OFDb

Die letzte Sichtung: Filme

Begonnen von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

0 Mitglieder und 23 Gäste betrachten dieses Thema.

PostalDude

The Punisher (1989)



Frank Castle aka "The Punisher" (Dolph Lundgren) räumt zwischen der Mafia und der Yakuza auf...

Schön blutig und eiskalt!

Die Atmosphäre ist dreckig und düster - passt!

Der "Buddy Cop"-Part nebenher ist auch ganz cool, aber es geht hier hauptsächlich um den Punisher, seine Rache und die Action! Und die rockt!

Ansonsten merkt man leider NICHT, das es eine Comicverfilmung ist... Schade!

3,5/5

StS

,,Castle Falls" ist ein 2021er Action-Streifen von und mit Dolph Lundgren, welcher damals seine siebte Regie-Arbeit markierte an dessen Seite sein Genre-Kollege Scott Adkins agiert. Leider sieht man dem Streifen sein fernab von üppiges Budget durchaus an und verbringt Andrew Knauer´s Skript in der ersten Hälfte zuviel Zeit mit allerlei Figuren-Konstellationen, bevor in einer großen Bauruine schließlich ordentlich gefightet und geballert wird – und das routiniert-kompetent, wenn auch nicht sonderlich abwechslungsreich. Klischees (darunter eine krebskranke Tochter und ein inhaftierter Strippenzieher), uninteressante Baddies, Logikschwächen sowie eine mau getrickste finale Explosion trüben den Spaß jeweils ein weiteres Stück weit, Lundgren´s Inszenierung ist unmarkant und Spannung kommt keine auf. Die beiden Leads machen ihre Sache allerdings ordentlich, so dass man nicht unbedingt von einem ,,Fehlschlag" sprechen muss...

4,5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

12 September 2026, 14:34:43 #3302 Letzte Bearbeitung: 12 September 2026, 22:04:30 von Private Joker
American Sweatshop (BD)

Von der deutschen Kamerafrau und Serienexpertin Uta Briesewitz hier in Deutschland inszenierter US-Spielfilm, in dem "meine" urbane Region (Köln/Bonn) als Double für Florida dienen soll. Ist ja (für mich) ganz nett, die Schauplätze - zB den Tümpel, am die Heldin bisweilen sitzt - auf Google Earth lokalisieren zu können. Allein: So richtig gut und authentisch kommen Köln-Ehrenfeld und "Klein Amerika" in Bonn-Plittersdorf als "Tallahassee" nicht rüber.

Was dann aber auch zum Rest des Films passt, der nicht eine Sekunde den Eindruck erweckt, es hier mit echtem Kino und nicht einer überlangen Serienepisode zu tun zu haben. Thema leidlich interessant, Machart bieder-solide, irgendwelche Highlights Fehlanzeige. Die Hauptfigur muss in Sekundenbruchteilen entscheiden, ob ein Internet-Beitrag gelöscht werden muss, die Kriterien sind dünn, Christine Paul als gestrenge Chefin hat ein paar andere Ideen. Gähn. Erst ein besonders schröckliches (aber wie fast alle nie gezeigtes) Mord(?)Video weckt ein paar Sekunden Interesse, aber einen echten Kriminalfall oder gar Thriller kann die Episode pardon der Film da nicht raus destillieren; winzige Prisen Epstein-Vibes mögen aufkommen, sind aber maximal Subtext auf der vierten Ebene.

Leidlich "lustig", wenn man das so empfindet, sind einige Nebenfiguren, die auf das Dauerfeuer schräger und schlimmer Internetvideos unterschiedlich reagieren, bis zum quasi-Zusammenbruch - aber auch das trägt den Film nur mühsam. Und so richtig warm wurde ich auch mit der Hauptfigur (Lili Reinhart) und den wenigen Fetzen Privatleben, den ihr das Drehbuch zugesteht, nicht.

Aber, nicht falsch verstehen, auch keine Sekunde wirklich schlecht und daher ein wirklich passender Kandidat für die glatteste Durchschnittsnote: 5/10.

The Grieving - Asche zu Asche (Amazon 99 Cent)

Erstes Exemplar aus der monatlichen Restpostenrampe beim Großversender. Meine Versuche, da halbwegs gescheite Horrorfilme zu finden, werden auch immer schwieriger, da reiht sich der scheinbar nahtlos ein. Ein glanzloser Auftakt (wobei die Szene in der Galerie mit diesen Gruselbilder etwas verspricht, was leider nicht eingehalten wird), dann verlagert sich das ganze auf ein, zwei Schauplätze in Italien, die auch eher schlicht gestaltet sind. Zwei Räume, etwas Hui-Buh hier, ein müder Scarejump da, in der Filmphase legt man sich schon mal die Begründung für eine 2-3er Wertung bereit. Zumal aus dem Schauplatz (angeblich ein einsames Landhaus) so gar nix gemacht wird, die Figur tritt nicht einmal "vor die Tür" - die Studiokulisse lässt grüßen.

Dann aber treten weitere Figuren in das bisher weitgehende 1-Personenstück, ein seltsamer und in nach den bisherigen Maßstäben sogar recht nett gestalteter zweiter Schauplatz wird aufgemacht, die Geschichte nimmt eine neue Wendung. Das ist nicht neu, nicht rasend originell, in dem Rahmen aber unerwartet und letztlich - okay halt. Auch das Ende ist ein Horrorstandard, aber immer noch besser als "den Rest des Geschehens darf sich der Zuschauer denken/ergooglen". Insofern arbeitet sich das Teil von einem schwachen Start durchaus noch ins solide Mittelfeld vor 5,5 (mit besserer Synchro oder für O-Tonler vielleicht auch knapp 6/10).

Aus verschiedenen Gründen etwas kürzer:

Untertone (Netflix) hat sich einen ganz ordentlichen Ruf erabeitet. Und ja, auch abhängig von der Qualität der eigenen Soundanlage kann man da einiges gut dran finden, das Sounddesign zumindestens. In einigen Szenen habe ich mich tatsächlich mal leicht erschrocken bzw. zumindest irritiert umgeschaut, Chapeau soweit. Dass der "andere Podcaster" akustisch so rüberkommt, als säße er im gleichen Raum, fand ich allerdings gewöhnungsbedürftig. Und bei allem Verständnis für Kleinstbudget und das Konzept - für das "Finale" einfach das Licht ausmachen und
Spoiler: zeige
eine Grabesstimme einen Dämonennamen absondern zu lassen
, war mir etwas wenig. In der Summe mal wieder Mittelmaß - geschmacksabhängig aber auch durchaus am oberen Ende (um 6/10).

Und Tigers are not afraid (Amazon) ist mal wieder ein Kritikerfav, den ich entweder nicht verstanden oder mit zu wenig Aufmerksamkeit verfolgt habe. Kinderbanden, eine Prise Jawaseigentlich - Magie? und ein paar stereotype Böse, dazu eine komplett unverständliche "ab 18" (hätte den zu 99% ab 12 und für die "eine" Szene vielleicht ab 16 verortet). Irgendwann ist der dann einfach vorbei und ich bin restlos ratlos - ich sag mal "ohne Wertung", aber auch eben ganz sicher kein Film, der mir bei maximaler Aufmerksamkeit mehr als 4-5 wert wäre.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Newendyke

MK 1 & 2

Nachdem mittlerweile die Spiele auch ein reboot erfahren durften, hat uns Hollywood 2021 auch eines beschert, was gar nicht so schlecht gewesen ist. Zwar sieht man in Teil 1 noch nichts vom namensgebenden Turnier, aber die Reihe ist wohl eh auf min. 3 Teile ausgelegt (so zumindest einer der Verantwortlichen, Teil 1 vor Turnier, Teil 2 Turnier, Teil 3 die Konsequenzen) oder auch 4 Teile (Taslim hat wohl für 4 MKs einen laufenden Vertrag).
Auf jeden Fall hat der hier einiges an Fanservice zu bieten und die Kämpfe waren ganz im Geiste der Erfinder; überzeichnet und blutig.
Teil 2 hat dann das feedback der Fans mitgenommen und einen der Hauptdarsteller vom Vorgänger recht bald über die Klinge springen lassen. Aber mal abwarten, wie lange der tot bleibt, so erfahren doch immer wieder Charaktere im MK-Universum eine zweite Chance (hier auch einige Wiedergänger von Teil 1). Urban als Cage war auch ok, wobei mein persönliches Problem eher war, dass ich den Butcher aus meinem Hirn entfernen musste, um mich völlig auf seine Darstellung einlassen zu können... und ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein "The Miz" besser in die Rolle gepasst hätte.

Beide solide 5/10


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

PostalDude

L.A. Confidential



L.A. 1953. Weihnachten.

Korruption, Hollywood, Pornos & die Presse dazu...

Klasse, spannende Story, bis in die allerletzte Ecke top besetzt! Alle spielen klasse, aber IMO ragen Russell Crowe und Guy Pearce heraus!
Super Settings dazu, hier stimmt alles, die Atmosphäre und die Musik passt immer!

5/5 - genialer Film!

PostalDude

The Punisher 2004 (Extended Cut)



Die 2. Verfilmung des Punishers!

Sie ist auf jeden Fall besser als die erste von 1989 mit Dolph Lundgren.

Auch hier wird seine Familie ermordet, aber es ist hier "härter" dargestellt.

Der Reihe nach -  Frank Castle (Thomas Jane) erledigt seinen letzten Fall fürs FBI, tötet dabei aber auch den Sohn des Gangsterbosses Howard Saint (John Travolta), der bzw. seine Frau schwört blutige Rache - Castle´s gesamte Familie soll sterben...

Diese befinden sich in Puerto Rico bei einem Fest und sie werden alle getötet - Castle überlebt schwer verletzt und hat nur noch Rache im Sinn !

Soweit die Story -  ich mag die Darstellung, in der ersten Hälfte ist es oft heller und in der 2. Hälfte wirds düster!

Der Punisher bekommt hier auch sein markantes Shirt mit dem bekannten Totenkopf und er tötet/foltert in aller Ruhe und das macht´s teilweise noch schlimmer!

Hier wirkt es auch irgendwie "comichafter" als in der ersten Verfilmung, vielleicht liegt es auch an der Szene mit dem Russen (Wrestler Kevin Nash), es geht immer weiter..

Auch das Finale ist cool gemacht!
Achja - ein guter, rockiger Soundtrack kommt on Top! (u.a. Seether)

4/5

PostalDude

Bei Amazon Video geguckt:

Ash



Eine Frau wacht auf einem verlassenen Planeten auf, ihre Crew wurde abgeschlachtet, sie weiß von nix...

In der letzten halben Stunde geht's in der Rückblende mal endlich was ab, ansonsten herrscht leider viel Leerlauf und viel Forschung. Spannend ist es leider nicht unbedingt. :/
Das Vorbild des Films ist offensichtlich, man darf ihn natürlich nicht (!) mit Alien vergleichen!

Der Style und Look des Films ist stark - ganz klar.
Bringt nur nix, wenn er ansonsten langweilig ist.

Warum Iko Urwais dabei ist, weiß auch niemand, er darf nur einmal kurz kämpfen. :-I

2/5

PostalDude

18 September 2026, 11:27:13 #3307 Letzte Bearbeitung: 18 September 2026, 14:07:30 von PostalDude
Gestern Abend/Nacht mit meiner Frau gesehen:

Mord nach Plan



Ganz guter, spannender Thriller um 2 junge, clevere Killer und eine Dekektivin, die den Mord aufklären möchte!

Da man am Anfang schon weiß, das die 2 Jungs, die Killer sind, nimmt das etwas die Spannung raus. Aber Sandra Bullock spielt den toughen, leicht geilen Cop schon gut!

Ansonsten ist natürlich noch ein junger Ryan Gosling zu nennen, der einen der Jungs spielt und das sehr gut macht!

Der Rest spielt vollkommen solide, die Story wirkt aber manchmal über die relativ lange Laufzeit von knapp 2 Stunden etwas arg konstruiert - da wäre weniger mehr gewesen!

3/5

PostalDude

Gestern Filmabend im Heimkinokeller meines besten Freundes:

Passenger



Ein Roadtrip in die Hölle..

Der Anfang ist starkes, gruseliges Horrorkino! Die Atmosphäre passt schon mal und danach lernt man die 2 Hauptfiguren und ihren Van kennen - sie ziehen aus und in den Van.

Nachdem sie an einem Unfallort angekommen sind, sind sie verflucht und der Horror geht los..

Gruselatmosphäre - Check!
Relativ dämliches Verhalten - Check!

Aber mich nervt, das es nach dem Vantreffen eher abwärts geht bzw. sie nach Erklärungen suchen und es (natürlich... 🙄 ) um irgendeinen okkulten Kirchenquatsch geht... -_-

2/5

The Blackening



Ohje...

Von der Grundidee her gut - aber das war´s schon..
Ein paar Gags sind gut, aber das war´s schon...

Leider stirbt hier einfach niemand, es ist nicht bedrohlich, alles wird in schwarzen Humor ertränkt (haha... leider nicht so gemeint, wie gesagt)

Hatte echt gehofft, hier geht´s mehr ab -  es ist einfach nur langweilig und schlecht!

0,5/5

Untraceable



Spannend gemachter und auch ekliger Film über eine Website - killwithme.com - die selbst hartgesottenen FBI-Agenten den Atem nehmen..

Dort werden Menschen live getötet, je mehr Menschen zuschauen, desto schneller stirbt derjenige und das nicht gerade zimperlich, vor SAW muss man sich nicht verstecken, nicht ganz so eklig, aber schon fies...

Die Ermittlungen sind spannend gemacht, aber leider zeigt man den Killer sehr früh und 1,2 Logiklöcher sind auch drin.. - es sollen nicht so viele die Website besuchen -aber die Agenten selbst sind auch alle drauf.. Klar, müssen sie ja, aber dennoch. Natürlich setzt der Killer darauf, irgendwie doch logisch!

Unterm Strich ein starker Thriller!

4/5

PostalDude

Two-Lane Blacktop



Fast & Furious in den 70ern!
Naja, eher weniger..

Es passiert nicht viel. Ein paar kleinere Rennen, sie nehmen ein paar Anhalter mit, aber sonst?

Die Atmosphäre ist zwar ganz cool, die Freiheit der Raser kommt gut rüber - die Stars sind hier aber ganz klar die Autos & ihr Sound...

Der Abspann hat was - komplette Stille...

3/5

Mr Creazil

Zitat von: PostalDude am 23 September 2026, 18:07:46Fast & Furious in den 70ern!
Naja, eher weniger..

Wer sich auch immer das erhofft hat (wer will das bitte? 😁😉), hat wohl nicht aufgepasst, was für eine Zeit die 70er waren. 😜
"Nihilist und Christ: das reimt sich, das reimt sich nicht bloß ..."

"Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. "

"Who fights with a ladder - well, Jackie Chan does!"

https://letterboxd.com/mrcreazil/

PostalDude

Meet the Feebles



Peter Jackson lässt die Puppen tanzen!

Eine so durchgeknalllte und gleichzeitg gelungene Parodie auf die Muppetshow hat man noch nie gesehn!
Die Charaktere sind so herrlich bekloppt!  :happy2:  :happy:

Die Puppen sind spitze gemacht & es spielen NUR Puppen in diesem Film mit!

ACHTUNG: NICHT für Kinder geeignet !  :happy2:

4/5

PostalDude

Zitat von: Mr Creazil am 23 September 2026, 22:43:40
Zitat von: PostalDude am 23 September 2026, 18:07:46Fast & Furious in den 70ern!
Naja, eher weniger..

Wer sich auch immer das erhofft hat (wer will das bitte? 😁😉), hat wohl nicht aufgepasst, was für eine Zeit die 70er waren. 😜

Nein, das habe ich auch nicht erwartet, aber ein bisschen mehr/bessere Autoaction oder generell hab ich schon erwartet^^

Film war IMO OK, aber ist schon verkauft :P

PostalDude

S.W.A.T. - Die Spezialeinheit



Der Anfang rockt schon mal! 💥
Danach wird das S.W.A.T. Team zusammen gestellt, wunderbar cool gemacht!

Das Training ist stark gemacht, es macht Bock, sie bei der Ausbildung zu beobachten!

Der Transport des Gangsters erfolgt erst in der 2. Hälfte und bis dahin läuft der Strang nur so nebenher...

Die Action ist oft wunderbar old school, leider sind die Einschüsse unblutig :/
Saucoole Darsteller, lockere Action, coole Sprüche und Mucke ergeben einen guten Actionfilm!

4/5!

StS

2 Oktober 2026, 09:12:50 #3314 Letzte Bearbeitung: 3 Oktober 2026, 16:55:49 von StS
Mit dem 2025er Crime-Romance-Thriller-Drama ,,Carolina Caroline" hat Adam Rehmeier nach ,,Dinner in America" und ,,Snack Shack" einen weiteren sympathisch-unterhaltsamen Film abgeliefert. Erzählt wird die ,,Badlands"-/,,Bonnie and Clyde"-eske Geschichte einer Kleinstadt-Tankstellen-Angestellten, die eines Tages einem durchreisenden nonchalant-charismatischen Betrüger begegnet, sich ihm kurzerhand anschließt und mit ihm durchs Land zieht – wobei aus Wechselgeld-Tricks schon bald Überfälle werden...

Love, Crime and Disillusionment. Dieser kompetent in Szene gesetzte Indie ist weder sonderlich originell noch unvorhersehbar und wartet (bspw.) mit keinem nennenswerten sozialkritischen Subtext auf – dafür aber mit einer Menge Charme und Emotionalität sowie einem tollen Lead-Gespann: Samara Weaving und Kyle Gallner, die beide absolut fabelhaft sind. Ihre gegenseitige Anziehungskraft ist glaubwürdig, sexy und nachempfindbar. Kyra Sedgwick hat ebenfalls einen prägnanten Auftritt. Kurzum: Empfehlenswert!

7/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

3 Oktober 2026, 15:40:38 #3315 Letzte Bearbeitung: 3 Oktober 2026, 15:54:21 von Private Joker
Die Fundstücke des letzten Monats aus der 99 Cent-Aktion beim Bezos-Clan; waren diesmal ein paar Teile leicht abseits der gängigen Grabbelware dabei, was nicht unbedingt / immer (und für mich) "gut" heißt:

Violent Ends

Der zum Beispiel klingt nach 08/15-Rachefilm (ex Soldier wird provoziert, irgendwelcher nahestehender Personen beraubt und legt deshalb alle um); aber schon das Szenario in den 1980igern und ein Vorspann, der das (fakerweise) zum historischen Geschehen erklärt, deutet eine andere Richtung an.

Und so ist das ein relativ seriöses Gangster- und Familiendrama mit ein paar blutigen Einsprengseln, aber sicher kein Actionknaller. Auch die Besetzung ist überraschend gediegen - J.B. Dale, Nick Stahl, auch Hauptdarsteller Magnusson haben alle die Basics drauf und spielen das auch ambitioniert statt nur irgendwie runter. Und letztlich überrascht dann auch der Schluss mit der -
Spoiler: zeige
 angedeutet - minimalen Überlebensquote quer durch die eh nicht ganz eindeutig erkennbaren Gut/Bösefraktionen.

So positiv das erstmal klingt, heißt das nicht, dass der Film auf Oscarkurs wäre oder durchgehend das perfekte Unterhaltungspaket für den entspannten Freitagabend. Einiges zieht sich, die Action ist bei aller willkommenen Härte halt auch unspektakulär und auf wenige Beteiligte begrenzt, und mit dem "Hat so stattgefunden-Fake" am Anfang tut man sich imo auch keinen Gefallen. Aber die 99 Cent in jedem Fall Wert - knapp 6/10.

Saint Claire - Engel der Vergeltung

Auch der segelt gepflegt und vorsätzlich zwischen den Genres, Serienkillerhorror mit winzigen übernatürlichen Dosen oder doch "nur" High-School" Satire? Bin mir da nicht ganz so sicher.

Haken wir ein paar offensichtliche Punkte ab: Bella Thorne (29) ist für was eine Schule das auch immer sein soll etliche "Klassen" zu alt. Und der wohl auf einem Buch basierende Film mit dem weiblichen Rachemotiv gehört "natürlich" mal wieder zum weiten Umfeld des "femininen" Horrors, was meist auf gute Kritiken (und häufig mässige Einnahmen) hinweist.

Immerhin - so ein paar interessante Momente wie den geheimnisvollen, vielleicht "von Gott geschickten" Begleiter hat die Kiste schon, und der Opener ist auch nicht verkehrt. Andererseits: Große Highlights bleiben über weite Strecken aus, und so in der Mitte droht wegen etlicher Längen dann auch leichter Interessenverlust (ging mir jedenfalls so). Dranbleiben bis zum solide gemachten Ende lohnt aber trotzdem - leicht unschlüssig ließ mich der aber in jedem Fall zurück. Dafür erst mal 5/10, wenn Amazon den mal für komplett umme freigibt, werde ich da aber vielleicht noch mal aufmerksamer reinschauen...

Marty Supreme

Ich kann und will zu dem hier keine Riesendiskussion aufmachen, hat ja wahrscheinlich auch einen eigenen Thread. Zu Protokoll gebe ich mal mit aller Vorsicht, dass mir (bin eigentlich kein großer Sportfilmfan) die Tischtennisszenen tatsächlich gut gefielen, da ist Dynamik drin und die vielen Trainingseinheiten, von denen  Chalamet freigiebig erzählt, glaube ich dem sogar.

Wenn mir ein Filmelement gefällt, impliziert das hier wie meist, dass mir der Rest von dem Film, und das ist leider die überwiegende Zeit, nicht wirklich was gegeben hat. Warum man das (vermutlich) "gegen" die Memoiren des Vorbilds (Marty Reisman) überwiegend als Kleinganovengeschichte aufgezogen hat, erschließt sich mir nicht, der reale Marty hatte eigentlich genug interessante Dinge zu erzählen (zB die Freundschaft mit einem ex-KZ-Häftling-turned-Tischtennispieler). Ich fand die statt dessen zu sehenden Filmteile und auch die 1 1/2 Lovestories banal und zT echt anstrengend. Eine reine Summenbildung mag ich hier nicht vollziehen, als Überwiegend-Tischtennis-Film mit ein bisschen (mehr) "Forrest Gump" hätte ich dem aber sicher irgendwas oberhalb von 6/10 gegeben.

Battle of the Wolf

Holla, Jingle Ma - der lebt und arbeitet auch noch! "Halbe" Asienfilmfreunde wie ich (Gegenwartsfilme ja, Wuxia eher nein) kennen und mögen dessen frühere High-Tech/High-Speedthriller durchaus.

Und, gerade weil die Machart selten geworden ist: Auch der ist für gut 100 Minuten temporeiche Actionunterhaltung unter weitgehender Gehirnabschaltung prima geeignet. So ein bisschen Stirb Langsam im Flugzeug, mit ordentlich Wumms in den Keilereien, ein paar - am Schauplatz eher sinnfreie - Ballereien und etliche solide Regieeinfälle in der zweiten Filmhälfte, das reicht erstmal dicke aus. Über ein, zwei schlechte CGI-Shots des Flugzeugs (ein paar Szenen sehen aber auch deutlich besser aus) schaut man gnädig hinweg, die Rückblenden hätte es in der Fülle auch nicht unbedingt gebraucht, und das pathetisch-sentimentale Ende ist mal so richtig schrecklich. Aber Sch.. drauf, irgendwie habe ich das brainless-actionreiche China-Kino wirklich vermisst, dafür dann mal "eigentlich" unverdiente 7/10.

Und, bevor es ausufert, noch etwas kürzer:

Bad Cop - der einzige Totalausfall dieser Aktion, ein nicht endenwollender Strom von Obszönitäten, womit man über flaue Story und fehlende Action hinweg"fucken" will. Man, Stiffler, Du bist auch ganz schön tief gesunken. Verfickt beschissene 2/10.

Dagegen ist An Enemy Within schon wieder glatt ein Meisterwerk - der Versuch, Action und klassichen Thrill mit einem fast reinen Kammerspiel zu verbinden, ist interessant, aber auch gewagt. Irgendwie nicht unspannend, aber damit das das wirklich funkioniert, brauche ich neben der äußeren Bedrohung (was hier "passt") auch eine vernünftige Grundstory (warum wollen die sich alle an die Gurgel?) und ein paar etwas bessere Schauspieler als hier zu sehen. So läuft das halt arg auf "Klappe zu, (fast) alle tot, aber warum und who cares?" hinaus. Trotzdem für 90 Minuten "noch" ok - 5,5/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

StS

Gerade gesehen, dass ich bei "Carolina Caroline" (zwei Posts über diesem) als Wertung 5/10 drunter stehen hatte... sollte eigentlich 7/10 heißen (hab´s nun geändert).

Zitat von: Private Joker am  3 Oktober 2026, 15:40:38Saint Claire - Engel der Vergeltung
5/10

Hatte den ebenfalls mit ner knappen 5/10 bewertet. Ich mag Bella und Regisseurin Mitzi Peirone´s Stil - aber der Streifen war mir insgesamt dann doch "zu holprig" (ein ambitionierter wie unebener, sowohl zwischen unbefriedigend und lobenswert wie auch konventionell und ungewöhnlich schwankender Film).
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

9 Oktober 2026, 15:26:30 #3317 Letzte Bearbeitung: 9 Oktober 2026, 16:30:25 von Private Joker
Weil Amazonens neue 99-Cent-Aktion auf sich warten lässt, hier mal ein paar Sammelstücke aus anderen Quellen:

Thrash (Netflix)

Der gefühlt 36te Hai-Film der letzten Zeit, aber immerhin vom Wirkola ("Dead Snow"), der so was "eigentlich" können sollte. Den Titel muss der mir in einer ruhigen Minute aber mal erklären, denn gefühlt 80% der Laufzeit kommt der relativ seriös rüber, erklärt sogar den Unterschied der Haiarten und verzichtet auf grobe CGI-Klopfer - Hai-Trash geht jedenfalls anders, fragt mal die Asylum-Jungs. Auch der Hintergrund mit dem Tropensturm kann eigentlich gefallen und sorgt für ein paar coole Szenen, ohne die Kassenprüfer von Netflix zum Herzinfarkt zu treiben - richtig "teuer" sieht es jetzt auch nicht aus.

Schon weniger schön: Die völlig abrupten Umschnitte zwischen den zwei oder drei Szenarien, die auch gegen ein klassisches Hollywoodgesetz nicht (jedenfalls die zwei "wichtigen") zusammenfinden oder verbunden werden. Irgendwann kurz vor Schluss gehen dann allerdings doch die Gäule durch, richtig plausibel ist da nur noch wenig. Und auf den
Spoiler: zeige
 Oberhai als Last-Minute-Retter muss man erst mal kommen.
Trotzdem ein bisschen abwechselungsreicher als die Single-Location Hai-Konkurrenz, die meist nur in Höhlen, auf Felsen oder einem mehr oder weniger intakten Boot spielt - kein Hai-Light, aber ein solides Hai-Finish von 5,5/10.

Bight (reichlich dämlicher Zweittitel "Fesseln der Sünde" (BD)

So ganz werde ich Hollywoods Verhältnis zu Erotik und Nacktheit nie verstehen - da lässt man Jennifer Lawrence in einem harmlosen (bei uns ab 12) Komödchen minutenlang frontal, ungedoubelt und nicht mal durch extensive "Haarteile" bedeckt nackt herumlaufen und hier, in einem angeblichen Erotik-Thriller, gibt es außer von ein paar (KI?-)Modells unter dem Vorspann nicht eine winzige Prise nackte Haut zu sehen. Ja, da ist die Personalunion aus Regisseuse und Hauptdarstellerin, da "mag" frau das vielleicht nicht so. Aber warum dann die zwei relativ hässlichen Gewaltakte, die dem die hierzulande (trotzdem irgendwo überzogene) FSK 18 eingebracht haben?

Letztlich über weite Strecken langweilig, da beißt keine Maus keinen Bondage-Faden ab. Es passiert so wenig wie Personen im Spiel sind, die Motivation der Figuren bleibt undurchschaubar, die frühe (Un-)Sympathieführung gegen eine von denen finde ich persönlich leicht befremdlich. Die bizarre Schlusszene sollte man - spoilerfrei - noch erwähnen, die stellt einiges in Frage und rettet dem Film in etwa einen Gnadenpunkt, macht aber insgesamt trotzdem nur 3,5/10.
Wer Bondage-Filme mag, findet übrigens im japanischen Pinku-Kino selbst unter Berücksichtigung der Pixel (die von der KI mittlerweile auch "weggerechnet" werden können) "anregendere" und freizügigere Teile.

Reversión (BD)

Da wollte ich eigentlich die immer noch mal spürbare Originalität des spanischen Thriller- und Horrorkinos loben, da erzählt mir Kollege Chat, dass das ein Remake eines koreanischen Films ("Forgotten") ist. Den ich - obwohl auf Netflix verfügbar - zum Glück nie gesehen habe, wie bei manch anderen Remakes von twistlastigen Filmen ist bei Kenntnis des oder der zentralen Wendung/en) die Luft fix raus.

Deshalb versuche das auch halbwegs spoilerfrei über die Bühne zu bringen - mit gleich zwei soliden, wenn auch nicht sensationellen Wendungen ist das tatsächlich einer der besseren gruselfreien Thriller der letzten Zeit. Und auch rückwärts gedacht ergibt der Plot noch mehr oder weniger Sinn und enthält keine offensichtlichen Ungereimtheiten (abgesehen vielleicht von so ein paar Sachen im Kontext der Rolle der "Polizei"). Letztlich "passt" sogar das Ende, das irgendwo in einer von mir immer gern genommenen Grauzone von "happy" und "tragisch" anzusiedeln ist. Im Großen und Ganzen: Geht weitgehend klar - die Tatsache, dass man die gute Grundidee importiert hat, verhindert zusammen mit ein paar kleineren Längen aber den tiefen Lauf in den dunkelgrünen Bereich - 6,5/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

StS

9 Oktober 2026, 16:21:48 #3318 Letzte Bearbeitung: 9 Oktober 2026, 16:23:46 von StS
Zitat von: Private Joker am  9 Oktober 2026, 15:26:30Trash (Netflix)
...Den Titel muss der mir in einer ruhigen Minute aber mal erklären, denn gefühlt 80% der Laufzeit kommt der relativ seriös rüber, erklärt sogar den Unterschied der Haiarten und verzichtet auf grobe CGI-Klopfer - Hai-Trash geht jedenfalls anders, fragt mal die Asylum-Jungs...

Ähm... liegt daran, dass der Film gar nicht so heißt  :happy3:
https://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,269303.0.html
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

OK, sorry, korrigier ich zumindest im Titel. Aber beim Versuch - wie bei dem Spanier - da vorher noch etwas Hintergrund zu kriegen, hatte ich das in den Google-Assi eingegeben und der arbeitet sich auch an einer Erklärung ab, warum und wie trashig der ist. Dürfte irgendwo Absicht sein, zumindest für die, die nicht mit Englisch als eineinhalbte Muttersprache aufgewachsen sind.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

StS

Als ich mich jüngst mal wieder etwas mit dem ,,Unabomber" Theodore John 'Ted' Kaczynski beschäftigte sowie im Zuge dessen erneut von seiner durch die Teilnahme an Psychologie-Experimenten an der Harvard-Universität bestehenden Verbindung zu ,,MK Ultra" gelesen habe, kam mir ins Gedächtnis zurück, dass es ja einen Film über eben jenes geheime, illegal geführte CIA-Forschungsprogramm gibt, den ich bis dato noch nicht gesehen hatte – und zwar den genau danach benannten 2022er Thriller Joseph Sorrentinos mit Anson Mount und Jason Patric in zentralen Rollen...

Im Zentrum des Streifens steht ein Arzt (Mount) im ländlichen Mississippi, der von der CIA für die Operation ,,Midnight Climax" (1954 bis in die '60er hinein) rekrutiert wird, bei der Test-Personen LSD verabreicht erhalten sowie anschließend beobachtet/studiert werden, um auf diesem Wege herauszufinden, wie sich die bewusstseinsverändernden Substanzen auf die menschliche Psyche auswirken und ob sich das so wohlmöglich für Verhöre, Gedankenkontrolle oder zur sonstigen ,,Beeinflussung" derjenigen einsetzen ließe...

Nunja, mal abgesehen von dem durchgehenden ,,kostengünstig-oberflächlichen B-Movie-Vibe" und dem klischeehaft blutigen Ende (als ,,Gipfel" eines zunehmend banaler, uninteressanter und schwächer werdenden Verlaufs) hatte ich vor allem ein markantes, zentrales Problem mit dem Werk – welches ein Reviewer bei ,,Letterboxd" treffend formuliert hat, so dass ich ihn von daher hier einfach mal zitiere: ,,How could you possibly take such a great topic with endless possibilities and make it so dang boring?"

3/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

TinyPortal 2.0.0 © 2005-2020