Autoren-Thread: vodkamartini

Erstellt von vodkamartini, 1 Januar 2008, 16:16:57

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vodkamartini

@COPFKILLER
Ich habe Barry Lyndon seit Jahren nicht mehr gesehen, allerdings auch seither nie das Bedürfnis verspürt, an diesem Zusatand etwas zu ändern. Wie gesagt, die Idee, die Langsamkeit der Zeit filmisch umzusetzen in allen Ehren. Aber warum soll das historisch korrekt sein? Keiner war dabei und kann den Rhythmus nachempfinden. Wie bei allen historischen Spielfilmen bleibt letzlich vieles Spekulation und noch viel mehr Interpretation. O´Neal halte ich für fehlbesetzt, obgleich seine totale Farblosigkeit irgendwie auch wieder den Intentionen Kubricks zuarbeitet. Ein interessantes filmisches Experiment, aber kein guter Film.
Bei Kubrick wird oft bemängelt, dass ihm das abgeht, was beispielsweise Spielberg im Überfluss besitzt (wofür dieser wiederum gern kritisiert wird): Ein Gespür für Timing, Tempo, Gefühl und vor alem die Fähigkeit eine Geschichte zu erzählen. All dies kann man auch bei Barry Lyndon feststellen.
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There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

Hedning

8 Juli 2008, 15:30:09 #61 Letzte Bearbeitung: 8 Juli 2008, 16:19:49 von Hedning
Ausgerechnet Spielberg zum Maßstab für die Bewertung von Barry Lyndon zu machen, finde ich schon ein wenig bizarr. Kubrick ging es sicher um ganz andere Dinge als die Maximierung des gefühlstriefenden Unterhaltungswerts für die ganze Familie ("Duell" ist natürlich ein guter Film, da hätte Spielberg mal weitermachen sollen...).

Für mein Empfinden ist die Langsamkeit vieler Szenen bei Barry Lyndon der Spannung nicht abträglich, sondern erhöht sie stellenweise nahezu bis ins Unerträgliche (Duell zwischen Barry und seinem Stiefsohn). Mich haben nur ganz wenige Filme in vergleichbarem Maß emotional mitgenommen. Von meiner Bewunderung für die einzigartigen Bilder (nicht nur die vielzitierten Kerzenlichtaufnahmen, sondern auch die einmaligen Landschaftsimpressionen) ganz zu schweigen. Auch Leonard Rosenmans Filmmusik mit ihren originellen Bearbeitungen der Händel-Sarabande ist unvergesslich.


vodkamartini

Da hast du mich falsch verstanden. Ich wollte Spielberg hier nicht zum Maßstab machen. Vielmehr hat Barry Lyndon für mich die bekannten Schwächen Kubricks, die bei Spielberg als Stärken gelten (er wiederum hat ganz andere Schwächen). Wir drehen uns sowieso im Kreis. Ich finde Barry Lyndon langweilig, schwerfällig und sperrig. Emotional spricht er mich überhaupt nich an. Zugegebenermaßen geht mir das bei Kubrick häufig so, ich bin also durchaus etwas voreingenommen. Ich habe mich intensiv (auf allen möglichen Ebenen) mit historischen Spielfilmen auseinadergesetzt, dies ist einer den ich am wenigsten mag. Für mich ist er mehr experimentell als unterhaltend. Letzteres ist allerdings ein Kriterium, das ich bei Spielfilmen für essentiell halte (auch bei intelligenten und anspruchsvollen).
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Hedning

Aber diese Aussage
Zitat von: vodkamartini nach  8 Juli 2008, 14:25:44Bei Kubrick wird oft bemängelt, dass ihm das abgeht, was beispielsweise Spielberg im Überfluss besitzt (wofür dieser wiederum gern kritisiert wird): Ein Gespür für Timing, Tempo, Gefühl und vor alem die Fähigkeit eine Geschichte zu erzählen. All dies kann man auch bei Barry Lyndon feststellen.

kann doch nur aus der Sicht eines Spielberg-Fans gelten. In allen von dir angesprochenen und als Schwächen Kubricks darstestellten Aspekten ist "Barry Lyndon" für mich perfekt. Barry Lyndon mit Timing, Tempo, Gefühlsabbildungen und Erzählweise à la Spielberg wäre für mich alles andere als eine Verbesserung...

Im übrigen bin ich beileibe nicht übergreifend Kubrick-Fan. Was ich sonst von ihm gesehen habe, empfinde ich zweifellos als Äußerungen eines sehr kreativen Geistes, aber es spricht mich nicht übermäßig persönlich an.

vodkamartini

Ich bin kein uneingeschränkter Spielberg Fan. Ich mag weder Always noch Die Farbe Lila noch Amistad. Und Der Soldat James Ryan kommt bei mir auch nicht über 5 Punkte. In seinen besten Arbeiten allerdings ist er ein großartiger Geschichtenerzähler. Selbiges würde ich von Kubrick nicht behaupten, auch wenn jetzt so mancher einwänden wird, man solle nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Vor die Wahl gestellt würde ich Spielberg eindeutig favorisieren, man möge mich dafür belächeln. Ach ja, Barry Lyndon finde ich furchtbar langweilig, ganz subjektiv gesehen.
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McKenzie

10 Juli 2008, 23:36:26 #65 Letzte Bearbeitung: 11 Juli 2008, 00:30:11 von McKenzie
Okay, Antwort für ausreichend befunden. Du lebst eben in einer ganz anderen Welt als ich.  :icon_mrgreen:
Deswegen wäre eine Diskussion auch müßig - ich könnte jetzt auf dich eindringen, wie du nur Spielberg Kubrick vorziehen kannst. Aber bei dir wäre das, glaube ich, nicht fair von mir. Du bist ja nicht wie Mr. Vincent Vega jemand, der Filme manchmal bis zur letzten Gräte intellektuell zerlegt, allerdings nur dann, wenn es ihm gerade passt und alles schön spießig-zugeknöpft, aber asexuell ist. Du bist konsequent.  ;)

Manchmal muss ich mich geschlagen geben. In meinem Freundeskreis gibt es auch viele normale Mainstream-Gucker und da musste ich auch lernen, zu akzeptieren.  :icon_cool:

PS: ALWAYS ist aber doch toll, selten war Spielberg so trashig.  :respekt:
ZitatPunctuality is the thief of time

- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.

- Elizabeth Taylor


Mr. Vincent Vega

Zitat von: McKenzie nach 10 Juli 2008, 23:36:26
Okay, Antwort für ausreichend befunden. Du lebst eben in einer ganz anderen Welt als ich.  :icon_mrgreen:
Deswegen wäre eine Diskussion auch müßig, ich könnte jetzt auf dich eindringen, wie du nur Spielberg Kubrick vorziehen kannst, aber bei dir wäre das, glaube ich, nicht fair von mir. Du bist ja nicht wie Mr. Vincent Vega jemand, der Filme manchmal bis zur letzten Gräte intellektuell zerlegt, allerdings nur dann, wenn es ihm gerade passt und alles schön spießig-zugeknöpft, aber asexuell ist.


Also erst einmal ergibt dieser Satz grammatikalisch keinen Sinn. Und ferner verstehe ich nicht, was du mit asexuell meinst. Man kann mir gern vorwerfen, dass ich Filme gern mal an schwulen Kriterien abgleiche, aber als "asexuell" empfinde ich eher deine bzw. manch andere Rezeption.

Zitat von: McKenzie nach 10 Juli 2008, 23:36:26
PS: ALWAYS ist aber doch toll, selten war Spielberg so trashig.  :respekt:


Langsam ist es echt nur noch B-O-R-I-N-G.

McKenzie

11 Juli 2008, 00:38:09 #67 Letzte Bearbeitung: 11 Juli 2008, 00:39:57 von McKenzie
Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 10 Juli 2008, 23:43:17
Also erst einmal ergibt dieser Satz grammatikalisch keinen Sinn.


Besser? Ich bin übermüdet.  :icon_lol:

Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 10 Juli 2008, 23:43:17
Und ferner verstehe ich nicht, was du mit asexuell meinst. Man kann mir gern vorwerfen, dass ich Filme gern mal an schwulen Kriterien abgleiche, aber als "asexuell" empfinde ich eher deine bzw. manch andere Rezeption.


Wir reden darüber nochmal in Ruhe an der Strippe.  ;) In jedem Fall ist doch meine Rezeption total prüde und hetero und die deine das komplette... Ach, lassen wir das, es wäre gemein von mir.
Für mich bist du jedenfalls das perfekte schwule Gegenstück zu dem Klischeebild des homophoben Dorf-Rednecks - damit bugsierst du dich eben in eine bestimmte Richtung.  :icon_twisted:
Meine Rezeption ist im übrigen ganz bestimmt nicht asexuell sondern richtig schön schwul, aber ich kann nicht erwarten, dass DU das verstehst.  :pidu:

Zitat von: Mr. Vincent Vega nach 10 Juli 2008, 23:43:17
Langsam ist es echt nur noch B-O-R-I-N-G.


Ich hab's doch gerade erst dreimal erwähnt, das ist noch gar nichts.  :icon_cool: Vielleicht sollte ich ein Review schreiben, das wäre mal eine Herausforderung. Ich weiß natürlich, das Spielberg seine Zuckerwatte liebt und nicht genug davon in seine Filme pressen kann, allerdings gleitet ihm die Kontrolle darüber in ALWAYS im Handlungsverlauf immer weiter aus den Händen was schließlich in einem wahren Feuerwerk unfreiwilliger Komik, einem echten Melodrama-Trash endet. Was ich im übrigen auch süß finde, ich mag Filme, die schweißüberströmt trotzdem scheitern.  ;)

Im übrigen war das gar nicht an dich gerichtet, du Fanboy!
ZitatPunctuality is the thief of time

- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.

- Elizabeth Taylor


vodkamartini

"A man has to know his limitations". Nicht nur Popkultur, sondern gewissermaßen auch Leitmotiv des zweiten Teils.

http://www.ofdb.de/review/440,306527,Callahan
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Happy Harry mit dem Harten

Gneau wie deine Besprechung zum ersten teil eine echte bereicherung für die OFdb!!

Obwohl ich die Filme nicht so hpoch bewertet habe, so kann ich nur Lob aussprechen denn du triffst ihren essentiellen Charakter geradezu perfekt. Freue mich schon extrem auf die, hoffentlich noch kommenden (?), Reviews zu den drei weiteren Teilen...

Den Leitsatz den du zitierst könnte man übriigens auch auf dich beziehen. Du scheinst deine nämlich zu kennen und schreibst nur etwas, wenn du wirklich etwas zu sagen hast. Nicht ohne Grund wirken deine Ergüsse so souverän...

So, genug geschleimt.  ;)

vodkamartini

Zitat von: COPFKILLER nach 12 Juli 2008, 23:26:42
Gneau wie deine Besprechung zum ersten teil eine echte bereicherung für die OFdb!!

Vielen Dank. Ein schönes Kompliment. :king:

Zitat von: COPFKILLER nach 12 Juli 2008, 23:26:42
Obwohl ich die Filme nicht so hpoch bewertet habe, so kann ich nur Lob aussprechen denn du triffst ihren essentiellen Charakter geradezu perfekt. Freue mich schon extrem auf die, hoffentlich noch kommenden (?), Reviews zu den drei weiteren Teilen...

Die nächsten drei Teile sind fest geplant (in der chronologischen Reihenfolge), werden aber gerade wegen ihrer nachlassenden Qualität und inhaltlichen Substanz nicht unbedingt leichter zu besprechen sein.

Zitat von: COPFKILLER nach 12 Juli 2008, 23:26:42
Den Leitsatz den du zitierst könnte man übriigens auch auf dich beziehen. Du scheinst deine nämlich zu kennen und schreibst nur etwas, wenn du wirklich etwas zu sagen hast. Nicht ohne Grund wirken deine Ergüsse so souverän...

Nochmals vielen Dank, aber ernsthaft, du sprichst da einen wesentlichen Grundsatz meiner Reviewtätigkeit an. Ich schreibe tatsächlich nur etwas zu Filmen, von denen ich meine etwas Vernünftiges, oder Interessantes, oder manchmal auch einfach mal nur "Böses" zu sagen zu haben. :anime: Ob ich diesem Anspruch wirklich immer gerecht werde müssen andere beurteilen.

Zitat von: COPFKILLER nach 12 Juli 2008, 23:26:42
So, genug geschleimt.  ;)

Ach nö. Mach nur noch ein bißchen weiter ...  ;)
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vodkamartini

Kontinuierlicher Qualitätsverlust bei stetig wachsendem Publikumserfolg:

http://www.ofdb.de/review/439,307791,Der-Unerbittliche
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vodkamartini

Vergangenheitsbewältigung im bundedeutschen Kriegsfilm der 1950er Jahre:

http://www.ofdb.de/review/23528,307958,Es-geschah-am-20-Juli
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vodkamartini

Ein grimmiger Kommentar zu Vigilantismus, Nihilismus und Terror im Gewand eines Sommerblockbusters. Nolan hat zu alter Stärke zurückgefunden, ironischerweise im Mainstreamkino.

http://www.ofdb.de/review/149456,316377,The-Dark-Knight
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Crumby Crumb & the Cunty Bunch

Ich finde es unverantwortlich, wie Du bei der Flut an Texten noch einen reinsetzt, und damit gleich am ersten Tag doppelt so viele Klicks hast, wie "andere" in 2 Wochen. Das liegt nicht einmal daran, daß Dein Text gut ist, sondern sicherlich daran, daß alle Leser gemein sind.

Nichtsdestotrotz ist der Text natürlich gut wie immer ;)
Stimme sogar mal Deiner Bewertung zu.
'Are you talkin' to me? You talkin' to me?' - Raging Bull, Pacino. Love that movie!

vodkamartini

 ;) Danke. Habe lange überlegt, ob ich bei der Menge an Reviews überhaupt noch was schreibe, zumal ich mit "v" am unteren Ende nicht mehr allzuviel Aufmerksamkeit bekommen werde. Irgendwie wollte ich dann doch noch den Vgilantismus-Gedanken miteinbeziehen. Ich habe den Film schon vor Wochenfrist in den USA gesehen und dort wird über diesen Aspekt des Films mehr diskutiert als hier. Auch hat mich der Film nach über einer Woche gedanklich immer noch beschäftigt, was sehr selten vorkommt.

Was die Klicks betrifft, das hängt natürlich von der Verweildauer auf der Startseite ab, da ist von 20 Miuten bis 6 Stunden ja alles drin. Gestern wurden halt nicht so viele reingestellt.
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Chili Palmer


Ich fand deinen Text (und speziell die Charakterisierung Batmans als Malocher) auch sehr gut, wie dieser Film überhaupt fast nur Lesenswertes zu generieren scheint. Er bietet halt auch sehr viele "argumentative Startblöcke", und ich finde es in diesem Falle auch interessant, zu hören, dass in Amerika vorrangig Batman und weniger die traumatisierte Gesellschaft im Kern der Diskussion zu stehen scheint.

Aber gut, das Land ächzt gerade unter der Last des Wahlkampfs, man guckt auf zu starken Männern, blickt nach vorne und nicht zurück, blabla...  ;)
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Mr. Vincent Vega

Der Film nervt. Und alle Kritiken zu dem Film nerven auch.

Chili Palmer


So, komm' mal mit, mein Kleiner, jetzt gehen wir dir ein Eis holen und dann darfst du dir noch einen Pixar-Film angucken, dafür lässt du uns aber mal kurz in Ruhe, ja?  :icon_mrgreen:
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filmimperator

Zitat von: Chili Palmer nach  8 September 2008, 21:30:45
wie dieser Film überhaupt fast nur Lesenswertes zu generieren scheint.


:respekt: Genau meine Rede! (Fernab aller Unterstellungen in meine Richtung.)


Zitat von: Mr. Vincent Vega nach  8 September 2008, 21:32:30
Der Film nervt. Und alle Kritiken zu dem Film nerven auch.


... und deine Kritik zum Film ganz besonders  :icon_evil:
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

vodkamartini

Zitat von: Chili Palmer nach  8 September 2008, 21:30:45
Ich fand deinen Text (und speziell die Charakterisierung Batmans als Malocher) auch sehr gut, wie dieser Film überhaupt fast nur Lesenswertes zu generieren scheint. Er bietet halt auch sehr viele "argumentative Startblöcke", und ich finde es in diesem Falle auch interessant, zu hören, dass in Amerika vorrangig Batman und weniger die traumatisierte Gesellschaft im Kern der Diskussion zu stehen scheint.

Aber gut, das Land ächzt gerade unter der Last des Wahlkampfs, man guckt auf zu starken Männern, blickt nach vorne und nicht zurück, blabla...  ;)

Danke :). Zur Rezeption in den USA: Gut, es wurden schon auch andere Aspekte des Films diskutiert. Ich würde nicht sagen, dass Batman dort vorrangig im Blickpunkt steht, aber eben auch. Bei uns scheint mir das anders zu sein. Hier überwiegen klar die gesellschaftspolitischen Fragen. Wie du schon sehr richtig erwähntest, bietet der Film viele Analyse-"Startblöcke". Wenn so viel geschrieben wird - und ich bin auch der Meinung, dass hier einige sehr gute Reviews dabei waren - dann macht es Sinn, sich einen Aspekt zu suchen, der bisher weniger stark im Fokus stand. Andernfalls würde man möglichen Lesern wenig Neues bieten.

@Mr. VV
Wenn du so genervt von Film und Besprechungen bist, weshalb hast du dann eigentlich selbst eine verfasst?
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filmimperator

9 September 2008, 00:59:42 #81 Letzte Bearbeitung: 9 September 2008, 01:04:09 von filmimperator
Zitat von: vodkamartini nach  9 September 2008, 00:04:29
@Mr. VV
Wenn du so genervt von Film und Besprechungen bist, weshalb hast du dann eigentlich selbst eine verfasst?


Das weiß er wahrscheinlich mittlerweile schon selbst nicht mehr. Aber ich denke eher, dass er einfach wieder mal vollkommen sinnfrei etwas vollkommen Negatives sagen wollte - egal, ob er es so meint oder nicht...

Aber immerhin ist seine "Wanted"-Kritik sehr gelungen, die ich mir vor ein paar Stunden mal zu Gemüte geführt habe - auch wenn ich eine ganz andere Meinung zu dem Film habe.

@ Mr. VV: Ob wir uns jemals wieder/überhaupt mal lieb haben (können)?  :icon_rolleyes:
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filmimperator

Schöne Kritik zu "Tropic Thunder", bei der ich fast in allen Punkten mitgehen kann  :respekt:.

Allerdings noch ein paar Anmerkungen dazu. Du schriebst:
Zitatdie Divenhaften Stars

"divenhaft" schreibt man <- so  ;). (diese Stelle befindet sich gleich im ersten Abschnitt.)

Etwa genau in der Mitte der Kritik:
ZitatAls Speedman gekidnapped wird

Also wenn schon eindeutschen, dann richtig: "geknidnappt" heißt es richtig  ;).

Weiter:
ZitatLeider verschwindet vor allem in der zweiten Filmhälfte die Satire immer mehr hinter einer Flut an Schießereien und Explosionen. Das erhöht zwar ordentlich das Tempo, nimmt dem Streifen aber auch viel von seinem subversiven Biss. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Zumal das Ende recht vorhersehbar und massentauglich daherkommt.


Klar sind Bewertungen immer subjektiv und das Thema wurde auch schon oft angesprochen. Aber dass du dann am Ende trotzdem noch auf knappe 9 Punkte kommst, erschließt sich mir nicht ganz. Die Wörter "viel" und "eindeutig" wiegen an dieser Stelle nämlich schon sehr schwer.

Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

Chili Palmer


Ich möchte ja ungern meine Vorgehensweise zum Maßstab machen, aber nur als Vorschlag sei mal gesagt: Wenn ich wirklich störende Tippfehler in anderen Reviews entdecke, schicke ich die Korrekturen per PM, das hilft jedenfalls, die Threaddiskussionen von solchen Nickeligkeiten freizuhalten. Würde es auf Dauer jedenfalls ein wenig belastend finden, diverse Threads aufzurufen, um mir durchzulesen, dass da in den Texten irgendwo wieder Buchstaben fehlen. Natürlich ist das momentan ein wenig überzogen, werter imperator, aber derlei Postings scheinen mir von deiner Seite aus doch zuletzt häufiger vorgekommen zu sein, und "Wehret den Anfängen", kann ich da nur sagen.  :icon_cool:

Und hier

Zitat von: filmimperator nach 24 September 2008, 23:02:47
"geknidnappt" heißt es richtig


gehe ich nicht mit.  ;)
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

filmimperator

Zitat von: Chili Palmer nach 25 September 2008, 11:56:13
Ich möchte ja ungern meine Vorgehensweise zum Maßstab machen, aber nur als Vorschlag sei mal gesagt: Wenn ich wirklich störende Tippfehler in anderen Reviews entdecke, schicke ich die Korrekturen per PM, das hilft jedenfalls, die Threaddiskussionen von solchen Nickeligkeiten freizuhalten. Würde es auf Dauer jedenfalls ein wenig belastend finden, diverse Threads aufzurufen, um mir durchzulesen, dass da in den Texten irgendwo wieder Buchstaben fehlen. Natürlich ist das momentan ein wenig überzogen, werter imperator, aber derlei Postings scheinen mir von deiner Seite aus doch zuletzt häufiger vorgekommen zu sein, und "Wehret den Anfängen", kann ich da nur sagen.  :icon_cool:


Das solltest du dann aber MMeXX bei Gelegenheit auch mal mitteilen. Kein Problem. Zukünftig kann ich auf Rechtschreibfehler auch per PM hinweisen, denn sie unterbinden tatsächlich etwas die Diskussion.

Zitat
Und hier

Zitat von: filmimperator nach 24 September 2008, 23:02:47
"geknidnappt" heißt es richtig


gehe ich nicht mit.  ;)
[/quote]

Schau mal unter der Online-Standardquelle, www.canoo.net, nach beiden Schreibweisen. Eine davon wird es nicht geben und das aus gutem Grund  ;). Wenn du natürlich einen echten Duden zur deutschen Rechtschreibung zur Hand hast und dort etwas anderes geschrieben steht: kein Problem  :icon_cool:.
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vodkamartini

Zitat von: filmimperator nach 24 September 2008, 23:02:47
Schöne Kritik zu "Tropic Thunder", bei der ich fast in allen Punkten mitgehen kann  :respekt:.

Danke, wenn ich auch im Rückblick sagen muss, dass sie etwas zu lang geraten ist. Hier hätte ich mich kürzer fassen können und hätte trotzdem alles Wesentliche gesagt.

Zitat von: filmimperator nach 24 September 2008, 23:02:47
Allerdings noch ein paar Anmerkungen dazu. Du schriebst:
Zitatdie Divenhaften Stars

"divenhaft" schreibt man <- so  ;). (diese Stelle befindet sich gleich im ersten Abschnitt.)

Etwa genau in der Mitte der Kritik:
ZitatAls Speedman gekidnapped wird

Also wenn schon eindeutschen, dann richtig: "geknidnappt" heißt es richtig  ;).

Beim ersten Fall hast du recht. Beim zweiten nur teilweise. Richtig heißt es "gekidnappt" (ohne ein zweites "n"). Ich habe den Film in den USA gesehen und besprochen, daher vielleicht der Fehler mit der Endung -ed. (Ist natürlich eine schwache Entschuldigung, ich weiß).
[/quote]

Zitat von: filmimperator nach 24 September 2008, 23:02:47
Weiter:
ZitatLeider verschwindet vor allem in der zweiten Filmhälfte die Satire immer mehr hinter einer Flut an Schießereien und Explosionen. Das erhöht zwar ordentlich das Tempo, nimmt dem Streifen aber auch viel von seinem subversiven Biss. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Zumal das Ende recht vorhersehbar und massentauglich daherkommt.


Klar sind Bewertungen immer subjektiv und das Thema wurde auch schon oft angesprochen. Aber dass du dann am Ende trotzdem noch auf knappe 9 Punkte kommst, erschließt sich mir nicht ganz. Die Wörter "viel" und "eindeutig" wiegen an dieser Stelle nämlich schon sehr schwer.

Ich habe den Film eigentlich mit 8 Punkten bewertet (dachte ich), einfach weil ich mich über fast die gesamte Laufzeit prächtig amüsiert habe. Vor allem wenn es gegen das oftmals völlig lächerliche Method Acting geht, kann ich mich kaum noch halten. Natürlich habe ich in meinem Text ein paar kritische Anmerkungen untergebracht. Der Film hat ein paar sich wiederholende Szenen und den ein oder anderen Sparwitz. Insgesamt aber für mich die gelungendste Komödie / Persiflage / Satire (da bleibe ich dabei) seit langem.
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filmimperator

Zitat von: vodkamartini nach 25 September 2008, 19:14:44
Ich habe den Film eigentlich mit 8 Punkten bewertet (dachte ich), einfach weil ich mich über fast die gesamte Laufzeit prächtig amüsiert habe. Vor allem wenn es gegen das oftmals völlig lächerliche Method Acting geht, kann ich mich kaum noch halten. (...) Der Film hat ein paar sich wiederholende Szenen und den ein oder anderen Sparwitz. Insgesamt aber für mich die gelungendste Komödie / Persiflage / Satire (da bleibe ich dabei) seit langem.


Ging mir ganz ähnlich. Selten habe ich in letzter Zeit herzhafter gelacht und das sogar zumeist auf einem Niveau über der Gürtellinie, was ja heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr ist (leider  :icon_rolleyes:). Bei Kirk Lazarus - also der Filmfigur von Robert Downey Jr. - weiß ich auch nicht (und es kam glaube ich auch nicht wirklich heraus), ob er am Ende die ganze Sache tatsächlich als Realität begreift (schon vor seiner "Demaskierung") und nicht mehr als Film, wo er eine Rolle spielen muss. Soviel zum Thema Realitätsverlust bei Hollywoodstars  ;).
Die Länge deiner Kritik fand ich ok. Und wegen "gekidnappt": Chili, 1000 Mal sorry  :icon_redface:. Ich hab zu flüchtig drübergelesen und wusste erst gar nicht, was du meintest...
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vodkamartini

Robert Siodmak sollte nicht für seinen letzten Film - den gescheiterten Historienschinken "Kampf um Rom" - in Erinnerung bleiben, hat er doch nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland in den USA eine Reihe erstklassiger Noir-Dramen gedreht. Neben The Killers ist vor allem Criss Cross ein brillanter Genrefilm:

http://www.ofdb.de/review/27186,320236,Gewagtes-Alibi
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vodkamartini

Ich hatte gestern schon mit Bretzelburger diskutiert, dessen Meinung ich nachvollziehen kann aber nicht teile. Eichingers RAF-Mammutproduktion hat sicherlich die ein oder andere Schwäche und wird definitiv polarisieren, ist aber m.E. ein kraftvoller und aufwühlender Film geworden.

http://www.ofdb.de/review/156082,320562,Der-Baader-Meinhof-Komplex
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Bretzelburger

Deine Review setzt das um, was du schon in der Diskussion ausgedrückt hast. Abgesehen davon, dass ich die 7 Punkte nicht ganz aus deinem Text heraus lese (eher 5-6), halte ich den Satz "Dabei ist der Film zu keinem Zeitpunkt tendenziös." schlicht für falsch. Tendenziös ist der Film in jedem Fall, wie jeder Film über die "RAF", aber er ist nicht mutig. Er vertritt keine klare Meinung und entzieht sich damit jeder Diskussion oder irgendwelchen Angriffen. Ich habe mir deshalb nochmals "Deutschland im Herbst" angesehen und musste feststellen, wie mutig und letztendlich - trotz der klaren "linken" Gesinnung - offen in der Diskussion hier argumentiert wurde. Man kann den "Baader Meinhof Komplex" auch in seiner Indifferenz als Abbild unserer heutigen politischen Diskussionskultur ansehen, aber das muss man nicht gutheissen.