"-Besprechung selbst kann ich inhaltlich nicht viel sagen, erst einmal muss ich das alles so glauben, was ich auch gerne tue. Gelesen habe ich sie deshalb, obwohl ich den Film nicht gesehen habe, weil die gerade veröffentlichte DVD bei uns im Laden (ich arbeite nebenher in einem etwas prätentiösen CD- und DVD-Shop, der hauptsächlich Titel führt, die deinem cineastischen Anspruch womöglich überaus gerecht würden) weggeht wie warme Semmel und ich mich gefragt habe, ob der Film tatsächlich gut sei. Eine Sichtung des Films wird über kurz oder lang deshalb notwendig sein, also Danke für die Entscheidungshilfe.


psychopaul

Ich hoffe, es kommt gleich heute Nacht noch eine Kritik von dir zu "Mogari no mori".  :icon_confused:  :icon_sad:  :icon_mrgreen:
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

McKenzie

22 Oktober 2007, 05:28:22 #322 Letzte Bearbeitung: 22 Oktober 2007, 05:32:44 von McKenzie
Zitat von: Bettwurst am 21 Oktober 2007, 19:56:27
Ich hoffe, es kommt gleich heute Nacht noch eine Kritik von dir zu "Mogari no mori".  :icon_confused:  :icon_sad:  :icon_mrgreen:

Elender Sadist!  :anime: Wenn du wüsstest, wie lange ich mir noch die begeisterten Ausführungen der Anderen anhören musste nachdem du dich (VIEL zu früh!) verabschiedet hattest! :bawling:

Einen dritten (bzw. vierten  :kotz:) Film gab's dann auch nicht mehr, dafür aber doch noch die legendäre (gar nicht mal soo unleckere) Torte im piekfeinen Hotel Sacher, wo ich mich fühlte wie das Wildschwein auf Kaiser Wilhelms Tafel.  Ich betone: Es war nicht meine Idee! :king:

Die Müdigkeit ist überwältigend, daher werde ich mich in Kürze zurückziehen... vermutlich bin ich immer noch high von den Nachwirkungen des "Suspiria"-Screenings.  :icon_twisted: :icon_eek: :love:

Zitat von: Bretzelburger am 21 Oktober 2007, 00:56:21
Da ich mich für Bunuels Mexiko-Box entschieden habe (mit fünf seiner frühen Filme)wird es noch etwas dauern bis ich mich mit "Detektive" beschäftigen werde.

Bin schon sehr gespannt, wie die Gratwanderung bei dir aussehen wird...

Zitat von: Bretzelburger am 21 Oktober 2007, 00:56:21
Eine genaue Analyse deiner Reviews steht noch aus, aber da werde ich noch zu kommen, versprochen !

Oh je, da werden vermutlich schon vernichtende Worte sorgsam zurechtgelegt!  :icon_mrgreen:

Zitat von: Bretzelburger am 21 Oktober 2007, 00:56:21
Aber du bist mir noch eine Antwort auf meine Frage an dich aus dem "120 Tage von Sodom - Thread" schuldig. Wenn ich deine Anmerkung hier lese, nur eingeschworene Cineasten kennen noch die Filme von Thome und Klick, dann dürftest du doch meine Bemerkungen in dem Thread verstehen ??

Spielst du auf den "Aufreger" an? Wenn ja - morgen.  :icon_redface: Ansonsten stimme ich dir vollkommen zu, u. a. dank deiner Postings habe ich nur gelinde Gelüste verspürt, mich in diesem Thread dieser ewig gleichen und auf die Dauer ermüdenden Diskussion um den Film (einem Meisterwerk!) anzuschließen.

Abgesehen davon habe ich, wie oben schon angedeutet, den überwiegenden Teil meines Wochenendes in Wien verbracht und war daher nicht in der Lage, hier non-stop zu posten, so gern ich Chilis Sehnsüchten auch Rechnung getragen hätte.  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
Ich verstehe nicht, warum du immer gleich so ideologisch bist. Ich lese bei dir oft so einen übereifrigen, belehrenden Nachdruck heraus, der meine Meinung schon vorzufestigen versucht, ehe ich mich dem Gegenstand - sei es das (;)) Review oder der Film selbst - überhaupt widmen kann. Irgendwie wirkt das abtörnend, zumindest auf mich.

Belehrend soll das nie sein  :nono:, Ideologisch und übereifrig bin ich dabei aber sehr, ja. Das ist purer, ungefilterter Enthusiasmus an der Schwelle zur Frustration darüber, das man auf verlorenem Posten weit ab vom Schuss sich solcher kleinen, aber feinen und vor allem massentauglichen Filmen annehmen will und leider auch muss mit dem Gewissen, das höchtens drei oder vier User meine Mühen (da steckt - wieder einmal seit längerem - viel Arbeit drin) auch zu schätzen wissen da vermutlich nur insgesamt zehn Menschen sich in den Filmeintrag verirren. In einer motivationslosen, lethargischen Zeit wie der unseren kann man doch gar nicht leidenschaftlich genug sein!  :icon_lol: Und da ich mich dann auch gerne in die Lage des Regisseurs versetze denke ich schon, das es eine reichlich frustrierende Beobachtung sein muss, seit fast 40 Jahren mit Herzblut Filme zu machen ohne das - abgesehen von dem einen Kultfilm "Rote Sonne" - auch nur einer wirklich so etwas wie längerfristige Aufmerksamkeit von Kritikern und Publikum erhält. Und den anderen genannten Regisseuren ging und geht es da ähnlich. Ich bedauere das sehr und möchte mit einem Review wie diesem zumindest einen verschwindend kleinen Beitrag liefern, um den Bekannt- und Anerkennungsgrad der Filme, bzw. des Film etwas zu steigern.
Und was das hier:
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
Ich lese bei dir oft so einen übereifrigen, belehrenden Nachdruck heraus, der meine Meinung schon vorzufestigen versucht

betrifft, so versuche ich einfach, Interesse zu wecken, nicht irgendetwas vorwegzunehmen. Das ich mich dabei ein wenig über die Werteverteilung im Kino auskotze ist nur ein Nebeneffekt, der mir bitte gegönnt sei und meinem ehrlichen, unbeugsamen Glauben an die Kunstform Film entspringt, zu der ich mich berufen fühle!  :icon_mrgreen:

Ach ja, ich entscheide immer spontan, ob ich der, die oder das Review schreibe. Letzlich passen ja eigentlich auch alle drei Zuordnungen, auch wenn sich dann nebenbei noch einige signifikante, aber nicht unbedingt bahnbrechende Veränderungen ergeben. (Rückblick, Kritik, Rezension, etc.) :icon_lol:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
Zur "Detektive"-Besprechung selbst kann ich inhaltlich nicht viel sagen, erst einmal muss ich das alles so glauben, was ich auch gerne tue.

Danke für das Vertrauen;-) Ich denke, hier haben wir es mit einem deutschen Film zu tun, der dein Wohlgefallen finden könnte, bei allem Misstrauen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26Gelesen habe ich sie deshalb, obwohl ich den Film nicht gesehen habe, weil die gerade veröffentlichte DVD bei uns im Laden  weggeht wie warme Semmel und ich mich gefragt habe, ob der Film tatsächlich gut sei. Eine Sichtung des Films wird über kurz oder lang deshalb notwendig sein, also Danke für die Entscheidungshilfe.

Ach, verkauft sich die (schon am 20. Juni dieses Jahres erschienene ;)) DVD bei euch? Das freut mich zu hören, trotzdem - scheint eher ein waschechter Ladenhüter zu sein...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
(ich arbeite nebenher in einem etwas prätentiösen CD- und DVD-Shop, der hauptsächlich Titel führt, die deinem cineastischen Anspruch womöglich überaus gerecht würden)

Ahhhhhhh!  :icon_mrgreen:

Ja, solche eklen Schuppen kenne ich natürlich auch ( ;)), allerdings (bevor ich mich wieder einmal in verzweifelten Eskapaden verfange) würde mich, so ganz am Rande, doch einmal interessieren wie du dir eigentlich meine "cineastischen Ansprüche" so vorstellst?  ;)

(McKenzie stellt mit Entsetzen fest, das er den Absatz über seine "Vorlieben" schnellstens aus seinem OFDb-Profil entfernen sollte und spürt eine ihm nicht ganz liebsame Sympathie für den vorgestern gesichteten Godard-Essayfilm "Numero Deux" sein Rückenmark heraufkriechen)

ZitatEine Sichtung des Films wird über kurz oder lang deshalb notwendig sein

Zweifelsfrei, besser heute als morgen. Allerdings ist "Rote Sonne" noch besser (wenn auch nicht ganz so unterhaltsam), nur als kleinen Tipp am Rande (Tschuldigung...).

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
also Danke für die Entscheidungshilfe.

:00000109:







:pidu:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


psychopaul

22 Oktober 2007, 11:34:38 #323 Letzte Bearbeitung: 22 Oktober 2007, 11:37:35 von Bettwurst
Wer sonst könnte nach einem anstrengenden Wochenende um halb 5 morgens todmüde noch so ein ausführliches Posting verfassen?  :icon_eek:  :D  :respekt:
Nachdem ich dich getroffen hab, kann ich mir jetzt ja gut vorstellen, mit welchem Herzblut du da immer in die Tasten haust.  :icon_smile:

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 05:28:22

(McKenzie stellt mit Entsetzen fest, das er den Absatz über seine "Vorlieben" schnellstens aus seinem OFDb-Profil entfernen sollte und spürt eine ihm nicht ganz liebsame Sympathie für den vorgestern gesichteten Godard-Essayfilm "Numero Deux" sein Rückenmark heraufkriechen)

jessasmaria!!  :icon_eek:

Invasion of the spießbürgerlich-intellektualisierte Brainsnatchers, lass dich bloß nicht unterkriegen.  :icon_mrgreen:

(btw, rate mal aus welchem Film mein neuer Sig-Spruch stammt...  :icon_twisted:)
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

Chili Palmer


Ach, Kenzie, mache dir doch bitte meinetwegen keine Umstände. Gib' einfach zu, dass ich Recht habe, und gut is'.  :LOL:
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
Wer sonst könnte nach einem anstrengenden Wochenende um halb 5 morgens todmüde noch so ein ausführliches Posting verfassen?  :icon_eek:  :D  :respekt:

Die Versuchung war zu groß und die Rückfahrt lang genug, um nach dem Autostopp plötzlich wieder hellwach zu sein.  :scar:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
Nachdem ich dich getroffen hab, kann ich mir jetzt ja gut vorstellen, mit welchem Herzblut du da immer in die Tasten haust.  :icon_smile:

Ja ja, der Typ ist ein echt gemeingefährlicher, fanatischer Kinopath.  :icon_lol:

Ich hoffe, du siehst dir nachher "Barbarella" an?  ;)
Diese Chance solltest du dir AUF GAR KEINEN FALL entgehen lassen. Wenn ich nur daran denke, den Film im Kino von 35mm zu sehen, kommen mir die Tränen.  :bawling: :bawling: :bawling:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
jessasmaria!!  :icon_eek:

Invasion of the spießbürgerlich-intellektualisierte Brainsnatchers, lass dich bloß nicht unterkriegen.  :icon_mrgreen:

:icon_lol:

Nö, die Gefahrt besteht überhaupt nicht, es war vermutlich eher ein plötzlicher Anfall von Gutmütigkeit und Mitleid.  :icon_twisted:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
(btw, rate mal aus welchem Film mein neuer Sig-Spruch stammt...  :icon_twisted:)

"Notre Musique"? "2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß"? "Week End"? "Die Chinesin"? "JLG, JLG"? "Chambre 666"? "Rette sich wer kann (das Leben)"?  :icon_twisted: :icon_eek:

Zitat von: Chili Palmer am 22 Oktober 2007, 14:46:30
Ach, Kenzie, mache dir doch bitte meinetwegen keine Umstände. Gib' einfach zu, dass ich Recht habe, und gut is'.  :LOL:

Tsss, wir sind ja hier nicht Hollywood wo ernsthafte Konflikte immer unter den Tisch gekehrt werden  ;) sondern unter Kino-Junkies. Daher müssen wir lernen, auch in der Realität, jenseits unserer Sucht-Tempel, mit unseren Reibungsflächen umzugehen.  :pidu:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Hankey

ZitatTsss, wir sind ja hier nicht Hollywood wo ernsthafte Konflikte immer unter den Tisch gekehrt werden
Von manchen Vorurteilen kommst du halt nie los, was? ;) ;)
Ofdb-Filmsammlung
Aus visueller Sicht, das vielleicht beste BD-Erlebnis ever: Klick

McKenzie

Zitat von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:20:33
Von manchen Vorurteilen kommst du halt nie los, was? ;) ;)

Woher wusste ich, das du darauf antworten würdest, trotz des Smilies?  :icon_mrgreen:

Guck mal in den "Invasion"-Thread.
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Hankey

22 Oktober 2007, 20:26:16 #328 Letzte Bearbeitung: 22 Oktober 2007, 20:35:38 von Mr. Hankey
Was? Das hatte ich ja noch gar nicht gesehen! :icon_eek: Ich werd bekloppt, du! ;)

Aber, auch wenn mir der Film irgendwo, trotz meine Verehrung von Hirschbiegels ersten beiden großen Filmen ( ;)), am Allerwertesten vorbei geht, freut mich das irgendwie! :icon_mrgreen:
Ofdb-Filmsammlung
Aus visueller Sicht, das vielleicht beste BD-Erlebnis ever: Klick

Vinyard Vaughn

@McKenzie  :icon_eek: 7 Punkte für das Remake eines Remakes eines Remakes !? Der Trailer hat mich schon in Agonie gleiche Dösigkeit fallen lassen.
Da halt ichs mal lieber beim Mr.VV Prinzip: dem Review eines bekannten (hier ihm selber  :icon_mrgreen:) vertrauen und den Film nicht angucken, und wenn mich einer fragt seine Meinung zu dem Film als meine zum Besten geben!

Zitat von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:26:16
Aber, auch wenn mir der Film irgendwo, trotz meine Verehrung von Hirschbiegels ersten beiden Filmen ( ;)), am Allerwertesten vorbei geht, freut mich das irgendwie! :icon_mrgreen:

Verehrung? Wofür? "Experiment" wird überbewertet und über den "Untergang" brauchen wir erst gar nicht zu reden  :icon_rolleyes:.
Zitat von: ForenregelnMaximalgröße für Bildsignaturen: 400x133 Pixel, 50 kb – nicht animiert!

When I see her on the street
You know she makes my life complete

TinyPortal 2.0.0 © 2005-2020