Autoren-Thread: filmimperator

Erstellt von filmimperator, 5 März 2007, 13:11:29

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filmimperator

Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 10 März 2008, 00:37:12
Zwischen Forumspolemik und einigermaßen ernstem Review-Ton unterscheide ich indes.


...was die ganze Sache irgendwie verlogen macht. Wenn ich meine Meinung habe, sollte ich dazu stehen sowohl in meinen Reviews als auch im Forum. Aber ich weiß, worauf du hinauswillst. Ich wüsste jedoch nicht, wo ich in meiner "Sweeney Todd"-Kritik polemisch wäre... :00000109:. Zum Thema Vergleich Musical-Film hab ich ja schon einiges gesagt.


Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 10 März 2008, 00:37:12
Tatsächlich knickt der Film in einigen Sprechpassagen etwas ein, aber biege dir hier mal nichts zurecht, deine Vorwürfe gehen ja in ganz andere Richtungen. Grundsätzlich sind die Dialoge ein Ausgleich mit Intermezzo-Charakter, und wenn man sich eingehend mit ihnen beschäftigt, dürfte man vielelicht feststellen, dass selbst die Dialoge so akzentuiert vorgetragen werden, dass sie fast wie Gesang wirken.


Ich hab den Film einmal im Kino gesehen, vergangenen Donnerstag, und das in der deutschen Synchronfassung. Da sind mir gesangsartige Dialoge nun mal überhaupt nicht aufgefallen. Und genau auf diese Fassung bezieht sich meine Kritik... Ich nehme mal an, dass du in OmU gesehen hast oder wie darf ich das verstehen?


Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 10 März 2008, 00:37:12
Zitat von: filmimperator nach  9 März 2008, 21:23:47
Wenn ein Film seine Geschichte nur mit Gesang erzählen will, warum ist er dann noch ein Film, der - so das gemeine Verständnis - seine Geschichten im klassischen Sinne über Handlungen der Figuren (während der Gesang-Szenen kaum von Belang) und Dialoge erzählt?


Das ergibt ja vorne und hinten keinen Sinn. Wieso ist ein Film, der aus Gesang besteht, kein Film mehr? Und selbstverständlich erzählt der Film seine Geschichte "im klassischen Sinne über Handlungen der Figuren [..] und Dialoge", hast du irgendwie nicht zugehört?
Im Übrigen ist deine in dieser Aussage miteingeflochtene Definition von Film relativ ... diskutabel.


Oh tatsächlich, meine Ausführungen dazu verstehe ich gerade selbst nicht mehr  :icon_redface:.


Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 10 März 2008, 00:37:12
Zitat von: filmimperator nach  9 März 2008, 21:23:47
Muss Kino durch "Sweeney Todd" generell neu gedacht werden oder wie soll ich das verstehen?


Es verhält sich wohl eher so: Deine Vorstellung von Kino scheint mir eine extrem beschränkte zu sein. Ob es am Nachholbedarf, einer falschen Herangehensweise oder doch einer fehlenden Aufgeschlossenheit liegt, weiß ich nicht. (...) Vielleicht hast du ein sehr postmodernes Verständnis von Kino. Und vielleicht ließe sich deine Frage so beantworten: Es muss nicht neu gedacht, sondern einfach nur gedacht werden.


Unterstellst du mir, ich würde nur deppert im Kino sitzen und "Ey geil" brüllen bei der ersten Kehlenaufschlitz-Szene? Ich habe aus "Sweeney Todd", der noch nicht einmal einen nachdenkenswerten Subtext besitzt, kaum etwas mitnehmen können ausser einem zweifelsohne netten Inszenierungsstil, der das ganze Geplärre und das teilweise schon arge Schmierentheater eträglich macht. Auch wenn ich mich wiederhole, aber: die angestrebte Gegenüberstellung der beiden Genres Horror und Musical funktioniert nicht und dies ist die grundsätzliche Falschannahme, auf die sich der Film aufbaut.
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filmimperator

Zitat von: bluebottle nach 10 März 2008, 14:18:10
Du weisst ja, dass mir der Film sehr gefallen hat (siehe meine Kritik), daher wird es keine Überraschung sein, dass ich mich den Ausführungen von Mr. Vincent Vega und Co. anschließen muss.


Das konnte ich mir schon denken. Nun auch zu dir, Jenny  :icon_cool:

Ich wills mal kurz machen, weil eigentlich schon viel gesagt bzw. geschrieben wurde hier. Also zu den Kritikpunkten:

- Zu "Phantom der Oper" und Leitmotiv: Was ist denn das Leitmotiv in "Sweeney Todd"? Rache? Sehr originell! Und wenn du "Phantom der Oper" als kitschig bezeichnest (ich hab den Film gesehen), dann müsstest du das auch bei "Sweeney Todd" tun, weil es ja auch um die große Liebe etc. geht bloß eben auf anderem, düsteren Wege. Recherche? Gut, geb ich dir Recht. Aber gewissermaßen sollte die Rezension eine weitere Provokation werden nach "Saw IV" und eine Gratifikation für meinen Marx-Essay aber erzähls nicht weiter. Eine Review zu schreiben, wo man all das repetiert, was schon 1000 Mal geschrieben und gesagt wurde, ist schlicht überflüssig, weswegen ich einen Ansatz brauchte.

Zitat von: bluebottle nach 10 März 2008, 14:18:10
Der Vergleich mit Hostel hätte einiges hergeben können, aber du verlierst dich leider in der Polemik. Die Konzentration auf die Zerstörung des menschlichen Körpers in beiden Filmen bietet schließlich interessante Ansätze für eine Interpretation gegenwärtiger Strömungen des US-Kinos.


Stimmt eigentlich  :icon_rolleyes:. Aber ich wollte nicht immer und immer wieder den gleichen von Adorno inspirierten Text schreiben  :icon_mrgreen:.

- Zu meiner Unkenntnis der Oper: Siehe letzter oder vorlestzter Post von mir (Antwort auf Mr. Vincent Vega und Sarge).

- Das Untertitel-Lesen fiel mir auf Dauer im Angesicht der Schnelligkeit und aufgrund der fortgeschrittenen Stunde schwer. Als Beispiel hab ich ja schon im letzten Post die Szene angebracht, als Turpin und Todd sich das erste Mal miteinander auf dem Rasierstuhl konfrontiert sehen. Kein Gehalt, gar nix... Und "Johanna" (nervtötend) beim 3. Mal trällern natürlich auch nicht. Allerdings sollte ich das Wort "adäquat" tatsächlich nochmal überdenken...

- Zur Charakterisierung durch die Lieder: Siehe Turpin und Todd - das erste Mal: nix hellhörig, keine Entwicklung.

- Pseudo-innovativ in der Genre-Verquickung von Musical und Horror, das Erzählen einer düsteren Liebesgeschichte und der sich fortsetzende, zum Teil unausgegorene Kontrast. BTW: Ich würde schon soweit gehen, Tim Burton-Filme als Franchise zu bezeichnen. Man weiß zumeist, was man bekommt: Düster, Johny Depp und irgendwas Surreales.

- unfreiwillige Komik: Im Nachhienein muss ich zugeben, dass das eine Übertreibung ist, aber immerhin schön überzogen  :icon_cool:. Naja, jedenfalls dachte ich, es würde nicht sooooo viel und z.T. ausufernd langweilend gesungen. Leider hab ich mich getäuscht.

Aber danke mal wieder fürs ausführliche Feedback, auch wenns negativ ist... :respekt:
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Sarge

10 März 2008, 18:17:26 #332 Letzte Bearbeitung: 10 März 2008, 18:23:16 von Sarge
Zitat von: filmimperator nach 10 März 2008, 14:45:34
Doch, tut er. Musicals sind gemeinhin fröhlich oder auch dramatisch, aber bisher ist mir noch keine Verbindung von Horror oder Gore und Musical bekannt.


Inwieweit Horror im Musical bereits erschlossen wurde, das kann ich als Nicht-Musicalfan nicht beurteilen. Dass alleine jedoch Burton Morbidität mit Musik, wie ich finde, stimmig verbunden hat, lässt sich bereits in "Nightmare before Christmas" und "Corpse Bride" begutachten.

Ferner bin ich mir gar nicht mal sicher, ob man "Sweeney Todd" als Horror kategorisieren sollte. Ja, das Setting passt, aber vielmehr spiegelt es den Gefühlszustand Todds wider. Gerade deshalb ist die frühe erinnernde Rückblende des Glücks ja so grell kontrastiert. Außerdem stehen im Horrorgenre doch Ängste im Mittelpunkt. Aber hier geht es nicht um das Slashen und den Thrill. Bis auf den ersten Mord werden alle weiteren Morde eher nebensächlich und ohne Spannungsaufbau inszeniert; heißt, sie sind in ihrer Überzogenheit eher schwarzkomisch als klassischer Horror. Hier geht es um ein Drama, mit Tragik, auch mit Komik. Nicht anders als bsp. in den klassischen Dramen wie eben denen Shakespeares, und da gehört es nun mal dazu, dass diese bisweilen sehr brutal sind und fatal enden.

ZitatAber dann Mrs. Lovett, die sich in Sweeney verliebt: Das ist total unglaubwürdig. Und bevor du mir jetzt mit Künstlichkeit und notwendiger Konstruiertheit kommst: Der Film kann sich nicht entscheiden. Einerseits dermaßen künstlich überzogen mit dem ganzen Gekröse und Blut und düster und andererseits will er realistisch sein, die wahren Zustände in England zeigen. Nur leider - um es mal wieder sehr platt auf den Punkt zu bringen - weiß ich nicht, welcher Arme seine desolaten Zustände besungen hätte...


Nein, realistisch will "Sweeney Todd" wohl kaum sein. In London regnet es zwar viel, aber ein bisschen mehr Sonne gibt es da schon. Das ganze Dekor dient, wie schon erwähnt, der bildlichen Charakterisierung von Todds Gemütslage und von einem Gesellschaftsportrait ist der Film auch weit entfernt.

ZitatNein, ABER: Ich gehe davon aus, dass es ein gelungenes Musical voller Charme und Esprit ist. Der Film nicht. Punkt. Und bevor jetzt wieder die leidige Diskussion aufkommt, dass man das Buch, nachdem der Film entstanden ist, lese solle, bevor man etwas über einen Vergleich verliert, oder das Videospiel gespielt haben sollte: Finde ich nicht zwangsläufig.


Abgesehen davon, dass ich den Film wirklich charmant (Mrs. Lovett ist das doch? - ach ne, ich vergaß, die biedert sich ja für die "Fight Club"-Fortsetzung als wandelndes Depressivum an) und wie gesagt auch komisch finde - genau diese Diskussion müsste aber wieder aufkommen. Arbeitest du in deinem Studium auch so unwissenschaftlich und spekulierst ins Blaue hinein? Sicherlich nicht. Nun soll eine Kritik kein Wissenschaftstext sein, aber was du machst, ist genauso, als würdest du eine Rezension zu einem Film schreiben, den du gar nicht gesehen hast. Das wäre doch absurd, nicht? Und genauso absurd ist es, Vergleiche anzustellen mit Vorlagen, die man nicht. Nicht umsonst sagt ja der Volksmund: Wenn man keine Ahnung, einfach mal die Fresse halten. Und Medien, die dir vorm Kinostart sagen, um was es geht - das ist kein Argument, zumal ich nicht mal weiß, auf welche Medien du dich stützt (einen Epd-Aufsatz oder die Filmvorstellung beim lokalen Radiosender)? Viele Medien erzählen einen Scheiß, weil irgendwelche Redakteure sich pflichtmäßig in irgendwelche ranzigen Previews schleppen mussten. Da muss man sich eine eigene Meinung bilden.

ZitatWenn die gesamte Laufzeit über gesungen würde: Ok. Aber es ist dieses Hin und Her, dieser Kontrast zwischen gesprochenem und gesungenen Wort, was "Sweeney Todd" so unausgegoren macht


Und das ist jetzt die ERSTE Musical-Verfilmung, in der das so ist, ja? Du wusstest doch wohl, was auf dich zukommt.

ZitatWeil die Gesangsszenen eben vorgeben, Inhalt zu vermitteln, aber dies nicht tun.



Zum dritten Mal: Das ist falsch. Ohne Gesang würdest du nicht wissen, dass bsp. Todds Frau von Turpin vergewaltigt wurde und sich daraufhin vergiftete, du wüsstest nicht um das Missverständnis zwischen Mrs. Lovett und Todd (ihre Liebe, von der du auch nicht wüsstest, beruht nicht auf Gegenseitigkeit und so ist ihr Verhältnis nur ein Zweckbündnis), du wüsstest auch gar nichts über die Motivation des adoptierten Jungen, der Todd tötet, du wüsstest nicht, warum Todd Mrs. Lovett tötet oder du wüsstest nicht um das nahezu inzestuöse Verhältnis des Richters zu seiner Adoptivtochter.

ZitatSiehe oben. Gesang übers Rasieren und wie toll die Frauen doch sind, bringen die Handlung nicht voran bis auf die Tatsache, dass Richter Turpin langsam hellhörig werden müsste, was er aber nicht wird. Frage (bezogen auf dieses Beispiel): Wenn Richter Turpin nicht misstrauisch wird als er und Sweeney Todd da so über Frauen singen, während er zum ersten Mal auf dem Rasierstuhl sitzt, was für eine Relevanz hat diese Szene dann?   :00000109:


Und gerade dieses inzestuöse Vater/Tochter-Verhältnis (Sie ist schön, Turpin weiß, sie wird begehrt, aber er geht rüde gegen alle Buhler vor, beobachtet sie selbst aber stetig durchs Schlüsselloch) könnte in dieser Szene näher beleuchtet werden. Wen er genau besingt, das ist Interpretation, was wir aber wissen ist, dass er eben schöne Frauen begehrt und eine schöne Frau sich besonders in seinem näheren Umfeld aufhält bzw. aufhalten muss. Zusammen mit der Maskenball-Rückblende (ein Sexorgiensymbol) können wir uns vom Richter - eigentlich ja nur eine Nebenfigur - doch ein ziemlich genaues Bild machen, was das für ein Mann ist. Dazu kommen ja noch die anderen Charakterzüge wie Selbstsicherheit, Arroganz, Machtmissbrauch. Er ist also eine sehr dunkle Figur und umso interessanter in der Szene doch, wie nahe er und Todd sich - wiederum nur durch den gemeinsamen Gesang ausgedrückt - sind. Und wen Todd hier besingt, das bedarf ja nun hoffentlich keiner weiteren Erläuterung mehr.

ZitatSiehe oben. Man benötigt keine Dopplung in der Motivation, nur damit es auch der Musicalfan versteht, der anscheinend größeren Wert auf Gesang als auf Dialoge legt. Ich könnte es auch so formulieren: Der Film ist in Sachen Handlung redundant  :icon_mrgreen:.


Das sind Stilmittel, die dem ganzen Nachdruck verleihen. Du kritisierst hier die Mechanismen des Musicals an sich, nicht den Film "Sweeney Todd". Aber das ist in meinen Augen so absurd, wie den Refrain in Liedern oder die Widerholungen in Gedichten zu kritisieren.


Mr. Vincent Vega

Im Prinzip kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Wenn vier Leute exakt dasselbe bei deinem Pamphlet kritisieren, muss da vielleicht doch etwas dran sein. Deine Verteidigung hier ist jedoch ebenso schwach wie dein Review. Unkenntnis und totale Inkompetenz vermischen sich zu einem pseudointellektuellen Gebrabbel, das in jeder Hinsicht unhaltbar ist. Man verzeihe mir den Ausdruck, aber diesen Film kann man ohne größere Probleme in die Tonne treten, und du benennst nicht eine einzige wirkliche Schwachstelle. Du kennst die Vorlage nicht (tust aber so), du kritisierst ganz grundsätzliche Sachen (Filmmusicals per se), tust aber, als handle es sich um SWEENEY TODD-exklusive Schwachstellen, du bist nicht bereit, dich in oder hinter eine Intention der Macher zu wagen, du schätzt Burton falsch ein (nicht hinsichtlich einer Meinung, sondern einfach schlicht falsch), und du wolltest einen polemischen Abriss liefern und Eindruck schinden, aber das ging im Gegensatz zu deiner, ich will mal sagen: nicht gänzlich schlechten, SAW IV-Kritik nach hinten los.

Ansonsten sei angemerkt: Du bist meinen Punkten unclever ausgewichen. Aber nun gut. Vielleicht hättest du die Untertitel doch lesen sollen (immerhin hast du zugegeben, irgendwann aufgehört zu haben zu lesen, was man merkt!), doder vielleicht wäre dein Gepose hier mit Bazin etc. mal in einem korrekten Kontext besser aufgehoben.

Und zu einer weiteren, schlicht falschen Annahme, dass Musical und Horror sich nicht vereinbaren ließen oder noch nie vereinbart wurden - Stichwort Grusical. Stichwort: ROCKY HORROR PICTURE SHOW, PHANTOM OF THE OPERA, LITTLE SHOP OF HORRORS...

filmimperator

Aufgrund der harschen Kritik hier in meinem Thread habe ich mir meine Review nochmals angeschaut und auf Stichaltigkeit und Vertretbarkeit von bestimmten Thesen hin überprüft. Einige Dinge (wie die Ausführungen zu Deleuze oder die totale Gehaltlosigkeit der Gesangsszenen sowie das Unrealistische) sind nun größtenteils getilgt wurden von meiner Seite, und diese nunmehr 3. Review-Fassung wird die finale sein. Ich habe selbige Kritik, als ich sie reingestellt habe, unter dem Eindruck eines zuvor geschriebenen Essays über Marx verfasst und konnte meine Gedanken (ja, sie sollten provokativ, aber nicht sinnlos sein) nicht so recht ordnen. Allerdings wollte ich eben wie gesagt meine Meinung zu "Sweeney Todd" kundgeben, da ich nicht so begeistert war wie alle anderen.

Nur noch soviel:

@ Sarge: Mein Vergleich mit der Musical-Vorlage hielt sich doch seeeehr in Grenzen (einzig das Wort "adäquat" würde mirr jetzt einfallen), weswegen ich jetzt deine Argumentation nicht ganz verstehe. Das in einem Musical gesungen wird, ist klar. Die kritik, wie sie jetzt online ist, dürfte weitestgehend argumentatorisch plausibel sein.

@ Mr. Vincent Vega: Jegliche Verallgemeinerungen sind raus (hab zumindest beim jetzigen Drüberlesen nix mehr gefunden) und das "pseudointellektuelle Gebrabbel" wie du es nennst, auch. Dass das bei "Saw 4" passender war, ist mir klar.

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Sarge

Zitat von: filmimperator nach 11 März 2008, 19:57:21
@ Sarge: Mein Vergleich mit der Musical-Vorlage hielt sich doch seeeehr in Grenzen (einzig das Wort "adäquat" würde mirr jetzt einfallen), weswegen ich jetzt deine Argumentation nicht ganz verstehe.


Ich verstehe jetzt auch nicht, was du meinst, da ich auf die Vorlage doch gar nicht eingehe. :question:

filmimperator

Jetzt mal wieder ein Review zu einem aktuellen Kinofilm aus deutschen Landen: "Kirschblüten - Hanami". Wahrscheinlich eher ein Film für die ältere Generation, aber das tut dem offensichtlichen "Hui" der ersten Hälfte des Films (ich war sehr begeistert) und dem "Buh" der zweiten Hälfte des Films (ich war enttäuscht) keinen Abbruch: http://www.ofdb.de/review/142098,285407,Kirschblüten---Hanami
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Hedning

Ich habe mich sehr über das Freiligrath-Zitat gefreut (ein Dichter aus meiner Heimatstadt) - er wird sich seinerseits darüber freuen, dass du ihn mit dem "von" auch noch postum geadelt hast ;)

filmimperator

Zitat von: Hedning nach 12 März 2008, 14:48:47
Ich habe mich sehr über das Freiligrath-Zitat gefreut (ein Dichter aus meiner Heimatstadt) - er wird sich seinerseits darüber freuen, dass du ihn mit dem "von" auch noch postum geadelt hast ;)


Bitte doch, gern geschehen  :icon_cool:.
Findest du, dass dieses Zitat als Voranstellung zu der Kritik passt?

BTW: Wieder etwas Neues von mir, wo ich wiederum versuche, mich als originell zu erweisen und/oder meinen Stil zu variieren: Eine Kritik zu einem schlechten Film in Dialogform: http://www.ofdb.de/review/24084,285440,Death-Train---Fahrt-in-den-Tod.
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bluebottle

ZitatEine Kritik zu einem schlechten Film in Dialogform


Ich sage nur Alone in the Dark!

Ich hab mich jedenfalls herzlich amüsiert über die "Kritik", auch wenn ich glaube, dass ein verständlicher Satzbau an diesem Abend bei uns gegen Ende nicht mehr zu hören war.

Crumby Crumb & the Cunty Bunch

Wahrscheinlich muß man dabei gewesen sein, um das lustig zu finden.
'Are you talkin' to me? You talkin' to me?' - Raging Bull, Pacino. Love that movie!

Chili Palmer

Zitat von: Rügenwalder Sesselmett nach 13 März 2008, 18:37:57
Wahrscheinlich muß man dabei gewesen sein, um das lustig zu finden.


Das ist auch für mich der Knackpunkt. Man liest das so durch, merkt, dass ihr beide einen netten Videoabend hattet (entfernt sich stellenweise auch viel zu weit vom Kern der Sache), und bekommt am Ende die Erkenntnis geliefert, dass das ein schlechter Film ist.
Genau das aber weiß man doch im Voraus, wenn man so etwas anschaut, der Wunsch nach inhaltsbefreitem Actionquatsch ist doch die Grundlage, lustiges Gesichterzuordnen und Effektelästerei inklusive. Das im Hinterkopf behaltend hätte deine Wertung doch ganz anders (oder zumindest differenzierter) ausfallen müssen. Wärst du den Film mit einer gewissen Erwartungshaltung angegangen und dann enttäuscht worden: okay. Aber du hast es doch schon von Grund auf ganz ironisch gesehen, da kann "schlechter Film, ich rate ab" doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Nicht, wenn man den Rahmen wählt, den du gewählt hast.
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

filmimperator

13 März 2008, 20:06:14 #342 Letzte Bearbeitung: 13 März 2008, 20:08:41 von filmimperator
Zitat von: bluebottle nach 13 März 2008, 18:34:00
Ich sage nur Alone in the Dark!


Ja - siehe unten.


Zitat von: bluebottle nach 13 März 2008, 18:34:00
Ich hab mich jedenfalls herzlich amüsiert über die "Kritik", auch wenn ich glaube, dass ein verständlicher Satzbau an diesem Abend bei uns gegen Ende nicht mehr zu hören war.


Das hat sich ja irgendwie auch in meine Kritik eingeschlichen  ;). Danke für die Blumen  :respekt:.


Zitat von: Rügenwalder Sesselmett nach 13 März 2008, 18:37:57
Wahrscheinlich muß man dabei gewesen sein, um das lustig zu finden.


In Sachen Humorlosigkeit kann dir anscheinend niemand das Wasser reichen, bedenkt man deine mittlerweile gelöschte "There Will Be Blood"-Kritik, die ich erst dann verstanden habe (und auch lustig fand), als ich wusste, dass sie NICHT ernst gemeint war  :icon_mrgreen:.


Zitat von: Chili Palmer nach 13 März 2008, 19:42:35
Das ist auch für mich der Knackpunkt. Man liest das so durch, merkt, dass ihr beide einen netten Videoabend hattet (entfernt sich stellenweise auch viel zu weit vom Kern der Sache), und bekommt am Ende die Erkenntnis geliefert, dass das ein schlechter Film ist.


Richtig! Der Spaß und die Originalität dieser Kritik standen im Vordergrund, nicht wirklich der Informationsgehalt, der sich aber - wenn man intensiv liest - sich durch einige Dialoge erschließt (Abklatsch von "Alarmstufe: Rot 2", miese Effekte, einschläferne Handlung, schlechte Darsteller etc.).

BTW: Es gibt auch anderswo ähnliche Kritiken zu (schlechten Fimen), die durchaus seriös sind. Wie bspw. das Protokoll eines (imaginären) Produktionsmeetings: http://www.schnitt.de/202,1089,1. Also ich finde eine Kritik in ebensolcher Form durchaus mal ein gutes Kontrastprogramm zu einer "normalen". Vorausgesetzt es bietet sich an...


Zitat von: Chili Palmer nach 13 März 2008, 19:42:35
Wärst du den Film mit einer gewissen Erwartungshaltung angegangen und dann enttäuscht worden: okay. Aber du hast es doch schon von Grund auf ganz ironisch gesehen, da kann "schlechter Film, ich rate ab" doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Nicht, wenn man den Rahmen wählt, den du gewählt hast.


Gut, hier muss ich dir Recht geben: Angesichts der vorherigen Originalität und der flapsigen Dialogform ist ein solches Schlusswort tatsächlich reichlich konventionell und ausgelutscht. Mal schauen, ob mir später noch etwas Besseres dazu einfällt  :icon_rolleyes:. Dann bearbeite ich das nochmal nach.
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Chili Palmer

Zitat von: filmimperator nach 13 März 2008, 20:06:14
Der Spaß und die Originalität dieser Kritik standen im Vordergrund, nicht wirklich der Informationsgehalt, der sich aber - wenn man intensiv liest - sich durch einige Dialoge erschließt (Abklatsch von "Alarmstufe: Rot 2", miese Effekte, einschläferne Handlung, schlechte Darsteller etc.).


Das ist mir selbstverständlich nicht entgangen, aber das kommt "gefühlt zu kurz" neben Absätzen wie dem Nein-Doch-Nein-Doch-Wortgefecht.

ZitatEs gibt auch anderswo ähnliche Kritiken zu (schlechten Fimen), die durchaus seriös sind. Wie bspw. das Protokoll eines (imaginären) Produktionsmeetings: http://www.schnitt.de/202,1089,1. Also ich finde eine Kritik in ebensolcher Form durchaus mal ein gutes Kontrastprogramm zu einer "normalen".


Es ging mir nicht darum, den generellen Sinn solcher Angänge in Frage zu stellen.
Wozu auch, ich bin der Typ, der eine Review über einen Film aus Sicht einer Filmfigur, die sich in einem Film ebenjenen Film ansieht, geschrieben hat. 
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Crumby Crumb & the Cunty Bunch

13 März 2008, 20:29:50 #344 Letzte Bearbeitung: 13 März 2008, 20:36:43 von Rügenwalder Sesselmett
Zitat von: filmimperator nach 13 März 2008, 20:06:14
In Sachen Humorlosigkeit kann dir anscheinend niemand das Wasser reichen, bedenkt man deine mittlerweile gelöschte "There Will Be Blood"-Kritik, die ich erst dann verstanden habe (und auch lustig fand), als ich wusste, dass sie NICHT ernst gemeint war.


Aha, tolle Logik, Du bescheinigst mir Humorlosigkeit, fandest den Text aber trotzdem lustig, nachdem Du den Kopf angeschaltet hast...
Vielleicht hättest Du das beim Schreiben der letzten Kritik einfach genauso machen sollen? :icon_twisted:

Ich empfehle Dir, ab und zu mal im Chat vorbeizuschauen, dort wurde ich vor kurzer Zeit Zeuge eines Gespräches:

A: "Filmimperator im Dialog mit sich selbst, wie zu erwarten war gähnend langweilig und nicht einmal unfreiwillig komisch."

B: "Geil, sein neuester Streich schlägt dem Fass ja den Boden aus. Was für eine Trashgranate. Filmimperator ist schon ein Harter. Das kann er doch nur im Suff geschrieben haben?"

C: "ach du scheiße, wie unlustig kann man sein. was für ein kackreview."

D: "Ich finde diese Vorstellung von kampftrinkenden, um halb zwei noch nach Trashfilmen hungernden Frauen gruselig. Ist das jetzt sexistisch?"

A: "Nee, ich habe die Kleine im StudiVz schon einmal gesehen, die ist nicht besonders hübsch ;-)."

B: "@D: Jop, diese bluebottle ist dadurch ohne eigenes Zutun auch gleich in meiner Gunst gesunken."

Crumb: "Leute, hört mal auf, auf imp rumzuhacken, es kann ja nicht jeder Rajko sein!"
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filmimperator

Zitat von: Chili Palmer nach 13 März 2008, 20:27:02
Das ist mir selbstverständlich nicht entgangen, aber das kommt "gefühlt zu kurz" neben Absätzen wie dem Nein-Doch-Nein-Doch-Wortgefecht.


Ja, mal schauen, ob ich das noch rausnehme. Das war in der ursprünglichen Version ja nicht drin. Ich schaue morgen nochmal drüber - auch wegen dem Fazit.


Zitat von: Chili Palmer nach 13 März 2008, 20:27:02
Es ging mir nicht darum, den generellen Sinn solcher Angänge in Frage zu stellen.
Wozu auch, ich bin der Typ, der eine Review über einen Film aus Sicht einer Filmfigur, die sich in einem Film ebenjenen Film ansieht, geschrieben hat. 


Ja, ich finde eben, dass es durchaus mal etwas Originelles ist.
BTW: Bei welchem Film hast du das getan? (ich erlaube dir hier mal Eigenwerbung... ;))


@ Rügi: No comment.
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Chili Palmer

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filmimperator

@ Chili: THX.

Die "Death Train"-Kritik ist mittlerweile nochmal leicht überarbeitet (insbesondere der Schluss).
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Chili Palmer

Zitat von: filmimperator nach 14 März 2008, 10:39:21
Die "Death Train"-Kritik ist mittlerweile nochmal leicht überarbeitet (insbesondere der Schluss).


Zitat(...) und musste ziemlich müde lächeln.


Siehste, passt doch.  :respekt:
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filmimperator

"Die Welle" hat mich zwar nicht berauscht, so wie es der Trailer versprach, aber gebrochen (wie es dort auch heißt) hat sie mich auch nicht. Im Gegenteil: Ein hoch interessanter Film über ein außergewöhnliches Experiment, der zwar nicht ohne Schwächen ist, aber auf unbequeme Fragen auch unbequeme Antworten liefert. Ich fühlte mich jedenfalls in diesem eindrucksvollen Film im gestern nur halb gefüllten Kinosaal gut aufgehoben: http://www.ofdb.de/review/142909,285985,Die-Welle.
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filmimperator

Ein netter, wenn auch nicht berauschender TV-Eventfilm als Eigenproduktion von RTL: "Das Papst-Attentat": http://www.ofdb.de/review/145161,286243,Das-Papst-Attentat.
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filmimperator

Selten hat unter Kritikern mal wieder so deutlich Einheitlichkeit geherrscht wie bei "Meet the Spartans": Alle sagten, der Film wäre idiotisch, doof etc. und hat keine Qualität. Sieht man einmal von Carmen Electra ab, so kann man ihnen durchaus Recht geben, auch wenn es mir schwer fiel, der ganzen Sache noch originelle Aspekte (bezogen auf den Stil der Rezension) abzugewinnen: http://www.ofdb.de/review/141192,286401,Meine-Frau-die-Spartaner-und-ich.
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Mr. Blonde

18 März 2008, 14:24:21 #352 Letzte Bearbeitung: 18 März 2008, 14:34:00 von Mr. Blonde 609
Deine Meet the Spartans Kritik trifft auch meinen Nagel auf den Kopf, obwohl mir der Film etwas besser als erwartet vorkam (mehr als 3 Punkte würde aber auch ich nicht geben). Stilistisch gesehen, hast Du für meinen Geschmack wieder verdaubare Kost geliefert (bin kein großer Fan von Polemik, auch wenn Du Sie bei Saw IV gewagt aber gekonnt benutzt hast.)

Ein paar kleine Fehlerchen haben sich eingeschlichen, dazu später mehr, ich muss weg.  :king:

Gute Arbeit auf jeden Fall.  :respekt:


cinemediatech.wordpress.com - Artikel & News zu Filmen, Games, Musik & Technik

filmimperator

Zitat von: Mr. Blonde 609 nach 18 März 2008, 14:24:21
Ein paar kleine Fehlerchen haben sich eingeschlichen, dazu später mehr, ich muss weg.  :king:

Gute Arbeit auf jeden Fall.  :respekt:


Danke, Bruder im Geiste!  :respekt:

Ich warte schon auf deine Berichtigung und werde bis dahin selbst nochmal drüber schauen...
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Mr. Blonde

Also Schwippschwager im Geiste  :icon_mrgreen: :

Show-und-Werbung-Parodien

Hört sich komisch an, Show-und-Werbe(spot)-Parodien klingt besser, i think.

Ansonsten hatte ich vorhin noch ne Klammer gesehen, die nicht geschlossen war. Hast Du
wohl schon verbessert, alter Fuchs.  :king:

Mensch so viele Fehler warens doch nicht.  :icon_mrgreen:

Friede sei mit Dir.  :D



cinemediatech.wordpress.com - Artikel & News zu Filmen, Games, Musik & Technik

filmimperator

Zitat von: Mr. Blonde 609 nach 18 März 2008, 17:02:38
Also Schwippschwager im Geiste  :icon_mrgreen: :


Von mir aus, wie auch immer  ;).


Zitat von: Mr. Blonde 609 nach 18 März 2008, 17:02:38
Show-und-Werbung-Parodien

Hört sich komisch an, Show-und-Werbe(spot)-Parodien klingt besser, i think.

Friede sei mit Dir.  :D


Mit dir auch  ;). Der "Fehler" ist ausgebessert. Danke für den Hinweis und noch nen Daumen für dich:  :respekt:
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filmimperator

Nachdem hier ja schon rege über diesen Film diskutiert wurde in Verbindung mit "Verlogenheitskino" (so möchte ich mal einige vertretenen Thesen zuspitzen), endlich meine Ansichten zu "Juno". Ich konnte den Film doch so einiges abgewinnen, auch wenn er (zumindest vor Sichtung) bezüglich der recht begrenzten Thematik "Schwangerschaft" nicht sehr viel herzugeben scheint: http://www.ofdb.de/review/135967,287075,Juno
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Mr. Vincent Vega

Zitat von: filmimperator nach 22 März 2008, 18:04:13
Nachdem hier ja schon rege über diesen Film diskutiert wurde in Verbindung mit "Verlogenheitskino" (so möchte ich mal einige vertretenen Thesen zuspitzen)


Wenn du schon andere Reviews bzw. Meinungen ganz "subtil" aufgreifst, solltest du diese zumindest lesen. Das gilt vor allem deiner Aussage in McKenzies Thread - dass JUNO verlogen sei, habe ich nirgends behauptet, auch nicht ungefähr, da gibt es nichts "zuzuspitzen".

filmimperator

23 März 2008, 12:37:40 #358 Letzte Bearbeitung: 23 März 2008, 12:40:00 von filmimperator
Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 22 März 2008, 18:45:39
Wenn du schon andere Reviews bzw. Meinungen ganz "subtil" aufgreifst, solltest du diese zumindest lesen. Das gilt vor allem deiner Aussage in McKenzies Thread - dass JUNO verlogen sei, habe ich nirgends behauptet, auch nicht ungefähr, da gibt es nichts "zuzuspitzen".


Tatsächlich hast du Recht: "Verlogen" nanntest du den Film an keiner Stelle, allerdings glaubte ich dies durch deinen nachfolgenden Post unterschwellig vernommen zu haben:

Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 29 Februar 2008, 01:13:47
Ersteinmal ist die Academy ja nun nicht frei von Fehleintscheidungen, im Gegenteil. Ich wüsste nicht, warum man die Vergabe der Oscars in konkreten Fällen nicht anzweifeln dürfte. Man muss es sogar, bei dem ganzen Scheiß, der da allein in den letzten 15 Jahren ausgezeichnet wurde.

In diesem Fall verhält es sich übrigens so, dass der Oscar für das Drehbuch gar nicht mal unbedingt auch wirklich für dessen Qualität bürgt, denn hier spielt der Film als sentimental favourite eine Rolle - derjenige Film, den alle mochten, der sich insgesamt aber nicht durchsetzen konnte, weil er dafür dann doch zu klein ist (in den letzten Jahren gab es immer wieder solche Vertreter, von "Lost in Translation" bis zu "Little Miss Fuckface").


"Der Film den alle mochten" und der sich "nicht durchsetzen konnte" = verlogene Preisvergabe. Versuch dich nur rauszureden, aber implizit hast du auch auf "Verlogenheit" hingewiesen, wenn du plötzlich analogisierend mit "Little Miss Sunshine" argumentierst oder du in deiner Kritik schreibst:

Zitat
Und auch wenn Juno ihr Kind nicht selbst aufziehen möchte - und warum sie dies nicht will oder überhaupt könne, ist sicher eine berechtigte Frage, die der Film nicht beantwortet! - differenziert spätestens das Bild der schlussendlich allein erziehenden Adoptivmutter das vermeintlich scheinheilige Konstrukt. Der Film ist hier viel zu ambivalent strukturiert, als dass diese Diskussion in dem Maße, wie sie derzeit geführt wird, eine ernsthafte Berechtigung haben würde.


oder

Zitat
Die Schreibe bleibt dennoch die Krux des Films, und insbesondere die Heldin Juno wirkt so konstruiert und unglaubwürdig, dass man durch sie hindurch ständig die Autorin zu vernehmen meint. Wenn das hippe 16jährige Mädchen dann beständig aus Musik von vorgestern und Filmen von vorvorgestern zitiert, wird hier fast penetrant der persönliche Geschmack ihres Alter Egos Cody abgehakt.


Klar soweit?  ;)
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

Mr. Vincent Vega

Entweder du weißt nicht, was verlogen ist, oder du verstehst meine Texte nicht.

Du zitierst auch noch einen Absatz, in dem ich ganz konkret betone, dass JUNO nur vermeintlich scheinheilig (=verlogen) sei, was auch noch das absolute Gegenteil von dem ist, das du mir unterstellst.

Und eine etwaige verlogene Preisvergabe hat noch lange nichts mit einem etwaigen verlogenen Film zu tun.

Junge, Junge...