Autoren-Thread: Apollon

Begonnen von Sarge, 14 Juni 2007, 00:16:49

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psychopaul

damn, already half past three, apologizing for the upcoming spam to thee, Threadinhaber!


President, sorry, Mr. Palmer:
Was sagt eigentlich Persönlichkeitshälfte Lecter zu diesem plötzlichen sexy Mettschädel-Auftreten?  :icon_eek:  :king:

ob es da nun zu intrapersonell homoautoerotisch aufgeladenen appetit-stimulierenden Tendenzen in Ihnen kommen könnte?  :eek:  :eek:
das ist zu abgefahren, da kann dann nicht mal mehr ein Aluhut oder ein Hardbody mit einem Arsch voll Koks was helfen, das sag ich ihnen als Freund, Killerrivale und Küchenpsychiater..  :rofl: :icon_twisted:
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Chili Palmer

Ein großes "Entschuldigung" an den Apollon, äh, Sarge, äh, Alukröte (noch so ein Gespaltener).  ;)
Die Höflichkeit gebietet mir eine Antwort, auch wenn sie dem tiefsten Spamabgrunde entspringt.  :icon_lol:

Zitat von: Bettwurst am 20 November 2007, 04:34:18
ob es da nun zu intrapersonell homoautoerotisch aufgeladenen appetit-stimulierenden Tendenzen in Ihnen kommen könnte?  :eek:  :eek:

Sie schwadronierend schwafelnder Schnacker, sagen Sie doch einfach, dass ich mich zum Fressen gern habe.  :LOL:

Aber ich weiß, was Sie meinen, der gute Doc ist ja kein Fleischverächter, das könnte brenzlig werden.
Ich sehe mich aber schon durch mein Wechselspiel als reviewschreibender Chili Palmer ausreichend gespalten, um auch diese weitere Unterkategorie zu meistern. Und Advent rückt ebenfalls näher, die alugefütterte Weihnachtsmütze hängt schon im Schrank... <Manfred-Wolke-Modus> Jaaanz ruuhig, et läuft!

Chili:    Glaubt ihr, das hat den Kerl überzeugt? Ich meine, er ist 'n Filmfreak, das macht ihn sympathisch, aber die Tatsache, dass er sich für Patrick Bateman hält...
Dr. Lecter:    Zuvörderst hält er sich für eine analytische Wurst, dem sollte unser Hauptaugenmerk gelten... Bin ich das, der hier so riecht? Ist das etwa mein Haar? Tatar?
Mett Damon:    METT DAMON!

"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Sarge

21 November 2007, 00:44:03 #92 Letzte Bearbeitung: 21 November 2007, 00:47:52 von Sarge
Zitatdamn, already half past three, apologizing for the upcoming spam to thee, Threadinhaber!

ZitatEin großes "Entschuldigung" an den Apollon, äh, Sarge, äh, Alukröte (noch so ein Gespaltener).


Kein Ding, ich bin nicht die Obrigkeit, nur eine kleine, dem Sumpf entschlüpfte, alugeschmückte Rotbauchunke... :andy:

Ich würd ja mitmachen, aber ihr seid mir halt zu krank :icon_mrgreen: Ich glaube, ich werde mir gleich einen Rasenmäher um den Kopf schnallen und dich headbutten - deine Gesundung scheint noch nicht genug Fortschritte zu machen und mit deinem großen Selbstportrait wurde mir erst das Ausmaß des Mettbefalls bewusst. Ich glaube, das an dein Gehirn gedockte Mett lässt dich nur erzählen, was wir hören wollen... Rrrrrrrrrrrr rrrrrrr

Edit: Wenn ich nur mit Fotoprogrammen basteln könnte, mir schwebt gerade so ein Zidane in Rammbockpose vor mit nem draufgesattelten Mäher aufm Kopp... :dodo:

Chili Palmer

21 November 2007, 00:53:23 #93 Letzte Bearbeitung: 21 November 2007, 01:32:07 von Chili Palmer
Zitat von: Sarge am 21 November 2007, 00:44:03
Ich würd ja mitmachen, aber ihr seid mir halt zu krank :icon_mrgreen:

Dein "Blue Velvet"-Review sieht das anders.  ;)

Zitat von: Sarge am 21 November 2007, 00:44:03
Ich glaube, ich werde mir gleich einen Rasenmäher um den Kopf schnallen und dich headbutten

Wie rabiat. Ich glaube, ich bevorzuge doch Paules Kokstherapie. Oder wie heißt es so schön in "Der Letzte Kreuzzug": "Die österreichische Art gefiel mir besser".  :icon_mrgreen:

Zitat von: Sarge am 21 November 2007, 00:44:03
Edit: Wenn ich nur mit Fotoprogrammen basteln könnte, mir schwebt gerade so ein Zidane in Rammbockpose vor mit nem draufgesattelten Mäher aufm Kopp... :dodo:

"Mäher aufm Kopp" wollte irgendwie nicht so recht aussehen. Habe mir überlegt, dass Zizou das letztlich selbst übernimmt, von deinen Hypnosekröten-Fähigkeiten allerdings zum Mettbutt angestachelt wurde. Und einen Rasenmäher habe ich trotzdem noch unterbringen können...

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psychopaul

 :rofl:


Zitat von: Chili Palmer am 20 November 2007, 23:00:18
Chili:    Glaubt ihr, das hat den Kerl überzeugt? Ich meine, er ist 'n Filmfreak, das macht ihn sympathisch, aber die Tatsache, dass er sich für Patrick Bateman hält...
Dr. Lecter:    Zuvörderst hält er sich für eine analytische Wurst, dem sollte unser Hauptaugenmerk gelten... Bin ich das, der hier so riecht? Ist das etwa mein Haar? Tatar?
Mett Damon:    METT DAMON!

Nur gut, dass park-chan-wookie nicht auch noch du bist.  :king:

Analytische Wurst, das gefällt mir, das schreib ich später mal auf die Tür meiner Praxis.  :icon_mrgreen:
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Sarge

Zitat von: Chili Palmer am 21 November 2007, 00:53:23"Mäher aufm Kopp" wollte irgendwie nicht so recht aussehen. Habe mir überlegt, dass Zizou das letztlich selbst übernimmt, von deinen Hypnosekröten-Fähigkeiten allerdings zum Mettbutt angestachelt wurde. Und einen Rasenmäher habe ich trotzdem noch unterbringen können...



:LOL: :dodo: :respekt: Hehe, lol, sehr gut, ein bisschen klein für eine Avatarverwendung, aber bis zum ersten Dezember dürft's reichen, hoffe, dann mit meinen Krötenstrahlen auch etwas bei dir bewirkt zu haben :algo:

Chili Palmer

Zitat von: Bettwurst am 21 November 2007, 02:23:56
Nur gut, dass park-chan-wookie nicht auch noch du bist.  :king:

Mist, ich wusste doch, dass ich einen vergessen habe.  :icon_lol:

Zitat von: Sarge am 21 November 2007, 12:10:52
ein bisschen klein für eine Avatarverwendung, aber bis zum ersten Dezember dürft's reichen, hoffe, dann mit meinen Krötenstrahlen auch etwas bei dir bewirkt zu haben

Macht sich aber schön, der Lynch unter den Avataren, bei dem sich jeder fragt, was denn da abgeht.  :icon_razz:
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psychopaul

Schön, dass du dich dem traumhaften Meshes of the Afternoon angenommen hast.  :icon_smile:


Deine Transformers Kritik trifft auch gut ins Schwarze; auch wenn ich selbst mich bei dem Film mit all seinen Peinlichkeiten (auch dem ja gar nicht so lustigen "beabsichtigten Humor") köstlich amüsiert habe (ich sage nur robosexueller Subtext!) und ihn daher besser benote, hast du mit der Analyse, auch in Hinsicht auf die besorgniserregende Militärpartizipation natürlich den korrekteren Zugang.

Ich sehe aber ohnehin das "Krieg spielen" männlicher Kinder respektive ein fiktives Abgehen mit Waffen, Militär usw. bei Jugendlichen nicht ganz so eng, solange man irgendwann in den Jahren danach, wenn sich der geistige Horizont gewöhnlich erweitern sollte, sich auch für weniger martialische Dinge begeistern und die nötige Distanz aufbauen kann; das liegt immer auch in der Hand des Individuums selbst. Ein Michael Bay hat das natürlich nie geschafft..  :icon_mrgreen:  :algo:
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Sarge

Den korrekten Zugang gibt's doch nicht ;)... Übrigens, amüsiert habe ich mich ja auch. :icon_mrgreen: "Transformers" ist einfach Popcorntrash par excellence. Halte den auch nicht für gefährlich oder so, aber in einer Kritik muss man ja zumindest hinterfragen.

ZitatIch sehe aber ohnehin das "Krieg spielen" männlicher Kinder respektive ein fiktives Abgehen mit Waffen, Militär usw. bei Jugendlichen nicht ganz so eng, solange man irgendwann in den Jahren danach, wenn sich der geistige Horizont gewöhnlich erweitern sollte, sich auch für weniger martialische Dinge begeistern und die nötige Distanz aufbauen kann

Ich erinnere mich noch gut an meinen "300"-Besuch und daran, wieviele eigentlich große Jungen ihr Testosteron in die Erweiterung ihres Horizonts gepumpt haben. Waren doch noch erschreckend viele. ;)

psychopaul

Zitat von: Sarge am  4 Januar 2008, 15:01:31
Ich erinnere mich noch gut an meinen "300"-Besuch und daran, wieviele eigentlich große Jungen ihr Testosteron in die Erweiterung ihres Horizonts gepumpt haben. Waren doch noch erschreckend viele. ;)

Ja, das macht für mich auch genau den Unterschied aus. Wenn 14 jährige zu Transformers johlen, dann halte ich das für "in Ordnung" (  :icon_lol:  ;)), wenn es 30-40 jährige bei 300, nämlich auch bei manchen gar nicht so "coolen Szenen", sondern eher schon abstoßenden Stellen tun, ist erschreckend das richtige Wort.
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Snake_Plissken

Hi Sarpollon...  :icon_lol:

Ich hab mir grad mal Deine Blue Velvet - Review durchgelesen. Was soll ich sagen? Was generell sehr gut beginnt, (z.B. "Das abgeschnittene Ohr als mysteriöses Schlupfloch in der Trennwand zwischen zwei übereinander geschichteten Welten."), driftet spätestens ab "Das Ohr als Amputation eines Harmoniepartikels der Idylle, eine Verletzung dieser zweifelsohne." ab.

Nicht falsch verstehen. Wer den Film kennt, wird sich auch in Deinem Review zurechtfinden und einige Freude daran haben (wie ich auch), doch eine Person, die sich Dein Review herausgesucht hat, um sich im Vorfeld über den Film zu informieren, wird damit wohl nicht zurechtkommen. Vielleicht sind die Pferde mit Dir durchgegangen? Vielleicht ist Dein Review die einzig korrekte Art Lynch-Filme zu kommentieren? Ich weiß es nicht. Was ich sagen kann ist, dass man es mit Deinem Review mit einem Kunstwerk zu tun hat, allerdings eines, das nicht jedem Zugang gewährt.

Das ist einerseits bemerkenswert, deckt sich allerdings nicht mit meiner Auffassung von Filmkritiken.

Greetings Snake_
I made a movie in Bulgaria. I'm ready for everything!
-The incomparable Mr. Bruce Campbell-

Jedem Sturm sein Wasserglas
-Nagel-

Sarge

ZitatHi Sarpollon...

Ich hab mir grad mal Deine Blue Velvet - Review durchgelesen. Was soll ich sagen? Was generell sehr gut beginnt, (z.B. "Das abgeschnittene Ohr als mysteriöses Schlupfloch in der Trennwand zwischen zwei übereinander geschichteten Welten."), driftet spätestens ab "Das Ohr als Amputation eines Harmoniepartikels der Idylle, eine Verletzung dieser zweifelsohne." ab.

Nicht falsch verstehen. Wer den Film kennt, wird sich auch in Deinem Review zurechtfinden und einige Freude daran haben (wie ich auch), doch eine Person, die sich Dein Review herausgesucht hat, um sich im Vorfeld über den Film zu informieren, wird damit wohl nicht zurechtkommen. Vielleicht sind die Pferde mit Dir durchgegangen? Vielleicht ist Dein Review die einzig korrekte Art Lynch-Filme zu kommentieren? Ich weiß es nicht. Was ich sagen kann ist, dass man es mit Deinem Review mit einem Kunstwerk zu tun hat, allerdings eines, das nicht jedem Zugang gewährt.

Das ist einerseits bemerkenswert, deckt sich allerdings nicht mit meiner Auffassung von Filmkritiken.

Greetings Snake_

Was soll ich sagen? ;) Erstmal Danke für das Feedback und deine Sicht. Wenn die Pferde hier mit mir durchgegangen sind, gehen sie es wohl öfter mal ;) Interessant ist, dass es zu "Blue Velvet" eine Seite vor dieser auch schon positives Feedback gab. Die Zwickmühle wird also deutlich: Man muss sich irgendwie entscheiden, welchen Weg man geht, ob man versucht, die womöglich bizarre Essenz eines Filmes herauszufiltern auf Kosten des Verständnisses der Leserschaft, die den Film nicht kennt. Aber irgendwann, wenn du etwas Schwieriges zu erklären oder interpretieren versuchst, ist man beim tieferen Eindringen in die Materie irgendwie an dem Punkt angelangt, wo der Nachteil des Nichtkennens bzw. Nicht-Gesehen-, Nicht-Gehört-, Nicht-Gefühlt-Habens (gerade bei Lynch) nur noch schwer mit Worten zu kompensieren ist. Oder aber man versucht eben einfach nur, einen Überblick zu verschaffen, was "Blue Velvet"-Kenner wiederum wahrscheinlich nichts bringen würde und mich persönlich auch nicht befriedigt hätte.
Die wahre Kunst ist es dann wohl, wenn man beides schafft.

Falls der Faden auch mit den Begriffen "Es" und "Über-Ich" gerissen ist: Hm ja. Ich will nicht bestreiten, dass ich mich manchmal in meine Perspektive hineinsteigern kann :icon_mrgreen: Bsp.  ich las mal nach Monaten wieder einen eigenen Text und hatte selbst Schwierigkeiten, die damalige Perspektive wiederzufinden, sodass das ich das Kryptische unbedingt nachträglich entschärfen musste :icon_lol:) Aber im obigen Bsp. habe ich zumindest noch versucht, mit "Sigmund Freud" den Hinweis zu geben, dass jetzt ein bisschen Psychoanalyse kommt. Und im Prinzip hangelt sich der Text daran entlang. Ich selbst konnte mir den Film so gut erklären: Über-Ich = Ideale -> überspitzte Idylle zu Anfang und am Ende, nicht zuletzt Sandy als das naive, unbefleckte Kleinstadtmädchen schlechthin... Es = Triebe -> die ganze "dunkle" Welt, die um Frank zirkuliert... Ich -> schließlich Jeffrey, hin und hergerissen zwischen beidem.

Vince

@Snake: Ich finde, dass Apollons Art zu schreiben gerade auf dieser Plattform hervorragend zur Geltung kommt, da es ja genug anderweitige Autoren gibt, die "normal" über einen solchen Film schreiben und eher eine Kritik im Sinne einer Orientierung für den geneigten Zuschauer anstreben. Das ergänzt sich ja alles und daher ist es doch sehr angenehm, dass man hier und da auch mal was zum Knobeln hat, denn die neueren Kritiken Apollons gewinnen grundsätzlich jedem Film, dem sie gelten, nicht nur eine, sondern Dutzende neuer Facetten ab. Zumindest weiß ich bei Apollon immer, dass ich neue Erkenntnisse geliefert bekomme, wenn ich eine seiner Kritiken anklicke - selbst wenn es die hundertste Kritik ist.

Snake_Plissken

6 Januar 2008, 16:51:14 #103 Letzte Bearbeitung: 6 Januar 2008, 17:08:58 von Snake_Plissken
@ Sarge und Vince:

Wie gesagt, mir hat die Kritik durchaus gefallen. Ich habe dies ja auch zum Ausdruck gebracht. Sie ist enorm kunstfertig, schenkt dem Leser vielleicht eine neue Perspektive auf einen wohlbekannten Film und ist von daher auch ganz und gar nicht überflüssig.

Was mir auffiel, war einfach die Tatsache, dass man der Kritik nur folgen kann, wenn man den Film kennt. Das ist zumindest ein anderer Ansatz, als die meisten anderen Autoren gehen (inkl. mir) und auch ganz sicher ein mutiger. Diskussionswürdig allerdings auch, da zumindest ein recht elitärer Eindruck erweckt wird.

ZitatDie wahre Kunst ist es dann wohl, wenn man beides schafft.

Wenn Dir das gelingt, wäre diese Kritik wohl perfekt. Und damit meine ich nicht, dass man zwangsweise eine Inhaltsangabe des Filmes liefert (damit wir uns nicht mißverstehen).

Greetings Snake_
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Vince

Ja, das passt schon, ich finde das ja auch nicht verkehrt, das mal kritisch zu betrachten.

Sarge

ZitatWenn Dir das gelingt, wäre diese Kritik wohl perfekt. Und damit meine ich nicht, dass man zwangsweise eine Inhaltsangabe des Filmes liefert (damit wir uns nicht mißverstehen).

Nein, tun wir nicht. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, wird man eine solche perfekte, alle, wirklich alle Seiten zufrieden stellende Kritik vielleicht nur einmal im Leben abliefern. ;) Ist halt schon schwer, ebenso wie es keine Musik, keinen Film geben wird, der allen gefällt. Was ja aber auch gut so ist. Dank an Vince, dass ich mich darin bestätigt fühlen kann, dass dieser Weg, die Freiheiten der ofdb zu nutzen, nicht der verkehrteste ist. Nichtsdestotrotz ist deine Kritik, Snake, vollkommem in Ordnung, vor allem, um es nicht zu weit zu treiben und die Pferde rechtzeitig zu zügeln.

Vince

Ich möchte, dass du die reine Tatsache, dass ich mich wegen deiner "Inland Empire"-Kritik hier und jetzt zu Wort melde, als Anerkennung für deine darin gezeigte Leistung nimmst - denn sagen kann und will ich zu dem Text nichts. Dazu ist er schlicht und ergreifend zu bedeutsam.

Sarge

 :icon_eek: Ich danke dir und weiß es sehr zu schätzen, dass du diesem Blick durch verschwommene Scheiben des rezensionstechnischen Ichs auf dunkle Abgründe etwas abgewinnen konntest. ;)

Mr. Vincent Vega

Es tut mir ja doch etwas leid, das sagen zu müssen, aber mit deiner "Sweeney Todd"-Besprechung muss ich dich leider ernster nehmen, als es mir lieb ist, denn das ist ein stückweit die Kritik, die ich gern geschrieben hätte und die mehr Verständnis, Kenntnis und Einfühlungsvermögen an den Tag legt, als sämtliche Rezensionen des Films in der 'seriösen' Kritik. Ein Review, das wunderbar zu lesen und sehr clever gestrickt ist, einen gehörigen Subtext sein eigen nennt und mit einem wunderbar prätentiösen, auf Filmkenntnis schließenden, sehr gefälligen Schlusssatz endet. Bravo.

Sarge

Nach Lesen des ersten Satzes dachte ich, jetzt kommt's. Aber ist ja dann doch sehr schmeichelhaft geworden, danke :icon_redface: , obwohl ich wirklich gar nicht so ganz zufrieden bin. Kommt aber wohl auch, weil es ja ebenfalls einer meiner Lieblingsregisseure ist, Nicht-Gerecht-Werden-Syndrom und so. Dass dir der Schluss zusagt, wo er ja auf einen dir nicht gefallenden Film anspielt, überrascht ;).

Fastmachine

Doch mehr als ein Wort muss ich über dein Review zu "Zabriskie Point" verlieren.

Mir scheint, Du hast deine sehr individuelle, fast poetische Schreibweise jetzt zu geradezu klassischer Form entwickelt.

"Blue Velvet" war mir noch zu einseitig exaltiert, aber "Sweeney Todd" ereichte schon die überzeugende Balance zwischen literarischen Bildern, analytischer Schärfe, lakonischem Ton und weiser Selbstbeschränkung im Umfang. Könnte man so auch über "Zabriskie Point" sagen.

Dein Einstieg über Antonionis Naturbilder verliert sich nicht in Poesie, sondern führt zum Kern des Films. Mit knappen Sätzen deutest Du Antonionis politische Position einleuchtend an, zwar mit Verständnis, aber nie mit kritikloser Kumpanei.
Dein Urteil 7/10 ist mutig, aber für mich das bisher einleuchtendste.
Sehr eigenständig und schön. :respekt:


Ich mag keine Filme; die verblöden nur. (Alfons d. Ä.)

Sarge

Danke, die Punktbewertung fiel mir auch etwas schwer, aber unterm Strich ist mir der Film dann doch etwas zu "links". Aber das wiederum ist, wie ich ja erwähne, eben der Zeit geschuldet. Der Idealismus ist dafür groß und zu spüren, Marx kann man auch toll finden, Lenin ist meiner Meinung nach grenzwertig, aber Castro und Mao sind mir des Enthusiasmus dann doch zu viel.

Bretzelburger

Es zeigt sich an deiner Aussage, wie wichtig es ist, Antonionis Werk zu kennen, um seine Intentionen genauer zu verstehen. Das ist keineswegs kritisch gemeint, denn auch die Chinesen haben ihn schon damals missverstanden. Weil Antonioni ihnen als Marxist und Mao-Fan erschien, luden sie ihn nach China ein, um eine Dokumentation über ihr Land herzustellen.

Der 4stündige Film ist grossartig und einmalig, aber Antonioni liess sich nicht verbiegen und schaute auf die Menschen statt auf kommunistische Errungenschaften, weshalb der Film in China sofort verboten wurde und erst vor wenigen Jahren erstmals in China gezeigt werden konnte. "China" entstand zwei Jahre nach "Zabriskie Point" und ist das deutliche Anzeichen dafür, dass Antonionis Blick keineswegs so naiv "links" war, wie du es interpretierst und dem Zeitgeist zuschreibst.

Sarge

Nein, die Doku kenne ich nicht. Nicht abzustreiten ist jedoch in "Zabriskie Point" die positive Belegung Maos, die Einreihung in die Ikonen der 68er-Bewegung. Wenn Antonioni so "naiv" nicht war, ist es doch sehr interessant, warum er der Einladung eines Massenmörders überhaupt folgte. Ganz einfach, weil Regimekritik damals selbstverständlich nicht stattgefunden hat. Der Gletscher legt die Leichen ja immer erst Jahre später frei. Antonionis Sicht in "Zabriskie Point" erinnert mich an die vielen Studenten, die '68 neben Marx- und Che-Guevara-Plakaten mit Mao-Konterfeis im guten Glauben gegen den Vietnamkrieg protestiert haben. Naiv will ich das aber nicht nennen, dem Zeitgeist geschuldet ist aber absolut.

psychopaul

seh ich jetzt ja erst, deinen Text zu "Se Body", die Thematik klang für mich auch immer sehr interessant, aber ich dachte, das ist einfach nur ein Scheißfilm durch und durch. Aber den werd ich mir dann auch mal geben.  :icon_smile:


Den umstrittenen  :icon_lol: :icon_lol: Triumph hab ich mir noch immer nicht angesehen, aber dein Zugang scheint mir da am vernünftigsten zu sein.  :respekt:
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Sarge

"Se Body" ja, du würdest nichts verpassen, wenn du ihn verpasstest, als reiner Abendfilm schon ein Rohrkrepierer :scar:. Auch aus der Idee hätte man sicher mehr machen können, aber er stellt doch einige aus christlicher Sicht unbequeme Fragen und positioniert sich mal gegen diesen ganzen vatikanischen Verein. Ist wenigstens mal ein richtiger Sakrileg-Film. Das war mir dann doch ein paar Worte wert.


McKenzie

Die Behauptung, Antonioni würde sich in "Zabriskie Point" mit den Studenten verbrüdern halte ich offen gesagt für absurd (sowohl als Kenner des Regisseurs als auch mit Blick auf den einzelnen Film, der für mich eher spiritueller als politischer Natur ist [was aber eben wiederum nicht so offensichtlich und einfach ist]). Schon die Anfangssequenz zeigt sehr deutlich einen zweifelnden Blick auf das, was diese Versammlung (natürlich repräsentativ für die gesamte Studentenbewegung)erreichen will, nach dem Motto "Was soll denn das eigentlich werden?". Antonioni beurteilt die "Strategie" dieser Studenten sehr negativ, geht mit der Figur von Mark deswegen auch teilweise etwas ironisch um (was sicherlich einer der wenigen Kritikpunkte an diesem überlebensgroßen Film ist), die Ideale dieser Bewegung hält er zwar für nobel, aber auch für träumerisch - er billigt ihnen aber größtmöglichen Respekt und Zustimmung zu in einigen Schlüsselsequenzen des Films wie beispielsweise in Marks "Flugzeugballett" das er für Daria in der Wüste aufführt.
Antonio war zwar politisch linksgerichtet, in seinen Filmen ist das aber meist eher am Rande oder sporadisch konkret und auch wirklich politisch auf den Plan getreten (z. B. auch in "La Notte").

Nur als kleinen Nachtrag.
Ich sollte dringend meinen alten Text löschen...
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Vincent Vega

Juchuu, er hat den Text entdeckt. Jetzt darf die Antonioni-Schlammschlacht beginnen.


(zu deiner TRIUMPH DES WILLENS-Besprechung äußere ich mich später)

Sarge

30 März 2008, 13:25:51 #118 Letzte Bearbeitung: 30 März 2008, 13:33:01 von Sarge
Eine Schlammschlacht? Ach nee, ich glaube nicht, dass wir uns jetzt hier für dich im Schlamm suhlen werden :nono: Sehe da nicht so viel Konfliktpotenzial. Wundert mich eh schon, dass McKenzie bei diesem "überlebensgroßen" Film nicht noch stärker interveniert hat ;) aber nicht, dass ich es jetzt heraufbeschwören wollen würde...

ZitatSchon die Anfangssequenz zeigt sehr deutlich einen zweifelnden Blick auf das, was diese Versammlung (natürlich repräsentativ für die gesamte Studentenbewegung)erreichen will, nach dem Motto "Was soll denn das eigentlich werden?". Antonioni beurteilt die "Strategie" dieser Studenten sehr negativ

Ich gehe konform, dass es die "Strategie" ist, die Mark verdrießt. Denn dass er ein Mann der Tat ist, steht ja außer Frage, jemand, "der für seine Ideen sterben würde". Und diesem Anspruch bleibt er uns ja auch nicht schuldig. Die Versammlung diskutiert, aber wo bleibt die Aktion? Mark würde sterben - aber "nicht vor Langeweile", daraufhin verlässt er die Versammlung, geschuldet also doch ganz profan einem mangelnden Willen zur Organisation. Woran aber macht sich jetzt der "zweifelnde Blick auf das, was die Versammlung erreichen will", denn fest?
 

Zitatdie Ideale dieser Bewegung hält er zwar für nobel, aber auch für träumerisch - er billigt ihnen aber größtmöglichen Respekt und Zustimmung zu in einigen Schlüsselsequenzen des Films wie beispielsweise in Marks "Flugzeugballett" das er für Daria in der Wüste aufführt.

Das sehe ich nicht anders. Und dies ist kein Sympathisieren? Zu einer Verbrüderung mag vielleicht noch mehr gehören, aber von Verbrüderung habe ich auch gar nicht geschrieben. Gerade das "Träumerische" erfährt in meinen Augen jedoch gar keine negative Konnotation, wo uns Antonioni am Ende doch klarmacht, dass auch der träumende Untätige ein Rebell sein kann - und überhaupt, dass das Problem vielleicht gar keine Aktion erfordert, sondern eine Kopfsache ist. Vor allem weil eine Aktion zwar ein Zeichen setzt, aber nur ein Symptom bekämpft, nicht jedoch dessen Ursache.

Chili Palmer


Erstmal nur Glückwünsche zum Riewjuhtipp, das ist bei diesem hartumkämpften Film (jetzt schon über 40 Meinungsäußerungen and growing) mal 'ne Leistung. Lesen tue ich es nach bewährtem Hausrezept erst, wenn ich den Film gesehen habe. Auch das eine Tradition, das Hinterherhinken.  :icon_lol:

Habe allerdings beim Schnellscrollen die GALA-Wertung vermisst.

Und auf diesem Wege auch noch Props an Homie Vince, der noch einmal die Rolläden am Quick Stop hochgezogen hat.  :icon_razz:

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