Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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Retro

Kurz und knackig:

THE ROVER

Roadmovie aus Australien. Ein Mann auf der Suche nach seinem gestohlenen Auto.

Dreckig. Hart. Heftig. Toll gespielt. Düster. Anschauen!

9/10

Die meisten Filme aus Australien die ich kenne sind echte Highlights.  :respekt:

StS

Zitat von: Retro nach 22 August 2018, 15:27:11
Die meisten Filme aus Australien die ich kenne sind echte Highlights.


Na, es gibt schon etliche miese...  ;) ...aber generell bin ich auch ein großer Freund von australischen Filmen.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

PierrotLeFou

27 August 2018, 04:47:32 #1712 Letzte Bearbeitung: 27 August 2018, 04:54:39 von PierrotLeFou
Grain - Weizen (2017)

Während in Semih Kaplanoglus Yusuf-Trilogie (Yumurta - Ei / Süt - Milch / Bal - Honig) in jedem einzelnen Film Einflüsse aus Tarkowskijs "Zerkalo" zu finden sind, ohne dass sich die Filme übermäßig wie Tarkowskij-Nachfolger anfühlen würden, ist der nur dem Titel zufolge an diese Trilogie angelehnte "Grain - Weizen" nun eine "Stalker"-Hommage (mit leichten "Soljaris"-Anklängen), deren Vorbild man immer wieder deutlich erkennt: Eindringen in eine Zone über geworfene kleine Objekte, in Erde/Weizen/Gräsern liegende Personen aus Aufsicht gefilmt, Kamerafahrt über Wasseroberflächen, unter denen Objekte zu sehen sind, viele langsame Fahrten während einer Wanderung zu einem mysteriösen Ziel... Während Soderbergh oder Villeneuve oder der frühe Sokurov oder German (und meinetwegen noch Lars von Trier) in ihren SciFi-Filmen die Tarkowskij-Motive noch sehr selbstständig variieren, eifert Kaplanoglu seinem Vorbild nach, wie es sonst bloß noch Lopushansky getan hat. Seit den 90er Jahren kam bloß dessen "Gadkie lebedi" (2006) als SciFi-Film der Tarkowskij-Ästhetik ähnlich nahe.
Allerdings passen die bei Kaplanoglu nicht immer handgemachten Trickeffekte nicht so recht ins Bild und auch ein paar allzu konventionelle SciFi-Motive (Datenhandschuhe/Flugobjekte) wirken in diesem Kontext irritierend. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob der Film - wie bisweilen vorgeworfen wird - einen esoterischen Blickwinkel aufweist; man kann ihn auch lesen als Film über Figuren, die inmitten einer ergebnislosen Forschung zu einer irrationalen Gläubigkeit gelangen. Aber letztlich mündet der Film in einer etwas unbefriedigenden Auflösung, die ziemlich unspektakulär weder das individuelle, noch das gesamtgesellschaftliche Dilemma sonderlich gelungen auflöst... Und zum Ende steckt mir auch etwas zuviel Symbolismus in dem Film. Dennoch hat er atmosphärisch sehr dichte Momente und hat mich im mittleren Drittel ziemlich beeindruckt... 7-8 würde ich schon vergeben, aber einen Tarkowskij ersetzt der bei weitem nicht...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Retro

DEATHSTALKER - DER TODESJÄGER



Ein Barbar, welcher von allen nur "Todesjäger" genannt wird, trfft im Wald auf Tulag, den entmachteten König dieser Gegend.
Tulag erzählt ihm, dass der böse Magier Munkar seine Tochter Codille entführt, und dadurch die Macht an sich gerissen hat.
Solange sich Tulag ruhig verhält bleibt seine Tochter am Leben-
doch im "Todesjäger" sieht Tulag seine Chance, Codille zu befreien und somit auch wieder der den Thron einzunehmen...

Die Story ist also alles andere als herausragend. Gut gegen Böse, Held kriegt Prinzessin.
Kann der Film wenigstens anders punkten?
Ein Jahr nach dem Erfolg des ersten Conan Films gab es eine wahre Flut an Barbarenfilmen, welche größtenteils schlecht waren, und wovon nur wenige etwas Erfolg hatten.
Scheinbar gehörte auch der "Deathstalker" dazu, denn der Film hat es zu 3 Fortsetzungen gebracht.
Für einen eher billig produzierten B-Film hat man auch einiges aus dem knappen Budget herausgeholt:
Die Masken sind erträglich, die Schwertkämpfe ansehbar, die Landschaften in denen gedreht wurde schön-
und ein paar etwas billig wirkende, aber blutige Schnetzelszenen gibt es auch. Hier war man übrigens teilweise nicht zimperlich:
Von einer Enthauptung, über einen abgerissenen Arm mit dem dann noch zugeschlagen wird, bis zu einer Vierteilung gibt es genug, um eine Freigabe ab 18 zu rechtfertigen.
Wohl dank des dünnen Budgets wird das ganze nicht übermäßig genau gezeigt, sondern ist immer beabsichtigt recht schnell geschnitten.
Mit der Liebesgeschichte wird sich nicht lange aufgehalten, hier regiert die Action- so wird einem, auch dank der kurzen Laufzeit von unter 80 Minuten niemals langweilig.
Ein wenig Humor darf auch nicht fehlen, vor allem die Szene mit dem Schweinegesichtigen Kämpfer, als ihm ein komplettes Spanferkel vorgesetzt wird, ist nett anzusehen.
Auch die Dialoge sind nett, und weniger dümmlich, als man annehmen dürfte- Deathstalker und König Tulag beim Hundebraten-essen im Wald:

T: "Ein tapferer Mann könnte in das Schloss gelangen, und ihn töten."
D: "Du suchst einen Idioten?"
T: "Nein, einen Helden!"
D: "Held oder Idiot- das ist das selbe."

Dem Film tut es einfach gut, dass er sich nicht komplett ernst nimmt- aber auch nicht mit all zu platten Sprüchen daherkommt.
Hinter dem Film stehen übrigens ein paar bekanntere Namen im B-Bereich, kein Wunder also, dass er zumindest ansehbar geworden ist.
Produziert hat Roger Corman, die Masken und Kreaturen stammen von John Carl Buechler, und Playboy-Hasi Barbi Benton darf ihre Dinger mal wieder in die Kamera halten,
wie sie es schon ein Jahr zuvor, im Horror-Slasher "X-Ray" erfolgreich getan hat.
Für Kinoplakat, und dementsprechend auch Cover, hat man den im Fantasy-Bereich nicht unbekannten Zeichner Boris Vallejo gewonnen.
Schade nur, dass das Motiv nur bedingt etwas mit dem Film zu tun hat...
"Deathstalker" ist nur auf VHS oder in einem auf 1500 Stück limitiertem Mediabook auf BD und DVD erhältlich.
Auf BD und DVD ist der Film im 16:9 Kinoformat enthalten (die VHS ist 4:3 open matte) und das Bild ist im Vergleich zur VHS auch deutlich heller.
Das ist gleichzeitig Vor-und Nachteil. Auf der abgedunkelten VHS haben Masken und sonstige Tricks besser gewirkt- im hellen Bild ist alles deutlich als eher billig erkennbar.
Mit der Qualität kann man ansonsten, vor allem angesicht des Alters und der Tatsache, dass hier das Ausgangsmaterial sicher nicht das beste war, zufrieden sein.

7/10

PierrotLeFou

Gundermann (2018)

Bin äußerst positiv überrascht worden: Ausgesprochen gutes, recht trauriges, ziemlich witziges Biopic über Gerhard Gundermann. In der Beziehung zu seinem Vater und der Stellungnahme zur eigenen Stasi-Vergangenheit erscheint er hier als Figur, die über manche Dinge nicht reden kann/mag und auch dadurch eine gewisse Schuld trägt, die zugleich aber auch sehr menschlich und betroffen erscheint... Eine sehr spannende Charakterstudie über eine vielschichtige Figur, die ihr eigenes Selbstbild empfindlich korrigieren muss. Die Musik ist eigentlich nicht mein Ding, istz mir aber hier im Kontext der Handlung, der Bilder und Dialoge doch recht nahegegangen. Sehr toller Film und mit das beste, was ich von Dresen kenne...
8/10


BlacKkKlansman (2018)

Hatte mich sehr darauf gefreut und war doch leicht enttäuscht: Nicht so humorvoll, absurd und unterhaltsam wie erwartet, in den politischen Aspekten ziemlich an der Oberfläche, mündend in einem engagierten, durchaus diskussionswürdigen aber doch etwas aufgesetzt wirkenden Schlussplädoyer, in entscheidenden Details (treffend, aber eben auch etwas konstruiert) erfunden und insgesamt doch eher mit dem Holzhammer arbeitend: Bezeichnend die "Birth of a Nation"-Episode des Films, die doch ein leicht verzerrtes Bild zeichnet, vor allem weil sie die Originalmusik von Griffiths Klassiker durch neue Pianomusik ersetzt, welche die Sympathien während einer Szene völlig verdreht... Da macht es sich - auch wenn Griffith ein "Aryan Birthright" zur Sprache brachte - leider zu einfach. Grundsätzlich mag ich ja Holzhammer-Filme, aber dann sollten sie auch so ausgelassen sein wie z.B. ein Ken-Russel-Film. Netter Film, der voll im Trend liegt und ja auch eine moralische Haltung vermittelt, die mir sympathisch ist, aber inszenatorisch etwas bemüht und emotional nicht gerade packend...
7/10
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Wolfhard-Eitelwolf

31 August 2018, 15:29:13 #1715 Letzte Bearbeitung: 1 September 2018, 14:02:52 von Wolfhard-Eitelwolf
Last Resistance

Ukrainischer Kriegsfilm über die Belagerung des Donetzker Flughafen durch russische Soldaten / Seperatisten. Klingt erstmal nach Propagandafilm, ist es unvermeidbar auch bisweilen, aber längst nicht so extrem wie man erwarten könnte. Last Resistance überzeugt vielmehr durch technische Qualitäten, bodenständige, auf Effekthascherei verzichtende Action, einige ruhige Momente und sehr ordentliche Darstellerleistungen. Fazit: Eine kleine Überraschung aus den hinteren Verkaufsregalen!

Knappe 7 / 10   

Lodgers

Seichter, bisweilen einschläfernder Grusel von der Stange, der zwar eine hübsche ländliche Location, handwerkliche Routine und eine an für sich nette "Keller"-Variation aufweist, aber eigentlich zu keinem Zeitpunkt in der Lage ist, daraus echte Spannung zu generieren. Action gibt es demzufolge auch kaum, vielleicht drei ultrakurze Momente bieten mal ne bedrohliche Fratze - das war's auch schon, und irgendwie ertappt man sich spätestens nach 20 Minuten beim regelmäßigen Blick auf die Uhr. Fire and forget!

4 / 10

Max Blank

Blue Crush (USA 2002)

Teil 2 ist besser.

El_Hadschi

Die Glückschmiede

Sympatischer (Amateur-) Film aus Altona, der mit viel Humor und gut gelaunten Laiendarstellern eine schöne Hommage, an den Stadtteil in dem ich aufgewachsen bin, darstellt.
Für Hamburger (Altona), Hamburg Liebende und Menschen, die auch was mit deutschen amateur Produktionen anfangen können.
Wer darüber hinwegsehen kann, dass es quasi keine richtige Story, keine perfekt geschriebenen Dialoge und manchmal etwas holziges Schauspiel gibt (also quasi wie das echte Leben   :icon_mrgreen:).
Der findet hier abseits des Mainstreams eine, für eine solche Produktion, überraschend gut inszenierte Komödie und Liebeserklärung an Hamburg (Altona).
Am ehesten vergleichbar mit den frühen Werken Akins.

Als "Altonaer"

10/10

Als neutraler Filmkritiker

6.....ach Diggie ich kann das nicht. Geh in's Zeise und guck dir den derben Shit an! 10/10 und gut is! Danach noch auf ein Bier in's Familien-Eck!
"You follow drugs, you get drug addicts and drug dealers. But you start to follow the money, and you don't know where the fuck it's gonna take you."

Lester Freamon

Private Joker

Herbstzeit - Gruselfilmzeit. Zum FFF zieht mich nicht mehr viel, alles zu teuer, daher lieber selbstgemacht...

Ghost Stories (2017)

Der kam bei den Kritikern besser an als bei den Gruselfilmfans, erstaunlich eigentlich. Mit dem ziemlich zur Routine gewordenen Wan-Mampf Marke ConjIdiousBelle kann der doch prima mithalten, die Scares und Schocks sitzen, und auch die Episodenstruktur ist mal wieder erfrischend. Trotzdem lässt der einiges an Potential liegen; weniger weil das eine Theaterverfilmung ist und ein paar Dialogszenen sich etwas in die Länge ziehen, eher schon weil die im Subgenre eigentlich essentielle Verbindung der Rahmenhandlung mit den eigentlichen Episoden nicht wirklich gelungen ist. Also mal echt jetzt, Jungs: Weil der eine Typ da Putzmann in der Klinik ist, spielt der eine Hauptrolle in den Träumen des Komapatienten ?

Trotzdem solide 6,5 /10

Winchester - Das Haus der Verdammten (2018)

Und nochmal ordentliche Gruselroutine, die einiges liegen lässt. Ehrlich: Da hat man schon Helen Mirren an der Hand, und kein Produzent der Welt gibt mir mehr Geld als kümmerliche 3,5 Mio ? Das sieht man dem Film mehr als an, die (zumindest teilweise) CGI-Totale des Hauses wirkt echt billig, und die engen Kulissen geben den Wahnsinn, der da im Innern des Gebäudes herrschen muss, nicht mal ansatzweise wieder. Schade eigentlich, denn auch hier gilt: Die Spierigs haben die Gesetze des Softhorrors durchaus verstanden, langweilig ist der jedenfalls nicht.

5,5/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Lez

Zitat von: PierrotLeFou nach 29 August 2018, 01:55:35
Gundermann (2018)

Bin äußerst positiv überrascht worden: Ausgesprochen gutes, recht trauriges, ziemlich witziges Biopic über Gerhard Gundermann. In der Beziehung zu seinem Vater und der Stellungnahme zur eigenen Stasi-Vergangenheit erscheint er hier als Figur, die über manche Dinge nicht reden kann/mag und auch dadurch eine gewisse Schuld trägt, die zugleich aber auch sehr menschlich und betroffen erscheint... Eine sehr spannende Charakterstudie über eine vielschichtige Figur, die ihr eigenes Selbstbild empfindlich korrigieren muss. Die Musik ist eigentlich nicht mein Ding, istz mir aber hier im Kontext der Handlung, der Bilder und Dialoge doch recht nahegegangen. Sehr toller Film und mit das beste, was ich von Dresen kenne...
8/10



Dem möchte ich voll und ganz zustimmen. Wenn ich bedenke, dass ich "Halt auf freier Strecke" mittendrin ausmachen musste 

Moonshade

Gestern meine Aufnahme von "American Mary" gesichtet und größtenteils positiv überrascht worden von einem recht dreisten, wenn auch nicht auf Ekeleffekte spekulativen Bodymodification-Revenge-Thriller mit der hervorragenden und verblüffend erotischen Katherine Isabelle.

Dafür wird zwischendurch auch mal schmierig obwohl steril und mit so manchem kruden Einfall und einigen Gewaltspitzen ohne das letzte Detail haut der Film gut rein und ist sehr gut visualisiert.
Leider klappt es mit der Charakterisierung der Figuren nicht ganz so gut und wohin die Reise gehen soll, ist wohl keinem Autoren so recht eingefallen.
Obwohl das Ende recht poetisch daher kommt, wird es zu abrupt und nicht im passenden dramatischen Rahmen umgesetzt und lässt leider gerade bei der Hauptfigur eine narrative Leerstelle.

Würde ich liebend gern höher auszeichnen, aber so schafft er es nur auf 6,5/10.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

StS

Ja, sehe ich ähnlich. Katie "Ginger" Isabelle beskomm ich seit jeher eh gern zu Gesicht.
Bin gespannt, wie die Soska Sisters das "Rabid"-Remake meistern werden...
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

PierrotLeFou

Zitat von: Lez nach 24 September 2018, 23:54:31
Zitat von: PierrotLeFou nach 29 August 2018, 01:55:35
Gundermann (2018)

Bin äußerst positiv überrascht worden: Ausgesprochen gutes, recht trauriges, ziemlich witziges Biopic über Gerhard Gundermann. In der Beziehung zu seinem Vater und der Stellungnahme zur eigenen Stasi-Vergangenheit erscheint er hier als Figur, die über manche Dinge nicht reden kann/mag und auch dadurch eine gewisse Schuld trägt, die zugleich aber auch sehr menschlich und betroffen erscheint... Eine sehr spannende Charakterstudie über eine vielschichtige Figur, die ihr eigenes Selbstbild empfindlich korrigieren muss. Die Musik ist eigentlich nicht mein Ding, istz mir aber hier im Kontext der Handlung, der Bilder und Dialoge doch recht nahegegangen. Sehr toller Film und mit das beste, was ich von Dresen kenne...
8/10



Dem möchte ich voll und ganz zustimmen. Wenn ich bedenke, dass ich "Halt auf freier Strecke" mittendrin ausmachen musste


Den würde ich aber auch als ganz stark betrachten! Einer der besten Sterbefilme, die ich kenne. Dresen hat zwar mit seiner bisweilen nicht an Schönheit orientierten Filmästhetik und der Vorliebe für einfache Figuren nicht unbedingt einen sonderlich verführerischen Film gedreht, aber der Umgang mit dem Tod und dem Sterbeprozess, mit Ängsten, Verdrängungen, Gewissensfragen usw. ist mMn schon sehr beachtlich ausgefallen und gibt gute Einblicke in ein gesellschaftliches doch eher verdrängtes Thema.
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Lez

Zitat von: PierrotLeFou nach 25 September 2018, 11:33:01
Zitat von: Lez nach 24 September 2018, 23:54:31
Zitat von: PierrotLeFou nach 29 August 2018, 01:55:35
Gundermann (2018)

Bin äußerst positiv überrascht worden: Ausgesprochen gutes, recht trauriges, ziemlich witziges Biopic über Gerhard Gundermann. In der Beziehung zu seinem Vater und der Stellungnahme zur eigenen Stasi-Vergangenheit erscheint er hier als Figur, die über manche Dinge nicht reden kann/mag und auch dadurch eine gewisse Schuld trägt, die zugleich aber auch sehr menschlich und betroffen erscheint... Eine sehr spannende Charakterstudie über eine vielschichtige Figur, die ihr eigenes Selbstbild empfindlich korrigieren muss. Die Musik ist eigentlich nicht mein Ding, istz mir aber hier im Kontext der Handlung, der Bilder und Dialoge doch recht nahegegangen. Sehr toller Film und mit das beste, was ich von Dresen kenne...
8/10



Dem möchte ich voll und ganz zustimmen. Wenn ich bedenke, dass ich "Halt auf freier Strecke" mittendrin ausmachen musste


Den würde ich aber auch als ganz stark betrachten! Einer der besten Sterbefilme, die ich kenne. Dresen hat zwar mit seiner bisweilen nicht an Schönheit orientierten Filmästhetik und der Vorliebe für einfache Figuren nicht unbedingt einen sonderlich verführerischen Film gedreht, aber der Umgang mit dem Tod und dem Sterbeprozess, mit Ängsten, Verdrängungen, Gewissensfragen usw. ist mMn schon sehr beachtlich ausgefallen und gibt gute Einblicke in ein gesellschaftliches doch eher verdrängtes Thema.


Dies will ich nicht bestreiten, noch möchte ich mich mit deiner Erfahrung an Film messen. Es viel mir allerdings sehr schwer, Milan Peschel ernst zu nehmen, was ich vorher eigtl als gut möglich empfand und ohne Wertung ist dies auch nur mein Gefühl. Dies allerdings machte es schwer mich auf die Handlung einzulassen.

Rafael1

Hi,

den Film habe ich leider nicht gesehen.

VG Rafael1
Rafael1

muellke

Zitat von: Rafael1 nach  4 Oktober 2018, 19:10:22
Hi,

den Film habe ich leider nicht gesehen.

VG Rafael1


Ich auch nicht.
Ist das schlimm?
Jim: Ich bin Jim Jupiter,der gesündeste Mann in Chicago!
Al: Dann wird es ja schnell heilen wenn ich dir das Maul blutig schlage!

ZitatVon mir klare 10 von 10 Punkten, absolut empfehlenswert, wäre super wenn da mal ein Bootleg von erscheinen würde.

Retro

7 Oktober 2018, 17:57:02 #1726 Letzte Bearbeitung: 13 November 2018, 16:14:26 von Retro
ALRAUNE - WURZEL DES GRAUENS



Im Dschungel von Südamerika ist ein Expeditionsteam unterwegs um einen Juwelendolch der spanischen Conquistadores zu finden,
der in einer sagenumwobenen und angeblich verfluchten Begräbnisstätte liegen soll.
Womit man nicht gerechnet hat: Der Dolch steckt in einem alten Skelett- und dient als Bann für finstere Mächte, welche von diesem ausgehen.
Mit dem entfernen des Dolches erweckt die Gruppe eine alte Kreatur, welche sich aus allerlei Pflanzen zusammensetzt-
und sich dieser bedient, um die Eindringlinge zu vernichten.
Auch der als ausgestorben geltende Ureinwohner-Stamm der Jambali ist nun hinter der Gruppe her-
denn der von ihnen gehütete Frieden des Waldes ist nun wieder durch eine böse Macht gestört...

Sowas kommt ja eher selten vor, aber der Satz auf dem Cover "Überraschend gut" entspricht dieses mal den Tatsachen.
Natürlich ist und bleibt "Alraune" ein eher billig produzierter TV-Film, und es gibt auch manches abzulästern-
aber der Film macht einiges besser als viele andere Billigproduktionen:
Die Darsteller sind akzeptabel, die Sprecher samt Synchro auf erstaunlich hohem Niveau, und sogar die CGI-Tricks sehen gut aus.
Lediglich die Dialoge selbst sind manchmal arg grenzwertig...
Beim Anblick eines skelettierten Conqistadores ist der Satz "Ein echter Conquistadore aus Fleisch und Blut" jedenfalls irgendwie unpassend.
Alberner Humor fehlt hier komplett, ebenso eine nervige Lovestory um den Film zu verlängern oder eine Tittenshow zu bieten.
"Alraune" hat genau den richtigen Grad ernsthaftigkeit um nicht zu nerven, und das richtige Tempo um nicht zu langweilen.
Storymäßig gewinnt man hier natürlich keinen Innovationspreis, aber das erwartet von einer solchen Produktion wohl auch niemand.
Warum man dem Film aber den Titel "Alraune" gegeben hat bleibt ein Rätsel.
Alraunen kommen jedenfalls nicht vor, eher kann man das ganze als eine Mischung aus den Ents in "Herr der Ringe"
und den Wurzeln aus "Evil Dead" beschreiben. Auch hier hilft das Cover weiter: "Pflanzenmonster". Passt.
Ausnahmsweise ist am Titel auch nicht der deutsche Rechteinhaber schuld- denn der ist eine Übersetzung des Originaltitels "Mandrake".
Da ist dann der in Deutschland dazu erfundene Untertitel "Wurzel des Grauens" fast schon passender.
Sehr unterhaltsamer Trash, deutlich besser als man vermuten würde!

6/10

Retro

Zwei deutsche Filme, kurz und knapp:

DIE HÖLLE - INFERNO

Deutsch-Ösi-Thriller in Berlin, um eine Thai-Boxerin und einen Serienkiller.
Sehr cool: Tobias Moretti als fertiger Cop.
Habe eher wenig erwartet, und war am Ende wirklich begeistert.
Auch der etwas seltsam erscheinende Titel wird im Film erklärt.

8/10

WIR SIND DIE NACHT

Deutscher Vampirfilm von dem ich schon öfter gutes gehört habe.
Trotzdem wenig erwartet- und noch weniger gekriegt.
Stylische Optik, schmalzige, fürchterlich tussige Vampir-Lesben samt Lovestory...
Twilight aus Deutschland für Arme.

1/10

Mills

Roman J. Israel Esq. - Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

War schon lange heiß auf den Film, vorgestern  beim Leihen dann aber etwas skeptisch. Jedoch hat sich nach und nach ein besseres Gefühl eingestellt und der Film wurde zunehmend interessanter. Denzel macht einfach keine schlechten Streifen und bestätigt das erst recht in diesem Film.

8/10
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


Meine Sammlung

Retro

NWR - DIE REFN-DOKU



Ich war schon nach wenigen Minuten kurz davor die DVD wieder aus dem Player zu nehmen.
Dermaßen unsympathische und arrogante, beim Interview laut und auffällig Kaugummikauende Menschen kann ich gar nicht ab.
Passt aber irgendwie zu den Filmen die er gemacht hat, und dem Bild welches ich von diesem Typen habe.
Also bin ich drangeblieben, immerhin finde ich ein paar seiner Filme richtig gut (und andere abgrundtief beschissen).
Leider ist das ganze nur in Englisch mit deutschen Untertiteln,
man kommt aber recht gut mit, da Refn beim sprechen manchmal wirkt als würde er gleich einschlafen.
Dass sich seine Meinungen teils absolut nicht mit meiner decken sollte mich eigentlich nicht wundern-
schließlich finde ich auch seinen wohl beliebtesten Film (Drive) komplett Scheisse, mit dem konnte ich gar nichts anfangen.

Seine PUSHER Filme (kenne nur den ersten, gefällt mir absolut gar nicht) findet er klasse.
BLEEDER (den ich nicht kenne) wird eher neutral erwähnt, wenn ich das richtig verstanden habe.
Den faszinierenden FEAR X hält er dagegen für seinen schlechtesten Film- mir hat er gefallen.
Danach wird der in meinen Augen absolut geniale BRONSON recht schnell abgehakt,
aber immerhin wird WALHALLA RISING (den ich auch sehr gut finde) ausführlicher und mit Filmszenen besprochen.
DRIVE kommt erwartungsgemäß auch etwas länger und natürlich recht gut weg.
Für mich war dieser Film pure Langeweile mit katastrophal nerviger, sich dauernd wiederholender Musik
und einem komplett ausdruckslosen Darsteller, gelegentlich unterbrochen durch komplett unpassende Gewaltausbrüche.
Der Großteil der Menschheit sieht das scheinbar anders, aber was soll's.
ONLY GOD FORGIVES wird auch erwähnt, ist mir aber bisher nicht bekannt.
Da die Doku von 2012 ist, taucht der Neon Demon (2016) hier aber natürlich noch nicht auf.

Refn-Fans und interessierte können sich die Doku schon mal geben, mit 65 Minuten Laufzeit ist man auch relativ schnell durch.

Private Joker

Viel Mittelware (im Sinne von: mittlere Budgets und auch häufig mittlere Qualität) zur Zeit in den (so noch vorhanden) Videotheken, vor allem auch aus dem Dunstkreis der letzten Fantasy Filmfestivals

Cold Skin (2017)

Da hat der Frontiers-Regisseur auf den ersten Blick nicht viel falsch gemacht: Sein etwas eigenwilliger Abenteuer/Fantasy/Dramamix ist technisch und inszenatorisch makellos - eine tolle und schön gefilmte Kulisse mit passend eingefügten Bauten, sparsam eingesetzte, aber effektive CGI (mit Ausnahme der Kriegsschiffe am Ende, die etwas platt aussehen), gutes Creature-Design, das auch hinreichend verschleiert, wann da Menschen im Bodysuit oder PC-Figuren antreten, das passt schon.

Irgendwie schade, dass der einen erzählerisch "nicht mitnimmt", wie das heutzutage wohl heißt. Viel zu fix und zu frontal tauchen für meinen Geschmack diese Viecher auf, um dann in immergleichen monotonen Angriffswellen auf Protagonisten und Zuschauer zuzurennen und sich abknallen lassen. Erstaunlicherweise thematisieren die zwei Hauptfiguren in ihren eher sparsamen Dialogen auch nie, wer oder was die sind, was die wollen, warum die so aggressiv sind. Die kleineren Wendungen ahnt man schnell, spätestens als der Namenlose das Bild findet, ist auch das Ende klar. Die unvermeidliche Wende zumindest des Helden im Verhalten gegenüber den Kreaturen wird nie ernsthaft angetextet oder vorbereitet, da bleibt einfach zu viel unerklärt (zB wie der aggressive Vorgänger ohne Munition und alleine das ganze Jahr überleben konnte).

Das Ganze basiert übrigens auf dem Roman eines spanisch-katalanischen Anthropologen, der sich dabei vermutlich einiges gedacht hat, was der Film maximal erahnen lässt (menschliche Hybris gegenüber der Natur ? Freiheitskampf unterdrückter Völker gegen Eindringlinge ??). Vielleicht sollte man lieber den lesen.

Insgesamt 6/10, da wäre noch etwas mehr drin gewesen.

Bad Samaritan (2018)


Noch so ein Stück eigentlich solides DTV-Kino, das dann im Ergebnis doch nicht mitreißt. Roland-Kumpel Dean Devlin muss erkennbar schmalere Brötchen backen, ärmlich sieht der Film dabei aber nicht aus. Unspektakulär bleibt er trotzdem; und vor allem kommt er nie wirklich in die Gänge. Der Auftakt (insbesondere der erste Einbruch in Erendreichs Haus) ist ganz solide, dann tritt der Film heftig auf der Stelle, wenn der "Held" die obligatorisch vollpfostige Polizei überzeugen will. Im dritten Akt zieht Devlin die Terror- und Spannungsschraube dann mal ganz gut an, um in einen letztlich furchtbar generischen Showdown zu münden, der weder glaubhaft noch wirklich spannend ist.

Freunde von "ist nur eine Fleischwunde, ist nicht mal eine Fleischwunde"-Szenen werden ihre Freude haben, trotz R-Rating lässt der Film echte Härte und Konsequenz bei der Opferwahl vermissen, das letztlich einzige wirkliche Opfer hat das entsprechende Zeichen schon seit den ersten Szenen des Films großformatig auf der Stirn.

Eher gnädige 5/10
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Retro

DAY OF RECKONING



Bei Bohrungen tauchten vor 15 Jahren unbekannte Wesen auf, welche sich anstrebten die Menschheit zu vernichten.
Dafür hatten sie 24 Stunden Zeit- und sie haben es nicht geschafft. 15 Jahre später tauchen die Wesen erneut auf...

"Day of Reckoning" ist so ein Film, den viele wohl schon nach wenigen Sekunden wieder aus dem Player werfen werden...
Nicht einmal unbedingt wegen der zu erwartenden CGI-Tricks, die Anfangs sogar teils erstaunlich gut aussehen,
sondern wegen der unglaublich schlechten Synchro, vollkommen unpassenden Stimmen,
die sich so anhören als wären vielleicht maximal vier Sprecher für alle Charaktere im Film zuständig, und saudummen Dialogen:
"Also für mich sieht das aus wie eine überdimensionale Spinne. Ich weiß nicht was das ist aber für mich sieht das aus
wie eine überdimensionale Spinne. So kann ich das ansehen. Ja. Vielleicht sollten wir die einfach mal fangen. Denke ich mal."
Meist wird gelangweilt und monoton dahergeredet, aus Stella wird Schdella, und Sätze wie "Bereut eure Seele" kapiert eh niemand.
Und das ganze wird, trotz solch haarsträubender Dialoge, absolut ernsthaft ohne jegliches Augenzwinkern rübergebracht.
Einerseits sind die vielen verschiedenen Wesen (hier "Dämonen" genannt) abwechslungsreich gestaltet und teils gut anzusehen,
andererseits bewegen sich die einzelnen "Rassen" alle absolut gleich- Copy & Paste lässt grüßen.
Die ersten auftauchenden Kreaturen wirken sogar wirklich für eine Billigproduktion ziemlich professionell,
je länger der Film aber läuft, desto billiger sieht alles aus- leider eben auch die Kreaturen und deren Animation.
Da ist dann wohl das Geld ausgegangen. Zudem hat man sich auch bei der Geschichte keinerlei Mühe gegeben.
Woher und warum komen die Viecher? Wie und wohin verschwinden sie nach 24 Stunden wieder? Ist halt einfach so.
Und überhaupt: Tausende (unter anderem) geflügelte Dämonen sind überall einkopiert unterwegs,
während im Bildhintergrund logischerweise das normale Leben weitergeht, und niemand irgendwas bemerkt.
Zumindest das Tempo ist durchgehend hoch, der Film hat keine Durchhänger. Fehlersuchen kann auch Spaß machen.
Für Freunde des unfreiwillgen Humors und gesellige Abläster-Filmabende mit Freunden ist der Film daher brauchbar.
Ansonsten gilt: Finger weg!

2/10

Wolfhard-Eitelwolf

17 November 2018, 15:37:24 #1732 Letzte Bearbeitung: 17 November 2018, 17:48:56 von Wolfhard-Eitelwolf
End of a Gun - Der typische Segal-Ostblockmurks, der vorgibt, in Paris zu spielen. Aber man kann defintiv seinen (unfreiwilligen) Spaß haben, wenn Seagal einem Kumpel sagt, dass er 25 kg zugenommen habe oder die Modelschönheiit unser Frettchen fragt, ob sie es (Auto) ihm besorgen könne und Steven nur antwortet: "Was meinen Sie?"  :LOL: :dodo: Natürlich gehts dann später schnell zumindest Richtung Kiste, überhaupt sei er beim Coup  "ohne sie beweglicher"  :respekt: :king:

Action ist sehr, sehr mau. Das Ganze eher ein Krimi und überhaupt äußerst konventionell und kostengünstig runtergekurbelt. Für die paar Schmunzler gibt's aber noch knappe 4 / 10

blade2603

Gestern eher durch Zufall auf Kinowelt (dem Sender) gesehen....

Bronson

https://ssl.ofdb.de/film/161468,Bronson


Mit Tom Hardy (ich vermute ohne Bodydouble  :king:)

Komischer Film, konnte aber auch nicht umschalten er hat mich dann doch gepackt.

Hardy spielt Bronsoen der in UK zu den berühmtesten Knastis gehört da er extrem gewalttätig ist und immer wieder Geiseln nimmt.

Die Person selber wird mir dabei etwas zu sehr glorifiziert und auch der erzählstiel  ist schon gewöhnungsbedürftig da er öfters an NBK erinnert. Hardy spielt die Rolle wirklich sehr gut. Nochmal müsste ich ihn mir aber nicht anschauen.

7/10

"Jedes Publikum kriegt die Vorstellung, die es verdient." -Mario Barth
◾ Originalzitat von: Curt Goetz

(aus den Känguru Büchern)

Private Joker

26 November 2018, 11:26:10 #1734 Letzte Bearbeitung: 26 November 2018, 16:53:20 von Private Joker
Das Kino hält im Augenblick relativ wenig Filme für ein erwachsenes Publikum bereit, zumindest wenn man nicht gar so sehr auf deutsche Middleagerkomödien steht.

Daher (ich gebe zu, nicht superkonsequent) ein amerikanischer Middleagerfilm mit Elementen von Thriller und Komödie:

Nur ein kleiner Gefallen (2018)

Zwei ungleiche, aber auf ihre Art natürlich topattraktive Frauen in einem relativ wilden Plot um Verschwinden, Betrug und (Nicht-)Ehebruch. Klingt jetzt auf den ersten Blick nicht so spannend, aber Komödienregisseur Paul Feig (der anscheinend besser in Form ist, wenn er nicht Frau McCarthy formatfüllend auf die Leinwand bringen muss) schafft eine gute Balance aus Thrillerelementen und relativ schwarzem, im Vergleich zum aktuellen Hollywoodstandard erfreulich unpeinlichem Humor. Der Plot ist auf eine Handvoll Überraschungen und Twists ausgelegt, die relativ geschickt im weiten Feld von "vorhersehbar" bis "kommt man nicht drauf, ist aber eher hergeholt" plaziert sind. Und natürlich lebt das Ganze vom Zusammenspiel der (manchmal ein bisschen arg) überdrehten Kendrick und der tough-coolen Lively.

Macht Laune (7/10) und wäre als leichtes Summermovie vielleicht noch etwas besser rübergekommen. Aber zu der Zeit dominieren ja mittlerweile die superkräftigen Wandverformer und Dinos.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

vodkamartini

Wobei da ja auch die Zielgruppen deutlich jünger sind. Könnte man also imo schon parallel platzieren. problem ist galueb ich eher, dass D eines der wenigen Ländern mit massiv rückläufigen Zuschauerzahlen ist und wie kaum ein anderes Land bei schönem Wetter, Fußball und ähnlichem nicht ins Kino geht. Vielleicht auch deshalb der Herbst- Wintertermin, da raffen sich Ü25 dann doch mal wieder auf.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

Private Joker

Gut, der ist jetzt in Amerika etwas früher, aber auch hinter der Sommersaison gelaufen, da konnte der deutsche Verleiher nicht viel machen. Ich hatte da so ein bisschen an "Now you see me / Die Unfassbaren" gedacht, der vor ein paar Jahren mit ähnlicher Zielgruppe und Machart eine Art Alternativprogramm im Sommer für die vom Power- und Blechschadenkino ermüdeten ältereren und weiblichen Besucher war und ganz gut Kasse gemacht. Ein Flop war der "kleine Gefallen" da jetzt aber auch nicht.

Dass der hier jetzt in Deutschland außer viel Kinderware noch die gesammelten deutschen Befindlichkeitskomödien mit ähnlicher Zielgruppe gegen sich hat, ist Pech, passt aber in der Tat ins Bild der mit sich und den wegbleibenden Besuchern kämpfenden deutschen Kinolandschaft - wen es interessiert: Der Insidekinobetreiber hat da mal seine Meinung zu ins Netz gestellt (funktioniert zumindest mit Firefox nicht immer im ersten Anlauf).
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

StS

Ach, mit einem weltweiten Ergebnis von bislang $91,129,720 lief "A Simple Favor" an sich gut. War in den Staaten auch ein kleiner "Sleeper Hit". Im O-Ton hätte ich mir im Kino angeschaut - so warte ich aber nun halt bis zur Blu. Das "Macht Laune" Fazit klingt da doch schonmal prima...  ;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Retro

Zitat von: Private Joker nach 26 November 2018, 16:52:06
Dass der hier jetzt in Deutschland außer viel Kinderware noch die gesammelten deutschen Befindlichkeitskomödien mit ähnlicher Zielgruppe gegen sich hat, ist Pech, passt aber in der Tat ins Bild der mit sich und den wegbleibenden Besuchern kämpfenden deutschen Kinolandschaft - wen es interessiert: Der Insidekinobetreiber hat da mal seine Meinung zu ins Netz gestellt (funktioniert zumindest mit Firefox nicht immer im ersten Anlauf).

Das Thema ist doch einen eigenen Thread wert!

Bitteschön, hier geht es weiter: https://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,218362.0.html

Retro

JACK HUNTER



Professor Shaffer glaubt mit Hilfe einer alten Schrifttafel den Weg zu einem in Syrien verborgenen Artefakt gefunden zu haben.
Doch bevor er die Reise dorthin antreten kann, wird er ermordet, denn auch die Russenmafia ist hinter dem Artefakt her.
Einer Legende nach handelt es sich dabei um einen Teil einer antiken Wunderwaffe, welche das Sonnenlicht bündelt und damit beinahe alles vernichten kann.
Sein Freund und Schüler, der Archäologe Jack Hunter, macht sich nun auf den Weg nach Syrien-
sowohl um den Tod seines Freundes zu klären, als auch um das Artefakt zu finden.
Allerdings ist auch ein alter Bekannter von Jack, der deutsche Albert Littmann hinter dem Artefakt her- im Auftrag der Russenmafia.
Jack hat zwar die Archäologin Nadia Ramadan sowie Tariq, seinen Helfer und Fahrer zur Unterstützung,
doch der Gegner ist mächtig, schwer bewaffnet- und die Jagd nach dem kompletten Artefakt erstreckt sich über Syrien, Ägypten und die Türkei...

Natürlich ist "Jack Hunter" eine absolut dreiste Indiana Jones-Kopie, um das nicht zu bemerken müsste man schon blind sein.
Vom Titelschriftzug, dem Untertitel des ersten Teils (Jagd nach dem verlorenen Schatz), bis zu Jack's Klamotten ist das offensichtlich,
noch dazu steht ja auch auf dem Cover noch "Der neue Indiana Jones".
Vieles erinnert auch sonst an das große Vorbild, Artefakt mit überirdischen Kräften, geheimer Kult, böser Deutscher usw...
Hierbei handelt es sich um TV-Filme, oder besser gesagt eine Art "Miniserie", denn die Geschichte ist durchgehend,
die einzelnen Filme sind daher nicht oder nur teilweise ohne die anderen verständlich- und die ersten beiden enden auch komplett offen.
Warum man die Filme auch einzeln verkauft hat ist nicht nachvollziehbar und komplett sinnlos.
Davon abgesehen ist die Jack Hunter-Reihe erstaunlich aufwändig produziert, an Originalschauplätzen gedreht, passabel besetzt und synchronisiert,
und man hat auch eine gute Balance aus Story und Action hingekriegt.
Zu meckern gibt es aber natürlich auch: Der unglaublich nervige "lustige" Sidekick Tariq sorgt für (mindestens) einen Punkt Abzug in der Wertung,
es gibt massenhaft Anschlussfehler zu entdecken, und die zum Glück selten vorkommenden CGI-Szenen hätten auch nicht sein müssen.
Am schlimmsten ist allerdings, dass das Finale der Filmreihe, also der dritte Teil, am langweiligsten und unglaubwürdigsten rüberkommt.
Für kleines Geld kann man sich die Filme aber durchaus mal antun, man sollte nur nicht zu viel erwarten.

6/10