Diskussionen zu: Hilfestellungen zum Verfassen von Reviews

Erstellt von pm.diebelshausen, 1 August 2012, 19:48:59

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pm.diebelshausen

1 August 2012, 19:48:59 Letzte Bearbeitung: 1 August 2012, 23:15:52 von pm.diebelshausen
Hier können Diskussionen zu den Hilfestellungen zum Verfassen von Reviews stattfinden und Korrekturen oder Ergänzungen gepostet werden.




Ein paar Bemerkungen zum Entstehen der Hilfestellungen:
Damit zunächst einmal ein zusammenhängender Text entstand, der bereits viele der von vielen Usern mehr oder weniger identisch genannten Hinweise berücksichtigt und miteinander verknüpft, habe ich eine willkürliche Auswahl an Usern angeschrieben. Manche haben sich zurückgemeldet und deren Ideen sind in den Text mit eingeflossen. Ebenso habe ich einzelne Dinge aus verschiedenen Threads mit eingebaut. Das soll natürlich nicht heißen, dass diese Hilfestellungen endgültig sind! Weitere Ideen können wichtig sein und eingebaut werden! Deshalb hier die Möglichkeit für Diskussion und Veränderung.


Aspekte, die mir noch als Baustelle aufgefallen sind:

- der Abschnitt zum "Hineininterpretieren" ist mir nicht zielsicher gelungen; da kann gerne nochmal was zu formuliert werden, etwas, das auch dem Standardvorwurf des "Pseudintellektuellen" entgegentritt.

- eventuell ist ein Abschnitt zum Thema Textsoftware und WYSIWYG bzw. copy/paste und formatieren sinnvoll. Auch da gibt es bestimmt jemanden, der von der Materia mehr Ahnung hat und etwas dazu schreiben will.

- das ganze Dingens ist sehr umfangreich und ausführlich. Schien mir sinnvoll. Und diejenigen, die überhaupt ein Interesse an der Entwicklung ihres Schreibens haben, können ohne Zweifel einiges daraus ziehen. Dennoch wäre zu überlegen, ob man daneben auch noch eine kurzgefasste Checkliste anbietet, die die wichtigsten Aspekte auflistet, aber nicht erläutert.

- schwierig fand ich das Abwägen zwischen allgemein gehaltener Erklärung und konkretem Beispiel. Im Allgemeinen habe ich konkrete Beispiele zunächst mal weggelassen. Ob das gut ist oder nicht, weiß ich nicht. Es könnten auch Beispiele eingearbeitet werden.


EDIT: ein paar zentrale Begriffe habe ich zur besseren Orientierung jetzt noch "gefettet".
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

Zitat von: pm.diebelshausen nach  1 August 2012, 19:48:59
- der Abschnitt zum "Hineininterpretieren" ist mir nicht gelungen; da kann gerne nochmal was zu formuliert werden, was auch dem Standardvorwurf des "Pseudintellektuellen" entgegentritt.


Ich finde ja die einleitende Unterscheidung zwischen Hinein- und Herausinterpretieren, die ich auch gerne verwende, sehr sinnvoll, weil so zwei grundverschiedene Vorstellungen ("Die Aussage in der Kommunikation hängt vom Sender ab" vs. "Die Aussage in der Kommunikation hängt vom Empfänger ab") umrissen werden, die mal mehr, mal weniger miteinander in Einklang zu bringen sind...
Aber die wird im Text dann gar nicht weiter verfolgt.


Vielleicht kannst du ja im Text nochmal auf diese Unterscheidung eingehen:
Was wäre denn tendenziell eher ein Herausinterpretieren, was eher ein Hineininterpretieren?

Meine Überlegung - bei der ich gerade merke, dass meine Abneigung gegen den Begriff "Hineininterpretieren" eigentlich unbegründet ist, weil er (konsequent gebraucht) keinesfalls den Vorwurf einer Zusammenhangslosigkeit enthält (Solch ein Vorwurf könnte mit "Vorbeiinterpretieren" sicherlich eher gemacht werden) - wäre jetzt einfach mal folgende:
Für das Herausinterpretieren muss es zwingende Zusammenhänge geben, für das Hineininterpretieren reichen mögliche Zusammenhänge.
Wenn wir 2 Einstellungen haben und in der ersten drückt eine Figur außerhalb eines Hauses auf den Türklingelnknopf und in der zweiten hört eine andere Figur innerhalb eines Hauses ein Türklingeln, dann liegt die Interpretation nahe, dass die zweite Figur auf eine Tat der ersten reagiert. Es ist möglich, dass Figur 2 hier auf die tat von Figur 1 reagiert. Habe ich nur diese 2 Einstellungen und nichts weiter, würde ich wohl einen Zusammenhang hineininterpretieren, für den es keine zwingende Gründe gibt; die Möglichkeit besteht und Erfahrungswerte und Konventionen geben ihr ein ziemliches Gewicht, allerdings kann es auch sein, dass Figur A bei Figur B klingelt, während anderswo Figur C bei Figur D klingelt, wir bekommen allerdings nur A und D zu sehen, die in keinerlei Verhältnis zueinander stehen.
Ein populäres Beispiel, das sehr bewusst auf das Nicht-Zwingende der Konvention verweist, ist die Hausstürmungsszene in "Silence of the Lambs".

Habe ich mehr als diese zwei Einstellungen, kann ich mir ggf. sicher sein, tatsächlich etwas herauszuinterpretieren: etwa dann, wenn ich sehe, dass die Figur, die das Klingeln gehört hat, die Tür öffnet und die Person, die das Klingeln verursacht hat, hereinbittet und umarmt.[1] Wenn ich jedoch sehe, dass die Figur, die das Klingeln gehört hat einem bislang unbekannten Klingler die Tür öffnet, weiß ist, dass ich bloß etwas hineininterpretiert habe, was letztlich nicht angelegt war. Ich kann dann aber - besonders wenn wie im Schweigen der Lämmer meine Überraschung des fehlenden Zusammenhangs von den klingelnden Figuren geteilt wird - in den Film hineininterpretieren, dass er absichtlichlich eine Aussage über das Unzuverlässige der Konvention angeestrebt hat.

Man könnte also unterscheiden zwischen einem "Herausinterpretieren", das zwingende Zusammenhänge herausarbeitet, und einem "Hineininterpretieren", das mögliche Zusammenhänge herausarbeitet.

Es muss jedoch nachvollziehbare, belegbare Gründe dafür geben, überhaupt von den möglichen Zusammenhängen auszugehen, damit man von einem "Hineininterpretieren" sprechen kann.

Geht man bloß rein willkürlich von Möglichkeiten aus (also beispielsweise - in Anlehnung an ein Gedankenspiel von Borges: Die Leute in einem Film reden gar nicht in der Sprache XY, sondern in einer bislang unbekannten Sprache, die sich wie die Sprache XY anhört, aber etwas völlig anderen bedeutet... sagt also einer "Mein Name ist Bond", heiße dies eigentlich "Nacht fiel über Gotenhafen"), ohne eine Grundlage für das Einbringen solcher Möglichkeiten zu haben, dann hätte man letztlich ein "Vorbeiinterpretieren", das den Film in keiner Weise berührt...
Und genau auf diese Art und Weise wird "Hineininterpretieren" ja gerne gebraucht: "Martyrs" zB habe rein gar nichts mit Bataille zu tun, schließlich fällt im Film nie der Name Bataille... und alle Parallelen sind bloße Zufälle und man solle doch nicht so tun, als stecke da etwas dahinter...

Vielleicht kannst du im Text also nochmal ein wenig dafür sensilibisieren, dass Interpretationen auch zulässig sein können ohne zwingend zu sein - sofern sie bloß eine klare Argumentation besitzen und nicht auf rein willkürlichen Vermutungen aufbauen, die keine logische Struktur aufweisen... Sie müssen sich nicht 100%ig beweisen lassen, um als Interpretationen Geltung zu erlangen - sie dürfen bloß nicht widerlegbar sein.
Während es ein relativ weit verbreiteter Standpunkt ist, dass eine Interpretation, die nicht vollständig bewiesen werden kann, letztlich blödsinnig ist. (Hier könnte man dann auch mit dem "Standardvorwurf des 'Pseudintellektuellen'" anknüpfen...)





1.) Doch wie eindeutig, wie zwingend sind die Zusammenhänge hier wirklich? Denke man sich mal folgendes Beispiel: Eine Figur A klingelt in Einstellung 1, eine Figur D hört es klingeln in Einstellung 2. Nun klingelt aber A bei einer Figur B, eine Figur C klingelt bei D... Und Einstellung 3, in der D die Tür öffnet und A hereintritt und beide sich umarmen ist bloß ein imaginiertes Bild von Figur D...
Solch ein Ablauf wäre grundsätzlich immer möglich und einen zwingenden Ablauf gäbe es damit gar nicht... jede Begründung der Berechtigung solcher möglicher Annahmen (die dann zwingende werden würden) durch weitere Einstellungen müsste daran scheitern, dass man diese weiteren Einstellungen ebenfalls wieder hinterfragen könnte...
Zwingend ist etwas also nur unter bestimmten Prämissen: etwa der Prämisse, dass mögliche andere Lesarten erst dann von Belang sind, wenn überhaupt Gründe dafür geliefert werden, dass ein Grund zum Zweifeln an der zwingend sein sollenden Lesart besteht.
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

pm.diebelshausen

2 August 2012, 21:21:31 #2 Letzte Bearbeitung: 2 August 2012, 21:23:55 von pm.diebelshausen
Zitat von: PierrotLeFou nach  2 August 2012, 00:49:30
Aber die wird im Text dann gar nicht weiter verfolgt.

Genau!

Von Deiner Erläuterungen mit A, B, C und D wird mir leider ganz schwummerig - das ist sozusagen sehr "verklausuliert" oder sehr konstruiert und mir zumindest fällt es sehr schwer, Deinen Gedanken zu folgen, so wie das versprachlicht ist. Deshalb würde ich das jetzt so nicht reinkopieren in die Hilfestellungen. Der Hinweis auf "Schweigen der Lämmer" ist übrigens ein Spoiler, den man vermeiden sollte, zumal darum auch in den Hilfestellungen gewarnt wird.  ;) Auch wenn Du es nicht aussprichst, kann man vermuten, worum es in dieser Szene geht...

Das müsste etwas knackiger formuliert werden. Und ich bin nicht sicher, ob Deine Gedanken auch das treffen, was z.B. Bretzel oder vodka in diesem Zusammenhang schon öfter im Forum gepostet haben.

Das hier finde ich aber gut, vielleicht kannst Du das selber nochmal spruchreif machen:

Zitat von: PierrotLeFou nach  2 August 2012, 00:49:30
Vielleicht kannst du im Text also nochmal ein wenig dafür sensilibisieren, dass Interpretationen auch zulässig sein können ohne zwingend zu sein - sofern sie bloß eine klare Argumentation besitzen und nicht auf rein willkürlichen Vermutungen aufbauen, die keine logische Struktur aufweisen... Sie müssen sich nicht 100%ig beweisen lassen, um als Interpretationen Geltung zu erlangen - sie dürfen bloß nicht widerlegbar sein.
Während es ein relativ weit verbreiteter Standpunkt ist, dass eine Interpretation, die nicht vollständig bewiesen werden kann, letztlich blödsinnig ist. (Hier könnte man dann auch mit dem "Standardvorwurf des 'Pseudintellektuellen'" anknüpfen...)
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

Zitat von: pm.diebelshausen nach  2 August 2012, 21:21:31
Von Deiner Erläuterungen mit A, B, C und D wird mir leider ganz schwummerig - das ist sozusagen sehr "verklausuliert" oder sehr konstruiert und mir zumindest fällt es sehr schwer, Deinen Gedanken zu folgen, so wie das versprachlicht ist. Deshalb würde ich das jetzt so nicht reinkopieren in die Hilfestellungen. Der Hinweis auf "Schweigen der Lämmer" ist übrigens ein Spoiler, den man vermeiden sollte, zumal darum auch in den Hilfestellungen gewarnt wird.  ;) Auch wenn Du es nicht aussprichst, kann man vermuten, worum es in dieser Szene geht...

Das müsste etwas knackiger formuliert werden. Und ich bin nicht sicher, ob Deine Gedanken auch das treffen, was z.B. Bretzel oder vodka in diesem Zusammenhang schon öfter im Forum gepostet haben.

Oh ja, knackiger müsste das auf jeden Fall formuliert werden... ich hatte jetzt auch gar nicht vor, etwas zu schreiben, das man dann einfach in den Text hineinkopieren könnte... Dafür sind diese Fragen, die das Thema des Interpretierens berühren - wie Kommunikation funktioniert, welche Rolle Konventionen dabei spielen, unter welchen Prämissen man von zwingenden Schlüssen sprechen darf etc. - zu kompliziert, als dass ich da einen in sich geschlossenen Text zu schreiben könnte, der zugleich auch noch eine gewisse Kürze besitzen und dennoch vollkommen schlüssig sein soll...

Deshalb habe ich nur mal meine Gedanken dargelegt und auf mögliche Widersprüche abzuklopfen versucht... Um ein Spruchreif-Machen wollte ich micht eigentlich drücken... :D


Zitat von: pm.diebelshausen nach  2 August 2012, 21:21:31
Das hier finde ich aber gut, vielleicht kannst Du das selber nochmal spruchreif machen:

Zitat von: PierrotLeFou nach  2 August 2012, 00:49:30
Vielleicht kannst du im Text also nochmal ein wenig dafür sensilibisieren, dass Interpretationen auch zulässig sein können ohne zwingend zu sein - sofern sie bloß eine klare Argumentation besitzen und nicht auf rein willkürlichen Vermutungen aufbauen, die keine logische Struktur aufweisen... Sie müssen sich nicht 100%ig beweisen lassen, um als Interpretationen Geltung zu erlangen - sie dürfen bloß nicht widerlegbar sein.
Während es ein relativ weit verbreiteter Standpunkt ist, dass eine Interpretation, die nicht vollständig bewiesen werden kann, letztlich blödsinnig ist. (Hier könnte man dann auch mit dem "Standardvorwurf des 'Pseudintellektuellen'" anknüpfen...)




Aber gut, wenn ich jetzt einfach mal darauf verzichte, klären zu wollen unter welchen Bedingungen Etwas (zB. Konvention) zwingend ist - was wohl eigentlich nötig wäre -, dann vielleicht so:



Letztlich spielt es keine besondere Rolle, ob die Interpretation nun Etwas aus einem Film herausholt und belegen kann, dass dieses Etwas auch wirklich im Film wirkt (etwa die verrätselte Pointe eines verschachtelten Films, der sie nicht so ohne weiteres preisgeben mag), oder ob sie Etwas von außen an einen Film heranträgt und den Film dazu nutzt, diesem Etwas Ausdruck zu verleihen (etwa indem ein Actionfilm auf Geschlechterrollen abgeklopft wird, auch wenn es in ihm an keiner Stelle um solche geht)... ob also Handlung und Aussage eines Films analysiert werden sollen, oder ob am Beispiel des Films etwas viel umfassenderes analysiert werden soll.
Die Interpretation soll auch nicht ausschließlich absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films zwingend so wahrgenommen werden müssen (etwa dass ein zu übersehendes Detail im Bild - oder gar im Subliminalbild - auf einen Sprung in der Chronolgie hinweist etc.)... es ist vollkommen legitim, wenn die Ergebnisse einer Interpretation nicht zwingend, sondern bloß möglich (also durch nichts zu widerlegen) sind, solange sich schlüssig belegen lässt, dass diese Möglichkeit nicht nur bloß willkürlich herangezogen wird, sondern durchaus Berührungspunkt mit dem Film aufweist.

:00000109:
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

pm.diebelshausen

2 August 2012, 23:57:56 #4 Letzte Bearbeitung: 3 August 2012, 00:02:49 von pm.diebelshausen
Zitat von: PierrotLeFou nach  2 August 2012, 22:40:13
Deshalb habe ich nur mal meine Gedanken dargelegt und auf mögliche Widersprüche abzuklopfen versucht... Um ein Spruchreif-Machen wollte ich micht eigentlich drücken... :D


Und ich wollte das nicht zulassen.  :rtfm:  :D

Dein jetziger Entwurf besteht aus... 2 Sätzen mit 184 Wörtern: das sind ziemlich lange Sätze!  :icon_mrgreen: Ich habe mal versucht, es mehr aufzudröseln und nicht so "überfallartig"  ;) zu formulieren:


Wenn man von "(zu viel) hineininterpretieren" spricht, was abwertend gemeint ist, wird Folgendes vergessen: es ist zwar ein Unterschied, ob man Handlung und Aussage eines Filmes interpretiert, oder am Beispiel des Filmes etwas viel Umfassenderes betrachtet. Aber letztlich ist beides legitim. Es spielt keine besondere Rolle, ob die Interpretation nun Etwas aus dem Film herausholt und dabei belegt, dass dieses Etwas auch wirklich in ihm wirkt, oder ob sie einen Aspekt von außen an den Film heranträgt und ihn dazu nutzt, diesem Aspekt Ausdruck zu verleihen. Ein Beispiel für "Hinausinterpretieren" ist das Herausarbeiten einer verrätselten Pointe in einem verschachtelten Film, der sie nicht so ohne weiteres preisgibt. Ein Beispiel für "Hineininterpretieren" ist das Abklopfen eines Actionfilms auf Geschlechterrollen, auch wenn es in ihm an keiner Stelle ausdrücklich um solche geht. Wie sehr man bei einer Review innerhalb des Filmes bleibt oder andererseits Informationen von außerhalb des Filmes zu Rate zieht, ist eine Frage, die wieder jede/r für sich beantworten muss. Beide Perspektiven (und natürlich auch Mischformen) können Aussagekräftiges zu einem Film erarbeiten. Wirklich fatal wäre es allerdings, weder "hinaus-" noch "hinein-" sondern lediglich "am Film vorbei zu interpretieren": es sollten immer Bezüge zum Film hergestellt und Belege gefunden und präsentiert werden.

Die Interpretation soll auch nicht absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films zwingend so wahrgenommen werden müssen. Es ist vielmehr vollkommen legitim, wenn die Ergebnisse einer Interpretation nicht zwingend, sondern bloß möglich (also durch nichts zu widerlegen) sind. Aber auch das nur, wenn sie schlüssig belegt werden. Das heißt: solange sich schlüssig belegen lässt, dass diese Interpretationsmöglichkeit oder dieses Verständnis des Films nicht nur bloß willkürlich herangezogen wird, sondern durchaus Berührungspunkte mit dem Film aufweist.


Was hältst Du davon?

Ich finde wichtig, hier nicht nur für Literatur- und Philosophie-Geschädigte zu formulieren, sondern halbwegs verständlich zu bleiben, auch für Leute, denen "Subliminalbild" gar nichts sagt. Mir zum Beipiel, wollte jetzt auch nicht googeln. Auch kommunikationstheoretische Diskurse oder Modelle oder auch nur Grundlagen, sollten nicht überstrapaziert werden. Das sprengt den Rahmen, der ja eigentlich sowieso schon gesprengt ist: der Gesamttext hat 11 Seiten (!). Nur das Allernötigste - den Rest müssen die, die es wissen wollen, sich woander her besorgen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

Zitat von: pm.diebelshausen nach  2 August 2012, 23:57:56
Wenn man von "(zu viel) hineininterpretieren" spricht, was abwertend gemeint ist, wird Folgendes vergessen: es ist zwar ein Unterschied, ob man Handlung und Aussage eines Filmes interpretiert, oder am Beispiel des Filmes etwas viel Umfassenderes betrachtet. Aber letztlich ist beides legitim. Es spielt keine besondere Rolle, ob die Interpretation nun Etwas aus dem Film herausholt und dabei belegt, dass dieses Etwas auch wirklich in ihm wirkt, oder ob sie einen Aspekt von außen an den Film heranträgt und ihn dazu nutzt, diesem Aspekt Ausdruck zu verleihen. Ein Beispiel für "Hinausinterpretieren" ist das Herausarbeiten einer verrätselten Pointe in einem verschachtelten Film, der sie nicht so ohne weiteres preisgibt. Ein Beispiel für "Hineininterpretieren" ist das Abklopfen eines Actionfilms auf Geschlechterrollen, auch wenn es in ihm an keiner Stelle ausdrücklich um solche geht. Wie sehr man bei einer Review innerhalb des Filmes bleibt oder andererseits Informationen von außerhalb des Filmes zu Rate zieht, ist eine Frage, die wieder jede/r für sich beantworten muss. Beide Perspektiven (und natürlich auch Mischformen) können Aussagekräftiges zu einem Film erarbeiten. Wirklich fatal wäre es allerdings, weder "hinaus-" noch "hinein-" sondern lediglich "am Film vorbei zu interpretieren": es sollten immer Bezüge zum Film hergestellt und Belege gefunden und präsentiert werden.

Die Interpretation soll auch nicht absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films zwingend so wahrgenommen werden müssen. Es ist vielmehr vollkommen legitim, wenn die Ergebnisse einer Interpretation nicht zwingend, sondern bloß möglich (also durch nichts zu widerlegen) sind. Aber auch das nur, wenn sie schlüssig belegt werden. Das heißt: solange sich schlüssig belegen lässt, dass diese Interpretationsmöglichkeit oder dieses Verständnis des Films nicht nur bloß willkürlich herangezogen wird, sondern durchaus Berührungspunkte mit dem Film aufweist.


Was hältst Du davon?


Ich denke, das ist doch recht verständlich so... wie gesagt habe ich ein kleines "Problem" (nicht wirklich) mit dem Begriff "zwingend" in diesem Zusammenhang, allerdings wüsste ich auch nicht, wie man da genauer definieren will, ohne eine ganze Reihe von Einwänden abzuklappern & haufenweise Text anzuhäufen und sich gleichzeitig einen kurzweiligen Tonfall zu bewahren...
Wenn sich das jetzt so in deinen Text einfügt, dann tauchen die Begriffe der Überschrift des Abschnitts in diesem wieder auf... ich denke das wirkt dann "runder"...


ZitatIch finde wichtig, hier nicht nur für Literatur- und Philosophie-Geschädigte zu formulieren, sondern halbwegs verständlich zu bleiben, auch für Leute, denen "Subliminalbild" gar nichts sagt. Mir zum Beipiel, wollte jetzt auch nicht googeln. Auch kommunikationstheoretische Diskurse oder Modelle oder auch nur Grundlagen, sollten nicht überstrapaziert werden. Das sprengt den Rahmen, der ja eigentlich sowieso schon gesprengt ist: der Gesamttext hat 11 Seiten (!). Nur das Allernötigste - den Rest müssen die, die es wissen wollen, sich woander her besorgen.


Aber Subliminalbild ist doch seit dem Exorzisten und Lost Highway in aller Munde... :icon_sad: Man nimmt die Dinger nur so selten bewusst irgendwo wahr... :icon_mrgreen:


Ach, lange Sätze sind bloß so eine Macke meinerseits, ich lese sie sehr gerne und lasse sie beim Schreiben seit der 10. Klasse ebenfalls immer länger werden... Zumindest habe ich mir für Reviews den Tick abgewöhnt, die meisten Sätze unverbindlich mit drei Punkten zu beenden. :D
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

pm.diebelshausen

Zitat von: PierrotLeFou nach  3 August 2012, 01:38:53
kleines "Problem" (nicht wirklich) mit dem Begriff "zwingend" in diesem Zusammenhang


Wie wäre es dann mit:

Die Interpretation soll auch nicht absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films unbedingt von allen so wahrgenommen werden oder als Meinungen geteilt werden müssen.

Na?
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 August 2012, 02:10:01
Zitat von: PierrotLeFou nach  3 August 2012, 01:38:53
kleines "Problem" (nicht wirklich) mit dem Begriff "zwingend" in diesem Zusammenhang


Wie wäre es dann mit:

Die Interpretation soll auch nicht absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films unbedingt von allen so wahrgenommen werden oder als Meinungen geteilt werden müssen.

Na?


Nein, so meinte ich das nicht... Aber mir fällt gerade auf, dass ich anstelle von

ZitatDie Interpretation soll auch nicht absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films zwingend so wahrgenommen werden müssen.


die Version

ZitatDie Interpretation soll auch nicht nur absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films zwingend so wahrgenommen werden müssen.


bevorzugen würde. Denn es ist ja sehr wohl zulässig und erfreulich, zwingende Schlüsse ziehen zu können...

Den Begriff "zwingend" einfach zu umgehen halte ich nicht sehr sinnvoll, ich finde es nur schade, dass es nicht möglich ist, den Bedingungen einer zwingenden Grundlage kurz und knapp auf den Grund zu gehen... dennoch sollte aber der Begriff ruhig auftauchen.
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pm.diebelshausen

Hm, dann formulierst Du das tatsächlich besser selber.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 August 2012, 17:38:19
Hm, dann formulierst Du das tatsächlich besser selber.


Das "nur" rein, und das wäre eigentlich ganz in meinem Sinne... ;)

(Ich hätte vielleicht nicht noch mal das "zwingend" ansprechen sollen... :icon_mrgreen:)
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

pm.diebelshausen

Also so?


Wenn man von "(zu viel) hineininterpretieren" spricht, was abwertend gemeint ist, wird Folgendes vergessen: es ist zwar ein Unterschied, ob man Handlung und Aussage eines Filmes interpretiert, oder am Beispiel des Filmes etwas viel Umfassenderes betrachtet. Aber letztlich ist beides legitim. Es spielt keine besondere Rolle, ob die Interpretation nun Etwas aus dem Film herausholt und dabei belegt, dass dieses Etwas auch wirklich in ihm wirkt, oder ob sie einen Aspekt von außen an den Film heranträgt und ihn dazu nutzt, diesem Aspekt Ausdruck zu verleihen. Ein Beispiel für "Hinausinterpretieren" ist das Herausarbeiten einer verrätselten Pointe in einem verschachtelten Film, der sie nicht so ohne weiteres preisgibt. Ein Beispiel für "Hineininterpretieren" ist das Abklopfen eines Actionfilms auf Geschlechterrollen, auch wenn es in ihm an keiner Stelle ausdrücklich um solche geht. Wie sehr man bei einer Review innerhalb des Filmes bleibt oder andererseits Informationen von außerhalb des Filmes zu Rate zieht, ist eine Frage, die wieder jede/r für sich beantworten muss. Beide Perspektiven (und natürlich auch Mischformen) können Aussagekräftiges zu einem Film erarbeiten. Wirklich fatal wäre es allerdings, weder "hinaus-" noch "hinein-" sondern lediglich "am Film vorbei zu interpretieren": es sollten immer Bezüge zum Film hergestellt und Belege gefunden und präsentiert werden.

Die Interpretation soll auch nicht nur absolute Wahrheiten anzielen, die beim Betrachten eines Films zwingend so wahrgenommen werden müssen. Es ist vielmehr vollkommen legitim, wenn die Ergebnisse einer Interpretation nicht zwingend, sondern bloß möglich (also durch nichts zu widerlegen) sind. Aber auch das nur, wenn sie schlüssig belegt werden. Das heißt: solange sich schlüssig belegen lässt, dass diese Interpretationsmöglichkeit oder dieses Verständnis des Films nicht nur bloß willkürlich herangezogen wird, sondern durchaus Berührungspunkte mit dem Film aufweist.



Von mir aus kann das dann rein, wenn hier niemand heftig widerspricht. Dann schlag bitte noch genau eine Stelle vor, wo man das einfügen, voranstellen oder zwischenschieben oder dranhängen kann.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 August 2012, 19:10:27
Von mir aus kann das dann rein, wenn hier niemand heftig widerspricht. Dann schlag bitte noch genau eine Stelle vor, wo man das einfügen, voranstellen oder zwischenschieben oder dranhängen kann.


Da du recht schnell zu den "wer/wo/wann"-Aspekten kommst, die als Orientierungshilfe dienen können, würde ich mal sagen, dass es zwischen dem ersten und dem zweiten Absatz relativ gut aufgehoben wäre, wobei man dann vielleicht noch mit einem kurzen Satz von "womit wir mitten in der Interpretation sind" zum "Hineininterpretieren" überleiten könnte...

Ich würde allerdings überlegen, ob man beim jetzigen 2. Absatz nicht auf den ersten Satz "Was ein Film sagen will, liegt letztlich im Auge des Betrachters" verzichten sollte.
1.) würde ich - wenn überhaupt - schreiben: "Was ein Film zu wollen scheint, liegt im Auge des Betrachters..." ...den das, was er (oder besser: die Verantwortlichen dahinter) will, das will er unabhängig von meiner Ansicht über sein Wollen.
2.) würde ich aber in diesem Zusammenhang auch auf diese sicherlich nicht falsche Äußerung verzichten, weil sie im Prinzip zur Beliebigkeit aufruft; ich denke, das ist zunächst okay, weil ja jeder eine Äußerung anders verstehen kann... aber offenbar gibt es ja auch die Möglichkeit, sich über dieses Verständnis zu verständigen und dabei in der Diskussion über eine Äußerung eine Lesart zu finden, der letztlich alle wieder zustimmen können.
Ich würde den Satz daher weglassen oder zu "Was ein Film zu wollen scheint, kann oftmals auch bloß im Auge des Betrachters liegen..." umändern, um zumindest die Möglichkeit von Äußerungen, die nur so zu verstehen sind, wie sie gemeint waren, zuzulassen...
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pm.diebelshausen

3 August 2012, 22:10:10 #12 Letzte Bearbeitung: 3 August 2012, 22:12:13 von pm.diebelshausen
Obwohl Du nicht unrecht hast, schwirrt mir bei Deinen Sätzen oft die Birne.  :thinking:  :D

Der Beliebigkeit widerspricht doch der immer wieder im gesamten Text wiederholte Appell, nicht nur zu behaupten, sondern vor allem zu belegen, zu argumentieren usw. - und wenn Belege und Argumente eine Lesart des Films stützen, dann ist sie doch nicht beliebig.

Und: was ein Film zu wollen oder zu sein scheint, liegt doch immer im Betrachter, deshalb ja die Formulierung "scheint".

Aber kann es sein, dass wir uns hier auf viel zu weitem erkenntnistheoretischem Feld tummeln, das die meisten Leser des Textes gar nicht betreten wollen? Ich habe immernoch das Gefühl, dass wir solche zwar Grundlagen, aber auch Abschweifungen fairerweise ausklammern sollten. Ich verstehe schon, dass es dabei um prinzipielle Fragen der Filmanalyse geht, allerdings auf einer Ebene, die eher denjenigen Spezis gefällt, für die ich den vierten Textteil vorgesehen hatte. Vielleicht sollten wir an der Textstelle zum Interpretieren einen Verweis auf den Spezis-Teil einbauen, in dem dann für diejenigen, die das vertiefen wollen, derartige Ausführungen weiter unten platziert werden?
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Adam Kesher

5 August 2012, 00:18:39 #13 Letzte Bearbeitung: 5 August 2012, 00:21:48 von Adam Kesher
Kompliment, ich bin schwer beeindruckt von der Fülle an Hinweisen, Anmerkungen und Vorschlägen, die hier zusammengetragen wurden. Gleichzeitig fürchte ich, dass die schiere Menge an Text manchen von der Lektüre abhalten wird (aber nicht vom Schreiben). Daher hier der Versuch einer radikalen Kurzfassung, basierend auf dem Original, ergänzt um einige wenige neue Aspekte:




Filmbesprechungen schreiben

Ein paar Worte zu Regeln
Für das Schreiben von Filmbesprechungen gibt es keine verbindlichen Regeln. Der folgende Leitfaden versteht sich als Sammlung von Anregungen. Die Lektüre dieser Anregungen ist nicht erforderlich, um gute Besprechungen zu verfassen. Sie ist auch keine Garantie für gute Besprechungen. Die Beschäftigung mit den hier vorgestellten Anregungen kann aber helfen, gute Besprechungen zu verfassen.

Filmbesprechungen?
Filmbesprechungen sind Texte, die die Meinung eines Autors zu einem Film zum Ausdruck bringen sollen. Damit eine Besprechung Leser für sich gewinnen kann, ist es sinnvoll, wenn sie einen Mehrwert bietet: Hilft sie bei der Auswahl noch zu sehender Filme? Hilft sie bei der Auseinandersetzung mit bereits gesehenen Filmen? Bereichert sie kulturelle, gesellschaftliche oder historische Diskurse?

Es ist nicht nötig, dass eine Besprechung jeden möglichen Zweck erfüllt. Es macht eine Besprechung aber lesenswerter, wenn sie nicht nur eine individuelle Meinung vorstellt, sondern dies auch in einer Weise tut, die für den Leser ein Gewinn ist.

Ein paar Grundregeln
Es gibt keine Regeln zum Verfassen guter Besprechungen. Außer diesen:

Kenne deinen Gegenstand: Voraussetzung für eine Filmbesprechung ist, den Film in Gänze gesehen zu haben. Vorschauen, Ausschnitte, Interviews oder Sekundärtexte sind keine geeigneten Grundlagen, um über einen Film zu schreiben. Herausgehen, Vorspulen oder vorzeitiges Abschalten gelten ebenfalls nicht.

Überzeugen statt Behaupten: Wer eine Meinung äußert, ohne sie zu begründen, kann allenfalls Leser gewinnen, die derselben Meinung sind. Wer begründet, kann auch andersdenkende Leser für seine Besprechung interessieren, selbst wenn sie ihre Meinung schließlich doch nicht ändern.

Es geht um Haltung: Ziel einer Besprechung ist, eine Haltung zu einem Film zu entwickeln. Eine Besprechung, die nicht über die Wiederholung des Inhalts hinausgeht, wird ihr Ziel verfehlen. Daher: so viel Inhalt wie nötig, so wenig wie möglich. Und bitte keine Besprechungen von Blu-rays, DVDs oder persönlichen Erlebnissen während des Kinobesuchs.

Am Film bleiben: Es gibt keinen festen Katalog von Aspekten, den eine Filmbesprechung bei jedem Film abzuarbeiten hat, etwa: Dramaturgie, Schauspiel, Kamera, Ton, Musik, gesellschaftlicher Kontext, filmhistorische Einordnung. Die Gesichtspunkte, denen eine Besprechung sich widmet, ergeben sich aus dem Film und aus dem Erkenntnisinteresse des Verfassers. Beides sollte zueinander passen: Ein Verfasser sollte sich nicht verpflichtet fühlen, sich zu Gesichtspunkten äußern zu müssen, die ihn nicht interessieren. Er sollte sich aber auch davor hüten, jeden Film anhand seiner Lieblingsthemen abzuhandeln, selbst wenn sie gar nicht passen.

Zitate kennzeichnen: Wer auf fremde Texte zurückgreift, sollte diese auch als solche kennzeichnen. Dafür hat sich die Verwendung von Anführungszeichen eingebürgert. So vermeidet der Verfasser, sich mit fremden Federn zu schmücken oder fremde Fehler angelastet zu bekommen und macht hungrige Leser auf weiteren Lesestoff aufmerksam.

Höflich bleiben: Eine gute Besprechung hat es nicht nötig, ausfallend oder beleidigend zu werden. Sätze wie ,,Der Film ist gestört und gefällt auch nur Geisteskranken" sagen einiges über den Autor aus, aber nur wenig über den Film.

Nicht zu viel verraten: Damit Leser, die den besprochenen Film noch nicht gesehen haben, nicht um den Genuss gebracht werden, empfiehlt es sich, zentrale Pointen nicht vorwegzunehmen. Wenn es sich patout nicht vermeiden lässt, schützt eine elegant eingeflochtene Warnung vor dem Unmut des Lesers.

Korrekter Ausdruck: Die Aussagekraft einer Besprechung hängt viel mit der Genauigkeit ihres Ausdrucks zusammen. Wer aus Versehen (oder aus Unkenntnis) ,,Story" schreibt, obwohl er ,,Plot" meint, schwächt seinen Text und macht sich angreifbar. Im Zweifel noch einmal hier nachschlagen: http://filmlexikon.uni-kiel.de

Rechtschreibung und Zeichensetzung: Es gibt nur wenige Autoren, die keine Ahnung von Sprache, aber viel Ahnung von Film haben. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Leser den Verfasser eines vor Fehlern strotzenden Textes für eine solche Ausnahme halten wird. Daher empfiehlt sich die Beachtung der Rechtschreib- und Zeichensetzungsregeln. Sofern möglich, empfiehlt es sich, den Text von einer zweiten Person gegenlesen zu lassen.

Neben korrekter Punkt- und Kommasetzung hilft auch der Gebrauch der richtigen Sonderzeichen, den Lesefluss zu verbessern:


  • Öffnende und schließende Anführungszeichen: ,,"

  • Unterscheidung von Binde- und Gedankenstrich: Wort-Zusammensetzung/Kennzeichnung von - gedanklich - getrennten oder herausgehobenen Satzteilen

  • Auslassungspunkte: ... statt ...



In Zweifelsfällen hilft Dr. Duden: www.duden.de

Kontrolle ist besser: Jede Besprechung wird von der OFDb gegengelesen und gegebenenfalls korrigiert oder sogar gelöscht. Gründe für eine Löschung können sein:


  • Die Besprechung verfehlt inhaltliche oder formale Mindeststandards (sachlich falsch, zu viele Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler).

  • Die Besprechung verfehlt die Gattung (reine Inhaltsangabe, persönliche Anekdotensammlung, Besprechung einer Blu-ray oder DVD).

  • Die Besprechung erhebt sich über den Gegenstand (reine Provokation, Selbstdarstellung).

  • Die Besprechung verletzt die Anstandsregeln der OFDb (etwa durch Beleidigungen, Diskriminierungen oder justiziable Aussagen).

  • Die Besprechung erweist sich als Plagiat.



Eine Punktewertung erscheint bei einer Besprechung nur dann, wenn beim Filmeintrag die Möglichkeit zur OFDb-Bewertung genutzt wurde.

Erreicht eine Besprechung nicht mindestens 1.000 Zeichen, wird sie automatisch als Kurzkommentar veröffentlicht. Kurzkommentare bilden eine eigene Sparte ohne strenge Regeln. Sie sind für die entspannte Meinungsäußerung zwischendurch gedacht.

Zu guter Letzt
Kontakt zu und Austausch mit anderen Autoren gibt es im Forum: www.gemeinschaftsforum.com/forum. Wir wünschen viel Spaß und Erfolg!




Ich würde es übrigens befürworten, wenn jeder Nutzer vor dem Einstellen seiner ersten Besprechung einen solchen Text präsentiert bekäme, und zwar nicht, um zu erziehen, sondern damit die Verfasser später selbst glücklicher mit ihren Texten sind, die sie der Öffentlichkeit präsentiert haben.

pm.diebelshausen

Zitat von: Adam Kesher nach  5 August 2012, 00:18:39
Ich würde es übrigens befürworten, wenn jeder Nutzer vor dem Einstellen seiner ersten Besprechung einen solchen Text präsentiert bekäme, und zwar nicht, um zu erziehen, sondern damit die Verfasser später selbst glücklicher mit ihren Texten sind, die sie der Öffentlichkeit präsentiert haben.


Das ist in meinen Augen zu viel des Guten. So sehr ich auch selber wahrnehme, auf welchem Niveau eine Review geschrieben ist, und so sehr ich da auch meine Vorlieben habe: im Sinne der OFDb vertrete ich die Meinung, dass letztlich jeder zu seinem Recht kommen sollte. Auch den Autoren, die gar nichts weiter wollen, als ihre grob gefühlten Ansichten rauszuhauen, sollen dies tun dürfen - denen funkt so ein "Textüberfall" auch in Kurzform aber dazwischen. Aber vielleicht irre ich mich ja.

Die Kurzfassung finde ich schonmal gut. Sie könnte (da hab ich gut reden  :icon_mrgreen:) aber noch kürzer gehalten sein. Meinst Du, Du kannst die erläuternden Sätze noch mehr verdichten? Und falls wir das ebenfalls als Hinweise einstellen, dann fände ich es gut, wenn jeder Punkt per Link zur entsprechenden Stelle in der langen Version führen würde - als Hinweis zur Vertiefung. Das hilft dann auch, sich im Langtext rauszupicken, was man gerade wissen will.

Der Abschnitt über den Ausdruck lässt mich etwas zum Ausdruck (parallel zur Rechtschreibung) erwarten, behandelt dann aber das Thema Fachbegriffe. Das sollte, denke ich, dann auch entsprechend benannt werden.

Grundsätzlich zu Umfang der Langversion: ja, das ist viel Text - aber diese Version richtet sich ja auch mehr an die, die wirklich weitergehende Infos haben wollen, und wer schon diese Denke oder dieses Bedürfnis bezüglich Reviews mitbringt, wird dann auch eher in der ausführlichen Version auf seine Kosten kommen. Für die anderen, die bereit sind, aber andererseits "nur" bereit sind, überhaupt mal OFDb-Regeln oder -Hinweise zu lesen, wäre die Kurzversion nicht schlecht.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Adam Kesher

5 August 2012, 11:20:57 #15 Letzte Bearbeitung: 5 August 2012, 11:24:52 von Adam Kesher
Nehmen wir an, der Nutzer klickt auf ,,Neue Besprechung eintragen" und wird von einem Besprechungs-Bereich begrüßt, in dem so Sätze stehen wie...




Herzlich willkommen im Besprechungs-Bereich! Was möchten Sie als nächstes tun?


  • Tipps & Tricks zum Verfassen von Besprechungen lesen

  • In Beispielbesprechungen stöbern

  • Im Autoren-Bereich des Forums stöbern

  • Eine eigene Besprechung verfassen



[Kleiner formatiert:]

Bitte beachten Sie: Jede Besprechung wird von der OFDb gegengelesen. In Einzelfällen behalten wir uns eine Löschung vor. Gründe für eine Löschung können sein:


  • Die Besprechung verfehlt inhaltliche oder formale Mindeststandards (sachlich falsch, zu viele Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler).

  • Die Besprechung verfehlt die Gattung (reine Inhaltsangabe, persönliche Anekdotensammlung, Besprechung einer Blu-ray oder DVD).

  • Die Besprechung erhebt sich über den Gegenstand (reine Provokation, Selbstdarstellung).

  • Die Besprechung verletzt die Anstandsregeln der OFDb (etwa durch Beleidigungen, Diskriminierungen oder justiziable Aussagen).

  • Die Besprechung erweist sich als Plagiat.






Eine solche Tafel würde auf mich nicht abschreckend, sondern hilfreich wirken. Da die Besprechungen ohnehin gegengelesen werden, finde ich es auch wichtig, die Nutzer darauf hinzuweisen. Das dürfte manchem Autor die enttäuschende Erfahrung einer Löschung ersparen. Wer sich die Mühe macht, einen Text einzustellen, will doch nicht erst hinterher erfahren, dass es Regeln gibt. Zudem dürfte eine solche Tafel den Kontrolleuren die Arbeit erleichtern, denn Hilfestellungen beim Eintragen verbessern die Qualität der gelieferten Inhalte.

Und hier eine noch radikalere Kurzfassung der Tipps & Tricks:




Filmbesprechungen schreiben

Ein paar Worte vorab
Filmbesprechungen sind Texte, die eine Meinung zu einem Film zum Ausdruck bringen. Die Absichten hinter einer Besprechung können sehr verschieden sein: Hilft sie bei der Auswahl noch zu sehender Filme? Hilft sie bei der Auseinandersetzung mit bereits gesehenen Filmen? Bereichert sie kulturelle, gesellschaftliche oder historische Diskurse? Eine Besprechung muss nicht jede dieser Anforderungen erfüllen. Sie wird aber lesenswerter, wenn sie nicht nur eine individuelle Meinung vorstellt, sondern dies auch in einer Weise tut, die für den Leser ein Gewinn ist.

Der folgende Leitfaden versteht sich als Sammlung von Anregungen. Die Lektüre dieser Anregungen ist nicht erforderlich, um gute Besprechungen zu verfassen. Sie ist auch keine Garantie für gute Besprechungen. Sie kann aber helfen, gute Besprechungen zu verfassen.

Ein paar Grundregeln
Es gibt keine Regeln zum Verfassen guter Besprechungen. Außer diesen:

Kenne deinen Gegenstand: Voraussetzung für eine Filmbesprechung ist, den Film in Gänze gesehen zu haben. Vorschauen, Ausschnitte, Interviews oder Sekundärtexte sind keine geeigneten Grundlagen, um über einen Film zu schreiben. Abbrechen oder Vorspulen gelten ebenfalls nicht.

Überzeugen statt Behaupten: Wer eine Meinung äußert, ohne sie zu begründen, wird es schwer haben, Leser für seine Besprechung zu interessieren, die nicht ohnehin schon derselben Meinung sind.

Eine Frage der Haltung: Ziel einer Besprechung ist, eine Haltung zu einem Film zu entwickeln. Im Unterschied zu Inhaltsangaben dient eine Besprechung der Auseinandersetzung, nicht der Information. Daher: so viel Inhalt wie nötig, so wenig wie möglich. Und bitte keine Besprechungen von Blu-rays, DVDs oder persönlichen Erlebnissen während des Kinobesuchs.

Am Film bleiben: Es gibt keine festgelegten Aspekte, die eine Filmbesprechung bei jedem Film zu behandeln hat, etwa: Dramaturgie, Schauspiel, Kamera, Ton, Musik, gesellschaftlicher Kontext, filmhistorische Einordnung. Die Gesichtspunkte, denen eine Besprechung sich widmet, ergeben sich aus dem Film und aus dem Erkenntnisinteresse des Verfassers. Beides sollte zueinander passen: Ein Verfasser sollte sich nicht zu Gesichtspunkten verpflichtet fühlen, die ihn nicht interessieren. Er sollte sich aber auch hüten, jedem Film seine Lieblingsthemen überzustülpen, selbst wenn sie gar nicht passen.

Zitate kennzeichnen: Wer auf fremde Texte zurückgreift, sollte diese mit Anführungszeichen kennzeichnen. So vermeidet der Autor, sich mit fremden Federn zu schmücken oder fremde Fehler angelastet zu bekommen und macht wissbegierige Leser auf weiteren Lesestoff aufmerksam.

Höflich bleiben: Eine gute Besprechung hat es nicht nötig, ausfallend oder beleidigend zu werden. Sätze wie ,,Der Film ist gestört und gefällt auch nur Geisteskranken" sagen einiges über den Autor aus, aber nur wenig über den Film.

Nicht zu viel verraten: Damit Leser, die den besprochenen Film noch nicht gesehen haben, nicht um den Genuss gebracht werden, empfiehlt es sich, zentrale Pointen nicht vorwegzunehmen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, schützt eine elegant eingeflochtene Warnung vor dem Unmut des Lesers.

Korrekte Wortwahl: Die Aussagekraft einer Besprechung hängt viel mit der Genauigkeit der Wortwahl zusammen. Wer aus Versehen (oder aus Unkenntnis) ,,Story" schreibt, obwohl er ,,Plot" meint, schwächt seinen Text und macht sich angreifbar. Im Zweifel noch einmal hier nachschlagen: http://filmlexikon.uni-kiel.de

Rechtschreibung und Zeichensetzung: Es gibt nur wenige Autoren, die keine Ahnung von Sprache, aber viel Ahnung von Film haben. Daher empfiehlt sich die Beachtung der Rechtschreib- und Zeichensetzungsregeln. Sofern möglich, empfiehlt es sich, den Text von einer zweiten Person gegenlesen zu lassen.

Neben korrekter Punkt- und Kommasetzung hilft auch der Gebrauch der richtigen Sonderzeichen, den Lesefluss zu verbessern:


  • Öffnende und schließende Anführungszeichen: ,,"

  • Unterscheidung von Binde- und Gedankenstrich: Wort-Zusammensetzung/Kennzeichnung von - gedanklich - getrennten oder herausgehobenen Satzteilen

  • Auslassungspunkte: ... statt ...



In Zweifelsfällen hilft Dr. Duden: www.duden.de

Ein paar Worte zum Schluss
Eine Punktewertung erscheint bei einer Besprechung nur dann, wenn beim Filmeintrag die Möglichkeit zur OFDb-Bewertung genutzt wurde. Erreicht eine Besprechung nicht mindestens 1.000 Zeichen, wird sie automatisch als Kurzkommentar veröffentlicht. Kurzkommentare bilden eine eigene Sparte ohne strenge Regeln. Sie sind für die entspannte Meinungsäußerung zwischendurch gedacht.

Wir wünschen viel Spaß und Erfolg!

pm.diebelshausen

5 August 2012, 12:34:36 #16 Letzte Bearbeitung: 5 August 2012, 12:39:34 von pm.diebelshausen
Ich habe dazu selber noch keine abgeschlossene Meinung, vielleicht mache ich hier auch nur den devil's advocate. ;O)

Zitat von: Adam Kesher nach  5 August 2012, 11:20:57
Eine solche Tafel würde auf mich nicht abschreckend, sondern hilfreich wirken.


Zwei Dinge:
Entweder, das Erscheinen dieses Kurztextes (der mir schonmalbesser gefällt als die komplette Kurzfassung als "Begrüßungstext"!) ist gebunden an den allerersten Eintrag, wenn also ein User neu einsteigt und das erstemal eine Review einstellen will. Dann wird es schon beim zweitenmal nicht mehr nahegebracht und die Wirkung verpufft vielleicht?

Oder zweitens: der Text erscheint immer wieder - das nervt nur die Vieleinträger und schiebt nur noch einen weiteren notwendigen Klick dazwischen, macht also das Eintragen umständlicher.

Zitat von: Adam Kesher nach  5 August 2012, 11:20:57
Da die Besprechungen ohnehin gegengelesen werden, finde ich es auch wichtig, die Nutzer darauf hinzuweisen.


Das Traurige ist ja, dass viele User erstmal einfach loslegen, statt sich zuerst kurz zu informieren (ich glaube, ich seinerzeit auch - oder vielleicht nicht, ich weiß es nicht mehr). Gilt nicht nur bei Reviews, sondern bei allen Einträgen in der OFDb. Die Regeln und auch die Hinweise stehen jetzt schon jedem auf der Startseite verlinkt zur Verfügung.

Zitat von: Adam Kesher nach  5 August 2012, 11:20:57
Das dürfte manchem Autor die enttäuschende Erfahrung einer Löschung ersparen. Wer sich die Mühe macht, einen Text einzustellen, will doch nicht erst hinterher erfahren, dass es Regeln gibt.

Na, wer anfängt zu schreiben und nicht weiß, dass es dafür Regeln gibt (nicht nur in der OFDb), hat einige Jahre lang heftig was verpasst. Oder ist auf dem ignoranten Ich-mach-wie-ich-will-Trip. Da müsste man schon mehr leisten, um ihn communitytauglich zu machen.

Zitat von: Adam Kesher nach  5 August 2012, 11:20:57
Eine solche Tafel würde auf mich nicht abschreckend, sondern hilfreich wirken.

Eigentlich meine ich ja immer, nicht von sich auf andere schließen. Aber vielleicht hast Du trotzdem recht.

Jetzt Du wieder.  :wink:





Der "Filmbesprechungen"-Text ist so, finde ich, etwas besser.  :respekt:
Aber das hier geht in meinen Augen nicht, da nehme ich den Rest fast nicht mehr ernst:

ZitatEs gibt keine Regeln zum Verfassen guter Besprechungen. Außer diesen:

:D

Liegt daran, dass hier und auch im Langtext unverbindliche aber sinnvolle Hinweise/Tipps mit verbindlichen Regeln zusammengeführt werden.





Wird übrigens Zeit, dass mehr andere User hier was zu sagen. Ich wollte mit dem Ganzen hier vor allem anstoßen und mich jetzt nicht auf die Sache kaprizieren, sondern nur etwas zur Verfügung stellen.  ;)
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Adam Kesher

Wenn die Verknüpfung nicht ,,Neue Besprechung eintragen" sondern ,,Zum Besprechungs-Bereich" heißt, dürfte sich niemand darüber wundern, auf einer Übersichtsseite zu landen. Zwei weitere Lösungsansätze:


  • Es gibt ein Kontrollkästchen, das dem Benutzer erlaubt, die Seite in Zukunft zu überspringen (,,Diese Seite nicht mehr anzeigen"). Standardmäßig ist das Kästchen deaktiviert.

  • Auf der Seite befindet sich auch gleich das Eintragen-Formular. In dem Fall ist es nur eine Frage des Layouts, die Inhalte geschickt an den Mann zu bringen, ohne im Weg zu stehen. Gegebenenfalls stehen die Informationen in Bereichen, die sich reduzieren lassen, sodass der Nutzer sie wahlweise ausblenden kann.



Dass viele Nutzer loslegen, ohne sich zu informieren, ist nicht traurig, sondern menschlich. Es gilt das alte Entwicklerideal: Es gibt keine Anwenderfehler. Abhilfe schafft, die Nutzer mit knappen Informationsangeboten an den richtigen Stellen und einer durchdachten Validierung von Einträgen anzuleiten. Auf der Startseite Anleitungen zu verknüpfen und sich dann zu wundern, dass die Nutzer sie nicht gelesen haben, wenn sie spontan die Möglichkeit zum Eintragen von Besprechungen entdecken, ist doch nicht Ziel führend.

Und hier die Kurzfassung der gekürzten Kurzfassung:




Filmbesprechungen
Filmbesprechungen dienen dazu, eine Meinung zu einem Film zum Ausdruck zu bringen. Die Zielsetzungen können sehr verschieden sein: Soll die Besprechung Lust auf interessante Filme machen oder vor schwachen Filmen warnen? Soll sie der Auseinandersetzung mit bereits gesehenen Filme dienen? Interessiert sie sich für kulturelle, gesellschaftliche oder historische Diskurse? Eine Besprechung muss nicht jede dieser Anforderungen erfüllen. Sie wird aber lesenswerter, wenn sie eine individuelle Meinung so vorstellt, dass es für den Leser von Gewinn ist.

Der folgende Leitfaden versteht sich als Sammlung von Anregungen. Die Lektüre dieser Anregungen ist nicht erforderlich, um gute Besprechungen zu verfassen. Sie ist auch keine Garantie für gute Besprechungen. Sie kann aber helfen, gute Besprechungen zu verfassen.

Ein paar Grundregeln
Es gibt keine Regeln zum Verfassen guter Besprechungen. Außer diesen: [Finde ich immer noch gut]

Kenne deinen Gegenstand: Voraussetzung ist, den besprochenen Film in Gänze gesehen zu haben. Vorschauen, Ausschnitte oder Interviews sind keine geeigneten Grundlagen, um über einen Film zu schreiben. Abbrechen oder Vorspulen gelten ebenfalls nicht.

Überzeugen statt Behaupten: Wer eine Meinung äußert, ohne sie zu begründen, wird es schwer haben, Leser für seine Besprechung zu interessieren, wenn sie nicht ohnehin schon überzeugt sind.

Haltung zeigen: Ziel einer Besprechung ist, eine Haltung zu einem Film zu entwickeln. Im Unterschied zu Inhaltsangaben dient eine Besprechung der Auseinandersetzung, nicht der Information. Daher: so viel Inhalt wie nötig, so wenig wie möglich.

Am Film bleiben: Es gibt keine festgelegten Aspekte, die jede Filmbesprechung zu behandeln hat, etwa: Dramaturgie, Schauspiel, Kamera, Ton, Musik, gesellschaftlicher Kontext, filmhistorische Einordnung. Die Gesichtspunkte ergeben sich aus dem Film und aus den Interessen des Verfassers. Beides sollte zueinander passen: Ein Verfasser sollte sich nicht zur Besprechung von Aspekten verpflichtet fühlen, die ihm nicht liegen. Umgekehrt sollte er sich hüten, jedem Film seine Lieblingsthemen überzustülpen, selbst wenn sie sich gar nicht aus dem Film ergeben. Und bitte keine Besprechungen von Blu-rays, DVDs oder persönlichen Erlebnissen während des Kinobesuchs.

Zitate kennzeichnen: Wer auf fremde Texte zurückgreift, sollte diese mit Anführungszeichen kennzeichnen. So vermeidet der Autor, sich mit fremden Federn zu schmücken oder fremde Fehler angelastet zu bekommen und macht wissbegierige Leser auf weiteren Lesestoff aufmerksam.

Höflich bleiben: Eine gute Besprechung hat es nicht nötig, ausfallend oder beleidigend zu werden. Sätze wie ,,Der Film ist gestört und gefällt auch nur Geisteskranken" sagen einiges über den Autor aus, aber nur wenig über den Film.

Nicht zu viel verraten: Damit Leser, die den besprochenen Film noch nicht gesehen haben, nicht um den Genuss gebracht werden, empfiehlt es sich, entscheidende Pointen nicht vorwegzunehmen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, schützt eine elegant eingeflochtene Warnung vor dem Unmut des Lesers.

Korrekte Wortwahl: Die Aussagekraft einer Besprechung hängt viel mit der Genauigkeit der Wortwahl zusammen. Wer aus Versehen (oder aus Unkenntnis) ,,Story" schreibt, obwohl er ,,Plot" meint, schwächt seinen Text und macht sich angreifbar. Im Zweifel noch einmal hier nachschlagen: http://filmlexikon.uni-kiel.de

Rechtschreibung und Zeichensetzung: Es gibt nur wenige Autoren, die keine Ahnung von Sprache, aber viel Ahnung von Film haben. Daher empfiehlt sich die Beachtung der Rechtschreib- und Zeichensetzungsregeln. Sofern möglich, empfiehlt es sich, den Text von einer zweiten Person gegenlesen zu lassen.

Neben korrekter Punkt- und Kommasetzung hilft auch der Gebrauch der richtigen Sonderzeichen, den Lesefluss zu verbessern:


  • Öffnende und schließende Anführungszeichen: ,,"

  • Unterscheidung von Binde- und Gedankenstrich: Wort-Zusammensetzung/Kennzeichnung von - gedanklich - getrennten oder herausgehobenen Satzteilen

  • Auslassungspunkte: ... statt ...



In Zweifelsfällen hilft Dr. Duden: www.duden.de

Zu guter Letzt
Eine Punktewertung erscheint bei einer Besprechung nur dann, wenn beim Filmeintrag die Möglichkeit zur Bewertung genutzt wurde. Bleibt eine Besprechung unter 1.000 Zeichen, wird sie automatisch als Kurzkommentar veröffentlicht. Kurzkommentare bilden eine eigene Sparte, die frei von strengen Regeln ist. Sie ist für die spontane Meinungsäußerung zwischendurch gedacht.

Wir wünschen viel Spaß und Erfolg!

pm.diebelshausen

Ich denke, die Diskussion über Ort und Strategie der Hinweise innerhalb der OFDb, sollte woanders als in diesem Thread geführt werden. Immerhin geht es dabei um eine Veränderung der OFDb-Struktur/Strategie und um programmiertechnische Fragen/Veränderungen, nicht mehr "nur" um eine Diskussion des Hilfestellungstextes. Es gibt viele Möglichkeiten, wie und wo man solche Tipps und Hinweise an den Mann bringen kann. Ich schlage vor, Du eröffnest für den Erweiterungsvorschlag des Review-Bereichs einen neuen Thread und/oder lässt das hier bereits Gesagte von einem Mod herausziehen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Adam Kesher

Es ging mir nur darum aufzuzeigen, dass es Verwertungsmöglichkeiten für solche Kurztexte gibt. Ein eigenes Thema würde ich im Augenblick nicht dafür öffnen, weil es mir sinnvoller erscheint, die Überarbeitung der Bedienung von der Startseite her aufzurollen. Sonst haben wir bald zu viele Baustellen.

Übrigens dachte ich gerade, dass der Hinweis auf Strukturierung durch Absätze vielleicht auch in der Kurzfassung enthalten sein sollte. Der Aspekt ist schnell erklärt, überfordert niemanden und bringt viel. Hier also der Nachtrag:




Absätze: Endlose Textwüsten wirken entmutigend. Abhilfe schaffen Absätze: Sie teilen längere Texte in Sinnabschnitte und helfen dem Leser, sich zurechtzufinden. Aber bitte nicht übertreiben: Nicht jeder Satz benötigt einen eigenen Absatz.

Mayoko

Ich finde Adams Ansatz ganz gut. Das könnte auch allgemein für neue Einträge funktionieren.

Quasi so:

1. Man möchte ein neues Review reinstellen.
2. Klickt auf den Button "Neue Review"
3. Es öffnet sich z.B. eine Lightbox in der dieses Fenster "Herzlich willkommen im Besprechungs-Bereich! Was möchten Sie als nächstes tun?" erscheint. Das Fenster könnte grafisch aufbereitet sein. Heißt z.B. links gibts das Feld "Review schreiben" und man gelangt in die entsprechende Maske. Rechts daneben gibt es ein "Fragezeichen" oder "Hilfe"-Feld wo man beim drauf-klicken automatisch auf den Thread ins Forum geleitet wird. Oder aber man baut die zusammengetragenen Infos in das Fenster ein. Das heißt beim klicken auf das "Fragezeichen" oder "Hilfe"-Feld würde sich das Fenster (z.B. die Lightbox) vergrößern und den Text einblenden.

Auch für Blu-rays oder DVDs, Inhaltsangaben oder Filmeinträge wäre sowas doch denkbar. Also das man als Neuling immer die Möglichkeit hat, auf das Basiswissen in Form des "Hilfe"-Felds zurückzugreifen.
Ich hoffe ich konnte meinen Gedanken halbwegs verständlich rüberbringen...  :thinking:

Don´t worry, be happy!

Akayuki

In etwa so?

Meine Vorstellung wäre, dass der Button "Neue Eintragung vornehmen" zu einem zentralen Schalter in einem Filmeintrag zusammengefasst wird. Darüber könnten dann in Zukunft alle Eintragungen zu einem Filmeintrag gemacht werden.
Der große Vorteil sind vor allem die angebotenen Direkthilfen in der Maske, die dann mit den entsprechenden How-Tos verknüpft wären. Somit kann sich ein Neuling gezielt informieren.

Auf der Hauptseite würde dieser "Neue Eintragung vornehmen"-Schalter, dann die Funktion "Neuen Film eintragen" (mit entsprechender Hilfe) und die Funktion "Neue Person eintragen" (mit entsprechender Hilfe) anbieten.
Übrigens: Die kleinen Bildchen in den Schaltflächen können natürlich auch gegen hübschere ausgetauscht werden.  :rotwerd:
Das ganze wird mir jetzt aber schon ein bisschen zu Off-Topic. Vielleicht sollte man die letzten Postings in einen geeigneten Thread verschieben...
Original Zitat: "Ey Leute, Hard Boiled ist besser als Sex! Da hast du zwei Stunden pure Äckschen!"


pm.diebelshausen

Ja, bitte.

Zitat von: pm.diebelshausen nach  5 August 2012, 14:43:53
Ich denke, die Diskussion über Ort und Strategie der Hinweise innerhalb der OFDb, sollte woanders als in diesem Thread geführt werden. Immerhin geht es dabei um eine Veränderung der OFDb-Struktur/Strategie und um programmiertechnische Fragen/Veränderungen, nicht mehr "nur" um eine Diskussion des Hilfestellungstextes. Es gibt viele Möglichkeiten, wie und wo man solche Tipps und Hinweise an den Mann bringen kann. Ich schlage vor, Du eröffnest für den Erweiterungsvorschlag des Review-Bereichs einen neuen Thread und/oder lässt das hier bereits Gesagte von einem Mod herausziehen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

RoboLuster

Zitat von: Adam Kesher nach  5 August 2012, 11:20:57
Nehmen wir an, der Nutzer klickt auf ,,Zum Besprechungs-Bereich" und wird von einem Besprechungs-Bereich begrüßt, in dem so Sätze stehen wie...




Herzlich willkommen im Besprechungs-Bereich! Was möchten Sie als nächstes tun?


  • Tipps & Tricks zum Verfassen von Besprechungen lesen

  • In Beispielbesprechungen stöbern

  • Im Autoren-Bereich des Forums stöbern

  • Eine eigene Besprechung verfassen



[Kleiner formatiert:]

Bitte beachten Sie: Jede Besprechung wird von der OFDb gegengelesen. In Einzelfällen behalten wir uns eine Löschung vor. Gründe für eine Löschung können sein:


  • Die Besprechung verfehlt inhaltliche oder formale Mindeststandards (sachlich falsch, zu viele Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler).

  • Die Besprechung verfehlt die Gattung (reine Inhaltsangabe, persönliche Anekdotensammlung, Besprechung einer Blu-ray oder DVD).

  • Die Besprechung erhebt sich über den Gegenstand (reine Provokation, Selbstdarstellung).

  • Die Besprechung verletzt die Anstandsregeln der OFDb (etwa durch Beleidigungen, Diskriminierungen oder justiziable Aussagen).

  • Die Besprechung erweist sich als Plagiat.




Ein paar Worte zum Schluss
Eine Punktewertung erscheint bei einer Besprechung nur dann, wenn beim Filmeintrag die Möglichkeit zur OFDb-Bewertung genutzt wurde. Erreicht eine Besprechung nicht mindestens 1.000 Zeichen, wird sie automatisch als Kurzkommentar veröffentlicht. Kurzkommentare bilden eine eigene Sparte ohne strenge Regeln. Sie sind für die entspannte Meinungsäußerung zwischendurch gedacht.



Zitat von: Adam Kesher nach  5 August 2012, 14:33:17


  • Es gibt ein Kontrollkästchen, das dem Benutzer erlaubt, die Seite in Zukunft zu überspringen (,,Diese Seite nicht mehr anzeigen"). Standardmäßig ist das Kästchen deaktiviert.

  • Auf der Seite befindet sich auch gleich das Eintragen-Formular. In dem Fall ist es nur eine Frage des Layouts, die Inhalte geschickt an den Mann zu bringen, ohne im Weg zu stehen. Gegebenenfalls stehen die Informationen in Bereichen, die sich reduzieren lassen, sodass der Nutzer sie wahlweise ausblenden kann.



Dass viele Nutzer loslegen, ohne sich zu informieren, ist nicht traurig, sondern menschlich. Es gilt das alte Entwicklerideal: Es gibt keine Anwenderfehler. Abhilfe schafft, die Nutzer mit knappen Informationsangeboten an den richtigen Stellen und einer durchdachten Validierung von Einträgen anzuleiten. Auf der Startseite Anleitungen zu verknüpfen und sich dann zu wundern, dass die Nutzer sie nicht gelesen haben, wenn sie spontan die Möglichkeit zum Eintragen von Besprechungen entdecken, ist doch nicht Ziel führend.


Genial.   smoking
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

Mayoko

@Akayuki:
Um ehrlich zu sein hatte ich so weit gar nicht gedacht. Der Vorschlag mit einem zentralen Schalter gefällt mir jetzt aber wirklich sehr gut.  :sehrgut:
Auch die Maske ist schön und die Hilfen sind direkt abrufbar. Ich finds gut.
Nur die Bilder zu "Neue Review schreibe" und "Neue Fassungen eintragen" finde ich jetzt nicht so schön^^

Don´t worry, be happy!

pm.diebelshausen

@Pierrot: das da oben sollte jetzt nicht das letzte Wort sein - habe aber durch die Kurzfassungsidee hier Dein Anliegen aus dem Blick verloren. Steht aber weiterhin noch im Raum!
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 September 2012, 23:25:16
@Pierrot: das da oben sollte jetzt nicht das letzte Wort sein - habe aber durch die Kurzfassungsidee hier Dein Anliegen aus dem Blick verloren. Steht aber weiterhin noch im Raum!


Als Anliegen würde ich das gar nicht bezeichnen...

Im Prinzip habe mit meinem letzten Eintrag gesagt was mir auf dem Herzen lag...:

Zitat von: PierrotLeFou nach  3 August 2012, 21:30:11
Da du recht schnell zu den "wer/wo/wann"-Aspekten kommst, die als Orientierungshilfe dienen können, würde ich mal sagen, dass es zwischen dem ersten und dem zweiten Absatz relativ gut aufgehoben wäre, wobei man dann vielleicht noch mit einem kurzen Satz von "womit wir mitten in der Interpretation sind" zum "Hineininterpretieren" überleiten könnte...

Ich würde allerdings überlegen, ob man beim jetzigen 2. Absatz nicht auf den ersten Satz "Was ein Film sagen will, liegt letztlich im Auge des Betrachters" verzichten sollte.
1.) würde ich - wenn überhaupt - schreiben: "Was ein Film zu wollen scheint, liegt im Auge des Betrachters..." ...den das, was er (oder besser: die Verantwortlichen dahinter) will, das will er unabhängig von meiner Ansicht über sein Wollen.
2.) würde ich aber in diesem Zusammenhang auch auf diese sicherlich nicht falsche Äußerung verzichten, weil sie im Prinzip zur Beliebigkeit aufruft; ich denke, das ist zunächst okay, weil ja jeder eine Äußerung anders verstehen kann... aber offenbar gibt es ja auch die Möglichkeit, sich über dieses Verständnis zu verständigen und dabei in der Diskussion über eine Äußerung eine Lesart zu finden, der letztlich alle wieder zustimmen können.
Ich würde den Satz daher weglassen oder zu "Was ein Film zu wollen scheint, kann oftmals auch bloß im Auge des Betrachters liegen..." umändern, um zumindest die Möglichkeit von Äußerungen, die nur so zu verstehen sind, wie sie gemeint waren, zuzulassen...


Natürlich stimmt es wenn du sagst:
ZitatDer Beliebigkeit widerspricht doch der immer wieder im gesamten Text wiederholte Appell, nicht nur zu behaupten, sondern vor allem zu belegen, zu argumentieren usw.

Dennoch empfinde ich die Äußerung, es liege im Auge des Betrachters als ungünstig...
Zur Kommunikation gehören immer zwei, auch wenn sie einseitig abläuft: Es liegt freilich in meinem Auge, was ein Film zu wollen scheint... was ein Film jedoch will, liegt in seinem Auge (wenn man so will... ich möchte nicht schreiben "in den Augen seiner Schöpfer", weil der Film ja nahezu immer auch etwas anderes ist als das, was seine Schöpfer wollten...) Diese zwei Punkte zusammenzubringen scheint mir am sinnvollsten zu sein: Und ja, die Anregung eigene Sichtweisen zu äußern, die aber mit dem Film in Einklang zu bringen sein sollten, bringt das auch zum Ausdruck... den Satz  "Was ein Film sagen will, liegt letztlich im Auge des Betrachters" (bzw. "Was ein Film zu wollen scheint, liegt im Auge des Betrachters...") erscheint mir da noch eine Spur zu "einseitig".


Aber die Kurzfassungsidee gefällt mir übrigens auch grundsätzlich besser als die eines längeren Textes... ;)
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)