Autoren- Thread: Jayson

Begonnen von Jay, 18 Februar 2007, 17:52:26

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Jay

Hallo alle zusammen,

bin schon seit eingen Jahren (stiller) Member dieses Boards und finde die Idee, dass sich hier Autoren vorstellen können sehr schön. Nachdem ich mich seit einiger Zeit frage, wie die eigenen Reviews denn so vom "Publikum" aufgenommen werden und wie ich mich allgemein verbessern kann, habe ich mich durchgerungen auch einen Thread zu meiner Wenigkeit zu eröffnen. Ich habe einige unrühmliche, ältere Reviewleichen auf dem Konto, versuche meinen Stil jedoch konsequent zu verbessern. Von der Anzahl meiner Ergüsse zähle ich sicherlich zu den Schreiberlingen mit geringerem Output. Ich war bis jetzt zwei Mal Review-Tipp (Black Dahlia & Die Amerikanische Nacht).
Meine letzten Werke sind:
300 (2007)
Renaissance (2006)
Saw 3 (2006)
Collateral (2004)

Würde mich über Lob, Tadel, Anregungen und allgemein Kommentare freuen!





Fastmachine

20 Februar 2007, 12:43:05 #1 Letzte Bearbeitung: 20 Februar 2007, 14:20:27 von Fastmachine
Nachdem ich mich durch die Reihe deiner Reviews stichprobenartig durchgelesen habe, kann ich folgenden ersten Eindruck hier wiedergeben:

Zunächst muss ich gestehen, dass mir dein Nick zwar irgendwie geläufig war, ich aber bis jetzt kein konkretes Bild einer Autorenpersönlichkeit vor Augen hatte. Möglich, dass es zum Teil an deinem moderaten Schreibtempo liegt. Zum erheblicheren Teil dürfte es daran liegen, dass du dich, wie du selbst vermutest, stark weiterentwickelt hast. Und zwar zum Besseren.
So wie ich es übersehen kann, erfolgte deine Entwicklung nicht kontinuierlich, sondern in einem Sprung.
Alle deine mir bekannten Reviews von "Ice Age" (4.8.2003) bis Primal Creatures (12.5.2004) sind eher kurze, sehr allgemein gehaltene Skizzen, die kaum mal vertiefende Einblicke bieten.

Dann hast du anscheinend fast ein Jahr pausiert.

Mit deinem Review von "Dracula" (24.3.2005) präsentierst du dich als ganz neuer Autor, nämlich als einer, der Filme differenziert analysieren und auch historisch einordnen kann. "Dracula", "King Kong", "Das Kabinett des Dr. Caligari" und "Metropolis" zeigen neuen, gereiften Schreibstil, der mir sehr zusagt.
Vielleicht liegt der Entwicklungssprung auch einfach daran, dass du zu den jüngeren Autoren gehörst (20 nach deinem Profil) und 2003 noch am Anfang standest. Du schreibst es so ähnlich ja selbst.

Jedenfalls haben mir deine "neuen" Reviews bis jetzt sehr gefallen und ich werde auf deine nächsten Reviews verstärkt achten. :respekt:

Interessant fand ich vor allem deine Reviews zu "Black Dahlia" und "300". Auf letzteren Film habe ich inzwischen richtig Lust. Dagegen werde ich mir "Saw 3" gewiss sparen, die Reviews  - auch deins - verheißen nichts Gutes.

So, ich hoffe, ich habe mal fair und offen meinen Eindruck darlegen können. 
Ich mag keine Filme; die verblöden nur. (Alfons d. Ä.)

Vince

Da kann ich nicht mehr viel hinzufügen - ich denke, in diesem Moment bist du einer der vielen unter Wert verkauften Autoren in der ofdb, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Auch mir war der Name geläufig, aber auch ich konnte mir jetzt spontan kein konkretes Bild machen. Nach Lektüre einiger deiner Reviews kann ich auf jeden Fall sagen, dass du (zumindest jetzt, das Frühwerk habe ich noch nicht begutachtet)grundsolide Arbeit ablieferst, die immer interessante Punkte vorzuweisen hat. Vielleicht nicht allzu spektakulär, aber das muss ja nun auch nicht sein. Blender gibt es schon so genug.  ;)

Jay

Erstmal vielen Dank an euch beide für das (positive) Feedback! Es ist erfreulich zu hören, dass die Kritken anklang finden!
@ Vince: Spar dir lieber das Frühwerk  ;) Ich weis nicht woran es liegt, aber irgendwie liegen/ gelingen mir diese spektakulären "tra-tra"- Reviews nicht!
@ Fastmachine: Wow, danke für diese ausführliche und zudem noch lobende Einschätzung deinerseits! "Moderates Schreibtempo" bringt meine Review-Release- Geschwindigkeit wirklich auf den Punkt, aber ich versuche grade im Moment mich wieder ein bisschen dahinter zu klemmen!

Jay


Jay

Ein kleines Meisterwerk aus der Schmiede des Dario Argentos: Horror Infernal (1980)

filmimperator

So, auch ich möchte mich einmal in deinem Thread zu Wort melden.

Von den von dir erwähnten Filmen habe ich nur "Saw 3" gesehen, weswegen ich mal mein Hauptaugenmerk bzgl. der Kritik deiner Kritik darauf lenken möchte:
Zunächst einmal fällt auf, dass du es durchaus verstehst, zu schreiben. Deine Satzkonstruktionen sind sehr gelungen und sind nicht allzu banal. Was mir allerdings auch auffällt, ist eine inhaltliche Sache: Meiner bescheidenen Meinung nach - nimm das bitte nicht zu ernst - besprichst sehr viele inhaltliche, also storytechnische Aspekte des Films. Das ist insofern nicht schlecht, nur sollten noch ein paar Dinge offen bleiben. Deswegen muss ich dich für deinen vorletzten Absatz doch etwas rügen, weil du hier mehr oder minder schon eine entscheidende Wendung verrätst (dass Amanda schon von Anfang an mitgemacht hat). Aber das sind nur kleine inhaltliche Sachen. Formal ist dein "Saw 3"-Review recht anständig, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu lang  ;) geworden.

Und dann habe ich noch deine "Fenster zum Hof"-Kritik gefunden: Hierzu fällt mir nur eines ein: Großartig. Hintergrundwissen mit "Peeping Tom", alles Wissenswerte über die Handlung, kurzweilig zu lesen - toll. Nur zwei kleine Anmerkungen: Die Einleitung ist etwas platt (ich kreige es selbst aber auch nicht besser hin  :icon_smile:) und du hättest vielleicht statt "wir sehen nur was er im Stande ist, zu sehen" besser "point of View von Jeffrey" schreiben sollen - das wäre syntaktisch einfacher gewesen.

Also mach weiter so!

Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

Jay

17 März 2007, 15:32:11 #7 Letzte Bearbeitung: 17 März 2007, 15:37:54 von Jay
Ahoi filmimperator,

voweg erstmal danke für dein Feedback!

So, zu "Saw 3": Mit deinem ersten Anspekt- dem Spoilern- ist das besonders bei aktuellen Kinofilmen immer so eine Gratwanderung! Man möchte seine Argument, Ideen, Gedankengänge möglichst präzise untermauern und nah am Film schreiben, jedoch sollte man nie so viel verraten, dass wichtige Details, Wendepunkte etc. verraten werden. Da kann ich es natürlich auch an deinem beschrieben Beispiel verstehen, dass für alle, die den Film noch nicht gesehen haben, ein kleiner "Aha- Effekt" vorweg genommen wurde! War jedoch keine Absicht  ;)

Zu "Rear Window": Habe die Einleitung nach deinem Hinweise nochmal gelesen und ich muss dir absolut zustimmen: Sie ist banal und relativ unbefriedigen! Mittlerweile versuche ich den Einstieg in meine Kritik etwas eleganter zu verfassen, weil mich sowas in meinen Texten auch stört!
Zur syntaktischen Vereinfachung: Ich hatte geschrieben: "Wir sehen nur, was er im Stande ist zu sehen, und wir vernehmen nur, was er vernehmen kann." Ich wollte eigentlich unbedingt diesen Parallelismus im Text drinne haben, deswegen habe ich auf die POV- Umschreibung verzichtet, weil ich ja auch den akustischen Aspekt ansprechen wollte und es keinen POH gibt  ;) Hoffe, es ist einigermaßen klar, was ich damit ausdrücken wollte!

Vielen dank für deine doch positive Meinung und die angebrachte Kritk, obwohl mich der Satz
ZitatDeine Satzkonstruktionen sind sehr gelungen und sind nicht allzu banal
zugegebenermaßen verwirrt hat :king:

filmimperator

Ich wollte damit nur ausdrücken, dass du gut verständlich und dennoch rhetorisch ausdifferenziert schreibst - alles klar? :icon_mrgreen:
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

Jay

Zitat von: filmimperator am 18 März 2007, 01:19:54
Ich wollte damit nur ausdrücken, dass du gut verständlich und dennoch rhetorisch ausdifferenziert schreibst - alles klar? :icon_mrgreen:

Hehe, alles klar  ;)

filmimperator

Darfst im übrigen auch was in meinen Thread schreiben, wenn du Bock hast  ;)
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

Jay

18 März 2007, 19:27:56 #11 Letzte Bearbeitung: 18 März 2007, 19:30:39 von Jay
Dario Argento Review- Special (Teil 2 von 5)

Tenebrae (1982)

@ filmimperator: Klar, wird gemacht! :icon_smile:

filmimperator

Obwohl ich das normalerweise nicht tue, habe ich jetzt doch einmal gegen diese eigene Konvention verstoßen: Ich habe das Review zu einem Film gelesen, den ich noch nicht kannte. Deine "Tenebrae"-Rezension eben.

Wiederum kann ich dich (beinahe) nur loben: du gibst neben der eigentlichen Rezension Hintergrundinformationen über den Regisseur, die Entstehungsbedingungen des Films sowie das Giallo-Genre - ohne dass das Ganze zu weit führen würde. Ich habe jetzt richtig Lust, mir diesen Film anzuschauen.

Allerdings solltest du den vorletzten Absatz noch einmal hinsichtlich Zeichensetzung und Rechtschreibung korrigieren, da mir dort doch einige Dinge ins Auge gefallen sind: "greift" muss es gleich am Anfang natürlich heißen und die Formulierungen "kurze Ausnahmen" und "schön krank" wirken etwas merkwürdig bzw. unglücklich. Und den letzten Satz in diesem Absatz (wer nun wohin stolpert) habe ich nicht verstanden... Mehr habe ich aber nicht zu meckern - siehe meinen vorherigen Abschnitt :icon_mrgreen: 
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

McKenzie

Von mir auch ein Lob für die beiden sehr adäquaten Besprechungen zu "Inferno" und "Tenebrae". Als Argento-Fan stößt man doch leider zu oft auf Rezensionen, die den Filmen nicht gerecht werden und sie als reine Horrorfilme betrachten. Da stechen deine beiden Reviews zumindest hier in der OFDb sicherlich heraus.

"Suspiria", "Opera", "The Stendhal Syndrome","Phenomena" und "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" warten auf dich! :icon_smile:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Jay

Zitat von: filmimperator am 18 März 2007, 23:35:38
Wiederum kann ich dich (beinahe) nur loben: du gibst neben der eigentlichen Rezension Hintergrundinformationen über den Regisseur, die Entstehungsbedingungen des Films sowie das Giallo-Genre - ohne dass das Ganze zu weit führen würde. Ich habe jetzt richtig Lust, mir diesen Film anzuschauen.
Dann habe ich ja mein Ziel erfüllt, wenn du jetzt Lust auf diese Perle hast ;)

Zitat von: filmimperator am 18 März 2007, 23:35:38Allerdings solltest du den vorletzten Absatz noch einmal hinsichtlich Zeichensetzung und Rechtschreibung korrigieren, da mir dort doch einige Dinge ins Auge gefallen sind: "greift" muss es gleich am Anfang natürlich heißen und die Formulierungen "kurze Ausnahmen" und "schön krank" wirken etwas merkwürdig bzw. unglücklich. Und den letzten Satz in diesem Absatz (wer nun wohin stolpert) habe ich nicht verstanden... Mehr habe ich aber nicht zu meckern - siehe meinen vorherigen Abschnitt :icon_mrgreen:

Du glaubst gar nicht, wie oft ich den Text Korrektur gelesen habe, aber manchmal schleicht sich der Fehlerteufel einfach zu hinterlistig ein ;)Habe die angesprochenen Dinge mal berichtigt!


Zitat von: McKenzie am 19 März 2007, 00:21:53
Von mir auch ein Lob für die beiden sehr adäquaten Besprechungen zu "Inferno" und "Tenebrae". Als Argento-Fan stößt man doch leider zu oft auf Rezensionen, die den Filmen nicht gerecht werden und sie als reine Horrorfilme betrachten. Da stechen deine beiden Reviews zumindest hier in der OFDb sicherlich heraus.

"Suspiria", "Opera", "The Stendhal Syndrome","Phenomena" und "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" warten auf dich! :icon_smile:

Vielen Dank für die lobenden Worte eines Argento- Liebhabers! :icon_razz:
Tenebre ist auch erst der zweite Teil (von insgesamt 5 geplanten) meiner Argento- Besprechungen! "Opera", "Profondo Rosso" und "The Bird with the Crystal Plumage" sind in Vorbereitung!

filmimperator

Zitat von: Jay am 19 März 2007, 09:59:30
Dann habe ich ja mein Ziel erfüllt, wenn du jetzt Lust auf diese Perle hast ;)

Das Problem ist aber, dass der Film anscheinend nicht für unter 20 Euro zu haben ist... Ist n bissel viel...
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

McKenzie

Der Film ist unbezahlbar! Ich habe inzwischen schon 60 Euro in verschiedene DVD-Versionen investiert und ich bereue keinen Cent! Zum Einstieg in das Imperium des Meisters sind allerdings Filme wie "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" oder "Suspiria" besser geeignet um sich erst einmal mit seinem Stil vertraut zu machen.
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


filmimperator

Zitat von: McKenzie am 19 März 2007, 20:21:23
Zum Einstieg in das Imperium des Meisters sind allerdings Filme wie "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" oder "Suspiria" besser geeignet um sich erst einmal mit seinem Stil vertraut zu machen.

Mal schauen, ob ich die irgendwo recht günstig herkriegen kann...
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

Jay

So, neuer Stoff! Diesmal kein Argento, dafür Gaspar Noés Menschenfeind!

Jay

Dario Argento- Review Special (Teil 3 von 5)

Terror in der Oper (1987)

Die vorherigen Teile:

1) Horror Infernal (1980)
2) Tenebrae (1982)

Jay

Grottenschlechter Horror aus dem Hause Hess: Sweet Insanity (2006)

Jay


Jay

Fortsetzung der Argento- Review- Reihe (Teil 4 von 5):

Diesmal gesehen: The Card Player (2004)

Jay

Heute wird ein Klassiker des deutschen Kinos von F.W. Murnau besprochen: Faust- Eine deutsche Volkssage (1926)

Jay

Ein Klassiker des deutschen Anti- Kriegsfilms: Die Brücke (1959) von Bernhard Wicki!

Fastmachine

Eine kurze Rückmeldung zu drei deiner Klassiker-Reviews. "Der Hund von Baskerville", "Faust" und "Die Brücke".

Alle drei halte ich im Grundatz für gelungen. Sie sind von übersichtlicher, aber angemessener Länge und geben dem Leser eine klare Vorstellung von den wesentlichen Elementen der Filme. Allerdings möchte ich sagen, dass mir "Faust" am besten gefallen hat, knapp dahinter "Der Hund von Baskerville".
Zu beiden Filmen könnte man natürlich mehr schreiben, insbesondere zu Murnaus "Faust", aber dein Review ist ja eher als Überblick, denn als ausführliche Analyse angelegt. Insofern völlig ok. Trotzdem wäre vielleicht noch ein Absatz zu Murnaus Faust-Deutung vor dem Hintergrund der Zwanziger Jahre eine schöne Ergänzung gewesen.

Beim "Hund von Baskerville" bin ich ähnlich hin- und her gerissen wie du. Ob Basil Rathbone oder Peter Cushing die bessere Holmes-Interpretation liefert, mag ich kaum sagen. Müßte ich auch mal wieder vergleichen.

Etwas Kritik zum "Brücke" Review: Hier hatten ja schon einige Autoren was geschrieben. Insbesondere das Review von Blade Runner geht ja sehr differenziert ins Detail und hat als Vorgabe die Latte ziemlich hoch gehängt. Mich wundert etwas, dass du die Kernbotschaft des Films zwar gut herausarbeitest, aber anscheinend kaum ein Interesse hattest, neue Aspekte zu bringen.

Verwundert hat mich zudem, dass du den Film - völlig berechtigt - mit höchstem Lob bedenkst, dann aber doch "nur" 8/10 vergibst. Warum? Etwas scheint dich also am Film gestört zu haben. Dafür hätte ich gern eine Begründung gelesen. Mir wird es aus deinem Review so nicht deutlich.

Noch eine Randbemerkung, die nichts mit deinen Kritiken zu tun hat: Als ich nach dem Lesen deines "Brücke"-Reviews an den Film dachte, fiel mir plötzlich ein, dass er eigentlich das filmische Gegenstück zu Zack Snyders "300" bildet. Die Brücke - das sind die Thermopylen des Jahres 1945 in ihrer ganzen Sinnlosigkeit.



Ich mag keine Filme; die verblöden nur. (Alfons d. Ä.)

Jay

Zitat von: Fastmachine am  6 Mai 2007, 15:01:09
Alle drei halte ich im Grundatz für gelungen.

Erstmal danke!


Zitat von: Fastmachine am  6 Mai 2007, 15:01:09Zu beiden Filmen könnte man natürlich mehr schreiben, insbesondere zu Murnaus "Faust", aber dein Review ist ja eher als Überblick, denn als ausführliche Analyse angelegt.

Richtig, insbesondere zu Faust kann man sicherlich noch tiefer in die Materie eindringen. Ich versuche- bei lohnenswerten Filmen, nicht etwa bei jedem Sommerblockbuster- meist einen Mittelweg zu finden zwischen Überblick und Analyse im Ansatz!


Zitat von: Fastmachine am  6 Mai 2007, 15:01:09Trotzdem wäre vielleicht noch ein Absatz zu Murnaus Faust-Deutung vor dem Hintergrund der Zwanziger Jahre eine schöne Ergänzung gewesen.

Jetzt wo du's sagst, wäre das eigentlich keine üble Idee gewesen!  :icon_redface: ;)

Zitat von: Fastmachine am  6 Mai 2007, 15:01:09Beim "Hund von Baskerville" bin ich ähnlich hin- und her gerissen wie du. Ob Basil Rathbone oder Peter Cushing die bessere Holmes-Interpretation liefert, mag ich kaum sagen.

Gut, dass es mir in diesem Punkt nicht alleine so geht!  ;)

Zitat von: Fastmachine am  6 Mai 2007, 15:01:09Etwas Kritik zum "Brücke" Review: Hier hatten ja schon einige Autoren was geschrieben. Insbesondere das Review von Blade Runner geht ja sehr differenziert ins Detail und hat als Vorgabe die Latte ziemlich hoch gehängt. Mich wundert etwas, dass du die Kernbotschaft des Films zwar gut herausarbeitest, aber anscheinend kaum ein Interesse hattest, neue Aspekte zu bringen.

Zu der "Brücke"- Review muss ich sagen, dass sie eigentlich gar nicht als solche angelegt war. Ich schreibe für meinen Blog (Siehe Signatur) von Zeit zu Zeit Kurzkritiken. Die "Brücke" war eigentlich als KK angelegt, sprich auf bestimmte Aspekte fokussiert, prägnant und nicht zu "ausschweifend". Sie wuchs aber mit der Zeit ein wenig über meine übliche Kurzkritiken- Länge hinaus. Deswegen und weil ich das Teil für OFDb- tauglich hielt, ist es ungeplant dort gelandet. Aber trotzdem ist es im Kern eine Kurzkritik, die schon gar nicht einen so gelungenen Text wie den von "Blade Runner" überflügeln sollte/ könnte.

Zitat von: Fastmachine am  6 Mai 2007, 15:01:09Verwundert hat mich zudem, dass du den Film - völlig berechtigt - mit höchstem Lob bedenkst, dann aber doch "nur" 8/10 vergibst. Warum? Etwas scheint dich also am Film gestört zu haben. Dafür hätte ich gern eine Begründung gelesen. Mir wird es aus deinem Review so nicht deutlich.

Genau genommen, hat der Film 8,5 Punkte bekommen  ;) Als das was er ist- ein deutscher Anti- Kriegsfilm auf hohem Niveau- sicherlich eine absolute Meisterleistung. Nur versuche ich jeden Film im Verhältnis zu anderen Filmen (des Genres) einzuordenen. Von daher soll das Endergebnis von 8,5 Pkt. nicht unbedingt implizieren, dass mich etwas an dem Werk gestört hat, sondern nur, dass es im Vergleich noch Filme gibt, die noch ein wenig stärker nach meinem Gusto waren! Wäre mir wirklich was negativ aufgestoßen, hätte das sicherlich seinen Platz im Text gefunden.







Jay


Jay

Orson Welles' Die Spur des Fremden (1946) in einer ausführlichen Besprechung!

Fastmachine

15 Juli 2007, 22:16:33 #29 Letzte Bearbeitung: 15 Juli 2007, 22:30:26 von Fastmachine
Glückwunsch zum Review-Klassiker!

Ganz verdient übrigens, denn du gehst dem Film in deiner unaufgeregten, ruhig argumentierenden Art und Weise auf den Grund. Da ich den Film ebenfalls vor kurzem im Fernsehn sah, sind meine Erinnerungen noch so frisch, dass ich glaube, dir weitgehend folgen zu können.

In der Tat ist der Film etwas ins Hintertreffen geraten, trotz oder gerade wegen seiner zur Entstehungszeit brandaktuellen Thematik. Der Film kann - zumindestens ein deutsches Publikum - zu keiner Sekunde überzeugen, es handle hier sich um flüchtige Nazis. Orson Welles gibt zwar einen hochinteressanten Schurken, dem aber jede tatsächliche historische Glaubwürdigkeit und Stimmigkeit als Nazi und Deutscher, der während des Krieges in Europa gewesen sein soll, fehlt. Historisch ist der Film nur noch als Dokument seiner Zeit interessant.

Ich sehe wie du die Stärken des Films in der Funktion als psychologisches Drama, das die Fassaden von öffentlicher und privater Moral seziert. Rankin/Kindler ist eine überzeitliche Verkörperung des maskierten Bösen, das hier im Gewand des untergetauchten Nazis Gestalt angenommen hat. Im Biotop einer amerikanischen Kleinstadt kennt sich Welles so gut aus, dass er die Verflechtungen bis ins Detail interessant nachzeichnet.

Hier funktioniert der Film bis heute gut. Meiner Meinung nach überwiegt diese Qualität alle Einwände, die man aus seiner Grundkonstruktion als allzu zeitgebundene Verschwörungsgeschichte herleiten könnte. 8/10 sind zwar schon recht kräftig, dass würde ich vielleicht etwas gedämpfter sehen, aber durchaus vertretbar.
Also: gute Arbeit. :respekt:

Ich mag keine Filme; die verblöden nur. (Alfons d. Ä.)

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